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01.07.2022 Mike Coppens: «Ich muss bessere Notizen machen!»
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Rallye-Meister Mike Coppens muss über die Bücher © Eichenberger

Der amtierende Schweizer Rallye-Meister Mike Coppens tut sich schwer. Seine Aktien auf eine erfolgreiche Titelverteidigung stehen bei Halbzeit der Rallye-SM nicht zum Besten.

Mike Coppens zählt in der Schweiz zu den aktuell schnellsten Rallyefahrern. 2021 gewann der 43-Jährige aus Verbier (VS) nicht nur zum ersten Mal «seine» Rallye du Valais, er sicherte sich auch den Meistertitel. 2022 sieht es bei Halbzeit der Rallye-SM nicht so rosig aus. Coppens liegt nach drei Läufen «nur» auf dem dritten Zwischenrang – 26 Punkte hinter dem Führenden Jonathan Hirschi. Dessen Leistung hat Coppens zuletzt im Anschluss an die Rally di Alba hervorgehoben. «Er ist nicht erst seit seinem Sieg bei der Alba der Schnellste von uns», sagt Coppens. «Ich glaube, er war es schon von Anfang der Saison. Die Kombination zwischen ihm und seinem VW Polo funktioniert sehr gut. Im Moment ist es schwierig, ihm Paroli zu bieten.»

Coppens hat die Meisterschaft noch nicht abgeschrieben. Aber er ist schon lange genug im Geschäft (seit 2011), dass er weiss, wie schwierig es ist, einen Fahrer wie Hirschi, der a) nicht nur einen Lauf hat, sondern b) von sich selber sagt, er habe sein Limit noch gar nicht erreicht, einzuholen. Fakt ist: Hirschi hätte ohne seinen Reifenschaden beim Critérium in der letzten Prüfung und ohne die beiden Zehn-Sekunden-Strafen bei der Rallye du Chablais wohl alle bisherigen Rallyes 2022 gewonnen.

Erschwerend kommt dazu, dass Coppens mit seinem Last-Minute-Wechsel von Skoda auf Citroën nicht wirklich glücklich ist. «Auf schnellen Teilstücken bin ich mit dem Citroën schneller», sagt Coppens. «In technischen Passagen mache ich aber mehr Fehler als mit dem Skoda. Der verzeiht viel mehr als der Citroën.»

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Pech mit dem Wetter: Mike Coppens bei der Rallye du Chablais © Eichenberger

Und Coppens spart auch nicht mit Selbstkritik. «Ich muss die Art, wie ich meine Notizen mache, verbessern», sagt der Walliser. «Mein Co-Pilot Renaud Jamoul hat mir das mehr als nur ans Herzen gelegt.» Der Aufschrieb sei prinzipiell nicht schlecht, aber um die Sekunden wettzumachen, die es eben braucht, um ganz vorne mitzufahren, muss Coppens daran arbeiten.

Was Coppens im Detail anders machen soll, behält er für sich. «Ich kann nur so viel sagen: Renaud ist ein sehr erfahrener Beifahrer. Er weiss, wovon er spricht. Und er kennt sich auch beim Set-Up sehr gut aus. Das ist keine Kritik an meine Beifahrer, die mich letztes Jahr navigiert haben. Die haben alle einen super Job gemacht, sonst wäre ich nie Schweizer Meister geworden. Aber Renaud hat einfach den Blick fürs grosse Bild. Das macht den Unterschied.»

Dass es 2022 nicht ganz so rund läuft, ist Coppens erst so richtig bei der Rally di Alba aufgefallen. «Es war die erste Rallye, bei der ich von A bis Z im Trockenen fahren konnte. Bei der Chablais hatten wir Mischbedingungen und ich kam mit den Slicks voll ins Nasse. Beim Critérium war es von Anfang bis Ende rutschig.»

Um sich Gedanken zu machen, hat Coppens nun etwas Zeit. Der nächste Lauf zur Schweizer Rallye-Meisterschaft, der Rallye Mont-Blanc, findet erst vom 8.-10. September statt.

