Spannende, mitunter überraschende Titelentscheidungen haben das sechste Rennwochenende des Porsche Sports Cup Suisse geprägt. Der Titel im GT3 Cup ging an den Österreicher Felix Neuhofer. Den letzten Rennsieg sicherte sich Gregor Burkard.
Die Titelentscheidung in der Klasse 1, reserviert für den 510 PS starken 911 GT3 Cup ohne Renn-ABS, entpuppte sich in Misano zu einem wahren Krimi. Schon die Ausgangslage war brisant: Felix Neuhofer ging mit einem Punkt Vorsprung auf Jack Sherwood in das letzte Rennwochenende. Während sich der in Deutschland lebende Österreicher für beide Läufe die Pole-Position und damit jeweils drei Zusatzpunkte gesichert hatte, machte Sherwood im ersten Durchgang ernst und übernahm in der zwölften von 17 Runden die Führung – um den Sieg nachträglich wieder zu verlieren: Der Brite hatte die Streckenbegrenzungen zu oft missachtet und dafür 15 Strafsekunden kassiert. Dies warf ihn auf Rang 2 vor Gregor Burkard zurück, der sich mit frischen Reifen vom Ende des Starterfelds nach vorne gekämpft hatte.
Damit lag Neuhofer vor dem finalen Lauf acht Punkte vorn, doch er erlebte einen Start zum Vergessen: Noch in der ersten Runde kam es zu einem Kontakt mit Sherwood. Der Brite war mit neuen Michelin von Platz 5 gestartet. Neuhofer musste das vordere rechte Rad wechseln lassen und fiel ans Ende des Teilnehmerfelds zurück. Weil er die Kollision verursacht hatte, musste Sherwood in Runde 10 eine Boxendurchfahrt-Strafe antreten. Der 20-Jährige kehrte als Neunter vor seinem Titelrivalen zurück auf die Strecke, im Ziel teilten sie sich die Plätze 8 und 9. Damit stand Neuhofer als neuer Champion des GT3 Cup fest. Der Laufsieg ging an den Meisterschaftsdritten Burkard vor Peter Hegglin, Christian Caramuscia und Ilario Introna. In der Teamwertung siegte Sportec Racing.
In der Gruppe GT4 Clubsport hat David Dias seine Tabellenführung mit dem Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport gegen Kevin Lattion verteidigt. Bei den 911 GT3 R der aktuellen Generation 992 heisst der Champion Patrick Dinkeldein. Der Deutsche krönte seinen Titelgewinn auf dem 4,226 Kilometer langen Kurs nahe Rimini durch einen Gesamtsieg in der Gruppe Open GT. Mit zwei ersten Plätzen in der Klasse 21 für den 911 GT3 Cup mit Traktionskontrolle und Renn-ABS hat sich Levin Gelf in letzter Sekunde zum Champion gekürt. Im Feld der klassischen Rennwagen durfte sich Stefan Roitmayer über zwei Laufsiege mit dem 911 Cup der Generation 993 freuen, den Titel sicherte sich Sebastian Glaser. Mit den Cup-Fahrzeugen der Generation 964 teilten sich Philippe Menotti und Enzo Calderari die Rennerfolge, als Champion dieser Klasse liess sich Florian Schmidhuber trotz eines Ausfalls feiern.
Nach der Pflicht folgte beim Saisonfinale in Misano traditionell die Kür: das zweistündige Nachtrennen, in dem sich mehrere Fahrer ein Cockpit teilen dürfen und in dem oftmals gestandene Profis als Verstärkung antreten. Es zählt zu keiner Wertung. Bei den Porsche 911 GT3 R konnten sich Jörg Dreisow/Manuel Lauck gegen Roderick Christie/Matteo Malucelli und Stephan Heim/Stephan Joos durchsetzen. Bei den traktionskontrollierten 911 GT3 Cup-Rennwagen mit ABS hiessen die Sieger Kjell Lejonkrans/Emil Persson. Sie kamen vor Harald Huber und dem früheren Porsche-Junior Klaus Bachler sowie Loic und Frank Villiger ins Ziel. Bei den 911 GT3 Cup ohne ABS gewannen Gregor Burkard/Marcel Fässler gegen Peter Hegglin/Christopher Zöchling. Wolfgang Triller entschied als Solofahrer die Klasse 40 für den 911 GT3 Cup der Generation 991 für sich. Als bester 718 Cayman GT4 RS Clubsport wurde der Mittelmotor-Porsche von Pascal Delafontaine/Bruno Widmer/Richard Feller gewertet.
Für viele ist es der Saisonhöhepunkt. Für Tabellenführer Nicolas Lathion und Beifahrerin Morgane Apothéloz könnte es die Erfüllung eines Traums werden. Bei der Rallye du Valais, dem Finale der Schweizer Rallye-Meisterschaft, geht es ums Ganze.
Der ehemalige McLaren-Teamchef Ron Dennis (79) hat einst gesagt: «To finish first, you first have to finish!», was soviel bedeutet wie: Um als Erster ins Ziel zu kommen, muss man erst einmal ins Ziel kommen. Treffender könnte man es im Vorfeld der Rallye International du Valais nicht formulieren. Tabellenführer Nicolas Lathion mit Co-Pilotin Morgane Apothéloz muss seine bevorstehende Heimrallye vom 29.-31. Oktober zwar nicht gewinnen, aber um Meister, also Erster zu werden, muss er ins Ziel kommen. Und zwar mindestens als Neunter (in der Schweizer Wertung).
Wenn man Lathions Ergebnisse aus den vergangenen Jahren herbeizieht, sollte diese Aufgabe lösbar sein. 2023 wurde der Skoda-Pilot aus Charrat Vierter, 2024 Zweiter und im Vorjahr Fünfter bei der RIV. Doch genau darin liegt die Krux. Skoda-Pilot Lathion sagt selber: «Volles Risiko müssen wir nicht nehmen, aber zu vorsichtig dürfen wir auch nicht sein!» Erster Verfolger des 36-Jährigen, der in der Rallye-SM noch nie gewonnen hat, ist Pascal Perroud mit seiner Beifahrerin Charlène Greppin. Der Waadtländer, Markenkollege von Lathion, hat 22 Punkte Rückstand auf die Spitze. Schon 25 Punkte zurück liegt Mike Coppens. Der zweimalige Schweizer Rallye-Meister hat von den bisherigen drei Läufen nur einen bestritten, die Rallye du Chablais. Diese aber zusammen mit seinem Co-Piloten Christophe Roux gewonnen. Coppens zählt auch bei der diesjährigen Rallye du Valais zu den Favoriten, wenngleich ihm natürlich die Praxis 2026 etwas fehlt.
Gleiches gilt aber auch für die Startnummer 3, Jonathan Michellod/Stéphane Fellay. Auch dieses Duo hat in diesem Jahr erst eine Rallye bestritten: die Rallye Monte Carlo im Januar. Mehr Praxis haben Michaël Burri (auf Toyota Yaris GR) und Thibault Maret (Auf Citroën C3). Burri hat in diesem Jahr schon an vier Rallyes teilgenommen. Beim Schweizer Meisterschafts-Auftakt im Jura wurde er Vierter. Maret hat als einziger (neben Lathion) an allen drei bisherigen Schweizer Rallye-Läufen teilgenommen. Sein Rückstand auf den Führenden beträgt bereits 28 Punkte. Dabei fällt vor allem der Nuller bei der ärgerliche Rallye du Chablais ins Gewicht. «Hätten wir dort anständig Punkte geholt, sähe die Ausgangslage heute viel besser aus.» Nicht mehr in die Meisterschaftsentscheidung eingreifen werden Jonathan Hirschi und Florian Gonon. Beide sind bei der diesjährigen RIV nicht am Start.
Spannend dürfte es auch noch im Schweizer Rallye-Pokal (für hubraumschwächere Fahrzeuge) werden. Vor dem Finale im Wallis führen Michael Esteves/Ismaël Berdayes auf ihrem Opel Corsa. Acht Punkte dahinter lauern Alain Rey/Estelle Coppex auf Renault Clio. Nur einen Punkt dahinter folgt ein Trio mit 22 Punkten: Laurent Bérard/Audrey Zwahlen auf Honda Civic Type R und Laurent Rossi/Florent Clavien auf Peugeot 206 XS. Der dritte Verfolger wird nicht mehr in die Meisterschaft eingreifen: Yohann Surroca startet bei der RIV mit einem Hyundai i20N. Gut möglich, dass er auf den ganz vorderen Plätzen anzutreffen ist. Gespannt sein darf man auch auf das Abschneiden von Yoann Loeffler. Der Vorjahres-Gesamtzweite geht mit seinem Skoda Fabia Rally2 direkt nach den Top 5 ins Rennen. Und dann ist da auch noch Joël Grand. Der Walliser, der zwischen Rallye und Bergrennen pendelt, gibt bei der RIV mit einem Renault Clio S1600 sein Comeback.
«In der historischen Klasse», der VHC, wird es beim Finale im Wallis voraussichtlich auf ein Duell der beiden schnellsten BMW-M3-Duos hinauslaufen. Vor der RIV führen Edy und Florence Bérard 18 Punkte vor Julien Camandona/Melanie Crettaz. Mit Erwin Keller (im Mitsubishi Galant VR4) und Jérémie Toedtli (auf einem Ford Sierra Cosworth 4x4) sind aber auch zwei weitere heisse Sieganwärter am Start. In der VHRS, der Kategorie, in der es um regelmässiges Fahren geht, sind acht Autos am Start. in der modernen Klasse deren drei.
Die Servicezone und das Hauptquartier der Rallye befinden sich in Martigny. Die Rallye beginnt am Donnerstag, 29. Oktober, mit den administrativen Abnahmen, den technischen Kontrollen, einem Shakedown zwischen Martigny und Chariatte und einer «Super Spécial» am Donnerstagabend. Der Start in den zweiten Tag bestehend aus sieben Prüfungen erfolgt am Freitag, 30. Oktober. Am Samstag werden weitere sechs Prüfungen absolviert. Insgesamt werden bei der «Valais» 183,28 Kilometer zurückgelegt. Damit gilt die Rallye als eine Veranstaltung vom Typ 1.
Mehr Infos zur Rallye du Valais finden sie unter diesem Link.
Termine Schweizer Rallye-Meisterschaft 2026
27./28. März, Critérium Jurassien
28.-30. Mai, Rallye du Chablais
10.-11. Juli, ABGESAGT, Rallye de Bourgogne-Côte Chalonnaise (FRA)
18./19. September, Rally del Ticino
29.-31. Oktober, Rallye International du Valais
Die Schweizer Kartfahrer müssen sich international nicht verstecken. Das hat man auch beim IAME World Final in Viterbo (ITA) am vergangenen Wochenende gesehen.
Es wäre das perfekte Wochenende für Alexis Genolet geworden. Der junge Genfer hatte beim IAME World Final im italienischen Viterbo alles im Griff. Der Pilot aus dem Team LKM Racing gewann alle sechs Vorläufe in der Kategorie S125 Senior! Und auch im Finale überquerte er die Ziellinie als Erster. Doch über den Sieg konnte sich Genolet nur kurz freuen. Die Rennleitung nahm ihn aus der Wertung, weil er sich kurz vor Schluss nach deren Geschmack mit unfairen Mitteln gegen den Zweitplatzierten wehrte. Eine harte Strafe – andere Fahrer kamen für ähnliche Vergehen schon ungestraft davon…
Doch nicht nur Genolet zeigte in Viterbo eine starke Leistung. Auch der 13-jährige Elia Nützi vom Team KartBox.ch lieferte einen tadellosen Job ab. Nützi wurde in der S125 Junior Dritter im Finale. Auch er befand sich in den Vorläufen stets unter Schnellsten. Den Super Heat vom Samstag gewann er sogar. Den Schweizer Triumph machte in diesem Lauf Dilan Roman Fricker perfekt. Der Schweizer OK-Junior-Meister sicherte sich Rang 3 in diesem Rennen. Im Finale wurde er Achter.
Auch in der X30 Junior machten die Schweizer auf sich aufmerksam. Aaron Buhofer machte im Finale elf Positionen gut und belegte Rang 5. Rares Pascu, eines der wohl grössten Talente in der Rotax Max Challenge, kam direkt hinter ihm ins Ziel. Aurelio Longhitano wurde Siebter, Zoltan Coigny 13. Auch er hatte sich um elf Plätze verbessert. Im starken Feld der X30 Senioren erreichte Dan Allemann Platz 8. Bei den Senioren der S125 belegte Gauthier Sanjuan (nach Genolets Disqualifikation) Platz 4, Leopold Maier wurde Siebter.
Das letzte Rennwochenende der FIA F4 CEZ entwickelte sich zum Schaulaufen von Jenzer Motorsport. Das Team aus Lyss gewann am Hungaroring nicht nur den Fahrer-, sondern auch den Team-Titel.
Am Wochenende gab es für die Schweizer Motorsport-Gemeinde gleich zwei Titel zu feiern. Über den einen, den Triumph von Kevin Gilardoni im Lamborghini Super Trofeo, haben wir schon am Samstag berichtet. Am Sonntag durfte auch Jenzer Motorsport jubeln. Das Formel-4-Team aus Lyss/BE hat zum vierten Mal in Serie die FIA F4 CEZ gewonnen. Der diesjährige Meister heisst Elia Weiss und kommt aus Deutschland. Er ist der Sohn der ehemaligen deutschen Rennfahrerin Claudia Hürtgen (55). Und er war 2026 mit zehn Laufsiegen der mit Abstand erfolgreichste Fahrer in der diesjährigen CEZ-Meisterschaft. Weiss hatte den Titel am Hungaroring schon im ersten Rennen sichergestellt. Der 17-jährige Münchner hatte danach aber noch nicht genug: Er siegte auch im dritten Vorlauf und belegte im Finale Rang 2 hinter dem Tschechen Teo Borenstein, der ebenfalls für Jenzer fährt.
Sein bisher bestes Wochenende erwischte Georgiy Zasov. Der einzige Schweizer in Diensten von Jenzer Motorsport (in der F4 CEZ) gewann am Hungaroring sein zweites Formel-4-Rennen. Damit gewann Jenzer nicht nur alle vier Rennen, man sicherte sich auch in allen Läufen die Plätze 2 und 3. Für Zasov endete seine erste komplette F4-Saison auf dem siebten Schlussrang. Die Teamwertung hatte Jenzer schon vor dem Finale in Budapest in der Tasche. Auch dieser Titel ging zum vierten Mal hintereinander nach Lyss – herzliche Gratulation!
«Dieses Wochenende haben wir wirklich dominiert», meint Teamchef Andreas Jenzer. «Der Dank gebührt dem ganzen Team. Die vielen Rennen und dazwischen die Tests fordern von unserer Mannschaft sehr viel. Deshalb ist es dann auch schön, wenn man für die viele Arbeit belohnt wird. Aus Schweizer Sicht hat es mich besonders gefreut, dass Georgiy in den letzten beiden Rennen so erfolgreich war. Er hat an den letzten beiden Rennwochenenden einen wirklichen guten Job gemacht.»
Sein erstes Formel-4-Rennen absolvierte auch Paul Andriotis. Der 15-Jährige aus Morges fuhr bei seiner Premiere für das Team Real Racing aus Rumänien und belegte die Plätze 17 und 15. Im Finale schied der Andriotis, der dieses Jahr auch am Young Drivers Projekt von Auto Sport Schweiz teilnimmt, aus.
Das Komitee Karting hat Kalender der autobau Schweizer Kartmeisterschaft 2027 definiert. Wir freuen uns, euch die fünf Läufe vorzustellen. Auf vielfachen Wunsch von PilotInnen und Teams haben wir 2027 zwei Läufe in Frankreich ins Programm genommen. So finden je zwei Rennen in Italien und Frankreich sowie das Saisonfinale in Wohlen statt.
• Super Mini: 8 - 12 Jahre (Erreichen des Altersjahres im Kalenderjahr)
• S125 Junior: 12 - 14 Jahre (Erreichen des Altersjahres im Kalenderjahr)
• S125 Senior: ab 14. Geburtstag
• KZ2: ab 15. Geburtstag
• KZ2 Master: ab 30. Geburtstag (im KZ2-Feld integriert)
Die Daten stehen unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Nationale Sportkommission (NSK). Allfällige Änderungen bleiben vorbehalten, sofern unvorhersehbare Einflüsse oder Vorkommnisse eintreten.
Mit Kevin Gilardoni hat ein weiterer Schweizer einen GT3-Titel geholt. Der siebenmalige Rallye-Ticino-Sieger krönte sich heute Samstag zum neuen Meister der Lamborghini Super Trofeo Europa.
Mit einem Punkt Vorsprung ist Kevin Gilardoni in Monza zum alles entscheidenden Rennwochenende in der Lamborghini Super Trofeo Europa angetreten. Und schon nach dem ersten Lauf gestern Freitag sah es für den 34-Jährigen aus dem Misox vielversprechend aus. Mit einem zweiten Platz bauten Gilardoni und sein italienischer Teamkollege Simone Iaquinta die Tabellenführung aus.
Im zweiten Rennen war dann schon vor dem Start alles klar. Gerade als alles für das letzte Rennen des Jahres bereit war, fielen erste Regentropfen auf den Asphalt von Monza, was die Rennleitung dazu veranlasste, das Rennen als Regenrennen zu deklarieren. Während der Einführungsrunde verlor Patrik Fraboni beim Herausfahren aus der Ascari-Kurve die Kontrolle über seinen Lamborghini, prallte gegen die Leitplanken und beschädigte die rechte Vorderpartie schwer. Ein bitteres Ende für den Fahrer des Oregon Teams, der zusammen mit Silas Rytter noch um den Pro-Titel kämpfte. Der vorzeitige Ausfall des Duos ebnete somit den Weg für Iaquinta und Gilardoni, die den Titel rechnerisch bereits vor dem Erlöschen der Ampeln feiern konnten.
Im Rennen wurde das Duo dann auf Platz 16 abgewinkt. Eine Zehn-Sekunden-Strafe wegen eines Verstosses beim Boxenstopp beeinträchtigte zwar die Chance, die Saison mit einem erneuten Top-Ergebnis abzuschliessen, hatte jedoch keinen Einfluss auf den Gewinn der Meisterschaft. Insgesamt gewann Gilardoni drei Rennen zum diesjährigen Lamborghini Super Trofeo Europa.
Nächste Woche (vom 29.-31. Oktober) findet im Wallis die 66. Ausgabe der Rallye International du Valais statt. Das Programm dazu kann ab sofort unter diesem Link angerufen werden.
Weitere Informationen zur RIV (inkl. Startliste) werden nächste Woche auf dieser Seite veröffentlicht. So viel sei jetzt schon verraten: Der Titel in der Schweizer Rallye-Meisterschaft 2026 ist noch nicht vergeben. Die besten Chancen, ihn zu holen, haben Nicolas Lathion/Morgane Apothéloz. Aber auf 186,76 Kilometer kann vieles passieren…
Kartfahrer und -fahrerinnen aufgepasst! Wer 2027 mit einem Wechsel in den Formelsport spekuliert, sollte diese Meisterschaft auf dem Zettel haben: die deutsche Formel 4 kehrt nach fünf Jahren Pause zurück. Mit am Start ist auch das Team Jenzer Motorsport.
Erinnern Sie sich noch an den letzten deutschen Formel-4-Meister? Richtig – es war Kimi Antonelli 2022. Danach hat die vom ADAC organisierte Serie ihren Betrieb einstellen müssen. Jetzt kehrt die Formel-4-Meisterschaft in unserem Nachbarland zurück. Mit dabei ist auch das Team Jenzer Motorsport aus Lyss/BE.
Die Meisterschaft wird unter dem Banner der FIA von Gedlich Racing veranstaltet, das unter anderem auch die Formula Winter Series organisiert. Insgesamt treten in dieser Saison 14 verschiedene Teams an. Zu den Teams, die aus früheren Saisons der deutschen Formel-4-Meisterschaft zurückkehren, gehören neben Jenzer auch Van Amersfoort Racing und Cram. Weitere bekannte Teams sind LN4 Fusion, gegründet vom Formel-1-Weltmeister Lando Norris, sowie FS Motorsports, mitbegründet vom brasilianischen Rennfahrer Augusto Farfus. Laut der Pressemitteilung «gingen Bewerbungen für mehr als 70 potenzielle Fahrzeuge ein» – und selbst renommierte Namen erhielten eine Absage, denn das Feld ist auf maximal 36 Fahrzeuge beschränkt. Die letzten erfolgreichen Schweizer in der deutschen Formel 4 waren Grégoire Saucy (2019, zwei Podestplätze) und Fabio Scherer (2017, sechs Podestplätze, darunter ein Sieg am Sachsenring).
