Am kommenden Pfingstwochenende findet im Jura ein Anlass statt, den man als Rennfan eigentlich nicht verpassen sollte: Das Bergrennen Les Rangiers feiert seinen 100. Geburtstag.
Es ist nicht mehr dieselbe Strecke. Und dennoch sollte man die Feste feiern, wie sie fallen. Am kommenden Pfingstwochenende (Samstag/Sonntag) feiert man im Jura den 100. Geburtstag des Bergrennen Les Rangiers – und zwar auf der sieben Kilometer langen Originalstrecke von Develier hinauf nach Les Rangiers. Nahezu 200 Fahrzeuge werden erwartet – darunter aktuelle Rennfahrzeuge aus der Schweizer Meisterschaft, aber auch echte Klassiker wie der Sauber C2, der Amweg AW76 oder ein Martini-BMW F2.
Infos zur Veranstaltung gibt es unter diesem Link. Der Zugang zum Event ist für alle Zuschauer kostenlos. In den verschiedenen Zuschauerzonen stehen Verpflegungsstationen zur Verfügung, mit warmen und kalten Getränken sowie Speisen, dazu Tische und Bänke. Bitte beachten Sie die Beschilderung vor Ort sowie die Anweisungen der Streckenposten.
Die Schweizer Junioren-Meisterschaft hat Halbzeit. Nach den vier Slaloms liegt ein Quartett mit Steven Chiquita, Alessandro Grispino, Ursanne Salomon und Mario Schöpfer noch ohne Verlustpunkte in Führung.
Es ist an der Zeit, Halbzeitbilanz zu ziehen. In der Schweizer Junioren-Meisterschaft sind die ersten vier Rennen absolviert – allesamt Slaloms. Die zweite Saisonhälfte wird dann am Berg ausgetragen. Mit den Rennen in Hemberg (7. Juni), La Roche (14. Juni), Anzère (26. Juli) und Oberhallau (30. August). Die drei besten Rennen pro Disziplin fliessen jeweils in die Endabrechnung ein. Stand heute liegen Steven Chiquita, Alessandro Grispino, Ursanne Salomon und Mario Schöpfer gemeinsam mit je 75 Punkten auf Rang 1, wobei der 24-jährige Schöpfer aus diesem Quartett das schlechteste Streichresultat hat. Der VW-Golf-Pilot kassierte in Bure «nur» einen Zwanziger. In Frauenfeld sowie Ambri 1 und 2 hatte er sich zuvor die volle Punktzahl (25) gesichert.
Abgerechnet wird aber bekanntlich erst am Schluss. Deshalb sind Prognosen zum jetzigen Zeitpunkt noch etwas verfrüht. Ein technischer Defekt bei einem der bevorstehenden Bergrennen – und schon kann der Traum vom Junioren-Titel platzen. Einer, der diese Erfahrung machen musste, ist Lionel Ryter. 2024 lag er bis zum letzten Rennen am Gurnigel Kopf an Kopf mit Jannis Jeremias in Führung. Weil er als Formelpilot die besseren Karte hatte (bei Punktegleichheit zählen die besseren Platzierungen im SCRATCH), hatte er den Titel vor Augen. Doch dann streikte ausgerechnet beim Finale die Technik an seinem Formel Renault. Bitter enttäuscht musste er mitansehen, wie Jeremias den Titel holte. Im Vorjahr revanchierte sich Ryter und holte nach, was ihm 2024 durch die Lappen ging. «Man könnte meinen, es gehe nur um einen Junioren-Titel», sagt Ryter. «Aber ich habe in den vergangenen zwei Jahren gespürt, welcher Druck es auslösen kann, diesen gewinnen zu wollen.» 2026 ist Ryter für eine neuerliche Teilnahme an der Schweizer Junioren-Meisterschaft zu alt. Nur Fahrer bis 25 dürfen sich einschreiben. Damit ist jetzt schon klar: Nach Jeremias (2024) und Ryter (2025) wird es in diesem Jahr aufgrund der Altersregel einen neuen Meister geben.
Wer dies sein könnte? Salomon hat auf dem Papier die besten Karten. Wäre die Meisterschaft nach vier Slaloms bereits beendet, ginge der Titel aufgrund der SCRATCH-Regel an den 20-Jährigen aus Fregiécourt. In Frauenfeld war Salomon Dritter, in Ambri jeweils Zweiter und zuletzt in Bure sogar Erster. Herausforderer Steven Chiquita (23) kann da mit seinem BMW E30 naturgemäss nicht mithalten. Ihm stehen die SCRATCH-Platzierungen 39, 26, 24 und 14 zu Buche. Das würde (Stand heute) für Platz 2 reichen. Dritter wäre Renault-Clio-Pilot Alessandro Grispino (25). Der amtierende Slalom-Champion belegte die Positionen 60, 41, 37 und 24 in den jeweiligen Tageswertungen.
Aber wie gesagt: Entschieden ist noch gar nichts. Ein Patzer am Berg – und schon könnte sich das Blatt wenden. Spannung ist jedenfalls garantiert.
Am 31. Mai findet in Levier (FRA) der dritte Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft statt. Wer sich noch nicht angemeldet hat, kann dies noch bis Sonntag, 24. Mai (24 Uhr), machen. Mehr Infos auf: www.motorsport.ch oder direkt unter www.go4race.ch
Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring und dem zweiten Platz von Patric Niederhauser. Daneben gab es aber auch noch andere Schweizer Erfolge auf der internationalen Bühne.
Patric Niederhauser hat am Wochenende zu seiner eh schon umfangreichen Trophäen-Sammlung im GT-Sport einen weiteren Pokal dazugewonnen. Der 34-jährige Berner wurde beim 24h-Rennen am Nürburgring zusammen mit Luca Engstler und Mirko Bortolotti Gesamtzweiter. Und das trotz einer frühen Panne. Startfahrer Bortolotti wurde bereits in der zweiten Kurve von einem Mercedes leicht gerammt und musste wegen eines beschädigten Hinterreifens sofort an die Box zurückkehren. Der Lamborghini, der nur als 49. seiner Startgruppe ins Rennen gegangen war, legte im Laufe des Rennens eine bemerkenswerte Aufholjagd hin und belegte trotz einer Zeitstrafe wegen eines Verstosses gegen eine 60er-Regel den zweiten Schlussrang hinter dem siegreichen Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer 80, der von Maro Engel, Luca Stolz, Fabian Schiller und Maxime Martin pilotiert wurde. Ebenfalls in den Top 10: Porsche-Pilot Ricardo Feller. Der gebürtige Aargauer wurde mit seinem Team Lionspeed Gesamtsechster. Markenkollege Alex Fontana landete auf Rang 14. Vorjahressieger Raffaele Marciello (BMW) und Ex-DTM-Pilot Fabio Scherer (Ford Mustang) zählten zu den prominentesten Ausfallopfern. Zu den weiteren Schweizern, die es in ihren Klassen aufs Podium schafften, zählen: Marc Schöni (Zweiter SP7) und Marco Grilli (Dritter BMW 325i).
Anders als in Berlin haben die Schweizer Formel-E-Piloten beim Doubleheader in Monaco etwas kleinere Brötchen backen müssen. Edoardo Mortara büsste seinen zweiten Tabellenrang ein und musste sich im Fürstentum mit den Plätzen 17 und 5 (trotz Unfall und Zehn-Sekunden-Strafe) zufrieden geben. Mit 25 Punkten Rückstand auf den neuen Gesamtführenden Mitch Evans hat der Genfer bei noch sieben ausstehenden Rennen aber immer noch sehr gute Titelchancen. Auch für Nico Müller war Monte Carlo nicht das beste Pflaster. Der Sieger von Berlin kollidierte im ersten Rennen am Samstag ausgerechnet mit seinem Teamkollegen Pascal Wehrlein und schlitzte diesem einen Reifen auf. Im zweiten Rennen, dem 100. von Porsche in der Formel E, wurde der Berner Sechster. Auch Sébastien Buemi punktete nur in einem der beiden Rennen – als Fünfter. Der Monaco-Rekordsieger (drei Mal hat Buemi schon gewonnen) machte in diesem Rennen insgesamt 13 Positionen gut.
Einen Sieg durfte am Wochenende Alexander Fach jr. feiern. Der Schwyzer belegte am zweiten Rennweekend der GT Open in Spa-Francorchamps den vierten Gesamtrang und gewann damit die ProAm-Wertung zusammen mit seinem Teamkollegen Alexander Schwarzer für das Team Fach Auto Tech. Auch der zweite Porsche aus dem Hause Fach stand ganz oben: Das Duo Joel Monegro Reyes/Lucas Wolf gewannen die AM-Klasse. Yannick Mettler/Dexter Müller standen in der ProAM auf der Pole-Position, schieden nach einem Dreher von Müller aufgrund der Folgeschäden aber aus.
Zwei Podestplätze gab es auch beim ersten Rennen zum Renault Twingo Cup in Grobnik/Kroatien für Thomas Schmid. Der ehemalige Schweizer Junioren-Meister am Berg und bei der Rallye wurde am Auftakt-Wochenende zwei Mal Dritter. Zweitbester Schweizer war Dylan Stebler mit den Plätzen 5 und 8.
Dass Reto Meisel auf der internationale Bühne Berg-Erfolge feiert, kennen wir. Was aber Victor Darbellay am Wochenende in Vallecamonica schaffte, ist wahrlich eine Sensation!
Was für grossartige Auslanderfolge für Schweizer Bergrennfahrer! In Portugal errang Reto Meisel bei der Rampa da Falperra in Braga sieben Tage nach Spanien seinen zweiten Saisonsieg. In beiden Rennläufen verbesserte der Aargauer im Mercedes SLK340 seinen eigenen Tourenwagenrekord von 2019 deutlich von 2:04,715 auf nun 2:01,919 min.
Schneller als Meisel waren nur die fünf Sportwagenpiloten aus der Klasse P1. Der Tagessieg ging an den Spanier Joseba Iraola 0,26 sec vor Petr Trinka (im eiligst reparierten Nova nach dem unverschuldeten Unfall in Fito) und 0,32 sec vor Christian Merli. Alexander Hin musste sich mit Respektabstand von über sechs Sekunden nur knapp dem mit Problemen hadernden Kevin Petit geschlagen geben.
Den Vogel schoss jedoch ein anderer Schweizer in Italien ab. Beim Auftakt zur Super Salita in Vallecamonica auf der 8,5 km Strecke von Malegno nach Borno war nur Multichampion Simone Faggioli im Nova Proto V8 schneller als Victor Darbellay – und dies mit einem 1170er-Turbomotor inmitten einer Horde der stärksten Italiener. Man darf ruhig von einer Sensation sprechen. Den Grundstein legte er im ersten Lauf mit der zweitbesten Zeit. Obwohl im allgemein etwas langsameren zweiten Rennlauf vier Leute schneller waren als Darbellay, reichte es bei seinem vierten Start hier zum überraschenden zweiten Gesamtrang.
Keine Frage, dass ihm dies Bewunderung von allen Seiten eintrug. «Ich kann es kaum glauben», strahlte Darbellay. «In Italien Zweiter zu werden hinter Faggioli ist wie ein Sieg. Ja, dies ist mein bisher grösster Erfolg.» Kleine Randnotiz: 1989 war Papa Philippe Darbellay mit einem Lucchini-BMW der erste Nicht-Italiener überhaupt, der es in die Top 5 des seit 1964 zum 55. Mal ausgetragenen und mehrmals zur EM zählenden Rennens (zuletzt 2024) in die Top 5 geschafft hatte. Bravo! Die Jurassier Jean-Jacques Maitre (2. Klasse-2000 hinter Darbellay) und Fabien Bouduban belegten bei den Rennsportwagen die Ränge 23 und 24.
Text: Peter Wyss
In der Schweizer Slalom-Meisterschaft hat Christian Bralla in Bure mit seinem sechsten Klassensieg im sechsten Rennen einen grossen Schritt in Richtung Titelgewinn gemacht. Der Tagessieg ging zum ersten Mal überhaupt an Ursanne Salomon im Formel-3-Dallara.
Roland Bossy darf stolz sein. Vor den Augen des ehemaligen Besitzers hat Ursanne Salomon mit seinem frisch erworbenen Formel-3-Dallara bei seinem Heimrennen in Bure (JU) am gestrigen Sonntag seinen ersten Tagessieg erzielt. Und das in seinem erst achten Slalom. Salomon hat 2025 in Bière sein Debüt gegeben. Dieses Jahr hat er sich auf die Slaloms konzentriert, die auch zur Schweizer Junioren-Meisterschaft zählen. Soll heissen: Frauenfeld, Ambri 1 und 2 sowie eben Bure. Nach dem ersten Durchgang lag der Jurassier mit einer Zeit von 2:34,528 min in Führung. Im zweiten Lauf steigerte er sich um fast fünf Sekunden und stanzte mit 2:29,741 min die Tagesbestzeit in den holprigen Belag auf dem Armeegelände in Bure. «Ich wende seit Beginn dieses Jahres eine bestimmte Technik an: Im ersten Lauf fahre ich ruhig, um mir die Punkte in der Junioren-Meisterschaft zu sichern, und im zweiten Lauf lasse ich dann die Zügel schleifen, wenn ich nichts mehr zu verlieren habe.»
Mit dieser Taktik bezwang er in Bure auch Lionel Ryter, der in dieser Saison schon drei Slaloms gewonnen hat. Dem Junioren-Meister von 2025 lief es nicht nach Plan. Schon vor dem Wochenende hatte er Ärger mit seinem Motor. Genauer gesagt mit den Einspritzdüsen seines Triebwerks. «Zum Glück hat das mein Motorentuner RPM unter der Woche lösen können», sagt Ryter. Im ersten Lauf erwischte der Walliser dann auf der langen Waldgeraden eine Pylone. «Ich hatte mitten auf dem Visier ein totes Insekt. Als ich es versuchte von Hand weg zu machen, wurde die Sicht noch schlimmer und ich erwischte ein Hütchen. Im zweiten Lauf hat man dann, gerade als ich angebraust kam, eine Pylone, die von jemandem vor mir umgefahren wurde, wieder aufgestellt. Logisch, dass ich in dem Moment verlangsamen musste.» Weil Ryter seinen Formel Renault danach nicht in den Parc fermé stellte, wurde er disqualifiziert.
Hinter Salomon sicherten sich gleich drei weitere Piloten aus der Ecurie des Ordons, dem Veranstalter des Slaloms in Bure, die Plätze 2 bis 4 – angefangen mit Jimmy Froidevaux auf seinem Norma M20. Platz 3 ging an Joffrey Salomon, den älteren Bruder von Ursanne. Vierter wurde mit nur zwei Zehntelsekunden Rückstand aufs Podium Anthony Gurba (beide auf einem Formel Renault 2.0). Auch die Plätze 5 und 6 gingen an zwei junge Formel-Piloten: Samuel Métroz liess es als Fünfter mit seinem kleinen Formel Arcobaleno wieder einmal gehörig fliegen. Sechster wurde Nolan Vuilleumier auf seinem ebenfalls frisch erworbenen Formel Renault.
Bester Tourenwagenpilot – und damit kommen wir zur Meisterschafts-Vorentscheidung – war in Bure Christian Bralla auf seinem Fiat X1/9. Der Tessiner lag nach dem ersten Durchgang in 2:50,541 min mehr als zwei Sekunden hinter Ludovic Monnier, seinem direkten Klassengegner in der E1 bis 2 Liter, zurück. Dass der 48-Jährige aus Vaglio aber ein verdienter Slalom-Meister wäre, bewies er im zweiten Lauf. In 2:46,660 min fuhr er nicht nur die schnellste Tourenwagenzeit am gestrigen Sonntag, Bralla war im Vergleich zu seinem ersten Durchgang auch fast vier (!) Sekunden schneller. «Ich hatte für den zweiten Lauf die Stossdämpfer verstellt und neue Reifen aufgezogen», meint Bralla. «Trotzdem war es ein hartes Stück Arbeit. Ludovic ist sehr gut gefahren und ich musste mein Bestes geben.» Für Bralla, der nach sechs Siegen mit dem Punktemaximum vom Leaderthron grüsst, steht nun auch definitiv fest: «Ja, ich werde nach Chamblon kommen – und auch dort versuchen, zu gewinnen.» Monnier unterstrich in seinem schneeweissen VW Golf mit Platz 2 insgesamt und in seiner Klasse seinen Aufwärtstrend. «Ich komme mit dem Ex-Auto von Danny Krieg immer besser zurecht. Leider habe ich im zweiten Lauf ein Tor ausgelassen.» Ohne dieses Malheur wäre es sicher sehr spannend geworden. Monniers Zeit, die wegen des Torfehlers gestrichen wurde, betrug 2:45,5 min…
Platz 3 bei den Tourenwagen und damit bester Interswiss-Pilot war Lokalmatador Arnaud Donzé. Auch für ihn war es kein leichtes Rennen. Vor dem Start zum ersten Lauf ist ihm an seinem VW Golf die Drosselklappenwelle kaputt gegangen. Donzé hatte also nur einen Lauf, um sich gegen Dauerrivale Stephan Burri im VW Scirocco zu behaupten. Doch auch dieser erwischte in Bure nicht sein bestes Wochenende. Auch er hatte nach dem ersten Lauf und dem Auslassen eines Tores einen Nuller stehen. Im zweiten Heat verpasste er Donzés Bestzeit um 1,2 Sekunden, war damit aber immer noch schneller als die beiden besten Porsches von Christoph Zwahlen (Gesamt-12.) und Pierre Mürner (13.). Für Porsche-Pilot Matthias Bischofberger war schon nach dem ersten Trainingslauf Feierabend. Der junge Thurgauer musste mit einem Schaden am Differenzial frühzeitig aufladen. Nicht gewertet wurde auch «Speedmaster». Bei seinem ersten Auftritt (in der Schweiz) mit dem von Romeo Nüssli erworbenen Ford Escort Cosworth stellte auch der Berner sein Fahrzeug am Ende nicht im Parc fermé ab. «Mir ging es darum, das Auto für die bevorstehende Bergsaison vorzubereiten», sagt «Speedmaster». «Bure war also quasi ein Funktionstest.» Die Zeit im ersten Lauf hätte sich sehen lassen können: 2:46,2 min. «Aber man hat mir eine Pylone aufgeschrieben. Wo ich diese getroffen habe, weiss ich nicht. Ist auch egal: Ich habe an der Übersetzung arbeiten können und hatte Spass mit dem neuen Auto, das sich im Vergleich mit dem Ianniello-Lancia sehr viel loyaler und agiler benimmt.»
Einen Dämpfer im Kampf um das Gesamtpodium erlitt in Bure Christophe Maréchal. Im ersten Lauf drehte sich der BMW-Kutscher nach der Zielkurve, im zweiten Durchgang erhielt er eine Strafe wegen einer umgeworfenen Pylone. Mit Blick auf das Saisonfinale in Chamblon am 21. Juni bedeutet das: Hinter Bralla können sich noch mehrere Fahrer Hoffnungen auf einen Platz auf dem Podium machen. Stand heute liegt Christophe Oulevay nach einem neuerlichen Klassensieg auf Platz 2, Vorjahres-Champion Alessandro Grispino ist Dritter, Maréchal Vierter und Samuel Weibel, Vorjahresdritter, ist Fünfter.
Im Suzuki Swiss Racing Cup, der am Samstag ausgetragen wurde, setzte sich Reto Steiner durch. Für einmal waren es nicht Hundertstel- oder Tausendstelsekunden, die über Sieg und Niederlage entschieden. Mit 0,8 Sekunden Vorsprung fuhr Steiner den bisher grössten Vorsprung in dieser Saison hinaus. Platz 2 ging an Vorjahresmeister Rico Thomann, Dritter wurde Michaël Béring. Schnellster LOC-Pilot war mit Abstand Pierre Mürner auf seinem Porsche GT3 992.2 – vor den beiden BMW-Piloten Julien Roulet und Roger Büeler, die ebenfalls Zeiten unter drei Minuten fuhren.
Alle Klassensieger von Bure im Überblick: Samuel Weibel (Subaru BRZ, SuperSérie bis 2000 cm3), Emeric Betticher (Toyota Yris GR, SuperSérie über 2000 cm3), Pierre Mürner (Porsche 992 GT3, SuperSérie Compétition bis 4000 cm3), Hanspeter Thöni (Peugeot 106, PSA Transition Trophy Gr. N), Max Langenegger (Peugeot 208, PSA Transition Trophy Gr. Rally4), Ramon Hänggi (PSA Transition Trophy Gr. A), Alain Terrier (Skoda Fabia, A/ISA/R2 bis 2000 cm3), Mathias Guélat (Citroën Saxo, E1 bis 1600 cm3), Christian Bralla (Fiat X1/9, E1 bis 2000 cm3), Steven Chiquita (BMW E30, E1 bis 2500 cm3), Mickaël Ducommun (Peugeot 308 Cup, E1 bis 3000 cm3), Vanessa Zenklusen (Subaru Impreza Type R, E1 bis 3500 cm3), Christoph Zwahlen (Porsche 911, E1 über 3500 cm3), Mario Schöpfer (VW Golf, IS bis 1400 cm3), Christophe Oulevay (VW Scirocco, IS bis 1600 cm3), Arnaud Donzé (VW Golf, IS bis 2000 cm3), Rolf Burri (Opel Kadett C, IS über 2000 cm3), Arnaud Biaggi (Opel Kadett C GT/E, Historic bis 2000 cm3), Michaël Rollat (Spire GT3, E2-SC bis 1400 cm3), Jimmy Froidevaux (Norma M20, E2-SC bis 2000 cm3), Samuel Métroz (Formel Arcobaleno, E2-SS bis 1400 cm3), Ursanne Salomon (Dallara F3, E2-SS bis 2000 cm3).
