Ricardo Feller (GT World Challenge) und Philip Ellis (IMSA) liegen für die Schweiz auf Titelkurs. Grosser Gewinner des GTWC-Wochenendes in Zandvoort war aber ganz klar das Team Emil Frey Racing.
GT3-Spezialist Ricardo Feller steht vor einem weiteren internationalen Titel. Der gebürtige Aargauer liegt vor dem Finale des Sprint Cups in der GT World Challenge in Barcelona (ESP) zusammen mit Teamkollege Bastian Buus aus Dänemark in Führung. Der Vorsprung Fellers beträgt zwar nur sechs Punkte. Doch der Porsche-Pilot aus dem Team Lionspeed GP ist bisher an jedem Rennwochenende mindestens einmal Zweiter geworden. So auch am vergangenen Wochenende beim Sonntagsrennen in Zandvoort (NED). Dieses war überhaupt fest in Schweizer Händen. Die Plätze 1 und 3 gingen an das Team Emil Frey Racing, das in Zandvoort sein bisher bestes Weekend im Rahmen des Sprint Cups erleben durfte. «Am Samstag haben wir im Qualifying nicht unser volles Potenzial ausgeschöpft, besonders mit dem #14 Ferrari», sagt Teamchef Lorenz Frey-Hilti. «Aber im Rennen selbst waren wir solide mit guten Boxenstopps und starken Überholmanövern. Am Sonntag haben wir dann alles richtig gemacht. Schade, dass wir beim Boxenstopp den zweiten Platz verloren haben, aber das ist das Problem, wenn man nur Platz für ein Fahrzeug hat – aber Platz 1 und 3 sind natürlich trotzdem ein hervorragendes Resultat.» Das starke Schweizer Ergebnis wurde mit Rang 7 durch Patric Niederhauser abgerundet. Das Finale in Barcelona findet am 3./4. Oktober statt.
Auch Philip Ellis ist weiter auf Titelkurs. Der Zuger hat beim vorletzten Lauf zur IMSA in Indianapolis den zweiten Rang in der GTD an Land gezogen. Weil das direkte Verfolger-Duo das Rennen gewann, ist Ellis’ Vorsprung vor dem Finale in Road Atlanta (3. Oktober) jedoch auf sechs Punkte geschmolzen. Behält Ellis auch im letzten Rennen die Oberhand, wäre das sein dritter GTD-Titel in der IMSA in Serie. Für Cadillac-Werksfahrer Louis Delétraz, der bei den Prototypen fährt, endete das Rennen in Indianapolis auf dem undankbaren vierten Rang.
Eine weitere Schweizer GT3-Podestplatzierung gab es in der 24h Series in Barcelona. Dort belegte das Team Hofor Racing auf ihrem Mercedes AMG GT3 nach 740 gefahrenen Runden Rang 3 im Gesamtklassement und P2 in der Kategorie AM.
Auch in der italienischen Formel 4 wurde am Wochenende der vorletzte Lauf ausgetragen. Zwei vierte Plätze waren aus Schweizer Sicht die beste Ausbeute. Verantwortlich dafür waren für Jenzer Motorsport der Deutsche Elia Weiss und für Maffi Racing der Däne David Walther. Die besten Ergebnisse der Schweizer Fahrer waren ein siebter Platz von Florentin Hattemer (Trident), ein achter Platz von Levi Arn (Jenzer, P3 bei den Rookies) und ein 17. Rang von Georgiy Zasov (Prema). Das Finale in Mugello findet am 30. Oktober/1. November statt.
Reto Meisel hat beim letzten Lauf zur Europa-Bergmeisterschaft in Kroatien nochmals einen Sieg und einen Rekord feiern dürfen. Zum Gewinn des EM-Titels über alle fünf Gruppen reichte es knapp nicht.
Beim zehnten und letzten Lauf zur Europa-Bergmeisterschaft in Kroatien feierte Reto Meisel seinen sechsten Gesamtsieg in der FIA-Kategorie 1. Mit seinem bewährten Mercedes SLK340 Judd stellte der Aargauer auf der 5001 Meter langen Strecke von Buzet auch einen neuen Rekord für geschlossene Fahrzeuge auf.
Trotzdem reichte es am Ende nicht mehr ganz zum Gewinn des EM-Titels über alle fünf Gruppen. Dieser geht an den Kroaten Matija Jurisic, der mit seinem optimalen Peugeot 308 TCR sieben Siege und drei zweite Plätze in der Gruppe 4 feierte und so auf 211 Punkte kommt. Meisel gewann zwar ebenso oft die Gruppe 1 der leistungsstärksten Tourenwagen/GT, verzeichnete zuvor aber einen Nuller in Slowenien (Unfall mit dem Mitsubishi) und hat daneben noch je einen zweiten und dritten Platz vorzuweisen, womit er auf 208 Zähler kommt.
Für den zweifachen Schweizer Tourenwagen-Bergmeister (2016 und 2022) war es dennoch eine erfolgreiche Saison. Meisel hatte gar nicht geplant, wie 2025 eine komplette EM-Saison zu bestreiten. Als er sich plötzlich in einer sehr guten Ausgangsposition befand, entschied er sich um. So holte er – bedingt auch durch das Ausscheiden einiger direkten Gegner durch Unfälle oder technische Defekte – überlegen den Titel in der Königsklasse und in der Performancewertung. Daher zieht Meisel eine positive Bilanz mit leichtem Augenzwinkern: «Für mich ist alles okay: Winner Group 1, Best Performer und Vize-Europameister. Es war eine geile Saison, in der ich dazu gelernt habe. Ich habe ja erst angefangen…»
Den letzten Tagessieg in der Saison 2026 errang wie beim Schweizer EM-Lauf im August der Franzose Kevin Petit auf Nova NP01 Emap Turbo. Als Europameister über alle vier Proto-Gruppen stand schon zuvor der unter Pseudonym «O’Play» startende Italiener Antonino Migliuolo auf einem Nova NP03 Aprilia fest. Der Titel in der Gruppe P1 geht an den Spanier Joseba Iraolo Lanzacorta, jener in der Performancewertung an den Tschechen Petr Trnka (beide Nova NP01 Emap Turbo). Schweizer waren in der EM-Kategorie 2 keine am Start.
Text: Peter Wyss
Ludovic Monnier hat das geschafft, was schon Danny Krieg, dem Vorbesitzer des weissen VW Golf Turbo gelungen ist: Der gebürtige Waadtländer hat die Schweizer Berg-Meisterschaft bei den Tourenwagen und den Schweizer Berg-Pokal gewonnen.
Ludovic Monnier hat das Meisterauto von Danny Krieg 2025 nicht einfach nur so zum Spass gekauft. Der gebürtige Waadtländer mit Wohnsitz im Wallis hat sich den weissen VW Golf Turbo im Wissen angelacht, dass er damit wie sein Vorbesitzer Schweizer Berg-Meister bei den Tourenwagen werden kann. Viel habe er am Auto nicht verändert; am Motor schon gar nicht, betont Monnier. Wieso auch? Der Golf von Krieg hat schon 2025 sehr gute Zeiten hingelegt. Monnier hat diese vor allem in der zweiten Saisonhälfte 2026 nochmals verbessert. Beim Saisonfinale in Les Paccots fuhr der 34-Jährige im Vergleich zu Kriegs Bestzeit im Vorjahr 1,687 Sekunden schneller. In der Addition der beiden schnellsten Zeiten war er mit 1:55,875 min gar 3,3 Sekunden schneller. Damit sicherte sich Monnier den angepeilten Sieg in der E1. Ihm am nächsten kam Hermann Bollhalder – und das bei dessen Debüt in Les Paccots. Der Opel-Fahrer aus Wattwil fuhr in 1:58,920 min eine beachtliche Endzeit, konnte Monnier aber nicht am Klassensieg hindern. Die 25 Punkte, die Monnier für den E1-Sieg in Les Paccots kassierte, reichten ihm so souverän zum Titelgewinn. «Ein schönes Gefühl», meinte Monnier. Schliesslich habe er auch hart dafür arbeiten müssen. Auch Vorbesitzer Danny Krieg liess ausrichten: «Gratulation an Ludovic! Ich freue mich, dass er mit meinem Ex-Auto den Titel geholt hat. Irgendwie macht mich das auch stolz.»
Mit nur einem Punkt Rückstand sicherte sich «Speedmaster» Rang 2 bei den Tourenwagen. Der Teamchef von MB Motorsport hatte seinen Ford Escort für Les Paccots von einem E1- in ein Interswiss-Auto umgebaut. In dieser Klasse fuhr er schon im ersten Durchgang eine neue Rekordzeit von 58,723 sec, sicherte sich den IS-Gesamtsieg und heimste so 27 Punkte ein. Die reichten gerade nicht, um Monnier noch abzufangen. Das war dem Berner Garagisten aber reichlich egal. «Ich bin mehr als glücklich und habe mich selten so für einen anderen gefreut wie für Ludovic. Ich habe ihn kennengelernt, da war er vier Jahre alt. Da bin ich noch gegen seinen Vater gefahren.» Als Gesamtachter war «Speedmaster» zweitschnellster Tourenwagenfahrer beim Finale – zwei Positionen hinter Monnier.
Um Platz 3 in der Tourenwagen-Meisterschaft war es bis zum dritten und letzten Rennlauf spannend geblieben. Weil Stephan Burri aus eigener Kraft kein besseres IS-Ergebnis einfahren konnte und mit Platz 4 hinter «Speedmaster», Jean-Paul Chiquita auf seinem Porsche GT3 und Dominic von Rotz auf seinem Allrad-Audi A4 vorlieb nehmen musste, war es Sergio Kuhn im TCR-Peugeot, der Platz 3 ins Visier nehmen konnte. Dafür musste der Zürcher seine TCR-Kollegen jedoch bügeln – und danach sah es nach zwei Läufen noch nicht aus. Opel-Pilot Peter Steck lag vor der letzten Auffahrt keck 0,171 Sekunden vor Kuhn. Dieser schaffte es aber gerade noch, das Blatt zu seinen Gunsten zu wenden und sicherte sich so genug Punkte, um Burri trotz neuem 2-Liter-IS-Rekord wegen einem halben Pünktchen noch von Rang 3 zu verdrängen. Damit endete die Saison 2026 bei den Tourenwagen mit der folgenden Reihenfolge: 1. Monnier, 2. «Speedmaster», 3. Kuhn, 4. Burri, 5. Bollhalder. Nicht in die Meisterschaftsentscheidung eingreifen, konnte Remo Fischer mit seinem E1-Ford-Cosworth. Der Sieger des Slaloms von Bière hätte Monnier vielleicht noch gefährlich werden können. Doch an Fischers Ford ist im zweiten Trainingslauf die Schaltgabel gebrochen. Trotz rascher Ersatzteilbeschaffung lief das Getriebe tags darauf nicht rund und Fischer musste so auf das Rennen in Les Paccots verzichten.
Einen kleinen Trost gab es für Stephan Burri dennoch. Im Berg-Pokal für hubraumschwächere Fahrzeuge bis 2 Liter sicherte er sich hinter Monnier Platz 2. Burri und Monnier kamen in der Endabrechnung beide auf das Punktemaximum. Weil Monnier aber die besseren Ergebnisse im SCRATCH vorweisen kann, geht auch dieser Sieg nach Monthey. Und damit hat Monnier – wie Krieg 2025 – beide Titel gewinnen können. Platz 3 im Berg-Pokal sicherte sich Hans Peter Eller im Opel Kadett C.
Den Tagessieg in Les Paccots holte sich standesgemäss Robin Faustini im Nova-Emap NP01. Der bereits vor dem Rennen als Meister festgestandene Aargauer hat die Fans entlang der Strecke mit drei Top-Fahrten (alle unter 48,3 sec!) nochmals entzückt. Sein sechster Saisonsieg (im siebten Rennen) war so nie in Gefahr. Einen neuen Streckenrekord hat sich Faustini für nächstes Jahr, falls er wieder in der Schweizer Meisterschaft fährt, aufbewahrt…
Mit 2,8 Sekunden Rückstand (in der Addition der beiden schnellsten Zeiten) belegte Joël Volluz auf seinem Norma-Judd M20 FC den zweiten Rang. Mit knapp einer Sekunde Rückstand auf Volluz beendete Michel Zemp auf seinem Norma-Helftec die Saison als Tagesdritter. In der Meisterschaft war ihm Platz 2 schon vor Les Paccots sicher. «Zwei Mal hintereinander mit einem 2-Liter-Auto Zweiter in der Schweizer Berg-Meisterschaft zu werden, ist sicher kein schlechtes Zeugnis», sagt Zemp. «Ich bin zufrieden mit meiner Saison. Hätte mir jemand den Vize-Titel vor der Saison angeboten, ich hätte ihn genommen…» Die Ränge 4 und 5 im SCRACHT gingen an Simon Hugentobler (Osella PA30) und Antonino Scolaro (Nova NP03). Bester Formel-Pilot war Lilian Bittel als Zwölfter. Die Top 5 der Rennwagen im Überblick: 1. Faustini, 2. Zemp, 3. Steiner, 4. Darbellay, 5. Volluz.
Schnellster bei den REGionalen war in Les Paccots Mattia Stacchi im BMW M3 E30 – vor Emanuele Tognacca (VW Golf) und Michaël Béring (Bery ES7).
Alle CH-Klassensieger in Les Paccots entnehmen Sie der Übersicht:
Sylvain Chariatte (Honda Integra, SuperSérie), Patric Kuster (Toyota GR Yaris, SuperSérie Comp. bis 3000 cm3), Pierre Mürner (Porsche GT3 992, SuperSérie Comp. Über 3000 cm3), Markus Brander (March 742, Gr. H Rennwagen bis 1600 cm3), Maurice Girard (BMW 320, Gr. H Tourenwagen bis 2000 cm3), Julien Tornay (BMW 325i, Gr. H Tourenwagen bis 2500 cm3), Robin Terrier (Opel Astra, Klassische Fahrzeuge bis 2000 cm3), Jean-Louis Fleury (Opel Ascona B, Klassische Fahrzeuge über 2000 cm3), Hanspeter Thöni (Peugeot 106, PSA Trophy N), Ramon Hänggi (Citroën Saxo, PSA Trophy A), Nicolas Pasche (Renault Clio II, N/ISN), Thomas Ruesch (Honda Civic, A/ISA), Sergio Kuhn (Peugeot 308, TCR), Hans-Peter Eller (Opel Kadett C, E1 bis 1600 cm3), Ludovic Monnier (VW Golf Rally, E1 bis 2000 cm3), Jonas Magnin (Honda Civic, E1 bis 2500 cm3), Hermann Bollhalder (Opel Speedster, E1 bis 3000 cm3), Bruno Ianniello (Lancia Delta S4, E1 bis 3500 cm3), Christoph Zwahlen (Porsche 911, E1 bis 4000 cm3), Anthony Strahm (Porsche 944, E1 über 4000 cm3), Andreas Helm (VW Polo, E1 bis 1400 cm3), Christophe Oulevay (VW Scirocco, IS bis 1600 cm3), Stephan Burri (VW Scirocco, IS bis 2000 cm3), Ferdi Waldvogel (BMW M3 E30, IS bis 2500 cm3), «Speedmaster» (Ford Escort, E1 über 2500 cm3), Jesse Handschin (Norma M20 FC, CN), Guillaume Schaffner (Formel Arcobaleno, E2-SS bis 1150 cm3), Lilian Bittel (Formel Renault, E2-SS bis 2000 cm3), Hans Pfeuti (Tatuus F4, E2-SS bis 3000 cm3), Michel Zemp (Norma M20 FC, E2-SC bis 2000 cm3), Robin Faustini (Nova NP01, E2-SC bis 3000 cm3).
Kevin Gilardoni hat am Wochenenden zum siebten Mal den Gesamtsieg beim Rally del Ticino feiern dürfen. Nicolas Lathion, der Gesamtführende der Schweizer Rallye-Meisterschaft, wurde Fünfter und hat seinen Vorsprung vor dem Finale im Wallis (29.-31. Oktober) weiter ausgebaut.
Kevin Gilardoni und das Rally del Ticino – das passt (wie man heute so schön sagt) wie die Faust aufs Auge. Am Wochenende war der 34-Jährige aus dem Misox einmal mehr nicht zu schlagen. Allerdings hatte Gilardoni, der diesmal mit einem Toyota GR Yaris Rally2 fuhr, alle Hände voll zu tun, den siebten Gesamtsieg nach Hause zu fahren. 2024 hatte Gilardoni am Ende einen Vorsprung von fast 1:45 min. Bei der 28. Ausgabe des «Ticinos» waren es am Samstagabend (bei zwei Etappen weniger als vor zwei Jahren) nur 12,4 Sekunden.
Gilardoni, der in diesem Jahr schon drei Rennen in der Super Trofeo Lamborghini (also auf der Rundstrecke) gewonnen hat, ging ab der zweiten Prüfung in Führung. Die erste Bestzeit liess noch etwas länger auf sich warten. Erst nach der Mittagspause war der Mann mit der Startnummer 1 mit seinem italienischen Beifahrer Corrado Bonato bei den beiden kurzen Valcolla-Prüfungen der Schnellste. Der erste, der sich in die WP-Bestzeitenliste des diesjährigen «Ticinos» eintragen durfte, war Stefano Mella mit Beifahrerin Veronica Tramontin auf seinem Skoda Fabia RS Rally2 am Freitagabend. Am Samstagmorgen war die Reihe dann an Kim Daldini und Céline Lachelin (ebenfalls auf einem Skoda Fabia RS Rally2). Der 33-jährige Tessiner fuhr wie entfesselt zwei Mal Bestzeit und lag in der Mittagspause nur 6,8 Sekunden hinter Gilardoni. Hätte Daldini am Freitagabend in der ersten WP keinen Frühstart hingelegt, wäre er sogar in Führung gelegen. Doch für den «Fauxpas» im Industriegebiet in Chiasso bekam Daldini eine Zehn-Sekunden-Strafe aufgebrummt.
Weil Gilardoni nach der Mittagspause bis auf den Italiener Simone Miele, der in der fünften WP die Bestzeit fuhr, alles im Griff hatte, waren die Plätze auf dem Podium bezogen. Gilardoni feierte seinen siebten Gesamtsieg vor Daldini und Miele. Da Letzterer als Italiener keine SM-Punkte bekommt, ging der dritte Platz im Schweizer Klassement an Gauthier Hotz/Michaël Volluz auf Skoda Fabia RS Rally2. Für den erst 23-jährigen Jurassier war dieser dritte Platz ein Riesen-Erfolg. Hotz verlor auf die gesamte Rallye gesehen nur 30 Sekunden auf Gilardoni und stand bei seinem erst zweiten Einsatz mit einem Rally2-Auto bereits auf dem Podium. Wenn man bedenkt, dass der Sohn des achtmaligen Schweizer Rallye-Meisters Grégoire Hotz von vor fast zwei Jahren seine letzte Rallye bestritten hat, ist seine Leistung noch höher einzustufen.
Acht Sekunden hinter Hotz belegte Thibault Maret mit seinem belgischen Co-Piloten Louis Louka auf Citroën C3 Rally2 den fünften Gesamtrang. Direkt dahinter kam Nicolas Lathion/Morgane Apothéloz auf ihrem Skoda Fabia RS Rally2 ins Ziel. Das führende Duo in der Meisterschaft war mit mehr als 30 Sekunden Rückstand nach drei Prüfungen gar nicht zufrieden. «Das Auto macht nicht, was ich will», meinte Lathion. «Wir haben zwar neue Reifen, aber kaum Grip.» Dank ein paar Umbauten in der Pause änderte sich das Fahrverhalten. «So konnten wir danach in den letzten drei Prüfungen wieder mithalten.» In der Meisterschaft haben Lathion/Apothéloz ihren Vorsprung ausgebaut. Vor dem grossen Finale im Wallis (29.-31. Oktober) liegt das Duo 22 Punkte vor Pascal Perroud, 25 vor Mike Coppens, je 28 vor Florian Gonon und Thibault Maret sowie 32 vor Jonathan Hirschi. Bei noch maximal 32 zu vergebenen Zählern ist also noch nichts entschieden. Lathion hat aber gute Karten, bei seiner Heimrallye als Meister vom Platz zu gehen.
Bestes Team bei den «Kleinen» waren Aramis Cereghetti/Kim Defelippis auf einem Renault Clio S1600. Platz 2 ging an Davide Chiappa/Pietro d’Agostino (Lancia Ypsilon Rally4). Auf Platz 3 reihten sich Danilo und Nicole Pin auf ebenfalls einem Renault Clio S1600 ein. Auswirkungen auf den Rallye-Pokal hatte die Rally del Ticino keine. Dort führen weiter Michaël Esteves/Ismaël Berdayes auf ihrem Opel Corsa Rally4. Neu auf Platz 2 liegen Alain Rey/Estelle Coppex auf Renault Clio Rally5.
In der historischen Klasse, der VHC, setzten sich Julien Camandona/Mélanie Crettaz (auf BMW M3 E30) erfolgreich durch. Auch auf den weiteren Podestplätzen landeten zwei BMW: 2. Clovis Brosy/Frédéric Erismann, 3. Eddy Bérard/Florence Bérard. Letztere führen das Gesamtklassement mit 18 Punkten Vorsprung auf Camandona/Crettaz an. Auch hier wird es im Wallis also nochmals spannend.
Weitere Informationen zur Rally del Ticino 2026 gibt es unter diesem Link.
Und so geht es weiter:
29.-31. Oktober, Rallye International du Valais
Die CIK-FIA informiert über eine neue Spezifikation für den neu homologierten Hinterradschutz.
Ziel der CIK-FIA ist es, den neu homologierten Hinterradschutz mit Radabdeckung ab der Saison 2027 definitiv einzuführen. Dies betrifft im Wesentlichen alle FIA Karting Championships und Internationale Veranstaltungen. Ab 2028 soll ausschliesslich der homologierte Hinterradschutz mit Radabdeckung zugelassen sein
Die autobau Schweizer Kart Meisterschaft plant die obligatorische Einführung des Hinterradschutzes mit Radabdeckung ab der Saison 2028.
Weitere Informationen über die Homologation finden Sie hier: CIK-FIA Regulations
Für allfällige Fragen stehen wir gerne zur Verfügung unter 031 979 11 11 oder per E-Mail an info@motorsport.ch
Besser hätte das Timing nicht sein können: Rechtzeitig zum 75. Geburtstag von Ex-Formel-1-Pilot Marc Surer erscheint das neue Magazin von Auto Sport Schweiz.
Marc Surer auf dem Cover von Auto Sport Schweiz! Die Titelstory für das Herbst-Magazin von Auto Sport Schweiz ist einem Rennfahrer gewidmet, der heute Freitag, 18. September, seinen 75. Geburtstag feiert. Als ehemaliger Formel-1-Pilot und heutiger TV-Kommentator hat uns Marc auf eine Reise durch sein bewegtes Leben mitgenommen. Höhen und Tiefen haben seinen Werdegang geprägt. Er selber sagt: «Vor 40 Jahren habe ich ein zweites Leben geschenkt bekommen!» Wir gratulieren – in diesem Sinne – zum doppelten runden Geburtstag. Happy Birthday, Marc!
In unserer neusten Ausgabe dreht sich aber nicht nur alles um Surer. Wir haben auch unsere Young Drivers beim Formel-4-Test mit Jenzer Motorsport begleitet. Ausserdem haben wir in unserer Rubrik «Boxenstopp» bei einem Sportmediziner nach ärztlichem Rat gefragt und uns einen ersten Eindruck von einem potenziellen Bergrennen hinauf zur Sattelegg gemacht. Bleibt zu hoffen, dass aus den ehrgeizigen Plänen in den nächsten Jahren ein neues Rennen zur Schweizer Berg-Meisterschaft entsteht.
