Nach jahrelangen Diskussionen ist es endlich soweit: Gemäss Bundesrat sind Rundstreckenrennen in der Schweiz ab dem 1. Juli 2026 unter bestimmten Auflagen wieder zugelassen.
2022 hat der Ständerat nach jahrelangem Hin und Her die Vorlage zur Überarbeitung des Strassenverkehrsgesetztes mit 27:15 Stimmen gutgeheissen. Nun, fast vier Jahre später, wurden auch die Detailregelungen in der Verkehrsregelverordnung angepasst. Das bedeutet: Gemäss Bundesrat sind Rundstreckenrennen in der Schweiz ab dem 1. Juli 2026 unter bestimmten Auflagen wieder zugelassen. Die entsprechende Bewilligungen liegen bei den Kantonen, welche insbesondere die Sicherheitsstandards sowie die Anforderungen des Umweltschutzes zu berücksichtigen haben.
Den ersten Versuch, das Rundstreckenverbot in der Schweiz aufzuheben, nahm im Jahr 2003 Alt-Nationalrat Ulrich Giezendanner. Seine parlamentarische Initiative scheiterte aber am Veto des Ständerats. Das Thema beschäftigte aber weiter. 2010 war es dann Alt-Nationalrat Walter Wobmann, der einen zweiten Anlauf. In der parlamentarischen Initiative «Aufhebung des Verbots von Rundstreckenrennen in der Schweiz» verlangte er, das Strassenverkehrsgesetz so anzupassen, dass das Verbot öffentlicher Rundstreckenrennen mit Motorfahrzeugen wieder erlaubt sei.
In seiner Begründung hielt Wobmann damals fest, dass sich sowohl die Sicherheitsmassnahmen im Allgemeinen wie auch die Technologie der Fahrzeuge massiv verbessert habe. Ausserdem fügte er an, dass das Verbot zur Folge habe, dass Schweizer Motorsportler für Trainings- und Rennzwecke jährlich Tausende Kilometer zurücklegen müssen, weil die Schweiz keine eigene Rundstrecke besitzt. Aber auch Kurse zur Förderung der Fahrzeugbeherrschung oder Testfahrten mit speziellen Auto- bzw. Motorradmodellen, welche sich nur auf einer vollwertigen Rennstrecke durchführen lassen, müssen im umliegenden Ausland durchgeführt werden. Dies sei, so Wobmann damals, neben der Diskriminierung einer Sportart und ihrer Zehntausenden von einheimischen Fans sowohl ökologisch wie auch volkwirtschaftlich ein Unsinn.
Zum geschichtlichen Hintergrund: Das Verbot für Rundstreckenrennen in der Schweiz ist nach dem schweren Le-Mans-Unfall 1955, bei dem 84 Menschen starben, in Kraft getreten. Für die Rennen der Formel E in Zürich 2018 und Bern 2019 wurden Sondergenehmigungen gesprochen. Auch andere Staaten hatten schon ähnliche Verbote in ihrer Verfassung. In Norwegen beispielsweise galt nach einem Unfall bei einer Rallye ein Verbot für selbige von 1972 bis 1984. Auch Israel kannte ein Verbot von Rundstreckenrennen. Allerdings erst in den 1990er-Jahren. Dieses ist 2011 gefallen. Und auch der Freistaat Preussen hatte 1929 nach schweren Unfällen ein Verbot eingeführt. Dieses wurde aber schon im Jahr darauf wieder gelockert.
Die Geschäftsstelle von Auto Sport Schweiz wird in den kommenden Tagen wie folgt zu erreichen sein:
Mittwoch, 13.05.2026, bis 15.00 Uhr
Donnerstag, 14.05.2026, geschlossen
Freitag, 15.05.2026, geschlossen
Ab Montag, 18.05.2026 stehen wir Ihnen zu den üblichen Büroöffnungszeiten jederzeit gerne wieder zur Verfügung.