Und so geht es weiter:
20./21. Juni, Chamblon
Ein Update zur Junioren-Meisterschaft folgt im Laufe der Woche.
Zahlreiche Schweizer Rennfahrer und Rennfahrerinnen nehmen regelmässig auch an historischen Rennen im Ausland teil. So zum Beispiel bei den Legends of Le Mans oder dem Jim Clark Revival – beide Veranstaltungen fanden am vergangenen Wochenende statt.
Die Anzahl der historischen Rennen, die international von Bedeutung sind, nimmt – gefühlt – Jahr für Jahr zu. Da wir auf motorsport.ch nicht über jede «Meisterschaft» berichten können, picken wir an dieser Stelle das vergangene Wochenende heraus. Gleich an zwei geschichtsträchtigen Orten wurde historischer Motorsport der Extraklasse geboten. In Spa waren am Rahmen der Langstrecken-WM die Legens of Le Mans unterwegs. Mit Michel Frey, dem Vater von Enea Frey, und Marcel Aebi sind dort zwei Schweizer unterwegs. Und das erfolgreich. Frey hat im ersten der beiden Rennen auf einem Lola B07/18 von 2007 den zweiten Platz belegt. Im zweiten Rennen hatte Frey gar Chancen auf den Sieg, drehte sich jedoch. Nach einer grossartigen Aufholjagd belegte er noch den sechsten Platz in der Gesamtwertung sowie den dritten Platz in der LMP1-Wertung. Teamkollege Aebi, Vierter im ersten Lauf, war beim zweiten Durchgang nicht am Start. Die Legends of Le Mans tragen insgesamt vier Rennen aus. Spa war Durchgang 2; der Saisonhöhepunkt findet dann vom 2.-5. Juli bei der Le Mans Classic statt.
Auch in Hockenheim war am vergangenen Wochenende Action angesagt. Die «ADAC Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival» hielt auch bei ihrer 21. Auflage alles, was sich Rennsportfans von einer der bedeutendsten Classic-Veranstaltungen Europas versprochen haben. Bei bestem Frühlingswetter strömten rund 46’000 Besucher an den drei Veranstaltungstagen zum Hockenheimring Baden-Württemberg, um sich dem Zauber vergangener Rennsporttage hinzugeben. Mehr als 500 Teilnehmende boten Classic-Rennsport der Extraklasse. Darunter auch einige Schweizer. So zum Beispiel Thomas Zeltner, der in einem Rennen der BossGP Zweiter wurde. Oder Michael Kammermann, der auf seinem BMW M1 Procar im DRM Revival im ersten Rennen Platz 2 hinter Peter Mücke belegte und in der «Golden Ära» Platz 5 im BMW E36 STW erzielte. Im Golden Ära Classic Cup gab es im zweiten Rennen sogar ein rein schweizerisches Podest: mit Sieger Thomas Zellweger vor Marcel Müller und Sandro Morros (alle auf Porsche). Morrros’ Teamkollege Jannis Jeremias war tags zuvor in seinem Porsche 911 GT3 Cup bereits Zweiter geworden.
Am kommenden Wochenende (16./17. Mai) findet in der Bure (JU) der vorletzte Lauf zur Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026 statt. Die besten Karten mit Blick auf den Titel hat der Tessiner Christian Bralla. In trockenen Tüchern ist die Angelegenheit aber noch nicht.
Bei allen bisherigen Slaloms in dieser Saison war Christian Bralla (48) in der E1 bis 2 Liter Klassenbester. Zwei Mal (am Sonntag in Bière und am Samstag in Ambri) war er gar der schnellste Tourenwagenpilot. Holt er in Bure und in Chamblon nochmals je einen «Zwanziger», ist ihm sein erster Slalom-Titel zu 99,9 Prozent nicht mehr zu nehmen. Doch Bralla hat nicht nur gute Erinnerungen an die mit 5,3 Kilometer längste Slalom-Strecke im Schweizer Kalender. 2023 bei seinem ersten Rennen in Bure wurde Bralla nach Torfehlern in beiden Läufen nur Siebter. Besser lief es ihm 2024. In 2:45,7 min stellte Bralla die Tagesbestzeit bei den Tourenwagen auf. Im Vorjahr verzichtete der Fahrer des Fiat X1/9 auf das Rennen im Jura. Man darf also gespannt sein, wie es ihm diesmal läuft.
Ebenfalls mit dem Punktemaximum reist Vorjahresmeister Alessandro Grispino an. Allerdings fährt der 25-jährige Schwyzer nicht wie bisher in der Gruppe A/ISA/R2/R3, sondern in der Interswiss bis 2 Liter. «Ich fahre in Bure mit dem grauen Renault Clio, den ich im vergangenen Jahr in Hemberg und Oberhallau eingesetzt habe», erklärt Grispino. «Diese Entscheidung habe ich unabhängig von der Meisterschaft gefällt, weil ich noch ein paar Bergrennen fahren möchte. Und das geht nur, wenn ich das Auto vorher teste.» Da in Grispinos eigentlicher Gruppe für Bure nur drei Teilnehmende eingeschrieben sind, hätte der Slalom-Champion von 2025 am Sonntag eh nur halbe Punkte machen können. Schneidet er in der IS bis 2 Liter besser als Rang 4 ab, könnte er vielleicht sogar noch mehr Zähler holen. Aber das wird bei der dortigen Konkurrenz a) schwer und b) «habe ich immer betont, dass ich nicht auf die Meisterschaft schaue».
Zurücklehnen kann sich Bralla aber dennoch nicht. Mit Christophe Maréchal lauert ein schneller BMW-Fahrer auf seine Chance. Der 33-Jährige Waadtländer hat nur fünf Punkte Rückstand auf das Führungsduo. Vier Mal war Maréchal in der E1 bis 3 Liter schon schnellster. Nur in Frauenfeld musste er sich mit Platz 2 hinter Hermann Bollhalder im Opel Speedster begnügen. Seinen stärksten Klassengegner Tom Huwiler hat Maréchal bisher im Griff. Dieser wird in Bure und in Chamblon auch fehlen. Gefahr droht aber von den etwas leistungsschwächeren BMW’s – allen voran von Steven Chiquita und Hugo Mascaro, die, wenn es um die Punkte geht, in derselben Division erfasst werden. Damit die beiden Junioren Maréchal ein Bein stellen könnten, müssten sie am Sonntag aber über sich hinauswachsen. Denn ausgerechnet in Bure ist Leistung gefragt. Und davon hat Maréchal zwischen 80 und 100 PS mehr. Im Gegenzug ist der BMW von ihm auch etwa um 80 bis 100 Kilogramm schwerer. Es wird also eine spannende Angelegenheit werden.
Zurück ins Rennen um einen Platz auf dem Gesamtpodium könnte sich am Wochenende auch Lionel Ryter bringen. In Abwesenheit von Rekordtagessieger Philip Egli ist er in Ambri zu zwei weiteren Tagessiegen gefahren. Und weil Egli auch in Bure fehlt, gilt Ryter als Favorit auf Platz 1 im SCRATCH. Wie man in Bure gewinnt – das weiss Ryter. Im Vorjahr siegte er dank einem sensationell starken zweiten Rennlauf. Die grösste Konkurrenz für Ryter dürfte wie schon in Ambri der Jurassier Ursanne Salomon sein. Für ihn ist die Strecke nicht neu. Und dennoch wird es für ihn nicht einfach werden, denn im Vorjahr war Salomon noch mit einem Formel Renault unterwegs. Diesmal fährt er mit seinem von Roland Bossy erworbenen Formel-3-Dallara.
Nochmals zurück zu den Tourenwagen: Da könnte es um den «Tagessieg» knapper werden. Neben Christian Bralla stehen mit Christoph Zwahlen (Porsche 911), Matthias Bischofberger (Porsche 997 GT3 Cup), Dino Wintsch (Porsche 911) und Martin Bürki alias «Speedmaster» im Ex-Nüssli-Ford-Escort-Cosworth vier weitere heisse Eisen am Start.
Der Trainingsbetrieb in Bure wird am Samstag ab 7.15 Uhr aufgenommen, wobei der erste Tag für die LOCalen Teilnehmenden (inkl. Suzuki Swiss Racing Cup) reserviert ist. Am Sonntag stehen dann ab 7.30 Uhr mehrheitlich die NATionalen Wettbewerbe an. Der erste Rennlauf beginnt um 13.30 Uhr. Die Siegerehrung ist um 19.00 Uhr geplant. Der Eintritt ist frei. Verpflegungsmöglichkeiten gibt es auf Platz.
Termine Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026
18./19. April, Frauenfeld
25. April, Bière 1
26. April, Bière 2
2. Mai, Ambri 1
3. Mai, Ambri 2
16./17. Mai, Bure
20./21. Juni, Chamblon
Nach jahrelangen Diskussionen ist es endlich soweit: Gemäss Bundesrat sind Rundstreckenrennen in der Schweiz ab dem 1. Juli 2026 unter bestimmten Auflagen wieder zugelassen.
2022 hat der Ständerat nach jahrelangem Hin und Her die Vorlage zur Überarbeitung des Strassenverkehrsgesetztes mit 27:15 Stimmen gutgeheissen. Nun, fast vier Jahre später, wurden auch die Detailregelungen in der Verkehrsregelverordnung angepasst. Das bedeutet: Gemäss Bundesrat sind Rundstreckenrennen in der Schweiz ab dem 1. Juli 2026 unter bestimmten Auflagen wieder zugelassen. Die entsprechende Bewilligungen liegen bei den Kantonen, welche insbesondere die Sicherheitsstandards sowie die Anforderungen des Umweltschutzes zu berücksichtigen haben.
Den ersten Versuch, das Rundstreckenverbot in der Schweiz aufzuheben, nahm im Jahr 2003 Alt-Nationalrat Ulrich Giezendanner. Seine parlamentarische Initiative scheiterte aber am Veto des Ständerats. Das Thema beschäftigte aber weiter. 2010 war es dann Alt-Nationalrat Walter Wobmann, der einen zweiten Anlauf. In der parlamentarischen Initiative «Aufhebung des Verbots von Rundstreckenrennen in der Schweiz» verlangte er, das Strassenverkehrsgesetz so anzupassen, dass das Verbot öffentlicher Rundstreckenrennen mit Motorfahrzeugen wieder erlaubt sei.
In seiner Begründung hielt Wobmann damals fest, dass sich sowohl die Sicherheitsmassnahmen im Allgemeinen wie auch die Technologie der Fahrzeuge massiv verbessert habe. Ausserdem fügte er an, dass das Verbot zur Folge habe, dass Schweizer Motorsportler für Trainings- und Rennzwecke jährlich Tausende Kilometer zurücklegen müssen, weil die Schweiz keine eigene Rundstrecke besitzt. Aber auch Kurse zur Förderung der Fahrzeugbeherrschung oder Testfahrten mit speziellen Auto- bzw. Motorradmodellen, welche sich nur auf einer vollwertigen Rennstrecke durchführen lassen, müssen im umliegenden Ausland durchgeführt werden. Dies sei, so Wobmann damals, neben der Diskriminierung einer Sportart und ihrer Zehntausenden von einheimischen Fans sowohl ökologisch wie auch volkwirtschaftlich ein Unsinn.
Zum geschichtlichen Hintergrund: Das Verbot für Rundstreckenrennen in der Schweiz ist nach dem schweren Le-Mans-Unfall 1955, bei dem 84 Menschen starben, in Kraft getreten. Für die Rennen der Formel E in Zürich 2018 und Bern 2019 wurden Sondergenehmigungen gesprochen. Auch andere Staaten hatten schon ähnliche Verbote in ihrer Verfassung. In Norwegen beispielsweise galt nach einem Unfall bei einer Rallye ein Verbot für selbige von 1972 bis 1984. Auch Israel kannte ein Verbot von Rundstreckenrennen. Allerdings erst in den 1990er-Jahren. Dieses ist 2011 gefallen. Und auch der Freistaat Preussen hatte 1929 nach schweren Unfällen ein Verbot eingeführt. Dieses wurde aber schon im Jahr darauf wieder gelockert.
Wie immer informieren wir Sie an dieser Stelle auch über die Schweizer Bergrennfahrer, die international im Einsatz standen: So zum Beispiel dieses Wochenende mit einem weitern Sieg von Reto Meisel in Spanien.
Reto Meisel errang mit seinem Mercedes SLK340 Judd beim zweiten Lauf zur Berg-EM in Spanien, der Subida al Fito, den Sieg in der Gruppe 1. EM-Auftaktsieger Ronnie Bratschi (er startet mit tschechischer Lizenz) schied im ersten Rennlauf auf stellenweise feuchter Bahn durch einen Unfall mit seinem Mitsubishi aus. Somit führt Meisel nach zwei EM-Läufen das Klassement in der EM-Gruppe 1 an, er ist auch am nächsten Sonntag auf seiner Lieblingsstrecke in Falperra in Portugal der Favorit auf den Sieg.
Schnellster Tourenwagenpilot in Spanien war der Einheimische Javier Villa auf einem BRC 110T, einer spanischen Konstruktion mit Alpine-Silhouette und Honda-Turbomotor, mit der er in der Gruppe 2 eingeteilt ist. Der Tagessieg ging wie in Österreich an Titelverteidiger Christian Merli auf einem Nova Proto NP01 mit Cosworth-V8-Saugmotor von Heini Mader aus Gland (VD). Der gleich motorisierte Deutsche Alexander Hin sorgte mit beherzter Fahrt im ersten Rennlauf für einen Doppelsieg des Südtiroler Teams. Wegen eines Unwetters am späteren Nachmittag wurde kein dritter Rennlauf mehr ausgetragen.
Text: Peter Wyss
Das vergangene Weekend stand ganz im Zeichen vom zweiten Podestplatz Raffaele Marciellos in der WEC. Aber es gab noch einen anderen grossen Schweizer Triumph zu feiern: im Kartsport – dank Alexis Genolet.
Für einmal fangen wir beim Weekend-Report mit dem Kartsport an. Und das hat seinen guten Grund. Der Genfer Alexis Genolet hat beim Saisonauftakt der FIA Academy Trophy in Valencia (ESP) bei den Senioren nicht nur sensationell die Pole-Position geholt und zwei der drei Vorläufe gewonnen, der Zweitplatzierte des Young Drivers Projekts von 2025 hat auch im Finale souverän mit einem Start-Ziel-Sieg triumphiert. Und das mit mehr als sechs Sekunden Vorsprung! «Ein fantastisches Wochenende, an dem einfach alles perfekt gepasst hat», meinte Genolet. «Ein riesiges Dankeschön an meine Familie, mein Team und alle, die mich unterstützen.» Um die Chancengleichheit zu wahren werden bei der FIA Academy Trophy die Motoren an einem Wochenende immer wieder unter den Fahrern getauscht. Vier Mal hat Genolet einen anderen Motor bekommen – am Speed und der Konstanz des jungen Genfers, der auch dieses Jahr Teil des YDP von Auto Sport Schweiz ist, hat das aber nichts geändert.
Parallel zur Academy wurde in Valencia auch ein Lauf zur FIA-Europameisterschaft ausgetragen. Bester Schweizer war in der Kat. OK Dan Allemann als Fünfter im Finale. Leider erhielt er nachträglich eine Strafe wegen Nichtbeachten der Tracklimits, was ihn auf Rang 15 zurückwarf. Bei den Junioren hielt Albert Tamm die Schweizer Flagge hoch. Leider bekam auch er eine Fünf-Sekunden-Strafe und wurde 18.
Kommen wir zu den Profis: Beim 6-Stunden-Klassiker der WEC in Spa-Francorchamps (BEL) haben nicht die starken Alpine und auch nicht Polesetter Peugeot gewonnen. Bei der Generalprobe zu den 24 Stunden von Le Mans sicherte sich BMW beim Heimspiel für das Einsatzteam WRT einen Doppelsieg – mit Raffaele Marciello auf Rang 2. Für Sébastien Buemi endete das Rennen nach dem Sieg in Imola auf einem enttäuschenden zehnten Rang, nachdem der Toyota mit der #8 eine Stunde vor Schluss zurückgefallen, weil sie kurz zuvor gestoppt hatte und alle anderen unter VSC reinkamen. Auch Louis Delétraz kämpfte im Cadillac gegen Rennende mit stumpfen Waffen und wurde Neunter. In der LMGT3 ging der Sieg an den mit Schweizer Lizenz fahrenden Marvin Kirchhöfer aus Luzern. Thomas Flohr wurde in derselben Klasse 15.
Auch beim Auftakt der italienischen Formel-4-Meisterschaft in Misano (ITA) gab es Schweizer Podestplätze. Zumindest bei den Rookies. Florentin Hattemer (Trident Racing) wurde in den Vorläufen zwei Mal Zweiter. Levi Arn (Jenzer Motorsport) war im zweiten Pre-Heat Dritter und im Finale Vierter. Der dritte Schweizer im Bunde, Georgiy Zasov, verpasste die Finalqualifikation. Einen super Job machte auch der Däne David Walther. Er fuhr im Finale für Maffi Racing auf Platz 3 im Gesamtklassement.
In der britischen Formel 4 gab es für Chiara Bättig beim zweiten Rennen in Brands Hatch (GBR) die Plätze 17, 20 und 6. Das erste Rennen musste Bättig nach einem technischen Defekt im Qualifying von ganz hinten in Angriff nehmen.
Zwei Podestplätze gab es auch für Kevin Gilardoni. Der vielen von der Rally del Ticino bekannte Bünder erzielte bei der Super Trofeo Lamborghini in Imola (ITA) die Plätze 2 und 3.
Die Geschäftsstelle von Auto Sport Schweiz wird in den kommenden Tagen wie folgt zu erreichen sein:
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Auto Sport Schweiz
Die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft ist um einen im Motorsport sehr berühmten Namen reicher. Gestatten – Kimi Prost, Sohn von Nicolas Prost und Enkel von Formel-1-Legende Alain Prost.
Ob Fittipaldi, Schumacher, Räikkönen oder Prost – viele berühmte Namen im Motorsport leben weiter. Im letztgenannten Beispiel ist mit Kimi Prost bereits die dritte Generation am Fahren. Gerade mal zehn Jahre jung ist der Sohn von Nicolas Prost (44) respektive der Enkel des viermaligen Formel-1-Weltmeisters Alain Prost (71). Im Vorjahr verdiente er sich seine ersten Sporen in der VEGA Trofeo. In diesem Jahr bestreitet er erneut die VEGA und parallel dazu absolviert er die komplette Saison der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft. Und das bereits sehr erfolgreich: Nach den ersten beiden Rennen liegt Prost jr. bei den Super Minis auf dem dritten Zwischenrang.
Noch erfolgreicher war Kimi eine Woche nach dem Rennen der SM beim ersten Lauf zur IAME Series Italy wieder in Franciacorta. Dort hat der Spirit-Pilot seinen ersten internationalen Sieg errungen – ganz zum Stolz seines Vaters respektive Grossvaters. «Mein Vater ist zwar immer noch ziemlich distanziert», sagt Nico Prost, «aber er verfolgt das Geschehen aufmerksam, gibt Ratschläge und hat sich sehr gefreut, dass Kimi gewonnen hat.»
Angefangen hat Kimi Prost mit ca. vier Jahren auf der Kartbahn in Vuiteboeuf (VD). Damit hat er schon jetzt um ein Vielfaches mehr Erfahrung im Kartsport als sein Vater. Der ist nämlich – abgesehen von ein paar Rennen zur SM 1994 – kaum Kart gefahren, dafür aber als Spätzünder (mit 21 Jahren) nahezu direkt in den Formelsport eingestiegen. Dort hat Nico u.a. an der Seite von Sébastien Buemi in der Formel E gewonnen, war Klassensieger in Le Mans und hat es sogar zum Formel-1-Testfahrer geschafft.
Übrigens: Der Name Kimi ist nicht ganz zufällig gewählt. «Ich mochte den Vornamen Kimi schon immer», erklärt der Vater, «aber Räikkönen fand ich halt auch schon immer sympathisch.» Nimmt man den Bruder von Kimi dazu, steht einer Karriere der beiden Brüder eigentlich nichts mehr im Weg. Der Zweitgeborene ist fünf Jahre jünger, sass auch schon im Kart und heisst Mika…
Zwei verschiedene Sieger im GT3 Cup, ein weiterhin ungeschlagener Dragos Buriu in der Open GT und ein unerwarteter Ausgang des Langstrecken-Wettbewerbs: Das zweite Rennwochenende des Porsche Sports Cup Suisse in Monza bot einmal mehr spannenden Motorsport.
Nach seinen beiden souveränen Siegen in Portimão im Rahmen des ersten Rennwochenendes des Porsche Sports Cup Suisse traf Jack Sherwood in Monza auf harte Konkurrenz: Felix Neuhofer wollte einen weiteren Durchmarsch des Briten verhindern. Gleich im ersten Rennen mit den 510 PS starken Porsche 911 GT3 Cup der Generation 992.1, konnte der Österreicher die Führung in der Startrunde an sich reissen. Dies wollte Pole-Position-Mann Sherwood so nicht gelten lassen und kämpfte sich in der zwölften Runde wieder an die Spitze. Sechs weitere Umläufe später überquerte er die Ziellinie mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,9 Sekunden. Auch im zweiten Lauf sah es für den aus Lancashire stammenden Engländer gut aus: Neuhofer musste von der fünften statt der zweiten Position starten, da er Reifen getauscht hatte. Dies schien den Porsche-Routinier jedoch besonders zu beflügeln. Aus der ersten Runde kehrte er als Dritter zurück, in Umlauf zwei tauchte er bereits in Sherwoods Rückspiegel auf und in der vierten Runde lag er vorn. Am Ende betrug sein Abstand mehr als drei Sekunden.