Wir wünschen schon jetzt viel Spass bei der Lektüre. Das Magazin wird in den nächsten Tagen im Briefkasten aller Lizenzierten liegen. Wer als Nicht-Lizenzierter Interesse am ASS-Magazin hat, kann sich das vier Mal im Jahr auf Deutsch und Französisch erscheinende Heft für 30.- Franken/Jahr auch abonnieren lassen. Infos dazu gibt es unter info@motorsport.ch
Hochspannung beim letzten Bergrennen der Saison! Wer sichert sich beim Finale in Les Paccots den Tourenwagen-Titel? Die besten Karten haben (in dieser Reihenfolge): Ludovic Monnier, «Speedmaster», Sergio Kuhn und Stephan Burri.
Robin Faustini kann das Finale der Schweizer Berg-Saison 2026 entspannt angehen. Der 28-jährige Aargauer hat mit seinem Nova-Emap NP01 seinen dritten in Serie beim vorletzten Rennen in Oberhallau bereits eingefahren. Auch der Zweitplatzierte Michel Zemp kann beim Finale in Les Paccots nicht mehr eingeholt werden. Weil Marcel Steiner und Victor Darbellay am Sonntag im Fribourgischen nicht am Start stehen, hat der Luzerner seinen zweiten Gesamtrang aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigt – unabhängig davon, was beim letzten Rennen noch passiert. Auch der dritte Platz von Steiner ist nicht mehr in Gefahr. Joël Volluz in seinem Norma-Mader V8 kann den sechsmaligen Schweizer Berg-Meister selbst mit einem Tagessieg in Rekordzeit (wegen einem Punkt) nicht mehr abfangen. Einzig Lionel Ryter hat noch theoretische Chancen. Der junge Walliser müsste mit seinem Formel Renault 2.0 dafür aber den Tagessieg erringen. Bei der Konkurrenz (Faustini, Volluz, Zemp, Hugentobler) ein – sagen wir – aussichtsloses Unterfangen.
Ganz anders sieht die Ausgangslage bei den Tourenwagen aus. Dort ist Hochspannung angesagt, wobei einer schon im Vorfeld schlechtere Karten hat: Sergio Kuhn. Der schnelle Peugeot-Pilot hat in seiner Kategorie TCR nur fünf Gegner. Der Zürcher wird also in Les Paccots nur halbe Punkte einstreichen und kann somit maximal 14,5 Zähler holen. Das würde ihn (inkl. Streichergebnis) in der Gesamtwertung auf 118,5 Punkte bringen. Zum Titel wird das voraussichtlich nicht reichen. Die besten Chancen, diesen zu holen, hat Ludovic Monnier. Der gebürtige Waadtländer, der auf diese Saison das letztjährige Meisterauto von Danny Krieg übernommen hat, liegt vor dem Finale auf Rang 2. Gewinnt Monnier die E1, würden weitere 25 Punkte auf sein Konto fliessen. Mit dem Streichergebnis von La Roche (14 Punkte) käme er dann auf total 124 Zähler. Wobei die Betonung auf «käme» liegt. Monnier muss, um 25 Punkte zu kassieren, Top-Piloten wie Christoph Zwahlen, Remo Fischer oder Hermann Bollhalder, der zum ersten Mal in Les Paccots fährt, bezwingen. Krieg ist das im Vorjahr gelungen. Der Vorbesitzer des VW Golf Turbo fuhr in Les Paccots 2025 eine E1-Bestzeit von 59,422 sec (total 1:59,259 min). Monnier ist also gefordert. Aber er hat in diesem Jahr bewiesen, dass er die Zeiten von Krieg fahren, ja sogar schlagen kann. Einen neuen E1-Rekord wird Monnier zum Titelgewinn nicht brauchen. Dieser stammt von Roger Schnellmann aus dem Jahr 2023 und liegt mit 55,698 sec sowieso ausserhalb der Reichweite Monniers.
Die zweitbeste Ausgangslage hat «Speedmaster». Der Berner Garagist greift in Les Paccots mit einem Porsche GT3 in der Interswiss an. Dort könnte er neben den 25 Punkten für die IS-Bestzeit auch noch zwei Extrapunkte für einen neuen Divisions-Rekord einfahren. Dieser liegt bei 58,987 min – aufgestellt im Vorjahr durch Jean-Paul Chiquita (ebenfalls auf Porsche GT3). Gelingt «Speedmaster» dieses Kunststück, käme er auf 123 Punkte. Im Falle eines Monnier-Sieges in der E1 würde das knapp nicht zum Titel reichen…
Traurig, aber wahr: Die schlechtesten Karten im Kampf um den Titel hat der bis dato führende Stephan Burri. Der gebürtige Berner liegt vor dem Finale mit 116 Punkten in Führung, kann sein Konto aber nur dann aufstocken, wenn er in der Interswiss mindestens Zweiter wird. Ein dritter Platz wäre ein weiterer «17er», also ein Streichresultat. Nur ein Zwanziger kann ihn vor Kuhn, wenn dieser in der TCR gewinnt, hieven. Dafür müsste Burri aber zwei der drei IS-Hochkaräter bezwingen. Und das wird eine kaum lösbare Aufgabe. «Speedmaster», Chiquita und Dominic von Rotz im Audi A4, gegen den Burri in Oberhallau zuletzt das Nachsehen hatte, liegen wohl ausser Reichweite des VW-Scirocco-Piloten.
Offen ist auch noch die Entscheidung im Berg-Pokal für hubraumschwächere Fahrzeuge bis 2 Liter. Auch dort liegt Burri in Führung – punktgleich mit Monnier. Sahnen die beiden auch in Les Paccots je 20 Punkte ab, ist Monnier der Sieger, weil er die besseren SCRATCH-Ergebnisse vorweisen kann. Auf Platz 3 – mit fünf Punkten Rückstand – folgt Hans Peter Eller (Opel Kadett).
Zur Strecke: Die Strecke von Châtel-Saint-Denis nach Les Paccots misst 2,325 km. Insgesamt müssen die Piloten 206 Höhenmeter zurücklegen. Die durchschnittliche Steigung beträgt 9,24 Prozent, damit ist Les Paccots das «steilste» Rennen im Kalender 2026. Den Streckenrekord hält Robin Faustini. Er bewältigte die Strecke 2025 in 47,385 sec, was einer ziemlich beeindruckenden Durchschnittsgeschwindigkeit von 176,656 km/h entspricht.
Die Trainingsläufe starten am Samstag, 19. September, ab 13.30 Uhr. 18.30 Uhr wird die Strecke nach Les Paccots wieder für den öffentlichen Verkehr geöffnet. Am Sonntag stehen um 7.30 Uhr und 9.10 Uhr die Trainingsläufe 4 und 5 an. Der erste von drei Rennläufen startet um 10.50 Uhr. Die beiden besten Laufzeiten werden am Ende addiert. Mittagspause ist zwischen 12.30 und 13.30 Uhr. Der Eintritt am Samstag ist frei, das Ticket am Sonntag kostet 15 Franken. Unter 16 Jahren ist der Eintritt auch am Sonntag frei.
Mehr über das Bergrennen Les Paccots erfahren Sie unter https://paccots.ecuriedeslions.ch/
Termine Schweizer Berg-Meisterschaft 2026
6./7. Juni, Hemberg*
13./14. Juni, La Roche – La Berra*
28. Juni, Reitnau
25./26. Juli, Ayent – Anzère*
14.-16. August, Saint-Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau*
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots
Anm.: Die mit Sternen versehenen Rennen zählen zur Schweizer Junior-Meisterschaft.
Die Pause in der Schweizer Rallye-Meisterschaft war aufgrund der Absage der Rallye de Bourgogne lang, aber nun geht es weiter: Freitag/Samstag findet die 28. Ausgabe der Rally del Ticino statt. Am Start: 46 moderne und sieben Teams mit historischen Fahrzeugen. Darunter auch der Führende Nicolas Lathion.
Am Freitag/Samstag, 18./19. September, findet im Tessin nach einer langen Pause aufgrund der Absage der Rallye de Bourgogne Côte Chalonnaise der dritte Lauf zur Schweizer Rallye-Meisterschaft 2026 statt. Mit 46 modernen Autos und sieben historischen Fahrzeugen. Eine Entscheidung um den Meister-Titel wird es noch nicht geben. Das führende Duo in der Rallye-SM, Nicolas Lathion/Morgane Apothéloz, kann aber seinen Vorsprung weiter ausbauen. Denn Lathions Gegner legen (fast) alle eine (noch längere) Pause ein: Von Platz 2 im aktuellen Gesamtklassement bis Rang 10 ist keiner der direkten Konkurrenten Lathions am Start!
Bei einem Sieg im Tessin kämen Lation/Apothéloz auf 65 Punkte. Damit hätte das Skoda-Duo 30 Punkte Vorsprung auf Pascal Perroud und 33 auf Mike Coppens, die im Tessin zu den Abwesenden zählen. Coppens könnte diesen Rückstand bei maximal 32 zu vergebenen Zählern beim Finale im Wallis nicht mehr aufholen. Perroud bräuchte einen Sieg bei der Rallye du Valais – bei gleichzeitig viel Pech auf der Seite von Lathion. Auch Thibault Maret hätte bei einem Sieg von Lathion im Tessin noch eine klitzekleine Chance, beim Heimspiel mit seinem Walliser Kantonskollegen gleichzuziehen. Aber Fakt ist: Lathion kann mit einem guten Ergebnis bei der 28. Ausgabe der Rally del Ticino einen grossen Schritt in Richtung ersten Schweizer Rallye-Meister-Titel machen. «Unser Ziel ist es, so viele Punkte wie möglich zu machen, damit wir bei der Rallye du Valais eine möglichst gute Ausgangslage vorfinden», sagt Lathion, der dank zwei dritten Plätzen beim Critérium Jurassien respektive der Rallye du Chablais in der Meisterschaft vorne liegt.
Ob Lathion/Apothéloz im Tessin ein Wörtchen um den Sieg mitreden können, ist eine andere Frage. Der Mann, den es zu schlagen gilt, ist Kevin Gilardoni. Der 34-Jährige aus Soazza im italienisch sprechenden Teil des Graubündens hat die Rally del Ticino schon sechs Mal (in der Gesamtwertung) gewonnen – zuletzt 2024. Ihn auf einem Toyota Yaris GR Rally2 im Tessin zu bezwingen, wird schwierig werden. Und dann ist da auch noch besagter Thibault Maret. Der 26-Jährige ist schon fünf Mal im Rahmen einer Rallye, die zur Schweizer Meisterschaft zählt, aufs Podium gefahren. Nur zu gerne würde der Fahrer des Citroën C3 Rally2 einmal ganz oben stehen.
Gespannt darf man auf das Abschneiden von Gauthier Hotz sein. Der Sohn des achtmaligen Schweizer Rallye-Meisters Grégoire Hotz kehrt nach einer längeren Pause zurück. Viel Erfahrung im Rally2-Skoda bringt er allerdings nicht mit. Seine letzte und bisher einzige Rallye mit einem Rally2-Auto bestritt er 2024 in Italien. Schon damals (wie heute) sass der erfahrene Walliser Michaël Volluz auf dem Beifahrersitz. Zu den weiteren Podiumskandidaten bei der «Ticino» zählen auch die beiden Skoda-Fabia-Kutscher Stefano Mella und Kim Daldini. Insgesamt stehen 17 Rally2-Autos am Start. Dazu gesellt sich der Citroën WRC C3 von Mirko Puricelli und die Alpine A110 GT+ von Joël Rappaz.
In der historischen Klasse, der VHC, sind Vorjahressieger Clovis Brosy/Frédéric Erismann sowie das führende Duo in der Meisterschaft, Edy und Florence Bérard, am Start. Zu diesen beiden BMW gesellt sich ein weiterer M3; der von Julien Camandona/Melanie Crettaz. Für Spannung ist also auch hier gesorgt.
Die Servicezone und das Hauptquartier der Rallye befinden sich in Mendrisio. Die Rallye beginnt am Freitag, 18. September, mit den administrativen Abnahmen, den technischen Kontrollen und einer Super-Sonderprüfung in Chiasso ab 21 Uhr. Der Start zur zweiten Etappe bestehend aus fünf weiteren Prüfungen erfolgt am Freitag, 19. September. Wobei die Prüfung «Valcolla» drei Mal (zwei Mal verkürzt), die Prüfung «Malcantone» zwei Mal absolviert wird. Insgesamt werden bei der «Ticino» 59,57 Kilometer zurückgelegt. Damit gilt die Rallye als eine Veranstaltung vom Typ 3.
Mehr Infos zur Rally del Ticino finden sie unter diesem Link.
Termine Schweizer Rallye-Meisterschaft 2026
27./28. März, Critérium Jurassien
28.-30. Mai, Rallye du Chablais
10.-11. Juli, ABGESAGT, Rallye de Bourgogne-Côte Chalonnaise (FRA)
18./19. September, Rally del Ticino
29.-31. Oktober, Rallye International du Valais
Die Disziplinarkommission (DK) von Auto Sport Schweiz hat ein faktenbasiertes Urteil bezüglich einer schwerwiegenden Reglementsverletzung im Kartsport gefällt. Betroffen ist die Fahrerin Emily Hunkeler (12.11.2020), Inhaberin der Puffo-Trainingslizenz Nr. 504008.
Qualifikation als Rennen
Aufgrund der vorliegenden Akten und der nachweislich durchgeführten Siegerehrung hat die DK die Veranstaltung «T4 Tillotson Euro Cup, Kategorie Bambino» vom 16./17. Mai 2026 auf dem South Garda Karting Circuit (ITA) gemäss der Definition des Internationalen Sportgesetzes (ISG) der Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) rechtlich als Wettbewerb bzw. Rennen qualifiziert. Emily Hunkeler hat folglich mit einer dafür nicht zulässigen Puffo-Trainingslizenz an einem Kart-Wettbewerb teilgenommen. Gemäss den Bestimmungen des Lizenz-Reglements der Nationalen Sportkommission (NSK) für den Kartsport (Jahrbuch Karting 2026, Kapitel III) sowie dem dazugehörigen «Merkblatt Puffo» berechtigt die Puffo-Trainingslizenz ausschliesslich zur Teilnahme an Demonstrations- und Trainingsfahrten mit Material der Kategorie Puffo. Die Teilnahme an Rennen ist explizit ausgeschlossen.
Einsatz unzulässigen Materials und Gefahrenpotenzial
Neben der unerlaubten Rennteilnahme wurde bei diesem Wettbewerb ein Kart eingesetzt, das wesentlich leistungsstärker war als im Rahmen der Puffo-Trainingslizenz vorgesehen. Das Abweichen von den technischen Vorgaben der Puffo-Kategorie stellte ein entsprechend hohes Gefahrenpotenzial für das Kind dar. Emily Hunkeler hat damit gegen mehrere gültige Bestimmungen der ASS verstossen.
Rechtliche Verantwortlichkeit und Sanktionierung
Die DK hält fest, dass Emily Hunkeler im Alter von fünf Jahren nicht in der Lage ist, die aktuellen Reglemente zu lesen und zu verstehen. Die Hauptverantwortung für die Widerhandlungen gegen die gültigen Bestimmungen trägt der Erziehungsberechtigte, Markus Brun.
Da der Erziehungsberechtigte jedoch selbst keine Lizenz von Auto Sport Schweiz besitzt, kann gegen ihn keine sportrechtliche Sanktion durch die DK verhängt werden. Gleichzeitig sieht das ISG keine Strafminderungen für Minderjährige vor. Aus diesen rechtlichen Gründen wird in diesem Fall die lizenzierte Pilotin Emily Hunkeler sanktioniert.
Urteil der DK
Zum Schutz der Minderjährigen und in Anwendung der gültigen Reglemente wird durch die DK folgendes Urteil gegen Emily Hunkeler ausgesprochen:
Der Entscheid wurde der verurteilten Partei schriftlich mit Abgabe der Rechtsmittelbelehrung zugestellt. Auf eine Berufung innerhalb der 96-stündigen Frist wurde verzichtet.
Aufgrund der Absage des Bergrennens am Gurnigel starteten einige Schweizer Bergrennfahrer und -fahrerinnen am Wochenende beim Deutschen Meisterschaftslauf in Eichenbühl respektive beim Finale der französischen Meisterschaft am Mont Verdun.
Die schon Mitte August erfolgte Absage des Bergrennens am Gurnigel veranlasste einige Schweizer Fahrer respektive Fahrerinnen, am vergangenen Wochenende stattdessen beim Deutschen Meisterschaftslauf in Eichenbühl an den Start zu gehen. Zwei von ihnen kamen mit Pokalen für Klassensiege nach Hause. Aus Zeitgründen fiel die Entscheidung bei wechselhafter Witterung in nur zwei Rennläufen.
Wie bei den meisten Schweizer Bergrennen war Sergio Kuhn mit seinem Peugeot 308 TCR in Deutschland der Schnellste. Er gewann nicht nur seine Klasse, sondern auch die gesamte Gruppe nach Performance-Faktor 4. Als Gesamtzwölfter war Kuhn der Schnellste aus der Schweizer Fraktion.
Als strahlende Siegerin über zwei Klassenkonkurrenten liess sich Vanessa Zenklusen (Subaru Impreza) feiern. In seiner aus 17 Wagen bestehenden Klasse bis 1400 cm3 stieg Andreas Helm (VW Polo) als Dritter ebenfalls aufs Podium. Der mit Schweizer Lizenz startende Süddeutsche Hansi Eller holte zudem mit seinem Opel Kadett 1.6 einen Klassensieg. Der Gesamtsieg ging an den Deutsch-Slowenen Patrik Zajelsnik auf Nova Proto Emap Turbo.
Mit dem 100. Bergrennen Limonest–Mont Verdun endete am Sonntag die französische Bergmeisterschaft 2026. In Wertung kamen die zwei schnellsten Zeiten aus vier Rennläufen. Hinter dem bereits als Champion de France de la Montagne feststehenden Tagessieger Marc Pernot im «kleinen» Nova Proto Hartley Turbo holte Victor Darbellay beim Jubiläumsrennen als Gesamtfünfter hinter drei Dreiliter-Sportwagen den zweiten Platz in der Klasse 2B. Als 14. im Gesamtklassement gewann Jean-Jacques Maitre im Nova Proto mit Honda-Saugmotor solo die Klasse 2A. Als Gesamt-23. bezwang Roland Bossy im Tatuus F3T-318 seinen einzigen Gegner mit einem identischen Rennwagen in der Klasse 8., hingegen musste sich Hervé Villoz mit seinem Dallara F302-04 dem einzigen Gegner in der Klasse 4 geschlagen geben. In der separaten VHC-Meisterschaft der historischen Fahrzeuge eroberte Guillaume Mathez im Peugeot 309 GTI 16S einen überlegenen Klassensieg.
Text: Peter Wyss
Und wieder einmal haben am Wochenende ein paar Schweizer (respektive Liechtensteiner) international für Furore gesorgt. Allen voran Ricardo Feller, der in der DTM endlich wieder ein Erfolgserlebnis feiern durfte.
Ricardo Feller hat lange auf diesen Moment warten müssen. Seit dem Rennen am Lausitzring ist der gebürtige Aargauer nicht mehr in die Nähe des Podiums gekommen. Am Wochenende hat es endlich wieder geklappt. Auf dem Sachsenring (GER) sicherte sich der Porsche-Pilot aus dem Team Manthey Racing nach Rang 13 am Samstag im zweiten Rennen den dritten Schlussrang. «Das war ein wirklich tolles Rennen», meinte Feller. «Es wäre cool, wenn jedes Rennen so spannend wäre, und ich freue mich sehr, dass das Team ein Doppelpodium feiern darf und wir nun die Meisterschaft bei den Fahrern und bei den Teams anführen. Das haben sich alle sehr verdient. Ich bin auch unfassbar dankbar, dass meine Crew nach den Mittelfeldkämpfen am Samstag das Auto wieder so aufgebaut hat, dass dieses Ergebnis am Sonntag möglich war und dass sie auch nie aufhören an mich zu glauben. Von mir aus können wir in Hockenheim so weitermachen.»
Ein Wochenende mit Höhen und Tiefen liegt hinter Emil Frey Racing. Am Samstag fehlte dem Team die Pace der Spitze, und Matteo Cairoli sowie Thierry Vermeulen kamen auf den Plätzen 6 und 9 ins Ziel. Am Sonntag lief es dann trotz schwieriger Ausgangspositionen aus dem nassen Qualifying besser. Cairoli kam nach einer beeindruckenden Vorstellung als Vierter über die Ziellinie, Vermeulen beendete das Rennen auf Rang 7. Damit bleibt der Titelkampf bis zum Saisonfinale in Hockenheim offen: Mit 47 Punkten Rückstand sowohl in der Fahrer- als auch in der Teamwertung ist eine Top-3-Platzierung noch in greifbarer Nähe. Die Rennen am Sachsenring gingen an Marco Wittmann und Ben Dörr.
Sechs Mal ist Matthias Kaiser in der European Le Mans Series schon auf dem Podium gestanden: vier Mal war er (seit seinem ersten Rennen 2021) Dritter, zwei Mal Zweiter. Gestern Sonntag ist dem Liechtensteiner mit seinem ersten Sieg in Silverstone (GBR) der Durchbruch gelungen. Zusammen mit seinen beiden Teamkollegen Jake Hughes und Ben Barnicoat setzte sich der Fahrer aus dem Team Algarve Pro Racing erfolgreich durch. Mit diesem Sieg rückte Kaiser vor dem Finale in Portugal (10. Oktober) in der Gesamtwertung auf Rang 3 vor. Leader – und das ist aus Schweizer Sicht noch erfreulicher – ist Grégoire Saucy. Der Jurassier wurde in Silverstone mit seinem Team United Autosports Sechster und hat vor dem Finale ein Polster von 13 Punkten. Auch in der LMP3 gibt es aus Schweizer Sicht Grund zur Freude: Das Team CLX liegt nach einem zweiten Klassenrang in Silverstone weiter auf Meisterschaftskurs.
Das gilt auch für Jenzer Motorsport in der FIA F4 CEZ. Beim vorletzten Rennen in Brünn (CZE) sicherte sich das Team aus Lyss/BE alle vier Rennsiege. Zwei Mal sicherte sich Jenzer gar einen Dreifach-Triumph. Auch der ehemalige Schweizer Kart-Meister Georgiy Zasov hatte allen Grund zum Jubeln. Der in Lugano wohnhafte und in London zur Schule gehende Zasov feierte im dritten Durchgang seinen ersten Formel-4-Sieg. Im Finale wurde er Siebter. In der Meisterschaft liegt der Deutsche Elia Weiss aus der Jenzer-Talentschmiede weiter in Führung.
Zum Kartsport: Auch dort gibt es wieder zwei Erfolgsmeldungen. Zoltan Coigny hat beim Finale der IAME Series Italy in Viterbo nicht nur das letzte Rennen souverän gewonnen, der 13-Jährige aus Dully/VD hat sich mit diesem Sieg bei den Junioren auch den Titel gesichert. Herzliche Gratulation an dieser Stelle! Auch in Lonato (ITA) stand ein Schweizer ganz oben. Beim achten Lauf zum ROK Cup Italy setzte sich der Thurgauer Iven Ammann bei den Junioren gegen 35 Konkurrenten durch.