Der Kalender 2027 sieht wie folgt aus:
8./9. Mai, Oschersleben – DTM
19./20. Juni, Lausitzring – DTM
3./4. Juli, Norisring – DTM (TBC)
31. Juli/1. August, Red Bull Ring – ADAC Racing Weekend
21./22. August, Nürburgring – DTM
25./26. September, Sachsenring – DTM
2./3. Oktober, Hockenheim – ADAC Racing Weekend
Und wieder war es ein gutes Wochenende für die Schweizer auf internationaler Bühne. Nicht nur für Sébastien Buemi, der vor seinem fünften WEC-Titel steht. Mit Thomas Toffel hat zum ersten Mal ein Schweizer die Euro-NASCAR gewonnen!
Sébastien Buemi hat seinen fünften Titel in der Langstrecken-WM auf dem Silbertablett. Der 37-jährige Waadtländer hat nach dem Sieg in Fuji (JAP) von vor zwei Wochen auch am vergangenen Wochenende beim WEC-Rennen in Barcelona triumphiert. Dank einem Doppelsieg hat Toyota schon vor dem Finale in Monza (ITA) am 8. November den Hersteller-Titel im Sack. Buemi und seine Teamkollegen, der Neuseeländer Brendon Hartley und der Japaner Ryo Hirakawa, haben einen Vorsprung von 17 Punkten auf das Schwesterauto mit der #7. «Was für ein fantastischer Tag für das gesamte Team», meinte Buemi. «Es gab eine Menge Stress und ich bin immer noch ein bisschen sauer auf mich selbst wegen der Strafe am Start, aber meine Teamkollegen haben das wieder wettgemacht. Ich freue mich riesig, den Titel mit dem ganzen Team durch einen Doppelsieg zu feiern. Nun hoffe ich natürlich, dass Brendon, Ryo und ich auch noch den Fahrertitel in Monza holen.» Für den zweiten Schweizer bei den Hypercars, Raffaele Marciello (BMW), endete das Rennen nach einem enttäuschenden Quali (Startplatz 16) und einer Zehn-Sekunden-Strafe auf Platz 7.
Den Titel bereits in der Tasche hat Thomas Toffel. Der 35-Jährige aus Givisiez im Kanton Fribourg hat als erster Schweizer die Open-Meisterschaft in der Euro-NASCAR gewonnen. Toffel überquerte im zweiten Finale in Zolder (BEL) als Fünfter die Ziellinie. Das reichte, um seine Titelkonkurrenten Raphael Lessard und Thomas Dombrowski um zwölf respektive 22 Punkte hinter sich zu lassen. Toffel, der für das Schweizer Team THT Race Art Technology fährt (das THT steht für Thomas Toffel), hatte die Saison mit einem Doppelsieg im spanischen Valencia begonnen. Auch beim zweiten Rennen in Le Castellet gewann Toffel. Sechs Mal stand er insgesamt auf dem Podium.
Einen weiteren Podestplatz gab es beim Endurance-Finale der GTWC in Portimão (POR) für Ricardo Feller. Der Aargauer in Diensten von Lionspeed GP belegte beim letzten Rennen der Saison Platz 2 und schaffte es damit noch als Dritter aufs Podium im Gesamtklassement. Durch den Titelgewinn im Sprint-Wettbewerb sicherte sich Feller in beiden Wertungen disziplinenübergreifend den zweiten Rang.
Einen grossartigen Schweizer Erfolg gab es auch bei der Rallye Sanremo. Das Finale der italienischen Rallye-Meisterschaft wurde vom Italiener Fabio Andolfi und dessen Schweizer Co-Pilot Marco Menchini gewonnen. Das Duo setzte sich an die Spitze, nachdem der amtierende Champion Andrea Crugnola nach zwei Reifenschäden vorzeitig aufgeben musste und gewann mit 4,7 Sekunden Vorsprung auf den neuen italienischen Meister Roberto Daprà. Der brandneue Lancia Ypsilon HF Rally2 wurde von DMax Swiss eingesetzt.
Zum Kartsport: Auch dort gab es einen Schweizer Sieg. Iven Ammann hat das ROK Cup Superfinale 2026 in der Kategorie Junior ROK gewonnen. Bereits im Qualifying zeigte Ammann eine überragende Leistung und sicherte sich mit einer Bestzeit von 49,131 Sekunden die Pole-Position im über 300 Fahrer starken internationalen Feld. Auch im Finale liess Ammann (für das Team Innovate Competition am Start) nicht anbrennen und gewann souverän. Für den 15-Jährigen markiert dieser Triumph einen weiteren Meilenstein in seiner noch jungen Karriere, nachdem er sich bereits im Februar durch den Sieg beim ROK Wintercup direkt für das Superfinale qualifizieren konnte.
Für Reto Meisel endete die europäische Bergrennsaison mit einem weiteren grossen Sieg beim Bongo Hill Climb Monsters in Kroatien. Auch Robin Faustini und Andreas Helm setzten sich bestens in Szene.
Das zum sechsten Mal seit 2021 veranstaltete Bongo Hill Climb Monsters in Skradin richtet sich vor allem an leistungsstarke Fahrzeuge, die in acht verschiedene Gruppen eingeteilt wurden. Unter 250 PS geht nichts, eine FIA-Wagenpass ist nicht vorgeschrieben, weshalb auch Rennfahrzeuge nach offenen Reglementen mit bis zu 1200 PS am Start erlaubt und erwünscht sind.
Trotzdem triumphierten am Ende bestbekannte Namen aus der Europa-Bergmeisterschaft, allen voran Reto Meisel und Christian Merli. Der diesjährige Gruppe-1-Europameister aus Leuggern erzielte in beiden Rennläufen einen mit 1000 Euro extra prämierten Streckenrekord für Tourenwagen. Auch im abschliessenden Shoot Out der zehn schnellsten Monster-Tourenwagen war der zweifache Schweizermeister mit seinem Mercedes SLK340 Judd V8 nochmals der Schnellste. «Ich habe nicht einmal attackiert, aber neue Reifen montiert. Dieses Auto ist mir halt an den Hintern gewachsen», drückte sich Meisel salopp aus. Die Plätze 2 und 3 bei den Tourenwagen gingen an die Bulgaren Vasko Vajarov auf Opel Astra und Niki Zlatkov auf Audi Quattro S1 Pikes Peak, beide mit über 800 PS und Allradantrieb.
Den Tagessieg auf der 3387 Meter langen Rennstrecke Skradins am Rande des bekannten Krka-Nationalparks (zwischen Zadar und Split) machten Christian Merli im Nova Proto NP01 mit Cosworth-Motor von Heini Mader und Robin Faustini im bewährten NP01 mit Emap-Turbomotor unter sich aus. Im ersten Heat war der Schweizer noch um 18 Hundertstel schneller, im zweiten Sprint konnte er wegen eines Problems mit dem Motor-Mapping nicht mehr voll aufdrehen.
Der nach einer dreimonatigen Dopingsperre zurückkehrte Italiener fuhr hingegen Tagesbestzeit und holte sich so mit einer Sekunde Vorsprung den Gesamtsieg vor dem Schweizer. Gesamtdritter wurde der auch in der Schweiz bekannte Italiener Fausto Bormolini im Reynard-Cosworth vor den beiden Osella FA30 des neuen Deutschen Bergmeistera Benjamin Noll und des Luxemburger Meisters Tommy Rollinger. Nach Problemen an seinem OsellaPA30 verzichtete Faustinis Papa Simon Hugentobler auf den Start.
«So nahe an Merli dran gewesen zu sein, empfinde ich nicht als Niederlage. Denn ohne das Problem im zweiten Lauf hätte ich ihn heute schlagen können. Hauptsache, alles blieb ganz», bilanzierte Faustini seinen letzten Saisonauftritt. Vielleicht war es auch der letzte mit dem Meisterauto, das zum Verkauf steht und bald einen neuen Besitzer finden könnte. Wie es mit Faustini danach weitergeht, steht noch in den Sternen. Sein Wunschziel ist die Teilnahme an der Europameisterschaft mit einem neuen Auto nach FIA-Standard.
Als dritter Schweizer stieg Andreas Helm aufs Podium – und dies mit dem leistungsschwächsten Auto in der Gruppe der Tourenwagen mit 250 bis 320 PS und ohne Allrad oder Turbo. Helms VW Polo erreichte die Mindestleistung offiziell zwar nicht ganz, trotzdem teilten ihn die Organisatoren im Laufe der Veranstaltung von den Vorfahrern ins Rennfeld um. Nur der Österreicher Tobias Santer im 304 PS starken VW Golf 1 und ein Bulgare in einem Honda waren schneller als Helm, der mit dem Auto auch in der Schweiz mehrere neue 1400er-Klassenrekorde setzte.
Obwohl er sich mit dem vierten Rang deutlich hinter Helm begnügen musste, war «Speedmaster» beim einzigen diesjährigen Bergeinsatz mit dem VW MB Polo durchaus zufrieden. Dies durfte auch Corsin Rietiker sein, der in Meisels Gruppe zum fünften Rang hinter zwei Porsche GT3 aus Österreich und einem infernalischen Lada-Turbo aus Kroatien fuhr. Rietikers selbstentwickelter BMW M3 mit V10-Motor war dem Veranstalter eine Einladung wertgewesen. Zu den stärksten Monstern zählten der Mitsubishi Dementor des norwegischen Time-Attack-Champions Pettersen und der Renault Clio mit 1200 PS des Slowenen Grudnik, die aber beide technische Probleme bekundeten.
Text: Peter Wyss
Seit Montag steht die Schlussrangliste der Interswiss Trophy 2026 fest: Zum sechsten Mal heisste der Sieger Stephan Burri. Die Plätze 2 und 3 gehen an Christophe Oulevay und Werner Rohr.
Er hat es schon wieder getan: Stephan Burri hat zum sechsten Mal nach 2016, 2019, 2022, 2023 und 2024 die Interswiss Trophy gewonnen. Als einziger Fahrer hat Burri das Punktemaximum von 160 Zählern erreicht. Mit dem Streckenrekord in Les Paccots (plus ein Zusatzpunkt) ergab das für den VW-Scirocco-Piloten ein total von 161 Punkten. Zwei «Zwanziger» wurden Burri sogar noch gestrichen: Der Sonntags-Slalom in Bière und der Slalom in Chamblon kamen gar nicht erst in die Endabrechnung.
Der Sieg in der IS Trophy kam Burri gelegen und entschädigte ihn für einen Platz auf dem Gesamtpodium in der Schweizer Tourenwagen-Meisterschaft. Diese führte er bis zum letzten Rennen an. Doch in Les Paccots fiel er aufgrund der Streichergebnisse noch aus den Top 3 heraus. «Der Sieg in der IS Trophy und Platz 2 im Berg-Pokal sind zwei schöne Erfolge», meint Burri. «Vor allem der Gewinn der Interswiss Trophy bedeutet mir viel. Wie die Schweizer Junioren-Meisterschaft ist auch die IS Trophy disziplinenübergreifend. Man muss also am Berg und bei den Slaloms Resultate liefern.»
Hinter Burri sicherte sich Burris Markenkollege Christophe Oulevay, Dritter der diesjährigen Slalom-Meisterschaft, Rang 2 in der IS Trophy. Dritter wurde Werner Rohr auf Toyota Corolla AE 86. Rohr war in den Jahren 2008, 2010 sowie 2014 IS-Trophy-Sieger. Vorjahres-Sieger Arnaud Donzé (VW Golf) landete auf Rang 4. Direkt dahinter Urs Banz auf Opel Ascona. Den kompletten Endstand können Sie der Homepage der Interswiss Trophy entnehmen.
Eine knappe Entscheidung gab es bei den Interswiss-Damen. Dort setzte sich Vanessa Zenklusen (als 15.) mit der identischen Punktzahl gegen VW-Golf-Pilotin Tamara Schöpfer (16.) durch. Weil beide Damen das identische Streichergebnis hatten, musste das bessere Einzelergebnis entscheiden. Und da hatte Zenklusen auf ihrem Subaru Impreza Type R die Nase vorne. Rang 3 unter den Damen ging an Sabrina Fankhauser als 23.
Die Schweizer Rennfans dürfen weiter jubeln. Nach den Titeln von Ricardo Feller (GTWC) und Philip Ellis (IMSA) wurden am vergangenen Wochenende zwei weitere internationale Meisterschaften durch Schweizer Rennfahrer gewonnen: das ADAC GT Masters durch Felix Hirsiger und die ELMS durch Grégoire Saucy.
Felix Hirsiger und sein Teamkollege Finn Zulauf hatten vor dem Finale des ADAC GT Masters in Hockenheim fünf Punkte Rückstand auf das führende Duo. Nach dem ersten Rennen und Platz 2 hinter dem siegreichen Mustang lagen Hirsiger/Zulauf vor dem letzten Rennen plötzlich mit fünf Punkten Vorsprung in Führung. Und weil das Lamborghini-Duo am Sonntag nichts mehr anbrennen liess und zum fünften Mal in dieser Saison den Sieg davontrug, war der Titel im letzten Rennen gar nie in Gefahr. «Mit diesem Titel ist ein Traum wahrgeworden», meinte Hirsiger. «Der Druck hat sich über den ganzen Tag aufgebaut und vor dem Rennen war ich echt nervös. Unsere Konkurrenten waren so schnell zu Beginn und dann auch noch direkt hinter uns. Mein eigener Stint war dann einer der schönsten, den ich je hatte. Ich war so ruhig und gelassen und konnte es wirklich geniessen. Im ersten Anlauf direkt Meister zu werden, ist mehr, als wir uns erträumt hatten.»
Nicht nur Hirsiger hatte am Wochenende allen Grund zum Jubeln. Auch Grégoire Saucy durfte sich über den Gewinn einer Meisterschaft freuen. Der 25-jährige Jurassier gewann das Saisonfinale der ELMS in Portimão (POR) und sicherte sich so nach dem Gewinn der Formula 3 Regional 2021 seinen zweiten internationalen Titel. Auch Saucys Triumph war nie wirklich in Gefahr. Von der Pole-Position gestartet behielt das Trio mit Saucy, dem Briten Ben Hanley und dem Australier Griffin Peebles stets die Kontrolle und gewann am Ende mit zwölf Sekunden Vorsprung zum zweiten Mal in dieser Saison nach dem Triumph in Le Castellet (FRA). «Was war das für eine unglaubliche Saison – fünf Podestplätze in sechs Rennen», meinte Saucy bei der Siegerehrung am späteren Abend. «Die Freude über den Titel ist riesig. Vielen Dank an meine Teamkollegen und United Autosports.» In der LMP3-Klasse hat CLX Motorsport die Saison ebenfalls souverän abgeschlossen. Das Schweizer Team sicherte sich dank des überzeugenden Sieges seines Ligier mit der Startnummer 17, der ebenfalls von der Pole-Position gestartet war, den zweiten ELMS-Titel in Folge.
Keinen zweiten Titel, dafür einen zweiten Platz beim Finale in Hockenheim gab es für Ricardo Feller bei der DTM. Der Aargauer schaffte es im zweiten Rennen am Sonntag aufs Podium und sorgte mit seinen Leistungen und seinem Teamgeist dafür, dass das Team Manthey neben dem Team-Wettbewerb auch den Fahrertitel einfahren konnte. Dieser ging nämlich zum zweiten Mal hintereinander an den Österreicher Thomas Preinig. Für Feller endete die Saison auf dem neunten Gesamtrang. Das Team Emil Frey Racing belegte nach einem durchzogenen Hockenheim-Wochenende Rang 4 in der Teamwertung.
Für Chiara Bättig endete die Saison in der Britischen Formel 4 auf dem 13. Schlussrang. Beim Finale in Brands Hatch belegte die Zürcherin am vergangenen Wochenende die Plätze 10, 8 und 6. Damit war Bättig 13 Mal unter den Top 10. Zwei Mal davon stand sie als Dritte auf dem Podium.
Zum Kartsport: Pech für Zoltan Coigny beim Finale der FIA Karting Academy Trophy in Viterbo (ITA). Zwar gewann der Waadtländer den ersten Vorlauf. Doch im Finale (Coigny startete von P6) fuhr ihm in der dritten Kurve ein Konkurrent von hinten drauf, wodurch der Kühler kaputt ging. Coigny beendete die Saison als Gesamt-Fünfter. Die beiden Schweizer Vertreter bei der OK-N-WM am selbigen Ort schafften es knapp nicht in die Top 10. Iven Ammann wurde Zwölfter, Alexis Genolet 14. Bei den Junioren wurde Orlando Rovelli als bester und einziger Schweizer 17.
Beim Finale der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft in Wohlen fielen auch in den noch offenen Kategorien die Entscheidungen. Die neuen Schweizer Meister 2026 heissen: Ben Iten (Super Mini), Dilan Roman Fricker (OK Junior), Dan Allemann (X30) und Kilian Boss (KZ2).
Ben Iten, Dilan Roman Fricker, Dan Allemann und Kilian Boss heissen die Schweizer Kart-Meister 2026. In drei der vier Kategorien fiel die Entscheidung beim Finale zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft am vergangenen Samstag in Wohlen. Entschieden war schon vor dem sechsten Rennen die Kategorie X30 Challenge Switzerland. In dieser setzte sich Dan Allemann (Spirit Racing) beim vorletzten Lauf in Cremona (ITA) durch. Der neue X30-Champion verzichtete deshalb auf das Finale und fuhr stattdessen in Le Mans den IAME Eurocup. Weil auch der Zweitplatzierte Michael Müller (Virtus Motorsport) so gut wie nicht mehr einzuholen war, war es vor allem der Kampf um Platz 3 im Gesamtklassement, der für Spannung sorgte. Die grosse Frage, die sich stellte: Können Nicola Mateo Frigg (MH Racing) oder Gauthier Sanjuan (Spirit Racing) den in Wohlen ebenfalls abwesenden Alexis Genolet (LKM Racing) noch abfangen? Die Antwort lautete – ja. Wobei Frigg sich Rang 3, Sanjuan Rang 4 sicherte. Es hätte durchaus aber auch anders kommen können. Der schnelle Gauthier startete nach den Plätzen 1 und 2 in den Vorläufen von der Pole-Position ins Finale und hätte dieses mit dem Speed, den er an den Tag legte, wohl auch gewonnen. Doch schon am Start ausgangs der ersten Kurve wurde der Spirit-Fahrer umgedreht. Die anschliessende Aufholjagd von ganz hinten war beeindruckend und endete abzüglich einer Fünf-Sekunden-Strafe (Spoiler) Auf Rang 6. Der Sieg im Finale ging an Tyron Jaquet, der für das Missgeschick seines Teamkollegen am Start verantwortlich war. Jaquet überquerte die Ziellinie als Zweiter, profitierte aber von einer Strafe gegen Müller. Dieser ist beim Aufreihen am Start (nach dem Schild «Formation») weiter «Zick Zack» gefahren. «Schade – ich hätte natürlich gerne das Finale gewonnen», sagt Müller. «Aber mit dem zweiten Gesamtplatz hinter Dan kann ich gut leben. Hätte mir vor der Saison jemand in Aussicht gestellt, dass ich Zweiter in der Meisterschaft werden kann, ich hätte sofort unterschrieben.» Platz 3 im Finale ging an Samuel Schär. Der Fahrer aus dem Team MH Racing schaffte es als einziger X30-Pilot dank starken Darbietungen im Nassen und im Trockenen in allen drei Läufen aufs Podest. Das Duell im zweiten Vorlauf gegen Sanjuan, das Schär zu seinen Gunsten gewann, wäre das Eintrittsgeld alleine wert gewesen, hätte es denn eines gegeben…
Bei den Super Minis, den Jüngsten (8-12 Jahre) fiel die Entscheidung nach dem zweiten Vorlauf. Der mit einem 43-Punkte-Polster ins Rennen gegangene Ben Iten (Spirit Racing) machte mit seinem insgesamt elften Saisonsieg alles klar. Im ersten Durchgang lief es für den Elfjährigen aus Baar/ZG nicht nach Plan. In der ersten Kurve nach dem Start drehte sich Iten auf dem nassen Geläuf. Später steckte er dann sogar noch in der Bande fest, konnte das Rennen aber fortsetzen und wurde hinter Siegerin Joy Allemann (ebenfalls Spirit) und Teamkollege Kimi Prost noch Dritter. Im Finale war es abermals die Schwester von Dan Allemann die beim Heimrennen triumphierte. Iten (als Meister) wurde Zweiter, Rang 3 erkämpfte sich mit knappem Vorsprung Lewis David aus dem Team Swiss Hutless. Im Kampf um Platz 3 im Gesamtklassement (hinter Iten und Allemann) setzte sich Prost durch. Der Neffe des viermaligen Formel-1-Weltmeisters Alain Prost profitierte von einem Nuller Davids im ersten Vorlauf, weil an dessen Kart der Motor streikte. «Ich freue mich sehr über diesen Titel», meinte Iten. «Wenngleich ich mir manchmal mehr Gegner gewünscht hätte.»