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Co-Pilot Renaud Jamoul hilft Coppens auf die Sprünge © Eichenberger

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01.07.2022 Grand Prix Bern – Auf Spurensuche im Wald
S1 GP Bern Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Der Bremgartenring war von 1934 bis 1954 Schauplatz diverser Rennen

Wie schon bei den letzten Ausgaben veröffentlichen wir an dieser Stelle den einen oder anderen Artikel aus dem vierteljährlich erscheinenden Magazin von ASS. Teil 1: der Grand Prix der Schweiz auf dem Bremgartenring.

Genf, Lausanne, Montreux, Erlen – vier ehemalige GP-Rennstrecken haben wir bereits vorgestellt. Für Teil 5 begeben wir uns nach Bern zum wohl bekanntesten Rundkurs der Schweiz, dem Bremgartenring. Im Gegensatz zu den anderen vier Rennstrecken ist der «Bremer» nicht mehr vollständig befahrbar. Von der einst 7,28 Kilometer langen Piste ist in Bruchstücken nur noch etwa ein Drittel erhalten. Den Rest hat sich die Natur zurückgeholt. Andere Streckenteile wurden durch neue (Schnell-)Strassen ersetzt.

Start und Ziel des Bremgarten-Rings befand sich ungefähr auf Höhe der Bushaltestelle «Weyermannshaus» – vor der Wäscherei Elis. Im Gegensatz zu anderen Schweizer Rennstrecken bot der «Bremer» an dieser Stelle eine von der Fahrbahn getrennte Pitlane. Von dieser ist heute nichts mehr zu sehen. Genauso wie von der Haupttribüne, die schräg gegenüber Platz für 4000 Personen bot und 1970 abgerissen wurde. Nach Start und Ziel war die Kiesgrube die erste Schlüsselstelle. Das Bergabstück ist heute eine Einbahnstrasse. Die Zufahrt dazu kann nicht mehr exakt zurückverfolgt werden. Irgendwo zwischen Fahrrad- und Fussweg müssen Fangio & Co. damals Vollgas gegeben haben. Mitten durch den Wald!

S2 GP Bern Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Start und Ziel des Bremgarten-Rings befand sich ungefähr auf Höhe der Bushaltestelle «Weyermannshaus» – vor der Wäscherei Elis. Die überdachte Haupttribüne bot Platz für ca. 4000 ZuschauerInnen. Sie stand bis 1970 und wurde dann abgerissen. Auf dem unteren Bild sieht man rechts noch die Pitlane © Swiss Made Grand Prix, Eichenberger

Auch die heutige Eymattstrasse ist nicht mehr mit der von anno dazumal identisch. Zwischen der Eichholz-Passarelle und der Jordenrampe erinnert heute ein Kreuz an einem Baum an ehemalige Grand-Prix-Schlachten. An dieser Stelle ist 1948 Achille Varzi verunglückt. Der Italiener, der Frauen und Drogen über alles liebte, hatte in seiner Karriere genau zwei Unfälle. Der zweite, in Bern, endete tödlich.

Etwas weiter unten am Ende der Jordenrampe ist von der ehemaligen GP-Rennstrecke noch am meisten vorhanden. Zwar hat man nicht wie einst einen freien Blick auf die Kappelenbrücke, dafür gibt der «Rechtsknick» in der Eymatt und die folgende rund 750 Meter lange Gerade einen Eindruck, mit wieviel Mut die PS-Helden über den «Bremer» rasten. Denn an diesen Stellen war der Licht/Schatten-Wechsel besonders eklatant. Wenn es dazu noch nass war, so wie beispielsweise 1934 bei der ersten Austragung des Grand Prix von Bern oder 1951, dann endeten Abflüge oft böse. So wie etwa 1948, als Motorrad-Europameister Omobono Tenni in der später nach ihm benannten Passage zu Tode stürzte.