Über Platz 3 durfte sich in beiden Rennen Gregor Burkard freuen – obwohl der Schweizer jeweils von der siebten Position gestartet war. Im ersten Lauf musste der Sportec-Chef zunächst Christian Caramuscia und Moritz Weber überholen, bevor auch Peter Hegglin an der Reihe war. Das zweite Rennen beendete Burkard mit einem satten Vorsprung von über 18 Sekunden vor Caramuscia.
In der Klasse 10, reserviert für Teilnehmer mit dem 500 PS starken Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport, konzentrierte sich das Renngeschehen auf das Duell zwischen David Dias aus der Schweiz und dem Deutschen Marcel Clausen. Es endete in beiden Fällen mit dem ersten Platz für Dias. Den Gesamtsieg in den beiden Rennen der Gruppe Open GT sicherte sich wie zuvor beim Saisonauftakt im portugiesischen Portimão Dragos Buriu. Das zweistündige Langstreckenrennen, das auch im Königlichen Park von Monza wieder das Wochenende des Porsche Sports Cup Suisse abrundete, ging an Levin Gelf und Jannes Fittje.
Er zählt definitiv zu den Leuten, die die Rallye du Valais zu dem gemacht haben, was sie heute ist: Pierre-Antoine Gschwend. Am Sonntag, 26. April, ist der ehemalige Präsident und Rennleiter der legendärsten Rallye in der Schweiz im Alter von 81 Jahren verstorben.
Gschwend trat 1976 erstmals als Rennleiter der Rallye du Valais in Erscheinung. Genauer gesagt der Rallye du Vin. Denn so hiess die Rallye bis 1985. Das weinlastige Image der Veranstaltung passte Anfang der Achtzigerjahre nicht mehr ins Bild. Vor allem passte es nicht zu den europäischen Ambitionen ihres neuen Chefs, der einst als Beifahrer erste Rallye-Luft schnupperte. Gschwend war aber auch sonst dem Automobil- und insbesondere dem Rallyesport verbunden – so unter anderem als FIA-Beobachter. Als mehrfacher Teilnehmer der Rallye du Condroz pflegte Gschwend ausserdem gute Beziehungen nach Belgien. Dieser intensive Austausch machte sich auch bei der Rallye du Valais bemerkbar, die er bis 1992 leitete.
Mit Gschwend trat der gesellige Aspekt der Rallye du Vin immer mehr in den Hintergrund und machte Platz für eine rein sportliche Rallye, die schnell in internationale Meisterschaften aufgenommen wurde. So schaffte es Gschwend und sein Team, die Rallye du Vin 1979 in den Kalender der Rallye-Europameisterschaft aufzunehmen. Immer wieder zog die Rallye du Vin/Valais – auch wegen Gschwend – berühmte Namen wie Per Eklund, Jean Ragnotti oder Sepp Haider an.
Einer, der ihm nahe stand, war der ehemalige Rallye-Pilot Philippe Roux. «Ich hatte das Glück, Pierre-Antoine kennenzulernen, als ich noch in der Schweizer Ski-Nationalmannschaft war. Bei meinen beiden Siegen im Wallis 1978 und 1988 war er Präsident der Veranstaltung. Pierre-Antoine war eine wahrhaft einzigartige Persönlichkeit und ein echter Chef der Rallye. Ich schulde ihm grossen Respekt und natürlich eine tiefe Freundschaft.»
Auto Sport Schweiz spricht Familienangehörigen und Freunden von Pierre-Antoine Gschwend sein tief empfundenes Beileid aus.
Was für ein Weekend für die Schweizer Rennfahrer! Drei Siege in drei international hoch angesehenen Meisterschaften – Gratulation an Nico Müller, Ricardo Feller und Grégoire Saucy.
Die Schweiz ist ein kleines Land. Und in Sachen Motorsport sind wir nicht mit Frankreich, Grossbritannien oder Deutschland zu vergleichen. Was unsere Schweizer Rennfahrer Wochenende für Wochenende in internationalen Rennserien abliefern, verdient jedoch Respekt! Am vergangenen Weekend gab es gleich drei Schweizer Siege zu feiern. Einer davon durfte Nico Müller feiern. Im 69. Anlauf gewann der Berner sein erstes Formel-E-Rennen. «Ich bin unglaublich erleichtert und extrem dankbar für diesen Sieg. So richtig begriffen habe ich das Ganze noch nicht – gerade an so einem besonderen Wochenende. Hier in Berlin möchte man die Fans stolz machen und auch die Geschichte der ‹Pink-Pig-Livery› weiterschreiben. Dass uns das heute auf diese Weise gelungen ist, macht mich sehr stolz.»
Auf dem Gelände des früheren Flughafens Tempelhof startete Müller von Platz 6 in das 39 Runden lange Pit-Boost-Rennen. Nach seinem Pflichtboxenstopp nutzte er seinen Energievorteil gegenüber den Konkurrenten, aktivierte als Erster seinen Attack Mode, übernahm die Führung und setzte sich in der Folge ab. Im Ziel betrug sein Vorsprung knapp fünf Sekunden. Im zweiten Rennen landete Müller nach einer Kollision im Kampf um Platz 5 auf dem 13. Rang. Auch die beiden anderen Schweizer punkteten in Berlin. Edoardo Mortara belegte die Plätze 4 und 7 und führte das Gesamtklassement nach dem ersten Rennen sogar an. Sébastien Buemi wurde im ersten Rennen Zwölfter, im zweiten Durchgang Vierter. Alle drei Schweizer liegen in der Gesamtwertung in den Top 10. Weiter geht’s mit der Formel-E-WM am 16./17. Mai mit einem Doubleheader in Monaco.
Für ein weiteres Highlight aus Schweizer Sicht sorgte Grégoire Saucy in der ELMS. Der Jurassier hatte mit seinem Team United Autosports bereits beim Saisonauftakt in Barcelona mit Rang 3 auf sich aufmerksam gemacht. Beim zweiten Rennen in Le Castellet lief es noch besser. Saucy sicherte sich nicht nur den Gesamtsieg in der LMP2, dank dem Punktemaximum in Südfrankreich liegt der ehemalige Formel-3-Pilot nun auch in der Meisterschaft nach zwei von sechs Rennen ganz vorne. Und das trotz eines Drehers seines Teamkollegen Ben Hanley in der Schlussphase des Rennens. Ebenfalls top: das Team Kessel Racing. Die Tessiner gewannen mit der #57 das Rennen der LMGT3.
Der dritte Schweizer Sieger am Wochenende war Ricardo Feller. Der Porsche-Pilot aus dem Team Lionspeed GP war schon im ersten Rennen der GT World Challenge in Brands Hatch flott unterwegs. Ein Lenkungsproblem nach dem Boxenstopp zwang das Team aber leider zur Aufgabe. Im zweiten Rennen liess Feller und sein Teamkollege, der Däne Bastian Buus, nichts anbrennen. Souverän gewann das Duo den zweiten Lauf zur diesjährigen Sprint-Meisterschaft. Der beste Ferrari von Emil Frey Racing landete auf Platz 5. «Wir haben das Team in zwei Jahren aufgebaut und sind dieses Jahr neu in die Pro-Klasse eingestiegen», verrät Feller. «Dass wir gleich am ersten Rennwochenende zwei Mal auf der Pole stehen und das zweite Rennen nach viel Pech im ersten Lauf gewinnen, ist natürlich grossartig.»
Nicht ganz so erfolgreich verlief es unseren Schweizer Kollegen in den USA. Beim IMSA-Rennen in Laguna Seca wurde Cadillac-Werkspilot Louis Delétraz Zehnter. Philip Ellis beendete das Rennen, das ganz im Zeichen des am Samstag verstorbenen Italieners Alex Zanardi stand, auf Rang 5.
Zum Kartsport: Auch hier gab es am Wochenende zwei Erfolgsmeldungen. Zoltan Coigny sicherte sich bei der IAME Italy in Lonato die Pole-Position und beide Siege in den Vorläufen. Weil jedoch eine Schraube an der hinteren Stossstange gebrochen war, wurde er disqualifiziert und musste im Finale von Position 10 ins Rennen gehen. Dieses beendete der Fahrer aus dem Team Spirit Racing auf Rang 2. Noch besser machte es Iven Ammann beim ROK Cup Italy in Franciacorta. Dort gewann der Thurgauer aus dem Team Innovate Competition mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,007 Sekunden das Finale.
Beim Bergrennen Eschdorf in Luxemburg waren am vergangenen Wochenenden auch einige Schweizer im Einsatz. Nach einem tragischen Unfall am Sonntagmorgen wurde die Veranstaltung aber vorzeitig abgebrochen.
Mit Trauer statt Trophäen kehrten die Teilnehmer vom 34. European Hill Race in Eschdorf (LUX) nach Hause, darunter ein gutes Dutzend Schweizer. Im Verlauf des ersten Rennlaufs am Sonntagmorgen kam der bekannte belgische Porsche-Pilot Loic Cordier von der Strecke ab und erfasste dabei auch Streckenposten. Leider kam dabei eine 48-jährige Frau ums Leben, der Fahrer selbst und ein weiterer Marschall erlitten Verletzungen. Bis zum Abbruch der Veranstaltung waren 70 der 132 im Training klassierten Fahrer aus sieben Nationen im Ziel. Fabien Houlmann (Peugeot 205) und Andreas Helm (VW Polo) führten ihre Pf-Gruppen zu diesem Zeitpunkt an.
Gesamtschnellster im Training war der zweifache Schweizer Bergmeister Robin Faustini vor dem Franzosen Sébastien Petit (beide Nova NP01 Emap Turbo) und den zwei weiteren Eidgenossen Michel Zemp im Norma-Helftec-Turbo (1. E2-SC-2000) und Marcel Steiner im Nova NP01-Helftec-Turbo). Für die Schweizer war das beliebte Rennen in Luxemburg ein willkommenes Training unter Wettbewerbsbedingungen vor dem Start zur Nationalen Meisterschaft am 6./7. Juni in Hemberg. Auto Sport Schweiz entbietet den Hinterbliebenen ihre aufrichtige Anteilnahme und wünscht allen weiteren Betroffenen viel Kraft bei der Bewältigung der Folgen dieses Unglücks.
Text: Peter Wyss
Im Kampf um die Schweizer Slalom-Meisterschaft sind nach dem Doppelrennen in Ambri noch zwei Fahrer verlustpunktefrei. Die Tagessiege im Tessin gingen an Lionel Ryter – allerdings knapper als erwartet.
Kurz vor dem ersten Rennlauf am Samstag meinte Christophe Oulevay: «In einer halben Stunde ist das mit der weissen Weste für mich gelaufen. Werner Rohr ist hier stärker als ich. Die Chancen auf den Slalom-Titel sind für mich dahin.» Oulevay sollte recht behalten. In der IS bis 1,6 Liter war der VW-Scirocco-Pilot an beiden Renntagen langsamer als Rohr auf seinem Toyota Corolla AE 86. Am Samstag fehlten 0,58, am Sonntag 0,32 Sekunden. Natürlich hat Oulevay noch immer theoretische Chancen. Doch die Vergangenheit hat gezeigt: Am Ende der Saison gewinnt in der Regel der Fahrer die Meisterschaft, der verlustpunktefrei geblieben ist. Der letzte Schweizer Slalom-Meister, der nicht auf das Punktemaximum gekommen ist, war Martin Bürki. Das ist aber schon ein Weilchen her. 2016 fehlten ihm, um am Ende eine weisse Weste zu haben, fünf Zähler – zum Titel reichte es ihm trotzdem.
2026 sind nach fünf von sieben Rennen noch zwei Fahrer auf Kurs: Christian Bralla auf seinem Fiat X1/9 und Vorjahresmeister Alessandro Grispino auf seinem Renault Clio R3. Beide haben in Ambri ihre Klassen souverän gewonnen, wobei Bralla am Samstag in 1:32,84 min als Gesamtvierter obendrauf der schnellste Tourenwagenfahrer war. Am Sonntag – auf der schneller gesteckten Strecke – musste sich der Lokalmatador den beiden Porsche-Piloten Dino Wintsch und Mathias Bischofberger geschlagen geben. Für Wintsch war es nach Frauenfeld der zweite Gesamtsieg bei den Tourenwagen. Auch er wurde (wie Bralla am Vortag) Gesamtvierter.
Schneller als die beiden schnellsten Tourenwagen waren im auf 1000 Meter hoch gelegenen Ambri nur die drei Formel-Piloten Lionel Ryter (Formel Renault), Ursanne Salomon (Formel 3) und Tiziano Riva (Formel 3000). Dass Ryter, der bereits in Bière einen Tagessieg 2026 verbuchen konnte, die Nummer 1 sein würde, war abzusehen. Ohne Dauerrivale Philip Egli fehlte ganz an der Spitze die Referenz. Doch die beiden Siege im Tessin sind dem jungen Walliser nicht in den Schoss gefallen. Ryter hatte schon vor der Saison darauf hingewiesen, dass er punkto Reifen ziemlich ausgeschossen sei. «Ich bin in Sachen Gummi am Limit», meinte Ryter, der inzwischen auch schon bei sieben Slalom-Tagessiegen liegt. «Meine Vorderreifen von Ambri hatten 220 Kilometer drauf…» Dazu kam ein kleiner Blechschaden am Sonntagmorgen. «Im ersten Trainingslauf habe ich mir den Frontflügel an einer Pylone abgefahren. Aber das konnten wir zum Glück in zwei Minuten reparieren, sodass ich sogar zum zweiten Durchgang starten konnte.»
Am Samstag betrug der Vorsprung von Ryter 1,53 Sekunden auf Salomon. Am Sonntag war er 1,6 Sekunden schneller. Der Jurassier kommt mit dem ehemaligen Formel 3 von Roland Bossy immer besser zurecht. «Es geht sicher noch schneller», meinte er nach dem ersten Renntag, «aber ich bin zufrieden mit meiner Leistung.» Auf Platz 3 im SCRATCH landete Ambri-Spezialist Riva auf seinem Reynard 92D. Am Sonntag fehlten dem 58-jährigen Tessiner 0,16 Sekunden auf Salomon. Mit Nolan Vuilleumier und Anthony Gurba (beide auf Formel Renault) landeten noch zwei weitere junge Nachwuchspiloten in Ambri in den Top 10.
Apropos Top 10: In der tauchte am Samstag auch Bruno Sawatzki auf. Der Schweizer Tourenwagen-Meister von 2023 und 2024 hat den Slalom in Ambri als Trainingsfahrt im Hinblick auf die Berg-Meisterschaft genutzt und war am Samstag mit seinem Porsche 991.1 schnellster Interswiss-Pilot. Dass er sich im zweiten Lauf nicht steigern konnte, lag an den Reifen. «Die Yokohamas haben hier deutlich besser funktioniert als die Michelins.» Hinter Sawatzki, der in der IS über 3 Liter startete, gewann Stephan Burri am Samstag in seinem VW Scirocco die 2-Liter-Konkurrenz. Am Sonntag war Marco Geering im Opel Kadett der schnellste IS-ler. Sawatzki hatte seinen Porsche schon am Samstagnachmittag nach zwei Läufen wieder aufgeladen – «Ich habe genug Erkenntnisse gesammelt». Burri hatte schon am ersten Renntag merkwürdige Geräusche aus dem Motorenumfeld wahrgenommen. «Irgendetwas läuft nicht rund», meinte der gebürtige Berner und verzichtete auf weitere Experimente am Sonntag.
Schlimmer traf es Ex-Slalom-Champion Martin Oliver Bürki im zweiten Trainingslauf am Sonntagmorgen. Nach einem kleinen Fahrfehler ausgangs der Zielschikane landete MOB in der Leitplanke. «Ich habe die Lenkung etwas zu früh aufgemacht und dann kam schon der Gegenschwenker.» Ob wir den wunderschön aufgebauten BMW 320iS in dieser Saison nochmals sehen werden? Im Moment sieht es nicht danach aus. Immerhin: Der Fahrer ist abgesehen von einem «Ziehen im Nacken» wohlauf.
Einen starken Eindruck hinterliess in Ambri Jannis Jeremias. Der Seeländer hat im Tessin zum zweiten Mal nach Bière seinem frisch erstandenen Honda-TCR von der Leine gelassen. Samstag wie Sonntag schaffte er es jeweils in die Top 15. Auf einen Routinier wie Christoph Zwahlen im Porsche 911, der ohne Zweifel weiss, wo sich das Gaspedal befindet, hat Jannis an beiden Tagen nur jeweils zwei Sekunden verloren.
Im Renault Classic Cup meldete sich am Samstag Thomas Zürcher mit seinem ersten Saisonsieg vor Beat Rohr und René Schnidrig zurück. Am Sonntag hätte der Serienmeister abermals auf dem Podium stehen können, doch Zürcher touchierte in beiden Rennläufen eine Pylone. So sicherte sich der neue Gesamtführende Rohr seinen zweiten Sieg im RCC – vor Marc Beyeler und Schnidrig.
Im Suzuki Swiss Racing Cup setzte sich Patrick Flammer gleich zwei Mal durch. Wie üblich war es auch diesmal wieder sehr eng. Am Samstag betrug der Vorsprung auf den Zweitplatzierten Rico Thomann 0,23 Sekunden, am Sonntag war Reto Steiner mit 0,32 Sekunden Zweiter.
Bei den LOCalen Rennen war Mario Hedinger auf seinem Lotus Exige S am Samstag in 1:38,12 min der schnellste Pilot. Am Sonntag war die Reihe an einem Elektroauto! Noa Schmid gewann auf seinem Tesla Model 3 in 1:35,28 min.
Alle Klassensieger von Ambri im Überblick – Samstag: Samuel Weibel (Subaru BRZ, SuperSérie bis 2000 cm3), Pierre Mürner (Porsche 992 GT3, SuperSérie Compétition über 2000 cm3), Hanspeter Thöni (Peugeot 106, PSA Transition Trophy Gr. N), Roland Schmid (Peugeot 208, PSA Transition Trophy Gr. Rally4), Ramon Hänggi (PSA Transition Trophy Gr. A), Alessandro Grispino (Renault Clio R3, A/ISA/R2 bis 2000 cm3), Thomas Zürcher (Renault Clio RS III, RCC), Jannis Jeremias (Honda Civic, TCR), Ludovic Ecabert (Citroën Saxo, E1 bis 1400 cm3), Hans Peter Eller (Opel Kadett C Coupé, E1 bis 1600 cm3), Christian Bralla (Fiat X1/9, E1 bis 2000 cm3), Steven Chiquita (BMW E30, E1 bis 2500 cm3), Christophe Maréchal (BMW E30, E1 bis 3000 cm3), Mario Bertocchi (BMW E36, E1 bis 3500 cm3), Dino Wintsch (Porsche 911, E1 über 3500 cm3), Stephan Moser (Toyota Yaris, IS bis 1400 cm3), Werner Rohr (Toyota Corolla AE 86, IS bis 1600 cm3), Stephan Burri (VW Scirocco, IS bis 2000 cm3), Michael Zbinden (Opel Kadett GT/E, IS bis 2500 cm3), Bruno Sawatzki (Porsche 991.1, IS über 3000 cm3), Markus Brander (March F2, Historic bis 1600 cm3), Lionel Ryter (Formel Renault, E2-SS bis 2000 cm3), Tiziano Riva (Reynard 92D, E2-SS über 2000 cm3).
Sonntag: Samuel Weibel (Subaru BRZ, SuperSérie bis 2000 cm3), Pierre Mürner (Porsche 992 GT3, SuperSérie Compétition über 2000 cm3), Adrian Gerber (Citroën Saxo VTS, PSA Transition Trophy Gr. N), Max Langenegger (Peugeot 208, PSA Transition Trophy Gr. Rally4), Ramon Hänggi (PSA Transition Trophy Gr. A), Alessandro Grispino (Renault Clio R3, A/ISA/R2 bis 2000 cm3), Beat Rohr (Renault Clio RS III, RCC), Jannis Jeremias (Honda Civic, TCR), Ludovic Ecabert (Citroën Saxo, E1 bis 1400 cm3), Peter Eggimann (Peugeot 106, E1 bis 1600 cm3), Christian Bralla (Fiat X1/9, E1 bis 2000 cm3), Steven Chiquita (BMW E30, E1 bis 2500 cm3), Christophe Maréchal (BMW E30, E1 bis 3000 cm3), Mario Bertocchi (BMW E36, E1 bis 3500 cm3), Dino Wintsch (Porsche 911, E1 über 3500 cm3), Stephan Moser (Toyota Yaris, IS bis 1400 cm3), Werner Rohr (Toyota Corolla AE 86, IS bis 1600 cm3), Marco Geering (Opel Kadett C GT/E, IS bis 2000 cm3), Michael Zbinden (Opel Kadett GT/E, IS bis 2500 cm3), Vanessa Zenklusen (Subaru Impreza Type R, IS über 3000 cm3), Markus Brander (March F2, Historic bis 1600 cm3), Lionel Ryter (Formel Renault, E2-SS bis 2000 cm3), Tiziano Riva (Reynard 92D, E2-SS über 2000 cm3).
Und so geht es weiter:
16./17. Mai, Bure
20./21. Juni, Chamblon
Der Slalom von Bière war erst sein drittes Autorennen. Dennoch hat Remo Fischer mit seinem frisch aufgebauten Ford Escort Cosworth schon einmal eine Duftmarke gesetzt. Sein Ziel für dieses Jahr: die komplette Schweizer Berg-Meisterschaft bestreiten.
