• Newscenter

13.07.2026 autobau SKM 7 Laghi: «Grand Slam» für Fricker
Team Swiss Hutless Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Dilan Roman Fricker (Mitte) mit seinem Swiss-Hutless-Team © Eichenberger

Die grossen Gewinner des vierten Laufs zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft im italienischen 7 Laghi heissen Dilan Roman Fricker, Kilian Boss sowie Joy und Dan Allemann.

Es war heiss, sehr heiss. Der vierte Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft 2026 in 7 Laghi verlangte von allen Akteuren das Maximum ab. Einer, der in der Hitze einen kühlen Kopf bewahrte, war Dilan Roman Fricker in der Kategorie OK Junior. Der Elfjährige aus Büren zum Hof bei Fraubrunnen im Kanton Bern hatte schon beim vorletzten Rennen in Levier einen starken Eindruck hinterlassen. In 7 Laghi konnte ihm am Wochenende keiner das Wasser reichen. Fricker sicherte sich nicht nur die Pole-Position (zwei Zusatzpunkte), der Fahrer aus dem Team Swiss Hutless Racing gewann beide Vorläufe souverän vor MH-Pilot Cyrill Sarkar. Und auch im Finale setzte sich Fricker vom Start weg in Führung und liess nichts anbrennen. Dank der schnellsten Rennrunde (drei Extrapunkte) holte Fricker als einziger Fahrer am Wochenende das Punktemaximum. Eine Erklärung für seine zuletzt sehr starken Auftritte hat der junge Berner nicht. «Ich mache eigentlich nichts anders als bisher. Aber es passt einfach alles zusammen und ich bin im Kopf völlig frei. Das hilft sicher.» Hinter Fricker und Sarkar sicherte sich Spirit-Pilot Aaron Buhofer in allen drei Rennen Rang 3. Der bisher führende Alejandro Campos kam in 7 Laghi nicht auf Touren. Mit zwei vierten Plätzen und einem fünften Rang im Finale war er unter Wert geschlagen. «Wir hatten ein Problem mit den Reifen», meinte «Le petit rebelle». In der Gesamtwertung hat Fricker bis auf einen Punkt zu Campos aufgeschlossen. Das verspricht für die restlichen zwei Rennen in Cremona (23. August) und Wohlen (6. Oktober) Hochspannung.

X30 Allemann vor Genolet Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Dan Allemann setzte sich in der X30 gegen Alexis Genolet durch © Eichenberger

Knapp am Punktemaximum vorbeigeschrammt ist Dan Allemann. Der 14-jährige Spirit-Fahrer musste den Versuch, in der X30 Challenge Switzerland einen «Grand Slam» herauszufahren, aber schon nach dem Qualifying abschreiben. 27 Tausendstelsekunden fehlten Allemann auf die Bestzeit von LKM-Pilot Alexis Genolet. Der Genfer war auch danach in allen drei Läufen Allemanns erster Verfolger, liess sich nie richtig abschütteln, konnte den Gesamtleader der X30 aber dennoch nicht richtig in Bedrängnis bringen. «Meine Starts waren nicht die Besten», meinte Genolet selbstkritisch. Auch Michael Müller (Virtus Motorsport), der in allen Läufen hinter Genolet Dritter wurde, konnte das Tempo von Allemann diesmal nicht mitgehen. Müllers Rückstand in der Meisterschaft wuchs daher von 21 auf 43 Punkte an. «Ich weiss nicht genau, woran es gelegen hat», meinte Routinier Müller, «aber ich habe immer im dritten Sektor Zeit verloren.» Hinter Müller sicherte sich Allemanns Teamkollege Gauthier Sanjuan drei Mal den undankbaren vierten Platz – im Finale vor MH-Pilot Nicola Mateo Frigg, der mit seiner Leistung nicht wirklich zufrieden war.

