Und wieder einmal haben am Wochenende ein paar Schweizer (respektive Liechtensteiner) international für Furore gesorgt. Allen voran Ricardo Feller, der in der DTM endlich wieder ein Erfolgserlebnis feiern durfte.
Ricardo Feller hat lange auf diesen Moment warten müssen. Seit dem Rennen am Lausitzring ist der gebürtige Aargauer nicht mehr in die Nähe des Podiums gekommen. Am Wochenende hat es endlich wieder geklappt. Auf dem Sachsenring (GER) sicherte sich der Porsche-Pilot aus dem Team Manthey Racing nach Rang 13 am Samstag im zweiten Rennen den dritten Schlussrang. «Das war ein wirklich tolles Rennen», meinte Feller. «Es wäre cool, wenn jedes Rennen so spannend wäre, und ich freue mich sehr, dass das Team ein Doppelpodium feiern darf und wir nun die Meisterschaft bei den Fahrern und bei den Teams anführen. Das haben sich alle sehr verdient. Ich bin auch unfassbar dankbar, dass meine Crew nach den Mittelfeldkämpfen am Samstag das Auto wieder so aufgebaut hat, dass dieses Ergebnis am Sonntag möglich war und dass sie auch nie aufhören an mich zu glauben. Von mir aus können wir in Hockenheim so weitermachen.»
Ein Wochenende mit Höhen und Tiefen liegt hinter Emil Frey Racing. Am Samstag fehlte dem Team die Pace der Spitze, und Matteo Cairoli sowie Thierry Vermeulen kamen auf den Plätzen 6 und 9 ins Ziel. Am Sonntag lief es dann trotz schwieriger Ausgangspositionen aus dem nassen Qualifying besser. Cairoli kam nach einer beeindruckenden Vorstellung als Vierter über die Ziellinie, Vermeulen beendete das Rennen auf Rang 7. Damit bleibt der Titelkampf bis zum Saisonfinale in Hockenheim offen: Mit 47 Punkten Rückstand sowohl in der Fahrer- als auch in der Teamwertung ist eine Top-3-Platzierung noch in greifbarer Nähe. Die Rennen am Sachsenring gingen an Marco Wittmann und Ben Dörr.
Sechs Mal ist Matthias Kaiser in der European Le Mans Series schon auf dem Podium gestanden: vier Mal war er (seit seinem ersten Rennen 2021) Dritter, zwei Mal Zweiter. Gestern Sonntag ist dem Liechtensteiner mit seinem ersten Sieg in Silverstone (GBR) der Durchbruch gelungen. Zusammen mit seinen beiden Teamkollegen Jake Hughes und Ben Barnicoat setzte sich der Fahrer aus dem Team Algarve Pro Racing erfolgreich durch. Mit diesem Sieg rückte Kaiser vor dem Finale in Portugal (10. Oktober) in der Gesamtwertung auf Rang 3 vor. Leader – und das ist aus Schweizer Sicht noch erfreulicher – ist Grégoire Saucy. Der Jurassier wurde in Silverstone mit seinem Team United Autosports Sechster und hat vor dem Finale ein Polster von 13 Punkten. Auch in der LMP3 gibt es aus Schweizer Sicht Grund zur Freude: Das Team CLX liegt nach einem zweiten Klassenrang in Silverstone weiter auf Meisterschaftskurs.
Das gilt auch für Jenzer Motorsport in der FIA F4 CEZ. Beim vorletzten Rennen in Brünn (CZE) sicherte sich das Team aus Lyss/BE alle vier Rennsiege. Zwei Mal sicherte sich Jenzer gar einen Dreifach-Triumph. Auch der ehemalige Schweizer Kart-Meister Georgiy Zasov hatte allen Grund zum Jubeln. Der in Lugano wohnhafte und in London zur Schule gehende Zasov feierte im dritten Durchgang seinen ersten Formel-4-Sieg. Im Finale wurde er Siebter. In der Meisterschaft liegt der Deutsche Elia Weiss aus der Jenzer-Talentschmiede weiter in Führung.
Zum Kartsport: Auch dort gibt es wieder eine Erfolgsmeldung. Beim achten Lauf zum ROK Cup Italy in Lonato (ITA) setzte sich der Thurgauer Iven Ammann bei den Junioren gegen 35 Konkurrenten durch.