Eine breite Allianz nationaler Sportverbände unterstützt Rolf Enz im Rennen um den freiwerdenden Sitz im Exekutivrat von Swiss Olympic. Der Aero-Club der Schweiz AeCS, Schweizer Unterwasser-Sport-Verband SUSV, Eidgenössischer Schwingerverband, Swiss Wrestling Federation, Schweizerischer Schachbund, Swiss Moto Federation und Auto Sport Schweiz tragen seine Kandidatur offiziell mit.
Damit steht hinter Rolf Enz nicht nur ein einzelner Verband, sondern eine gemeinsame Initiative aus unterschiedlichen Sportwelten. Ihr Ziel ist klar: die operative Realität der kleinen und mittleren Sportverbände soll dort stärker eingebracht werden, wo die strategischen Entscheide für den Schweizer Sport getroffen werden.
«Was aus einer spontanen Idee anlässlich des letzten Sportparlaments von Swiss Olympic zwischen Rolf Enz und mir entstanden ist – wir benötigen einen «Motor» im Exekutivrat von Swiss Olympic - ist in den letzten Wochen und Monaten zu einer grossartigen breit abgestützten Kandidatur geworden» hält Auto Sport Schweiz Direktor Patrick Falk fest und betont, wie wichtig diese Wahl für den nationalen Automobil- und Kartsport Verband Auto Sport Schweiz sein wird.
Kleine und mittlere Verbände tragen einen wesentlichen Teil des Schweizer Sports. Sie organisieren Meisterschaften und Veranstaltungen, fördern den Nachwuchs, bilden Trainerinnen und Trainer sowie Funktionärinnen und Funktionäre aus und mobilisieren zahlreiche ehrenamtlich engagierte Menschen. Sie erbringen professionelle Leistungen – häufig mit kleinen Teams, knappen Ressourcen und einer grossen Nähe zur Sportbasis. Trotz dieser Bedeutung ist ihre besondere operative Realität auf der strategischen Führungsebene des Schweizer Sports heute noch wenig sichtbar.
«Kleine und mittlere Verbände sind kein Randsegment des Schweizer Sports. Ihre Bedeutung muss sich auch in dessen strategischer Führung angemessen widerspiegeln», sagt Rolf Enz. «Ich möchte ihre Erfahrungen und Anliegen direkt in den Exekutivrat einbringen – konstruktiv, lösungsorientiert und mit Blick auf den gesamten Schweizer Sport.»
Die Kandidatur wurde von Beginn an gemeinsam entwickelt. Innerhalb kürzester Zeit wurden mehr als 25 nationale Sportverbände in den Dialog einbezogen. An zwei Round Tables diskutierten Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Sportarten und Verbandsgrössen die gemeinsamen Herausforderungen sowie ihre Erwartungen an eine stärkere Vertretung im Exekutivrat. Der intensive Austausch wird derzeit in weiteren Gesprächen mit interessierten Verbänden fortgeführt.
Die Gespräche zeigen eine breite Resonanz: über verschiedene Sportarten und Verbandsgrössen hinweg besteht das Bedürfnis nach mehr Praxisnähe, Verhältnismässigkeit und einem direkteren Zugang zur strategischen Führungsebene. Auffallend: auch grössere Verbände erachten es als wichtig, die Perspektive der kleinen und mittleren Organisationen stärker einzubeziehen.
Die Wahl für die Nachfolge von Ruth Wipfli Steinegger findet am 20. November 2026 anlässlich des Sportparlaments von Swiss Olympic statt.
Bei keinem Rennen kommen so viele Zuschauer wie in Wohlen! Und bald ist es wieder soweit: Das Heimrennen der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft, das Finale zum diesjährigen Championat, findet am Samstag, 10. Oktober 2026, statt. Wer sich noch nicht angemeldet hat, kann dies über www.go4race.ch noch bis eine Woche davor (Samstag, 03. Oktober 24.00 Uhr) machen. Dabei sein, lohnt sich. Die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft bietet nicht nur attraktive Rennfelder, das hohe Niveau und die spannenden Positionskämpfe zeichnen die Meisterschaft seit Jahren aus.
Wir freuen uns auf deine Einschreibung! Für allfällige Fragen stehen wir gerne zur Verfügung unter 031 979 11 11 oder per E-Mail an info@motorsport.ch
Für alle Kart-Freunde, Tanten, Göttis und sonstige Bekannten: Der Eintritt zum Finale der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft ist frei!!!
Am Wochenende ist es wieder soweit: Eine Woche nach der Arosa ClassicCar findet die Bernina Gran Turismo statt. Rund 70 sorgfältig ausgewählte Fahrzeuge werden in La Rösa am Start stehen.
Der Berninapass zwischen dem Puschlav und dem Engadin ist nicht nur eine alpine Verbindung, sondern eine Bühne für Motorsportgeschichte. Bereits 1929 und 1930 fanden hier die ersten Bernina-Bergrennen statt, bei denen Legenden wie der Deutsche Hans Stuck oder der Monegasse Louis Chiron die kurvenreiche Strecke bezwangen. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 66,4 km/h setzte Stuck damals erste Massstäbe .
Nach Jahrzehnten der Stille wurde 2015 das Bernina-Bergrennen als Bernina Gran Turismo wiederbelebt. Dieses Event bringt seither jährlich eine Auswahl historischer Renn- und Sportwagen zurück auf die 5,7 km lange Strecke von La Rösa bis zur Passhöhe. Mit über 50 Kurven und einem Höhenunterschied von 450 Metern bietet die Strecke eine einzigartige Herausforderung für Mensch und Maschine.
Die diesjährige Ausgabe geht am kommenden Wochenende (12./13. September) über die Bühne. Die BGT umfasst drei unterschiedliche Kategorien, die jeweils einen eigenen Zugang zu historischem Automobilsport und Wettbewerb widerspiegeln. Die Kategorie Competition richtet sich an Pilotinnen und Piloten, die auf den 5,7 Kilometern zwischen La Rösa und Ospizio Bernina auf maximale Performance aus sind. Die Kategorie Regularity belohnt Beständigkeit statt Geschwindigkeit und fordert die Teilnehmenden dazu auf, vorgegebene Zeiten mit höchstmöglicher Präzision zu reproduzieren. Die Kategorie Demo bietet bedeutenden historischen Fahrzeugen, Rennwagen und modernen Hochleistungsautomobilen die Möglichkeit, den Berninapass ausserhalb des Wettbewerbs zu erleben.
Zu den Fahrzeugen, die 2026 ihr Debüt bei Bernina Gran Turismo feiern, zählen der Chevron B8 GT von 1968, der Ferrari 250 GT von 1955, der Ferrari 275 GTB Alloy von 1965, der Datsun 280Z von 1975, der Healey Westland C von 1950, der Riley TT Sprite von 1931, der Renault 5 Turbo von 1982, das Stanguellini 1100 Coupé Motto von 1947, der Alfa Romeo Giulia TZ1 von 1965 sowie der Lancia Stratos Group 4 von 1974. Auf den Berninapass zurückkehren der Alfa Romeo 8C 2300 von 1932, der Alfa Romeo Giulia TZ2 von 1965, der Maserati A6GCS/53 von 1954 und der Shelby Cobra 427 S/C von 1966. Auch Arosa-Sieger Thomas Amweg wird mit dem Amweg F2 am Start stehen. Um den besonderen Charakter der Veranstaltung zu bewahren, bleibt das Teilnehmerfeld auch in diesem Jahr auf maximal 70 sorgfältig ausgewählte Fahrzeuge beschränkt.
Wer nicht persönlich vor Ort sein kann, kann Bernina Gran Turismo erneut über den offiziellen YouTube-Kanal und Swiss Sport TV live verfolgen. Mehr Infos (auch zur Streckensperrung) erfahren Sie unter www.bernina-granturismo.com
Mathias Schläppi und sein Beifahrer Dominique Juple haben ihre Siegesserie im Deutschen Rallye Cup am Wochenende fortgesetzt. Für das Finale am 31. Oktober hat sich der Berner Oberländer damit in eine Top-Ausgangslage gebracht.
Das Schläppi Rallye Team hat seine souveräne Siegesserie im Ravenol Deutschen Rallye Cup fortgesetzt – und hat so die Weichen für das Meisterschaftsfinale Ende Oktober gestellt. Bei der 33. ADAC Rallye Ostwestfalen feierten Mathias Schläppi und sein Beifahrer Dominique Juple am vergangenen Wochenende einen ungefährdeten Klassensieg in der Kategorie NC3. Mit einem Vorsprung von 1:23 Minuten auf die Zweitplatzierten überquerte das Schweizer Duo am Ende die Ziellinie im Norden Deutschlands unweit von Bielefeld. Auch im Gesamtklassement belegten die beiden im orange-blauen Peugeot 208 R2 eine beachtliche Platzierung: Im Feld der 68 gestarteten Teams fuhr Schläppi auf einen starken zehnten Gesamtrang und war damit zweitschnellster Fronttriebler.
Damit hat das Schläppi Rallye Team das primäre Saisonziel der Vorläufe erreicht: Die maximal sieben einzubringenden Wertungsresultate sind im Kasten: sechs Klassensiege sowie ein zweiter Platz. «Die Erleichterung im Ziel war riesengross. Wir haben uns mit dieser fehlerfreien Fahrt die beste Ausgangslage geschaffen, die man sich für das grosse Meisterschaftsfinale nur wünschen kann», zieht Schläppi zufrieden Bilanz. Durch die optimale Punktausbeute geht die Mannschaft aus dem Berner Oberland als grosser Gejagter in die entscheidende Phase.
Bis zum DRC-Saisonfinale im Saarland, das am 31. Oktober ausgetragen wird und bei dem doppelte Punkte vergeben werden, verbleiben nun noch einige Wochen. Ob Schläppi mit seinem Rallye-Team zur Überbrückung noch eine weitere Veranstaltung bestreiten wird, entscheidet die Mannschaft in den kommenden Wochen. Der Fokus liegt nun erstmal auf dem Kundenprogramm. Bei der Rallye Kohle und Stahl in zwei Wochen (19. September) startet Gaststarter Dino Wintsch im Peugeot 208 Rally4 des Teams.
Im hart umkämpften internationalen Rennsport haben sich auch an diesem Wochenende wieder ein paar Schweizer Renn-Profis mit starken Leistungen ausgezeichnet.
Obwohl Sébastien Buemi beim fünften Lauf zur diesjährigen Langstrecken-Meisterschaft in Austin (USA) nur Sechster wurde, liegt der Toyota-Werkspilot weiter ganz gut im Rennen um den WEC-Titel 2026. Mit nur elf Punkten Rückstand auf Platz 1 hat Buemi bei noch drei ausstehenden Rennen intakte Chancen auf einen möglichen Titelgewinn, wenngleich er vom Rennen in Texas enttäuscht war. «Es war ein wirklich trauriger Tag für uns, denn die Geschwindigkeit war da. Wir haben am Ende unser Bestes gegeben und noch ein paar Punkte gerettet, aber es war wirklich eine grosse verpasste Chance. Positiv ist, dass das Auto sehr schnell war, aber es ist immer frustrierend, wenn man ein gutes Ergebnis auf diese Weise (Durchfahrstrafe und virtuelles Safety-Car, d. Red.) verliert. Wir werden hart arbeiten und hoffentlich in Fuji ein besseres Rennen fahren.» Für BMW-Werksfahrer Raffaele Marciello endete das Rennen auf Platz 8. Auch er ist mit 21 Punkten Rückstand auf die Spitze noch im Rennen um den Titel, konnte in Austin aber nicht in die Entscheidung um den Gesamtsieg eingreifen. «Uns hat auf dieser Strecke der Speed gefehlt», meinte Marciello mit leicht hängendem Kopf. «Immerhin haben wir noch ein paar Punkte geholt.» Der Sieg in Austin ging an den Ferrari mit der #50 (Antonio Fuoco, Miguel Molina und Nicklas Nielsen).
Auf Meisterschaftskurs im ADAC GT Masters befindet sich Felix Hirsiger. Der ehemalige Porsche-Sports-Cup-Suisse-Gewinner hat am fünften Rennwochenende seinen vierten Saisonsieg eingefahren. Hirsiger schaffte es im zweiten Lauf auf dem Salzburgring (AUT), die Angriffe des Deutschen Colin Bönighausen auf den letzten elf Runden abzuwehren. Ein Rennen vor Saisonende (Hockenheimring, 10./11. Oktober) liegt der 28-jährige Schwyzer mit Teamkollege Finn Zulauf auf Platz 2. Der Rückstand auf die Spitze beträgt fünf Punkte.
Ein sehr gutes Wochenende erwischte auch Formel-4-Fahrerin Chiara Bättig. Die gebürtige Zürcherin sicherte sich beim achten Lauf zur britischen Meisterschaft in Croft (GBR) nach Platz 2 im Quali die Plätze 4, 18 und 4. In der Gesamtwertung liegt die dreimalige Schweizer Kart-Meisterin neu auf Rang 12. Es führt weiterhin der Belgier Dries van Langendonck.
Auch Levi Arn vom Team Jenzer Motorsport hat sich beim fünften Lauf zur italienischen Formel-4-Meisterschaft wacker geschlagen und belegte im stark besetzten Feld Platz 13 im Finale. Dieses fand für einmal mit nur einem Schweizer Fahrer statt. Florentin Hattemer (Trident Racing) hatte sich nicht für den Endlauf qualifiziert.
Zum Kartsport: Beim vierten Lauf zur Champions of the Future Academy in Valencia (ESP) sicherte sich der Waadtländer Zoltan Coigny in der Kategorie OK-N Junior den dritten Platz im Finale. Direkt dahinter kam Jamie Ehrat als Vierter ins Ziel. Bei den Senioren war Elias Lehmann als Fünfter der beste Schweizer. Bei noch einem ausstehendem Rennen hat Coigny alle Chancen, Meister zu werden. Sein Rückstand auf den Führenden beträgt nur zwei Punkte. Das Finale der COTFA findet vom 13. bis 15. November in Franciacorta (ITA) statt.
Die Rallye Mont Blanc – Morzine hat dieses Jahr nicht zur Schweizer Rallye-Meisterschaft gezählt. Dennoch haben ein paar Schweizer die Rallye im grenznahen Frankreich erfolgreich bestritten. Allen voran Yohan Surroca.
Yohan Surroca hat schon das eine oder andere Mal auf sich aufmerksam gemacht. Sei es im Rahmen der Schweizer Rallye-Meisterschaft oder bei Läufen in Frankreich. Auch bei der Rallye Mont Blanc – Morzine am vergangenen Wochenende zeigte der 24-jährige Walliser eine starke Leistung. Erst recht, wenn man bedenkt, dass Surroca erst zum zweiten Mal in einem Rally2-Auto sass. Von den zwölf Prüfungen beendete der Hyundai-Pilot zehn in den Top 10. Und das bei einer starken französischen Konkurrenz. Vor der letzten Prüfung lag Surroca auf dem achten Gesamtrang. Diesen hätte er auch souverän nach Hause gefahren, hätte er auf den letzten Kilometern nicht noch einen Reifenschaden gehabt. «Es hatte sich schon in der vorletzten Prüfung angekündigt», meinte Surroca. «Der Reifen verlor Luft – und wir mussten ihn in der letzten WP wechseln.» Surroca beendete die Rallye mit seinem belgischen Beifahrer Loïc Dumont trotzdem auf einem mehr als respektablen zwölften Schlussrang – vor Thibault Maret/Louis Louka im Citroën C3 Rally2.
Für Surroca geht es Ende Oktober weiter. Dann wird er zum zweiten Mal nach 2025 im Hyundai i20 N an der Rallye du Valais teilnehmen. Wenn er dort eine ähnlich starke Leistung zeigt, hat er gute Chancen zum ersten Mal auf das Gesamtpodium zu fahren.
Der Sieg bei der diesjährigen «Mont Blanc», die (aus Sicht von Surroca leider) nicht zur Schweizer Rallye-Meisterschaft zählte, ging an den Franzosen Yoann Bonato im Lancia Ypsilon Rally2. Zu den weiteren Schweizern, die das Ziel sahen zählen Gwen Lagrue/Romain Blondeau-Toiny (15.), Stefano Mella/Nicolo Lazzarini (26.), Mireille Vidueira/Alexandra Fontana (27., zweitbeste Dame), Aurélien Devanthéry/Stéphane Fellay (31., Vierter in der RC4), Mathieu Zurkinden/Gaëtan Aubry (52.) sowie Michaël Esteves/Osmaël Berdayes (72.).
Gute Genesungswünsche gehen an Yann Héritier und Léa Magnin aus Anzère. Das Duo ist mit ihrem Renault Clio Rally5 verunfallt und hat sich Verletzungen an der Wirbelsäule zugezogen.
Die 22. Arosa ClassicCar vom vergangenen Wochenende war laut dem Veranstalter «ein voller Erfolg». Bei herrlichem Sommerwetter sicherte sich Thomas Amweg seinen zehnten Gesamtsieg.
Am Wochenende fand im Bündnerland die 22. Ausgabe der Arosa ClassicCar statt. Laut dem Veranstalter war die diesjährige Ausgabe bei schönstem Wetter «ein voller Erfolg». Den «Grossen Preis von Arosa» sicherte sich (zum zehnten Mal!) Thomas Amweg in Papas Eigenbau, dem Amweg F2 AW76 mit einer Bestzeit von 4:10,46 min (= 104,92 km/h). Damit war der 41-jährige Familienvater rund zwei Sekunden schneller als im Vorjahr. Auch damals fuhr Amweg den AW76. Den Streckenrekord von 2019 (im Martini-BMW Mk50 F2) verpasste Amweg um etwas mehr als vier Sekunden.
Alle Sieger im Überblick:
Arosa Classic Trophy: Rolf Senti, Fiat Abarth Rally, 5:48,30 min
Arosa Sport Trophy: Heinz Vogt, Sylva Fisher Fury, 5:42,59 min
Competition Formula: Thomas Amweg, Amweg F2 AW76, 4:10,46 min
Competition: Markus Jörg, Lotus 23B, 4:29,75 min
Schnellste Fahrerin: Bea Gabathuler, Mini Cooper S 1275, 5:25,52 min
Das Starterfeld bot auch dieses Jahr eine eindrucksvolle Reise durch fast ein Jahrhundert Motorsportgeschichte. Zu den besonderen Fahrzeug-Highlights zählten der Sauber C3, der Lancia Stratos von Dario Pergolini sowie der Ferrari 512 M von Walter Lais. Ein besonderer Blickfang war der La France Typ 12 von Ruedi Schawalder. Das Fahrzeug mit Baujahr 1917 war das älteste Auto der diesjährigen Arosa ClassicCar und bildete einen eindrucksvollen Kontrast zu den Rennwagen späterer Generationen. Die Beliebtheit der ACC zeigt sich aber nicht nur bei den Teilnehmenden (schon jetzt gibt es eine Warteliste für 2027). Auch an Zuschauern mangelte es nicht. Über die vier Veranstaltungstage hinweg verfolgten gemäss Schätzungen bis zu 25'000 Besucher das Geschehen in Arosa, am Start in Langwies und entlang der 7,3 Kilometer langen Rennstrecke. Die beliebten Renntaxi-Fahrten von Porsche waren ebenfalls restlos ausverkauft.
Neben der automobilen Geschichte erhielt auch die Zukunft des historischen Motorsports eine sichtbare Plattform. Gemeinsam mit HIF Global und Porsche Schweiz wurde den rund 180 Fahrer und Fahrerinnen angeboten, ihre Rennfahrzeuge kostenlos mit synthetischen eFuels zu betanken. Eine mobile eFuel Tankstelle im Fahrerlager ermöglichte den Einsatz direkt am Anlass.
Mehr Infos zur ACC finden Sie auf www.arosaclassiccar.ch
Ab Donnerstagabend ist in Arosa wieder Rennaction angesagt. Rund 180 historische Renn- und Sportfahrzeuge aus fast einem Jahrhundert Motorsportgeschichte treffen bei der 22. Arosa ClassicCar auf eine der spektakulärsten Bergrennstrecken der Schweiz.
Wenn am Donnerstagabend die historischen Fahrzeuge beim traditionellen Dorfcorso durch Arosa rollen, beginnt ein Wochenende, das Motorsportgeschichte mitten ins Bündner Bergdorf bringt. Von Freitag bis Sonntag stehen Trainings- und Rennläufe auf der 7,3 Kilometer langen Strecke von Langwies nach Arosa auf dem Programm. Die beiden Fahrerlager beim Ochsenbühl und Obersee sind frei zugänglich und ermöglichen den Besucherinnen und Besuchern, Fahrzeuge und Fahrer aus nächster Nähe zu erleben.
Zu den besonderen Leckerbissen gehören dieses Jahr Urs Furters seltene Shelby Cobra Daytona Coupé von 1965 (mit der #114). Serge Endress tritt mit einem Nissan Skyline GT-R Group A von 1990 an (#502), während Albert Dobler nach längerer Pause mit seinem Jägermeister-BMW M3 E30 DTM (#302) auf die Aroser Bergstrecke zurückkehrt.
Ein besonderes Stück Schweizer Motorsportgeschichte steuert Erich Schellinger bei: Sein Sauber C3 von 1973 war der letzte von insgesamt drei C3, die bei Sauber in Hinwil gebaut wurden. Nach Stationen in der Schweiz, Deutschland und Kanada kehrte der Rennwagen 2021 in die Schweiz zurück und wird 2026 erstmals von Schellinger mit der #116 an der Arosa ClassicCar pilotiert.
Eine besondere Bühne erhalten in diesem Jahr die ältesten Fahrzeuge des Starterfeldes. Erstmals werden die Vorkriegsfahrzeuge in einem eigenen Feld zusammengefasst. Unabhängig von ihrer gemeldeten Wertungskategorie starten sie gemeinsam am Ende des dritten Rennfeldes. Damit werden automobile Zeitzeugen aus den frühen Jahrzehnten des Motorsports noch stärker sichtbar. Dazu gehört beispielsweise der Bugatti 37/35B von Daniel Sonderegger aus dem Jahr 1927. Zugelassen sind bei der Arosa ClassicCar Fahrzeuge, deren Geschichte bis in die Anfangsjahre des Automobilsports zurückreicht.
Neben historischen Rennfahrzeugen richtet die Arosa ClassicCar 2026 den Blick auch auf die Zukunft der Mobilität. Gemeinsam mit HIF Global und Porsche Schweiz wird das Thema synthetische Kraftstoffe, sogenannte eFuels, am Rennwochenende aufgegriffen. Gemeinsam biete sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an, ihre Rennfahrzeuge kostenlos mit eFuels zu betanken. Damit schlägt die Arosa ClassicCar bewusst die Brücke zwischen automobiler Geschichte und neuen Technologien. Denn gerade für den historischen Fahrzeugbestand können synthetische Kraftstoffe eine interessante Perspektive bieten. Die bestehenden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor lassen sich damit weiter nutzen, während die CO₂-Bilanz zukünftig deutlich verbessert werden kann.
Weitere Infos zur ACC finden Sie unter diesem Link.
Wie (fast) immer schauen wir auch diesmal auf das vergangene Renn-Wochenende zurück. Diesmal mit dem Schwerpunkt GT World Challenge am Nürburgring.