Auch Kilian Boss durfte bereits nach dem zweiten Durchgang erste Gratulationen entgegen nehmen. Der Berner hatte mit 47 Punkten Vorsprung in der Kategorie KZ2 (also bei den Schaltkarts) am meisten Luft nach hinten. Und Boss sowie sein Team Swizz Evenzz liessen sich, auch wenn kein weiterer Sieg mehr in Wohlen dazukam, nicht aus der Ruhe bringen. Mit viel Routine und Blick auf die Meisterschaft fuhr der Young Driver von 2023 in einem ausgeglichenen Feld souverän zu seinem ersten Schweizer Meister-Titel, nachdem er 2023 und 2025 schon in der VEGA Trofeo erfolgreich war (1x in der X30, 1x bei den Schaltkarts). Platz 2 im Gesamtklassement ging an Bastien Liénard. Der Fribourger, der in Cremona seinen ersten Finalsieg feierte, doppelte in Wohlen nach. Wie schon im Training am Freitag war der 27-jährige Privatbewerber auch im trockenen Finale am Samstag der schnellste Pilot. Dank eines fulminanten Finishs und 132 Punkten aus den letzten zwei Rennwochenenden (!) hat sich Liénard den Vize-Titel gesichert. Rang 3 im Gesamtklassement holte sich Florian Esteve von DEL motorsports, dem Team der Gebrüder Luyet. Einen erfolgreichen Renntag erlebte auch Emilien Koestner. Der Teamkollege von Esteve eroberte nicht nur zum ersten Mal die Pole-Position, er siegte auch in beiden Vorläufen und stellte damit seine Qualitäten als Regenfahrer unter Beweis.
Für die grösste Spannung (auf dem Papier) sorgte die Entscheidung in der Kategorie OK Junior. Dort führte vor dem Finale in Wohlen Dilan Roman Fricker (Swiss Hutless) vor Alejandro Campos (Spirit Racing). Doch auch hier reichte das Polster, wenngleich Campos in allen drei Rennen vor Fricker ins Ziel kam. Letzterer rechnet sich vor dem Finale aus, dass auch ein neunter Platz zum Titelgewinn reichen würde. «Nur ausscheiden darf ich nicht», meinte Fricker. Und als es dann mitten im Rennen zu tröpfeln begann und alle auf Slicks unterwegs waren, kam plötzlich nochmals Spannung auf. Campos hatte nach einem Abflug von Leader und Teamkollege Aaron Buhofer (so schnell kann’s gehen…) die Führung übernommen und gewann das Rennen schliesslich auch. Fricker war zu diesem Zeitpunkt Zweiter, liess dann aber Cyrill Sarkar (MH Racing) und Liam Flossbach (Spirit Racing) ziehen. Der vierte Platz reichte danach locker zum Titelgewinn – sehr zur Freude seines Teams. «Es war nicht ganz einfach, das Kart bei diesen Bedingungen auf der Strecke zu halten», meinte Fricker. «Aber ich wusste ja, dass ich einfach ins Ziel kommen musste. Und das habe ich getan.» Hinter dem neuen Junioren-Meister sicherte sich Campos (mit nur zwölf Punkten Rückstand) die Vize-Meisterschaft. Platz 3 ging an Buhofer. Punktgleich auf Platz 4 (aber im Vergleich mit Buhofer ohne Rennsieg) wurde Sarkar Vierter. Tränen gab’s nach dem Rennen bei Flossbach. Der Basler beendete das Finale auf Platz 2 (so gut wie noch nie), rutschte dann aber nach der Zieldurchfahrt von der Piste und drückte sich den Spoiler ein. Dafür gab es eine Fünf-Sekunden-Strafe, wodurch Flossbach von P2 auf P3 zurückversetzt wurde. Bis zur Siegerehrung waren die Tränen dann aber wieder trocken, wenngleich es bei der Podiumszeremonie so richtig zu schütten begann…
Auf im Gleichmässigkeit ausgelegten Swiss Historic Kart Cup, der in Wohlen ebenfalls sein Finale austrug, sicherte sich Armando Gaudino den Tagessieg vor Adrian Egli und Neel Jani. Der Le-Mans-Sieger von 2016 hatte im zweiten Lauf sehr viel Pech. Weil die Zündung streikte musste er zuschauen. Andernfalls hätte er bei seinem Gaststart auch gewinnen können. Die Gesamtwertung (nach drei Rennen) ging an Hansueli Lehmann. Zweiter wurde Sandro Melena, Dritter Adrian Egli.
Das Komitee Karting hat sich in diesem Jahr an diversen Sitzungen mit den verschiedenen Kategorien für die Saison 2027 befasst.
Dabei wurde nicht nur die Kategorien eingehend analysiert, sondern auch die Richtung, in die sich der Markt bezüglich der Motorenkonzepte bewegt. Die Analyse hat ergeben, dass sich sowohl der Markt als auch die Vertreter des Kartsports in Richtung IAME S-125 orientieren. Ein wichtiger Faktor bei der Festlegung der Kategorien 2027 ist, dass die Kategorien Junioren und Senioren ein identisches Motorenkonzept erhalten. Aufgrund dieses Faktors ist die Beibehaltung der Kategorie IAME X30 Challenge Switzerland leider nicht sinnvoll.
Das Komitee Karting hat aus diesem Grund der Nationalen Sport Kommission (NSK) für die Saison 2027 die folgenden vier Kategorien zur Durchführung vorgeschlagen:
Kategorie Motor
Super-Mini IAME X30 WATERSWIFT, ohne Restriktor
Junior IAME S125J, mit Restriktor
Senior IAME S125, ohne Restriktor
KZ2 KZ2 (wie bisher)
Anlässlich verschiedener Veranstaltungen werden Gastkategorien zugelassen, so dass an diesen Anlässen fünf Kategorien die Rennläufe bestreiten werden.
Die neu eingeführten Kategorien sowie das Motorenkonzept sollen gemäss Planung des Komitees Karting während mindestens drei Jahren beibehalten werden. Allfällige Änderungen bleiben vorbehalten, sofern unvorhersehbare Einflüsse oder Vorkommnisse eintreten.
Das Komitee Karting ist überzeugt, dass sich die neuen Motorenkonzepte bewähren und sich positiv auf die autobau SKM 2027 sowie deren Teilnehmende auswirken wird.
Bei Fragen oder Unklarheiten stehen wir gerne zur Verfügung (info@motorsport.ch oder Tel. 031 979 11 11).
Am Wochenende findet im Rahmen der DTM auch das Finale des ADAC GT Masters auf dem Hockenheimring statt. Mittendrin Felix Hirsiger, der als dritter Schweizer in dieser Saison einen GT3-Titel holen könnte.
Zwei GT3-Titel hat die Schweiz 2026 mit Philip Ellis in der IMSA und Ricardo Feller im Sprint Cup der GTWC bereits eingefahren. Am Wochenende könnte mit Felix Hirsiger im ADAC GT Masters ein weiterer dazukommen. Für die Schweiz wäre es nicht der erste Titel in einer der beliebtesten GT3-Meisterschaften Europas. 2019 gewann Patric Niederhauser den Titel im GT Masters. 2021 hiess der Sieger Ricardo Feller. Und auch in den Jahren 2024 und 2025 war ein Schweizer erfolgreich: zwei Mal hintereinander gewann Alexander Fach die Amateur-Wertung.
Vor dem Finale auf dem Hockenheimring am 10./11. Oktober trennen nur fünf Punkte die Tabellenführer von ihren Herausforderern – der engste Titelkampf seit Jahren. An der Spitze liegen mit 184 Punkten die BMW-Piloten Leyton Fourie und Tim Zimmermann. Mit 179 Zählern folgen Hirsiger und sein deutscher Teamkollege Finn Zulauf vom Team Engstler Motorsport in ihrem Lamborghini auf Rang 2. Rechnerisch können auch Kiano Blum/Niklas Kalus im Ford Mustang noch nach der Trophäe greifen. Ihr Rückstand beträgt aber bereits 48 Punkte bei noch 56, die man am Hockenheimring holen kann.
Die reine Statistik spricht mit vier zu drei Siegen auf dem Hockenheimring für das Lamborghini-Duo. Der 28-jährige Hirsiger kommt als zweifacher Champion anderer Serien (Porsche Sports Cup Suisse 2024 und Ferrari Trofeo Pirelli Europe 2025) in das Finale und hat eine klare Zielsetzung: «Das wäre mein dritter Titel in Folge und das ist meine Hauptmotivation. Es würde mir sehr viel bedeuten und wäre natürlich auch für die Zukunft extrem wichtig.»
Die Rennen des ADAC GT Masters (im Rahmen der DTM) finden am Samstag um 15.05 Uhr und am Sonntag um 14.30 Uhr statt. Sie werden live im TV bei Sport1 gezeigt. Wir drücken Felix die Daumen!
Beim Finale der autobau Schweizer Kartmeisterschaft führen wir eine Neuheit ein: die Sportity-App als Kommunikationskanal. Die App wird bereits bei zahlreichen Bergrennen und Rallyes von Veranstaltern genutzt und liefert Informationen direkt aufs Handy.
Wir laden alle Piloten, Teams, Eltern und Besucher ein, die App am Samstag live vor Ort zu nutzen. Ladet Sportity im App Store oder bei Google Play herunter und gebt beim Login das Passwort „autobau” ein.
Wir freuen uns, euch mit der Sportity-App künftig noch schneller informieren zu können!
Am Samstag findet in Wohlen der sechste und letzte Lauf zur diesjährigen autobau Schweizer Kart-Meisterschaft statt. In drei von vier Kategorien werden noch die Schweizer Meister gesucht. Acht Fahrer und Fahrerinnen dürfen sich noch Hoffnungen machen.
Eine Kategorie ist bereits entschieden. In der X30 Challenge Switzerland hat sich Dan Allemann mit einem «Grand Slam» beim letzten Rennen in Cremona (ITA) vorzeitig den Titel gesichert. Für den Spirit-Fahrer ist es nach 2022 der zweite Schweizer Meistertitel. Damals gewann er bei den Super Minis. Nun hat er einen so grossen Vorsprung (82 Punkte), dass er beim letzten Rennen nicht mehr eingeholt werden kann und deshalb sogar auf das Finale verzichtet und stattdessen am Wochenende beim IAME Eurocup in Le Mans (FRA) fährt. Auch Platz 2 von Michael Müller dürfte nicht mehr in Gefahr sein. Der 26-jährige Routinier aus dem Team Virtus Motorsport hat 41 Punkte Vorsprung auf Alexis Genolet (LKM Racing) und 71 auf Nicola Matteo Frigg (MH Racing). Weil Genolet am Wochenende aber bei der Weltmeisterschaft in Viterbo (ITA) startet, ist Müllers zweiter Schlussrang so gut wie in trockenen Tüchern. Der Kampf um Platz 3 könnte in Abwesenheit von Genolet aber noch spannend werden. Neben Frigg (muss mindestens 30 Punkte auf den Genfer aufholen), ist auch Gauthier Sanjuan noch im Rennen um einen Podestplatz. Der frischgebackene VEGA-Champion hat «lediglich» 23 Zähler Rückstand auf Frigg.
Bei den Super Minis läuft alles auf ein Duell zwischen den beiden Spirit-Piloten Ben Iten und Joy Allemann hinaus. Wobei Iten mit einem 43-Punkte-Vorsprung alle Trümpfe in der Hand hält. Der Elfjährige aus Baar (ZG) muss theoretisch «nur» in allen drei Rennen ins Ziel kommen. Aufgrund der geringen Anzahl an Teilnehmenden reichen ihm theoretisch drei fünfte Plätze. Wer Iten kennt, weiss jedoch: Er wird es nicht darauf beruhen lassen, einfach ins Ziel zu kommen. Spannend wird auf jeden Fall noch das Duell um Platz 3. Dort hat Lewis David aus dem Team Swiss Hutless nach der Disqualifikation von Spirit-Fahrer Kimi Prost in Cremona die Nase mit 14 Punkten vorne.
Auch in der Kategorie OK Junior können nur noch zwei Fahrer den Schweizer Meister-Titel holen. Hier ist der Vorsprung des führenden Roman Dilan Fricker (Swiss Hutless) mit 26 Punkten auf den Zweitplatzierten Alejandro Campos (Spirit) aber geringer als bei den Super Minis. Und jeder, der Kart fährt, weiss: Ein 26-Punkte-Polster kann sich, wenn’s schlecht läuft, rasch in Luft auflösen. Trotzdem muss man auch festhalten, dass der im Dezember erst zwölf Jahre alt werdende Fricker in den vergangenen zwei Rennen eine bärenstarke Leistung zeigte. Wenn ihm eine ähnliche gute Performance gelingt, wird es für Campos schwierig werden, ihn noch einzuholen. Völlig offen ist der Kampf um den dritten Schlussrang. Diesen werden Aaron Buhofer (178 Punkte), Cyrill Sarkar (176) und Liam Flossbach (154) unter sich ausmachen. Mit Marc Müller und Romeo Epifanio greifen – beide nach längerer Absenz – auch zwei Lokalmatadoren, die im Vorjahr je ein Rennen in Wohlen gewonnen haben, ins Geschehen ein.
Den grössten Vorsprung bringt Kilian Boss in der Kategorie KZ2 mit nach Wohlen. Der ehemalige Young Driver des Jahres 2023 aus dem Team Swizz Evenzz hat ein 47-Punkte-Polster auf den Zweitplatzierten Bastien Liénard. Das sollte unter normalen Umständen (pro Rennwochenende gibt es max. 75 Punkte zu gewinnen) reichen. Aber Routinier Boss weiss aus eigener Erfahrung, dass sich selbst sicher geglaubte Platzierungen in Luft auflösen können. Ausserdem hat Boss nicht nur Liénard im Nacken. Auch Paolo Castagnetti (Gerber Team Corse) und Florian Esteve (DEL motorsports) haben noch theoretische Chancen. Während Boss den Sack vielleicht schon nach dem ersten Vorlauf zumacht, bleibt die Spannung um die Plätze 2, 3 und 4 sicher bis zum Schluss erhalten.
Für nostalgische Gefühle, gepaart mit echtem Motorsport, sorgt der Auftritt des Swiss Historic Kart Cup. Zum dritten und letzten Lauf der historischen Kartrennserie, bei der es um gleichmässiges Fahren geht, haben sich 16 Fahrer eingeschrieben. Nach zwei von drei Rennen führt Sandro Melena vor Florent Abazi (in Wohlen nicht am Start) und Hansueli Lehmann. Gespannt darf man auf das Abschneiden von der #801 sein. Diese trägt in Wohlen Neel Jani. Der Le-Mans-Sieger von 2016 wird mit einem Swiss-Hutless-Chassis am Finalrennen des Swiss Historic Kart Cup teilnehmen.
Zur Strecke: Wohlen ist mit einer Streckenlänge von 825 Metern der kürzeste Kurs im Kalender der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft. Auf die leichte Schulter sollte man die 1962 eröffnete Kartbahn aber nicht nehmen. Denn die zehn Kurven haben es in sich. Und schon manch einer hat in Wohlen Lehrgeld bezahlt. Schon in der ersten Kurve nach Start und Ziel kann es sehr eng werden. Wer zu viel riskiert, kommt der Streckenbegrenzung sehr nahe… Obwohl die Strecke sehr abwechslungsreich ist und kaum Zeit zum Verschnaufen gibt, bietet sie allerhand Überholmöglichkeiten. So sind zum Beispiel die Kurven 6 und 9, zwei Haarnadelkurven im Gegenuhrzeigersinn, prädestiniert. Aber auch in den Kurven 5 und 10 kann überholt werden.
Weitere Informationen zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft finden Sie auf https://motorsport.ch/de/kartsport. Um Zeitnahme und Livetiming kümmert sich in Wohlen www.savoiechrono.com
Zeitplan
Freitag, 9. Oktober
09.00-17.00 Uhr, Freies Training gemäss Zeitplan Streckenbetreiber
Samstag, 10. Oktober
08.15-09.13 Uhr, Offizielles Training (10 min pro Kategorie)
09.20-10.06 Uhr, Zeittraining à 6 Minuten pro Kategorie
10.15-11.50 Uhr, Rennen 1
12.00-12.50 Uhr, Mittagspause
13.00-14.35 Uhr, Rennen 2
14.35-16.30 Uhr, Finalläufe
ca. 17.00 Uhr, Siegerehrung (alle Kategorien)
Termine autobau Schweizer Kart-Meisterschaft 2026
29. März, Franciacorta (ITA)
19. April, 7 Laghi (ITA)
31. Mai, Levier (FRA)
12. Juli, 7 Laghi 2 (ITA)
23. August, Cremona (ITA)
10. Oktober, Wohlen
Der Deutsche Motorsport Verband (DMV) bietet am 26. Oktober (nach dem Saisonfinale des BMW 318ti Cup) ein Schnuppertag auf dem Hockenheimring an. Kostenpunkt: 600.- Euro.
Immer wieder werden wir vom Verband Auto Sport Schweiz gefragt: Wo kann man als Kartfahrer die ersten Schritte im Automobilrennsport machen? Zahlreiche Möglichkeiten bieten sich an. Im Magazin 02/2026 haben wir Ihnen die Interessantesten davon vorgestellt. Darunter auch der BMW 318ti Cup vom DMV, dem Deutschen Motorsport Verband. Dieser bietet Interessierten am Montag, den 26. Oktober 2026, auf dem Hockenheimring einen offiziellen Juniorentest für Nachwuchsfahrer und Aufsteiger aus dem Kartsport an.
Der Schnuppertag besteht aus zwei geführten Testeinheiten sowie weiteren Fahrsessions. Der Kostenpunkt dieses einmaligen Angebots liegt bei 600.- Euro. Ziel der Veranstaltung ist ausdrücklich die Nachwuchsförderung. Die Plätze sind begrenzt. Interessenten können sich direkt an die Serienorganisation wenden.
Cerny Motorsport GmbH
Hr. Florian Sternkopf
Tel.: +49 (0)172 3150936
Mail: info@dmv-bmw318ticup.de
Einer, der 2026 in den BMW-Cup umgestiegen ist, ist Diego Gama. Der junge Mann aus Meyrin ist im vergangenen Jahr noch für UBIQ Racing in der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft an den Start gegangen. Gama hat von den fünf bisherigen Rennen vier für das Team Cerny Motorsport bestritten und wird auch am Saisonfinale in Hockenheim am 23./24. Oktober am Start stehen.
Weitere Infos gibt es unter diesem Link.
Er ist und bleibt die Nummer 1 im Renault Classic Cup: Thomas Zürcher hat am Wochenende beim Saisonfinale auf dem Nürburgring seinen zehnten Titel im RCC gewonnen.
Die Serie wird langsam unheimlich. Thomas Zürcher hat am Wochenende auf dem Nürburgring seinen zehnten Titel im Renault Classic Cup gewonnen. Mit einem Sieg im Samstagrennen war für den 55-Jährigen die Sache geritzt. Im zweiten Rennen am Sonntag wurde Zürcher Zweiter hinter Silas Reuter. Zürcher musste im zweiten Durchgang von ganz hinten starten, nachdem er im zweiten Qualifying von der Strecke abkam. «Ich bin auf Öl oder Kühlwasser ausgerutscht», sagt Zürcher. «Ein aufgewirbelter Stein hat mir im Kiesbett dann die Heckscheibe zerschlagen. Wir mussten improvisieren, konnten den Schaden aber rechtzeitig flicken.»
In der Meisterschaft lag Zürcher vor dem Finale auf dem Nürburgring, dem einzigen Rundstreckenrennen im Kalender des RCC 2026, noch auf Rang 2 – zwei Punkte hinter Beat Rohr. Dieser verzichtete aber auf die Reise in die Eifel, wodurch Zürcher die Gesamtführung übernehmen konnte. Rang 3 im Endklassement ging an Marc Beyeler. Nur drei Punkte dahinter reihte sich Beat Weber ein.
Auf die Frage, welche Bedeutung dieser zehnte Titel für Zürcher hat, meint der Serienmeister: «Jeder Titel hat seine Geschichte. Und in diesem Jahr lief nicht alles rund. Im Slalom habe ich Punkte verschenkt, weil ich ein paar Pylonen erwischt habe. Am Berg lief es dann besser – bis auf Anzère. Der Abflug dort hat mich viele Arbeitsstunden gekostet. Und nach Oberhallau musste ich noch das komplette Getriebe revidieren, um überhaupt am Nürburgring starten zu können.»
Neben Zürcher, Reuter, Gerber und Weber waren auch Tiziano Filippone und Jürg Brunner am Nürburgring am Start. Letzterer hat seinen Clio II gegen einen Clio III «eingetauscht» und hatte in der Eifel sichtlich Spass an seinem neuen Arbeitsgerät.