Fast aus dem Nichts war am vergangenen Samstag Remo Fischer (41) der schnellste Tourenwagenfahrer beim Slalom von Bière. Selbst er staunte über seine Fabelzeit im zweiten Lauf.
Du bist nach Dino Wintsch der zweite Tourenwagenfahrer, der dieses Jahr bei einem Slalom mit der Tagesbestzeit überrascht. Hast du das erwartet?
Remo Fischer: Nein, ganz und gar nicht. Erst recht, weil ich am Morgen noch gar nicht auf Touren kam.
Du bist noch nicht lange dabei, oder?
Nein, ich habe letztes Jahr in Oberhallau mein erstes Rennen bestritten. Danach wollte ich eigentlich am Gurnigel starten, aber weil in Oberhallau die Radnabe kaputt ging, konnte ich erst wieder in Les Paccots fahren. In Frauenfeld hatte ich wiederum technische Probleme und musste aufladen. Der Slalom in Bière war also erst mein drittes Autorennnen.
Du bist zuvor gar nie gefahren?
Doch, ich bin bis 30 Kart gefahren. Dann musste ich aufhören, weil ich mir eine Rippe fünf Mal gebrochen habe. Der Arzt hatte mir gesagt, ich müsse mein Hobby wechseln. Also meinte ich: «Dann fahre ich halt Bergrennen!»
Warum ausgerechnet Bergrennen?
Ich muss zugeben: Bis 18 wusste ich gar nicht, dass wir in der Schweiz Bergrennen haben. Aber dann sah ich ein Video von Autos, die flammenspeiend den Berg hoch gefahren sind. Da wollte ich das auch.
Seit wann bist du dieses Auto am Aufbauen?
Das ist der zweite «Cossie», den ich aufgebaut habe. Den ersten habe ich nach den Regeln des Performance factors konstruiert. Aber dann wurden die Regeln angepasst und viel Arbeit war umsonst. Dann habe ich einen zweiten Cossie gekauft, das Auto von Werner Hofer – und für dieses konnte ich viele Teile, die ich bereits fürs erste Auto gemacht habe, verwenden.
Front- und Heckspoiler fallen durch ihre Grösse ins Auge.
Ja, ich konnte lange nicht fahren, habe aber immer weitergebaut… Ich bin auch noch nicht fertig. Der Unterboden ist noch original. Da kommt auch was Eigenes. Die ganze Technik stammt aus Österreich – von Gabat Tuning.
Der Slalom in Bière war für dich nur ein Training.
Ja, das stimmt. Mein Fokus liegt ganz klar auf den Bergrennen. Und da will ich dieses Jahr die komplette Saison bestreiten.
Mit welchem Ziel?
Auto und Strecken kennenlernen. Ich kenne bisher ja nur Oberhallau und Les Paccots.
Am Wochenende finden in Ambri die Läufe 4 und 5 der diesjährigen Schweizer Slalom-Meisterschaft statt. Die besten Karten – mit Blick auf den Titel – haben Christian Bralla (Fiat X1/9), Christophe Oulevay (VW Scirocco) und Alessandro Grispino (Renault Clio R3).
Es geht Schlag auf Schlag. Am kommenden Wochenende finden auf dem Flugplatz in Ambri bereits die Läufe 4 und 5 zur diesjährigen Schweizer Slalom-Meisterschaft statt. Nur noch vier Fahrer haben nach den Slaloms in Frauenfeld und Bière noch eine weisse Weste:
Christian Bralla, Vaglio, E1/Fiat X1/9
Alessandro Grispino, Steinen, ISA/Renault Clio
Andreas Helm, Otelfingen, IS/VW Polo
Christophe Oulevay, Chavornay, IS/VW Scirocco
Einer davon hat sich im Kampf um den Titel vor Ambri aus dem Rennen genommen: Andreas Helm wird bei den beiden Läufen im Tessin fehlen. Der VW-Polo-Pilot aus Otelfingen (ZH) wird am Wochenende beim Bergrennen in Eschdorf (LUX) antreten. Läuft also alles auf ein Dreikampf zwischen Lokalmatador Christian Bralla, Scirocco-Pilot Christophe Oulevay und Vorjahresmeister Alessandro Grispino hinaus? Letzterer hatte vor der Saison noch gemeint, dass er aus schulischen Gründen wohl kaum die ganze Slalom-Saison bestreiten kann. Das sieht – Stand heute – besser aus. Fakt ist: Kämen am Ende alle auf das Punktemaximum, dann hat Bralla die besten Karten, weil er jeweils am meisten Konkurrenten hat. Aber das werden wir dann beim Finale in Chamblon am 21. Juni noch früh genug sehen.
Auch bei den Junioren stehen noch vier Fahrer ohne Verlustpunkte da. Auch dort ist also Spannung angesagt.
Steven Chiquita, Orbe, E1/BMW E30
Alessandro Grispino, Steinen, ISA/Renault Clio
Ursanne Salomon, Fregiécourt, E2-SS/Dallara Formel 3
Mario Schöpfer, Escholzmatt, IS/VW Polo
Organisiert wird der Automobilslalom in Ambri von der Equipe Bernoise – und das bereits zum 16. Mal. Zum fünften Mal werden in der Leventina am Samstag und am Sonntag Punkte vergeben. Den ersten Doppellauf gab es 2021. Beide Rennen werden in dieselbe Richtung ausgetragen – mit je 55 Toren. Samstag und Sonntag sind aber auf der Geraden Richtung Gotthard nicht identisch «ausgeflaggt».
Los geht es am Samstagmorgen ab 8.30 Uhr mit den ersten Besichtigungs- und Trainingsläufen. Ab 14.20 Uhr geht es mit dem Rennbetrieb los. Am Sonntag wird ebenfalls ab 8.30 trainiert. Der erste Rennlauf findet um 14.25 Uhr statt. Weitere Infos findet man unter diesem Link.
Thomas Amweg wird dieses Jahr keine Schweizer Berg-Meisterschaft bestreiten. Das hat der Aargauer eineinhalb Monate vor dem Saisonstart in Hemberg bestätigt. Amweg konzentriert sich dieses Jahr auf historische Berg- und Demo-Veranstaltungen.
Schade, kann man nur sagen. Aber aufgeschoben, ist nicht aufgehoben. Thomas Amweg wird in diesem Jahr kürzer treten. Der 41-jährige Familienvater aus Ammerswil im Kanton Aargau macht eine Pause. «Ich werde dieses Jahr keine Rennen zur Schweizer Meisterschaft bestreiten», sagt der Vorjahresvierte.
Gründe dafür gibt es gleich mehrere. Der zentralteste ist der finanzielle Aufwand. Und die Tatsache, dass der Nova Proto, den Amweg 2025 bewegte, nicht ihm gehört. «Ich bin nicht gratis gefahren. Ich musste mich an der Finanzierung beteiligen; quasi als Miete – und überhaupt ist alles teurer geworden», sagt Amweg. «Weil das Auto nicht mir gehörte, kann ich das auf diesem Niveau nicht mehr verantworten. Ich möchte mich an dieser Stelle aber bedanken – vor allem bei ‹Phimmo Racing›. Ohne deren Unterstützung hätte ich vieles, was ich bisher im Motorsport erlebt habe, nicht erleben können. Es gab zahlreiche unvergessliche Momente. Ich erinnere da nur an die Möglichkeit, die mir geboten wurde, als ich den ehemaligen Formel-1-March von Jo Siffert fahren durfte.»
Auf die letzten Jahre zurückblickend meint Amweg: «Manchmal kam ich mir vor wie Fernando Alonso: Oft sass ich zum falschen Zeitpunkt im richtigen Auto…» 2025 war für Amweg ein besonders ärgerliches Jahr. Technische Probleme bremsten ihn in Reitnau und am Gurnigel ein und sorgten dafür, dass er beim Finale in Les Paccots gar nicht mehr fahren konnte. «Ohne diese Probleme hatte mich eigentlich nur einer fest im Griff: Robin Faustini. Und in La Roche war Joël Volluz schneller. Hätte ich nicht so viele Schwierigkeiten gehabt, wäre ich sicher Zweiter geworden.»
Die Entscheidung, eine Pause einzulegen, bedeutet jedoch keineswegs einen Rückzug aus dem Motorsport. Im Gegenteil: Amweg wird in diesem Jahr bei ausgewählten historischen Rennen mit dem Eigenbau-Fahrzeug am Start stehen – so u.a. in der Lenzerheide, in Arosa und bei der Bernina Classic. «Und wenn wir die Ersatzteile rechtzeitig kriegen, sind wir auch beim GP Mutschellen am 3. Mai dabei.»
Und wie gesagt: Aufgeschoben, ist nicht aufgehoben. Amwegs Blick richtet sich bereits nach vorne: Für die Saison 2027 sind neue Ideen und möglicherweise ein spannendes Projekt in Planung. «Ziel ist es, gestärkt und mit frischer Motivation in den aktiven Bergrennsport zurückzukehren und erneut ambitionierte Ziele zu verfolgen», so der Gurnigel-Sieger von 2019 und Streckenrekordhalter in Arosa respektive Bernina.
Gestern Dienstag fand im Rahmen des Young Drivers Projekts ein Sim-Racing-Abend statt. Gefahren wurde simultan im Simcenter in Lyss (BE) und im Züriring in Dietikon (ZH).
Elf Fahrer haben sich gestern Dienstag aufgeteilt auf die Simcentern in Lyss und in Dietikon sportlich gemessen. Und hätte man ihnen nach 22 Uhr nicht irgendwann den Saft abgedreht – sie wären vermutlich immer noch am Fahren… Super viel Spass habe es gemacht, meinte Gianluca Bogo, einer der Fahrer, stellvertretend für seine Kollegen.
Gefahren wurden zwei freie Trainings, ein Qualifying und ein 25-minütiges Rennen. Sinn der Übung war in erster Linie das Kennenlernen der Strecke von Bresse in Frankreich. Auf dieser wird am 25. August im Rahmen des YDP ein Formel-4-Test mit Jenzer Motorsport ausgetragen. Für einige war die Strecke und der F4-Tatuus neu, andere haben am Simulator und in Echt schon 2025 Erfahrungen gesammelt. Einer davon, Neil Russell, hat seine Erfahrung dann auch souverän ausgespielt und durfte sich – standesgemäss mit Lorbeerkranz – als Sieger feiern lassen. Ob Zufall oder nicht – Platz 2 ging an seinen UBIQ-Teamkollegen Damiano Laneve, der zum ersten Mal beim YDP dabei ist. Dritter wurde Raul Martinez, der wie Russell schon 2025 einen sehr soliden Eindruck im Formel 4 hinterlassen hat; sei es im Simulator und in Echt. Die schnellste Rennrunde ging in 1:17,424 min nach Lyss an Alexis Genolet, dem Vorjahreszweiten des Programms. Der Genfer stiess aufgrund schulischer Verpflichtungen etwas später dazu, stellte seine Qualitäten aber auch ohne Trainingseinheiten unter Beweis.
In Dietikon ging es nach dem offiziellen Teil noch weiter. Züriring-Inhaber Tom Mächler liess die Jungs noch ein zweites Rennen fahren: den Grand Prix von Zürich. Auch hier ging es ordentlich zur Sache, wobei sich Orlando Eisenreich die Pole-Position und Gianluca Bogo den Sieg sicherte. Letzterer fuhr nebenbei alle Session auf einem Full-Motion-Simulator. Wann bei ihm das Zittern am ganzen Körper aufhörte, entzieht sich unserer Kenntnis… «Ich spür’s auf jeden Fall ganz schön im Rücken», meinte Bogo.
Ein spezielles Dankeschön geht an dieser Stelle an die Crew im Züriring, David Emch von der Kartbahn Lyss und Stefan Frank von der RacingFuel Academy in Horgen. Ohne ihre Fähigkeiten wäre es nicht machbar gewesen, das Rennen simultan an zwei Orten gleichzeitig stattfinden zu lassen.
Das vergangene Wochenende stand aus Schweizer Sicht ganz im Zeichen des Auftaktsieges von Felix Hirsiger im ADAC GT Masters. Es gab aber noch weitere Schweizer Podestplätze.
Das ADAC GT Masters war für Schweizer Rennfahrer schon immer ein gutes Pflaster. Man denke da zurück an Patric Niederhauser, der 2019 die Gesamtwertung gewann. Ricardo Feller, der 2021 den Titel holte. Oder Alexander Fach jr., der in den vergangenen zwei Jahren in der ProAm-Wertung reüssierte. Am vergangenen Wochenende kam dank Felix Hirsiger ein weiterer solcher Meilenstein dazu. Der GT-Masters-Neuling gewann beim Auftaktrennen am Red Bull Ring (AUT) nicht nur auf Anhieb in einem Herzschlagfinale sein erstes Rennen, mit Platz 3 im zweiten Lauf hat der Lamborghini-Pilot auch gleich die Meisterschaftsführung übernommen. Aus Schweizer Sicht lief es im ersten Rennen sogar noch besser: Alain Valente sicherte sich auf einem Ford Mustang Rang 3. Im zweiten Lauf wurde er Neunter. «Die Leistungsunterschiede zwischen den Autos machen das Überholen nicht einfacher. Im Mittelsektor ist der Lamborghini etwas stärker, in den anderen beiden der Ford», erklärte Hirsiger. «Mir war klar, ich muss mein Auto richtig managen, um am Ende nochmal Druck aufzubauen. Das hat sehr gut funktioniert.» Am Sonntag nach dem zweiten Rennen meinte der ehemalige Trofeo-Pirelli-Europe-Sieger: «Jetzt, wo wir vorne sind, wollen wir die Tabellenführung natürlich nicht mehr abgeben…»
Nicht ganz so erfolgreich lief es den Schweizer Vertretern am selben Ort in der DTM. Ricardo Feller holte mit den Plätzen 9 und 12 einige Punkte. Dasselbe gilt für Emil Frey Racing: Beim Heimspiel der Partner BWT, Windhager und Red Bull gelang es dem Schweizer Team, mit beiden Ferrari 296 GT3 Evo an beiden Renntagen Punkte zu sammeln. Während es auf der Strecke phasenweise an Pace fehlte, überzeugte die Mannschaft insbesondere bei den Boxenstopps mit den schnellsten Zeiten im gesamten Feld.
Ein neues Abenteuer hat auch für Mike Müller begonnen. Der Fahrer aus dem Team Topcar hat in Oschersleben (GER) am ersten Rennwochenende des neuen VW Polo Cup die Plätze 3 und 5 an Land gezogen. Müller lag auch im zweiten Rennen lange auf Podestkurs. «Doch in der letzten Runde hat mein Auto angefangen zu hüpfen und ich musste noch zwei Positionen hergeben.»
Einen Schweizer Sieg gab es auch in der italienischen GT-Meisterschaft. BMW-Werksfahrer Raffaele Marciello gewann in Imola (ITA) zusammen mit Teamkollege Jens Klingmann den zweiten Lauf und führt die Meisterschaft an. Serien-Neuling Jasin Ferati holte bei seinem Debüt (ebenfalls auf BMW) als Fünfter des zweiten Rennens seine ersten acht Punkte.
Philip Egli und Lionel Ryter teilten sich beim Doppel-Slalom in Bière die Tagessiege. Bei den Tourenwagen gewann aus dem Nichts Remo Fischer am Samstag und Christian Bralla am Sonntag. Letzterer könnte ein heisser Anwärter auf den Schweizer Meistertitel im Slalom 2026 sein.
Der Doppel-Slalom von Bière (VD) am vergangenen Wochenende war beste Werbung für den Schweizer Motorsport. Abgesehen von ein paar Unterbrechungen, und die gehören halt einfach dazu, haben die Rennen oberhalb des Genfersees am Jurasüdfuss bei traumhaftem Frühlingswetter für viel Spektakel und haufenweise zufriedene Gesichter bei Fans und Teilnehmenden gesorgt.
Allein der Kampf um die beiden Tagessiege war das Eintrittsgeld wert. Am Samstag war es Philip Egli, der mit seinem insgesamt 59. Tagessieg die Zuschauer begeisterte. Nach dem ersten Rennlauf lag der gebürtige Glarner auf seinem Formel-3-Dallara noch mehr als eine Sekunde hinter Herausforderer Lionel Ryter zurück. Im zweiten Durchgang drehte Egli auf und fuhr in 2:21,58 min Bestzeit. Ryter, der nach ihm startete, konnte nicht mehr kontern. Im «Motodrom» ging an seinem Formel Renault 2.0 ein Bolzen der hinteren Radaufhängung kaputt. Mit 35 Hundertstelsekunden Vorsprung gewann Egli das zweite Duell dieses Jahres (nach Frauenfeld). Das dritte am Sonntag verlief genau umgekehrt. Diesmal lag Egli nach dem ersten Heat vorne; allerdings nur, weil Ryter eine Pylone touchierte und deswegen zehn Strafsekunden aufgebrummt bekam. Im zweiten Lauf musste also diesmal der Walliser liefern und die 2:18,21 min von Egli schlagen. Das gelang Ryter – in 2:17,19 min. Egli konnte seine Zeit aus dem ersten Lauf nicht mehr verbessern. Eine gebrochene Antriebswelle kurz vor dem Bahnübergang beendeten die Hoffnungen auf eine Zeitenverbesserung. «Ich hatte schon im Rechtsbogen nach dem Start keinen Vortrieb mehr», sagt Egli. «Dennoch hat dieses Wochenende und das Duell mit Lionel richtig Spass gemacht. Das war wieder einmal pure Fahrfreude.» Zu einer Neuauflage dieses Zweikampfs wird es 2026 im Slalom leider nicht mehr kommen. Familienpapi Egli hat schon vor der Saison verlauten lassen, dass er dieses Jahr kürzer treten wird. «Ich werde erst wieder beim Bergrennen in Hemberg am Start stehen. Auf die restlichen Slaloms verzichte ich.»
Ein Blick auf die beiden SCRATCH-Ergebnisse von Bière zeigt, dass Ryter bei den verbleibenden Rennen sich nur selber schlagen kann. Der Drittplatzierte Antonino Scolari (Nova Proto) verlor am Samstag 14 Sekunden auf die Bestzeit, Etienne Aebischer (Ligier JS53) fehlten am Sonntag mehr als zehn Sekunden. Drittschnellster Formel-Pilot war an beiden Tagen Samuel Métroz. Was der 23-jährige Walliser aus seinem Formel Arcobaleno herauspresst, ist beeindruckend. Um ein Wörtchen um den Tagessieg mitzureden, bräuchte aber auch er ein noch schnelleres Auto.
Bei den Tourenwagen ist mehr Abwechslung im Spiel. Nach dem Überraschungssieg von Dino Wintsch in Frauenfeld war die Reihe in Bière am Samstag an Remo Fischer auf seinem Ford Escort Cosworth und am Sonntag an Christian Bralla auf seinem Fiat X1/9. Noch wichtiger als der Sieg bei den Tourenwagen war für Bralla der Triumph in seiner Klasse, der E1 bis 2 Liter. In dieser hat er in dieser Saison bisher alle Rennen gewonnen. Wie schon in Frauenfeld hatte er auch in Bière zwei Mal in Folge seinen grössten Konkurrenten Martin Oliver Bürki (BMW E30) bezwungen. Wobei dem Berner im ersten Lauf nur 0,62 sec auf Bralla fehlten. Bralla zählt damit neben Andreas Helm (VW Polo, IS bis 1400 cm3), Christope Oulevay (VW Scirocco, IS bis 1600 cm3) und Vorjahres-Champion Alessandro Grispino (Renault Clio R3, A/ISA/R2/R3) zu den vier Fahrern, die nach drei Rennen das Punktemaximum haben. Auf seiner Heimstrecke am kommenden Wochenende in Ambri könnte er die Saisonsiege 4 und 5 anhäufen. Damit wäre er ein heisser Kandidat auf den Titel. «Ich weiss aber noch nicht genau, ob ich beim Saisonfinale in Chamblon auch wirklich dabei bin», dämpft Bralla die Hoffnungen der Tessiner auf einen Schweizer Slalom-Meister.
Während Brallas Leistungen fast schon zur Tagesordnung gehören, war der erste Tourenwagen-Gesamtsieg von Fischer eine ähnlich grosse Überraschung wie jener von Wintsch in Frauenfeld, der in Bière nebenbei bemerkt seine Top-Darbietung vom Auftaktrennen bestätigte. «Ich habe selber nicht damit gerechnet», meinte der Schwyzer mit einem breiten Grinsen. Zwar lag Fischer schon nach dem ersten Durchgang vorne, dass er seine Bestzeit im zweiten Durchgang aber um mehr als zwei Sekunden verbesserte – damit hatte niemand gerechnet, erst recht, weil er auch den zweiten Trainingslauf sausen lassen musste. Der Triumph bei den Tourenwagen ist umso erstaunlicher, wenn man die Geschichte von Fischer kennt. Sein erstes Autorennen liegt noch nicht lange zurück – in Oberhallau 2025 debütierte er mit seinem «Monster-Turbo-Cossie». Danach fuhr er noch das Bergrennen in Les Paccots. In Frauenfeld konnte er aufgrund von technischen Problemen nicht starten. So gesehen war es also erst sein drittes Rennen! «Den Rest der Saison werde ich mich auf die Bergrennen konzentrieren», sagt Fischer. Die Top 3 der schnellsten Tourenwagen am Samstag rundeten Bralla und Bürki ab. Am Sonntag schafften es Vorjahressieger Christoph Zwahlen (Porsche GT3 Cup R) und Stephan Burri (VW Scirocco) auf die Plätze 2 und 3.