Am Wochenende hat der vierte Lauf zum Endurance Cup der GT World Challenge auf dem Nürburgring stattgefunden. Einen Schweizer Sieg gab es diesmal leider nicht zu bejubeln. Ricardo Feller landete mit seinen Lionspeed-Teamkollegen Bastian Buus und Thomas Preining nur auf dem 15. Schlussrang. Schuld war ein unglücklich getimter Boxenstopp. Das Siegerteam der 24 Stunden von Spa versuchte einen «undercut» gegen den führenden Aston Martin, doch kaum war der Porsche aus der Boxengasse raus, gab es eine Full-Course-Yellow-Phase und alle anderen konnten unter Gelb stoppen. Bester Schweizer war so Fabio Scherer. Der Ford-Mustang-Pilot aus Engelberg belegte den sechsten Schlussrang und egalisierte so sein bisher bestes Saisonergebnis. Für Raffaele Marciello (BMW) und Patric Niederhauser (Lamborghini) endete das Rennen auf den Rängen 17 resp. 19. Bester Schweizer in der Gesamtwertung (ein Rennen vor Schluss) bleibt Feller als Fünfter.
Einen Schweizer Sieg gab es am Nürburgring aber dennoch. In der Super Trofeo Lamborghini, die im Rahmenprogramm stattfand, stand Kevin Gilardoni mit Teamkollege Simone Iaquinta in beiden Rennen ganz oben auf dem Podium. Für den sechsmaligen Sieger der Rally del Ticino war es bereits der dritte Saisonsieg nach dem Triumph beim Auftaktrennen in Le Castellet.
Zum Kartsport: Beim WSK Final Cup in Franciacorta (ITA) hat es ebenfalls noch einen Podestplatz gegeben. Iven Ammann vom Team Innovate Competition hat sich im Finale der OK-N den dritten Platz gesichert. Der WSK Final Cup geht über drei Runden. Neben Franciacorta stehen auch Lonato und Viterbo auf dem Programm.
Nicht nur in Oberhallau wurde am Wochenende am Berg gefahren. Auch international standen verschiedene Bergrennen auf dem Programm – selbstverständlich mit Schweizer (vor allem Westschweizer) Beteiligung.
Statt in Oberhallau nahmen mehrere Schweizer, alle aus der Romandie, am vergangenen Wochenende am traditionellen Bergrennen Turckheim-Trois Epis im Elsass teil. Aus Zeitgründen kamen auch beim vorletzten Lauf zur französischen Bergmeisterschaft nur zwei Rennläufe zur Austragung, von denen jedoch die bessere Zeit in die Wertung kam.
Im Feld der 46 Rennsportwagen setzten sich Victor Darbellay in Nova Proto Hartley als Gesamtvierter und Joël Volluz als Sechster im Norma M20 V8 Mader wie gewohnt gut in Szene. Gegen den französischen Meister und Tagessieger Marc Pernot in dessen topmodernen Nova Proto NP01 Hartley hatte Darbellay allerdings keine Chance – obwohl ihre beiden Modelle die gleichen Typenbezeichnung haben, handelt es sich bei Pernot um ein von der ganzen Konzeption her komplett anderes Auto. Volluz gewann seinerseits die separate Klasse 3B der Sportwagen mit Dreiliter-V8-Saugmotoren. Pech hatte Lionel Ryter, der im zweiten Rennlauf mit seinem Tatuus-Renault verunglückte, dabei aber unverletzt blieb. Besser oder schlechter als Dritter hätte Ryter in seiner Klasse nicht werden können. Jimmy Froidevaux gewann im Norma M20 F solo die Sportwagenklasse 2A.
Sechs Westschweizer fuhren im 27 Wagen umfassenden Feld der Luxemburger Bergmeisterschaft, dessen Klassement der Deutsch-Slowene Patrik Zajelsnik auf einem Nova Proto NP01 Emap Turbo (gleiches Modell wie von Faustini) für sich entschied. Hinter zwei weiteren Sportwagen von Luxemburgern kam Hervé Villoz im Dallara F302, dem einzigen Single Seater im Feld, auf den vierten Gesamtrang. Mit seiner schnelleren ersten Laufzeit reichte es Sébastien Coquoz im Opel Kadett als Sechster überraschenderweise nur zum zweiten Rang in der Gruppe E1 bis zwei Liter, nachdem der Österreicher Tobias Santer im VW Golf 16V in seinem zweiten Versuch bei einer Fahrzeit von über drei Minuten noch um 143 Tausendstel schneller war. Sébastien Joray im BMW M3 E36 schlug hingegen seine beiden Konkurrenten in der Klasse 24, ebenso Yves Bracelli im Peugeot 206 eine deutlich langsamere Luxemburgerin.
Für einmal keine Erfolgsmeldung gibt es von Reto Meisel in der Berg-EM. Beim vorletzten Lauf in Ilirska Bistrica in Slowenien verunfallte der Aargauer wie in Polen mit seinem neu erworbenen Mitsubishi Lancer Evo V. Nach einem verpassten Bremspunkt prallte Meisel im zweiten Trainingslauf heftig in die Leitplanken. Zwar versuchte das Team mit polnischer Hilfe, das Auto in der Nacht zu reparieren, doch musste dieses Unterfangen wegen des zu grossen Schadens am Chassis abgebrochen werden. Durch seinen ersten Nuller in der Berg-EM 2026 büsste Meisel zwar die Tabellenführung in der Kategorie 1 der Tourenwagen ein, hat jedoch noch eine theoretische Chance auf den Titel. In der Gruppe 1 und Performancewertung (Scratch über alle Klassen) steht der Schweizer hingegen schon als Gesamtsieger fest.
Den Tagessieg in Slowenien errang der Franzose Sébastien Petit vor seinem jüngeren Bruder Kevin, der damit wie in Les Rangiers die EM-Wertung für sich entschied. Seb Petit Racing kümmert sich technisch auch um das Schweizer Meisterauto von Robin Faustini, sodass das Team gleich zwei grosse Siege am gleichen Wochenende feierte.
Text: Peter Wyss
Robin Faustini sicherte sich beim Bergrennen in Oberhallau seinen dritten Schweizer Meister-Titel in Serie. Bei den Tourenwagen wurde die Entscheidung vertagt und fällt nun am 20. September beim Finale der Schweizer Berg-Meisterschaft in Les Paccots.
Aller guten Dinge sind drei! Selten hat ein Sprichwort so gut gepasst. Gestern Sonntag, 30. August, fiel beim Bergrennen in Oberhallau die Entscheidung über den Schweizer Meister-Titel. Dieser ging nicht nur zum dritten Mal nacheinander an Robin Faustini auf seinem Nova-Emap NP01. Es war auch das dritte Mal, dass der junge Aargauer seinen Titel in Oberhallau vorzeitig sicher stellte. «Oberhallau scheint ein gutes Pflaster für mich zu sein», grinste Faustini, der 2021 dort seinen ersten Sieg bei einem Bergrennen feierte. Inzwischen sind einige mehr dazugekommen – genau genommen 20 an der Zahl. Oder anders formuliert: Seit Ende 2023 haben nur zwei Fahrer Faustini bei einem Lauf zur Schweizer Berg-Meisterschaft bezwingen können: Victor Darbellay zuletzt in Les Rangiers (nach einem technischen K.o. von Faustini) und Joël Volluz 2024 in La Roche. Dieses Rennen kollidierte jedoch mit dem Bergrennen Hemberg. So gesehen hatte Faustini, der damals im Toggenburg startete, gar keine Chance, sich diesen Rennsieg zu sichern.
Grosse Gegenwehr hatte Faustini in Oberhallau nicht. Der in der Meisterschaft Zweitplatzierte Michel Zemp musste für den Renntag «Forfait» geben, nachdem an seinem Norma-Helftec im dritten Training die Airbox gerissen war. «Ich bin losgefahren und nach 200 Metern gab es einen heftigen Knall», sagte Zemp. Auch Marcel Steiner musste leider früher zusammenpacken. Im ersten Rennlauf kam er zwar bis zur «Brotlaube», dort musste er seinen Nova-Helftec aber mit einem Schaden an der Kurbelwelle abstellen. So sicherte sich Faustini mit zwei ungefährdeten Bestzeiten und einer Gesamtzeit von 2:18,114 min den Tagessieg. Hinter ihm fuhren der Deutsche Benjamin Noll (2:26,462 min) und Robins Papa Simon Hugentobler in seinem Osella PA30 (2:30,038 min) auf die Ränge 2 und 3.
Auf Gesamtrang 4 folgte mit dem deutschen Bastian Voss (Formel Master) bereits der schnellste Monoposto. Voss setzte sich aber nur hauchdünn durch. Der Fünftplatzierte Roland Bossy war mit seinem Tatuus Formel 3 richtig schnell unterwegs und verpasste den Titel «Best of the Rest» um schlappe drei Hundertstelsekunden. Nach hinten – auf Jean-Jacques Maître im Nova NP01 «Artcar» – hatte Bossy zwei Sekunden Vorsprung. Platz 3 bei den reinen Formelwägelchen sicherte sich Ursanne Salomon. Der Jurassier setzte sich mit einer feinen Darbietung und rund einer Sekunde Vorsprung auf Ex-Rennwagen-Meister Christian Balmer im Formel Master durch.
Noch vor Salomon sicherte sich Roger Schnellmann auf seinem Mitsubishi Evo VIII den Sieg bei den Tourenwagen. Der Schwyzer fuhr in 1:17,571 min im ersten Rennlauf die deutlich schnellste Tourenwagenzeit und sicherte sich so souverän einen «25er». Neue Rekorde gab es für einmal nicht. Bei den Tourenwagen fehlten knapp drei Sekunden auf die Bestmarke von Ronnie Bratschi aus dem Jahr 2019. Faustini war bei den Rennwagen knapp 1,2 Sekunden langsamer als Eric Berguerand bei seiner Rekordfahrt 2022.
Zweitschnellster Tourenwagenpilot im Klettgau war der Österreicher Thomas Strasser auf seinem ultrabreiten VW Corrado. Nur zwei Plätze dahinter liess sich Ludovic Monnier mit seinem VW Golf und einer Gesamtzeit von 2:41,732 min Platz 3 (respektive Platz 2 in einer reinen Schweizer Wertung) notieren. Dritter wurde so gesehen Hermann Bollhalder auf seinem Opel Speedster – noch vor den beiden Porsches von Christoph Zwahlen und Jean-Paul Chiquita.
Der angekündigte Führungswechsel im Tourenwagen-Gesamtklassement kam nicht zustande. «Speedmaster», der für Oberhallau in einen Lancia Delta S4 von Bruno Ianniello umgestiegen ist, erwischte nicht sein bestes Rennwochenende. Im zweiten Training am Samstag hatte der Lancia beim Runterschalten plötzlich abgestellt. «Wir hatten einen Schaden an der Nockenwelle», meinte «Speedmaster». Nur dank einer Nachtschicht Ianniellos konnte der rote S4 am Sonntag wieder starten. Doch nach einer 1:23,0 im ersten Durchgang und der zwischenzeitlichen Führung in der Interswiss bis 3 Liter rutschte der Berner in Lauf 2 nach einem Dreher vor der «Tarzankurve» auf Rang 3 in seiner Gruppe ab. Damit bleibt es bei den Tourenwagen bis zum Finale in Les Paccots am 20. September spannend. Neben «Speedmaster» kommen dort Stephan Burri (setzte sich in der IS bis 2 Liter gegen Manuel Santonastaso durch, blieb aber hinter dem entfesselt gefahrenen Dominic von Rotz Dritter in der IS), Ludovic Monnier und TCR-Fahrer Sergio Kuhn, der in Oberhallau in seiner Klasse voll punktete, als mögliche Nachfolger von 2025-Meister Danny Krieg in Frage.
Offen ist auch weiterhin der Kampf um den Sieg im Berg-Pokal. Burri und Monnier liegen auch nach Oberhallau mit dem Punktemaximum in Führung. Falls auch nach Les Paccots Punktegleichstand herrscht, ginge der Titel an Monnier, weil dieser im SCRATCH die besseren Resultate vorzuweisen hat.
Entschieden dafür die Schweizer Junior-Meisterschaft. Diese ging an Alessandro Grispino auf Renault Clio. Der Schweizer Slalom-Meister liess sich auch im achten Rennen die Maximalpunktzahl gutschreiben und sicherte sich den Titel vor Salomon und Steven Chiquita (BMW E30). Die Erleichterung war Grispino nach dem zweiten Lauf ins Gesicht geschrieben. «Ich war schon ziemlich nervös», gestand der junge Schwyzer. «Ich hatte vor diesem Rennen alles doppelt gecheckt. Dass die Rechnung aufgegangen ist und ich nach dem Slalom- nun auch den Junioren-Titel gewinnen durfte, freut mich natürlich ganz besonders.»
Besonders erwähnenswert wäre dann auch noch die Vorstellung von Marc Roth. Der 62-Jährige hat 2007 seine letzte Saison bestritten. Im Vorjahr kam er mit seinem Toyota Corolla zum Gurnigel und nach Oberhallau. Gestern sicherte er sich im Schaffhausischen den Klassensieg in der Interswiss bis 1,6 Liter. Roth war dabei zwei Sekunden schneller als im Vorjahr. «Ich wollte schauen, ob ich die 30er-Marke knacken kann», meinte Roth. In 1:28,7 min hat er das locker geschafft.
Die positive Bilanz von Oberhallau mit rund 15'000 Zuschauern wurde am Sonntag etwas getrübt, weil der dritte Rennlauf für alle Fahrerinnen und Fahrer gestrichen werden musste. «Wegen vieler Unterbrechungen am Sonntagvormittag konnten wir den Zeitplan und damit die behördliche Bewilligung für die Streckennutzung zeitlich nicht einhalten», erklärte OK-Präsident Sascha Schlatter.
Alle CH-Klassensieger in Oberhallau entnehmen Sie der Übersicht:
Alessandro Grispino (Renault Clio, A/ISA/R2/R3), Claudio Grispino (Renault Mégane RS, N/ISN), Roland Graf (Toyota GR Yaris, SuperSérie Comp. bis 3000 cm3), Pierre Mürner (Porsche GT3 992, SuperSérie Comp. Über 3000 cm3), Markus Brander (March 742, Gr. H Rennwagen bis 1600 cm3), Armin Buschor (BMW 320, Gr. H Tourenwagen bis 2000 cm3), Jean-Louis Fleury (Opel Ascona B, Klassische Fahrzeuge über 2000 cm3), Sergio Kuhn (Peugeot 308, TCR), Jürg Brunner (Renault Clio, RCC 2), Thomas Zürcher (Renault Clio, RCC 3), Andreas Helm (VW Polo, E1 bis 1400 cm3), Hans-Peter Eller (Opel Kadett C, E1 bis 1600 cm3), Ludovic Monnier (VW Golf Rally, E1 bis 2000 cm3), Jonas Magnin (Honda Civic, E1 bis 2500 cm3), Hermann Bollhalder (Opel Speedster, E1 bis 3000 cm3), Reto Steiner (Ford Escort, E1 bis 3500 cm3), Roger Schnellmann (Mitsubishi Evo VIII, E1 bis 4000 cm3), Corsin Rietiker (BMW E36 GTR, E1 über 4000 cm3), Sabrina Fankhauser (Toyota Yaris, IS bis 1400 cm3), Marc Roth (Toyota Corolla, IS bis 1600 cm3), Stephan Burri (VW Scirocco, IS bis 2000 cm3), Ferdi Waldvogel (BMW M3 E30, IS bis 2500 cm3), Marco Marte (BMWM3, E1 bis 3000 cm3), Dominic von Rotz (Audi A4 Quattro, IS bis 3500 cm3), Jean-Paul Chiquita (Porsche GT3 Cup, IS über 3500 cm3), Christian Müller (Formel BMW, E2-SS bis 1600 cm3), Ursanne Salomon (Dallara F3, E2-SS bis 2000 cm3), Roland Bossy (Tatuus F3-T318, E2-SS bis 3000 cm3), Antonino Scolari (Nova NP03, E2-SC bis 1600 cm3), Jean-Jacques Maître (Nova NP01, E2-SC bis 2000 cm3), Robin Faustini (Nova NP01, E2-SC bis 3000 cm3).
Und so geht es weiter:
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots
Am vergangenen Dienstag hat im Rahmen des Young Drivers Projekts der Formel-4-Test mit Jenzer Motorsport auf dem Circuit du Laquais in Frankreich stattgefunden. Von Seiten des Teamchefs gab es grosses Lob an den diesjährigen Jahrgang.
Andreas Jenzer von Jenzer Motorsport hat in mehr als 30 Jahren schon vieles mit jungen Nachwuchsrennfahrern erlebt. Den Young-Drivers-Test von Auto Sport Schweiz hat er bereits zum siebten Mal ausgerichtet (2013-2015 und 2023-heute). Noch nie war er nach der Veranstaltung so des Lobes: «Grosses Kompliment an die neun jungen Nachwuchsrennfahrer. So mühelos und erfolgreich sind wir noch nie durchs Programm gekommen. Ich habe zwar nicht so viel von der Action auf der Strecke gesehen. Aber mit meiner Erfahrung reicht das, was ich gehört habe – und da muss ich sagen, ich war begeistert!»
Insgesamt haben neun junge Nachwuchsrennfahrer am diesjährigen Test im Rahmen des Young Drivers Projekts teilgenommen. Fünf davon hatten schon etwas Erfahrung. Neil Russell, Raul Martinez, Alexis Genolet und Alexander Zafiriadis waren bereits im Vorjahr beim eintägigen F4-Test mit Jenzer Motorsport dabei. Damals allerdings noch in Bresse (FRA). Paul Andriotis hat im Mai dieses Jahres vom Kart- in den Automobilrennsport gewechselt. Der 15-Jährige vom Genfersee hat seither schon den einen oder anderen Test absolviert und verfügte – gemessen an der «Konkurrenz» – über die meiste Erfahrung. Anders Felicitas Heidegger, Jah Bühler, Gianluca Bogo und Lenyo Gafner. Für dieses Quartett waren es die ersten Meter im Formel-4-Tatuus.
Alle neun Fahrer absolvierten vier Turns zu je 15 Minuten. Danach gab es Video- und Datenanalyse. Für Ersteres war hauptsächlich Levi Arn zuständig. Arn hat Anfang dieses Jahres für Jenzer Motorsport die Winterserie absolviert und bestreitet aktuell die italienische F4-Meisterschaft für das Team aus Lyss. Auch er war nach dem Testtag als «Coach» sehr zufrieden. «Natürlich gab es Unterschiede. Es haben ja auch nicht alle bei Null angefangen. Aber bei allen hat man während des Tages eine gute Lernkurve gesehen. Ausserdem waren alle sehr wissbegierig und motiviert.»
Für die jungen Nachwuchsfahrer ging das Nachwuchs-Programm von Auto Sport Schweiz schon gestern Donnerstag mit einem Webseminar «Hydration & Elektrolyte» weiter. Im September und Oktober sind noch weitere Workshops geplant. Wer 2026 «Young Driver des Jahres» wird, wird dann am 11. Dezember im Rahmen des «Dîner des Champions» in Bern bekanntgegeben. Dem Sieger winkt ein an den Automobilrennsport gebundenes Preisgeld von 30'000 Franken.
Ob Bergrennen, Rallye, Autocross, Simracing oder Rundstrecke – Thomas Schmid ist auf allen Unterlagen schnell. Nun hat der 31-jährige Ostschweizer auf Anhieb den Titel im Renault Twingo Cup geholt.
Thomas Schmid hat in seiner Motorsport-Karriere schon vieles ausprobiert. Und er ist eigentlich mit jedem fahrbaren Untersatz schnell. Egal ob Rallye, Autocross, Bergrennen, Simracing oder Rundstrecke: Der 31-jährige St. Galler macht überall eine gute Figur. 2018 gewann er in der Schweiz die Junioren-Berg- und die Rallye-Meisterschaft. Um weiterzukommen fehlten ihm die nötigen Mittel. Auf diese Saison hin hat der sechsfache Schweizer Simracing-Champion auf die Rundstrecke gewechselt. Genauer gesagt in den Renault Twingo Cup. Und diesen gewann er am vergangenen Wochenende. Auf dem Slovakiaring reichten Schmid ein zweiter und ein vierter Platz zum Titelgewinn. Mit einem Gesamtscore von 133 Punkten distanzierte er den Italiener Giacomo Pegazzano (26 Punkte Rückstand auf Schmid) und den Tschechen Oliver Steiner (32) auf die Plätze 2 und 3.
Schmid hatte schon beim Saisonauftakt in Kroatien mit zwei dritten Plätzen auf sich aufmerksam gemacht. Nach dem ersten Rennwochenende lag er auf Platz 2 im Gesamtklassement. Am Salzburgring (AUT) lief es Schmid dann nicht nach Plan. Nur Zehnter im Quali und Siebter im Rennen – damit rutschte er einen Platz nach hinten. Das zweite Rennen auf dem schnellen Salzburgring musste wegen einem Unwetter abgesagt werden.
Rennen 3 in Most (CZE) lief dann ganz nach dem Gusto des schnellen Ostschweizers. Schmid holte sich die Pole-Position und gewann beide Rennläufe. Damit übernahm er im Gesamtklassement die Führung. Und diese gab er auch beim Finale in der Slowakei nicht mehr ab. «Es war nicht einfach», meinte Schmid. «Die Rennen mit den rund 80 PS starken Twingos waren stets von viel Taktik und Windschattenduellen geprägt. Da kann ein Rennen schnell einmal auf die eine oder andere Seite kippen. Zum Glück ist die Rechnung für mich aufgegangen.»
Wie es mit Schmid weitergeht, ist noch offen. Der Gewinner des Twingo-Cups bekommt eine halbe Saison in der Formel 4 CEZ offeriert. «Mal schauen, was sich daraus ergibt. Ich bin gerade in Gesprächen mit dem Promotor», sagt Schmid.
Für die beiden anderen Schweizer Dylan Stebler und Noah Bognanni endete die Saison auf den Rängen 10 und 16.
Am Wochenende findet in Oberhallau der vorletzte Lauf zur diesjährigen Schweizer Berg-Meisterschaft statt. Wie im Vorjahr kann Robin Faustini vorzeitig den Sack zumachen.
Am Wochenende findet in Oberhallau (Kanton Schaffhausen) der sechste Lauf zur Schweizer Berg-Meisterschaft statt. Weil das darauffolgende Rennen am Gurnigel wegen Trockenheit abgesagt wurde, ist das Rennen im Klettgau der vorletzte Lauf der diesjährigen Berg-Meisterschaft. Und weil Gesamtleader Robin Faustini (bis auf Les Rangiers) bisher jedes Rennen dominierte, wird deshalb am Wochenende mit sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit bereits die Titelentscheidung fallen.
Fünf Punkte braucht der 28-jährige Aargauer theoretisch noch bis Saisonende, um sich zum dritten Mal in Serie Schweizer Berg-Meister der Rennwagen nennen zu dürfen. Und auch diese fünf Punkte braucht er nur dann, wenn Michel Zemp die beiden letzten Rennen in Oberhallau und Les Paccots (20. September) in neuer Rekordzeit gewinnen würde. Zwei Siege allein reichen dem Luzerner auf seinem Norma-Helftec M20 FC nur dann, wenn Faustini mit seinem Nova-Emap zwei Mal leer ausgehen würde. Aber eigentlich sind alle Rechenspiele umsonst. Faustini wird in Oberhallau zur Kür antreten. Zemp fährt gegen Marcel Steiner im wieder auf Vordermann gebrachten Nova-Helftec um den zweiten Schlussrang.