Mehrere Schweizer starteten am vergangenen Wochenende beim Internationalen Bergrennen Mickhausen in Südbayern. Unter allen ragte «Speedmaster» als Gesamtsieger der Tourenwagenwertung heraus.
Das traditionelle Rennen südlich von Augsburg bildete den Finallauf zur Deutschen Bergmeisterschaft 2026. Von 1966 bis 1985 war es als Augusta-Bergrennen bekannt geworden, seit der Neuauflage anno 2001 heisst es Bergrennen Mickausen.
Wegen der Nähe zur Ostschweizer Landesgrenze ist dies für etliche Schweizer Spezialisten stets ein beliebter Saisonschluss. So gewann dort Roland Bossy im Reynard F3000 das Rennen von 2003, als Tagessieger aus dem Nachbarland folgten ihm Marcel Steiner 2010, 2012 (im Osella FA30) und 2017 (im LobArt-Mugen), Romeo Nüssli (Ford Escort Cosworth) im Regenrennen von 2016 sowie Eric Berguerand 2019 im Lola FA99 als bisher letzter Schweizer.
Im rund 140-köpfigen Teilnehmerfeld mit Fahrern aus sechs Nationen waren diesmal nur Tourenwagen aus der Schweiz am Start. Bei schönstem Herbstwetter setzten sie sich vor einer gewaltigen Zuschauerkulisse entlang der 2,2 Kilometer langen Strecke im Naturschutzgebiet Stauden prächtig in Szene – allen voran «Speedmaster». Mit dem bereits 2016 und 2019 (1. Tourenwagen) siegreichen Allrad-Turbo entschied der diesjährige Schweizer-Vize-Bergmeister die gesamte Kategorie 1 für sich und belegte den siebten Gesamtrang hinter sechs Rennsportwagen.
Sein Duell mit dem mehrfachen deutschen Meister Holger Hovemann im Lamborghini Huracán ST Evo bildete einen der Höhepunkte des Wochenendes. Mit der TW-Tagesbestzeit im vierten Rennlauf setzte sich der Berner in der Addition der drei schnellsten Zeiten schliesslich um acht Zehntelsekunden durch. «Ich musste sämtliche Register ziehen und die Zeit in den Kurven gutmachen, weil der Escort im Topspeed deutlich langsamer war als die schnellsten Tourenwagen und GT», freute sich «Speedmaster» über den Erfolg im letzten Rennen mit dem Ford Escort Cosworth, den er bereits an einen anderen Schweizer verkauft hat.
Herausragend war auch die Leistung von Jürg Ochsner, der als Gesamt-15. der zweitschnellste Schweizer war. Mit seinem bewährten Opel Kadett eroberte der Oberhallauer den zweiten Rang in der E1 bis zwei Liter hinter einem entfesselten deutschen Markenkollegen. Nicht seinen besten Tag erlebte dafür Stephan Burri: Nach einem Ausrutscher im ersten Rennlauf kam der Wahl-Thurgauer nicht mehr an seine drittbeste Trainingszeit im Bereich von Ochsner heran. Mit getaptem Frontspoiler am VW Scirocco musste sich der Interswiss-Sieger mit Klassenrang 5 begnügen. Platz 10 in derselben Klasse ging an Markus Hollenstein auf VW Golf. Auch er leistete sich an derselben Stelle wie Burri einen Dreher.
Wie im Schweizer Bergcup (3.) trat der Süddeutsche Hansi Eller mit seinem giftgrünen Opel Kadett als Schweizer Landesvertreter an und überzeugte als Gesamt-16. bei seinem Heimrennen mit Bombenzeiten in der E1-1600er-Klasse.
In der E1 über zwei Liter kam Rolf Burri im Opel Kadett 8V nach dem Ausfall eines schnelleren BMW M3 zum zweiten Platz. Gerne wären die Kadett-Urgesteine Armin Banz und Seppi Koch ebenfalls in dieser Klasse gestartet, mussten jedoch aus reglementarischen Gründen solo in der E2 antreten. Das Duell entschied Banz für sich.
In den nach Performancefaktor eingeteilten Gruppen durfte sich Martin Bächler im VW Lupo als Zweiter in der Klasse PF5b feiern lassen, ebenso Corsin Rietiker im bulligen BMW M3 GTR V10 in der von Hovemann dominierten Klasse Pf2a. Solo siegte Michael Widmer im Hyundai i30 N in der Gruppe TCR, in der er wie in der Schweiz ein paar Gegner gewünscht hätte. Den Tagessieg mit neuem Streckenrekord eroberte der Deutsch-Slowene Patrik Zajelsnik auf einem Nova ProtoNP01 Emap Turbo. Als Deutscher Bergmeister der Rennsportwagen ging der in Oberhallau als Gesamtzweiter neben Robin Faustini auf dem Podium gestandene Benjamin Noll auf Osella hervor.
Text: Peter Wyss
Zwei internationale Titel für Schweizer Rennfahrer an einem Wochenende! Philip Ellis hat in den USA Historisches erreicht: Noch nie hat ein Fahrer drei Mal hintereinander den GTD-Titel gewonnen. Im Sprint-Cup der GTWC sicherte sich Ricardo Feller den Meisterpokal.
Eine Zeit lang sah es nicht danach aus, als ob Philip Ellis seinen IMSA-Titel in der GTD verteidigen könnte. Doch ein fulminanter Endspurt hat dem Zuger am Wochenende den dritten Titel hintereinander beschert. Von den letzten fünf Rennen hat Ellis mit seinem Teamkollegen, dem US-Amerikaner Russell Ward, vier gewonnen. So auch das «Petit Le Mans» in Road Atlanta, bei dem Ellis zusätzlich Unterstützung vom Niederländer Indy Dontje hatte. Mit insgesamt fünf Siegen (darunter auch in Daytona) siegte Ellis bei der Hälfte aller Rennen mit seinem Mercedes AMG GT3 von Winward Racing. «Es war sehr knapp», meinte Ellis nach der Zieldurchfahrt. «Ich hatte in den letzten fünf oder sechs Runden nach dem Neustart Kraftstoff gespart, und das, obwohl die Nummern 9 und 12 hinter uns lagen und etwas mehr Energie hatten als wir, sodass sie etwas mehr Druck machen und auf diese zusätzliche Runde setzen konnten, während wir das nicht konnten. Ich habe meinem Ingenieur über Funk gesagt, dass ich einfach draussen bleiben und hoffen werde, dass es entweder eine Gelbphase gibt oder dass der Sprit bis zum Ende reicht.» Neben Ellis hatte auch Louis Delétraz Grund zum Jubeln. Der Genfer Im Dienste von Cadillac wurde beim letzten Rennen der Saison nochmals Dritter. Für Porsche-Gastfahrer Nico Müller endete das «Petit Le Mans» auf dem neunten Rang.
Ellis war am Wochenende aber nicht der einzige Schweizer, der einen Titel holte: Ricardo Feller sicherte sich beim verregneten Finale der GT World Challenge in Barcelona (ESP) den Titel im Sprint-Cup. Mit einem zweiten Platz im ersten Rennen hat der Aargauer zusammen mit seinem dänischen Teamkollegen Bastian Buus schon am Samstag alles klar gemacht. Der zweite Platz reichte aus, weil sich Chris Lulham im Verstappen-Mercedes #3 drei Minuten vor Schluss im Kampf mit dem Bronze-Sieger rausdrehte. «Wir hatten das Glück auf unserer Seite», meinte Feller nach dem Rennen. «Ich weiss gar nicht, wie wir beim Restart wieder so weit vorne sein konnten. Mit dem Ergebnis können wir uns glücklich schätzen, aber nehmen es natürlich gerne mit.» Am Sonntag – bei deutlich besseren Witterungsverhältnissen – gab es abermals aus Schweizer Sicht Grund zur Freude: Das Duo Vermeulen/Green gewann für Emil Frey Racing das zweite Rennen. Auch für Patric Niederhauser endete die Sprint-Saison mit einem Podestplatz. Der Berner wurde am Samstag hinter Feller Dritter.
Einen Einstand nach Mass feierte der 16-jährige Marlon Bayer bei der Formel-4-Meisterschaft in Saudi-Arabien. Bayer, der vor zwei Jahren noch in der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft fuhr, sicherte sich in beiden Rennen zum F4 Saudi Arabian Championship auf dem Jeddah Corniche Circuit die Pole-Position. Den ersten Lauf beendete er danach auf Rang 3, das zweite Rennen entschied er für sich. Damit stand der Rookie an seinem allerersten Formel-4-Wochenende in beiden Rennen auf dem Podium und führt nach dem Auftaktwochenende sowohl die Meisterschaft als auch die Rookie-Wertung an.
Erneut auf dem Podium stand auch Rally-Ticino-Sieger Kevin Gilardoni. Der 34-Jährige aus dem Misox wurde bei der Super Trofeo Lamborghini in Barcelona Dritter. Lauf 1 musste wegen eines Unwetters gestrichen werden. In der Gesamtwertung liegt Gilardoni vor dem grossen Finale in Monza (22.-25. Oktober) vorne. Allerdings nur mit einem Punkt Vorsprung.
Nicolas Lathion und seine Beifahrerin Morgane Apothéloz peilen bei der Rallye du Valais den Schweizer Meister-Titel an. Für den Walliser wäre es nach dem Junior-Titel von 2017 der zweite Titel. 2024 und 2025 war er jeweils Gesamtfünfter.
Nicolas Lathion hat vor der Rallye du Valais (29.-31. Oktober) alle Trümpfe in der Hand. Der 36-jährige Walliser nimmt mit 22 Punkten Vorsprung als Gesamtführender seine Heimrallye unter die Räder. Ein neunter Platz bei der RIV würde ihm und seiner Co-Pilotin Morgane Apothéloz zum Titelgewinn reichen. Wenn man Lathions Ergebnisse aus den vergangenen Jahren herbeizieht, sollte diese Aufgabe lösbar sein. 2023 wurde der Skoda-Pilot aus Charrat Vierter, 2024 Zweiter und im Vorjahr Fünfter. Doch genau darin liegt die Krux. Lathion sagt selber: «Volles Risiko müssen wir nicht nehmen, aber zu vorsichtig dürfen wir bei der RIV auch nicht sein!»
Du hast 22 Punkte Vorsprung vor dem Finale im Wallis. 32 Zähler kann man noch maximal machen. Reicht das, um den Titel nach Hause zu fahren?
Nicolas Lathion: Auf der einen Seite müssen wir nicht volles Risiko gehen. Das ist gut. Anderseits dürfen wir auch nicht zu vorsichtig fahren. Und letzten Endes müssen wir ins Ziel kommen. Wichtig wird sein, dass wir in einen guten Rhythmus kommen.
Ein neunter Platz (dafür gäbe es insgesamt zehn Punkte) würde zum Titelgewinn reichen. Das ist eine lösbare Aufgabe, oder?
Ja, aber eben immer vorausgesetzt, man kommt ins Ziel. Und Stand heute weiss ich auch noch nicht, wer meine Gegner sind.
Hast du die neue Saison mit dem bewussten Ziel angefangen, Schweizer Rallye-Meister zu werden?
Ja, das kann man so sagen. Unser Ziel war von Anfang an, möglichst alle Läufe zu bestreiten. Das ist uns gelungen. Und das ist, weil längst nicht alle Fahrer alle Rallyes bestreiten, das Rezept, um den Titel zu holen.
Du bist schon einmal Schweizer Rallye-Meister geworden. Bei den Junioren 2017. Was würde dir dieser Titel bedeuten?
2026 ist mein drittes Jahr mit einem Rally2-Fahrzeug. So gesehen wäre der Titel eine Belohnung für all die harte Arbeit im Hintergrund.
Würde es dir etwas ausmachen, wenn du den Titel gewinnst, ohne eine Rallye gewonnen zu haben?
Nein. Die bevorstehende Rallye du Valais ist erst meine zehnte Rallye auf Top-Niveau – ich habe also erst neun Rallyes mit einem Rally2-Auto absolviert. Im Vergleich mit Top-Piloten wie Coppens oder Hirschi habe ich sehr viel weniger Erfahrung. So gesehen ist es nicht besonders erstaunlich, dass ich in der Gesamtwertung noch nie ganz vorne lag.
Wie bereitest du dich auf deine Heimrallye Ende Oktober vor?
Die nächsten zwei Wochen geht es darum, noch Partner und Sponsoren zu finden. Schliesslich hat man im Falle eines Unfalls auch immer noch einen Selbstbehalt von rund 25'000 Franken im Hinterkopf. Den gilt es abzusichern. Eine Vorbereitung in Form einer kleinen Vorbereitungsrallye wird es nicht geben. Dafür fehlen die Mittel.
Bist du nervös?
(Lacht.) Noch nicht. Zwei Wochen vor der Rallye fängt es dann aber an zu kribbeln.
Seit 2023 ist man im Wägital (Kanton Schwyz) daran, ein neues Bergrennen auf die Beine zu stellen. Noch sind (bis zur Erstaustragung 2028) einige Hürden zu nehmen. Auto Sport Schweiz hat vor Ort einen Augenschein genommen.
Das Bergrennen Sattelegg im Kanton Schwyz nimmt konkrete Formen an. Wenn alles reibungslos klappt, könnte im Sommer 2028 die Erstaustragung stattfinden. Diese hätte noch keinen offiziellen SM-Status. Den bekäme das Bergrennen Sattelegg erst nach dem Probelauf. Damit hätte die Schweiz 2029 ein neues Bergrennen. Lange ist’s her, dass ein neuer Veranstalter die Schweizer Bergszene bereichert hat. Hemberg hat 2012 ein Comeback genommen. Mit einer verkürzten Strecke und einem neuen Ausgangsort. Als «neu» kann man die Veranstaltung aber nicht bezeichnen. Hemberg war (mit Start in St. Peterzell) schon von 1968 bis 1990 fixer Bestandteil der Schweizer Berg-Meisterschaft. Der wirklich letzte Neuling (ohne Vorgeschichte) war das Bergrennen Massongex – Vérossaz, das 1984 Premiere feierte und 2023 leider zum letzten Mal ausgetragen wurde. Mehr als 40 Jahre hat es also keinen neuen Veranstalter mehr gegeben! Dass die Schweizer Berg-Meisterschaft in dieser Zeit nicht zugrunde gegangen ist, spricht für die heutigen Veranstalter und ihr Durchhaltevermögen.
Bis man in Sattelegg soweit ist, sind noch einige Hürden zu nehmen. Dessen ist sich auch Marcel Schubiger (53) bewusst. Der seit 2025 als OK-Präsident amtierende Schwyzer mit einer Vergangenheit als Composite-Abteilungsleiter beim Sauber-Formel-1-Team sagt: «Wir wollen einen jährlich wiederkehrenden Event veranstalten. Das geht nur, wenn wir Kanton, Gemeinde und Anwohner für das Projekt begeistern können. Bis jetzt ist uns das recht gut gelungen. Wir haben nur eine Anwohnerin, deren Begeisterung sich in Grenzen hält. Sie hat aber schon angedeutet, dass sie in dieser Zeit dann halt in die Ferien geht.»
Die Strecke würde von der Satteleggstrasse im Wägital bis zum Restaurant Sattelegg führen und wäre mit 5,5 Kilometern sogar 320 Meter länger als Saint-Ursanne – Les Rangiers. Der untere Teil des Parcours würde sich über sieben Haarnadelkurven erstrecken. Der zweite Abschnitt wäre eine Aneinanderreihung von Rechts-Links-Kombinationen. Die beiden aktiven Piloten Philip Egli und Christian Müller nahmen Anfang August einen Augenschein vor Ort. «Die Strecke ist sehr lang», sagt Egli, der zusammen mit Müller im Komitee «Strecke & Sicherheit» einsitzt. «Der untere Teil ist technisch anspruchsvoll, der obere Teil sehr schnell. Da bräuchte es die eine oder andere Schikane, um das Tempo zu drosseln.»
Die Haarnadelkurven seien laut Egli und Müller übrigens kein Risikofaktor. «Man bewältigt diese auch mit einem Sport- oder Formelwagen mühelos», sagt Müller. «Die Steigung in diesen Kurven ist nicht mit denen in Massongex zu vergleichen. Dort waren die Kurven teilweise deutlich steiler und hatten in der Vergangenheit immer wieder mal die eine andere Antriebswelle gekostet.»
Egli und Müller haben bei ihrem Besuch engagierte und motivierte Leute aus dem OK angetroffen. «Das ist eine Grundvoraussetzung für ein solches Projekt», sagt Müller, der aus eigener Erfahrung in Hemberg (Streckenlänge knapp 1,8 km) bestens über die Herausforderung einer solchen Veranstaltung Bescheid weiss. «5,5 Kilometer mit Leitschienen, Miniguards, Baumstämmen und Heuballen abzusichern, ist eine sportliche Herausforderung. Aber vielleicht schaffen es die Veranstalter ja, mit dem hiesigen Tiefbauamt Lösungen zu finden, die dann nicht auf ihre Kostenstelle laufen. Die Erweiterung der Leitschienen würde ja auch die Sicherheit der Allgemeinheit verbessern. Ich denke da vor allem an die vielen Motorradfahrer, die diese Strecke unterm Jahr befahren und von solchen Massnahmen auch profitieren würden.»
Ein Problem sind laut Egli und Müller auch die vielen Weidezäune entlang der geplanten Piste. «Die müsste man für die Veranstaltung entfernen», sagt Egli. «Und von denen gibt es einige.» Für die Rückführungen und den Parc fermé bietet sich der Parkplatz beim Restaurant Sattelegg an. Das Fahrerlager wäre im Dorf Vorderthal untergebracht. Das habe den Vorteil, dass die örtlichen Vereine ebenfalls vom Anlass profitieren könnten. Für die Zuschauer soll es einen Shuttleservice geben – zum einen von der Wägitaler-Seite her, zum anderen von Willerzell (am Sihlsee).
Offene Fragen gibt es noch in Bezug auf die Anzahl der Fahrer, die am Bergrennen Sattelegg teilnehmen könnten, sowie über das benötigte Budget. Diese Punkte will der von Berufswegen erfahrene Projektleiter als nächstes klären. «Wenn wir wissen, in welchem Umfang sich der Kanton beteiligt, können wir abschätzen, wie sehr wir als Veranstalter in Vorleistung gehen müssen.»
Bleibt zu hoffen, dass die Schwyzer einen langen Atem haben. Ein neues Rennen wäre definitiv eine Bereicherung für unseren faszinierenden Bergrennsport.
Der grosse Gewinner des fünften Rennwochenendes des Porsche Sports Cup Suisse heisst Felix Neuhofer. Der Österreicher sicherte sich in Mugello in beiden Rennen der Gruppe GT3 Cup die Maximalpunktzahl.
An Felix Neuhofer führte in der Gruppe GT3 Cup auch in Mugello kein Weg vorbei: Der Österreicher mit in Deutschland angesiedeltem Team startete in beide Rennen von der Pole-Position, drehte dort mit dem 510 PS starken 911 GT3 Cup jeweils die schnellste Runde und brachte zwei Mal einen ungefährdeten Sieg ins Ziel. Dies sicherte ihm, wie bereits zuvor auf dem Red Bull Ring, die maximale Ausbeute von 62 Punkten. Damit übernahm Neuhofer in der Klasse-1-Fahrerwertung die Führung, wo er Jack Sherwood von der Spitze verdrängte. Der Brite war in Italien nicht angetreten.
Platz 2 ging auf der 5,245 Kilometer langen Formel-1-Strecke jeweils an Gregor Burkard. In Lauf 1 konnte sich der Schweizer gegen Christian Caramuscia verteidigen, der mit 0,183 Sekunden Rückstand als Dritter gewertet wurde. Auf den weiteren Positionen: Sebastien Pidoux, «Gioga», Jan Klingelnberg und Simon Mathys.
Im zweiten Rennen hiess Burkards Herausforderer Ilario Introna. Der Italiener startete als Siebter, weil er nach seinem Ausfall im ersten Lauf mit einem Satz frischer Michelin-Rennreifen in die Aufstellung rollte. Burkard wurde auf die fünfte Position zurückgestuft, da er ebenfalls zu so genannten Joker-Pneus greifen musste. Auch dank des hieraus resultierenden Traktionsvorteils konnte er sich noch in der ersten Runde auf den zweiten Rang hinter Neuhofer katapultieren. Introna tauchte im fünften Umlauf auf Platz 3 auf. Am Ende trennten ihn 0,690 Sekunden von Burkard. «Gioga» wurde Vierter vor Andreas Marti und Caramuscia.