S3 GP Bern Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Nach Start und Ziel war die Kiesgrube die erste Schlüsselstelle. Das Bergabstück ist heute eine Einbahnstrasse. Die Zufahrt dazu kann nicht mehr exakt zurückverfolgt werden, liegt aber irgendwo unter der Autobahnbrücke (Bild rechts unten). Den Damm auf der linken Seite, wo auch Häuser stehen, gibt es heute noch © Unbekannt, Eichenberger

Die Fortsetzung der Strecke durch den Wald bergauf bleibt der Fantasie überlassen. Ein schmaler Radweg weist ungefähr den Weg, entspricht aber nicht exakt der ursprünglichen Streckenführung. An Rennsport erinnert hier gar nichts mehr. Im Gegenteil: Der Glasbrunnen ist heute ein Pfaditreffpunkt.

Auffallend ist, dass der Bremgarten-Ring – mit Ausnahme der Forsthauskurve – kaum echte Kurven hatte. Vielmehr war die Strecke am Rande der Hauptstadt eine Aneinanderreihung von Vollgaskurven. Die hohen Tempi, die schwierigen Lichtverhältnisse, der unebene Belag (teilweise Kopfsteinpflaster) und die vielen Bäumen am Streckenrand machten den «Bremer» zu einer der gefürchtetsten Rennstrecken der Welt. Zwischen 1934 und 1954 gab es zahlreiche Todesfälle, nicht nur unter den Fahrern. Als der Bundesrat 1955 beschloss, Rundstreckenrennen in der Schweiz zu verbieten, bedeutete dies das Aus des Bremgarten-Rings.

S4 GP Bern Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Die alte Eymattstrasse kann heute noch befahren werden. Damals wurde sie von Zuschauern gesäumt. Das Bergabstück ist ziemlich steil. Die Tempi, die dort erzielt wurden, sehr hoch. Früher sahen die Fahrer im Rechtsknick direkt auf die Kappelenbrücke. Diese Sicht ist heute durch Schrebergärten versperrt © Unbekannt, Eichenberger

Was geblieben ist, sind ein paar imposante Zahlen. Beim Streckenrekord 1937 betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit von Rudolf Caracciola auf einem Mercedes-Benz 172,4 km/h. Dieser Rekord hatte auch Bestand, als ab 1950 (bis 1954) die Formel 1 zu Gast war. Und auch in Sachen Publikumsaufmarsch konnte die Formel 1 ihrer Vorgängerserie das Wasser nicht reichen. 1947, also drei Jahre vor Einführung der Königsklasse, kamen mehr als 110'000 ZuschauerInnen.

68 Jahre nach der letzten Austragung ist nun das seit 1958 im Strassenverkehrsgesetz verankerte Rundstreckenverbot gefallen. Endlich, ist man geneigt zu sagen (siehe auch Seite 14). Doch jetzt, wo das Verbot gefallen ist, stellt sich die Frage: Wo könnte ein Nachfolger des «Bremers» entstehen? Und wer soll ihn nutzen? Von der Formel 1 zu träumen, wäre der falsche Ansatz. Aber mit anderen Rennen, Testfahrten der Industrie, Fahrsicherheitskursen, Konzerten und ähnlichen Veranstaltungen könnte ein neuer «Bremer» sinnvoll ausgelastet und die Rundstrecken-Historie der Schweiz nach einer endlos langen Unterbrechung fortgesetzt werden.

Die Sieger beim Grand Prix der Schweiz in Bern
1934 Hans Stuck (D), Auto Union
1935 Rudolf Caracciola (D), Mercedes-Benz
1936 Bernd Rosemeyer (D), Auto Union
1937 Rudolf Caracciola (D), Mercedes-Benz
1938 Rudolf Caracciola (D), Mercedes-Benz
1939 Hermann Lang (D), Mercedes-Benz
1947 Jean-Pierre Wimille (F), Alfa Romeo
1948 Carlo Felice Trossi (I), Alfa Romeo
1949 Alberto Ascari (I), Ferrari
1950 Giuseppe Farina (I), Alfa Romeo
1951 Juan-Manuel Fangio (RA), Alfa Romeo
1952 Piero Taruffi (I), Ferrari
1953 Alberto Ascari (I), Ferrari
1954 Juan-Manuel Fangio (RA), Mercedes-Benz