«Die Probleme mit dem Leistungsverlust sollten aussortiert sein», sagt Faustini vor dem Rennen in Oberhallau, das er 2021 (ohne SM-Status), 2024 sowie 2025 schon drei Mal gewonnen hat. Ob es für Faustini am Sonntag auch zu einem neuen Streckenrekord reichen wird, ist eine andere Geschichte. Im Vorjahr verpasste er die Bestmarke von Eric Berguerand aus dem Jahr 2022 um knapp zwei Zehntelsekunden. Gut möglich, dass Faustini, der schon in La Roche und Reitnau eine neue Rekordzeit fuhr, auch in Oberhallau einen neuen Streckenrekord erzielt.
Bei den Tourenwagen wird es an der Tabellenspitze womöglich zu einem Positionswechsel kommen. Der noch führende Stephan Burri auf seinem VW Scirocco wird in Oberhallau womöglich von «Speedmaster» abgelöst. Der Teamchef von MB Motorsport nimmt diesmal mit einem Lancia Delta S4 in der Interswiss bis 3 Liter teil. Für «Speedmaster» ist dies schon der zweite Fahrzeugwechsel. Angefangen hat er die Saison mit dem von Romeo Nüssli erworbenen Ford Escort Cosworth. In Les Rangiers fuhr er zuletzt (ebenfalls in der Interswiss) einen Porsche 997 GT3 R. Falls «Speedmaster» in Oberhallau die IS gewinnt, kommt er auf 120 Punkte. Und das bereits mit einem Streichresultat (Anzère). Damit würde er als Leader zum letzten Lauf nach Les Paccots anreisen. Der Kampf um die Top 3 in der Tourenwagen-Wertung ist aber noch lange nicht gegessen. Neben «Speedmaster» und Burri sind auch Ludovic Monnier in seinem VW-Golf-Turbo und Sergio Kuhn in seinem TCR-Peugeot in einer starken Position. Letzterer kann in Oberhallau dank einem gut gefüllten TCR-Feld (neun Autos) voll punkten.
Wenn es um den Gesamtsieg bei den Tourenwagen geht, steht natürlich Roger Schnellmann in seinem Mitsubishi Evo VIII an ganz vorderster Stelle. Wenn das Auto hält, dürfte es für die Konkurrenz schwierig sein, ihn am Tourenwagen-Tagessieg zu hindern. Ob es für Schnellmann auch zu einem neuen TW-Rekord reichen kann? «Ich bin 2022 1:16,11 min gefahren. Bratschi wurde 2019 in 1:14,56 min gestoppt», sagt der Schwyzer. «Aber nach den Erfahrungen von dieser Saison werde ich in Oberhallau nicht auf Biegen und Brechen den Rekord anpeilen. Ausserdem ist Bratschis Zeit von damals schon eine Hausnummer. An die muss man zuerst herankommen.»
An weiteren schnellen Tourenwagen-Fahrern mangelt es in Oberhallau nicht. Mit Christoph Zwahlen, Hermann Bollhalder, Reto Steiner, Remo Fischer (der erstmals auf Vorjahreswerte zurückgreifen kann), Jean-Paul Chiquita oder Arnaud Donzé, um nur ein paar zu nennen, sind einige Fahrer am Start, die den hoffentlich zahlreich erscheinenden Fans Freude bereiten. Nicht am Start ist leider Danny Krieg mit seinem neuen Audi RS3 LMS. «Es ist zeitlich nicht aufgegangen», sagt der letztjährige Tourenwagen-Champion. «Aber 2027 bin ich dann definitiv dabei – und zwar schon zum Saisonauftakt bei einigen Slaloms.»
Entschieden wird in Oberhallau auch die Junioren-Meisterschaft 2026. Es führt Alessandro Grispino (Renault Clio) vor den beiden BMW-Kutschern Steven Chiquita und Hugo Mascaro. Auf Platz 4 liegt Ursanne Salomon. Er ist der einzige, der Grispino noch am Titel hindern könnte.
Zur Strecke: Exakt drei Kilometer lang ist die Strecke in Oberhallau. Der Höhenunterschied vom Start (Ausgangs Dorf Oberhallau) bis zum Ziel (Vordere Berghöfe) misst 157 Meter. Die durchschnittliche Steigung beträgt 5,2 Prozent. Am steilsten Ort geht es mit 6,5 Prozent den Berg hoch. Der absolute Streckenrekord hält immer noch Eric Berguerand in 1:07,56 min (= 159,86 km/h) aus dem Jahr 2022. Das Rennen in Oberhallau gehört zu den traditionsreichsten Bergrennen in der Schweiz. Die erste Ausgabe fand 1923 statt. Seit der Neuauflage 1966 ist Oberhallau Bestandteil des Schweizer Bergmeisterschafts-Kalenders. Auch der KW Berg-Cup ist dieses Jahr wieder dabei.
Die Trainingsläufe in Oberhallau starten am Samstag, 29. August, ab 7.30 Uhr. Zwischen 12.00 und 12.30 Uhr ist Mittagspause. Weiter geht es dann ab 12.30 bis 17.30 Uhr. Insgesamt sind drei Trainingsläufe geplant. Der Rennbetrieb geht am Sonntag mit drei Läufe ebenfalls ab 7.30 Uhr los (bis ca. 18.00 Uhr). Die beiden besten Laufzeiten werden am Ende addiert. Mittagspause ist zwischen 12.10 und 12.50 Uhr. Das Ticket kostet am Samstag 20.- Franken (im Vorverkauf 15.-), am Sonntag 30.- Franken (Vorverkauf 25.-). Eine Weekend-Eintrittskarte gibt es für 40.- Franken (Vorverkauf 35.-). Kinder bis 15 Jahre haben freien Eintritt. Auch der Parkplatz ist gratis.
Mehr über das Bergrennen Oberhallau erfahren Sie unter https://bergrennen-oberhallau.ch/
Termine Schweizer Berg-Meisterschaft 2026
6./7. Juni, Hemberg*
13./14. Juni, La Roche – La Berra*
28. Juni, Reitnau
25./26. Juli, Ayent – Anzère*
14.-16. August, Saint-Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau*
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots
Anm.: Die mit Sternen versehenen Rennen zählen zur Schweizer Junior-Meisterschaft
In einer von vier Kategorien ist beim fünften Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft im italienischen Cremona eine Entscheidung gefallen. Dank eines «Grand Slams» steht Dan Allemann in der X30 Challenge Switzerland bereits als Meister fest.
43 Punkte Vorsprung hatte Dan Allemann vor dem gestrigen fünften Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft in Cremona (ITA) in der Kategorie X30 Challenge Switzerland. Dank eines «Grand Slams» (Pole-Position, drei Laufsiege und schnellste Rennrunde im Finale) hat er sein Polster auf 82 Zähler ausbauen können. Damit steht der 14-jährige Spirit-Fahrer – unter Vorbehalt der Anerkennung der Resultate durch die NSK – bereits vor dem SKM-Finale in Wohlen am 10. Oktober als erster Schweizer Meister 2026 fest. Der Sohn von Spirit-Teamchef Ken Allemann hat in keinem der drei Rennen auch nur irgendetwas anbrennen lassen. Im ersten Vorlauf siegte er mit einer halben Sekunde Vorsprung auf Teamkollege Eric Fross, im zweiten Durchgang liess er Tyron Jaquet (ebenfalls Spirit) mit 0,7 Sekunden hinter sich und im Finale verwiess er MH-Racing-Pilot Nicola Mateo Frigg mit 1,7 Sekunden Rückstand auf Rang 2 und Teamkollege Gauthier Sanjuan mit 7,3 Sekunden auf Rang 3. «Ich habe gehofft, dass ich den Titel schon hier gewinnen kann», sagte Allemann, der 2022 schon bei den Super Minis Schweizer Meister war. «Mir war aber klar, dass ich mir hierfür keinen Fehler leisten darf.» Der auf Rang 2 liegende Michael Müller (Virtus Motorsport) hatte kein Rezept gegen Allemann gefunden. Die Enttäuschung darüber, dass er es am fünften Rennwochenende zum ersten Mal in dieser Saison in keinem Rennen auf dem Podest landete, stand dem Routinier ins Gesicht geschrieben. Der 26-jährige Müller sagte aber auch: «Ich habe vor der Saison nicht damit gerechnet, dass ich so gut und so lange mit Allemann mithalten kann. Deshalb darf ich ruhig auch ein wenig stolz auf meine Leistung sein.» Jetzt geht es darum, den Vorsprung auf den Drittplatzierten Alexis Genolet über die Runden zu kriegen. Dieser betrug vor Cremona 43, nun 41 Punkte. «Was mich an diesem Wochenende am meisten ärgert, ist die Tatsache, dass ich nicht weiss, warum ich nicht schnell genug war», meinte Müller.
Noch nicht am Ziel ist Allemanns Teamkollege Ben Iten. Der Führende bei den Super Minis hat seinen Vorsprung in Cremona von 27 auf 43 Punkte ausbauen können. Auch dem elfjährigen Zuger gelang beim fünften Lauf ein «Grand Slam». Die Freude darüber war dementsprechend gross: «Ich war schon ein paar Mal nahe dran, aber meistens hat mir die schnellste Rennrunde gefehlt», meinte Iten, der vor Wochenfrist übrigens bei der IAME Benelux eine sensationelle Aufholjagd zeigte und dort Zweiter wurde! Bei noch 75 Punkten, die es beim Finale in Wohlen maximal zu gewinnen gibt, hat Iten eine komfortable Ausgangslage. Streitig machen kann ihm der Titel nur noch seine Teamkollegin Joy Allemann. Sie hat mit drei zweiten Plätzen einmal mehr ihr Potenzial gezeigt. Dritter wurde im Finale Lewis David. Für den Fahrer aus dem Team Swiss Hutless war dieser dritte Platz eine besondere Genugtuung. Vor einem Jahr hatte er sich in Cremona bei einem Unfall unglücklich überschlagen. Diesmal durfte er strahlend den drittgrössten Pokal mit nach Hause nehmen. Anders die Gemütslage bei Kimi Prost. Der Enkel des viermaligen F1-Weltmeisters Alain Prost wurde nach dem Finale von allen drei Rennen disqualifiziert. Prost jr. hatte sich in der letzten Runde des Finals gedreht, ist danach quer über die Strecke gefahren und hat das obligatorische Wägen im Parc fermé ausgelassen.
Apropos Strahlen: Auch Davids Teamkollege bei Swiss Hutless, Dilan Roman Fricker, hatte bei der Siegerehrung der OK Junioren ein breites Grinsen aufgesetzt – zurecht! Der Elfjährige hat zurzeit einen unglaublichen Lauf. Einen neuerlichen «Grand Slam» verpasste er zwar, weil Zoltan Coigny (Spirit) ihm die Pole-Position stibitzte und ihn auch im ersten Lauf zu bezwingen vermochte. Danach war es aber Fricker, der den Ton angab – und das wie schon zuletzt in 7 Laghi mit einer nahezu fehlerlosen Leistung. «Ich habe mich aus allem herausgehalten und bin einfach so schnell wie möglich gefahren», meinte der junge Berner, der trotz einer Fünf-Sekunden-Strafe (Fehler bei der Startprozedur) souverän gewann. Ein besonderes Geheimnis habe er nicht, meinte Fricker. «Ich fahre einfach und denke gar nicht viel nach.» Platz 2 im Finale belegte Aaron Buhofer (Spirt), der nach einer Unsportlichkeit im ersten Lauf mit einer Verwarnung davonkam. Dritter wurde nach einer erneut sehr soliden Leistung Cyrill Sarkar (MH Racing). Der in der Meisterschaft bis dato Führende Alejandro Campos (Spirit) musste sich mit den Plätzen 5, 4 und 4 begnügen. «Mein Motor war heute nicht gut genug», meinte der 14-Jährige aus Vuiteboeuf. In der Meisterschaft führt nun Fricker 26 Punkte vor Campos. In Wohlen ist noch alles möglich. Bei der gegenwärtigen Form von Fricker wird es für Campos aber eine Herkulesaufgabe werden, wenn er den Fahrer aus dem Team Swiss Hutless noch am Titelgewinn hindern möchte.
Auch in der Kategorie KZ2 (bei den Schaltkarts) ist eine Vorentscheidung gefallen. Allerdings nicht so, wie es sich das der Führende Kilian Boss (Team Swizz Evenzz) vorgestellt hat. Der ehemalige Gewinner des Young Driver Projekts kollidierte in der letzten Runde des Finals heftig mit seinem Verfolger Paolo Castagnetti vom Team Gerber Corse. Beide Fahrer blieben unverletzt. Die Rennleitung hakte den Unfall als «race incident» ab. «Ich muss 75 Prozent des Unfalls auf meine Kappe nehmen», meinte Castagnetti, der im zweiten Lauf bereits einen Motorschaden zu beklagen hatte. «Und ich entschuldige mich an dieser Stelle auch bei Kilian. Er war in der letzten Runde sehr viel langsamer. Ich kam mit deutlich mehr Tempo in diese schnelle Links-Rechts-Kombination.» Für Boss hielt sich der Schaden – zumindest mit Blick auf die Meisterschaft – in Grenzen. Vor Wohlen führt er mit 47 Punkten. Allerdings nicht mehr vor Castagnetti, sondern vor Bastien Liénard. Der Fribourger hatte nach dem Triumph von Boss im ersten Vorlauf bereits Durchgang 2 gewonnen. Im dritten Lauf übernahm er vom Start weg das Kommando und sicherte sich seinen ersten Finalsieg im Rahmen der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft. «Ein schöner Sieg», freute sich Liénard. «Vor allem, wenn man bedenkt, dass ich beim letzten Rennen in 7 Laghi noch in der ersten Kurve abgeschossen wurde.» Durch den Ausfall von Boss und Castagnetti erbten Florian Esteve (DEL motorsport) und Privatbewerber Kai Perner die Plätze 2 und 3.
Und so geht es weiter:
10. Oktober, Wohlen
Die Ärztliche Kommission von Auto Sport Schweiz hat im Rahmen einer medizinischen Neubeurteilung entschieden, einem aktiven Piloten aus dem Kanton Jura die bestehende REGionale Lizenz mit sofortiger Wirkung abzuerkennen. Gleichzeitig wurde ein Antrag des betroffenen Fahrers auf den Umstieg auf eine NATionale Lizenz abgewiesen.
Dieser einschneidende Entscheid basiert auf den strengen medizinischen Richtlinien von Auto Sport Schweiz und den internationalen Vorgaben der FIA (Fédération Internationale de l'Automobile). Bei der Überprüfung der Fahrtauglichkeit wurde eine neurologische Indikation (Epilepsie) festgestellt, welche den Erhalt oder die Neuausstellung einer Lizenz zwingend ausschliesst.
Wir sind uns bewusst, dass ein solcher Entzug für den betroffenen Piloten einen schweren sportlichen Rückschlag bedeutet. Im Motorsport steht die Sicherheit jedoch an allererster Stelle. Die Richtlinien dienen dem Schutz des Fahrers selbst sowie der Sicherheit aller anderen Lizenznehmer, Streckenposten und Zuschauer an den Rennstrecken.
Der Pilot kann mittels zusätzlichen neurologischen Gutachten eine Neubeurteilung der Situation durch die Ärztliche Kommission von Auto Sport Schweiz beantragen.
Auto Sport Schweiz bittet, die Privatsphäre des betroffenen Piloten zu respektieren. Aus Gründen des Datenschutzes und zum Schutz der Persönlichkeitsrechte werden im vorliegenden Fall keine weiteren Details zu den medizinischen Hintergründen oder zur Identität des Fahrers öffentlich bekannt gegeben.
Wir danken für das Verständnis.
Nationale Sportkommission (NSK) /
Ärztliche Kommission
Auto Sport Schweiz
Wer kennt ihn nicht? Der gelb-schwarze Honda CRX ist in der Schweizer Berg-Meisterschaft ein absoluter Hingucker. Und der Mann hinterm Lenkrad ist richtig schnell. In Les Rangiers war Ruedi Fuhrer (70) zuletzt vielleicht einen Tick zu schnell…
«Chapeau», wer mit 70 noch so ein Tempo drauf hat. Ruedi Fuhrer zählt in der E1 bis 2 Liter mit seinem gelb-schwarzen Honda CRX regelmässig zu den schnellsten Fahrern. Zwei Mal fuhr er in seiner Klasse in diesem Jahr schon aufs Podest: In Hemberg war er Dritter hinter Ludovic Monnier und Kurt Tschirky, in La Roche Zweiter hinter Monnier. In Les Rangiers peilte der Brienzer einen weiteren Podestplatz an. Nach dem ersten Lauf war er in 2:10,6 min Zweitschnellster. Nur Monnier mit seiner Turbo-Power war klar schneller. Auf Fabien Houlmann hatte Fuhrer 1,2 sec Vorsprung. Und wir alle wissen: Houlmann fährt nicht nur eine extrem saubere Linie, Houlmann zählt schlichtweg zu den schnellsten Bergrennfahrern der Schweiz.
Im zweiten Durchgang war für Fuhrer nach der Tankstelle, also beim Dorfausgang, leider Schluss. In der Kompression «versetzte» der über 300 PS starke Honda, traf rechts die Leitschienen und kreiselte dann an dieser weiter. «Der Unfall war eigenartig», sagt Fuhrer. «Die Hinterachse ist in der Kompression in die Luft gesprungen.» Die Schadensbilanz hält sich einigermassen in Grenzen: «Das Chassis ist ganz geblieben, der Radschenkel vorne ist kaputt und Unterboden und Radläufe müssen natürlich auch ersetzt werden.» Für Oberhallau muss Fuhrer leider «Forfait» geben. «Dafür reicht die Zeit nicht. Gurnigel hätte gepasst – aber dieses Rennen findet ja nicht statt. Vielleicht komme ich noch nach Les Paccots. Obwohl dieses Rennen genau in meinen Ferien liegt…»
Fuhrer selbst hat nach einer kurzen medizinischen Abklärung vor Ort sofort wieder grünes Licht bekommen, auch wenn er sagt: «Die Rippen spüre ich schon ein wenig…» Der verpasste Rennlauf schmerzte den unverwüstlichen Berner aber vielmehr. «Die Zeit wäre richtig gut geworden», meint er. «Der erste Lauf war schon super, aber nicht ganz sauber.» Nur zu gerne hätte Fuhrer die Schallmauer von 2:10 min geknackt. «Weiter nach vorne muss ich nicht schauen. Monnier fährt in einer eigenen Klasse. Ihn habe ich mit seinen Zeiten schon gar nicht mehr auf dem Radar…»
Fuhrer ist schon früher Rennen gefahren. Als er sich selbstständig machte, rückte der Rennsport aus Zeitgründen in den Hintergrund. 2006 kehrte er bei REGionalen Rennen zurück und baute danach über Jahre hinweg seinen Honda CRX auf. 2014 verunfallte er in Oberhallau vor der Tarzankurve. «Das Auto war ein Totalschaden», erinnert sich Fuhrer. Aber er kam zurück. Seit 2016 gibt Fuhrer wieder regelmässig Gas. Und als gelernter Automechaniker mit einer eigenen Garage in Brienz hat er den «kleinen Japaner» seither immer weiter verbessert. Lachend meint Fuhrer: «Jetzt, wo das Auto top ist, ist der Fahrer in die Jahre gekommen…»
Ans Aufhören denkt der «Automechaniker im Ruhestand», so seine offizielle Bezeichnung auf der Homepage, aber noch nicht. Wenn es nach Ehefrau Vreni gegangen wäre, hätte er schon vor zwei Jahren aufhören sollen. «Aber solange ich Spass habe und noch immer aufs Podest fahren kann, mache ich weiter.»
Die Lizenzen für die Bereiche Karting und E-Sport des Piloten Karel Staut wurden mit sofortiger Wirkung wieder freigegeben. Die weltweite Suspendierung der Automobilsport-Lizenz bleibt hingegen unverändert bis zum 31. Dezember 2026 bestehen.
Im Nachgang zu den Verhandlungen der Disziplinarkommission (DK) von Auto Sport Schweiz vom 8. Oktober 2025 sowie des Nationalen Berufungsgerichts (NBG) vom 19. November 2025 wurden seinerzeit verschiedene Sanktionen gegen den Piloten Karel Staut verhängt. Der damals 14-jährige Fahrer hatte ohne die erforderliche, gültige Lizenz an Rundstreckenrennen im Automobilsport teilgenommen.
Die Disziplinarkommission sprach daraufhin eine Sperre für die Automobilsport-Lizenz bis zum 31. Dezember 2026 aus. Aufgrund von damals noch ausstehenden Bussen und Verfahrensgebühren im Gesamtkontext von CHF 12'121.50 suspendierte die Nationale Sportkommission (NSK) in der Folge auch seine Lizenzen für die Bereiche Karting und E-Sport.
Nachdem die offenen Forderungen per 5. August 2026 vollständig beglichen wurden, hebt Auto Sport Schweiz die verhängten Sperren im Bereich Karting und E-Sport per sofort auf.
Die weltweite Suspendierung der Automobilsport-Lizenz ist von dieser Teilaufhebung nicht betroffen und bleibt bis zum reglementarischen Ablauf am 31. Dezember 2026 vollumfänglich in Kraft.
Mit Spannung wird am kommenden Sonntag, 23. August, der fünfte Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft in Cremona (ITA) erwartet. Entscheidungen werden wahrscheinlich noch keine fallen, es sei denn…
Zum zweiten Mal nach 2025 gastiert die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft auf dem Kartodromo von Cremona in Italien. Der fünfte Lauf der diesjährigen Saison verspricht besonders viel Spannung. Denn in keiner der vier Kategorien hat sich bisher ein Fahrer so richtig absetzen können.
Den grössten Vorsprung hat Dan Allemann in der Kategorie X30 Challenge Switzerland. Der Sohn von Spirit-Teambesitzer Ken Allemann liegt vor dem Rennen in Cremona 43 Punkte vor Michael Müller vom Team Virtus Motorsport. Kann er diesen Vorsprung am Wochenende auf 75 Punkte ausbauen, wäre ihm der Titel schon vor dem Finale in Wohlen am 10. Oktober sicher. Dass Allemann jr. in der Lage ist, den Sack zuzumachen, ist unbestritten. Der 14-Jährige aus Birrhard (AG) verfügt über sehr viel Erfahrung. Und sein Speed ist unbestritten. Allerdings hat sich Verfolger Müller in dieser Saison als harter Brocken erwiesen. Der Routinier aus dem Glarnerland ist in bisher allen zwölf Rennläufen aufs Podium gefahren. Mehr als 24 Punkte hat er an einem Wochenende noch nie auf Allemann eingebüsst. Gut möglich also, dass der 26-Jährige die Meisterschaftsentscheidung vertagen kann. Vielleicht auch mit Hilfe von Alexis Genolet. Der Fahrer aus dem Team LKM liegt in der Meisterschaft auf Rang 3 (43 Punkte hinter Müller) und könnte in Cremona dem führenden Allemann durchaus noch Punkte wegnehmen. Und dann ist da auch noch der Viertplatzierte Nicola Mateo Frigg aus dem Team MH Racing. Im Vorjahr fuhr er bei den Junioren in Cremona einen «Grand Slam» heraus.