Apropos Burri: Der in den Thurgau «geflüchtete» Berner war am Sonntag als Gesamtzehnter schnellster Interswiss-Pilot und revanchierte sich für die «Niederlage» vom ersten Renntag. Am Samstag war es nämlich IS-Gesamtsieger Arnaud Donzé, der auf seinem VW Golf die Bestzeit aufstellte. Eine starke Leistung zeigte auch Marco Geering. Am Samstag war der Zürcher zweitschnellster IS-Pilot, am Sonntag reichte es dem immer spektakulär fahrenden Opel-Kutscher für Platz 3.
Beim Auftakt zum Renault Classic Cup gingen die Siege an Beat Rohr (Samstag), der seinen ersten Sieg im RCC feierte, und Marc Beyeler (Sonntag). RCC-Serienmeister Thomas Zürcher erwischte ein schwieriges Wochenende. Zwei umgefahrene Pylonen und eine kaputte Antriebswelle bremsten ihn ein.
Im Suzuki Swiss Racing Cup setzte sich zwei Mal Michaël Béring durch. Am Sonntag war der Vorsprung des Jurassiers auf den Zweitplatzierten Sandro Fehr mit 0,09 sec besonders knapp. Vorjahresmeister und Frauendfeld-Sieger Rico Thomann belegte die Plätze 4 und 3.
Bei den LOCalen Rennen war Roger Büeler auf seinem BMW M3 E46 am Samstag in 2:49,32 min der schnellste Pilot. Am Sonntag war die Reihe in 2:50,05 min an Jérémy Egli auf einem Mitsubishi Lancer Evo IX.
Alle Klassensieger von Bière im Überblick – Samstag: Samuel Weibel (Subaru BRZ, SuperSérie bis 2000 cm3), Pierre Mürner (Porsche 992 GT3, SuperSérie Compétition über 2000 cm3), Hanspeter Thöni (Peugeot 106, PSA Transition Trophy Gr. N), Max Langenegger (Peugeot 208, PSA Transition Trophy Gr. Rally4), Ramon Hänggi (PSA Transition Trophy Gr. A), Alessandro Grispino (Renault Clio R3, A/ISA/R2 bis 2000 cm3), Beat Rohr (Renault Clio III, RCC), Willy Waeber (Porsche SC, Historique über 2000 cm3), Jean-Romain Cretegny (Ford Escort RS2000, Historique classique), Jannis Jeremias (Honda Civic, TCR), Ludovic Ecabert (Citroën Saxo, E1 bis 1400 cm3), Luigi Roberto (Peugeot 106, E1 bis 1600 cm3), Christian Bralla (Fiat X1/9, E1 bis 2000 cm3), Steven Chiquita (BMW E30, E1 bis 2500 cm3), Christophe Maréchal (BMW E30, E1 bis 3000 cm3), Tobias Meier (Opel Astra, E1 bis 3500 cm3), Remo Fischer (Ford Escort Cosworth, E1 über 3500 cm3), Andreas Helm (VW Polo, IS bis 1400 cm3), Christophe Oulevay (VW Scirocco, IS bis 1600 cm3), Arnaud Donzé (VW Golf, IS bis 2000 cm3), Michael Zbinden (Opel Kadett GT/E, IS bis 2500 cm3), Vincent Caro (TracKing RC01b, Silhouette bis 1000 cm3), Michaël Rollat (Spire GT3, E2-SC bis 1400 cm3), Antonino Scolari (Nova Proto NP03, E2-SC bis 2000 cm3), Etienne Aebischer (Ligier JS53 Evo2 (E2-SC über 2000 cm3), Philip Egli (Dallara F393, E2-SS bis 2000 cm3).
Sonntag: Samuel Weibel (Subaru BRZ, SuperSérie bis 2000 cm3), Pierre Mürner (Porsche 992 GT3, SuperSérie Compétition über 2000 cm3), Hanspeter Thöni (Peugeot 106, PSA Transition Trophy Gr. N), Max Langenegger (Peugeot 208, PSA Transition Trophy Gr. Rally4), Ramon Hänggi (PSA Transition Trophy Gr. A), Alessandro Grispino (Renault Clio R3, A/ISA/R2 bis 2000 cm3), Marc Beyeler (Renault Clio RS3, RCC), Jean-Romain Cretegny (Ford Escort RS2000, Historique classique), Jannis Jeremias (Honda Civic, TCR), Ludovic Ecabert (Citroën Saxo, E1 bis 1400 cm3), Patrick Eggimann (Peugeot 106, E1 bis 1600 cm3), Christian Bralla (Fiat X1/9, E1 bis 2000 cm3), Allan Mathey (Opel Kadett C GT/E, E1 bis 2500 cm3), Christophe Maréchal (BMW E30, E1 bis 3000 cm3), Vanessa Zenklusen (Subaru Impreza Type R, E1 bis 3500 cm3), Christoph Zwahlen (Porsche GT3 Cup R, E1 über 3500 cm3), Andreas Helm (VW Polo, IS bis 1400 cm3), Christophe Oulevay (VW Scirocco, IS bis 1600 cm3), Stephan Burri (VW Scirocco, IS bis 2000 cm3), Urs Banz (Opel Ascona B, IS bis 2500 cm3), Michaël Rollat (Spire GT3, E2-SC bis 1400 cm3), Jesse Handschin (Norma M20FC, E2-SC bis 2000 cm3), Etienne Aebischer (Ligier JS53 Evo2 (E2-SC über 2000 cm3), Lionel Ryter (Formel Renault, E2-SS bis 2000 cm3).
Und so geht es weiter:
2. Mai, Ambri 1
3. Mai, Ambri 2
16./17. Mai, Bure
20./21. Juni, Chamblon
Am Wochenende standen einige Schweizer Bergrennfahrer im Ausland im Einsatz. Darunter Reto Meisel, «Speedmaster», Victor darbellay und Roland Bossy.
Gleich bei drei internationalen Bergrennen im Ausland waren Schweizer am vergangenen Wochenende erfolgreich mit von der Partie. Beim Grossen Bergpreis von Österreich, dem ersten Lauf zur Europa-Bergmeisterschaft 2026 am Rechberg in der Steiermark, gewann der mit tschechischer Lizenz startende Urner Ronnie Bratschi mit seinem Mitsubishi Evo 7 RS überlegen die FIA-Kategorie 1 vor dem Bulgaren Niki Zlatkov im Audi Quattro S1 (8,68 zur.) und Reto Meisel im Mercedes SLK340-Judd (+9,69).
Vorjahressieger Reto Meisel haderte auf der 4,44 km langen Strecke mit seinen gebrauchten Reifen («die neuen Reifen kamen nicht rechtzeitig»), hatte in manchen Passagen nicht das volle Vertrauen ins Auto und riskierte daher nicht sein letztes Hemd. Gegen die zwei stärksten Allrad-Turbomonster hätte der Vorjahressieger am Rechberg wohl auch mit neuen Gummis einen schweren Stand gehabt, kam aber wenigstens noch als Dritter aufs Podium.
Der Tagessieg ging an Titelverteidiger Christian Merli vor dem nach zwei Läufen nur um 34 Hundertstel zurückliegenden Vorjahressieger Kevin Petit aus Frankreich und den Tschechen Petr Trnka (alle Nova NP01). Der Jurassier Jean-Jacques Maître (17.) kam mit seinem Nova NP01-2 Honda 2.0 auf den vierten Rang in der Klasse Proto 2, war mit 5,6 Sekunden Rückstand aber weit weg vom Podium.
Einen Schweizer Gesamtsieg gab es beim Auftakt zur Deutschen Bergmeisterschaft auf dem Bergaufstück des legendären Schottenrings. Weil die Strecke nicht für Rennsportwagen zugelassen ist, waren nur geschlossene Fahrzeuge am Start. «Speedmaster» nutzte die vielen Trainings- und Rennläufe für erste Testfahrten unter Wettbewerbsbedingungen mit dem von Romeo Nüssli erstandenen und zu Hause in Kirchdorf überarbeiteten Ford Escort Cosworth. Der mehrfache Slalommeister und Bergpokalsieger wurde seiner Favoritenrolle gerecht und entschied das Gesamtklassement vor zwei Deutschen auf Porsche 911 GT3 für sich. Für «Speedmaster» war dies der erste Tagessieg unter Pseudonym und der erste seit dem Slalom Frauenfeld 2014 mit dem bekannt schnellen VW Polo.
Beim Bergrennen Abreschviller-Saint Quirin im Departement Moselle war Victor Darbellay als Siebter der schnellste Schweizer, war damit aber nur bedingt zufrieden. Der Gesamtsieg ging nämlich an seinen neuen Klassenkonkurrenten Marc Pernot, der den französischen Bergmeistertitel nun mit einem kleineren Nova Proto NP01 verteidigt, der wie Darbellay über einen 1175er-Turbomotor von Hartley verfügt. Damit liess Pernot erstmals sämtliche grossen Sportwagen hinter sich.
Beim ersten Start mit einem Tatuus T-318 mit Alpine-Turbomotor musste sich auch Roland Bossy mit dem 22. Gesamtrang und dem zweiten Platz in seiner Klasse begnügen. Zweifellos ist damit noch viel Luft nach oben. In der separaten Trophée des Nations für Fahrzeuge ausser FFSA-Konkurrenz holte Fabien Houlmann als Vierter von acht den Sieg bei den Tourenwagen. In der VHC-Bergmeisterschaft war Guillaume Mathez wie bereits in den drei Läufen zuvor mit seinem Peugeot 309 GTI 16V als Solo-Klassensieger und Vierter hinter zwei historischen Rennwagen und einem Porsche 996 GT3 Cup erfolgreich.
Text: Peter Wyss
Im November 2025 publizierten wir an dieser Stelle die News, dass unser Technik-Kommissar Heinz Waeny für seine langjährigen Verdienste für den Schweizer Motorsport mit dem ASS-Award ausgezeichnet wurde. Knapp fünf Monate später müssen wir tief betroffen mitteilen, dass Heinz am 19. April im Alter von 89 Jahren von uns gegangen ist.
Waeny ist schon in jungen Jahren mit dem Motorsport in Kontakt gekommen. Als Teenager erlebte er in den Fünfzigerjahren den Formel-1-Grand-Prix von Bern hautnah. Einer der Fahrer, der Brite Raymond Mays, hatte sich zum GP Bremgarten mit seinem ERA jeweils in der elterlichen Garage Waenys in Wabern eingemietet. «So war ich immer mittendrin», erzählte Waeny einst. «Aber noch besser: Ich musste eine Woche lang nicht zur Schule…»
In den 1960er- und 1970er-Jahren nahm Waeny selber an Rennen teil. «Wir haben einen Club gegründet, den ‹Wild Horse Club›, und haben als solcher an Rallyes, Bergrennen und Slaloms teilgenommen.» 1974 hängte er den Helm an den Nagel, wechselte die Seite und wurde Technischer Kommissar. «Die Technik hat mich immer mehr interessiert», meinte der gebürtige Berner noch im November bei der Übergabe des ASS-Awards. Beruflich hat die Aufgabe als TK auch perfekt zu Waeny gepasst. Er war gelernter Maschinen-Mechaniker und liess sich danach zum Automechaniker weiterbilden. Später hat er das Technikum in Biel als Ingenieur HTL absolviert. Englische Fabrikate haben Waeny immer besonders interessiert. Eine Zeit lang hat er deswegen auch bei MG in Grossbritannien gearbeitet.
50 Jahre lang stand Waeny als TK im Schweizer Motorsport im Einsatz – immer mit viel Leidenschaft, Präzision und einer grossen Portion Weitsicht. 2024 hatte er seinen letzten Einsatz vor Ort erledigt. Aus gesundheitlichen Gründen musste er schon im vergangenen Jahr kürzer treten und wurde deshalb auch als TK offiziell verabschiedet. Dem Komitee Historique blieb Waeny bis ganz zum Schluss erhalten.
Seine auch im hohen Alter noch regelmässigen Besuche auf der Geschäftsstelle von Auto Sport Schweiz in Liebefeld werden uns fehlen. Mit Waeny haben wir nicht nur einen engagierten Racer mit immens viel Erfahrung verloren. Waeny war eine Art Grossvaterfigur – gelassen, geduldig, verlässlich und weise.
Auto Sport Schweiz spricht der Familie von Waeny sein tief empfundenes Beileid aus. Die Abdankung findet im engsten Familienkreis statt. Auf Wunsch von Heinz wird auf eine offizielle Trauerfeier verzichtet. Die Familie bittet zudem darum, von Kondolenzschreiben und Beileidsbekundungen abzusehen.
Für gewöhnlich verzichten wir bei Back-to-Back-Rennen auf eine ausführliche Vorschau. Die wichtigsten Eckdaten zum bevorstehenden Slalom in Bière am kommenden Wochenende wollen wir Ihnen aber nicht vorenthalten.
Zum 59. Mal findet am kommenden Wochenende (25./26. April) der Slalom von Bière statt. Wie im Vorjahr wird auf der «Rennstrecke» am Jurasüdfuss unweit des Genfersees ein Doppellauf ausgetragen. Die Streckenführung ist an beiden Tagen nahezu identisch. Einziger Unterschied: Am Samstag biegen die Teilnehmenden bei Posten 18 (nach dem Bahnübergang) rechts ab. Am Sonntag wird an derselben Stelle geradeaus gefahren.
Los geht es am Samstagmorgen für Frühaufsteher ab 6.45 Uhr mit den ersten Besichtigungsläufen der LOCalen. Ab 8.10 Uhr stehen dann die ersten NATionalen Besichtigungs- und Trainingsläufe auf dem Programm. Ab 13.30 Uhr geht es mit dem Rennbetrieb los. In jeder Kategorie werden zwei Trainings- und zwei Rennläufe ausgetragen. Die Siegerehrung findet um ca. 18.30 Uhr statt. Sonntags ist das Programm identisch. Einziger Unterschied: Die Siegerehrung NAT findet um 18 Uhr statt, die der LOCalen um 19 Uhr.
Der Eintritt zum Slalom von Bière beträgt zehn Franken (inklusive ein Getränk). Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben freien Eintritt. Es gibt kostenlose Parkplätze. Am Samstag und Sonntag ist ab 10 Uhr eine Verpflegungsmöglichkeit (Food-Truck) vor Ort vorgesehen.
Punkto Teilnehmende steht Bière dem Auftaktrennen in Frauenfeld in keiner Weise nach. Im Kampf um die beiden Tagessiege wird es erneut zum spannenden Duell Philip Egli (Dallara F393) gegen Lionel Ryter (Formel Renault 2.0) kommen. Bei den Tourenwagen dürfte die grosse Frage sein: Kann Frauenfeld-Sieger Dino Wintsch auch in der Westschweiz für eine Überraschung sorgen?
Noch ist es natürlich viel zu früh, sich Gedanken um die Meisterschaft zu machen. Doch der eine oder andere Titelanwärter hat schon in Frauenfeld Federn gelassen. Elf Fahrer stehen nach dem ersten Rennen noch mit einer weissen Weste da:
Hermann Bollhalder, Wattwil, E1/Opel Speedster
Christian Bralla, Vaglio, E1/Fiat X1/9
Philip Egli, Watt, E2-SS/Dallara F393
Hans Peter Eller, Affeltrangen, E1/Opel Kadett C
Alessandro Grispino, Steinen, ISA/Renault Clio
Andreas Helm, Otelfingen, IS/VW Polo
Christophe Oulevay, Chavornay, IS/VW Scirocco
Manuel Santonastaso, Müllheim Dorf, IS/BMW E21
Antonino Scolaro, Jona, E2-SC/Nova Proto NP03
Samuel Weibel, Wolfisberg, SS/Subaru BRZ
Dino Wintsch, Hombrechtikon, E1/Porsche 911
Bei den Junioren sind es noch vier:
Steven Chiquita, Orbe, E1/BMW E30
Alessandro Grispino, Steinen, ISA/Renault Clio
Ursanne Salomon, Fregiécourt, E2-SS/Dallara Formel 3
Mario Schöpfer, Escholzmatt, IS/VW Polo
Das vergangene Wochenende stand aus Schweizer Sicht ganz im Zeichen des WEC-Sieges von Sébastien Buemi in Imola. Erfolgreiche Schweizer gab es aber auch noch in Portimão beim Auftakt der GT Open.
So darf es für Sébastien Buemi ruhig weitergehen. Beim Auftakt zur Langstrecken-WM in Imola (ITA) gewann der Waadtländer nach einer sieglosen Saison 2025 endlich wieder einmal für Toyota. Und das beim Debüt des TR010 Hybrid. Ausschlaggebend für den Erfolg waren die Boxenstopps. Ferrari ging beim Heimspiel zwar in Führung – und das gleich doppelt. Doch Toyota war bei den Boxenstopps jeweils schneller und sicherte sich so die Plätze 1 (mit Buemi) und 3 (mit der #7). Für Buemi war es der 27. Triumph in der WEC mit Toyota. Anders die Gefühlslage bei Raffaele Marciello. Der BMW verlor gegen Rennende noch eine Position und musste sich beim Saisonauftakt in der Emilia Romagna mit Platz 7 zufrieden geben.
Louis Delétraz muss mit Cadillac in den USA weiter auf den ersten grossen Erfolg warten. Beim IMSA-Grand-Prix in Long Beach wurde der Genfer Achter. Auf dieser Position liegt er auch in der Gesamtwertung. Auch der amtierende GTD-Champion Philip Ellis backt seit zwei Rennen etwas kleinere Brötchen. Nach dem Auftaktsieg in Daytona folgte ein 18. Platz in Sebring und nun ein neunter Rang in Long Beach.
Erfolgreicher waren die Schweizer beim Auftakt der GT Open in Portimão (POR). Alex Fontana gewann mit ZRS Motorsport auf Anhieb das erste Rennen. Im zweiten Durchgang verpasste der Tessiner auf Porsche 911 GT3 R das Podium als Vierter knapp. Auch Alexander Fach jr. durfte jubeln. Der Schwyzer gewann mit Fach Auto Tech Rennen 1 in der ProAM-Wertung. Im zweiten Lauf wurde Fach Achter. Keinen Sieg, dafür zwei Mal auf dem Podest standen Yannick Mettler und Dexter Müller. Das Mercedes-Duo belegte im ersten Rennen Rang 2 (hinter Fach), im zweiten Heat hätte gar ein Sieg herausschauen können, wenn sich Müller nicht gedreht hätte. So reichte es am Ende «nur» zu Platz 3.
Das von einem tödlich Unfall überschattete Rennwochenende der NLS endete aus Schweizer Sicht ebenfalls mit einem Podestplatz. Patric Niederhauser sicherte sich im Red Bull Team ABT (Lamborghini) Platz 2 im Gesamtklassement. Ebenfalls in den Top 10: Fabio Scherer vom Team HRT Racing (Ford Mustang) als Neunter. Zu den Klassensiegern im vierstündigen Sonntagsrennen gehörten auch Manuel Metzger (AT2) und Ranko Mijatovic (BMW).
Einen exzellenten Job machte auch Jonathan Hirschi mit seiner französischen Beifahrerin Mélanie Tendille bei der Rallye Rhône Charbonnières. Der derzeitige Tabellenführer der Schweizer Meisterschaft, beendete die Rallye auf einem bemerkenswerten achten Rang in der Gesamtwertung – eine Leistung, die ein Schweizer Fahrer in der höchsten französischen Rallye-Liga seit vielen Jahren nicht mehr erreicht hatte.
Mit den Plätzen 14, 18 und 13 startete Chiara Bättig in die neue Saison der Britischen Formel 4 in Donington (GBR). Die Red-Bull-Juniorin holte damit ihre ersten vier Punkte. Weiter geht’s für Bättig am 9./10. Mai in Brands Hatch.
Zum Karting: Bei der WSK in Lonato (ITA) war Iven Ammann (Innovate Competition) in der OK-N der beste Schweizer als Zehnter. Und auch bei der IAME Euroseries in Franciacorta (ITA) gab es zwei Top-10-Ergebnisse. Ben Iten wurde Neunter bei den Super Minis, Aurelio Longhitano (beide Spirit Racing) Neunter in der X30 Junior.
Mit Sicherheit mehr Sicherheit!
Im Bereich Sicherheit und Rettung darf nichts dem Zufall überlassen werden – deshalb sind bei einem Rennen nicht nur Piloten, sondern auch Funktionäre am Start. Dank ihrer fundierten Ausbildung sind sie besonders in brenzligen Situationen unsere Retter in der Not.
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Datum: Samstag, 20. März 2027
Ort: Sicherheitszentrum Büren an der Aare, 3294 Büren a.A.
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Die grossen Gewinner von 7 Laghi heissen Ben Iten (Super Mini), Zoltan Coigny (OK Junior), Dan Allemann (X30) und Paolo Castagnetti (KZ2). Es gab beim zweiten Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft aber auch sonst noch zufriedene Gesichter.