Am Wochenende ist es wieder soweit: Eine Woche nach der Arosa ClassicCar findet die Bernina Gran Turismo statt. Rund 70 sorgfältig ausgewählte Fahrzeuge werden in La Rösa am Start stehen.
Der Berninapass zwischen dem Puschlav und dem Engadin ist nicht nur eine alpine Verbindung, sondern eine Bühne für Motorsportgeschichte. Bereits 1929 und 1930 fanden hier die ersten Bernina-Bergrennen statt, bei denen Legenden wie der Deutsche Hans Stuck oder der Monegasse Louis Chiron die kurvenreiche Strecke bezwangen. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 66,4 km/h setzte Stuck damals erste Massstäbe .
Nach Jahrzehnten der Stille wurde 2015 das Bernina-Bergrennen als Bernina Gran Turismo wiederbelebt. Dieses Event bringt seither jährlich eine Auswahl historischer Renn- und Sportwagen zurück auf die 5,7 km lange Strecke von La Rösa bis zur Passhöhe. Mit über 50 Kurven und einem Höhenunterschied von 450 Metern bietet die Strecke eine einzigartige Herausforderung für Mensch und Maschine.
Die diesjährige Ausgabe geht am kommenden Wochenende (12./13. September) über die Bühne. Die BGT umfasst drei unterschiedliche Kategorien, die jeweils einen eigenen Zugang zu historischem Automobilsport und Wettbewerb widerspiegeln. Die Kategorie Competition richtet sich an Pilotinnen und Piloten, die auf den 5,7 Kilometern zwischen La Rösa und Ospizio Bernina auf maximale Performance aus sind. Die Kategorie Regularity belohnt Beständigkeit statt Geschwindigkeit und fordert die Teilnehmenden dazu auf, vorgegebene Zeiten mit höchstmöglicher Präzision zu reproduzieren. Die Kategorie Demo bietet bedeutenden historischen Fahrzeugen, Rennwagen und modernen Hochleistungsautomobilen die Möglichkeit, den Berninapass ausserhalb des Wettbewerbs zu erleben.
Zu den Fahrzeugen, die 2026 ihr Debüt bei Bernina Gran Turismo feiern, zählen der Chevron B8 GT von 1968, der Ferrari 250 GT von 1955, der Ferrari 275 GTB Alloy von 1965, der Datsun 280Z von 1975, der Healey Westland C von 1950, der Riley TT Sprite von 1931, der Renault 5 Turbo von 1982, das Stanguellini 1100 Coupé Motto von 1947, der Alfa Romeo Giulia TZ1 von 1965 sowie der Lancia Stratos Group 4 von 1974. Auf den Berninapass zurückkehren der Alfa Romeo 8C 2300 von 1932, der Alfa Romeo Giulia TZ2 von 1965, der Maserati A6GCS/53 von 1954 und der Shelby Cobra 427 S/C von 1966. Auch Arosa-Sieger Thomas Amweg wird mit dem Amweg F2 am Start stehen. Um den besonderen Charakter der Veranstaltung zu bewahren, bleibt das Teilnehmerfeld auch in diesem Jahr auf maximal 70 sorgfältig ausgewählte Fahrzeuge beschränkt.
Wer nicht persönlich vor Ort sein kann, kann Bernina Gran Turismo erneut über den offiziellen YouTube-Kanal und Swiss Sport TV live verfolgen. Mehr Infos (auch zur Streckensperrung) erfahren Sie unter www.bernina-granturismo.com
Mathias Schläppi und sein Beifahrer Dominique Juple haben ihre Siegesserie im Deutschen Rallye Cup am Wochenende fortgesetzt. Für das Finale am 31. Oktober hat sich der Berner Oberländer damit in eine Top-Ausgangslage gebracht.