Den zweitgrössten Vorsprung hat Spirit-Pilot Ben Iten bei den Super Minis. Der Zuger liegt 37 Punkte vor seiner Teamkollegin Joy Allemann. Die hat zuletzt in 7 Laghi mit drei Rennsiegen Boden gut gemacht und könnte mit einer ähnlichen Leistung in Cremona das Rennen um den Titel nochmals frisch lancieren. Fest steht jetzt schon, dass der Titel (unter normalen Umständen) an Spirit Racing geht. Denn auch der Drittplatzierte Kimi Prost fährt für das Team aus Bremgarten (AG), liegt aber bereits 66 Punkte hinter Iten. Besonders erfreulich ist, dass die Zahl der Teilnehmenden bei den Super Minis sich gegenüber dem letzten Rennen wieder verdoppelt hat. So ist beispielsweise auch Liam Allemann wieder am Start. Der Sohn der ehemaligen Kart-Europameisterin Cyndie Allemann fuhr im dritten Rennen in Levier (FRA) auf Anhieb aufs Podest.
Nur 25 Punkte trennen die beiden schnellsten Piloten der KZ2. Wobei Kilian Boss aus dem Team Swizz Evenzz gegenüber Paolo Castagnetti (Gerber Team Corse) das Momentum in den beiden letzten Rennen auf seiner Seite hatte. Auch in Sachen Siegen hat Boss die Nase mit 5:4 vorne. Ein Leichtes wird es für den ehemaligen Gewinner des Young Drivers Projekts aber nicht werden. Castagnetti wird in Cremona alles daran setzen, den Rückstand zu verringern. Die beiden werden den Titel aber bestimmt nicht in Ruhe unter sich ausmachen können. Mit Florian Esteve (3., DEL motorsports) und den beiden Privatbewerbern Bastien Liénard (4.) und Kai Perner (5.) mischen noch weitere schnelle Schaltkart-Piloten mit. Und auch Emilien Koestner (ebenfalls DEL motorsports) und Remo Largo (Swiss Hutless) haben zuletzt einen Aufwärtstrend gezeigt.
Völlig offen ist der Kampf um den Titel bei den OK Junioren. Dort konnte Dilan Roman Fricker (Swiss Hutless) mit einem perfekten Wochenende in 7 Laghi zum Führenden Alejandro Campos (Spirit Racing) aufschliessen. Die beiden sind zwei Rennen vor Schluss nur gerade durch einen Punkt voneinander getrennt. Viel Druck von hinten werden die beiden in Cremona beim vorletzten Rennen nicht spüren. Zumindest, was die Meisterschaft betrifft. Der gegenwärtig Drittplatzierte Aurelio Longhitano verzichtet auf das Rennen in Italien. Und der Viertplatzierte Cyrill Sarkar (MH Racing) liegt doch schon 79 Punkte hinter der Spitze zurück. Zu weit weg, um Einfluss auf die Meisterschaft zu nehmen, ist auch Zoltan Coigny (Spirit Racing). Der junge Waadtländer hat aufgrund seiner internationalen Einsätze bisher die Hälfte der Saison der Schweizer Meisterschaft verpasst, ist zurzeit aber in bestechender Form und könnte in Cremona durchaus die Meisterschaftsentscheidung indirekt beeinflussen.
Zur Strecke: Das topmoderne Kartodromo von Cremona liegt auf halbem Weg zwischen Mailand und Bologna und ist in diesem Jahr zum zweiten Mal Schauplatz für einen Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft. Die 1224 Meter lange Piste mit ihren 16 Kurven zählt zu den Topstrecken Italiens und ist Austragungsort vieler internationaler Rennen. So wurde 2025 beispielsweise die Kart-Weltmeisterschaft in der Kategorie OK-N in Cremona ausgetragen oder das IAME World Final (ebenfalls in der OK-N). Die Strecke besteht aus einem kurvigen Infield und einer langen, leicht gekrümmten Start- und Zielgeraden. Eine der besten Überholmöglichkeiten bietet sich am Ende der Gegengerade.
Weitere Informationen zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft finden Sie auf https://motorsport.ch/de/kartsport. Um Zeitnahme und Livetiming kümmert sich in Cremona www.savoiechrono.com
Zeitplan
Samstag, 22. August
09.00-17.30 Uhr, Freies Training gemäss Zeitplan Streckenbetreiber
Sonntag, 23. August
09.00-09.52 Uhr, Offizielles Training (10 min pro Kategorie)
10.00-10.36 Uhr, Zeittraining à 6 Minuten pro Kategorie
10.45-12.05 Uhr, Rennen 1
12.05-13.15 Uhr, Mittagspause
13.25-14.45 Uhr, Rennen 2
14.45-16.25 Uhr, Finalläufe
ca. 17.00 Uhr, Siegerehrung (alle Kategorien)
Termine autobau Schweizer Kart-Meisterschaft 2026
29. März, Franciacorta (ITA)
19. April, 7 Laghi (ITA)
31. Mai, Levier (FRA)
12. Juli, 7 Laghi 2 (ITA)
23. August, Cremona (ITA)
10. Oktober, Wohlen
Ein Schweizer Sieg bei der DTM am Nürburgring und ein Abschied in der Formel E. Das vergangene Wochenende war aus Schweizer Sicht wieder sehr emotional.
Am vergangenen Wochenende ging in London die Formel-E-Saison 2025/2026 mit einem Doubleheader zu Ende. Aus Schweizer Sicht hatte vor dem Finale nur noch Edoardo Mortara Chancen auf den Titel. Die waren aber im Falle des Genfers von theoretischer Natur und lösten sich nach Platz 7 im ersten Lauf auch in Luft auf. Besser lief es Mortara im zweiten Durchgang. Dort diktierte der Mahindra-Pilot nicht nur lange das Tempo, er sorgte mit Platz 3, dem ersten Podestplatz seit Februar, auch für einen versöhnlichen Saisonabschluss. Punktgleich mit dem Briten Oliver Rowland beendete Mortara sein drittes Jahr mit dem Team aus Indien auf Platz 5. Auch die beiden anderen Schweizer schlossen die Saison 25/26 in den Top 10 ab. Nico Müller holte in London mit den Rängen 11 und 12 zwar keine Punkte, war seinem Teamkollegen Pascal Wehrlein auf dem Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung aber eine grosse Hilfe und beendete die Saison als Gesamtneunter. Sébastien Buemi stellte bei seinen beiden letzten Rennen nochmals seine ganze Klasse unter Beweis und sicherte sich dank den Rängen 4 und 5 den zehnten Schlussrang. Buemi hatte vor dem Rennen in London seinen Rücktritt als Fahrer aus der Formel E bekanntgegeben. Der Waadtländer wird seinem Team Envision Racing als Berater erhalten bleiben. Die Siege in London gingen an Ex-Sauber-Pilot Pascal Wehrlein und den Briten Taylor Barnard, der sich als 22-Jähriger zum jüngsten Sieger eines Formel-E-Rennens machte.
Für einen Schweizer Sieg sorgte am Wochenende das Team Emil Frey Racing in der DTM dank Matteo Cairoli. Dieser setzte sich im ersten Durchgang von der Pole-Position gestartet ab und sicherte sich mit knapp zehn Sekunden Vorsprung souverän seinen dritten Saisonsieg. Im zweiten Rennen am Sonntag musste sich der schnelle Italiener mit Platz 13 – direkt hinter Teamkollege Thierry Vermeulen, der im ersten Lauf in der letzten Runde «abgeschossen» wurde, zufrieden geben. Für Manthey-Porsche-Pilot Ricardo Feller endete das Wochenende am Nürburgring mit den Plätzen 9 und 11. In der Meisterschaft liegt Feller auf Rang 12. Emil Frey Racing ist in der Teamwertung Vierter. Den Sieg im zweiten Rennen sicherte sich der Deutsche Marco Wittmann. In Führung liegt Landsmann Maro Engel.
Noch ein Nachtrag aus der Ferienzeit: Bei den Rennen in Most (CZE) Anfang dieses Monats sicherte sich Thomas Schmid seine ersten beiden Siege im Renault Twingo Cup. Dank diesen Erfolgen liegt der Allrounder aus der Ostschweiz vor dem Finale auf dem Slovakia Ring am kommenden Wochenende mit neun Punkten Vorsprung in Führung. «Ich werde alles daran setzen, den Titel in die Schweiz zu holen», meint Schmid. Kart-Umsteiger Dylan Stebler belegte die Plätze 8 und 14.
Beim Bergrennen in Les Rangiers gab es eine Premiere. Victor Darbellay sicherte sich in seinem zehnten Rennen zur Schweizer Berg-Meisterschaft als Prototypen-Pilot seinen ersten Tagessieg. Der Triumph in der parallel ausgetragenen Europa-Meisterschaft ging an den Franzosen Kevin Petit.
Irgendwie hat es sich angekündigt. Dass es ausgerechnet beim Bergrennen Saint-Ursanne – Les Rangiers passieren könnte, das war dann doch eine Überraschung. Der erste Tagessieg von Victor Darbellay im Rahmen der Schweizer Berg-Meisterschaft ist Tatsache. Der 31-jährige Walliser wurde bei der 81. Ausgabe des Klassikers im Jura nur von einem Fahrer geschlagen: Kevin Petit. Dieser fuhr aber um EM- und nicht um SM-Punkte. Und dieser war gegenüber Darbellay gar nicht einmal so viel schneller. In der Addition der beiden Rennläufe hatte der Franzose mit seinem 3-Liter Nova NP01 1,166 Sekunden Vorsprung auf Darbellay, der nach La Roche und Anzère nun auch im Jura einen neuen 2-Liter-Rekord aufstellte.
Darbellay liess es im Jura richtig fliegen – und freute sich im Ziel zusammen mit seinem Team natürlich über seinen ersten Sieg im SCRATCH: «Ich bin sehr zufrieden», meinte der Garagist aus Martigny. «Das schönste Rennen von Europa im Rahmen der Schweizer Meisterschaft zu gewinnen, ist einfach fantastisch. Noch dazu in einem 2-Liter-Prototypen. Ich habe in 1:42,820 min die siebtschnellste Zeit, die je gefahren wurde, realisiert. Das ist einfach nur herausragend. Ein grosses Dankeschön an mein Team und alle, die dabei mitgeholfen haben.»
Anders die Gemütslage bei Robin Faustini. Der Aargauer kam durch die Absage des Bergrennens am Gurnigel beim Rennen in Les Rangiers ohne damit gerechnet zu haben zu seinem ersten Matchball. Doch nach 19 Tagessiegen hintereinander (eine unglaubliche Serie!) wollte es ausgerechnet dort, wo Faustini so gerne einen neuen Streckenrekord aufgestellt hätte, mit Sieg Nr. 20 nicht klappen. Im ersten Lauf unterbrach der Emap-Turbomotor im Heck von Faustinis Nova NP01 auf halber Strecke plötzlich seinen Dienst. Was auf den ersten Blick wie ein Motorschaden aussah, entpuppte sich als ein Defekt am Kühler. «Deshalb ist auch überall Wasser herausgespritzt», sagt Faustini. «Und deshalb wurde auch die Elektronik in Mitleidenschaft gezogen.» Zwar konnte das Team den Wagen nochmals parat machen und Faustini konnte im zweiten Lauf eine 1:45,0 min fahren, was noch zu Gesamtplatz 10 und Rang 4 in der SM-Wertung reichte. Die Meisterparty musste aber auf das nächste Rennen in Oberhallau am 30. August verschoben werden.
Platz 2 im SCRATCH ging an Joël Volluz auf seinem Norma-Judd M20 FC. Der Routinier sorgte damit für einen Walliser Doppelsieg und entschädigte sich in Les Rangiers für viel Ärger im Vorjahr. Damals beendete nämlich ein Motorschaden seine Saison vorzeitig. «Ja, ich bin wirklich zufrieden mit meinem zweiten Platz und vor allem mit der erzielten Zeit. Les Rangiers ist nie einfach, und ich weiss genau, wo meine Schwächen bei diesem Rennen liegen, und jedes Jahr verbessere ich mich mehr und mehr. Ich freue mich riesig, dass Victor dieses Rennen gewonnen hat – er hat es verdient, er ist eine unglaubliche Zeit gefahren.»
Zwei Sekunden hinter Darbellay und knapp eine Sekunde hinter Volluz belegte mit Michel Zemp ein weiterer Fahrer mit einem kleinen 1170er-Turbosportwagen den dritten Rang in der SM-Wertung. Zemp war mit seiner Leistung ebenfalls zufrieden, wenngleich er natürlich versuchte herauszufinden, wo er gegenüber Darbellay Zeit liegen gelassen hatte. «Bis zu ‹Les Grippons› waren wir auf Augenhöhe», meinte Zemp. «Danach war er etwas schneller. Aber auf einer Strecke von mehr als fünf Kilometern reden wir da von zwei Zehntelsekunden pro Kilometer.» Zemp hat mit seinem dritten Podestplatz im fünften Rennen den zweiten Rang in der Gesamtwertung übernommen. Nur er könnte Faustini (theoretisch) noch am dritten Titel in Serie hindern. Die Rückstande von Darbellay und dem in Les Rangiers nicht am Start gestandenen Marcel Steiner sind zu gross. Ausserdem wird Darbellay bei den beiden verbleidenden Rennen nicht am Start stehen.
Schnellster Formel-Pilot war im Jura Routinier Roland Bossy auf seinem Tatuus Formel 3. Der Lokalmatador hielt die beiden Franzosen Nicolas Dumond und Ludovic Cholley in baugleichen Tatuus T-318 erfolgreich in Schach. Sein «Schützling» Ursanne Salomon verpasste die Gelegenheit, Bossy zu bezwingen. Dem Jurassier unterlief im ersten Rennlauf bei der Anfahrt zum «Petit Susten» ein Fahrfehler, der ihn reichlich Zeit gekostet hatte. Im zweiten Lauf war er fast gleich schnell wie Bossy.
Bei den Tourenwagen ging der Gesamtsieg erwartungsgemäss an den in der Europa-Meisterschaft führenden Reto Meisel in seinem Mercedes SLK340. Nachdem er im Training noch technische Probleme hatte, fuhr der Aargauer zuerst eine 1:56,5, danach eine 1:54,7 min. Die 25 EM-Punkte holte er sich also verdient ab, wenngleich sie nur unter Mithilfe vom ungeteilten Nicolas Werver im Porsche GT3 R zustande kamen. Für Landsmann Roger Schnellmann, der sich in Les Rangiers nur für die EM eingeschrieben hatte, endete das Rennen auf dem zehnten Schlussrang. Für den Schwyzer war es nach drei Pannen-Rennen hintereinander eine Genugtuung, endlich wieder einmal gewertet zu werden.
25 Punkte gab es auch für Ludovic Monnier. Der 34-Jährige aus Monthey war hinter dem Franzosen Werver, der keine SM-Punkte bekommt, bestplatzierter Tourenwagenfahrer in der Schweizer Wertung. Mit seinem VW Golf Turbo fuhr Monnier zwei Mal 2:05er-Zeiten. Damit war er in der Addition der beiden Rennläufe 2,6 sec schneller als Christoph Zwahlen im Porsche 911, der ebenfalls sensationell eine 2:05er-Zeit erzielte, und 5,8 sec schneller als «Speedmaster», der auf dem spektakulären Porsche 997 GT3 R des 2023 verstorbenen Tourenwagenchampions Andy Feigenwinter schnellster Interswiss-Pilot war. Apropos Interswiss: Besonders spannend war der Ausgang in der Klasse bis 2 Liter. Dort lag (Noch)-Tourenwagen-Gesamtleader Stephan Burri (VW Scirocco) nach dem ersten Lauf nur fünf Hundertstelsekunden vor Manuel Santonastaso (BMW 320). Im zweiten Lauf entschied Burri das Duell für sich, «Santi» belegte Platz 2. Keine Punkte gab es für Arnaud Donzé. Der IS-Trophy-Sieger von 2025 hatte nur einen gezeiteten Lauf. Im ersten Durchgang musste er ohne Bremse am Start Forfait geben. Zu den Tourenwagenfahrern, die in Les Rangiers die 2:10er-Schallmauer durchbrachen, gehörten auch Jean-Paul Chiquita (Porsche 911 GT3) und Hermann Bollhalder (Opel Speedster). Einer, der diese Marke bestimmt auch unterboten hätte, wäre Sébastien Coquoz gewesen. Der schnelle Opel-Kadett-Pilot aus der E1 bis 2 Liter musste am Sonntag nach einem technischen Defekt im Training allerdings zuschauen.
Keine Positionsveränderungen gab es im Berg-Pokal auf den Plätzen 1 bis 4. Ludovic Monnier, Stephan Burri, Hans-Peter Eller und Werner Rohr sicherten sich allesamt souverän einen «Zwanziger».
Alle Klassensieger in Les Rangiers entnehmen Sie der Übersicht:
Sylvain Chariatte (Honda Integra Type R, SuperSérie bis 3000 cm3), Patric Kuster (Toyota GR Yaris, SuperSérie Comp. bis 3000 cm3), Amir Selimovic (Porsche 911 GT3 RS, Super Série Comp. über 3000 cm3), Markus Brander (March 742, Gr. H bis 1600 cm3), Arnaud Biaggi (Opel Kadett C GT/E, Gr. Hbis 2000 cm3), Angelo Grasso (ITA, Osella PA10, Gr. H bis 3000 cm3), Robin Terrier (Opel Astra, Gr. H Classic bis 2000 cm3), Jean-Louis Fleury (Opel Ascona B, Gr. H Classic bis 3000 cm3), Ruedi Stoop (Chevrolet Corvette, Gr. H Classic über 3000 cm3), Frédéric Fleury (Martini Mk52, Gr. H Classic Monoplace), Alphonse Kilchenmann (Suzuki Swift, ISA bis 1600 cm3), Alain Terrier (Skoda Fabia, R2), Michaël Burri (Toyota Yaris GR, R5), Evann Mallet (FRA, Hyundai Elantra, TCR), Mario Schöpfer (VW Polo, E1 bis 1400 cm3), Hans-Peter Eller (Opel Kadett C, E1 bis 1600 cm3), Ludovic Monnier (VW Golf Rally, E1 bis 2000 cm3), Hugo Mascaro (BMW E30, E1 bis 2500 cm3), Hermann Bollhalder (Opel Speedster, E1 bis 3000 cm3), Bruno Ianniello (Lancia Delta S4, E1 bis 3500 cm3), Nicolas Werver (FRA, Porsche 997 GT3 R, E1 bis 4000 cm3), Manuel Gadeschi (ITA; Subaru Impreza sti, E1 über 4000 cm3), Sabrina Fankhauser (Toyota Yaris, IS bis 1400 cm3), Werner Rohr (Toyota Corolla AE86, IS bis 1600 cm3), Stephan Burri (VW Scirocco, IS bis 2000 cm3), Roman Marty (Opel Kadett C GT/E, IS bis 2500 cm3), Dominic von Rotz (Audi A4 Quattro, IS bis 3500 cm3), «Speedmaster» (Porsche 997 GT3 R, IS über 3500 cm3), Yohan Bardin (FRA, Norma M20 FC, CN bis 3000 cm3), Laurent Brossard (TracKing RC01B, E2 Silhouette), Samuel Métroz (Formel Arcobaleno, E2-SS bis 1150 cm3), Patrick Cholley (FRA, Dallara F311, E2-SS bis 2000 cm3), Roland Bossy (Tatuus F3-T318, E2-SS bis 3000 cm3),Michaël Rollat (Spire GT3, E2-SC bis 1600 cm3), Victor Darbellay (Nova NP01, E2-SC bis 2000 cm3), Joël Volluz (Norma M20 FC, E2-SC bis 3000 cm3).
Und so geht es weiter:
29./30. August, Oberhallau*
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots
* zählt zur Schweizer Junior-Meisterschaft
Die Schweizer Berg-Meisterschaft 2026 besteht nur aus sieben Rennen. Das Bergrennen am Gurnigel (12./13. September) hat der Veranstalter heute morgen mit einer Medienmitteilung abgesagt!
Während wir uns alle auf das Bergrennen in Les Rangiers am kommenden Wochenende freuen, hat uns heute morgen eine wenig erfreulichere Nachricht erreicht: Das Bergrennen Gurnigel am 12./13. September findet nicht statt! In einer Medienmitteilung wurde die Absage vom Veranstalter wie folgt begründet:
«Aufgrund der extrem aussergewöhnlichen momentanen Trockenheit, dem fehlenden Wasser und der damit verbundenen aktuell sehr hohen Brandgefahr haben wir uns in Absprache mit der Gemeinde und der Polizei schweren Herzens dazu entschieden das Bergrennen am Gurnigel 2026 abzusagen. Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Die Sicherheit aller Besucherinnen und Besucher, der beteiligten Personen sowie der Schutz von Land, Wald und Natur haben für uns jedoch oberste Priorität. Unter den derzeitigen Bedingungen können wir die notwendige Sicherheit leider nicht gewährleisten. Wir bedauern die Absage sehr und bitten um Ihr Verständnis für diesen verantwortungsvollen Entscheid.»
Stand heute wird die Schweizer Berg-Meisterschaft also nur aus sieben Rennen bestehen. Vier davon wurden bereits ausgetragen. Nach Les Rangiers finden noch Oberhallau (29./30. August) und Les Paccots (19./20. September) statt.
Es ist der Klassiker im Schweizer Rennkalender: Am Wochenende findet das zur Europa-Meisterschaft zählende Bergrennen Saint-Ursanne – Les Rangiers zum 81. Mal statt. Der Anlass selber hat in diesem Jahr bereits seinen 100. Geburtstag gefeiert.
Den 100. Geburtstag hat man im Jura schon am Pfingstwochenende gefeiert. Zum Memorial auf der Orignalstrecke von Develier nach Les Rangiers erschienen damals zahlreiche Fahrer und Fans. Am kommenden Wochenende steht nun das «richtige» Rennen auf dem Programm. Es ist insgesamt die 81. Ausgabe; elf davon fanden auf der Originalstrecke statt, 1955 verlegte man den Start nach Saint-Ursanne. Seit 1957 ist der Klassiker Teil der Europa-Meisterschaft.
Spannend wird die 81. Ausgabe auf jeden Fall. Vorjahressieger Robin Faustini hat 2025 mit seinem Nova-Emap NP01 in 1:40,589 min eine Zeit vorgelegt, die eigentlich nur einer – er selber – unterbieten kann. «Zum absoluten Rekord von Merli fehlten mir im Vorjahr 1,3 Sekunden», sagt der Leader der Schweizer Berg-Meisterschaft. «Und es muss schon sehr viel passen, damit diese Spitzenzeit von 2022 fällt. Wir werden es mit einem anderen Set-Up probieren. Aber ich garantiere für nichts. Und es ist auch denkbar, dass wir am Samstagabend wieder umbauen.» Die Probleme, die bei Faustini in Anzère im Bereich Ansaugtrakt aufgetreten sind, hat man übrigens auf dem Prüfstand aussortiert. «Ich hoffe, dass wir wieder volle Leistung haben.» Der grösste Herausforderer Faustinis, wenn es um die Bestzeit geht, kommt vermutlich aus dem EM-Lager. Der Franzose Kevin Petit (ebenfalls auf Nova Proto unterwegs) hat im Vorjahr mit einer tiefen 1:42er-Zeit geglänzt. Ein Auge sollte man aber auch auf den schnellen Franzosen Maxime Dojat im Nova NP01 werfen. Er gibt im SM-Feld sein Les-Rangiers-Debüt.
Mit 1:43,225 min war auch Marcel Steiner im Vorjahr schnell unterwegs. Leider hat der von Helftec-Power befeuerte Nova-Proto-Pilot gestern Mittwoch seine Teilnahme am Bergrennen in Les Rangiers kurzfristig zurückgezogen. «Aufgrund der technischen Probleme und deren Auswirkungen beim Osnabrücker Bergrennen am vergangenen Wochenende ist es mir leider nicht möglich, in Saint-Ursanne an den Start zu gehen. Trotz aller Bemühungen bekommen wir das Fahrzeug in der Kürze der Zeit nicht rechtzeitig wieder einsatzbereit. Die Entscheidung fällt mir nicht leicht, da ich mich sehr auf das Rennen gefreut habe.»