In der Gruppe GT4 Clubsport fuhr Kevin Lattion zwei weitere Siege ein. Mit ihren bis zu 565 PS starken 911 GT3 R teilten sich Patrick Dinkeldein und Stephan Heim die ersten Plätze in der Gesamtwertung der Gruppe Open GT. In der umkämpften Klasse 21 für den 911 GT3 Cup mit ABS und Traktionskontrolle liess sich zunächst Marcus Graichen feiern, im zweiten Lauf stand Levin Gelf auf dem obersten Treppchen. Nico Gründel verteidigte mit zwei dritten Plätzen seine Tabellenführung. Bei den historischen Cup-Rennwagen wechselten sich die Gewinner ab: Sebastian Glaser und Simon Willner teilten sich die Siege bei den Porsche der 911-Generation 993, während bei der Modellgeneration 964 zunächst Enzo Calderari vorne lag. Im zweiten Lauf trat das eidgenössische Rennsport-Urgestein nicht an und überliess so Florian Schmidhuber das Feld.
Das sechste und letzte Rennwochenende der laufenden Saison trägt der Porsche Sports Cup Suisse vom 22. bis 24. Oktober auf dem World Circuit Marco Simoncelli im italienischen Misano aus. Dort steht neben einem Doppelsprint auch wieder ein zweistündiges Nachtrennen auf dem Programm.
Am Samstag, 10. OKtober, findet in Wohlen das grosse Finale zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft 2026 statt. Wer sich noch nicht angemeldet hat, kann dies noch bis Samstag, 3. Oktober (24 Uhr), unter https://www.go4race.ch/ nachholen. Wir freuen uns auf Ihre/eure Teilnahme und wünschen allen Teilnehmenden schon jetzt viel Erfolg!
Bei Fragen oder Unklarheiten stehen wir gerne zur Verfügung (info@motorsport.ch oder Tel. 031 979 11 11). Infos zur Strecke gibt es unter diesem Link.
Die Bergsaison 2026 neigt sich dem Ende entgegen. International stehen immer noch ein paar Rennen auf dem Programm. Zuletzt in Spanien mit Reto Meisel, der als Gastfahrer gleich einmal einen neuen Tourenwagenrekord fuhr.
In der Schweiz mag die Bergmeisterschaft am vorletzten Wochenende in Les Paccots zu Ende gegangen sein, in anderen europäischen Ländern finden im Herbst aber noch einige Bergrennen statt – auch mit Schweizer Beteiligung. So nahm Reto Meisel eine Woche nach dem EM-Finale in Kroatien auf Einladung des Veranstalters bereits wieder am Endlauf zum Campeonato de España de Montaña teil, der Subida Internacional de Onil nahe seinem Feriendomizil im Hinterland von Alicante.
Am Steuer seines bewährten Mercedes SLK340 Judd begeisterte der Gruppe-1-Europameister aus Leuggern die enthusiastischen Fans (mehrere Zehntausend!) und belegte hinter drei Rennsportwagen – angeführt vom spanischen Proto-1-Gesamtsieger Joseba Iraola – den vierten Gesamtrang. Zudem erzielte der Aargauer einen neuen Streckenrekord für Tourenwagen. Gegen den Gast aus der Schweiz hatte der spanische Meister José Antonio López Fombona mit seinem Ex-DTM-Audi RS5 nicht den Hauch einer Chance.
«Die 4,7 Kilometer lange Strecke war breit und nicht sehr schnell, aber sehr anspruchsvoll. Die Begeisterung der Leute entlang der Strecke und in der Stadt war unglaublich. Ich habe noch nie so viele Autogramme verteilt. Diese Veranstaltung war ein Kontrastprogramm und verdient Bestnoten in allen Bereichen», schwärmte Meisel.
Noch ist die Saison für ihn und andere Schweizer nicht zu Ende. Am kommenden Wochenende findet in Mickhausen in Südbayern der letzte Lauf zur Deutschen Bergmeisterschaft unweit der Nordostschweizer Grenze statt. So werden «Speedmaster» im Ford Escort Cosworth, Stephan Burri im VW Scirocco sowie die Kadett-Urgesteine Armin Banz und «Seppi» Koch nebst sechs weiteren Schweizern am Start erwartet.
Den Schlusspunkt hinter die Bergrennsaison 2026 bildet dann am 17./18. Oktober das 5. Bongo Hill Climb Monsters Skradinin Kroatien, wo Meisel als Titelverteidiger bei den Tourenwagen antreten wird. «Speedmaster» nimmt dafür den legendären VW Polo MB hervor, um in einer eigenen Gruppe für Fronttriebler um den Sieg zu fahren. Der mittlerweile dreifache Rennsportwagen-Bergmeister Robin Faustini nimmt mit seinem schnellen Nova Proto NP01 Emap Turbo den Gesamtsieg ins Visier.
Text: Peter Wyss
Gibt es dieses Jahr doch noch einen Schweizer WM-Titel? Dank dem Sieg von Toyota-Werksfahrer Sébastien Buemi in der Langstrecken-WM in Fuji sind die Chancen massiv gestiegen.
Vier Mal hat Sébastien Buemi schon den Titel in der prestigeträchtigen Langstrecken-WM (WEC) gewonnen. In diesem Jahr ist er drauf und dran, seine fünfte WEC-Krone zu holen. Beim Heimrennen seines Arbeitgebers Toyota in Fuji hat der Waadtländer seinen zweiten Saisonsieg feiern dürfen. Ein Sieg, der umso symbolträchtiger ist, als er auf heimischem Boden errungen wurde, wo Toyota seit 2023 nicht mehr gewonnen hatte. Buemis Equipe mit den beiden Teamkollegen Brendon Hartley und Rio Hirakawa starteten mit ihrem Toyota GR010 Hybrid zwar nur von Startplatz 8. Einmal in Führung bauten Buemi & Co. ihren Vorsprung aber aus und gewannen vor der Alpine mit der #36 und dem BMW mit u.a. Raffaele Marciello. Buemi und seine beiden Teamkollegen liegen nun bei noch zwei ausstehenden Rennen (Barcelona am 18. Oktober und Monza am 8. November) mit 89 Punkten in Führung. Auf Platz 2 mit zehn Punkten Rückstand liegt das Schwesterauto mit der #7. Marciello ist mit seinen BMW-Teamkollegen mit 20 Punkten Rückstand auf Buemi Vierter. Für Buemi war es der 28. Sieg in der WEC. Sein bestes Saisonergebnis erzielte Thomas Flohr in der LMGT3. Der Ferrari-Pilot belegte in Fuji Rang 4.
Auch in der GT Open waren die Schweizer wieder erfolgreich. Beim vorletzten Rennen in Monza (ITA) fuhr Porsche-Pilot Alex Fontana als Dritter der Kategorie Pro aufs Gesamtpodium. Das Mercedes-Duo Yannick Mettler und Dexter Müller schaffte es in der ProAM gar auf Platz 2. Alexander Fach jr. wurde in derselbigen Klasse Fünfter.
Ein erfolgreiches Wochenende erlebte auch Chiara Bättig. Die Red-Bull-Juniorin stand im Rahmen der Britischen Formel 4 in Silverstone (GBR) als Dritte zum zweiten Mal in dieser Saison auf dem Podium. Die Zürcherin liegt vor dem Finale in Brands Hatch auf dem 13. Gesamtrang.
Zum Kartsport: In Wohlen wurde das Finale der Rotax Max Switzerland ausgetragen. Die folgenden Fahrer stehen als Sieger ihrer Kategorien fest und dürfen an die Rotax Grand Finals in Portimão (POR): Nilas Winter (Micro), Leonardo Gubello (Mini), Leo Gonzalez (Junior), Liam Flükiger (Senior), Leo Gubser (DD2) und Mirco Gervasoni (DD2 Masters).
Perfekter könnte das Timing nicht gewesen sein. Im kürzlich erschienenen ASS-Magazin haben wir TCR-Pilot Sergio Kuhn porträtiert. Am Sonntag hat er sich beim Saisonfinale der Schweizer Berg-Meisterschaft in Les Paccots den dritten Schlussrang gesichert.
Sergio Kuhn gehört definitiv der jungen Garde an. Und dass er irgendwann im Motorsport landen würde, kam nicht überraschend. Sein Grossvater war Rennmechaniker von Heinz Schiller. Der 2007 verstorbene Frauenfelder war 1961 Berg-Europameister in der Kategorie GT. 1962 nahm er für die Scuderia Filipinetti am GP von Deutschland teil. Und darüberhinaus war Schiller Patenonkel von Vater Marco Kuhn. In dessen Peugeot-Garage arbeitet Sergio auch – als Werkstatt-Chef. «Das erklärt meine Nähe zu Peugeot», sagt Kuhn jr. «Ausserdem hatte ich in meiner Lehre lauter Motorsportfreaks um mich. Der eine driftete, der andere fuhr Autocross und ein Dritter hat eine Abschlussarbeit darüber geschrieben, was man an einem Auto verändern muss, um Slalom fahren zu können. Irgendwann musste der Funke ja auf mich überspringen…»
Mit dem Motorsport hat Sergio angefangen, als er die Fahrprüfung in der Tasche hatte. Mit einem Peugeot 206 fuhr er zuerst LOC2, dann LOC4 und dann wechselte er in die Interswiss. Seit 2023 ist er stolzer Besitzer eines TCR-Peugeot. Bevor er damit an den Berg ging, absolvierte Kuhn auf der Rundstrecke die ersten Kilometer. Sei es bei Trackdays oder bei Time-Attack. Sein erstes Bergrennen mit dem TCR bestritt er 2025 in Oberhallau. Ein Rennen, das er auf Anhieb gewann.
Kuhn liebt seinen TCR. Und es gefällt ihm auch, sich mit anderen im Rahmen der Schweizer Berg-Meisterschaft zu messen. Wenn gleich er sagt: «Eigentlich bin ich im Nachteil. Mein Peugeot dürfte leichter sein, weil es ein 1600er ist. Die anderen sind 2-Liter-Autos. Ich habe also ein Handicap von fast 30 Kilogramm – verglichen mit einem Opel beispielsweise.» Auch die Anzahl der Gegner schwankt von Rennen zu Rennen. Wären es 2026 immer acht Fahrzeuge gewesen, hätte einer wie Kuhn, der regelmässig vorne mitfährt, gute Titel-Chancen bei den Tourenwagen gehabt. «Leider sind wir oft weniger. So kriegen wir nur halbe Punkte.» So auch beim Saisonfinale in Les Paccots. Trotzdem hat Kuhn in extremis mit einer Superzeit im dritten Lauf das Blatt noch wenden können und sicherte sich den dritten Schlussrang – hinter Meister Ludovic Monnier und dem Zweitplatzierten «Speedmaster».
Dass Kuhn zur jungen Garde gehört, zeigt sich auch bei der Vorbereitung. Im eigenen Simulator fährt er die Strecken ab. «Als ich dieses Jahr nach Osnabrück zum Bergrennen ging, habe ich Zuhause fleissig geübt.» Auch auf der Nordschleife hat Kuhn schon Runden abgespult – real und virtuell. «Dort einmal zu fahren – das wäre ein Traum.» Und das Talent: Woher stammt dieses? Möglicherweise wurde es ihm in die Wiege gelegt. Sicher ist, dass man ihm als ehemaliger Skirennfahrer nicht viel über die perfekte Linienwahl erzählen muss.
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Ricardo Feller (GT World Challenge) und Philip Ellis (IMSA) liegen für die Schweiz auf Titelkurs. Grosser Gewinner des GTWC-Wochenendes in Zandvoort war aber ganz klar das Team Emil Frey Racing.
GT3-Spezialist Ricardo Feller steht vor einem weiteren internationalen Titel. Der gebürtige Aargauer liegt vor dem Finale des Sprint Cups in der GT World Challenge in Barcelona (ESP) zusammen mit Teamkollege Bastian Buus aus Dänemark in Führung. Der Vorsprung Fellers beträgt zwar nur sechs Punkte. Doch der Porsche-Pilot aus dem Team Lionspeed GP ist bisher an jedem Rennwochenende mindestens einmal Zweiter geworden. So auch am vergangenen Wochenende beim Sonntagsrennen in Zandvoort (NED). Dieses war überhaupt fest in Schweizer Händen. Die Plätze 1 und 3 gingen an das Team Emil Frey Racing, das in Zandvoort sein bisher bestes Weekend im Rahmen des Sprint Cups erleben durfte. «Am Samstag haben wir im Qualifying nicht unser volles Potenzial ausgeschöpft, besonders mit dem #14 Ferrari», sagt Teamchef Lorenz Frey-Hilti. «Aber im Rennen selbst waren wir solide mit guten Boxenstopps und starken Überholmanövern. Am Sonntag haben wir dann alles richtig gemacht. Schade, dass wir beim Boxenstopp den zweiten Platz verloren haben, aber das ist das Problem, wenn man nur Platz für ein Fahrzeug hat – aber Platz 1 und 3 sind natürlich trotzdem ein hervorragendes Resultat.» Das starke Schweizer Ergebnis wurde mit Rang 7 durch Patric Niederhauser abgerundet. Das Finale in Barcelona findet am 3./4. Oktober statt.
Auch Philip Ellis ist weiter auf Titelkurs. Der Zuger hat beim vorletzten Lauf zur IMSA in Indianapolis den zweiten Rang in der GTD an Land gezogen. Weil das direkte Verfolger-Duo das Rennen gewann, ist Ellis’ Vorsprung vor dem Finale in Road Atlanta (3. Oktober) jedoch auf sechs Punkte geschmolzen. Behält Ellis auch im letzten Rennen die Oberhand, wäre das sein dritter GTD-Titel in der IMSA in Serie. Für Cadillac-Werksfahrer Louis Delétraz, der bei den Prototypen fährt, endete das Rennen in Indianapolis auf dem undankbaren vierten Rang.
Eine weitere Schweizer GT3-Podestplatzierung gab es in der 24h Series in Barcelona. Dort belegte das Team Hofor Racing auf ihrem Mercedes AMG GT3 nach 740 gefahrenen Runden Rang 3 im Gesamtklassement und P2 in der Kategorie AM.
Auch in der italienischen Formel 4 wurde am Wochenende der vorletzte Lauf ausgetragen. Zwei vierte Plätze waren aus Schweizer Sicht die beste Ausbeute. Verantwortlich dafür waren für Jenzer Motorsport der Deutsche Elia Weiss und für Maffi Racing der Däne David Walther. Die besten Ergebnisse der Schweizer Fahrer waren ein siebter Platz von Florentin Hattemer (Trident), ein achter Platz von Levi Arn (Jenzer, P3 bei den Rookies) und ein 17. Rang von Georgiy Zasov (Prema). Das Finale in Mugello findet am 30. Oktober/1. November statt.
Reto Meisel hat beim letzten Lauf zur Europa-Bergmeisterschaft in Kroatien nochmals einen Sieg und einen Rekord feiern dürfen. Zum Gewinn des EM-Titels über alle fünf Gruppen reichte es knapp nicht.
Beim zehnten und letzten Lauf zur Europa-Bergmeisterschaft in Kroatien feierte Reto Meisel seinen sechsten Gesamtsieg in der FIA-Kategorie 1. Mit seinem bewährten Mercedes SLK340 Judd stellte der Aargauer auf der 5001 Meter langen Strecke von Buzet auch einen neuen Rekord für geschlossene Fahrzeuge auf.
Trotzdem reichte es am Ende nicht mehr ganz zum Gewinn des EM-Titels über alle fünf Gruppen. Dieser geht an den Kroaten Matija Jurisic, der mit seinem optimalen Peugeot 308 TCR sieben Siege und drei zweite Plätze in der Gruppe 4 feierte und so auf 211 Punkte kommt. Meisel gewann zwar ebenso oft die Gruppe 1 der leistungsstärksten Tourenwagen/GT, verzeichnete zuvor aber einen Nuller in Slowenien (Unfall mit dem Mitsubishi) und hat daneben noch je einen zweiten und dritten Platz vorzuweisen, womit er auf 208 Zähler kommt.
Für den zweifachen Schweizer Tourenwagen-Bergmeister (2016 und 2022) war es dennoch eine erfolgreiche Saison. Meisel hatte gar nicht geplant, wie 2025 eine komplette EM-Saison zu bestreiten. Als er sich plötzlich in einer sehr guten Ausgangsposition befand, entschied er sich um. So holte er – bedingt auch durch das Ausscheiden einiger direkten Gegner durch Unfälle oder technische Defekte – überlegen den Titel in der Königsklasse und in der Performancewertung. Daher zieht Meisel eine positive Bilanz mit leichtem Augenzwinkern: «Für mich ist alles okay: Winner Group 1, Best Performer und Vize-Europameister. Es war eine geile Saison, in der ich dazu gelernt habe. Ich habe ja erst angefangen…»
Den letzten Tagessieg in der Saison 2026 errang wie beim Schweizer EM-Lauf im August der Franzose Kevin Petit auf Nova NP01 Emap Turbo. Als Europameister über alle vier Proto-Gruppen stand schon zuvor der unter Pseudonym «O’Play» startende Italiener Antonino Migliuolo auf einem Nova NP03 Aprilia fest. Der Titel in der Gruppe P1 geht an den Spanier Joseba Iraolo Lanzacorta, jener in der Performancewertung an den Tschechen Petr Trnka (beide Nova NP01 Emap Turbo). Schweizer waren in der EM-Kategorie 2 keine am Start.
Text: Peter Wyss
Ludovic Monnier hat das geschafft, was schon Danny Krieg, dem Vorbesitzer des weissen VW Golf Turbo gelungen ist: Der gebürtige Waadtländer hat die Schweizer Berg-Meisterschaft bei den Tourenwagen und den Schweizer Berg-Pokal gewonnen.
Ludovic Monnier hat das Meisterauto von Danny Krieg 2025 nicht einfach nur so zum Spass gekauft. Der gebürtige Waadtländer mit Wohnsitz im Wallis hat sich den weissen VW Golf Turbo im Wissen angelacht, dass er damit wie sein Vorbesitzer Schweizer Berg-Meister bei den Tourenwagen werden kann. Viel habe er am Auto nicht verändert; am Motor schon gar nicht, betont Monnier. Wieso auch? Der Golf von Krieg hat schon 2025 sehr gute Zeiten hingelegt. Monnier hat diese vor allem in der zweiten Saisonhälfte 2026 nochmals verbessert. Beim Saisonfinale in Les Paccots fuhr der 34-Jährige im Vergleich zu Kriegs Bestzeit im Vorjahr 1,687 Sekunden schneller. In der Addition der beiden schnellsten Zeiten war er mit 1:55,875 min gar 3,3 Sekunden schneller. Damit sicherte sich Monnier den angepeilten Sieg in der E1. Ihm am nächsten kam Hermann Bollhalder – und das bei dessen Debüt in Les Paccots. Der Opel-Fahrer aus Wattwil fuhr in 1:58,920 min eine beachtliche Endzeit, konnte Monnier aber nicht am Klassensieg hindern. Die 25 Punkte, die Monnier für den E1-Sieg in Les Paccots kassierte, reichten ihm so souverän zum Titelgewinn. «Ein schönes Gefühl», meinte Monnier. Schliesslich habe er auch hart dafür arbeiten müssen. Auch Vorbesitzer Danny Krieg liess ausrichten: «Gratulation an Ludovic! Ich freue mich, dass er mit meinem Ex-Auto den Titel geholt hat. Irgendwie macht mich das auch stolz.»
Mit nur einem Punkt Rückstand sicherte sich «Speedmaster» Rang 2 bei den Tourenwagen. Der Teamchef von MB Motorsport hatte seinen Ford Escort für Les Paccots von einem E1- in ein Interswiss-Auto umgebaut. In dieser Klasse fuhr er schon im ersten Durchgang eine neue Rekordzeit von 58,723 sec, sicherte sich den IS-Gesamtsieg und heimste so 27 Punkte ein. Die reichten gerade nicht, um Monnier noch abzufangen. Das war dem Berner Garagisten aber reichlich egal. «Ich bin mehr als glücklich und habe mich selten so für einen anderen gefreut wie für Ludovic. Ich habe ihn kennengelernt, da war er vier Jahre alt. Da bin ich noch gegen seinen Vater gefahren.» Als Gesamtachter war «Speedmaster» zweitschnellster Tourenwagenfahrer beim Finale – zwei Positionen hinter Monnier.