Das Schläppi Rallye Team hat seine souveräne Siegesserie im Ravenol Deutschen Rallye Cup fortgesetzt – und hat so die Weichen für das Meisterschaftsfinale Ende Oktober gestellt. Bei der 33. ADAC Rallye Ostwestfalen feierten Mathias Schläppi und sein Beifahrer Dominique Juple am vergangenen Wochenende einen ungefährdeten Klassensieg in der Kategorie NC3. Mit einem Vorsprung von 1:23 Minuten auf die Zweitplatzierten überquerte das Schweizer Duo am Ende die Ziellinie im Norden Deutschlands unweit von Bielefeld. Auch im Gesamtklassement belegten die beiden im orange-blauen Peugeot 208 R2 eine beachtliche Platzierung: Im Feld der 68 gestarteten Teams fuhr Schläppi auf einen starken zehnten Gesamtrang und war damit zweitschnellster Fronttriebler.
Damit hat das Schläppi Rallye Team das primäre Saisonziel der Vorläufe erreicht: Die maximal sieben einzubringenden Wertungsresultate sind im Kasten: sechs Klassensiege sowie ein zweiter Platz. «Die Erleichterung im Ziel war riesengross. Wir haben uns mit dieser fehlerfreien Fahrt die beste Ausgangslage geschaffen, die man sich für das grosse Meisterschaftsfinale nur wünschen kann», zieht Schläppi zufrieden Bilanz. Durch die optimale Punktausbeute geht die Mannschaft aus dem Berner Oberland als grosser Gejagter in die entscheidende Phase.
Bis zum DRC-Saisonfinale im Saarland, das am 31. Oktober ausgetragen wird und bei dem doppelte Punkte vergeben werden, verbleiben nun noch einige Wochen. Ob Schläppi mit seinem Rallye-Team zur Überbrückung noch eine weitere Veranstaltung bestreiten wird, entscheidet die Mannschaft in den kommenden Wochen. Der Fokus liegt nun erstmal auf dem Kundenprogramm. Bei der Rallye Kohle und Stahl in zwei Wochen (19. September) startet Gaststarter Dino Wintsch im Peugeot 208 Rally4 des Teams.
Im hart umkämpften internationalen Rennsport haben sich auch an diesem Wochenende wieder ein paar Schweizer Renn-Profis mit starken Leistungen ausgezeichnet.
Obwohl Sébastien Buemi beim fünften Lauf zur diesjährigen Langstrecken-Meisterschaft in Austin (USA) nur Sechster wurde, liegt der Toyota-Werkspilot weiter ganz gut im Rennen um den WEC-Titel 2026. Mit nur elf Punkten Rückstand auf Platz 1 hat Buemi bei noch drei ausstehenden Rennen intakte Chancen auf einen möglichen Titelgewinn, wenngleich er vom Rennen in Texas enttäuscht war. «Es war ein wirklich trauriger Tag für uns, denn die Geschwindigkeit war da. Wir haben am Ende unser Bestes gegeben und noch ein paar Punkte gerettet, aber es war wirklich eine grosse verpasste Chance. Positiv ist, dass das Auto sehr schnell war, aber es ist immer frustrierend, wenn man ein gutes Ergebnis auf diese Weise (Durchfahrstrafe und virtuelles Safety-Car, d. Red.) verliert. Wir werden hart arbeiten und hoffentlich in Fuji ein besseres Rennen fahren.» Für BMW-Werksfahrer Raffaele Marciello endete das Rennen auf Platz 8. Auch er ist mit 21 Punkten Rückstand auf die Spitze noch im Rennen um den Titel, konnte in Austin aber nicht in die Entscheidung um den Gesamtsieg eingreifen. «Uns hat auf dieser Strecke der Speed gefehlt», meinte Marciello mit leicht hängendem Kopf. «Immerhin haben wir noch ein paar Punkte geholt.» Der Sieg in Austin ging an den Ferrari mit der #50 (Antonio Fuoco, Miguel Molina und Nicklas Nielsen).
Auf Meisterschaftskurs im ADAC GT Masters befindet sich Felix Hirsiger. Der ehemalige Porsche-Sports-Cup-Suisse-Gewinner hat am fünften Rennwochenende seinen vierten Saisonsieg eingefahren. Hirsiger schaffte es im zweiten Lauf auf dem Salzburgring (AUT), die Angriffe des Deutschen Colin Bönighausen auf den letzten elf Runden abzuwehren. Ein Rennen vor Saisonende (Hockenheimring, 10./11. Oktober) liegt der 28-jährige Schwyzer mit Teamkollege Finn Zulauf auf Platz 2. Der Rückstand auf die Spitze beträgt fünf Punkte.