Die weiteren Hoffnungen aus Schweizer Sicht ruhen damit auf Joël Volluz (im Norma-Judd) und den beiden 2-Liter-Piloten Victor Darbellay (Nova-Hartley/Emap) und Michel Zemp (Norma-Helftec). Letzterer liess im Vorjahr mit seinem schwächer motorisierten Prototypen schon einmal aufhorchen. Seine Les-Rangiers-Bestzeit von 1:45,480 min war definitiv nicht von schlechten Eltern…
Und dann sind da auch noch die schnellen «Europäer» Petr Trnka aus Tschechien und Joseba Iraola Lanzagorta aus Spanien am Start. Auch sie sitzen in einem Nova Proto – und auch sie wissen, wie man in Les Rangiers möglichst schnell von A nach B kommt.
Bleiben wir bei der EM, wechseln aber zu den Autos mit Dach. Für alle Fans von Reto Meisel ist Les Rangiers ein Pflichttermin. Nicht nur, weil der Aargauer mit seinem Mercedes SLK 340 in der EM-Gesamtwertung vorne liegt – nein, es ist auch Meisels einziger Auftritt in der Schweiz. Ob er die Führung in der EM im Jura verteidigen kann, hängt vom Abschneiden des Kroaten Matija Jurišić ab. Der Pilot eines Peugeot-TCR liegt drei Rennen vor Saisonende nur vier Punkte hinter Meisel in der Gesamtwertung. Und Letzterer könnte in Les Rangiers zu wenig Gegner haben. Zwar hat sich Roger Schnellmann mit seinem Mitsubishi Evo VIII eingeschrieben. Die Teilnahme von Ronnie Bratschi (fährt unter tschechischer Lizenz) ist nach seinem Turboladerschaden beim EM-Lauf in Polen aber nicht garantiert.
Schnellster Tourenwagenfahrer der Schweizer Meisterschaft war vor einem Jahr Christoph Zwahlen auf seinem Porsche 911 GT3. Der Ostschweizer fuhr in 2:07,640 min Bestzeit und war in der Addition der beiden Rennläufe zwei Sekunden schneller als der spätere Tourenwagenmeister Danny Krieg. Der hat seinen VW Golf Rally inzwischen ja an Ludovic Monnier verkauft. Und dieser ist im Begriff, die Zeiten von Krieg erfolgreich zu attackieren. In Reitnau war er in der Addition der beiden Läufe etwas mehr als eine Sekunde schneller als der Vorbesitzer, in Anzère waren es zwei Sekunden. Auf dem Tourenwagen-Radar sollte man am Wochenende aber auch Sébastien Coquoz (Opel Kadett) und «Speedmaster» haben. Letzterer hat sich für Les Rangiers in der IS über 3,5 Liter mit einem Porsche 911 GT3 eingeschrieben. Beide, Coquoz und «Speedmaster» sind 2025 unter 2:10 min gefahren. Diese Schallmauer hat auch Ruedi Fuhrer auf dem Schirm. Der Honda-CRX-Pilot war im vergangenen Jahr in 2:10,704 min sehr zügig unterwegs.
Zur Strecke: Die Strecke von St-Ursanne nach Les Rangiers ist mit 5,180 Kilometern die längste im Schweizer Rennkalender. Die Fahrer müssen eine Höhendifferenz von 350 Metern zurücklegen. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigung von 6,8 Prozent. Der absolute Streckenrekord hält der Südtiroler Christian Merli in 1:39,201 min (= 187,983 km/h) aus dem Jahr 2022. Die schnellste je gefahrene Tourenwagenzeit erzielte Ronnie Bratschi im Vorjahr in 1:53,522 min. Den E1-Rekord hält Reto Meisel in 1:55,03 min aus dem Jahr 2022. Rekordsieger beim Bergrennen Saint-Ursanne – Les Rangiers ist Simone Faggioli mit neun Gesamtsiegen – vor Fredy Amweg (7), Marcel Tarres (6), Lionel Régal (5) und Jo Siffert (4). Von den aktuell am Start stehenden Schweizer Piloten sind Roland Bossy und Marcel Steiner mit je zwei Siegen die erfolgreichsten Teilnehmer.
Los geht es in St-Ursanne am Samstag, 15. August, ab 7.00 Uhr mit den ersten Trainings. Insgesamt sind drei Trainingsläufe geplant; der letzte startet um 15.30 Uhr. Am Sonntag stehen zwei Läufe (ab 7.00 Uhr) auf dem Programm. Die beiden Laufzeiten werden am Ende addiert. Das Ticket kostet am Samstag 20.- Franken, am Sonntag 25.- Franken. Eine Weekend-Eintrittskarte gibt es für 30.- Franken. Unter 16 Jahren ist der Eintritt frei. TCS-Mitglieder haben bei Vorlage ihrer Mitgliedskarte Anspruch auf Wochenendeintritt für 10.- Franken.
Mehr über das Bergrennen von Saint-Ursanne nach Les Rangiers erfahren Sie unter https://rangiers.ch
Termine Schweizer Berg-Meisterschaft 2026
6./7. Juni, Hemberg*
13./14. Juni, La Roche – La Berra*
28. Juni, Reitnau
25./26. Juli, Ayent – Anzère*
14.-16. August, Saint-Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau*
12./13. September, Gurnigel
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots
*zählen zur Schweizer Junior-Meisterschaft
Beim Bergrennen Ayent-Anzère stand er noch am Start. Und auch für den Klassiker in Les Rangiers am kommenden Wochenende war Xavier Vermeille mit seinem Norma M20F in der Kategorie CN eingeschrieben. Gestern Dienstag, 11. August, ist der Sportwagen-Pilot aus Saignelégier (JU) 65-jährig unerwartet verstorben.
Vermeille, der viele Jahre als Moderator bei den Rennen der französischen Bergmeisterschaft tätig war, hat nach Lust und Laune an Rennen in Frankreich und der Schweiz teilgenommen, heisst es auf der Homepage der CFM Challenge, die er in der Kategorie Open CN/3 am Steuer seines Norma-BMW 2023 und 2024 gewonnen hatte.
Seine motorsportliche Karriere in dessen Vordergrund stets der Spassfaktor an erster Stelle stand, begann mit einer Alpine A110 bei Slaloms. Die ersten Erfahrungen am Berg sammelte der gelernte Bauzeichner mit einem Renault 5 Turbo. Mit diesem Auto bestritt er als Fahrer der Ecurie des Ordons im Jahr 2000 zum ersten Mal das legendäre Bergrennen in Les Rangiers. Kurz darauf wechselte er auf einen Formel 3, ehe er seine «Berufung» bei den Sportwagen fand – zuerst mit einem Ligier JS49, danach mit dem eingangs erwähnten Norma M20F, den er ein letztes Mal am letzten Juli-Wochenende in Anzère fuhr.
Auto Sport Schweiz spricht Familienangehörigen und Freunden von Xavier Vermeille sein tief empfundenes Beileid aus.
Am Sonntag, 23. August, findet in Cremona (ITA) der fünfte Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft 2026 statt. Wer sich noch nicht angemeldet hat, kann dies noch bis Sonntag, 16. Juli (24 Uhr), unter https://www.go4race.ch/ nachholen. Wir freuen uns auf Ihre/eure Teilnahme und wünschen allen Teilnehmenden schon jetzt viel Erfolg!
Bei Fragen oder Unklarheiten stehen wir gerne zur Verfügung (info@motorsport.ch oder Tel. 031 979 11 11). Infos zur Strecke gibt es unter diesem Link.
Bevor es am Wochenende zum Klassiker nach Les Rangiers geht, haben einige Schweizer bei den Bergrennen in Osnabrück (GER) respektive am Mont Dore (FRA) teilgenommen.
Nur vier Schweizer – deutlich weniger als in den vergangenen paar Jahren – nahmen am vergangenen Wochenende am 58. Int. ADAC Bergrennen Osnabrück teil, dem nördlichsten Lauf zur deutschen Bergmeisterschaft. Als Stammgast und früherer Gesamtsieger zählte Marcel Steiner mit seinem Nova Proto Helftec-Honda-Turbo zum engeren Favoritenkreis, musste sich jedoch am Ende mit dem vierten Rang begnügen. Immerhin durfte er somit auf das von den fünf schnellsten Fahrern des Tages gebildete Gesamtpodium steigen. Als Tagessieger in der Addition der zwei schnellsten Zeiten aus drei Läufen auf der zwei Kilometer langen Strecke in der Borgloher Schweiz ging der Franzose Sébastien Petit vor dem Deutsch-Slowenen Patrik Zajelsnik (beide Nova Proto Emap Turbo) und dem Deutschen Alexander Hin (Osella PA30) hervor.
Weniger stark als üblich waren die vielen Gruppen der Tourenwagen besetzt. Auch hier zeigten die drei gestarteten Schweizer mit den Gesamträngen 19, 29 und 30 ihre fahrerische Klasse. «Speedmaster» belegte mit seinem Ford Escort Cosworth hinter dem Tschechen Dan Michl auf Lotus Elise Hartley den zweiten Gesamtrang aller geschlossenen Fahrzeuge und gewann die Gruppe Klassik (Einteilung nach Hubraumklassen). Auch Sergio Kuhn (Peugeot 308 TCR) gewann als drittschnellster Tourenwagenpilot wie schon bei manchem SM-Lauf in diesem Jahr seine Gruppe (Pf4), ebenfalls der gleich dahinter als Viertschnellster folgende Manuel Santonastaso im BMW 320 WTCC (Pf3).
Zwei Erfolgsmeldungen gibt es auch vom französischen Bergmeisterschaftslauf am Mont Dore, der früher zur Europa-Bergmeisterschaft zählte. Lionel Ryter kam mit seinem Tatuus-Renault in seiner Klasse auf den zweiten Rang hinter einem Tatuus-Honda Masters und belegte dabei den 19. Gesamtrang. Allerdings bestritt er nur zwei der drei ausgetragenen Rennläufe. Tagessieger wurde Marc Pernot im neuen Nova Proto NP01 Hartley Turbo aus der Sportwagenklasse bis zwei Liter, der sich damit vorzeitig den dritten französischen Bergmeistertitel in Folge sicherte. Im Championnat de France de la Montagne VHC entschied Guillaume Mathez im Gruppe-A-Peugeot 309 GTI 16V einmal mehr seine aus fünf Fahrzeugen bestehende Gruppe AJ2 für sich und war damit fünftschnellster VHC-Tourenwagenpilot.
Text: Peter Wyss
In diesem Jahr jährt sich der Geburtstag von Jo Siffert zum 90. Mal, sein Todestag zum 55. Mal und der tragische Tod des nicht minder berühmten Herbert Müller («Stumpen Herbie») zum 45. Mal. Eine Ausstellung in Murten (noch bis 31. Oktober) ist den beiden Schweizer Rennfahrer-Grössen gewidmet.
In der Schweiz gibt es ein paar Museen, die die Herzen von Motorsport-Fans höher schlagen lassen. Man denke da an die autobau Erlebniswelt in Romanshorn (TG), die F1-Ausstellung im Hotel Meilenstein in Langenthal (BE) oder das Verkehrshaus in Luzern. Hin und wieder gibt es auch nicht-permanente Ausstellungen, die es sich lohnt zu besuchen. Eine davon hat noch bis zum 31. Oktober geöffnet. Sie ist zwei Schweizer Rennfahrer-Grössen gewidmet: Jo Siffert und Herbert Müller. Siffert, der im Juli 90 Jahre alt geworden wäre, ist vor 55 Jahren in Brands Hatch tödlich verunglückt, Müller (wäre heuer 86 geworden) starb vor 45 Jahren am Nürburgring.
Die Ausstellung bietet einen fabelhaften Rückblick auf die beiden Schweizer Ausgängeschilder. Und – wie versprochen – wird sie auch laufend erweitert. Seit Kurzem sind fünf neue Fahrzeuge, die einst von Siffert und/oder Müller bewegt wurden, eingetroffen. Dazu gehören: Cobra Shelby 427 1964, Porsche Carrera 904 GTS 1964, Abarth 1000 Sport 1966, Sauber C5 und Ferrari 512 M Sunoco 1971.
Die Ausstellung in der Halle Murtenbox, Au Tombex 40, 3280 Murten, ist noch bis zum 31. Oktober 2026 jedes Wochenende freitags von 14 bis 19 Uhr und samstags von 14 bis 17 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich. Auf Anfrage können Interessengruppen, Vereine und Freundeskreise einen exklusiven Besuch reservieren, unter: reservations@jo-siffert.ch
Wer wird Schweizer Simracing-Champion 2026? Bis zum 3. Oktober laufen in diversen Sim-Centern die Qualifikationen. Das Finale findet dann am 15. November in der Motorworld in Kemptthal statt.
Zugegeben: Es ist nicht gerade die Jahreszeit für Indoor-Aktivitäten. Trotzdem kann es auch Vorteile haben. Warum nicht in ein klimatisiertes Sim-Center gehen und sich für das Finale der Swiss Simracing Series qualifizieren? Wir erklären dir, wie du in sechs Schritten zum Sim-Champion wirst:
Schritt 1: Auf www.simracingseries.ch kannst du dein eigenes Fahrerkonto erstellen. Gleichzeitig kannst du dort das Reglement herunterladen.
Schritt 2: Bevor es ernst wird, heisst es üben! Finde dein passendes Race-Center und steig ein –die Simulatoren stehen mit Qualifikationsstrecke & -auto für dich bereit. Für die Swiss Simracing Series trainierst du in allen teilnehmenden Centern zum Sonderpreis von CHF 59.- / Stunde. Gefahren wird auf Assetto Corsa. Das Fahrzeug ist ein Eigenbau vom Typ SSRS TC351.
Schritt 3: Die Qualifikation findet ausschliesslich in den teilnehmenden Race-Centern statt. Du hast insgesamt vier Versuche à 30 Minuten (CHF 40.– pro Versuch), aus denen du alles herausholen musst. Deine schnellste Zeit zählt. Bringe deine ID zum Abgleich mit ins Race-Center. Die momentane Bestzeit in der Kat. Pro steht bei 1:35,519 min.
Schritt 4: Wenn du dich qualifiziert hast, benötigst du eine offizielle SIM-Lizenz von Auto Sport Schweiz (CHF 25.–). Auch diesen Link findest du direkt auf simracingseries.ch
Schritt 5: Die 28 besten Fahrer und Fahrerinnen jeder Kategorie ziehen in die Halbfinals ein. Die Rennen 1 + 2 finden am 25. Oktober in deinem gewählten Race-Center statt. Am ersten Renntag fällt eine einmalige Teilnahmegebühr von CHF 50.– an (Bar/Karte im Center). Die zwei schnellsten Drittel der Teilnehmenden qualifizieren sich anschliessend für das Finale. Gefahren wird auf der virtuellen Strecke von Silverstone.
Schritt 6: Die 16 besten Fahrer resp. Fahrerinnen aller fünf Kategorien (Pro, ü50, Ladies, Junioren und Open) treffen sich am 15. November zum grossen Finale in Kemptthal – ohne weitere Kosten. Das Finale wird auf der GP-Strecke des Nürburgrings ausgetragen.
Nach einem eher lockeren Vor-Sommerprogramm biegen die Teilnehmenden des Young Driver Programms von Auto Sport Schweiz in den ereignisreichen Monat August ein. Neben Weiterbildungen in den Bereichen Social Media, Marketing und Ernährung wartet auf die Nachwuchstalente das absolute Highlight: der obligatorische Formel-4-Test auf dem Circuit du Laquais.
Vor den Sommerferien absolvierten die Teilnehmenden auf der Geschäftsstelle von Auto Sport Schweiz einen Social-Media-Workshop. Anschliessend lernten sie im Kampfsportzentrum Bümpliz unter fachkundiger Anleitung die Kampfkunst des Jiu-Jitsu kennen und powerten sich körperlich aus. Nach einem Online-Webinar Anfang Juli zu den Grundlagen der Ernährung und Energieversorgung steht im August nun ein dicht gedrängtes Programm an.
Spannende Inputs zu Vermarktung und Mentalbereich
Am kommenden Samstag, 8. August 2026, wird am Morgen der zweite Teil des Social-Media-Workshops durchgeführt. Am Nachmittag erhält Felicitas Heidegger, die einzige Amazone im Teilnehmerfeld, gemeinsam mit ihren Kollegen wertvolle Inputs zum Thema Marketing, Eigenvermarktung und Sponsorendossiers. Schlag auf Schlag geht es am 18. August 2026 mit einem Webinar zum Thema «Mentale Stärke» weiter.
Das Highlight: Formel-4-Test mit Jenzer Motorsport
Das sportliche Highlight folgt am Dienstag, 25. August 2026: Auf dem Circuit du Laquais (FRA) findet der obligatorische Formel-4-Test in Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Team Jenzer Motorsport aus Lyss statt. Auf der 2,4 Kilometer langen Rennstrecke werden die zehn Young-Driver-Piloten – Paul Andriotis, Gianluca Bogo, Jah Bühler, Orlando Eisenreich, Lenyo Gafner, Alexis Genolet, Felicitas Heidegger, Raul Martinez, Neil Russell und Alexander Zafiraidis – rund 150 Testkilometer absolvieren. Dabei stehen sie unter der genauen Beobachtung von Teamchef Andreas Jenzer und seinen Ingenieuren. Die Runden werden akribisch analysiert. Die Piloten erhalten das Feedback direkt vor Ort, um sich im Verlauf des Trainingstages kontinuierlich zu steigern.
Abgerundet wird der intensive Trainingsmonat am 27. August 2026 mit einem weiteren Webinar zum Thema Ernährung, bei dem der Fokus auf Hydration und Elektrolyten liegt.
Wie schon bei den letzten Ausgaben veröffentlichen wir an dieser Stelle den einen oder anderen Artikel aus dem vierteljährlich erscheinenden Magazin von ASS. Hier kommt: Was macht eigentlich Marcel Fässler?
Am 27. Mai wurde Marcel Fässler 50 Jahre alt. Dem Rennsport ist der gebürtige Schwyzer bis heute verbunden geblieben. Nach seinem Rücktritt 2021 hat Fässler neben seiner Tätigkeit als Fahrinstruktor beim TCS die Rolle als Head of Racing bei der Sportec AG in Höri (ZH) übernommen. Als solcher nahm der dreimalige Le-Mans-Sieger verschiedene Aufgaben wahr – so u.a. die Leitung der Motorsportabteilung im Porsche Sports Cup Suisse, die Nachwuchsförderung und das Fahrercoaching. «Den administrativen Teil habe ich Ende 2025 abgegeben», stellt Fässler klar. «Ums Coaching im PSCS und um die Sportec Academy kümmre ich mich nach wie vor.»
Dass der Jubilar vor mehr als vier Jahrzehnten im Motorsport Fuss fasste, ist «genetisch» bedingt. Vater Fridolin, einst zweifacher IKSM-Meister, entfachte bei Marcel noch bevor er zehn Jahre alt ist die Begeisterung für den Rennsport. Nach Jahren im Kartsport (1985-1993) sicherte sich Fässler an der Ecole Winfield als einziger Nicht-Franzose mit hervorragenden Leistungen ein Cockpit für die Formel Campus. In dieser wurde er 1995 Dritter. Mit 19 – kurz vor der Abschlussprüfung als Innendekorateur – stand der Einsiedler schon mit einem Fuss im professionellen Motorsport. Auch in der Formel Renault vermochte er zu überzeugen und erhielt so einen Zweijahresvertrag für die französische Formel 3. Auch dort wusste er zu glänzen und landete schliesslich in der deutschen Formel 3, wo er 1999 mit vier Siegen für das Bemani-Team sensationell Gesamtzweiter wurde. Fässlers Erfolge blieben auch dem damaligen Mercedes-Sportchef Norbert Haug nicht verborgen. Für 2000 holte er Fässler in die DTM. Seinen ersten Sieg feierte er dort 2001 in Oschersleben. 2003 wurde er Gesamtdritter.
2004 wechselte Fässler zu Opel. Dort geriet die Karriere ins Stocken – «und meine Karriere wäre beinahe zu Ende gewesen». Mit einem ersten Start in Le Mans (2006) und einem Sieg bei den 24h von Spa 2007 mit Corvette kämpfte er sich zurück. Der Rest ist Geschichte: mit Audi siegte Fässler bei den 24 Stunden an der Sarthe drei Mal: 2011, 2012 und 2014, obendrauf gewann er die Langstrecken-WM 2012, die 12h von Sebring 2013 und die 24h von Daytona in der GT-Klasse – wieder mit Corvette.
Fässler lebt seit Jahren in Gross am Sihlsee – zusammen mit seiner Gattin Isabel und seinen vier Töchtern, die langsam flügge werden. Bodenständigkeit zeichnet ihn aus – «vermutlich, weil mir meine Eltern eine gute Erziehung mit auf den Weg gaben». Sein grösster Erfolg ist für ihn neben Le Mans die Tatsache, dass er mehr als 20 Jahre im Profirennsport dabei sein durfte. Wenn’s der Zeitplan zulässt, schwingt er sich aufs Rennrad, fährt Motorrad oder geht Langlaufen, «wenn der Rücken nicht zwickt». Oder er kümmert sich um sein selbst gebrautes Bier, dessen Name Programm ist: Flat out, Vollgas.
Der Schweizer Nachwuchs muss sich international längst nicht mehr verstecken. Am vergangenen Wochenende waren gleich mehrere Kartfahrer erfolgreich im Einsatz.
Zoltan Coigny zählt zu den Nachwuchsrennfahrern, die international schon des Öfteren für positive Schlagzeilen gesorgt haben. Am vergangenen Wochenende hat der junge Waadtländer beim «Nightrace» der IAME Italy in Lonato (ITA) einen weiteren Triumph eingefahren. Im Finale behielt der Spirit-Pilot die Oberhand gegen Landsmann Orlando Rovelli in der Kat. S125-Junior. Dank Elia Nützi (6.) und Lorenzo Zucchetto (10.) schafften es insgesamt vier Schweizer in die Top 10. «Im Qualifying waren wir auf eine Runde nicht ganz so schnell wie erhofft», meinte Coigny. «Aber unser Rennspeed war ausgezeichnet. Ein grosses Dankeschön an das Team für den unermüdlichen Einsatz.» In der Meisterschaft liegt Coigny auf Rang 2. Bei noch einem ausstehenden Rennen (13. September in Viterbo) hat er noch alle Chancen auf den Titel! Apropos: Top-10-Ergebnisse gab es auch für Lorik Shahinaj (6.) bei den Minis (unter 10) und Kimi Prost (9.) bei den Minis (über 10).
Für Ausrufezeichen auf internationalem Niveau sorgt auch regelmässig Dan Allemann. Beim vierten Europameisterschafts-Lauf in Kristianstad (SWE) hatte der 14-jährige Spirit-Fahrer die Pole-Position erobert. Leider ist ihm danach in den Vorläufen der Motor kaputt gegangen, was seine Chancen auf ein Top-Ergebnis zunichte machte. Im Finale kämpfte er sich dennoch auf Platz 16 nach vorne.