Um Platz 3 in der Tourenwagen-Meisterschaft war es bis zum dritten und letzten Rennlauf spannend geblieben. Weil Stephan Burri aus eigener Kraft kein besseres IS-Ergebnis einfahren konnte und mit Platz 4 hinter «Speedmaster», Jean-Paul Chiquita auf seinem Porsche GT3 und Dominic von Rotz auf seinem Allrad-Audi A4 vorlieb nehmen musste, war es Sergio Kuhn im TCR-Peugeot, der Platz 3 ins Visier nehmen konnte. Dafür musste der Zürcher seine TCR-Kollegen jedoch bügeln – und danach sah es nach zwei Läufen noch nicht aus. Opel-Pilot Peter Steck lag vor der letzten Auffahrt keck 0,171 Sekunden vor Kuhn. Dieser schaffte es aber gerade noch, das Blatt zu seinen Gunsten zu wenden und sicherte sich so genug Punkte, um Burri trotz neuem 2-Liter-IS-Rekord wegen einem halben Pünktchen noch von Rang 3 zu verdrängen. Damit endete die Saison 2026 bei den Tourenwagen mit der folgenden Reihenfolge: 1. Monnier, 2. «Speedmaster», 3. Kuhn, 4. Burri, 5. Bollhalder. Nicht in die Meisterschaftsentscheidung eingreifen, konnte Remo Fischer mit seinem E1-Ford-Cosworth. Der Sieger des Slaloms von Bière hätte Monnier vielleicht noch gefährlich werden können. Doch an Fischers Ford ist im zweiten Trainingslauf die Schaltgabel gebrochen. Trotz rascher Ersatzteilbeschaffung lief das Getriebe tags darauf nicht rund und Fischer musste so auf das Rennen in Les Paccots verzichten.
Einen kleinen Trost gab es für Stephan Burri dennoch. Im Berg-Pokal für hubraumschwächere Fahrzeuge bis 2 Liter sicherte er sich hinter Monnier Platz 2. Burri und Monnier kamen in der Endabrechnung beide auf das Punktemaximum. Weil Monnier aber die besseren Ergebnisse im SCRATCH vorweisen kann, geht auch dieser Sieg nach Monthey. Und damit hat Monnier – wie Krieg 2025 – beide Titel gewinnen können. Platz 3 im Berg-Pokal sicherte sich Hans Peter Eller im Opel Kadett C.
Den Tagessieg in Les Paccots holte sich standesgemäss Robin Faustini im Nova-Emap NP01. Der bereits vor dem Rennen als Meister festgestandene Aargauer hat die Fans entlang der Strecke mit drei Top-Fahrten (alle unter 48,3 sec!) nochmals entzückt. Sein sechster Saisonsieg (im siebten Rennen) war so nie in Gefahr. Einen neuen Streckenrekord hat sich Faustini für nächstes Jahr, falls er wieder in der Schweizer Meisterschaft fährt, aufbewahrt…
Mit 2,8 Sekunden Rückstand (in der Addition der beiden schnellsten Zeiten) belegte Joël Volluz auf seinem Norma-Judd M20 FC den zweiten Rang. Mit knapp einer Sekunde Rückstand auf Volluz beendete Michel Zemp auf seinem Norma-Helftec die Saison als Tagesdritter. In der Meisterschaft war ihm Platz 2 schon vor Les Paccots sicher. «Zwei Mal hintereinander mit einem 2-Liter-Auto Zweiter in der Schweizer Berg-Meisterschaft zu werden, ist sicher kein schlechtes Zeugnis», sagt Zemp. «Ich bin zufrieden mit meiner Saison. Hätte mir jemand den Vize-Titel vor der Saison angeboten, ich hätte ihn genommen…» Die Ränge 4 und 5 im SCRACHT gingen an Simon Hugentobler (Osella PA30) und Antonino Scolaro (Nova NP03). Bester Formel-Pilot war Lilian Bittel als Zwölfter. Die Top 5 der Rennwagen im Überblick: 1. Faustini, 2. Zemp, 3. Steiner, 4. Darbellay, 5. Volluz.
Schnellster bei den REGionalen war in Les Paccots Mattia Stacchi im BMW M3 E30 – vor Emanuele Tognacca (VW Golf) und Michaël Béring (Bery ES7).
Alle CH-Klassensieger in Les Paccots entnehmen Sie der Übersicht:
Sylvain Chariatte (Honda Integra, SuperSérie), Patric Kuster (Toyota GR Yaris, SuperSérie Comp. bis 3000 cm3), Pierre Mürner (Porsche GT3 992, SuperSérie Comp. Über 3000 cm3), Markus Brander (March 742, Gr. H Rennwagen bis 1600 cm3), Maurice Girard (BMW 320, Gr. H Tourenwagen bis 2000 cm3), Julien Tornay (BMW 325i, Gr. H Tourenwagen bis 2500 cm3), Robin Terrier (Opel Astra, Klassische Fahrzeuge bis 2000 cm3), Jean-Louis Fleury (Opel Ascona B, Klassische Fahrzeuge über 2000 cm3), Hanspeter Thöni (Peugeot 106, PSA Trophy N), Ramon Hänggi (Citroën Saxo, PSA Trophy A), Nicolas Pasche (Renault Clio II, N/ISN), Thomas Ruesch (Honda Civic, A/ISA), Sergio Kuhn (Peugeot 308, TCR), Hans-Peter Eller (Opel Kadett C, E1 bis 1600 cm3), Ludovic Monnier (VW Golf Rally, E1 bis 2000 cm3), Jonas Magnin (Honda Civic, E1 bis 2500 cm3), Hermann Bollhalder (Opel Speedster, E1 bis 3000 cm3), Bruno Ianniello (Lancia Delta S4, E1 bis 3500 cm3), Christoph Zwahlen (Porsche 911, E1 bis 4000 cm3), Anthony Strahm (Porsche 944, E1 über 4000 cm3), Andreas Helm (VW Polo, E1 bis 1400 cm3), Christophe Oulevay (VW Scirocco, IS bis 1600 cm3), Stephan Burri (VW Scirocco, IS bis 2000 cm3), Ferdi Waldvogel (BMW M3 E30, IS bis 2500 cm3), «Speedmaster» (Ford Escort, E1 über 2500 cm3), Jesse Handschin (Norma M20 FC, CN), Guillaume Schaffner (Formel Arcobaleno, E2-SS bis 1150 cm3), Lilian Bittel (Formel Renault, E2-SS bis 2000 cm3), Hans Pfeuti (Tatuus F4, E2-SS bis 3000 cm3), Michel Zemp (Norma M20 FC, E2-SC bis 2000 cm3), Robin Faustini (Nova NP01, E2-SC bis 3000 cm3).
Kevin Gilardoni hat am Wochenenden zum siebten Mal den Gesamtsieg beim Rally del Ticino feiern dürfen. Nicolas Lathion, der Gesamtführende der Schweizer Rallye-Meisterschaft, wurde Fünfter und hat seinen Vorsprung vor dem Finale im Wallis (29.-31. Oktober) weiter ausgebaut.
Kevin Gilardoni und das Rally del Ticino – das passt (wie man heute so schön sagt) wie die Faust aufs Auge. Am Wochenende war der 34-Jährige aus dem Misox einmal mehr nicht zu schlagen. Allerdings hatte Gilardoni, der diesmal mit einem Toyota GR Yaris Rally2 fuhr, alle Hände voll zu tun, den siebten Gesamtsieg nach Hause zu fahren. 2024 hatte Gilardoni am Ende einen Vorsprung von fast 1:45 min. Bei der 28. Ausgabe des «Ticinos» waren es am Samstagabend (bei zwei Etappen weniger als vor zwei Jahren) nur 12,4 Sekunden.
Gilardoni, der in diesem Jahr schon drei Rennen in der Super Trofeo Lamborghini (also auf der Rundstrecke) gewonnen hat, ging ab der zweiten Prüfung in Führung. Die erste Bestzeit liess noch etwas länger auf sich warten. Erst nach der Mittagspause war der Mann mit der Startnummer 1 mit seinem italienischen Beifahrer Corrado Bonato bei den beiden kurzen Valcolla-Prüfungen der Schnellste. Der erste, der sich in die WP-Bestzeitenliste des diesjährigen «Ticinos» eintragen durfte, war Stefano Mella mit Beifahrerin Veronica Tramontin auf seinem Skoda Fabia RS Rally2 am Freitagabend. Am Samstagmorgen war die Reihe dann an Kim Daldini und Céline Lachelin (ebenfalls auf einem Skoda Fabia RS Rally2). Der 33-jährige Tessiner fuhr wie entfesselt zwei Mal Bestzeit und lag in der Mittagspause nur 6,8 Sekunden hinter Gilardoni. Hätte Daldini am Freitagabend in der ersten WP keinen Frühstart hingelegt, wäre er sogar in Führung gelegen. Doch für den «Fauxpas» im Industriegebiet in Chiasso bekam Daldini eine Zehn-Sekunden-Strafe aufgebrummt.
Weil Gilardoni nach der Mittagspause bis auf den Italiener Simone Miele, der in der fünften WP die Bestzeit fuhr, alles im Griff hatte, waren die Plätze auf dem Podium bezogen. Gilardoni feierte seinen siebten Gesamtsieg vor Daldini und Miele. Da Letzterer als Italiener keine SM-Punkte bekommt, ging der dritte Platz im Schweizer Klassement an Gauthier Hotz/Michaël Volluz auf Skoda Fabia RS Rally2. Für den erst 23-jährigen Jurassier war dieser dritte Platz ein Riesen-Erfolg. Hotz verlor auf die gesamte Rallye gesehen nur 30 Sekunden auf Gilardoni und stand bei seinem erst zweiten Einsatz mit einem Rally2-Auto bereits auf dem Podium. Wenn man bedenkt, dass der Sohn des achtmaligen Schweizer Rallye-Meisters Grégoire Hotz von vor fast zwei Jahren seine letzte Rallye bestritten hat, ist seine Leistung noch höher einzustufen.
Acht Sekunden hinter Hotz belegte Thibault Maret mit seinem belgischen Co-Piloten Louis Louka auf Citroën C3 Rally2 den fünften Gesamtrang. Direkt dahinter kam Nicolas Lathion/Morgane Apothéloz auf ihrem Skoda Fabia RS Rally2 ins Ziel. Das führende Duo in der Meisterschaft war mit mehr als 30 Sekunden Rückstand nach drei Prüfungen gar nicht zufrieden. «Das Auto macht nicht, was ich will», meinte Lathion. «Wir haben zwar neue Reifen, aber kaum Grip.» Dank ein paar Umbauten in der Pause änderte sich das Fahrverhalten. «So konnten wir danach in den letzten drei Prüfungen wieder mithalten.» In der Meisterschaft haben Lathion/Apothéloz ihren Vorsprung ausgebaut. Vor dem grossen Finale im Wallis (29.-31. Oktober) liegt das Duo 22 Punkte vor Pascal Perroud, 25 vor Mike Coppens, je 28 vor Florian Gonon und Thibault Maret sowie 32 vor Jonathan Hirschi. Bei noch maximal 32 zu vergebenen Zählern ist also noch nichts entschieden. Lathion hat aber gute Karten, bei seiner Heimrallye als Meister vom Platz zu gehen.
Bestes Team bei den «Kleinen» waren Aramis Cereghetti/Kim Defelippis auf einem Renault Clio S1600. Platz 2 ging an Davide Chiappa/Pietro d’Agostino (Lancia Ypsilon Rally4). Auf Platz 3 reihten sich Danilo und Nicole Pin auf ebenfalls einem Renault Clio S1600 ein. Auswirkungen auf den Rallye-Pokal hatte die Rally del Ticino keine. Dort führen weiter Michaël Esteves/Ismaël Berdayes auf ihrem Opel Corsa Rally4. Neu auf Platz 2 liegen Alain Rey/Estelle Coppex auf Renault Clio Rally5.
In der historischen Klasse, der VHC, setzten sich Julien Camandona/Mélanie Crettaz (auf BMW M3 E30) erfolgreich durch. Auch auf den weiteren Podestplätzen landeten zwei BMW: 2. Clovis Brosy/Frédéric Erismann, 3. Eddy Bérard/Florence Bérard. Letztere führen das Gesamtklassement mit 18 Punkten Vorsprung auf Camandona/Crettaz an. Auch hier wird es im Wallis also nochmals spannend.
Weitere Informationen zur Rally del Ticino 2026 gibt es unter diesem Link.
Und so geht es weiter:
29.-31. Oktober, Rallye International du Valais
Die CIK-FIA informiert über eine neue Spezifikation für den neu homologierten Hinterradschutz.
Ziel der CIK-FIA ist es, den neu homologierten Hinterradschutz mit Radabdeckung ab der Saison 2027 definitiv einzuführen. Dies betrifft im Wesentlichen alle FIA Karting Championships und Internationale Veranstaltungen. Ab 2028 soll ausschliesslich der homologierte Hinterradschutz mit Radabdeckung zugelassen sein
Die autobau Schweizer Kart Meisterschaft plant die obligatorische Einführung des Hinterradschutzes mit Radabdeckung ab der Saison 2028.
Weitere Informationen über die Homologation finden Sie hier: CIK-FIA Regulations
Für allfällige Fragen stehen wir gerne zur Verfügung unter 031 979 11 11 oder per E-Mail an info@motorsport.ch
Besser hätte das Timing nicht sein können: Rechtzeitig zum 75. Geburtstag von Ex-Formel-1-Pilot Marc Surer erscheint das neue Magazin von Auto Sport Schweiz.
Marc Surer auf dem Cover von Auto Sport Schweiz! Die Titelstory für das Herbst-Magazin von Auto Sport Schweiz ist einem Rennfahrer gewidmet, der heute Freitag, 18. September, seinen 75. Geburtstag feiert. Als ehemaliger Formel-1-Pilot und heutiger TV-Kommentator hat uns Marc auf eine Reise durch sein bewegtes Leben mitgenommen. Höhen und Tiefen haben seinen Werdegang geprägt. Er selber sagt: «Vor 40 Jahren habe ich ein zweites Leben geschenkt bekommen!» Wir gratulieren – in diesem Sinne – zum doppelten runden Geburtstag. Happy Birthday, Marc!
In unserer neusten Ausgabe dreht sich aber nicht nur alles um Surer. Wir haben auch unsere Young Drivers beim Formel-4-Test mit Jenzer Motorsport begleitet. Ausserdem haben wir in unserer Rubrik «Boxenstopp» bei einem Sportmediziner nach ärztlichem Rat gefragt und uns einen ersten Eindruck von einem potenziellen Bergrennen hinauf zur Sattelegg gemacht. Bleibt zu hoffen, dass aus den ehrgeizigen Plänen in den nächsten Jahren ein neues Rennen zur Schweizer Berg-Meisterschaft entsteht.
Wir wünschen schon jetzt viel Spass bei der Lektüre. Das Magazin wird in den nächsten Tagen im Briefkasten aller Lizenzierten liegen. Wer als Nicht-Lizenzierter Interesse am ASS-Magazin hat, kann sich das vier Mal im Jahr auf Deutsch und Französisch erscheinende Heft für 30.- Franken/Jahr auch abonnieren lassen. Infos dazu gibt es unter info@motorsport.ch
Hochspannung beim letzten Bergrennen der Saison! Wer sichert sich beim Finale in Les Paccots den Tourenwagen-Titel? Die besten Karten haben (in dieser Reihenfolge): Ludovic Monnier, «Speedmaster», Sergio Kuhn und Stephan Burri.
Robin Faustini kann das Finale der Schweizer Berg-Saison 2026 entspannt angehen. Der 28-jährige Aargauer hat mit seinem Nova-Emap NP01 seinen dritten in Serie beim vorletzten Rennen in Oberhallau bereits eingefahren. Auch der Zweitplatzierte Michel Zemp kann beim Finale in Les Paccots nicht mehr eingeholt werden. Weil Marcel Steiner und Victor Darbellay am Sonntag im Fribourgischen nicht am Start stehen, hat der Luzerner seinen zweiten Gesamtrang aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigt – unabhängig davon, was beim letzten Rennen noch passiert. Auch der dritte Platz von Steiner ist nicht mehr in Gefahr. Joël Volluz in seinem Norma-Mader V8 kann den sechsmaligen Schweizer Berg-Meister selbst mit einem Tagessieg in Rekordzeit (wegen einem Punkt) nicht mehr abfangen. Einzig Lionel Ryter hat noch theoretische Chancen. Der junge Walliser müsste mit seinem Formel Renault 2.0 dafür aber den Tagessieg erringen. Bei der Konkurrenz (Faustini, Volluz, Zemp, Hugentobler) ein – sagen wir – aussichtsloses Unterfangen.
Ganz anders sieht die Ausgangslage bei den Tourenwagen aus. Dort ist Hochspannung angesagt, wobei einer schon im Vorfeld schlechtere Karten hat: Sergio Kuhn. Der schnelle Peugeot-Pilot hat in seiner Kategorie TCR nur fünf Gegner. Der Zürcher wird also in Les Paccots nur halbe Punkte einstreichen und kann somit maximal 14,5 Zähler holen. Das würde ihn (inkl. Streichergebnis) in der Gesamtwertung auf 118,5 Punkte bringen. Zum Titel wird das voraussichtlich nicht reichen. Die besten Chancen, diesen zu holen, hat Ludovic Monnier. Der gebürtige Waadtländer, der auf diese Saison das letztjährige Meisterauto von Danny Krieg übernommen hat, liegt vor dem Finale auf Rang 2. Gewinnt Monnier die E1, würden weitere 25 Punkte auf sein Konto fliessen. Mit dem Streichergebnis von La Roche (14 Punkte) käme er dann auf total 124 Zähler. Wobei die Betonung auf «käme» liegt. Monnier muss, um 25 Punkte zu kassieren, Top-Piloten wie Christoph Zwahlen, Remo Fischer oder Hermann Bollhalder, der zum ersten Mal in Les Paccots fährt, bezwingen. Krieg ist das im Vorjahr gelungen. Der Vorbesitzer des VW Golf Turbo fuhr in Les Paccots 2025 eine E1-Bestzeit von 59,422 sec (total 1:59,259 min). Monnier ist also gefordert. Aber er hat in diesem Jahr bewiesen, dass er die Zeiten von Krieg fahren, ja sogar schlagen kann. Einen neuen E1-Rekord wird Monnier zum Titelgewinn nicht brauchen. Dieser stammt von Roger Schnellmann aus dem Jahr 2023 und liegt mit 55,698 sec sowieso ausserhalb der Reichweite Monniers.
Die zweitbeste Ausgangslage hat «Speedmaster». Der Berner Garagist greift in Les Paccots mit einem Porsche GT3 in der Interswiss an. Dort könnte er neben den 25 Punkten für die IS-Bestzeit auch noch zwei Extrapunkte für einen neuen Divisions-Rekord einfahren. Dieser liegt bei 58,987 min – aufgestellt im Vorjahr durch Jean-Paul Chiquita (ebenfalls auf Porsche GT3). Gelingt «Speedmaster» dieses Kunststück, käme er auf 123 Punkte. Im Falle eines Monnier-Sieges in der E1 würde das knapp nicht zum Titel reichen…
Traurig, aber wahr: Die schlechtesten Karten im Kampf um den Titel hat der bis dato führende Stephan Burri. Der gebürtige Berner liegt vor dem Finale mit 116 Punkten in Führung, kann sein Konto aber nur dann aufstocken, wenn er in der Interswiss mindestens Zweiter wird. Ein dritter Platz wäre ein weiterer «17er», also ein Streichresultat. Nur ein Zwanziger kann ihn vor Kuhn, wenn dieser in der TCR gewinnt, hieven. Dafür müsste Burri aber zwei der drei IS-Hochkaräter bezwingen. Und das wird eine kaum lösbare Aufgabe. «Speedmaster», Chiquita und Dominic von Rotz im Audi A4, gegen den Burri in Oberhallau zuletzt das Nachsehen hatte, liegen wohl ausser Reichweite des VW-Scirocco-Piloten.
Offen ist auch noch die Entscheidung im Berg-Pokal für hubraumschwächere Fahrzeuge bis 2 Liter. Auch dort liegt Burri in Führung – punktgleich mit Monnier. Sahnen die beiden auch in Les Paccots je 20 Punkte ab, ist Monnier der Sieger, weil er die besseren SCRATCH-Ergebnisse vorweisen kann. Auf Platz 3 – mit fünf Punkten Rückstand – folgt Hans Peter Eller (Opel Kadett).
Zur Strecke: Die Strecke von Châtel-Saint-Denis nach Les Paccots misst 2,325 km. Insgesamt müssen die Piloten 206 Höhenmeter zurücklegen. Die durchschnittliche Steigung beträgt 9,24 Prozent, damit ist Les Paccots das «steilste» Rennen im Kalender 2026. Den Streckenrekord hält Robin Faustini. Er bewältigte die Strecke 2025 in 47,385 sec, was einer ziemlich beeindruckenden Durchschnittsgeschwindigkeit von 176,656 km/h entspricht.
Die Trainingsläufe starten am Samstag, 19. September, ab 13.30 Uhr. 18.30 Uhr wird die Strecke nach Les Paccots wieder für den öffentlichen Verkehr geöffnet. Am Sonntag stehen um 7.30 Uhr und 9.10 Uhr die Trainingsläufe 4 und 5 an. Der erste von drei Rennläufen startet um 10.50 Uhr. Die beiden besten Laufzeiten werden am Ende addiert. Mittagspause ist zwischen 12.30 und 13.30 Uhr. Der Eintritt am Samstag ist frei, das Ticket am Sonntag kostet 15 Franken. Unter 16 Jahren ist der Eintritt auch am Sonntag frei.