Super Mini Allemann Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Ziel erreicht: Joy Allemann gewann ihren ersten Final © Eichenberger

Auch Dan Allemanns Schwester Joy schnupperte in 7 Laghi bei den Super Minis an einem «Grand Slam». Die elfjährige Tochter von Teambesitzer Ken Allemann musste sich aber wie ihr Bruder im Qualifying hinter Teamkollege Ben Iten einreihen. Im Unterschied zu Dan verpasste sie die Pole-Position um 51 Tausendstelsekunden. In den beiden Vorläufen und im Finale setzte sich Joy dann aber mit einem imposanten Speed durch. Der Sieg im Finale bedeutete der jungen Nachwuchspilotin besonders viel. «Ich habe immer gesagt, dass ich dieses Jahr noch ein Finalrennen gewinnen will. Als die Saison in Franciacorta startete, war ich noch nicht bereit dafür. Aber inzwischen habe ich sehr viel dazugelernt.» In der Meisterschaft hat Allemann ihren Rückstand auf Iten von 39 auf 27 Zähler verkürzt. Auch hier bahnt sich also ein spannendes Finish an. Den dritten Platz sicherte sich in den Vorläufen Kimi Prost (ebenfalls Spirit), im Finale war es Swiss-Hutless-Fahrer David Lewis, der dem Enkel des viermaligen Formel-1-Weltmeisters Alain Prost den Podestplatz auf den letzten Metern stibitzte. 

KZ2 Boss Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Finalsieger und Leader in der KZ2: Kilian Boss © Eichenberger

Spannend wird es auch in den zwei verbleibenden Rennen der Kategorie KZ2. Dort hat sich in 7 Laghi Kilian Boss vom Team Swizz Evenzz einen kleinen Vorteil gegenüber Paolo Castagnetti (Team Gerber Corse) verschafft. Den bisherigen Vorsprung von elf Zählern konnte Boss am gestrigen Sonntag auf 25 Punkte ausbauen. Und das trotz Ärger nach dem ersten Vorlauf. In diesem wurde Boss, der am Start die Führung an Castagnetti verloren hatte, nachträglich eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt. Statt Platz 2 (hinter Castagnetti) wurde der ehemalige Young Driver Boss auf Platz 4 (hinter Swiss-Hutless-Pilot Remo Largo und Privatbewerber Kai Perner) zurückversetzt. Nach dem zweiten Vorlauf hellte sich die Miene von Boss auf. Mit einem souveränen Sieg (vor Bastien Liénard und Perner) sicherte er sich den besten Startplatz fürs Finale. Und auch in diesem fuhr Boss unwiderstehlich. Zwar musste er nach einer Kollision in der ersten Kurve zuerst zwei Positionen gut machen, aber einmal in Führung liess der Berner nichts mehr anbrennen. Für Castagnetti verlief das Wochenende nicht nach Plan. Im zweiten Vorlauf wurde er in der ersten Kurve umgedreht. Die anschliessende Aufholjagd versandete auf Platz 7. «Ich lag ganz klar vorne und einer hat mich einfach abgeschossen», ärgerte sich Castagnetti. «Er hat dafür nicht einmal eine Strafe gekriegt. Das Kart hat nichts abgekriegt. Aber ich war danach nicht in der Lage, mich weiter nach vorne zu arbeiten.» Im Finale musste sich der im Tessin wohnhafte Familienvater dann mit Rang 2 (hinter Boss) begnügen. Dritter wurde Perner. Der Berner lag nach dem Start sogar in Führung, musste aber Boss und Castagnetti ziehen lassen. «Die Halterung des Luftkühlers war gebrochen», meinte Perner. Für das Überholmanöver des Tages sorgte der Viertplatzierte Emilien Köstner aus dem Team D.E.L. Motorsport. Der Waadtländer kassierte in der Kurve nach Start und Ziel – ziemlich kaltschnäuzig – gleich zwei Konkurrenten. Gut möglich, dass Papa Koestner noch jetzt mit offenem Mund am Zaun steht… 

Und so geht es weiter:
23. August, Cremona (ITA)
10. Oktober, Wohlen

OK Junior Fricker Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Dilan Roman Fricker auf dem Weg zu seinem ersten «Grand Slam» © Eichenberger

Permalink

Zum Newscenter

Gesellschafter

Mitglied von

Ausrüster