Den dritten und letzten Lauf absolvierte in Kristianstad (SWE) auch Alexis Genolet im Rahmen der FIA Academy Trophy Senior. Der junge Genfer war fest entschlossen, nach dem durchzogenen Wochenende in Mülsen (GER) nochmals anzugreifen und eventuell doch noch den Titel zu holen. Wie schon beim Auftakt in Valencia (ESP) fuhr der Fahrer aus dem Team LKM Racing ein grandioses Finale. Seinen Gegner im Kampf um den Titel, der Brite Albert Lapper, hatte er bis zur Zielflagge im Griff. Leider – aus Sicht von Genolet – reichte es Letzterem dennoch zum Gewinn des Senior-Titels, da dessen Punktevorsprung in der Meisterschaft gross genug war. Und es kam noch «schlimmer» für Genolet. Bei der technischen Abnahme nach dem Rennen wurde er wegen Untergewichts vom Finale disqualifiziert. Kleiner Trost: Weil die direkte Konkurrenz zu wenig oder gar keine Punkte machte, konnte Genolet seinen zweiten Schlussrang in der Gesamtwertung verteidigen. Gratulation!
Das letzte Juli-Wochenende war aus Schweizer Sicht etwas «mau». Ganz anders präsentierten sich die international tätigen Schweizer Rennfahrer am ersten August-Wochenende, was möglicherweise am Nationalfeiertag gelegen hatte…
Noch fehlen 2,5 Punkte. Doch Ricardo Feller ist auf dem besten Weg in der Sprintwertung der GT World Challenge die Gesamtführung zu übernehmen. Beim dritten von fünf Rennwochenenden in Magny-Course (FRA) sicherte sich der gebürtige Aargauer seinen zweiten Saisonsieg. Für den 26-jährigen Porsche-Piloten war es insgesamt der dritte Podestplatz in dieser Meisterschaft. Zusammen mit seinem dänischen Teamkollegen Bastian Buus liegt er nun auf Platz 2. Ausschlaggebend für den dritten Saisonsieg war ein perfekt getimter und ausgeführter Boxenstopp von Fellers Team Lionspeed GP. Den Schweizer Erfolg rundete Patric Niederhauser am Sonntag mit Rang 3 ab. Für den Berner war es nach einem bisher schwierigen Saisonverlauf das beste Ergebnis im Sprint Cup.
Auch am Nürburgring (GER) stand ein Schweizer in einem Porsche 911 GT3 auf dem Podest. Zwar verpasste Alex Fontana das Gesamtpodium als Vierter beim zur NLS zählenden Ruhr-Pokal knapp, in der ProAm-Wertung reichte es aber locker zu Platz 2. Auch Christoph Lenz durfte auf einem Audi R8 LMS GT3 einen Klassensieg feiern. Genauso wie Manuel Metzger auf einem Porsche 911 GT3 Cup und Ranko Mijatovic auf einem BMW M2 von Hofor Racing.
Lange hat er warten müssen. Im siebten Anlauf hat es endlich geklappt. Louis Delétraz hat sich als Cadillac-Werksfahrer seinen ersten Podestplatz in der hart umkämpften IMSA geholt. Der Genfer wurde beim 6h-Rennen in Elkhart Lake mit seinem US-amerikanischen Teamkollegen Jordan Taylor Dritter. Dank dem Sieg des Schwesterautos mit Filipe Albuquerque und Ricky Taylor war das Rennen in Wisconsin das erfolgreichste für Cadillac in den vergangenen zwei Jahren. Delétraz liegt bei noch zwei ausstehenden Rennen auf Rang 9 im Gesamtklassement. «Vielen Dank an Cadillac, vielen Dank an Wayne Taylor Racing», meinte Delétraz nach dem Rennen. «Natürlich ist es ein bisschen enttäuschend. Wir hatten ein so gutes und starkes Rennen. Ich entschuldige mich für meinen Fehler während der Gelbphase. Ich war der Erste, der an der Unfallstelle ankam, und habe einfach ein Ausweichmanöver gemacht, um nicht mit dem Safety Car zusammenzustossen, das mitten auf der Strecke stand. Ich nehme an, dass ich dafür die Strafe bekam.»
Auch in der GTD-Klasse gab es aus Schweizer Sicht Grund zum Jubeln. Der amtierende Meister Philip Ellis sicherte sich seinen dritten Sieg in dieser Saison. Weil das im Gesamtklassement führende Duo nur auf Platz 11 landete, hat der Zuger seine Aussichten auf eine erfolgreiche Titelverteidigung massiv gesteigert.
In der FIA Formel 4 CEZ gingen sämtliche Siege beim Rennen in Most (CZE) an das Schweizer Team Jenzer Motorsport. Im ersten Vorlauf siegte der Tscheche Max Karhan. Die restlichen Siege sowie auch der Triumph im Finale gingen an den Deutschen Elia Weiss. Bester Pilot aus dem Team Maffi Racing war der Däne David Walther als Dritter. Bester Schweizer Fahrer war Georgiy Zasov (ebenfalls Jenzer). Der letztjährige Schweizer Kart-Meister in der Kat. OK Senior wurde im Finale Zehnter.
Am Mittwoch, 22. Juli, ist mit Heinrich «Heiri» Keller ein ehemaliger Rennfahrer und Mäzen im Alter von 95 Jahren gestorben, dessen grosse Leidenschaft der Automobilrennsport war. Der erfolgreiche Gümliger Unternehmer in der Baubranche unterstützte einerseits talentierte lokale Fahrer wie Peter Arm, Ruedi Frei oder Benjamin Studer, er ermöglichte aber auch einem wie Ruedi Eggenberger den Aufbau einer eigenen Firma. Auch zahlreiche andere Fahrer kamen in den Genuss von Kellers Unterstützung. So unter anderem auch Herbert Müller. Keller war «Stumpen-Herbie» u.a. bei der Anschaffung seines De Tomaso Pantera behilflich.
Keller, der ursprünglich aus der Ostschweiz stammte, fuhr in den Siebzigerjahren auch selber Rennen. Er hatte eine Vorliebe für hubraumstarke Autos. So steuerte Keller nach einem Gruppe-1-Camaro auch den ex-Müller-Pantera sowie später mehrmals einen Ferrari 512M aus Müllers Rennstall in der Schweizer Meisterschaft und im Ausland. Seinen grössten Triumph feierte er 1975 mit dem Gewinn des 4-Stunden-Rennens in Jarama (ESP) an der Seite von Paul Keller (nicht verwandt) auf einem BMW 3.0 CSL.
Sein nächstes Umfeld hat Keller als eine Kämpfernatur beschrieben. Besonders geprägt haben ihn sein Einsatzwille, sein unternehmerisches Denken, seine Sportlichkeit und seine gesellige Art. Auto Sport Schweiz spricht der Familie von «Heiri» Keller sein aufrichtiges Beileid aus. Gemäss einer persönlichen Verfügung findet keine Trauerfeier oder Abdankung statt.
In Anzère war nicht nur Halbzeit in der Schweizer Berg-Meisterschaft, auch der Schweizer Berg-Pokal hat vier von acht Rennen absolviert. Es führen ohne Verlustpunkte Ludovic Monnier und Stephan Burri.
Der Schweizer Berg-Pokal für hubraumschwächere Fahrzeuge gestaltet sich auch dieses Jahr sehr ausgeglichen. Beim Bergrennen in Anzère war Halbzeit. Vier der acht Rennen sind Geschichte – zwei Fahrer haben noch eine weisse Weste: Ludovic Monnier (VW Golf) und Stephan Burri (VW Scirocco). Monnier ist im Berg-Pokal zum ersten Mal in der Rolle des Tabellenführers. Burri kennt das Gefühl bereits. 2023 gewann der Berner, der vor rund sieben Jahren aufgrund seines Berufes als Garagist in den Thurgau ausgewandert ist, den Pokal für Tourenwagen bis 2 Liter. Beide Fahrer haben 80 Punkte auf dem Konto.
Monnier (im Turbo-Golf von Vorjahres-Bergpokal-Sieger Danny Krieg) hat seine Gegner in der E1 bis 2000 cm3 erwartungsgemäss gut im Griff. In Hemberg bezwang er Kurt Tschirky (Opel Kadett) deutlich mit mehr als sechs Sekunden Vorsprung. Auch in La Roche lag der gebürtige Waadtländer 5,6 sec vor dem Opel des schnellen Sébastien Coquoz. In Reitnau hiess der erste Verfolger von Monnier Ruedi Fuhrer im Honda CRX (+6,2 sec). In Anzère war es wieder Coquoz, der am meisten Druck machte, bis auf 4,3 sec an Monnier herankam, aber ohne Turbo Monnier nur bezwingen kann, wenn dieser einen Fehler macht oder ein technisches Problem hat. Dieses hatte Monnier bisher nur einmal. Zum Glück für ihn bei einem Bergrennen in Frankreich, das nicht zur Meisterschaft zählt. «Dort ist mir die Befestigung am Fahrgestell gebrochen», so Ludovic.
Burri muss in der Interswiss bis 2 Liter auf mehr Gegner gleichzeitig aufpassen. Allen voran aber auf Arnaud Donzé im VW Golf. Der Jurassier ist Burri in der Regel immer dicht auf den Fersen. In Hemberg betrug der Vorsprung Burris 1,6, in La Roche waren es 1,4 und in Reitnau gar nur 0,9 Sekunden. Einzig in Anzère hatte Burri mit 6,1 Sekunden Vorsprung Luft nach hinten.
Monnier hat aber noch einen anderen Vorteil auf seiner Seite. Liegen die beiden VW-Piloten auch nach acht Rennen noch ohne Verlustpunkte an der Spitze, entscheiden die Positionen im SCRATCH über die Vergabe des Titels. Und dort hat Monnier die Nase leicht vorne.
Vergleich Monnier vs. Burri im SCRATCH:
Hemberg: Monnier 12., Burri 21.
La Roche: Monnier 16., Burri 23.
Reitnau: Monnier 9., Burri 14.
Anzère: Monnier 15., Burri 19.
Rang 3 im Zwischenklassement belegt bei Halbzeit Hans-Peter Eller auf seinem giftgrünen Opel Kadett C aus der E1 bis 1,6 Liter. Vierter ist Andreas Helm im VW Polo. «Helmi» ist in der IS bis 1,4 Liter bisher auch ungeschlagen. Er erhielt zuletzt in Anzère aber nur halbe Punkte, weil in seiner Gruppe zu wenig Gegner gestartet sind. Platz 5 geht im Moment an Werner Rohr mit seinem Toyota Corolla (IS bis 1,6 Liter). Rohr hat in La Roche (hinter Martin Howald und Christophe Oulevay) Federn gelassen. Auch in Reitnau war Howald schneller, Auf Platz 6 folgen ex-aequo Arnaud Donzé und Thomas Zürcher im Renault Clio. Letzterer war bis Anzère ebenfalls noch einer der Führenden. Der Unfall im Wallis hat ihn die bisherige Top-Position gekostet. Die restlichen Fahrer der Top 10: 8. Stefan Schöpfer (Audi 50), 9. Beat Rohr (Renault Clio), 10. Beat Oertig (Peugeot 106).
Die bisherigen Meister des Schweizer Berg-Pokals
2014 Martin Bürki, VW Polo
2015 Martin Bürki, VW Polo
2016 Danny Krieg, Audi A4
2017 Giuliano Piccinato, Honda Integra Type R
2018 Martin Bürki, VW Polo
2019 Philip Krebs, Renault Clio
2020 (wegen Corona keine Meisterschaft)
2021 (wegen Corona keine Meisterschaft)
2022 Martin Bürki, VW Polo
2023 Stephan Burri, VW Scirocco
2024 Jean-François Chariatte, Fiat X1/9
2025 Danny Krieg, VW Golf Rally
In der Schweizer Junioren-Meisterschaft steht noch ein Rennen aus: am 30. August in Oberhallau. Noch ist die Entscheidung, wer den Titel gewinnt, offen. Aber es gibt nur noch einen Fahrer, der Alessandro Grispino am Titelgewinn hindern kann.
Alessandro Grispino kann sich beim Finale der Schweizer Junioren-Meisterschaft in Oberhallau (29./30. August) eigentlich nur selber schlagen. Grispino, der 2025 überraschend, aber sehr souverän Schweizer Slalom-Meister wurde, hat alle Trümpfe in der Hand. Als Einziger hat er nach sieben von acht Rennen, die zur Junior-Meisterschaft zählen, das Punktemaximum auf dem Konto. Punktet er auch beim Bergrennen in Oberhallau, ist ihm der Titel sicher. Nur ein Nuller von Grispino im letzten Rennen könnte die Sache nochmals spannend machen.
In einem solchen Fall wären es aber nicht die direkten Verfolger Steven Chiquita, der im Moment zehn Punkte hinter Grispino liegt, oder Hugo Mascaro (beide auf BMW), der 20 Punkte Rückstand auf den Renault-Clio-Fahrer hat, die Grispino noch am Titel hindern könnten. Es ist einzig und allein Formel-3-Pilot Ursanne Salomon, der Grispino noch abfangen könnte. Salomon, im Moment Gesamtvierter, käme bei einem Sieg in seiner Gruppe und einem gleichzeitigen Nuller von Grispino ebenfalls auf 150 Punkte. Da es in jeder Disziplin (Slalom und Bergrennen) je ein Streichergebnis für die Junioren gibt, hätten die beiden in diesem Moment dieselben Streichresultate. In einem solchen Fall würden dann (als nächstes Argument) die geschlagenen Gegner im SCRATCH zählen. Und dort läge Salomon gegenüber Grispino vorne.
Dass dieser Fall in Oberhallau eintritt, ist bei der Konstanz Grispinos sehr unwahrscheinlich. Der 25-Jährige aus Steinen im Kanton Schwyz hat schon im vergangenen Jahr (und auch in dieser Saison) in der Schweizer Slalom-Meisterschaft bewiesen, dass ihn so schnell nichts aus der Ruhe bringt. Ausserdem hat ihn sein Renault Clio R3 bisher nur ganz, ganz selten im Stich gelassen. Und wenn, dann hat der gelernte Mechatroniker das Problem souverän lösen können.
Für Salomon geht es also wahrscheinlich «nur» noch um Platz 2. Den kann er sich mit einem Sieg bei den Formel-Autos und dem Erreichen von 150 Punkten aber aus eigener Kraft holen. Denn Chiquita kommt im besten Fall (nach Abzug der beiden Streichresultate) auf 145, Mascaro auf 135 Punkte. Einer der beiden BMW-Piloten – und das ist das Spannende in Oberhallau, weil die beiden direkt gegeneinander fahren – könnte also noch vom Gesamtpodium purzeln.
Zur Schweizer Junior-Meisterschaft: Seit zwei Jahren trägt Auto Sport Schweiz im Rahmen der Schweizer Slalom- respektive Berg-Meisterschaft ein Junioren-Championat aus. Das Besondere daran: Die Fahrer und Fahrerinnen können mit ihren eigenen Autos (Tourenwagen bis 2,5 Liter/Rennwagen bis 2 Liter) teilnehmen. Gewertet werden vier Slaloms und vier Bergrennen. Teilnehmen können alle Fahrer und Fahrerinnen, die im Besitz einer NAT- oder INT-Lizenz von ASS sind. Die Teilnehmenden dürfen nicht älter als 25 Jahre sein (Jahr, in dem sie das 25. Altersjahr erreichen). Es gibt eine Wertung – mit zwei Streichresultaten: eines bei einem Slalom, eines bei einem Bergrennen. Meister oder Meisterin wird, wer disziplinenübergreifend die meisten Zähler holt. 2024 sicherte sich Jannis Jeremias (VW Polo) den Titel, 2025 gewann Lionel Ryter (Formel Renault) die Meisterschaft. Beide erhielten im Folgejahr ihre Rennlizenz gratis.
Die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft hat zwei Drittel der Saison hinter sich. Am 23. August (in Cremona) und am 10. Oktober (in Wohlen) finden die beiden letzten Läufe statt. Danach ist auch diese Saison bereits wieder Geschichte – und die grosse Meisterfeier steht an. Diese geht am 14. November 2026 über die Bühne. Schauplatz ist die grandiose autobau Erlebniswelt in Romanshorn, der Sitz des Hauptsponsors und Namensgeber der SKM.
Einladungen und genaue Informationen zur Preisverleihung werden nach dem Finale in Wohlen versendet. Bis es soweit ist, gilt der Fokus den letzten beiden Rennen. Wer sich für den fünften Lauf in Cremona noch nicht angemeldet hat, kann dies unter www.go4race.ch bis Sonntag, 16. August (24.00 Uhr) machen.
Auf internationaler Bühne fielen die Erfolge der Schweizer Rennfahrer und Rennfahrerinnen am vergangenen Wochenende etwas spärlicher aus als sonst.
Die Formel-E-WM 2025/2026 steuert auf ihr grosses Finale in London (GBR) am 15./16. August hin. Einer, der immer noch intakte Titelchancen hat, ist der Genfer Edoardo Mortara. Wenngleich sich seine Ausgangslage am vergangenen Wochenende beim Doubleheader in Tokio (JAP) verschlechtert hat. Nach Platz 5 im ersten Rennen, startete Mortara am Sonntag auf nasser Fahrbahn zum vierten Mal in dieser Saison von der Pole-Position (Rekord!). Trotz Führungsrunden schaffte es der Mahindra-Pilot nicht, die gute Ausgangslage in wertvolle Punkte umzusetzen. Zuerst wurde er wegen eines nicht optimalen Reifendrucks durchgereicht, am Ende blieb er gar in einer Massenkollision stecken und holte gar keine Zähler. «Ich bin mit dem Regen-Set-Up gestartet, und das war nicht die richtige Entscheidung», meinte Mortara. «Dass man an einem solchen Tag, der mit der Pole-Position beginnt, leer ausgeht, ist enttäuschend.» In der Meisterschaft liegt «Edo» 30 Punkte hinter Leader Jake Dennis auf Rang 5. Für Nico Müller endeten die Rennen in Japan auf den Rängen 18 und 7. Sébastien Buemi wurde 14. respektive 15. Die Siege in Tokio gingen an Dan Ticktum (GBR) und Mortaras Teamkollege Nyck de Vries (NED).
Auch in der DTM in Oschersleben (GER) backten die Schweizer Vertreter am Wochenende eher kleine Brötchen. Ricardo Feller (Porsche) belegte die Plätze 10 und 8 und büsste in der Meisterschaft die eine oder andere Position ein (neu 14.). Und auch die beiden Emil-Frey-Piloten Thierry Vermeulen (9./15.) sowie Mateo Cairoli (11./10.) kamen nie so richtig auf Touren. Die Gewinner von Oschersleben hiessen Thomas Preining (AUT) und Mirko Bortolotti (ITA).
Punkte gab es für die Schweizer Formel-4-Piloten in Italien. Beim vierten Lauf zur italienischen Meisterschaft in Mugello fuhr Florentin Hattemer (Trident) im ersten Rennlauf auf Platz 6. Im zweiten Vorlauf wurde er Zehnter, im Finale 19. Levi Arn (Jenzer Motorsport) belegte die Plätze 22, 9 und 14. Andreas Lo Bue (Maffi Racing) verpasste nach den Rängen 23 und 25 das Finale. Bester Jenzer-Pilot war Bader Al-Sulaiti. Der junge Katari wurde im dritten Vorlauf Zweiter, im Finale Siebter. Der Deutsche Elia Weiss (ebenfalls bei Jenzer unter Vertrag) stand zwei Mal auf Pole-Position, konnte diese gute Ausgangslage aber nicht nützen und schied in beiden Rennen aus.
Auch Red-Bull-Juniorin Chiara Bättig stand am Wochenende in der britischen Formel 4 im Einsatz. Beim sechsten Aufeinandertreffen in Thruxton (GBR) erzielte sie die Ränge 13, 8 und 9.
Insgesamt feierte Roland Salomon 15 Meistertitel mit schnellen Fahrzeugen. Elf davon allerdings in jungen Jahren als begeisterter Lenker von Speed Model Cars. Drei Mal schaffte es Salomon in seiner Klasse zum Europameister, zwei Mal zum Weltmeister. Erst 1963 sattelte der Berner Unternehmer dann auf vier grosse Räder um, angefangen mit einem bei den Rennwagen eingeteilten, weil abartig gestrippten Citroën 2CV. Danach folgten ein «frisierter» (wie man damals sagte) Ford Anglia und bald schon der erste Rennwagen. Schon in der Formel 3 (mit 1000 cm3) war Salomon für manchen Profi ein harter Brocken. Mit Clay Regazzoni und Jürg Dubler gewann er 1968 den in Hockenheim ausgetragenen Nationen-Europacup für die Schweiz.
Seine grössten Erfolge erzielte Salomon zum Ende der 1960er- und Beginn der 1970er-Jahre in der Schweizer Meisterschaft. 1969 sicherte er sich mit dem Tecno F3 den ersten SM-Titel bei den Rennwagen. 1970 gewann Salomon mit dem Tecno F2 1600 die Coupe der Schweizer Berge, den Vorläufer der heutigen Bergmeisterschaft. Der Wechsel in die Formel-2-Klasse zahlte sich allerdings erst 1973 mit dem zweiten SM-Titel aus, nun am Steuer eines neuen March-BMW 732 und mit bereits graumelierten Haaren. Im Jahr darauf feierte er in der damals aus Rundstrecken- und Bergrennen bestehenden Meisterschaft mit demselben Auto die erfolgreiche Titelverteidigung, auch gelangen ihm einige Achtungsergebnisse in der umkämpften Formel-2-EM, worauf sich Salomon eine einjährige Auszeit vom Rennsport nahm.
1976 kehrte der langjährige Präsident des legendären SAR (Schweizer Autorennsportclub) unter dem Pseudonym «Ruby» mit einem Modus Formula Atlantic auf die Rennstrecken zurück. Mit der Konstruktion des Schweizers Jo Marquard fuhr Salomon wundersame Zeiten, sodass die Identität von «Ruby» rasch bekannt war. Das legendäre Motorsportmagazin «powerslide» fand damals, dass er wohl noch nie so gut gefahren sei wie in jenem Jahr als bereits 41-Jähriger. Obwohl Salomon nach dem vierten SM-Titel eigentlich wieder zurücktrat, liess er sich 1978 zur Teilnahme am neuen Schweizer Renault-5-Pokal überreden – ein Intermezzo, das ein unrühmliches Ende seiner ansonsten erfolgreichen Karriere nahm und ihm die Erkenntnis brachte, dass ihm solche Strassenautos wirklich nicht als Rennfahrzeug taugten.
Sportlich verschob Salomon seine Interessen auf den Cresta Run von St. Moritz, wo er sich bis zum Erreichen des 80. Lebensjahres waghalsig im Skeleton den Eiskanal hinabstürzte. Viel Spass machte ihm hier vor allem die Geselligkeit am Rande der Piste, sprich im Dracula Club. Gesellig, nur nicht mehr so oft und ruhiger, mochte es der flotte Senior auch danach. Und so feierte der Genussmensch im Februar 2025 an seinem 90. Geburtstag im Kreise seiner Familie und vieler Freunde in einem Berner Gastrokeller die erfolgreiche Zielankunft im letzten Jahrzehnt seines abwechslungsreichen und oftmals abenteuerlichen Lebens. Am vergangenen Samstag stürzte er zu Hause im Heim in Frauenkappelen im Badezimmer und zog sich dabei schwere Verletzungen zu, denen er wenig später erlag. Roland Salomon hinterlässt Gattin Denise, die er schon sehr lange kannte und 2017 ehelichte, Stieftochter Alannah und seine Tochter Eliane aus der ersten Ehe.
Text: Peter Wyss
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