Mehr über das Bergrennen Les Paccots erfahren Sie unter https://paccots.ecuriedeslions.ch/
Termine Schweizer Berg-Meisterschaft 2026
6./7. Juni, Hemberg*
13./14. Juni, La Roche – La Berra*
28. Juni, Reitnau
25./26. Juli, Ayent – Anzère*
14.-16. August, Saint-Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau*
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots
Anm.: Die mit Sternen versehenen Rennen zählen zur Schweizer Junior-Meisterschaft.
Die Pause in der Schweizer Rallye-Meisterschaft war aufgrund der Absage der Rallye de Bourgogne lang, aber nun geht es weiter: Freitag/Samstag findet die 28. Ausgabe der Rally del Ticino statt. Am Start: 46 moderne und sieben Teams mit historischen Fahrzeugen. Darunter auch der Führende Nicolas Lathion.
Am Freitag/Samstag, 18./19. September, findet im Tessin nach einer langen Pause aufgrund der Absage der Rallye de Bourgogne Côte Chalonnaise der dritte Lauf zur Schweizer Rallye-Meisterschaft 2026 statt. Mit 46 modernen Autos und sieben historischen Fahrzeugen. Eine Entscheidung um den Meister-Titel wird es noch nicht geben. Das führende Duo in der Rallye-SM, Nicolas Lathion/Morgane Apothéloz, kann aber seinen Vorsprung weiter ausbauen. Denn Lathions Gegner legen (fast) alle eine (noch längere) Pause ein: Von Platz 2 im aktuellen Gesamtklassement bis Rang 10 ist keiner der direkten Konkurrenten Lathions am Start!
Bei einem Sieg im Tessin kämen Lation/Apothéloz auf 65 Punkte. Damit hätte das Skoda-Duo 30 Punkte Vorsprung auf Pascal Perroud und 33 auf Mike Coppens, die im Tessin zu den Abwesenden zählen. Coppens könnte diesen Rückstand bei maximal 32 zu vergebenen Zählern beim Finale im Wallis nicht mehr aufholen. Perroud bräuchte einen Sieg bei der Rallye du Valais – bei gleichzeitig viel Pech auf der Seite von Lathion. Auch Thibault Maret hätte bei einem Sieg von Lathion im Tessin noch eine klitzekleine Chance, beim Heimspiel mit seinem Walliser Kantonskollegen gleichzuziehen. Aber Fakt ist: Lathion kann mit einem guten Ergebnis bei der 28. Ausgabe der Rally del Ticino einen grossen Schritt in Richtung ersten Schweizer Rallye-Meister-Titel machen. «Unser Ziel ist es, so viele Punkte wie möglich zu machen, damit wir bei der Rallye du Valais eine möglichst gute Ausgangslage vorfinden», sagt Lathion, der dank zwei dritten Plätzen beim Critérium Jurassien respektive der Rallye du Chablais in der Meisterschaft vorne liegt.
Ob Lathion/Apothéloz im Tessin ein Wörtchen um den Sieg mitreden können, ist eine andere Frage. Der Mann, den es zu schlagen gilt, ist Kevin Gilardoni. Der 34-Jährige aus Soazza im italienisch sprechenden Teil des Graubündens hat die Rally del Ticino schon sechs Mal (in der Gesamtwertung) gewonnen – zuletzt 2024. Ihn auf einem Toyota Yaris GR Rally2 im Tessin zu bezwingen, wird schwierig werden. Und dann ist da auch noch besagter Thibault Maret. Der 26-Jährige ist schon fünf Mal im Rahmen einer Rallye, die zur Schweizer Meisterschaft zählt, aufs Podium gefahren. Nur zu gerne würde der Fahrer des Citroën C3 Rally2 einmal ganz oben stehen.
Gespannt darf man auf das Abschneiden von Gauthier Hotz sein. Der Sohn des achtmaligen Schweizer Rallye-Meisters Grégoire Hotz kehrt nach einer längeren Pause zurück. Viel Erfahrung im Rally2-Skoda bringt er allerdings nicht mit. Seine letzte und bisher einzige Rallye mit einem Rally2-Auto bestritt er 2024 in Italien. Schon damals (wie heute) sass der erfahrene Walliser Michaël Volluz auf dem Beifahrersitz. Zu den weiteren Podiumskandidaten bei der «Ticino» zählen auch die beiden Skoda-Fabia-Kutscher Stefano Mella und Kim Daldini. Insgesamt stehen 17 Rally2-Autos am Start. Dazu gesellt sich der Citroën WRC C3 von Mirko Puricelli und die Alpine A110 GT+ von Joël Rappaz.
In der historischen Klasse, der VHC, sind Vorjahressieger Clovis Brosy/Frédéric Erismann sowie das führende Duo in der Meisterschaft, Edy und Florence Bérard, am Start. Zu diesen beiden BMW gesellt sich ein weiterer M3; der von Julien Camandona/Melanie Crettaz. Für Spannung ist also auch hier gesorgt.
Die Servicezone und das Hauptquartier der Rallye befinden sich in Mendrisio. Die Rallye beginnt am Freitag, 18. September, mit den administrativen Abnahmen, den technischen Kontrollen und einer Super-Sonderprüfung in Chiasso ab 21 Uhr. Der Start zur zweiten Etappe bestehend aus fünf weiteren Prüfungen erfolgt am Freitag, 19. September. Wobei die Prüfung «Valcolla» drei Mal (zwei Mal verkürzt), die Prüfung «Malcantone» zwei Mal absolviert wird. Insgesamt werden bei der «Ticino» 59,57 Kilometer zurückgelegt. Damit gilt die Rallye als eine Veranstaltung vom Typ 3.
Mehr Infos zur Rally del Ticino finden sie unter diesem Link.
Termine Schweizer Rallye-Meisterschaft 2026
27./28. März, Critérium Jurassien
28.-30. Mai, Rallye du Chablais
10.-11. Juli, ABGESAGT, Rallye de Bourgogne-Côte Chalonnaise (FRA)
18./19. September, Rally del Ticino
29.-31. Oktober, Rallye International du Valais
Die Disziplinarkommission (DK) von Auto Sport Schweiz hat ein faktenbasiertes Urteil bezüglich einer schwerwiegenden Reglementsverletzung im Kartsport gefällt. Betroffen ist die Fahrerin Emily Hunkeler (12.11.2020), Inhaberin der Puffo-Trainingslizenz Nr. 504008.
Qualifikation als Rennen
Aufgrund der vorliegenden Akten und der nachweislich durchgeführten Siegerehrung hat die DK die Veranstaltung «T4 Tillotson Euro Cup, Kategorie Bambino» vom 16./17. Mai 2026 auf dem South Garda Karting Circuit (ITA) gemäss der Definition des Internationalen Sportgesetzes (ISG) der Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) rechtlich als Wettbewerb bzw. Rennen qualifiziert. Emily Hunkeler hat folglich mit einer dafür nicht zulässigen Puffo-Trainingslizenz an einem Kart-Wettbewerb teilgenommen. Gemäss den Bestimmungen des Lizenz-Reglements der Nationalen Sportkommission (NSK) für den Kartsport (Jahrbuch Karting 2026, Kapitel III) sowie dem dazugehörigen «Merkblatt Puffo» berechtigt die Puffo-Trainingslizenz ausschliesslich zur Teilnahme an Demonstrations- und Trainingsfahrten mit Material der Kategorie Puffo. Die Teilnahme an Rennen ist explizit ausgeschlossen.
Einsatz unzulässigen Materials und Gefahrenpotenzial
Neben der unerlaubten Rennteilnahme wurde bei diesem Wettbewerb ein Kart eingesetzt, das wesentlich leistungsstärker war als im Rahmen der Puffo-Trainingslizenz vorgesehen. Das Abweichen von den technischen Vorgaben der Puffo-Kategorie stellte ein entsprechend hohes Gefahrenpotenzial für das Kind dar. Emily Hunkeler hat damit gegen mehrere gültige Bestimmungen der ASS verstossen.
Rechtliche Verantwortlichkeit und Sanktionierung
Die DK hält fest, dass Emily Hunkeler im Alter von fünf Jahren nicht in der Lage ist, die aktuellen Reglemente zu lesen und zu verstehen. Die Hauptverantwortung für die Widerhandlungen gegen die gültigen Bestimmungen trägt der Erziehungsberechtigte, Markus Brun.
Da der Erziehungsberechtigte jedoch selbst keine Lizenz von Auto Sport Schweiz besitzt, kann gegen ihn keine sportrechtliche Sanktion durch die DK verhängt werden. Gleichzeitig sieht das ISG keine Strafminderungen für Minderjährige vor. Aus diesen rechtlichen Gründen wird in diesem Fall die lizenzierte Pilotin Emily Hunkeler sanktioniert.
Urteil der DK
Zum Schutz der Minderjährigen und in Anwendung der gültigen Reglemente wird durch die DK folgendes Urteil gegen Emily Hunkeler ausgesprochen:
Der Entscheid wurde der verurteilten Partei schriftlich mit Abgabe der Rechtsmittelbelehrung zugestellt. Auf eine Berufung innerhalb der 96-stündigen Frist wurde verzichtet.
Aufgrund der Absage des Bergrennens am Gurnigel starteten einige Schweizer Bergrennfahrer und -fahrerinnen am Wochenende beim Deutschen Meisterschaftslauf in Eichenbühl respektive beim Finale der französischen Meisterschaft am Mont Verdun.
Die schon Mitte August erfolgte Absage des Bergrennens am Gurnigel veranlasste einige Schweizer Fahrer respektive Fahrerinnen, am vergangenen Wochenende stattdessen beim Deutschen Meisterschaftslauf in Eichenbühl an den Start zu gehen. Zwei von ihnen kamen mit Pokalen für Klassensiege nach Hause. Aus Zeitgründen fiel die Entscheidung bei wechselhafter Witterung in nur zwei Rennläufen.
Wie bei den meisten Schweizer Bergrennen war Sergio Kuhn mit seinem Peugeot 308 TCR in Deutschland der Schnellste. Er gewann nicht nur seine Klasse, sondern auch die gesamte Gruppe nach Performance-Faktor 4. Als Gesamtzwölfter war Kuhn der Schnellste aus der Schweizer Fraktion.
Als strahlende Siegerin über zwei Klassenkonkurrenten liess sich Vanessa Zenklusen (Subaru Impreza) feiern. In seiner aus 17 Wagen bestehenden Klasse bis 1400 cm3 stieg Andreas Helm (VW Polo) als Dritter ebenfalls aufs Podium. Der mit Schweizer Lizenz startende Süddeutsche Hansi Eller holte zudem mit seinem Opel Kadett 1.6 einen Klassensieg. Der Gesamtsieg ging an den Deutsch-Slowenen Patrik Zajelsnik auf Nova Proto Emap Turbo.
Mit dem 100. Bergrennen Limonest–Mont Verdun endete am Sonntag die französische Bergmeisterschaft 2026. In Wertung kamen die zwei schnellsten Zeiten aus vier Rennläufen. Hinter dem bereits als Champion de France de la Montagne feststehenden Tagessieger Marc Pernot im «kleinen» Nova Proto Hartley Turbo holte Victor Darbellay beim Jubiläumsrennen als Gesamtfünfter hinter drei Dreiliter-Sportwagen den zweiten Platz in der Klasse 2B. Als 14. im Gesamtklassement gewann Jean-Jacques Maitre im Nova Proto mit Honda-Saugmotor solo die Klasse 2A. Als Gesamt-23. bezwang Roland Bossy im Tatuus F3T-318 seinen einzigen Gegner mit einem identischen Rennwagen in der Klasse 8., hingegen musste sich Hervé Villoz mit seinem Dallara F302-04 dem einzigen Gegner in der Klasse 4 geschlagen geben. In der separaten VHC-Meisterschaft der historischen Fahrzeuge eroberte Guillaume Mathez im Peugeot 309 GTI 16S einen überlegenen Klassensieg.
Text: Peter Wyss
Und wieder einmal haben am Wochenende ein paar Schweizer (respektive Liechtensteiner) international für Furore gesorgt. Allen voran Ricardo Feller, der in der DTM endlich wieder ein Erfolgserlebnis feiern durfte.
Ricardo Feller hat lange auf diesen Moment warten müssen. Seit dem Rennen am Lausitzring ist der gebürtige Aargauer nicht mehr in die Nähe des Podiums gekommen. Am Wochenende hat es endlich wieder geklappt. Auf dem Sachsenring (GER) sicherte sich der Porsche-Pilot aus dem Team Manthey Racing nach Rang 13 am Samstag im zweiten Rennen den dritten Schlussrang. «Das war ein wirklich tolles Rennen», meinte Feller. «Es wäre cool, wenn jedes Rennen so spannend wäre, und ich freue mich sehr, dass das Team ein Doppelpodium feiern darf und wir nun die Meisterschaft bei den Fahrern und bei den Teams anführen. Das haben sich alle sehr verdient. Ich bin auch unfassbar dankbar, dass meine Crew nach den Mittelfeldkämpfen am Samstag das Auto wieder so aufgebaut hat, dass dieses Ergebnis am Sonntag möglich war und dass sie auch nie aufhören an mich zu glauben. Von mir aus können wir in Hockenheim so weitermachen.»
Ein Wochenende mit Höhen und Tiefen liegt hinter Emil Frey Racing. Am Samstag fehlte dem Team die Pace der Spitze, und Matteo Cairoli sowie Thierry Vermeulen kamen auf den Plätzen 6 und 9 ins Ziel. Am Sonntag lief es dann trotz schwieriger Ausgangspositionen aus dem nassen Qualifying besser. Cairoli kam nach einer beeindruckenden Vorstellung als Vierter über die Ziellinie, Vermeulen beendete das Rennen auf Rang 7. Damit bleibt der Titelkampf bis zum Saisonfinale in Hockenheim offen: Mit 47 Punkten Rückstand sowohl in der Fahrer- als auch in der Teamwertung ist eine Top-3-Platzierung noch in greifbarer Nähe. Die Rennen am Sachsenring gingen an Marco Wittmann und Ben Dörr.
Sechs Mal ist Matthias Kaiser in der European Le Mans Series schon auf dem Podium gestanden: vier Mal war er (seit seinem ersten Rennen 2021) Dritter, zwei Mal Zweiter. Gestern Sonntag ist dem Liechtensteiner mit seinem ersten Sieg in Silverstone (GBR) der Durchbruch gelungen. Zusammen mit seinen beiden Teamkollegen Jake Hughes und Ben Barnicoat setzte sich der Fahrer aus dem Team Algarve Pro Racing erfolgreich durch. Mit diesem Sieg rückte Kaiser vor dem Finale in Portugal (10. Oktober) in der Gesamtwertung auf Rang 3 vor. Leader – und das ist aus Schweizer Sicht noch erfreulicher – ist Grégoire Saucy. Der Jurassier wurde in Silverstone mit seinem Team United Autosports Sechster und hat vor dem Finale ein Polster von 13 Punkten. Auch in der LMP3 gibt es aus Schweizer Sicht Grund zur Freude: Das Team CLX liegt nach einem zweiten Klassenrang in Silverstone weiter auf Meisterschaftskurs.
Das gilt auch für Jenzer Motorsport in der FIA F4 CEZ. Beim vorletzten Rennen in Brünn (CZE) sicherte sich das Team aus Lyss/BE alle vier Rennsiege. Zwei Mal sicherte sich Jenzer gar einen Dreifach-Triumph. Auch der ehemalige Schweizer Kart-Meister Georgiy Zasov hatte allen Grund zum Jubeln. Der in Lugano wohnhafte und in London zur Schule gehende Zasov feierte im dritten Durchgang seinen ersten Formel-4-Sieg. Im Finale wurde er Siebter. In der Meisterschaft liegt der Deutsche Elia Weiss aus der Jenzer-Talentschmiede weiter in Führung.
Zum Kartsport: Auch dort gibt es wieder zwei Erfolgsmeldungen. Zoltan Coigny hat beim Finale der IAME Series Italy in Viterbo nicht nur das letzte Rennen souverän gewonnen, der 13-Jährige aus Dully/VD hat sich mit diesem Sieg bei den Junioren auch den Titel gesichert. Herzliche Gratulation an dieser Stelle! Auch in Lonato (ITA) stand ein Schweizer ganz oben. Beim achten Lauf zum ROK Cup Italy setzte sich der Thurgauer Iven Ammann bei den Junioren gegen 35 Konkurrenten durch.
Eine breite Allianz nationaler Sportverbände unterstützt Rolf Enz im Rennen um den freiwerdenden Sitz im Exekutivrat von Swiss Olympic. Der Aero-Club der Schweiz AeCS, Schweizer Unterwasser-Sport-Verband SUSV, Eidgenössischer Schwingerverband, Swiss Wrestling Federation, Schweizerischer Schachbund, Swiss Moto Federation und Auto Sport Schweiz tragen seine Kandidatur offiziell mit.
Damit steht hinter Rolf Enz nicht nur ein einzelner Verband, sondern eine gemeinsame Initiative aus unterschiedlichen Sportwelten. Ihr Ziel ist klar: die operative Realität der kleinen und mittleren Sportverbände soll dort stärker eingebracht werden, wo die strategischen Entscheide für den Schweizer Sport getroffen werden.
«Was aus einer spontanen Idee anlässlich des letzten Sportparlaments von Swiss Olympic zwischen Rolf Enz und mir entstanden ist – wir benötigen einen «Motor» im Exekutivrat von Swiss Olympic - ist in den letzten Wochen und Monaten zu einer grossartigen breit abgestützten Kandidatur geworden» hält Auto Sport Schweiz Direktor Patrick Falk fest und betont, wie wichtig diese Wahl für den nationalen Automobil- und Kartsport Verband Auto Sport Schweiz sein wird.
Kleine und mittlere Verbände tragen einen wesentlichen Teil des Schweizer Sports. Sie organisieren Meisterschaften und Veranstaltungen, fördern den Nachwuchs, bilden Trainerinnen und Trainer sowie Funktionärinnen und Funktionäre aus und mobilisieren zahlreiche ehrenamtlich engagierte Menschen. Sie erbringen professionelle Leistungen – häufig mit kleinen Teams, knappen Ressourcen und einer grossen Nähe zur Sportbasis. Trotz dieser Bedeutung ist ihre besondere operative Realität auf der strategischen Führungsebene des Schweizer Sports heute noch wenig sichtbar.
«Kleine und mittlere Verbände sind kein Randsegment des Schweizer Sports. Ihre Bedeutung muss sich auch in dessen strategischer Führung angemessen widerspiegeln», sagt Rolf Enz. «Ich möchte ihre Erfahrungen und Anliegen direkt in den Exekutivrat einbringen – konstruktiv, lösungsorientiert und mit Blick auf den gesamten Schweizer Sport.»
Die Kandidatur wurde von Beginn an gemeinsam entwickelt. Innerhalb kürzester Zeit wurden mehr als 25 nationale Sportverbände in den Dialog einbezogen. An zwei Round Tables diskutierten Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Sportarten und Verbandsgrössen die gemeinsamen Herausforderungen sowie ihre Erwartungen an eine stärkere Vertretung im Exekutivrat. Der intensive Austausch wird derzeit in weiteren Gesprächen mit interessierten Verbänden fortgeführt.
Die Gespräche zeigen eine breite Resonanz: über verschiedene Sportarten und Verbandsgrössen hinweg besteht das Bedürfnis nach mehr Praxisnähe, Verhältnismässigkeit und einem direkteren Zugang zur strategischen Führungsebene. Auffallend: auch grössere Verbände erachten es als wichtig, die Perspektive der kleinen und mittleren Organisationen stärker einzubeziehen.
Die Wahl für die Nachfolge von Ruth Wipfli Steinegger findet am 20. November 2026 anlässlich des Sportparlaments von Swiss Olympic statt.
Bei keinem Rennen kommen so viele Zuschauer wie in Wohlen! Und bald ist es wieder soweit: Das Heimrennen der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft, das Finale zum diesjährigen Championat, findet am Samstag, 10. Oktober 2026, statt. Wer sich noch nicht angemeldet hat, kann dies über www.go4race.ch noch bis eine Woche davor (Samstag, 03. Oktober 24.00 Uhr) machen. Dabei sein, lohnt sich. Die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft bietet nicht nur attraktive Rennfelder, das hohe Niveau und die spannenden Positionskämpfe zeichnen die Meisterschaft seit Jahren aus.
Wir freuen uns auf deine Einschreibung! Für allfällige Fragen stehen wir gerne zur Verfügung unter 031 979 11 11 oder per E-Mail an info@motorsport.ch
Für alle Kart-Freunde, Tanten, Göttis und sonstige Bekannten: Der Eintritt zum Finale der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft ist frei!!!