Von 1940-1946 gab es keinen Grossen Preis der Schweiz in Bern/Die Rennen ab 1950 zählten zur Formel-1-Weltmeisterschaft

S5 GP Bern Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Die Kurve beim Forsthaus war streng genommen die einzige echte Kurve. Vielmehr war die Strecke am Rande der Hauptstadt eine Aneinanderreihung von Vollgaskurven. Heute ist die Kurve Zubringer zur Autobahn. Vom Forsthaus ging es geradeaus zurück zu Start und Ziel © Swiss Made Grand Prix, Eichenberger

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30.06.2022 Paul Büetiger: «Ich wollte nicht als Clown abtreten!»
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Paul Büetiger sagt nach 20 Jahren «Tschüss» © Archiv Büetiger

Beim Slalom in Chamblon wurde nicht nur der neue Meister gekürt, es war auch das Abschiedsrennen für Paul Büetiger. Der Mann im schwarz-gelben Porsche GT3 Cup hängt mit 71 Jahren den Helm an den Nagel.

Paul Büetiger macht mit 71 Jahren Schluss. Der Solothurner hat beim Slalom in Chamblon sein letztes Rennen bestritten. Sein Entschluss hat er schon Anfang des Jahres gefasst. «Ich wollte gesund aufhören. Und ich habe gespürt, dass ich langsamer geworden bin», sagt Büetiger, der zum Abschluss, ein schöneres Geschenk gibt es nicht, nochmals seine Klasse, die IS bis 4000 cm3, gewann.

Büetiger war motorsportlich gesehen ein Spätzünder. Erst mit 40 begann er Kart zu fahren. Mit 50 fuhr er die ersten Autorennen. Speed hatte er schon damals im Blut. Als Teenager war er als Skifahrer unterwegs. Regional und an Schweizer Meisterschaften. Zwölf Jahre lange – mit 27 wechselte er aufs Fahrrad. Dort hat er von 450 Rennen rund 90 gewonnen. «Ich habe in 20 Jahren Motorsport nicht ein Auto kaputt gefahren», sagt Büetiger stolz. «Wäre ich früher zum Motorsport gekommen, wäre das wahrscheinlich nicht so gelaufen…»

Noch heute verbindet ihn viel mit Ski- und Radfahren. Auch der 6-Gang-Go-Kart wird immer wieder aus der Garage geschoben. Ausserdem ist Büetiger leidenschaftlicher Töfffahrer und Modellflieger. Langweilig wird es ihm in seinem (Un)ruhestand deshalb bestimmt nicht. Und dennoch: «Als ich am Dienstag nach Chamblon meinen Porsche wieder ‹zwäg› gemacht habe, war das schon ein komisches Gefühl», gibt Büetiger zu.

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Skifahren, Kart, Radfahren – Büetiger wird es nicht langweilig © Archiv Büetiger

Doch der ehemalige Druckerei-Unternehmer ringt seinem Rücktritt auch Gutes ab. «Ich bin gesund, mein Auto ist heil und der Druck ist weg. Und wichtig war mir auch, dass ich nicht als Clown abtrete.» Dass Büetiger mit 71 Jahren den Helm an den berühmten Nagel hängt, haben am Anfang nur seine engsten Kollegen gewusst. Beim letzten Bergrennen in La Roche steckte er es dann dem Speaker persönlich. Das hatte Folgen. In Chamblon wurde er «im grossen Stil» mit Früchtekorb und der Ernennung zum «Monsieur Elégance» verabschiedet. «Diesen Titel habe ich aufgrund meines unscheinbaren Fahrstils bekommen», lacht Büetiger. Gleichzeitig musste er wohl auch eine Träne verdrücken. «Das Schöne an der Schweizer Meisterschaft ist, dass wir weder am Berg noch am Slalom gegeneinander fahren. Wir fahren gegen die Stoppuhr. Man kommt sich auf der Strecke nie in die Quere. Deshalb habe ich auch keine Feinde im Fahrerlager.»