Auto Sport Schweiz
Im November 2025 publizierten wir an dieser Stelle die News, dass unser Technik-Kommissar Heinz Waeny für seine langjährigen Verdienste für den Schweizer Motorsport mit dem ASS-Award ausgezeichnet wurde. Knapp fünf Monate später müssen wir tief betroffen mitteilen, dass Heinz am 19. April im Alter von 89 Jahren von uns gegangen ist.
Waeny ist schon in jungen Jahren mit dem Motorsport in Kontakt gekommen. Als Teenager erlebte er in den Fünfzigerjahren den Formel-1-Grand-Prix von Bern hautnah. Einer der Fahrer, der Brite Raymond Mays, hatte sich zum GP Bremgarten mit seinem ERA jeweils in der elterlichen Garage Waenys in Wabern eingemietet. «So war ich immer mittendrin», erzählte Waeny einst. «Aber noch besser: Ich musste eine Woche lang nicht zur Schule…»
In den 1960er- und 1970er-Jahren nahm Waeny selber an Rennen teil. «Wir haben einen Club gegründet, den ‹Wild Horse Club›, und haben als solcher an Rallyes, Bergrennen und Slaloms teilgenommen.» 1974 hängte er den Helm an den Nagel, wechselte die Seite und wurde Technischer Kommissar. «Die Technik hat mich immer mehr interessiert», meinte der gebürtige Berner noch im November bei der Übergabe des ASS-Awards. Beruflich hat die Aufgabe als TK auch perfekt zu Waeny gepasst. Er war gelernter Maschinen-Mechaniker und liess sich danach zum Automechaniker weiterbilden. Später hat er das Technikum in Biel als Ingenieur HTL absolviert. Englische Fabrikate haben Waeny immer besonders interessiert. Eine Zeit lang hat er deswegen auch bei MG in Grossbritannien gearbeitet.
50 Jahre lang stand Waeny als TK im Schweizer Motorsport im Einsatz – immer mit viel Leidenschaft, Präzision und einer grossen Portion Weitsicht. 2024 hatte er seinen letzten Einsatz vor Ort erledigt. Aus gesundheitlichen Gründen musste er schon im vergangenen Jahr kürzer treten und wurde deshalb auch als TK offiziell verabschiedet. Dem Komitee Historique blieb Waeny bis ganz zum Schluss erhalten.
Seine auch im hohen Alter noch regelmässigen Besuche auf der Geschäftsstelle von Auto Sport Schweiz in Liebefeld werden uns fehlen. Mit Waeny haben wir nicht nur einen engagierten Racer mit immens viel Erfahrung verloren. Waeny war eine Art Grossvaterfigur – gelassen, geduldig, verlässlich und weise.
Auto Sport Schweiz spricht der Familie von Waeny sein tief empfundenes Beileid aus. Die Abdankung findet im engsten Familienkreis statt. Auf Wunsch von Heinz wird auf eine offizielle Trauerfeier verzichtet. Die Familie bittet zudem darum, von Kondolenzschreiben und Beileidsbekundungen abzusehen.
Mit Sicherheit mehr Sicherheit!
Im Bereich Sicherheit und Rettung darf nichts dem Zufall überlassen werden – deshalb sind bei einem Rennen nicht nur Piloten, sondern auch Funktionäre am Start. Dank ihrer fundierten Ausbildung sind sie besonders in brenzligen Situationen unsere Retter in der Not.
Wir suchen dich!
Willst du als Funktionärin oder Funktionär mit dabei sein und rund 3’000 Piloten aktiv unterstützen?
Lerne, wie man Feuer löscht, Verunfallte birgt, erste Hilfe leistet, Flaggensignale gibt und vieles mehr. Der Kurs ist kostenlos und für alle (ab 16 Jahren) offen!
Datum: Samstag, 20. März 2027
Ort: Sicherheitszentrum Büren an der Aare, 3294 Büren a.A.
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