Eine der schönsten Geschichten vom zweiten Lauf der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft in 7 Laghi (ITA) schrieb Michael Müller. Der 26-jährige Routinier hat wie schon beim Auftakt in Franciacorta eine beeindruckende Leistung gezeigt. Diesmal war seine Performance aber noch höher einzustufen. Zwei Tage vor dem Rennen auf der Piste nahe bei Pavia verletzte sich der Glarner bei einem Unfall im Rahmen der IAME Euroseries in Franciacorta am rechten Knie. «Fahren geht», meinte Müller und biss auf die Zähne. «Aber das Ein- und Aussteigen ist echt mühsam und tut richtig weh.» Belohnt hat sich Müller für die Strapazen letztendlich selber. Mit zwei ersten Plätzen in den beiden Vorläufen und Rang 2 im Finale der X30 Challenge Switzerland dürfte der Fahrer aus dem Team Virtus Motorsport mehr als zufrieden sein. Zum ersten Finalsieg 2026 reichte es nicht ganz. Da stand ihm Dan Allemann aus dem Team Spirit Racing vor der Sonne. Allemann hatte aber – im Vergleich zum Auftakt in Franciacorta – deutlich mehr Gegenwehr. Mit den Punkten für die Pole-Position und der schnellsten Rennrunde im Finale holte er beim zweiten Lauf der autobau SKM aber dennoch 69 Punkte und baute seine Führung sogar leicht aus. Müller ist ihm aber dicht auf den Fersen – und beim nächsten Rennen am 31. Mai in Levier (FRA) sicher auch wieder top-fit. Eine starke Leistung bot erneut Allemanns Teamkollege Elias Lehmann mit Platz 3 im Finale. Eine Fünf-Sekunden-Strafe wegen einer Kollision im zweiten Lauf kosteten ihn aber wertvolle Punkte. Die bisher beste Leistung im Rahmen der autobau SKM zeigte die schnellste Dame im Feld – Sofia Duvivier dit Sage. Die Waadtländerin, die für das Karting Team Saeba fährt, landete im ersten Vorlauf auf Rang 4. Eine Spoilerstrafe nach Rang 5 im zweiten Vorlauf warf sie leider auf Platz 12 zurück.
Gleich drei Spirit-Fahrer standen bei den OK Junioren auf dem Podium. Wobei die Stimmung beim Sieger Zoltan Coigny nach dem ersten Lauf alles andere als heiter war. Der schnelle Nachwuchsfahrer vom Genfersee schied im ersten Vorlauf schon nach wenigen Metern aus. Im zweiten Durchgang pflügte er durchs Feld und musste sich nur von Alejandro Campos, der erneut eine sehr starke Darbietung bot, geschlagen geben. Im Finale brauste er dann aus der dritten Startreihe los und gewann am Ende verdient mit der schnellsten Rennrunde und 2,7 Sekunden Vorsprung. Platz 2 ging abermals an Campos, Dritter wurde – zum ersten Mal im Rahmen der autobau SKM – Tyron Jacquet. Für den nach Franciacorta noch mit einem «Grand Slam» in Führung gelegene Aurelio Longhitano endeten die Rennen auf den für ihn enttäuschenden Rängen 3, 4 und 10. Wobei es dafür gleich zwei Erklärungen gab: Zum einen hatte ein neues Chassis noch nicht das gebracht, was man sich erhoffte, zum anderen war Aurelio nach anstrengenden Tagen bei der IAME Euroseries in Franciacorta etwas ausgelaugt… Einen sehr soliden Job machte auch Cyrill Sarkar. Der Fahrer aus dem Team MH Racing beendete das Finale hinter den Top 3 auf Rang 4 – auch für ihn war das das bisher beste Ergebnis im Rahmen der autobau SKM. Pechvogel des Finallaufs war Dilan Roman Fricker. Der Fahrer aus dem Team Swiss Hutless schied auf Rang 3 liegend aus. «Die Kette ist gerissen», meinte er – verständlicherweise bitter enttäuscht.
Noch einen Spirit-Fahrer auf dem obersten Treppchen gab es bei den Jüngsten, den Super Minis. Dort setzte sich Ben Iten erfolgreich gegen seine Teamkollegin Joy Allemann durch. Für Iten war es nach Franciacorta bereits der zweite Finalsieg in der laufenden Saison. Ein Spaziergang war es allerdings nicht. Der junge Zuger musste für seine drei Laufsiege in 7 Laghi auf die Zähne beissen. Bei fast schon sommerlichen Temperaturen und viel Grip auf der Strecke war es ein hartes Stück Arbeit – nicht nur für ihn. Im Finale übernahm Allemann sogar kurz mal die Führung. Am Ende setzte sich Iten dann aber mit einer guten Kartlänge Vorsprung durch. Den angestrebten «Grand Slam» (Pole-Position, drei Laufsiege, und schnellste Rennrunde im Finale) verpasste Iten um 42 Tausendestelsekunden. «Joy hatte hinter mir Windschatten – deshalb war ihre schnellste Rennrunde ein wenig besser», hatte Iten deshalb nach dem Rennen auch gleich die passende Erklärung parat. Rang 3 hinter Allemann sicherte sich Lewis David. Der Fahrer aus dem Team Swiss Hutless machte nicht nur in allen Rennläufen einen soliden Job, er hielt im Finale auch Kimi Prost souverän auf Distanz.
Knapp an einem «Grand Slam» schlitterte auch Paolo Castagnetti in der Kategorie KZ2, den Schaltkarts, vorbei. Der Fahrer aus dem Team Gerber Corse hatte sich schon am Samstag bei den Trainings akribisch auf das Rennen vorbereitet. «In Franciacorta war ich noch nicht ganz auf der Höhe», meinte Castagnetti – frisch aus der «Babypause» zurück. «Aber in 7 Laghi war es viel wärmer und es hatte viel mehr Grip. Das sind Bedingungen, die ich liebe.» Spielverderber in Sachen «Grand Slam» war Kilian Boss. Der ehemalige Young Driver aus dem Team Swizz Evenzz fuhr im Finale eine Runde, die zehn Tausendstelsekunden schneller war als die von Castagnetti und belohnte sich nach einem eher mittelprächtigen Saisonauftakt nun mit den Plätzen 4, 3 und 2. Dritter im Finale wurde Kai Perner. Der Berner war in den Vorläufen noch Zweiter hinter Castagnetti, sammelte mit drei Podestplätzen aber erneut wertvolle Punkte für die Meisterschaft. Auftaktsieger Florian Esteve (DEL motorsports) erwischte kein gutes Wochenende. Nach den Plätzen 5 und 4 in den Vorläufen kam es zwischen ihm und Arnaud Sallin in der ersten Kurve zu einer Kollision. Beide konnten zwar weiterfahren, mussten sich am Ende aber hinten anstellen.
Und so geht es weiter:
31. Mai, Levier (FRA)
12. Juli, Lonato (ITA)
23. August, Cremona (ITA)
10. Oktober, Wohlen
Er hat es schon wieder getan: Philip Egli gewann am Sonntag zum elften Mal (in Serie!) den Slalom in Frauenfeld. Eine Überraschung gab es bei den Tourenwagen mit dem ersten Sieg für den Zürcher Dino Wintsch.
Er bleibt der Chef im Ring. Beim Auftakt der Schweizer Slalom-Meisterschaft im Frauenfeld hat Philip Egli vor rund 9000 Zuschauern seinen elften Tagessieg auf der Allmend gefeiert. Seit 2015 ist der gebürtige Glarner im Thurgau ungeschlagen. 2015 – das ist schon ein Weilchen her. Damals reagierte noch ein gewisser Barack Obama die USA, der Euro war noch stärker als der Schweizer Franken und Stan Wawrinka gewann die French Open…
Ganz so locker wie auch schon cruiste Formel-3-Pilot Egli diesmal aber nicht zum Gesamtsieg. Der Vorsprung auf den zweitplatzierten Lionel Ryter betrug 0,73 Sekunden. Im Vorjahr war der junge Walliser in seinem Formel Renault 2.0 mit einem Rückstand von 0,62 Sekunden sogar noch näher an Egli dran. Trotzdem war der elfte Sieg in Serie für Egli eine Genugtuung. Vor allem, weil der Schweizer Slalom-Meister von 2024 nach dem ersten von Trainingsläufen plötzlich im Stress war. Egli musste für die Rennläufe das Getriebe an seinem Dallara F393 wechseln. Dank Mithilfe seiner ehemaligen Konkurrenten Marcel Maurer und Yves Hängärtner schaffte es der Rekord-Tagessieger aber gerade noch so. «Ich bin ihnen und meinem Vater sehr dankbar, dass sie mich so tatkräftig unterstützt haben», meinte Egli. «Wir hatten den Schaden innerhalb von zwei Stunden repariert. Und es reichte gerade noch zur Teilnahme am zweiten Trainingslauf. Aber ganz ehrlich: Bis zu diesem Zeitpunkt bin ich nur herumgerannt. Dass es am Ende gereicht hat und ich meinen elften Sieg in Frauenfeld feiern durfte, macht mich unter diesen Umständen natürlich erst recht glücklich.»
Die Siegeszeit von 1:59,51 Minuten lässt sich sehen. Schneller war Egli über den 3,2 Kilometer langen Kurs nur 2024 (1:58,87 Minuten). Hauptkonkurrent Ryter hatte nach dem ersten Durchgang 0,83 Sekunden Rückstand. Der junge Walliser war mit seinen Reifen nicht zufrieden, hoffte aber, dass er im zweiten Lauf Egli doch noch abfangen könnte. Doch dieses Unterfangen scheiterte – wie im Vorjahr. «Ich habe zu viel riskiert», meinte Ryter leicht enttäuscht. Der linke Frontflügel seines Formelfahrzeugs hatte etwas gar viel Gras geladen, «ich habe die letzte Kurve zu stark geschnitten und bin leicht von der Strecke abgekommen».
Hinter Egli und Ryter sicherte sich mit Ursanne Salomon ein «Neuling» den dritten Podestplatz. Der Jurassier hat auf diese Saison von einem in die Jahre gekommenen Formel Renault auf einen ehemaligen Formel 3 von Roland Bossy gewechselt – und scheint mit diesem Auto gleich auf Anhieb ganz gut zurechtzukommen. Zwar fehlten Salomon, der auch für die Junior-Meisterschaft gemeldet ist, 6,35 sec auf die Bestzeit von Egli, im Kampf um den ersten Podestplatz im SCRATCH setzte er sich aber erfolgreich gegen den Vorjahresdritten Antonino Scolaro im Nova Proto durch.
Auf Platz 5 im Gesamtklassement landete der schnellste Tourenwagenfahrer Dino Wintsch. Der Zürcher, mehrmaliger Gesamtsieger des Lotus-Cups und auch schnellster LOC-Pilot am Samstag, gewann überraschend die Tourenwagenwertung. Wintsch nahm auf diese Saison einen Fahrzeugwechsel vor, er fährt nun einen Porsche 911 aus dem Hause von Christoph Zwahlen aus Pfyn. «Mit dem Sieg, meinem ersten Tourenwagensieg bei einem Slalom zur Schweizer Slalom-Meisterschaft überhaupt, hatte ich nie gerechnet. Das Auto war aber auch top vorbereitet», meinte Wintsch. Sein «Chef» Zwahlen, 2010, 2012 und 2013 selbst Tourenwagensieger in Frauenfeld und dieses Wochenende Gesamtzehnter mit einem Porsche 997 Cup-R, freute sich sehr über den Exploit seines Piloten: «Für mich ist das doch allerbeste Werbung, wenn ich einem Kunden ein Auto hinstelle, das siegfähig ist.» Hinter Dino Wintsch (Laufbestzeit 2:11,37 Minuten) klassierten sich Frauenfeld-Rückkehrer Christian Bralla (Fiat X1/9, 2:11,64 min) und dem Sieger der beiden Vorjahre Matthias Bischofberger (Porsche 997 GT3 Cup, 2:12,98 min). Zwahlen selber musste sich in der E1 über 3000 cm3 hinter Wintsch und Bischofberger mit Rang 3 zufrieden geben.
Schnellster Fahrer der Interswiss war in Frauenfeld Lokalmatador Manuel Santonastaso auf seinem BMW E21 in 2:13,70 min. Damit war der Mülheimer 36 Hundertstelsekunden schneller als VW-Scirocco-Pilot Stephan Burri, der zum ersten Mal mit Synfuel am Start gestanden hatte. Platz 3 ging (in derselben Hubraumklasse bis 2 Liter) an den Jurassier Arnaud Donzé (VW Golf, 2:15,06 min). Auch Slalom-Vorjahresmeister Alessandro Grispino machte mit seinem Renault Clio R3 in der Grupppe A/ISA/R2 dort weiter, wo im Vorjahr aufgehört hatte. Auf den zweitplatzierten Sven Sattler (Honda Civic) hatte er am Ende aber nur eine halbe Sekunde Vorsprung.
Die beiden Auftaktrennen zum Suzuki Swiss Racing Cup gingen an Vorjahresmeister Rico Thomann. Im ersten Lauf war er 0,05 Sekunden schneller als Serienorganisator Christian Zimmermann. Im zweiten Rennen bezwang er Reto Steiner wieder knapp – diesmal um 0,16 Sekunden.
Alle Klassensieger von Frauenfeld im Überblick: Samuel Weibel (Subaru BRZ, SuperSérie bis 2000 cm3), André Grandjean (Porsche 911 GT3, SuperSérie Compétition über 2000 cm3), Hanspeter Thöni (Peugeot 106, PSA Transition Trophy Gr. N), Max Langenegger (Peugeot 208, PSA Transition Trophy Gr. Rally4), Alessandro Grispino (Renault Clio R3, A/ISA/R2 bis 2000 cm3), Markus Brander (March 742, Gr. K), Hans Wüthrich (Mini Cooper S, E1 bis 1400 cm3), Hans-Peter Eller (Opel Kadett C Coupé, E1 bis 1600 cm3), Christian Bralla (Fiat X1/9, E1 bis 2000 cm3), Walter Terler (AUT, Opel Kadett C, E1 bis 2500 cm3), Hermann Bollhalder (Opel Speedster, E1 bis 3000 cm3), Dino Wintsch (Porsche 911, E1 über 3000 cm3), Andreas Helm (VW Polo, IS bis 1400 cm3), Christophe Oulevay (VW Scirocco, IS bis 1600 cm3), Manuel Santonastaso (BMW E21, IS bis 2000 cm3), Roman Marty (Opel Kadett C GT/E, IS bis 2500 cm3), Marco Marte (BMW M3, IS bis 3000 cm3), Jannis Jeremias (Porsche 911 GT3 Cup, IS über 3000 cm3), Antonino Scolaro (Nova Proto NP03, E2-SC bis 1600 cm3), Dominik Fröhle (AUT, Tracking RC01, E2-SH bis 1600 cm3), Philip Egli (Dallara F393, E2-SS bis 2000 cm3).
Und so geht es weiter:
25. April, Bière 1
26. April, Bière 2
2. Mai, Ambri 1
3. Mai, Ambri 2
16./17. Mai, Bure
20./21. Juni, Chamblon
Nach einem soliden Saisonstart 2025 wurde Pascal Perrouds Saison bei der Rallye Bourgogne Côte Chalonnaise vorzeitig beendet. Beim dritten Lauf der Schweizer Meisterschaft kamen Pascal Perroud und Loïc Dumont von der Strecke ab. Nach langen Monaten voller Schmerz, Emotionen und Zweifel hat sich der Waadtländer wieder aufgerappelt und feierte beim ersten Lauf 2026, dem Critérium Jurassien, sein Comeback. Sport-Auto.ch sprach mit ihm über dieses einschneidende Ereignis und seine Rückkehr.
Du hast 2025 mit Mike Coppens um die Meisterschaft gekämpft. Kannst du uns etwas über diesen Zwischenfall in Burgund erzählen?
Pascal Perroud: Wir lieferten uns ein Duell mit Mike. Ich wollte in dieser Wertungsprüfung ein sehr hohes Tempo vorlegen, um das Blatt zu wenden. Von Beginn an fuhren wir ständig am Limit. Dann geriet das Auto vorne ins Schleudern und wir prallten mit 120 km/h gegen einen Baum. Ich spürte sofort Schmerzen im Rücken. Mein erster Reflex war, zu prüfen, ob ich meine Füsse noch spüren konnte – glücklicherweise war das der Fall. Es gelang mir auch, mich aus dem Fahrzeug zu befreien. Die Rettungskräfte liessen auf sich warten, dann wurden wir nach Chalon-sur-Saône gebracht.
Wie lautete die Diagnose?
Ich verbrachte 24 Stunden in einem Flur der Notaufnahme in Chalon, da das Spital voll belegt war. Zunächst wurde eine Wirbelfraktur diagnostiziert, bevor ich von der REGA nach Genf geflogen wurde. Später wurde eine zweite Fraktur im Bereich D2 festgestellt, bei der aufgrund der Instabilität des Wirbels die Gefahr einer Verschiebung bestand. Schliesslich war ein umfangreicher chirurgischer Eingriff notwendig, um das Ganze zu stabilisieren.
Wie verlief die Rehabilitation?
Während des ersten Monats waren die Fortschritte vielversprechend. Denn in den ersten Tagen konnte ich nicht einmal mein Fleisch schneiden, aber die Situation verbesserte sich nach und nach. Dann trat eine Stagnationsphase ein, begleitet von starken Rückenschmerzen. Das hat mich sehr mitgenommen, und ich begann zu zweifeln, ob ich jemals wieder in einen Rennwagen oder gar auf ein Fahrrad steigen könnte. Dabei brauche ich diese Art von Sport wirklich, um mich auszutoben. Nach drei Monaten holte ich mir eine zweite Meinung in einer anderen Klinik ein. Das Urteil stand schnell fest: Eine erneute Operation war notwendig, da sich zu viel «Material» in meinem Rücken befand. Anfang Oktober wurde ich also erneut operiert. Dieser Eingriff war heikel, da bei einer solchen Operation an den Wirbeln die Muskeln durchtrennt und anschliessend wieder vernäht werden müssen. Drei Wochen nach dieser zweiten Operation stellte ich deutliche Fortschritte fest. Ich nahm das Training wieder auf, mit intensivem Muskelaufbau unter Anleitung eines Trainers, während ich gleichzeitig meine beruflichen Verpflichtungen unter einen Hut bringen musste.
Wie hast du dich am Start zur längsten Wertungsprüfung der Rallye gefühlt? Und wie fällt deine Bilanz letztendlich aus?
Die Wertungsprüfung fand nachts statt, was die Sache besonders schwierig machte. Trotzdem war ich ziemlich zuversichtlich, da ich mich im Vorfeld gründlich vorbereitet hatte. Ich liess keinen Raum für Zweifel: Ich wusste, mit welcher Geschwindigkeit ich fahren konnte und musste. Das Ziel war es, wieder Selbstvertrauen zu gewinnen, dabei Spass zu haben, die Kontrolle über mein Fahrzeug zu behalten und mich nicht auf die Wertung zu konzentrieren. Die Bilanz ist grossartig, denn wir haben alle Ziele erreicht, die wir uns gesetzt hatten. Wir sind eine saubere und kontrollierte Rallye gefahren, ohne uns trotz der schwierigen Bedingungen einschüchtern zu lassen. Ich für meinen Teil wollte vor allem bestätigen, dass ich immer noch meinen Platz am Steuer eines Rallye-Autos habe.
Abschliessend: Wann sehen wir dich wieder bei einer Rallye?
Ich nehme mir die Zeit, die Emotionen nach dem Critérium sacken zu lassen. Ich möchte wieder ans Steuer, sei es mit einem Rally2 oder mit dem M3, wahrscheinlich in Chablais. Ich möchte auch allen Anwesenden ein Dankeschön aussprechen. Ich konnte auf viel Unterstützung zählen, auf Menschen, die mir während dieser ganzen Zeit Mut gemacht und mich begleitet haben.
Das Interview ist bei sport-auto.ch erschienen. Auto Sport Schweiz darf es dank ausdrücklicher Genehmigung des Autors Baptiste Aebi in der Originallänge veröffentlichen. Herzlichen Dank an die Kollegen von sport-auto.ch!
Noch dauert es ein Weilchen, bis die Schweizer Berg-Meisterschaft am 6./7. Juni in Hemberg beginnt. Wir haben bei Herausforderer Marcel Steiner aber schon mal nach dem Stand der Dinge nachgefragt.
In sieben Wochen beginnt die Schweizer Berg-Meisterschaft im St. Gallischen Hemberg. Mit dabei ist – nach einer sehr frustrierenden Saison 2025 – natürlich auch Marcel Steiner. Der 50-Jährige hat kürzlich in Bresse (FRA) ein Roll-Out mit seinem Nova Proto absolviert. Wir haben ihn nach seinen Plänen und Zielen für 2026 befragt.
Zuallererst: Wie ist der Test in Bresse verlaufen?
Marcel Steiner: (Lacht.) Besser als ich mir vorgestellt habe. Es gab keine technischen Probleme und die Zeiten waren ansprechend. Wir werden sehen, wie es sich am Berg verhält. Das sind zweierlei Paar Schuhe.
Wann bist du zum ersten Mal im Einsatz?
Wir werden das Bergrennen in Eschdorf (LUX) am ersten Mai-Wochenende bestreiten. Am EM-Rennen in Rechberg können wir aus reglementarischen Gründen nicht teilnehmen.
Wie hast du die frustrierende Saison 2025 verdaut?
Der zweitägige Test in Bresse hat gut getan. Das Verhältnis zwischen Fahrer und Auto hat sich massiv verbessert.
Trotzdem ist für dich die Saison 2026 ein «Restart»… Du hattest 2025 aufgrund von technischen Problemen etwa die Hälfte der Tracktime gegenüber dem amtierenden Meister Robin Faustini.
Das ist so. Viele Erfahrungswerte haben wir im vergangenen Jahr nicht sammeln können. Vor allem nicht besonders schlaue… Deshalb haben wir über den Winter in fast allen Bereichen über die Bücher gehen müssen.
Kannst du da konkreter werden?
Wir waren auf dem Fahrwerksprüfstand und haben am Motor noch das eine oder andere verbessert. Ein besonderes Augenmerk haben wir meiner Komfortzone im Auto gelegt. Ich habe mich im Cockpit eingeengt gefühlt. Als ich im Herbst mal ohne Sitzschale ins Auto gesessen bin, habe ich festgestellt: Das ist ja viel besser. Deshalb haben wir da intensiv an einer neuen Lösung gearbeitet. Die hat sich jetzt in Bresse bewährt.