An ein besonderes Highlight im Rahmen der Schweizer Meisterschaft kann und will sich Büetiger nicht erinnern. «Da gibt es so viele schöne Erinnerungen.» Eine davon ist sicher das Bergrennen in Reitnau. Dort hat Büetiger fünf Mal seine Klasse gewonnen. «Das Rennen war für uns Fahrer zwar kurz, aber die Stimmung dort war immer sensationell!» Aufs Fahren wird Büetiger auch in Zukunft nicht ganz verzichten. «Den einen oder anderen Track Day werde ich absolvieren, solange ich noch kann.»

Auto Sport Schweiz wünscht dem «Pensionär» alles Gute für die Zukunft! An Hobbies scheint es dem Mann im schwarz-gelben Porsche GT3 Cup nicht zu fehlen…

Bueetiger Paul Cornevaux Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Paul Büetiger bei seinem letzten Rennen in Chamblon © Cornevaux

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29.06.2022 Vorschau Kart-SM 7 Laghi: Vollgas zwischen den Seen
OK Junior Start Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Epifanio gegen Bättig: Das wird auch in 7 Laghi interessant © Eichenberger

Die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft geht in die dritte Runde. 80 Fahrer und Fahrerinnen haben sich für dieses Wochenende für die Rennen im italienischen 7 Laghi eingeschrieben.

Nach den abwechslungsreichen Rennen in Franciacorta (I) und Mirecourt (F) macht die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft am Wochenende Halt auf der Kartpiste 7 Laghi in Castelletto di Branduzzo bei Pavia. 80 Fahrer und Fahrerinnen haben sich eingeschrieben. Das grösste Feld bietet die Kategorie Super Mini mit 25 Teilnehmer und Teilnehmerinnen.

Geht es nach dem bisherigen Saisonverlauf, ist die Favoritenrolle bei den Super Minis klar verteilt. Spirit-Fahrer Dan Allemann hat von den sechs bisherigen Rennen deren fünf gewonnen. Nur einmal, im zweiten Vorlauf in Mirecourt, stand ihm Dario Palazzolo vor der Sonne. Allemanns Vorsprung auf den Zweitplatzierten Orlando Rovelli beträgt vor «Halbzeit» der Kart-SM bereits 39 Punkte. Der Drittplatzierte Arnaud Voutat, der beim Auftakt in Franciacorta eine starke Leistung bot, liegt bereits 57 Zähler hinter Allemann. An die Meisterschaft denkt der 10-jährige Aargauer aber nicht. «Das ist noch zu früh», meint der Sohn von Teambesitzer Ken Allemann. «Ich nehme ein Rennen nach dem anderen und versuche mein Bestes zu geben.» Das will auch der eingangs erwähnte Palazzolo, dessen bisherige SM-Saison noch nicht nach Wunsch verlaufen ist. Der gegenwärtig Siebtplatzierte hofft dementsprechend auf ein reibungsloses Wochenende. Nur ein Platz vor Palazzolo liegt Matt Corbi. Auch er ist ein heisser Kandidat auf den Sieg. 2021 war er in 7 Laghi, der Super-Mini-Pilot mit der zweitbesten Punkteausbeute.

Super Mini Dan Allemann Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Dan Allemann führt bei den Super Minis souverän © Eichenberger

Spannung ist auch bei den OK Junioren angesagt. Wenn die Rennen an der Spitze ähnlich unterhaltsam sind wie in Mirecourt, dürfen sich die Zuschauer freuen. Denn zwischen der Gesamtleaderin Chiara Bättig (12) und Verfolger Elia Epifanio (13) tobt ein herrlich erfrischender Zweikampf, zweier Piloten, die nicht nur am selben Tag Geburtstag haben (21. März), sondern beim letzten Rennen in Mirecourt auch gleich viele Zähler (67) sammelten. Hinter diesem Duo lauern Kevin Rabin, Tim Ziegler und Hector Gerling. Jeder aus diesem Trio ist in diesem Jahr schon mindestens einmal auf dem Podium gestanden. Fürs oberste Treppchen hat es bisher noch nicht gereicht.