Am Wochenende ist es wieder soweit: Eine Woche nach der Arosa ClassicCar findet die Bernina Gran Turismo statt. Rund 70 sorgfältig ausgewählte Fahrzeuge werden in La Rösa am Start stehen.
Der Berninapass zwischen dem Puschlav und dem Engadin ist nicht nur eine alpine Verbindung, sondern eine Bühne für Motorsportgeschichte. Bereits 1929 und 1930 fanden hier die ersten Bernina-Bergrennen statt, bei denen Legenden wie der Deutsche Hans Stuck oder der Monegasse Louis Chiron die kurvenreiche Strecke bezwangen. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 66,4 km/h setzte Stuck damals erste Massstäbe .
Nach Jahrzehnten der Stille wurde 2015 das Bernina-Bergrennen als Bernina Gran Turismo wiederbelebt. Dieses Event bringt seither jährlich eine Auswahl historischer Renn- und Sportwagen zurück auf die 5,7 km lange Strecke von La Rösa bis zur Passhöhe. Mit über 50 Kurven und einem Höhenunterschied von 450 Metern bietet die Strecke eine einzigartige Herausforderung für Mensch und Maschine.
Die diesjährige Ausgabe geht am kommenden Wochenende (12./13. September) über die Bühne. Die BGT umfasst drei unterschiedliche Kategorien, die jeweils einen eigenen Zugang zu historischem Automobilsport und Wettbewerb widerspiegeln. Die Kategorie Competition richtet sich an Pilotinnen und Piloten, die auf den 5,7 Kilometern zwischen La Rösa und Ospizio Bernina auf maximale Performance aus sind. Die Kategorie Regularity belohnt Beständigkeit statt Geschwindigkeit und fordert die Teilnehmenden dazu auf, vorgegebene Zeiten mit höchstmöglicher Präzision zu reproduzieren. Die Kategorie Demo bietet bedeutenden historischen Fahrzeugen, Rennwagen und modernen Hochleistungsautomobilen die Möglichkeit, den Berninapass ausserhalb des Wettbewerbs zu erleben.
Zu den Fahrzeugen, die 2026 ihr Debüt bei Bernina Gran Turismo feiern, zählen der Chevron B8 GT von 1968, der Ferrari 250 GT von 1955, der Ferrari 275 GTB Alloy von 1965, der Datsun 280Z von 1975, der Healey Westland C von 1950, der Riley TT Sprite von 1931, der Renault 5 Turbo von 1982, das Stanguellini 1100 Coupé Motto von 1947, der Alfa Romeo Giulia TZ1 von 1965 sowie der Lancia Stratos Group 4 von 1974. Auf den Berninapass zurückkehren der Alfa Romeo 8C 2300 von 1932, der Alfa Romeo Giulia TZ2 von 1965, der Maserati A6GCS/53 von 1954 und der Shelby Cobra 427 S/C von 1966. Auch Arosa-Sieger Thomas Amweg wird mit dem Amweg F2 am Start stehen. Um den besonderen Charakter der Veranstaltung zu bewahren, bleibt das Teilnehmerfeld auch in diesem Jahr auf maximal 70 sorgfältig ausgewählte Fahrzeuge beschränkt.
Wer nicht persönlich vor Ort sein kann, kann Bernina Gran Turismo erneut über den offiziellen YouTube-Kanal und Swiss Sport TV live verfolgen. Mehr Infos (auch zur Streckensperrung) erfahren Sie unter www.bernina-granturismo.com
Mathias Schläppi und sein Beifahrer Dominique Juple haben ihre Siegesserie im Deutschen Rallye Cup am Wochenende fortgesetzt. Für das Finale am 31. Oktober hat sich der Berner Oberländer damit in eine Top-Ausgangslage gebracht.
Das Schläppi Rallye Team hat seine souveräne Siegesserie im Ravenol Deutschen Rallye Cup fortgesetzt – und hat so die Weichen für das Meisterschaftsfinale Ende Oktober gestellt. Bei der 33. ADAC Rallye Ostwestfalen feierten Mathias Schläppi und sein Beifahrer Dominique Juple am vergangenen Wochenende einen ungefährdeten Klassensieg in der Kategorie NC3. Mit einem Vorsprung von 1:23 Minuten auf die Zweitplatzierten überquerte das Schweizer Duo am Ende die Ziellinie im Norden Deutschlands unweit von Bielefeld. Auch im Gesamtklassement belegten die beiden im orange-blauen Peugeot 208 R2 eine beachtliche Platzierung: Im Feld der 68 gestarteten Teams fuhr Schläppi auf einen starken zehnten Gesamtrang und war damit zweitschnellster Fronttriebler.
Damit hat das Schläppi Rallye Team das primäre Saisonziel der Vorläufe erreicht: Die maximal sieben einzubringenden Wertungsresultate sind im Kasten: sechs Klassensiege sowie ein zweiter Platz. «Die Erleichterung im Ziel war riesengross. Wir haben uns mit dieser fehlerfreien Fahrt die beste Ausgangslage geschaffen, die man sich für das grosse Meisterschaftsfinale nur wünschen kann», zieht Schläppi zufrieden Bilanz. Durch die optimale Punktausbeute geht die Mannschaft aus dem Berner Oberland als grosser Gejagter in die entscheidende Phase.
Bis zum DRC-Saisonfinale im Saarland, das am 31. Oktober ausgetragen wird und bei dem doppelte Punkte vergeben werden, verbleiben nun noch einige Wochen. Ob Schläppi mit seinem Rallye-Team zur Überbrückung noch eine weitere Veranstaltung bestreiten wird, entscheidet die Mannschaft in den kommenden Wochen. Der Fokus liegt nun erstmal auf dem Kundenprogramm. Bei der Rallye Kohle und Stahl in zwei Wochen (19. September) startet Gaststarter Dino Wintsch im Peugeot 208 Rally4 des Teams.
Im hart umkämpften internationalen Rennsport haben sich auch an diesem Wochenende wieder ein paar Schweizer Renn-Profis mit starken Leistungen ausgezeichnet.
Obwohl Sébastien Buemi beim fünften Lauf zur diesjährigen Langstrecken-Meisterschaft in Austin (USA) nur Sechster wurde, liegt der Toyota-Werkspilot weiter ganz gut im Rennen um den WEC-Titel 2026. Mit nur elf Punkten Rückstand auf Platz 1 hat Buemi bei noch drei ausstehenden Rennen intakte Chancen auf einen möglichen Titelgewinn, wenngleich er vom Rennen in Texas enttäuscht war. «Es war ein wirklich trauriger Tag für uns, denn die Geschwindigkeit war da. Wir haben am Ende unser Bestes gegeben und noch ein paar Punkte gerettet, aber es war wirklich eine grosse verpasste Chance. Positiv ist, dass das Auto sehr schnell war, aber es ist immer frustrierend, wenn man ein gutes Ergebnis auf diese Weise (Durchfahrstrafe und virtuelles Safety-Car, d. Red.) verliert. Wir werden hart arbeiten und hoffentlich in Fuji ein besseres Rennen fahren.» Für BMW-Werksfahrer Raffaele Marciello endete das Rennen auf Platz 8. Auch er ist mit 21 Punkten Rückstand auf die Spitze noch im Rennen um den Titel, konnte in Austin aber nicht in die Entscheidung um den Gesamtsieg eingreifen. «Uns hat auf dieser Strecke der Speed gefehlt», meinte Marciello mit leicht hängendem Kopf. «Immerhin haben wir noch ein paar Punkte geholt.» Der Sieg in Austin ging an den Ferrari mit der #50 (Antonio Fuoco, Miguel Molina und Nicklas Nielsen).
Auf Meisterschaftskurs im ADAC GT Masters befindet sich Felix Hirsiger. Der ehemalige Porsche-Sports-Cup-Suisse-Gewinner hat am fünften Rennwochenende seinen vierten Saisonsieg eingefahren. Hirsiger schaffte es im zweiten Lauf auf dem Salzburgring (AUT), die Angriffe des Deutschen Colin Bönighausen auf den letzten elf Runden abzuwehren. Ein Rennen vor Saisonende (Hockenheimring, 10./11. Oktober) liegt der 28-jährige Schwyzer mit Teamkollege Finn Zulauf auf Platz 2. Der Rückstand auf die Spitze beträgt fünf Punkte.
Ein sehr gutes Wochenende erwischte auch Formel-4-Fahrerin Chiara Bättig. Die gebürtige Zürcherin sicherte sich beim achten Lauf zur britischen Meisterschaft in Croft (GBR) nach Platz 2 im Quali die Plätze 4, 18 und 4. In der Gesamtwertung liegt die dreimalige Schweizer Kart-Meisterin neu auf Rang 12. Es führt weiterhin der Belgier Dries van Langendonck.
Auch Levi Arn vom Team Jenzer Motorsport hat sich beim fünften Lauf zur italienischen Formel-4-Meisterschaft wacker geschlagen und belegte im stark besetzten Feld Platz 13 im Finale. Dieses fand für einmal mit nur einem Schweizer Fahrer statt. Florentin Hattemer (Trident Racing) hatte sich nicht für den Endlauf qualifiziert.
Zum Kartsport: Beim vierten Lauf zur Champions of the Future Academy in Valencia (ESP) sicherte sich der Waadtländer Zoltan Coigny in der Kategorie OK-N Junior den dritten Platz im Finale. Direkt dahinter kam Jamie Ehrat als Vierter ins Ziel. Bei den Senioren war Elias Lehmann als Fünfter der beste Schweizer. Bei noch einem ausstehendem Rennen hat Coigny alle Chancen, Meister zu werden. Sein Rückstand auf den Führenden beträgt nur zwei Punkte. Das Finale der COTFA findet vom 13. bis 15. November in Franciacorta (ITA) statt.
Die Rallye Mont Blanc – Morzine hat dieses Jahr nicht zur Schweizer Rallye-Meisterschaft gezählt. Dennoch haben ein paar Schweizer die Rallye im grenznahen Frankreich erfolgreich bestritten. Allen voran Yohan Surroca.
Yohan Surroca hat schon das eine oder andere Mal auf sich aufmerksam gemacht. Sei es im Rahmen der Schweizer Rallye-Meisterschaft oder bei Läufen in Frankreich. Auch bei der Rallye Mont Blanc – Morzine am vergangenen Wochenende zeigte der 24-jährige Walliser eine starke Leistung. Erst recht, wenn man bedenkt, dass Surroca erst zum zweiten Mal in einem Rally2-Auto sass. Von den zwölf Prüfungen beendete der Hyundai-Pilot zehn in den Top 10. Und das bei einer starken französischen Konkurrenz. Vor der letzten Prüfung lag Surroca auf dem achten Gesamtrang. Diesen hätte er auch souverän nach Hause gefahren, hätte er auf den letzten Kilometern nicht noch einen Reifenschaden gehabt. «Es hatte sich schon in der vorletzten Prüfung angekündigt», meinte Surroca. «Der Reifen verlor Luft – und wir mussten ihn in der letzten WP wechseln.» Surroca beendete die Rallye mit seinem belgischen Beifahrer Loïc Dumont trotzdem auf einem mehr als respektablen zwölften Schlussrang – vor Thibault Maret/Louis Louka im Citroën C3 Rally2.
Für Surroca geht es Ende Oktober weiter. Dann wird er zum zweiten Mal nach 2025 im Hyundai i20 N an der Rallye du Valais teilnehmen. Wenn er dort eine ähnlich starke Leistung zeigt, hat er gute Chancen zum ersten Mal auf das Gesamtpodium zu fahren.
Der Sieg bei der diesjährigen «Mont Blanc», die (aus Sicht von Surroca leider) nicht zur Schweizer Rallye-Meisterschaft zählte, ging an den Franzosen Yoann Bonato im Lancia Ypsilon Rally2. Zu den weiteren Schweizern, die das Ziel sahen zählen Gwen Lagrue/Romain Blondeau-Toiny (15.), Stefano Mella/Nicolo Lazzarini (26.), Mireille Vidueira/Alexandra Fontana (27., zweitbeste Dame), Aurélien Devanthéry/Stéphane Fellay (31., Vierter in der RC4), Mathieu Zurkinden/Gaëtan Aubry (52.) sowie Michaël Esteves/Osmaël Berdayes (72.).
Gute Genesungswünsche gehen an Yann Héritier und Léa Magnin aus Anzère. Das Duo ist mit ihrem Renault Clio Rally5 verunfallt und hat sich Verletzungen an der Wirbelsäule zugezogen.
Die 22. Arosa ClassicCar vom vergangenen Wochenende war laut dem Veranstalter «ein voller Erfolg». Bei herrlichem Sommerwetter sicherte sich Thomas Amweg seinen zehnten Gesamtsieg.
Am Wochenende fand im Bündnerland die 22. Ausgabe der Arosa ClassicCar statt. Laut dem Veranstalter war die diesjährige Ausgabe bei schönstem Wetter «ein voller Erfolg». Den «Grossen Preis von Arosa» sicherte sich (zum zehnten Mal!) Thomas Amweg in Papas Eigenbau, dem Amweg F2 AW76 mit einer Bestzeit von 4:10,46 min (= 104,92 km/h). Damit war der 41-jährige Familienvater rund zwei Sekunden schneller als im Vorjahr. Auch damals fuhr Amweg den AW76. Den Streckenrekord von 2019 (im Martini-BMW Mk50 F2) verpasste Amweg um etwas mehr als vier Sekunden.
Alle Sieger im Überblick:
Arosa Classic Trophy: Rolf Senti, Fiat Abarth Rally, 5:48,30 min
Arosa Sport Trophy: Heinz Vogt, Sylva Fisher Fury, 5:42,59 min
Competition Formula: Thomas Amweg, Amweg F2 AW76, 4:10,46 min
Competition: Markus Jörg, Lotus 23B, 4:29,75 min
Schnellste Fahrerin: Bea Gabathuler, Mini Cooper S 1275, 5:25,52 min
Das Starterfeld bot auch dieses Jahr eine eindrucksvolle Reise durch fast ein Jahrhundert Motorsportgeschichte. Zu den besonderen Fahrzeug-Highlights zählten der Sauber C3, der Lancia Stratos von Dario Pergolini sowie der Ferrari 512 M von Walter Lais. Ein besonderer Blickfang war der La France Typ 12 von Ruedi Schawalder. Das Fahrzeug mit Baujahr 1917 war das älteste Auto der diesjährigen Arosa ClassicCar und bildete einen eindrucksvollen Kontrast zu den Rennwagen späterer Generationen. Die Beliebtheit der ACC zeigt sich aber nicht nur bei den Teilnehmenden (schon jetzt gibt es eine Warteliste für 2027). Auch an Zuschauern mangelte es nicht. Über die vier Veranstaltungstage hinweg verfolgten gemäss Schätzungen bis zu 25'000 Besucher das Geschehen in Arosa, am Start in Langwies und entlang der 7,3 Kilometer langen Rennstrecke. Die beliebten Renntaxi-Fahrten von Porsche waren ebenfalls restlos ausverkauft.
Neben der automobilen Geschichte erhielt auch die Zukunft des historischen Motorsports eine sichtbare Plattform. Gemeinsam mit HIF Global und Porsche Schweiz wurde den rund 180 Fahrer und Fahrerinnen angeboten, ihre Rennfahrzeuge kostenlos mit synthetischen eFuels zu betanken. Eine mobile eFuel Tankstelle im Fahrerlager ermöglichte den Einsatz direkt am Anlass.
Mehr Infos zur ACC finden Sie auf www.arosaclassiccar.ch
Ab Donnerstagabend ist in Arosa wieder Rennaction angesagt. Rund 180 historische Renn- und Sportfahrzeuge aus fast einem Jahrhundert Motorsportgeschichte treffen bei der 22. Arosa ClassicCar auf eine der spektakulärsten Bergrennstrecken der Schweiz.
Wenn am Donnerstagabend die historischen Fahrzeuge beim traditionellen Dorfcorso durch Arosa rollen, beginnt ein Wochenende, das Motorsportgeschichte mitten ins Bündner Bergdorf bringt. Von Freitag bis Sonntag stehen Trainings- und Rennläufe auf der 7,3 Kilometer langen Strecke von Langwies nach Arosa auf dem Programm. Die beiden Fahrerlager beim Ochsenbühl und Obersee sind frei zugänglich und ermöglichen den Besucherinnen und Besuchern, Fahrzeuge und Fahrer aus nächster Nähe zu erleben.
Zu den besonderen Leckerbissen gehören dieses Jahr Urs Furters seltene Shelby Cobra Daytona Coupé von 1965 (mit der #114). Serge Endress tritt mit einem Nissan Skyline GT-R Group A von 1990 an (#502), während Albert Dobler nach längerer Pause mit seinem Jägermeister-BMW M3 E30 DTM (#302) auf die Aroser Bergstrecke zurückkehrt.
Ein besonderes Stück Schweizer Motorsportgeschichte steuert Erich Schellinger bei: Sein Sauber C3 von 1973 war der letzte von insgesamt drei C3, die bei Sauber in Hinwil gebaut wurden. Nach Stationen in der Schweiz, Deutschland und Kanada kehrte der Rennwagen 2021 in die Schweiz zurück und wird 2026 erstmals von Schellinger mit der #116 an der Arosa ClassicCar pilotiert.
Eine besondere Bühne erhalten in diesem Jahr die ältesten Fahrzeuge des Starterfeldes. Erstmals werden die Vorkriegsfahrzeuge in einem eigenen Feld zusammengefasst. Unabhängig von ihrer gemeldeten Wertungskategorie starten sie gemeinsam am Ende des dritten Rennfeldes. Damit werden automobile Zeitzeugen aus den frühen Jahrzehnten des Motorsports noch stärker sichtbar. Dazu gehört beispielsweise der Bugatti 37/35B von Daniel Sonderegger aus dem Jahr 1927. Zugelassen sind bei der Arosa ClassicCar Fahrzeuge, deren Geschichte bis in die Anfangsjahre des Automobilsports zurückreicht.
Neben historischen Rennfahrzeugen richtet die Arosa ClassicCar 2026 den Blick auch auf die Zukunft der Mobilität. Gemeinsam mit HIF Global und Porsche Schweiz wird das Thema synthetische Kraftstoffe, sogenannte eFuels, am Rennwochenende aufgegriffen. Gemeinsam biete sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an, ihre Rennfahrzeuge kostenlos mit eFuels zu betanken. Damit schlägt die Arosa ClassicCar bewusst die Brücke zwischen automobiler Geschichte und neuen Technologien. Denn gerade für den historischen Fahrzeugbestand können synthetische Kraftstoffe eine interessante Perspektive bieten. Die bestehenden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor lassen sich damit weiter nutzen, während die CO₂-Bilanz zukünftig deutlich verbessert werden kann.
Weitere Infos zur ACC finden Sie unter diesem Link.
Wie (fast) immer schauen wir auch diesmal auf das vergangene Renn-Wochenende zurück. Diesmal mit dem Schwerpunkt GT World Challenge am Nürburgring.
Am Wochenende hat der vierte Lauf zum Endurance Cup der GT World Challenge auf dem Nürburgring stattgefunden. Einen Schweizer Sieg gab es diesmal leider nicht zu bejubeln. Ricardo Feller landete mit seinen Lionspeed-Teamkollegen Bastian Buus und Thomas Preining nur auf dem 15. Schlussrang. Schuld war ein unglücklich getimter Boxenstopp. Das Siegerteam der 24 Stunden von Spa versuchte einen «undercut» gegen den führenden Aston Martin, doch kaum war der Porsche aus der Boxengasse raus, gab es eine Full-Course-Yellow-Phase und alle anderen konnten unter Gelb stoppen. Bester Schweizer war so Fabio Scherer. Der Ford-Mustang-Pilot aus Engelberg belegte den sechsten Schlussrang und egalisierte so sein bisher bestes Saisonergebnis. Für Raffaele Marciello (BMW) und Patric Niederhauser (Lamborghini) endete das Rennen auf den Rängen 17 resp. 19. Bester Schweizer in der Gesamtwertung (ein Rennen vor Schluss) bleibt Feller als Fünfter.
Einen Schweizer Sieg gab es am Nürburgring aber dennoch. In der Super Trofeo Lamborghini, die im Rahmenprogramm stattfand, stand Kevin Gilardoni mit Teamkollege Simone Iaquinta in beiden Rennen ganz oben auf dem Podium. Für den sechsmaligen Sieger der Rally del Ticino war es bereits der dritte Saisonsieg nach dem Triumph beim Auftaktrennen in Le Castellet.
Zum Kartsport: Beim WSK Final Cup in Franciacorta (ITA) hat es ebenfalls noch einen Podestplatz gegeben. Iven Ammann vom Team Innovate Competition hat sich im Finale der OK-N den dritten Platz gesichert. Der WSK Final Cup geht über drei Runden. Neben Franciacorta stehen auch Lonato und Viterbo auf dem Programm.
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