Dein primäres Ziel für 2026 muss sein, dass es besser läuft als im Vorjahr. Gleichzeitig stellt sich natürlich die Frage: Wie willst du Faustini bezwingen?
(Überlegt lange.) Ich hoffe, dass die Änderungen, die wir vorgenommen haben, reichen, um Robin das Leben schwerer zu machen. Einen ersten Anhaltspunkt werden wir aber erst in Hemberg haben. An Motivation fehlt es nicht. Wir haben auch das Team umstrukturiert – sind da plusminus auf den Stand von 2023 zurückgekehrt. Der Rest wird sich zeigen.
Dein Anspruch ist aber klar, oder?
Ja, ich fahre nicht mit, um einfach mitzufahren. Ich will Meister werden.
Wie schätzt du die Chancen von Rückkehrer Eric Berguerand ein?
Zuallererst muss ich sagen: Es freut mich sehr, dass er wieder dabei ist. Eric ist ein super Typ. Und eine grosse Bereicherung für unseren Sport. In Sachen Performance kann ich ihn aber überhaupt nicht einschätzen. Er ist 2026 die grosse Unbekannte – eine Art Wundertüte. Ich habe keine Ahnung, ob er zwei Sekunden langsamer ist oder ob er uns mit seinem in die Jahre gekommenen Lola nochmals den Zahn fühlt. Ich lasse mich überraschen.
Am kommenden Wochenende (18./19.) April startet die Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026 mit den 26. ACS Auto-Renntagen in Frauenfeld auf der 3,2 Kilometer langen Strecke in die neue Saison. Die grosse Frage wird sein: Geht Philip Eglis Siegesserie zu Ende?
Seit 2015 hat beim Slalom in Frauenfeld nur noch einer gewonnen: Philip Egli (41). Im Vorjahr sicherte sich der gebürtige Glarner seinen zehnten Tagessieg auf der Allmend (2020 fanden die Auto-Renntage wegen Covid nicht statt, d. Red.). Manch einer mag sich schon gar nicht mehr daran erinnern, wer vor Egli in Frauenfeld erfolgreich war. Wir helfen nach: 2013 gewann Florian Revaz auf einem Tatuus Formel Master, 2014 Martin Bürki auf VW Polo. Es war dies nicht nur der letzte Sieg, bevor die sagenhafte Egli-Dominanz begann. Es war auch das einzige Mal, dass ein Tourenwagenfahrer in der bis dato 25-jährigen Geschichte des Slaloms Frauenfeld den Tagessieg holte.
Zu fürchten hat Egli (unter normalen Umständen) eigentlich nur einen Gegner. Der hat es aber faustdick hinter den Ohren: Lionel Ryter ist dem «Unschlagbaren» im Vorjahr trotz Motorenprobleme bedrohlich nahe gekommen. 0,62 Sekunden fehlten Ryter auf den Seriensieger, der nur zu gerne auch am Sonntag gewinnen möchte. «Frauenfeld ist für mich das Heimrennen», sagt Egli. «Und mit den Erfolgen, die ich da schon gefeiert habe, ist es natürlich ein ganz besonderes Rennen. Logisch will ich gewinnen, wenn ich am Start stehe.» Ob Ryter es verhindern kann? Gegenüber Auto Sport Schweiz verriet der schnelle Walliser: «Eva», so der Spitzname seines Formel Renault 2.0, sei in Topform. «Wir haben diesen Winter an der Federung gearbeitet und sind nun auf die gleichen Stossdämpfer wie die Novas umgestiegen. Nach zwei Testtagen ist die Zuverlässigkeit gegeben, aber an den Einstellungen muss noch gefeilt werden. Das grosse Problem sind derzeit die Reifen. Es sind weder bei Nova (ehemals Avon, d. Red.) noch bei Pirelli neue Reifen verfügbar. Aber für die Slalom-Saison wird es reichen.»
Doch nicht nur Egli vs. Ryter wird am Sonntag für Spannung sorgen. Auch dahinter gibt es einige Anwärter auf einen Platz auf dem «Stockerl». Im Vorjahr war es Antonino Scolaro auf seinem Nova Proto NP03, der das Rennen um Platz 3 machte. Und der Pizzabäcker aus Rapperswil-Jona (SG) zählt auch dieses Jahr zu den absoluten Favoriten. Ein grosses Fragezeichen steht hinter dem Nachwuchs. Die schnellen Junioren Ursanne Salomon (auf dem Ex-Bossy-Formel-3) und Nolan Vuilleumier (auf dem Ex-Darbellay-Formel-Renault) müssen sich zwar noch an ihre neuen Fahrzeuge gewöhnen. Doch warum sollte ihnen in Frauenfeld nicht eine Überraschung gelingen?
Bei den Tourenwagen könnte Matthias Bischofberger aus Wängi (TG) mit seinem Porsche 997 GT3 Cup in Frauenfeld zum dritten Mal in Folge den Sieg an sich reissen. Kantonskollege Christoph Zwahlen aus Pfyn hat seinen Porsche 997 Cup-R auf Vordermann gebracht und darf ebenfalls zu den Favoriten gezählt werden. Um die vorderen Plätze kämpft auch Stephan Burri. Für den Exil-Berner, der seinen VW Scirocco nach einem Unfall im vergangenen Jahr in Les Rangiers wieder aufgebaut hat, ist Frauenfeld zum Heimrennen geworden. Neu setzt der Garagist aus Affeltrangen in diesem Jahr auf Synfuel, also synthetisch hergestellten Sprit. Die Konkurrenz herausfordern dürfte noch ein weiterer Thurgauer: Manuel Santonastaso aus Müllheim Dorf hat mit seinem BMW E21 am vergangenen Wochenende beim Bergrennen Salita del Costo in Italien als Klassenbester geglänzt.
Ein Blick in die Teilnehmerliste verrät aber noch weitere sportliche Attraktionen an den 26. ACS Auto-Renntagen 2026. Der mehrfache Slalom-Champion «Speedmaster» setzt sich endlich wieder in seinen giftgrünen VW Polo. Jannis Jeremias, Schweizer Junioren-Meister 2024, fährt erstmals seinen frisch erworbenen Porsche 911 GT3 Cup. Christian Bralla, 2023 schnellster Tourenwagenpilot, meldet sich mit seinem Fiat X 1/9 in Frauenfeld zurück. Oder: der schnelle Jurassier Arnaud Donzé in seinem VW Golf. Nicht fehlen darf natürlich auch Slalom-Vorjahresmeister Alessandro Grispino auf seinem Renault Clio R3. Allerdings hat der Schwyzer schon vor dem Saisonstart verlauten lassen, dass er dieses Jahr nicht um die Krone kämpfen wird.
Los geht es am Samstag, 18. April, ab 8.30 Uhr mit den ersten Besichtigungsläufen der LOCalen. Später wird dann auch im Suzuki Swiss Racing Cup um Punkte und Pokale gefahren. Der Sonntag gehört den NATionalen Teilnehmern und Teilnehmerinnen mit Trainingsläufen bis 14.20 Uhr. Danach (bis ca. 18.25 Uhr) finden pro Kategorie zwei Rennläufe statt.
Zuschauerinnen und Zuschauer der ACS Auto-Renntage Frauenfeld können ihre Eintrittskarten online über autorenntage.ch erhältlich. Für Erwachsene kostet das Weekend-Ticket 18 Franken, am Samstag sind es 10 Franken und am Sonntag 15 Franken. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben freien Eintritt. Wie in den vergangenen drei Jahren kommen die Fans dank dem Foodtruck-Festival auch kulinarisch nicht zu kurz. Und dann gibt es neben all den Autos auf der Strecke wie jedes Jahr auch noch zahlreiche Young- und Oldtimer rund um das Festzelt zu bewundern.
Termine Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026
18./19. April, Frauenfeld
25. April, Bière 1
26. April, Bière 2
2. Mai, Ambri 1
3. Mai, Ambri 2
16./17. Mai, Bure
20./21. Juni, Chamblon
Der Brite Jack Sherwood gewann zum Auftakt des Porsche Sports Cup Suisse in Portimão (POR) beide GT3-Rennen. Teamkollege Gregor Burkard wurde zwei Mal Zweiter.
Der Brite Jack Sherwood hat beim Auftaktrennen zum diesjährigen Porsche Sports Cup Suisse in Portimão beide Läufe für sich entschieden. Im ersten Durchgang musste sich Sherwood noch gegen seinen Sportec-Teamkollegen Gregor Burkard wehren, der nach der ersten Runde kurz die Führung an sich gerissen hatte. Dies konnte der Brite aber schnell wieder korrigieren und bis zur Zielflagge nach 18 Runden einen Vorsprung von acht Sekunden herausfahren. Platz 3 ging an Christian Caramuscia aus Italien. Im Nachmittagsrennen fuhr Sherwood einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg heraus, den er erneut mit der schnellsten Rennrunde unterstrich. Dahinter reihte sich erneut Burkard als Zweiter und Caramuscia als Dritter ein.
In der Gruppe GT4 endeten die beiden Rennen mit dem identischen Ergebnis. Mit seinem 500 PS starken Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport fuhr Kevin Lattion jeweils auf den ersten Platz. Am Steuer des 718 Cayman GT4 Clubsport MR mit 425 PS stand Alexandre Mottet zweimal auf der obersten Podiumsstufe. Die beiden Rennen in der Gruppe Open GT gingen an den Rumänen Dragos Buriu. Bei den 911 GT3 Cup-Fahrzeugen der Generation 992.1 behielt Nico Gründel im Vormittagsrennen die Oberhand. Im zweiten Rennen hiess der Klassensieger Levin Gelf. Das zweistündige Langstreckenrennen zum Abschluss des Portimão-Wochenendes gewann Stephan Heim gemeinsam mit seinem Teamchef Michael Joos.
Die Saison ist noch jung, trotzdem zeichnen sich gewisse Tendenzen ab. Zu den «Gejagten» in 7 Laghi, beim zweiten Lauf der autobau SKM, gehören Ben Iten (Super Mini), Aurelio Longhitano (OK Junior), Dan Allemann (X30) und Florian Esteve (KZ2).
Drei Wochen sind seit dem ersten Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft vergangenen. Am kommenden Wochenende steht die zweite Runde auf dem Programm – wieder in Italien, aber diesmal in Castelletto di Branduzzo; in Kartkreisen besser bekannt als 7 Laghi. Wie schon beim Auftakt in Franciacorta sind vier Kategorien am Start. Nicht dabei sind die OK Senioren. Aus Mangel an Teilnehmenden wurde diese Kategorie für 2026 ausgesetzt.
Kein Teilnehmermangel herrscht in der X30 Challenge Switzerland. 29 Fahrer und Fahrerinnen haben sich für den zweiten Lauf in der Kategorie mit IAME-Einheitsmotoren angemeldet. Und an Spannung dürfte es nicht mangeln. Zwar hat Leader Dan Allemann (Spirit Racing) in Franciacorta das Punktemaximum geholt, doch sein Vorsprung in der Gesamtwertung beträgt nur 16 Punkte. Teamkollege Elias Lehmann ist ihm dicht auf den Fersen und wird dem international erfahrenen Allemann auch in 7 Laghi das Leben schwer machen. Ob es reicht, ihn zu schlagen, wird sich zeigen. Lehmann war im Vorjahr in 7 Laghi jedenfalls schon sehr schnell unterwegs. Schnell ist auch ein gutes Stichwort für den grossgewachsenen Michael Müller. Der 26-jährige Routinier im Dienste von Virtus Motorsport hat beim Auftakt in Franciacorta den jungen Nachwuchspiloten mehr als nur Paroli geboten. Gespannt sein darf man auch auf das Abschneiden von Neil Russell (UBIQ) und Alexis Genolet (LKM Racing). Beide sind in Franciacorta gut in die neue Saison gestartet, beide waren mit ihrem Abschneiden aber nicht zu 100 Prozent glücklich. Einen «Neuanfang» macht Nicola Matteo Frigg. Der junge Zürcher, 2024 Meister bei den Super Minis und im Vorjahr Zweiter bei den Junioren, hat als X30-Rookie von UBIQ zu MH Racing gewechselt.
Wie Allemann ist auch Aurelio Longhitano bei den OK Junioren mit dem Punktemaximum in die neue Saison gestartet. Und der Spirit-Pilot wird auch in 7 Laghi alles daran setzen, diesen Vorsprung weiter auszubauen. Einfach wird ihm diese Aufgabe aber nicht gemacht. Teamintern hat er mit Alejandro Campos, Aaron Buhofer und Zoltan Coigny gleich drei starke Konkurrenten. Vor allem Letzterer wird alles daran setzen, den Nuller, den er im Finale von Franciacorta kassierte, vergessen zu machen. Vom Speed her ist Coigny auf jeden Fall in der Lage, das Tempo von Longhitano mitzugehen. Aber Longhitano muss nicht nur auf die teaminterne Konkurrenz achten. Mit Dilan Roman Fricker aus dem Team Swiss Hutless ist ein Fahrer dabei, der in Franciacorta einen sehr starken Eindruck hinterliess und im Finale Platz 3 belegte. Und auch Jamie Ehrat (seit Franciacorta neu bei MH Racing) hat am ersten Rennwochenende einen soliden Job gemacht. Von den Top 8 vom ersten Rennen fehlt in 7 Laghi lediglich einer: Elia Nützi aus dem Team KartBox.ch.
Bei den 8- bis 12-Jährigen, den Super Minis, ist das Feld in 7 Laghi überschaubar. Nichtsdestotrotz dürfte der Kampf um die Top-Plätze wie schon in Franciacorta sehr spannend ausfallen. Leader Ben Iten aus dem Team Spirit Racing hat mit Lorik Shahinaj (11 Punkte hinter dem Führenden) und seinen beiden Teamkollegen Kimi Prost (14 Punkte zurück) und Joy Allemann (17 Punkte zurück) drei starke Gegner respektive Gegnerinnen. Die Rennen in Franciacorta haben das zumindest eindrucksvoll bewiesen. Iten gewann im Finale erst dank einem beherzten Überholmanöver in der letzten Kurve. Es wird also spannend werden – vor allem, weil die Strecke in 7 Laghi physisch sehr viel von diesen jungen Nachwuchstalenten abverlangt.
Ein gutes Dutzend Fahrer hat sich bei den Schaltkarts, der Kategorie KZ2, eingeschrieben. Nimmt man den Zwischenstand nach Franciacorta als Gradmesser gilt Florian Esteve (DEL motorsports) als Favorit. Ganz so eindeutig dürfte die Angelegenheit aber nicht sein. Privatbewerber Bastien Liénard hat beim Auftakt mit zwei zweiten Plätzen eine sehr solide Darbietung geboten. Und selbstverständlich muss man auch Kilian Boss (SWIZZ EVENZZ) auf der Agenda haben. Der ehemalige ASS-Young-Driver war in Franciacorta im Finale der Schnellste, bekam wegen eines Frühstarts aber eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt. Auch Paolo Castagnetti hat in Franciacorta noch nicht sein ganzes Potenzial ausgeschöpft. Der Neo-Papa gehört in 7 Laghi ebenfalls zu den Sieganwärtern – genauso wie der Berner Kai Perner, im Vorjahr Meisterschaftszweiter bei den Schaltkarts.
Zur Strecke: 7 Laghi ist bei Fahrern und Teams als Renn- und Teststrecke beliebt, liegt sie doch nur knapp 100 Kilometer südlich von Chiasso. Ganz so schnell und ganz so lang wie Franciacorta ist die Strecke in 7 Laghi nicht. 1256 Meter misst der Rundkurs, der an einem künstlich angelegten See liegt. Die besten Überholmöglichkeiten bieten sich im Infield in den engen Haarnadelkurven 9 und 10. Eine besondere Herausforderung sind die schnellen Rechtskurven im Anschluss an die Zielgerade. Dort kommt es vor allem nach dem Start oft zu harten Positionskämpfen. 7 Laghi ist das Rennen in Italien, das schon am längsten zur Kart-SM zählt. Seit 2015 wird in der Nähe von Pavia gefahren.
Weitere Informationen zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft finden Sie auf https://motorsport.ch/de/kartsport. Um Zeitnahme und Livetiming kümmert sich in 7 Laghi www.savoiechrono.com
Zeitplan
Samstag, 18. April
09.00-17.30 Uhr, Freies Training gemäss Zeitplan Streckenbetreiber
Sonntag, 19. April
09.04-09.56 Uhr, Offizielles Training (10 min pro Kategorie)
10.00-10.36 Uhr, Zeittraining à 6 Minuten pro Kategorie
10.45-12.05 Uhr, Rennen 1
12.05-13.15 Uhr, Mittagspause
13.25-14.45 Uhr, Rennen 2
14.45-16.25 Uhr, Finalläufe
ca. 17.00 Uhr, Siegerehrung (alle Kategorien)
Termine autobau Schweizer Kart-Meisterschaft 2026
29. März, Franciacorta (ITA)
19. April, 7 Laghi (ITA)
31. Mai, Levier (FRA)
12. Juli, Lonato (ITA)
23. August, Cremona (ITA)
10. Oktober, Wohlen
Schweizer Bergrennfahrer müssen sich auch 2026 international nicht verstecken. Das haben die ersten Bergrennen in Spanien, Frankreich und Italien bewiesen.
Gut starteten die Schweizer Bergrennpiloten in die Saison 2026. Am letzten März-Wochenende nutzte das Meisel Racing Team das Bergrennen La Villa Joiosa nahe der spanischen Stadt Alicante zu einem intensiven Testeinsatz mit dem Mercedes SLK340. Auch wenn die 6,3 Kilometer lange Strecke mit ihren 58 (!) Kurven charakterlich nicht ganz auf den schnellsten Saugmotor-Bergtourenwagen Europas zugeschnitten war, brannte Meisel im dritten und letzten Rennlauf einen neuen Streckenrekord in die Bahn. In der Addition der zwei schnellsten Zeiten sicherte sich der Aargauer den dritten Gesamtrang hinter einem Sportwagen und nur 0,1 Sekunden hinter dem BRC-Alpine A110 Turbo des spanischen Top-Piloten Javier Villa. «In den ersten beiden Läufen steckte mir der Winterschlaf wohl noch etwas in den Knochen», gab Meisel zu. Anders als 2025 wird Meisel nicht mehr sämtliche Rennen zur Europa-Bergmeisterschaft bestreiten. Am 25./26. April wird er sich aber beim Rechbergrennen in Österreich der EBM-Konkurrenz stellen, zu der auch der mit tschechischer Lizenz startende Urner Ronnie Bratschi mit seinem Mitsubishi gehören wird.
Am Col Saint Pierre in Saint-Jean-du-Gard trugen die Franzosen am vergangenen Wochenende bereits ihren zweiten diesjährigen Meisterschaftslauf aus. Der EBM-gestählte Kevin Petit errang beim ersten Einsatz mit einem neuen Nova Proto Turbo mit dem ab 2026 in der Division 2 vorgeschriebenen Überrollkäfig den Tagessieg. Als Gesamtsiebter entschied Victor Darbellay im Nova Proto mit Hartley-Emap-Turbomotor seine Klasse klar für sich. Der Walliser hatte insofern Glück, als der neue Streckenrekordhalter Marc Pernot am ersten Renntag Probleme mit seinem neuen Nova NP01 hatte und am Sonntag nur einen Lauf im Trockenen absolvieren konnte, den dieser in neuer Streckenrekordzeit und somit schneller als sämtliche Dreiliterpiloten zurücklegte. In der VHC-Bergmeisterschaft der Historischen feierte Guillaume Mathez im Peugeot 309 GTI 16V bereits den dritten Saisonsieg in seiner Klasse. Bei apokalyptischen Wetterbedingungen war Mathez am 8. Mai in Lodève sogar VHC-Gesamtsieger geworden und vor zwei Wochen in Bagnols-Sabran der zweitschnellste TW/GT-Pilot hinter einem Porsche 996 GT3 Cup gewesen.
Am vergangenen Wochenende begann auch die italienische Bergmeisterschaft. Bei der Salita del Costo nahe Vicenza waren die besten nationalen Rennsportwagenpiloten Italiens mit Ausnahme von Faggioli und Merli nahezu vollständig versammelt. Das Rennen auf der 9,91 km langen Strecke wurde am Sonntag in nur einem Lauf ausgetragen. Als Tagessieger ging Luigi Fazzino auf einem Osella PA30 Evo hervor. Manuel Santonastaso, ein bekannt schneller Thurgauer mit italienischen Wurzeln, entschied mit seinem BMW 320 E21 die Gruppe E1 Italia für sich. In der E2-SH war Aramis Cereghetti mit seinem BMW M5 E34 der Zweitschnellste. Schnellster Schweizer war der Jurassier Fabien Boudaban mit seinem Norma M20 FC aus der Gruppe E2-SS/SC auf Gesamtrang 22.
Text: Peter Wyss
Am Wochenende startete die ELMS in Barcelona, die GTWC in Le Castellet und die F4 CET am Red Bull Ring. Natürlich auch mit Schweizer Beteiligung. Wer Erfolg hatte und wer nicht, lesen Sie im Weekend-Report.
Gleich zum Auftakt der European Le Mans Series in Barcelona gab es einen Schweizer Podestplatz zu feiern. Für einmal war es aber nicht Louis Delétraz, der die Kohlen aus dem Feuer holte. «Mister LMP2» wurde beim Auftakt in der Kat. ProAM «nur» Zehnter. Dafür fuhr Grégoire Saucy beim 4-Stunden-Rennen auf dem Circuit de Catalunya als Dritter aufs Podium. Für den 26-jährigen Jurassier war es das erste Podium mit United Autosports im Rahmen der ELMS. 2024 durfte er schon vier Mal aufs Podest steigen – damals aber noch in der ProAM mit TDS Racing. Einen guten Start erwischte in Barcelona auch Léna Bühler. Die Westschweizerin fuhr im Rahmen des ersten Rennens des Michelin Le Mans Cup auf Rang 3. Ebenfalls in den Top 10 landete das CLX-Duo Cédric Oltramare/David Droux (auf P9).