Die X30 Challenge Switzerland ist die Kategorie mit der bis dato klarsten Ausgangslage. Dort führt Kilian Streit nach zwei Rennwochenenden mit 51 Punkten Vorsprung auf den Solothurner Michael Sauter, der parallel zur Kart-SM in der deutschen Formel 4 fährt. Sauter war Streit beim Auftakt in Franciacorta ebenbürtig. Zuletzt in Mirecourt konnte dem schnellen Berner niemand das Wasser reichen. Streit verbuchte einen «Grand Slam» (Pole-Position, schnellste Rennrunde, drei Rennsiege) und kassierte dafür die Maximalpunktzahl von 75 Zählern. Hinter Streit und Sauter haben sich Nicolaj Sabo, Alessio Strollo und Kilian Boss auf den Plätzen 3 bis 5 eingerichtet. Insgesamt stehen in 7 Laghi 19 Fahrer und Fahrerinnen in der mit einheitlichen Motoren ausgerüsteten X30 am Start.

X30 Start Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Kilian Streit (links vorne) ist der Führende in der X30 © Eichenberger

So richtig spannend ist in diesem Jahr die Kategorie OK Senior. Hier hat sich von den bisherigen Fahrern keiner so richtig absetzen können. Der Führende Lyon Mathur macht mit bisher vier Laufsiegen zwar einen dominierenden Eindruck, doch Jérôme Huber (13 Punkte zurück), Patrick Näscher (22) und Pascal von Allmen (23) sind dem Sarmenstorfer dicht auf den Fersen. Und dann ist da noch Savio Moccia. Dem fünfmaligen Schweizer Meister, der auf diese Saison von den X30ern zu den Senioren gewechselt ist, wurde in Mirecourt der Sieg im Finale aberkannt. «Auch sonst lief es für mich bisher nicht nach Plan», sagt Moccia. «Ich hoffe, das Blatt wendet sich in 7 Laghi.»

Eng zusammen liegen auch die bisher schnellsten KZ2-Fahrer Sebastian Kraft (127 Punkte) und Ethan Frigomosca (121). Kraft hat nach Siegen die Nase mit 4:2 vorne. Auch erwischte er zuletzt in Mirecourt (wie Kilian Streit) ein perfektes Wochenende. Doch ausruhen darf sich der Berner auf keinen Fall. Sein Verfolger aus dem Tessin kann mit einer etwas besseren Punkteausbeute bei seinem «Heimrennen» in 7 Laghi bereits wieder an Kraft vorbeiziehen. Hinter dem Spitzenduo liegen Evan Vantaggiato, Kevin Wälti und Michel Liechti auf den Plätzen 3 bis 5. Auch hier ist klar: Wer in 7 Laghi von ganz oben jubeln möchte, muss zuerst an Kraft und Frigomosca vorbeikommen. Nicht dabei ist der amtierende Meister Nicolas Rohrbasser. Der Schaltkart-Routinier ist am 19. Juni Vater einer Tochter geworden. Wir gratulieren und wünschen Nico und seiner Partnerin Kimberley alles Gute!

KZ2 Ethan Frigomosca Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Für Ethan Frigomosca ist 7 Laghi fast wie ein Heimrennen © Eichenberger

Zur Strecke: Die Kartpiste in Castelletto di Branduzzo bei Pavia ist den meisten Fahrern bestens bekannt. Der oft auch als Teststrecke genutzte 1256 Meter lange Rundkurs südlich von Mailand ist unter den Fahrern sehr beliebt. Die Strecke ist schnell, abwechslungsreich, bietet zahlreiche Überholmöglichkeiten und ist vor allem im Infield technisch anspruchsvoll.