Keine Erfolgsmeldung gibt es dafür vom Auftakt der GT World Challenge in Le Castellet zu berichten. Raffaele Marciello (BMW) war als Sechster der beste Schweizer, sieht man einmal von Marvin Kirchhöfer ab, der mit Schweizer Lizenz Fünfter wurde. Fabio Scherer musste sich mit Rang 25 begnügen, Patric Niederhauser schied bei seinem Comeback für Lamborghini aus. Und auch Ricardo Feller sah die Zielflagge für einmal nicht. Trotzdem gab es in Le Castellet noch einen Schweizer Triumph zu bejubeln. Der Bündner Kevin Gilardoni siegte (nach Platz 2 im ersten Lauf) im Sonntagsrennen der Super Trofeo Lamborghini.
Auch am Nürburgring wurde am Wochenende gefahren. Im dritten Lauf zur NLS war Miklas Born auf dem KTM X-Bow von Reiter Engineering als Gesamtneunter der beste Schweizer. Klassensiege gab es für Manuel Metzger (AT2) und das Team Hofor Racing mit dem amtierenden NLS-Meister Ranko Mijatovic (BMW M2). «Wir mussten uns in diesem Lauf wirklich strecken», sagte Mijatovic. «Schon am Start hatten wir ein kleines technisches Problem. Das hatte sich danach aber von selbst behoben. Gut positioniert übergab ich das Auto dann an meinen Teamkollegen, der uns mit einer starken Aufholjagd Platz 1 und damit wichtige Punkte in der BMW-M2-Klasse sicherte.»
Beim Saisonauftakt der Formel 4 CEZ auf dem Red Bull Ring (AUT) teilten sich die Schweizer Teams sämtliche Laufsiege. Jenzer Motorsport gewann alle drei Vorläufe – mit Teo Borenstein, Elia Weiss und nochmals Borenstein. Im Finale (der Top 32) stand dann David Walther aus dem Team Maffi Racing ganz oben auf dem Podium. Bester Schweizer war der Tessiner Georgiy Zasov (Jenzer Motorsport) als Fünfter. Jenzers Neuzugang Ella Häkkinen, die Tochter von Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen, wurde im Finale Zwölfte.
Ein ausführlicher Bericht zu den Einsätzen der Schweizer Bergrennfahrer im Ausland folgt morgen Dienstag.
Am vergangenen Donnerstag ist der langjährige Sportkommissar REG und Rennleiter Marco Miniscalco nach langer Krankheit im Alter von 59 Jahren verstorben.
Der gebürtige Tessiner (wohnhaft in Cadenazzo) arbeitete zuerst als Broker, später als Web-Designer und hatte 2010 die Ausbildung zum Sportkommissar/Rennleiter absolviert. Bis 2023 war Miniscalco aktiv im Einsatz. Bereits 2023 musste er aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten und auch seinen Austritt aus dem Komitee LOC-Sport geben.
Miniscalco hat aber nicht nur hinter den Kulissen gewirkt, so u.a. in der Organisationszentrale bei seiner Heimrallye, der Rallye del Ticino, als stellvertretender Direktor, er ist in den Neunzigerjahren auch selber gefahren. Ausserdem war er auch als Co-Pilot unterwegs – u.a. für Max Beltrami. «Wir sind mit dem Lancia Delta bei einigen Rallyes in Italien gefahren», erinnert sich der Organisator der Rally del Ticino. «Ich habe schöne Erinnerungen an diese Zeit. Er war ein grossartiger Freund!»
Auto Sport Schweiz spricht Familienangehörigen und Freunden von Marco Miniscalco sein tief empfundenes Beileid aus.
Für Lionel Ryter ist er der Favorit auf den Titel in der diesjährigen Junioren-Meisterschaft. Grund genug, Steven Chiquita vor dem ersten Slalom in Frauenfeld etwas genauer vorzustellen.
Er schaut meistens ein wenig grimmig. Vor allem dann, wenn man ihn fotografiert. Aber der finstere Eindruck täuscht. Steven Chiquita ist, wenn man sich mit ihm unterhält, ein topanständiger junger Mann mit guten Manieren und einem sehr zuvorkommenden Auftreten.
Ach ja! Und Gas geben kann er auch. Das hat er in der Schweizer Slalom- und Berg-Meisterschaft in jüngster Vergangenheit unter Beweis gestellt. Ganz überraschend kommt das nicht. Der 22-Jährige aus Orbe im Kanton Waadt ist quasi im Fahrerlager gross geworden. «Mein Vater Jean-Paul fährt seit 26 Jahren Rennen. Ich war erst ein paar Monate alt, als man mich im Kinderwagen zum ersten Mal mitgenommen hatte», erzählt Chiquita jr.
Und «Mini-Chik» hat seither kein Rennen seines Vaters verpasst. Je älter er wurde, desto mehr kam in ihm der Wunsch auf, selber zu fahren. Schon früh war klar, dass er diesem Wunsch nur mit einem bestimmten Auto nachgehen würde: einem BMW E30. Um mit 18 Jahren parat zu sein, übte Chiquita regelmässig. Schon mit sieben Jahren setzte ihn sein Vater ins Kart – «einmal pro Woche haben wir getestet», erzählt Steven. Mit 19, so erinnert sich Chiquita jr., hat ihm der beste Freund seines Vaters seinen BMW E30 angeboten. Zeit zum Überlegen brauchte Steven nicht. «Ich habe keine Sekunde gezögert – und den Wagen gekauft.»
Der erste Slalom, an dem Chiquita teilgenommen hatte, war Chamblon 2023. «Wir hatten das Auto eine Woche zuvor fertiggestellt. Ich hatte also keine Zeit, den Wagen zu testen.» Prompt blieb «Mini-Chik» im dritten Training stehen. Ein Getriebedefekt trübte die Freude beim ersten Einsatz. Viel Zeit für die Reparatur blieb nicht. Beim Finale in Les Paccots griff Chiquita jr. bei den REGionalen ins Lenkrad – und das bei einem Bergrennen, das – man mag uns den Ausdruck verzeihen – Eier braucht.
2024 griff Chiquita dann im NATionalen Championat an. Und zählte in seiner Kategorie, der E1 bis 3 Liter schon bald zu den Schnellsten. Bei den Junioren schloss er die Saison als Dritter ab. Und im Vorjahr war dann in Ambri beim Slalom mit seinem originell lackierten BMW erstmals Klassenbester. Am Ende wurde er erneut Dritter in der Junioren-Meisterschaft. Dieses Jahr möchte Chiquita nach dem Titel greifen. Irgendwann will er aber nicht nur bei den Junioren ganz vorne mitfahren. Ziel und Traum zugleich ist es, im Slalom und am Berg Top-Ergebnisse zu liefern. «Und vielleicht auch mal europäisch zu fahren.»
Um dorthin zu kommen, hängt sich der Heizungsinstallateur der Vivatec AG in jeder freien Minute voll ins Zeug. Bei der Garage RPM Racing in Villars-sur-Champvent in der Nähe von Yverdon arbeitet er mit seinem Vater nicht nur an den eigenen Autos, sondern auch an Kundenfahrzeugen und dazugehörigen Lastwagen. Hauptsache ist, dass sich im Leben von «Mini-Chik» vieles, wenn nicht gar alles um den Rennsport dreht.
Am Sonntag in einer Woche (19. April) beginnt in Frauenfeld die Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026. Als einer der Favoriten auf den Titel geht der schnelle Walliser Lionel Ryter (26) ins Rennen.
Die Schweizer Slalom-Meisterschaft war lange Zeit eine One-Man-Show. Philip Egli holte mit seinem Formel-3-Dallara seit Ambri 2013 sagenhafte 57 Tagessiege. Oder anders formuliert: Bis zu seinem Titelgewinn 2024 gewann der gebürtige Glarner mehr als 70 Prozent aller Rennen. Im Vorjahr bröckelte die Dominanz des 41-Jährigen. Im Walliser Lionel Ryter, der das Duell 4:3 gewann, fand Egli seinen «neuen Meister». 2026 wird Egli nicht die komplette Meisterschaft bestreiten. «Ich fahre nur in Frauenfeld, beim Doppellauf in Bière und in Bure.» Gibt das Ryter die Chance, sich den Titel in dieser Saison zu greifen? Wir haben beim Formel-Renault-Kutscher aus dem Rhonetal nachgefragt.
Wie sieht dein Programm für 2026 aus?
Lionel Ryter: 2026 möchte ich mich im Slalom und am Berg auf Rennen in der Schweiz konzentrieren und schauen, ob ich im Bergrenn-Gesamtklassement besser als Platz 5 abschneiden kann.
Im vergangenen Jahr hast du das Duell gegen Philip Egli in der Slalom-Meisterschaft mit 4:3 gewonnen. Aufgrund des Reglements hat das jedoch nicht für einen Podestplatz in der Gesamtwertung gereicht. Was ist dein Plan für 2026? Sind sieben Siege möglich?
Was das Slalom-Duell mit Egli angeht, kann ich es kaum erwarten, dass es wieder losgeht. Das sind Kämpfe, die mir Gänsehaut bereiten und die ich liebe – schöne Kämpfe voller Respekt! Egli ist aufgrund seiner Erfahrung, seiner Beständigkeit und seines Rennmanagements ein gefürchteter Gegner. Natürlich würde ich gerne sagen, dass sieben von sieben Siegen möglich sind, aber das wird sehr schwierig.
2025 musstest du dich noch auf die Junioren-Meisterschaft konzentrieren. Dieser Aspekt spielt dieses Jahr keine Rolle mehr. Bedeutet das, dass du noch mehr attackieren kannst?
Natürlich bin ich erleichtert, dass der Druck der Junioren-Meisterschaft weg ist. Das bedeutet, dass ich dieses Jahr 110 Prozent geben kann, ohne ständig daran denken zu müssen, die Junior-Meisterschaft gewinnen zu müssen.
Zur Juniorenmeisterschaft: Wen siehst du 2026 an der Spitze? Wer wird dein Nachfolger sein?
Was die Juniorenmeisterschaft angeht, stehe ich voll und ganz hinter Steven Chiquita. Er arbeitet seit mehreren Saisons hart und hat es verdient, endlich belohnt zu werden. Ich hoffe, dass für ihn alles gut läuft, aber Vorsicht vor Alessandro Grispino und seiner Beständigkeit sowie vor Nolan Vuilleumier in der E2, den man nach meinen Informationen sehr genau im Auge behalten sollte. Für mich sind das die drei Favoriten, und ich wünsche ihnen alles Gute und dass sie keine Probleme haben.
Welche Verbesserungen hast du an deinem Formel-Renault-Rennwagen für 2026 vorgenommen?
«Eva» ist in Topform! Wir haben diesen Winter gemeinsam mit Lozzia Amortisseurs in Sierre – meinem Sponsor, dem ich an dieser Stelle danken möchte – an der Federung gearbeitet und sind nun auf die gleichen Stossdämpfer wie die Novas umgestiegen. Eine weitere Verbesserung werde ich vorerst noch als Überraschung für mich behalten. Nach zwei Testtagen ist die Zuverlässigkeit gegeben, aber an den Einstellungen muss noch gefeilt werden. Das grosse Problem sind derzeit die Reifen. Es sind weder bei Nova (ehemals Avon, d. Red.) noch bei Pirelli neue Reifen verfügbar.
Wie lange wird man dich noch am Steuer eines 2-Liter-Monoposto sehen? Wenn du die Chance hättest, ein leistungsstärkeres Auto zu fahren, würdest du diese Gelegenheit wahrscheinlich sofort ergreifen, oder?
Ich würde sehr gerne in die nächsthöhere Klasse aufsteigen, nämlich in die der Nova Proto Turbo. Leider reicht das Budget, das wir derzeit aufbringen können, bei weitem nicht aus… Wir müssten zahlungskräftige Partner finden, damit das eines Tages möglich wird. Wir geben die Hoffnung nicht auf und versuchen in der Zwischenzeit, das Beste aus «Eva» zu machen, die mittlerweile einen enormen sentimentalen Wert für uns hat.
Korrektur Technisches Reglement, Art. 10.16 (Mini)
Das Komitee Karting hat an seiner Sitzung vom 01. April 2026 folgende Änderung des Artikels 10.16, Technisches Reglement, Getriebe «Mini», beschlossen:
10.16 Getriebe
In der Gruppe 3 müssen alle Ketten und Ritzel vom Typ 219 sein.
Das an der Hinterachse befestigte Kettenrad darf zum Schutz der Kette mit Scheiben abgedeckt werden. Diese dürfen aus Kunststoff oder Verbundwerkstoff bestehen.
Mini Kupplungsritzel 10 oder 11 Zähne / Ritzel der Hinterradwelle ist frei
MiniXS Kupplungsritzel 10 oder 11 Zähne / Ritzel der Hinterradwelle ist frei
Allgemeine ASS-Bestimmungen
10.16.a In der Mini-Kategorie ein Ritzel mit 9 Zähnen verwendet werden, sofern deren Montage dem HB entspricht. Die Anzahl der Zähne der Hinterradwellenkrone ist frei wählbar.
Diese Änderung erfolgt unter dem Vorbehalt der endgültigen Anerkennung durch die Nationale Sportkommission (NSK).
Die Schweiz ist auch 2026 bei der DTM vertreten. Und zwar mit Emil Frey Racing bei den Teams und Porsche-Pilot Ricardo Feller bei den Fahrern. Los geht die Saison am 25./26. April.
Acht Hersteller, elf Teams, 21 Fahrer und acht (resp. 16) Rennen: Das sind die Eckdaten der diesjährigen DTM. Mittendrin auch wieder ein Schweizer Fahrer und ein Schweizer Team. 2026 ist die Schweiz durch Ricardo Feller (#90) und Emil Frey Racing vertreten.
Der gebürtige Aargauer hat bei Manthey das Meisterauto der vergangenen Saison übernommen. Den ersten Erfolg durfte Feller mit Manthey Racing bereits feiern. Bei den 12 Stunden in Sebring stand «Ricky» vor zwei Wochen zusammen mit den beiden Österreichern Thomas Preining und Klaus Bachler ganz oben auf dem Podium. Ob ihm das auch in der DTM gelingt? Feller weiss, wie man Rennen gewinnt. Drei Mal hat er in der DTM schon triumphiert. Zuletzt am Red Bull Ring 2025; also dort, wo die Saison in etwas mehr als drei Wochen beginnt.
Feller wird aber nicht nur in der DTM starten. Ein anderes Porsche-Team, Lionspeed GP, strebt den Gesamtsieg bei den 24h Nürburgring an – mit Ricardo Feller, Laurin Heinrich und Laurens Vanthoor. Apropos Nürburgring: Dort (und in der GT World Challenge) ist Fabio Scherer gelandet. Im Vorjahr hielt er noch zusammen mit Feller die Schweizer Flagge als Ford-Mustang-Pilot in der DTM hoch. Dieses Jahr lasten die Hoffnung allein auf Fellers Schultern.
Wobei das so nicht ganz stimmt: Mit Emil Frey Racing ist auch dieses Jahr wieder ein Schweizer Team am Start. Die Safenwiler sind mit zwei GT3-Ferraris dabei; die #14 trägt Neuzugang Matteo Cairoli (ITA), mit der #69 geht der Niederländer Thierry Vermeulen ins Rennen. Im Vorjahr hat EFR zwei Rennen gewonnen (Lausitzring und Nürburgring).
Die Saison startet erstmals in der über 40‑jährigen Geschichte der Serie in Österreich. Am 25./26. April geht es auf dem Red Bull Ring los. Alle Rennen werden von ProSieben live im Fernsehen übertragen.
Am Sonntag, 19. April, findet in 7 Laghi/Pavia (ITA) der zweite Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft 2026 statt. Wer sich noch nicht angemeldet hat, kann dies noch bis Sonntag, 12. April (24 Uhr), unter https://www.go4race.ch/ nachholen. Wir freuen uns auf Ihre/eure Teilnahme und wünschen allen Teilnehmenden schon jetzt viel Erfolg!
Bei Fragen oder Unklarheiten stehen wir gerne zur Verfügung (info@motorsport.ch oder Tel. 031 979 11 11). Infos zur Strecke gibt es unter diesem Link.
Schweizer Kart-Erfolge in internationalen Rennserien sind längst nicht mehr aussergewöhnlich. So auch bei der IAME Series Italy in Franciacorta.
Gleich drei Schweizer haben es am Wochenende bei der IAME Series Italy in Franciacorta aufs Podium geschafft. Zwei davon durften sich gar als Sieger feiern lassen. In der Kategorie X30 Mini setzte sich Kimi Prost (10) erfolgreich im Finale durch. Der Enkel des viermaligen Formel-1-Weltmeisters Alain Prost, der in der Woche zuvor auch in der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft für Spirit fuhr, übernahm die Führung in der letzten Runde und feierte so seinen ersten Sieg. Etwas weniger Glück hatte Ben Iten (ebenfalls Spirit). Nach Rang 2 im ersten Vorlauf musste sich der Zuger im Finale mit Rang 6 begnügen – und das obwohl er kurz in Führung lag.
Noch erfolgreicher als bei den Minis war man in der Kategorie S125 Junior. Dort gab es aus Schweizer Sicht gleich einen Doppelsieg zu feiern. Auch dort stammte der Sieger Zoltan Coigny aus dem Team Spirit Racing. Platz 2 ging an Elia Nützi aus der Mannschaft von KartBox.ch. Nützi hatte in den Vorläufen mit den Plätzen 5 und 1 die Nase knapp vorne. Im Finale duellierte er sich rundenlang mit Coigny, ehe der junge Mann vom Genfersee im letzten Umlauf dann die Führung übernahm. Mit Laurent Shahinaj als Achter klassierte sich ein weiterer Schweizer in den Top 10.
Bei den Senioren war Julian Brupbacher, 2025 noch Schweizer Kart-Meister bei den X30ern, als Zwölfter der beste Schweizer.
Aussetzung Kategorie OK Senior Saison 2026
Das Komitee Karting hat an seiner Sitzung vom 01. April 2026 die Situation und vor allem das zukünftige Potential möglicher Einschreibungen der Kategorie OK Senior in der autobau Schweizer Kart Meisterschaft 2026 eingehend analysiert.
Die Analyse hat ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, dass in den noch verbleibenden 5 Läufen pro Veranstaltung mindestens 5 Nennungen eingehen werden. Eine kompetitive Durchführung der Kategorie OK Senior ist so nicht gewährleistet.
Das Komitee Karting wird bei der Nationalen Sportkommission (NSK) anlässlich ihrer nächsten Sitzung beantragen, die Kategorie OK Senior für die Saison 2026 auszusetzen.
Unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die NSK ist davon auszugehen, dass die Kategorie OK Senior in keiner Wertung der autobau Schweizer Kart Meisterschaft 2026 aufgenommen wird.
Nach Rücksprache mit den zuständigen Strassenverkehrsämtern können wir festhalten, dass laut Verkehrsversicherungsverordnung (VVV) Händlerschilder nur an geprüften und nichtgeprüften, betriebssicheren und den Vorschriften entsprechenden Fahrzeugen angebracht werden dürfen. Da Rallye-Fahrzeuge jedoch in keiner Weise den Vorschriften entsprechen dürfen diese in Zukunft nicht verwendet werden.
Auto Sport Schweiz hat deshalb die zwei Standardreglemente (wie im Anhang ersichtlich) angepasst.
Die vergangenen drei Jahre war Mike Müller (23) im ADAC Junior Cup unterwegs. Zwei Mal wurde er dort Gesamtzweiter, einmal -vierter. Auf diese Saison wechselt er in den neu geschaffenen Polo Cup – also von 150 zu 300 PS.
Mike Müller hat 2023 den Wechsel vom Kart- in den Automobilrennsport vollzogen. Nach drei Jahren und zwei zweiten Plätzen im ADAC Junior Cup (auf einem VW up!) sattelt der Berner von 150 auf 300 PS um und absolviert in diesem Jahr den neu geschaffenen VW Polo Cup. Seinem Team wird der ehemalige Schweizer Kart-Champion treu bleiben. Auch 2026 ist Topcar aus Uetendorf (BE) für die Einsätze des 23-Jährigen verantwortlich.
Getestet hat Müller sein neues «Spielzeug» noch nicht. Der erste Test wird erst nach Ostern Mitte April in Hockenheim stattfinden. Immerhin: Müllers neuer 300 PS starker Polo wurde gerade eben frisch foliert. Und der Fahrer kann es kaum abwarten, ehe er erstmals ins Auto steigen darf. «Ich weiss noch nicht genau, was auf mich zukommt», sagt Müller. «Laut dem Organisator (DMV, d. Red.) wurden bisher mehr als 25 Fahrzeuge verkauft. Wie gross das Feld letztendlich sein wird, werden wir am letzten April-Wochenende in Oschersleben beim Saisonauftakt sehen.»
Für Vollgastier Müller ist aber jetzt schon klar: «Ich fahre diesen Cup nicht aus Spass. Ich will regelmässig unter die Top 3 kommen und natürlich auch ein Wörtchen bei der Titelvergabe mitreden.» Der Polo Cup Deutschland startet im Rahmen der DMV Goodyear Racing Days. Es werden insgesamt zwölf Rennen ausgetragen.
Mehr Infos gibt es unter diesem Link.
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