Weitere Informationen zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft finden Sie auf https://motorsport.ch/de/kartsport. Um Zeitnahme und Livetiming kümmert sich in 7 Laghi www.savoiechrono.com

Zeitplan
Sonntag, 3. Juli

08.00-08.58 Uhr, Offizielles Training
09.05-09.43 Uhr, Zeittraining à 6 Minuten pro Kategorie
09.50-11.30 Uhr, Rennen 1
11.30-12.20 Uhr, Mittagspause
12.20-14.00 Uhr, Rennen 2
14.00-16.30 Uhr, Finalläufe
17.00 Uhr, Siegerehrung*

*Die Siegerehrung der Super Minis findet schon um 15.20 Uhr statt

OK Senior Lyon Mathur Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Lyon Mathur ist der bisher schnellste OK-Senior © Eichenberger

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28.06.2022 Weekend-Report 11/2022
EFR Zandvoort 04 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Emil Frey Racing dominierte in Zandvoort beim ADAC GT Masters

Das vergangene Rennwochenende stand ganz im Zeichen von Emil Frey Racing. Die Safenwiler Lamborghini-Truppe gewann in Zandvoort (NL) beide Rennen zum ADAC GT Masters.

Emil Frey Racing hat am vergangenen Rennwochenende beim dritten Lauf zum ADAC GT Masters in Zandvoort (NL) im grossen Stil abgeräumt. Die Lamborghini-Mannschaft aus Safenwil sicherte sich in beiden Rennläufen den Sieg. Und das zwei Mal von der Pole-Position aus.

Am Samstag eroberte der Österreicher Mick Wishofer im Auto mit der Startnummer #14 die Pole-Position und bescherte Emil Frey Racing danach mit seinem finnischen Partner Konsta Lappalainen den ersten Triumph in der internationalen Deutschen GT-Meisterschaft. Am Sonntag war es Jack Aitken, der die Bestzeit im Qualifying erzielte und danach mit dem Spanier Albert Costa Balboa am Steuer der #63 das Team aus dem Aargauischen ein zweites Mal jubeln liess. Dass auch das dritte Auto mit der #19 mit den beiden Franzosen Arthur Rougier und Franck Perera sonntags auf dem Podium stand, war das Tüpfelchen auf dem i.

«Das war ein sehr starkes Wochenende mit einer grossartigen Leistung des gesamten Teams», lobte Jürg Flach, der technische Direktor bei EFR. «Mit jedem Auto auf dem Podium zu stehen, ist aussergewöhnlich, und ich freue mich sehr für das ganze Team. Nach dem enttäuschenden Ende des Rennens in Le Castellet (Lauf zum GT World Challenge Endurance Cup, Red.) war dies hochverdient.»

Für das beste CH-Ergebnis aus Fahrersicht sorgte Ricardo Feller (Audi) mit Rang 4 im ersten Durchgang. Bester Schweizer in der Gesamtwertung bleibt Raffaele Marciello als Fünfter.

Einen Podestplatz gab es auch für Louis Delétraz im IMSA Endurance Cup. Der Genfer sicherte sich beim 6-Stunden-Rennen in Watkins Glen Rang 2. Fabio Scherer schrammte als zweitbester Schweizer auf Rang 4 der LMP2-Klasse knapp an seinem ersten US-Podest vorbei. Jubeln durfte dafür Philip Ellis. Der ehemalige DTM-Fahrer gewann die GTD-Klasse auf einem Mercedes AMG GT3.

Auch beim 4-stündigen Grenzlandrennen auf der Nordschleife waren Schweizer am Start. Bester Eidgenosse war Julien Apothéloz. Der Zürcher verpasste als Vierter knapp das Podest. Direkt dahinter kam Miklas Born (beide Mercedes AMG Gt3) ins Ziel.

Louis Deletraz Watkins 2022 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Louis Delétraz (r.) wurde in Watkins Glen Zweiter in der LMP2

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