Ein sehr gutes Wochenende erwischte auch Formel-4-Fahrerin Chiara Bättig. Die gebürtige Zürcherin sicherte sich beim achten Lauf zur britischen Meisterschaft in Croft (GBR) nach Platz 2 im Quali die Plätze 4, 18 und 4. In der Gesamtwertung liegt die dreimalige Schweizer Kart-Meisterin neu auf Rang 12. Es führt weiterhin der Belgier Dries van Langendonck.
Auch Levi Arn vom Team Jenzer Motorsport hat sich beim fünften Lauf zur italienischen Formel-4-Meisterschaft wacker geschlagen und belegte im stark besetzten Feld Platz 13 im Finale. Dieses fand für einmal mit nur einem Schweizer Fahrer statt. Florentin Hattemer (Trident Racing) hatte sich nicht für den Endlauf qualifiziert.
Zum Kartsport: Beim vierten Lauf zur Champions of the Future Academy in Valencia (ESP) sicherte sich der Waadtländer Zoltan Coigny in der Kategorie OK-N Junior den dritten Platz im Finale. Direkt dahinter kam Jamie Ehrat als Vierter ins Ziel. Bei den Senioren war Elias Lehmann als Fünfter der beste Schweizer. Bei noch einem ausstehendem Rennen hat Coigny alle Chancen, Meister zu werden. Sein Rückstand auf den Führenden beträgt nur zwei Punkte. Das Finale der COTFA findet vom 13. bis 15. November in Franciacorta (ITA) statt.
Die Rallye Mont Blanc – Morzine hat dieses Jahr nicht zur Schweizer Rallye-Meisterschaft gezählt. Dennoch haben ein paar Schweizer die Rallye im grenznahen Frankreich erfolgreich bestritten. Allen voran Yohan Surroca.
Yohan Surroca hat schon das eine oder andere Mal auf sich aufmerksam gemacht. Sei es im Rahmen der Schweizer Rallye-Meisterschaft oder bei Läufen in Frankreich. Auch bei der Rallye Mont Blanc – Morzine am vergangenen Wochenende zeigte der 24-jährige Walliser eine starke Leistung. Erst recht, wenn man bedenkt, dass Surroca erst zum zweiten Mal in einem Rally2-Auto sass. Von den zwölf Prüfungen beendete der Hyundai-Pilot zehn in den Top 10. Und das bei einer starken französischen Konkurrenz. Vor der letzten Prüfung lag Surroca auf dem achten Gesamtrang. Diesen hätte er auch souverän nach Hause gefahren, hätte er auf den letzten Kilometern nicht noch einen Reifenschaden gehabt. «Es hatte sich schon in der vorletzten Prüfung angekündigt», meinte Surroca. «Der Reifen verlor Luft – und wir mussten ihn in der letzten WP wechseln.» Surroca beendete die Rallye mit seinem belgischen Beifahrer Loïc Dumont trotzdem auf einem mehr als respektablen zwölften Schlussrang – vor Thibault Maret/Louis Louka im Citroën C3 Rally2.
Für Surroca geht es Ende Oktober weiter. Dann wird er zum zweiten Mal nach 2025 im Hyundai i20 N an der Rallye du Valais teilnehmen. Wenn er dort eine ähnlich starke Leistung zeigt, hat er gute Chancen zum ersten Mal auf das Gesamtpodium zu fahren.
Der Sieg bei der diesjährigen «Mont Blanc», die (aus Sicht von Surroca leider) nicht zur Schweizer Rallye-Meisterschaft zählte, ging an den Franzosen Yoann Bonato im Lancia Ypsilon Rally2. Zu den weiteren Schweizern, die das Ziel sahen zählen Gwen Lagrue/Romain Blondeau-Toiny (15.), Stefano Mella/Nicolo Lazzarini (26.), Mireille Vidueira/Alexandra Fontana (27., zweitbeste Dame), Aurélien Devanthéry/Stéphane Fellay (31., Vierter in der RC4), Mathieu Zurkinden/Gaëtan Aubry (52.) sowie Michaël Esteves/Osmaël Berdayes (72.).
Gute Genesungswünsche gehen an Yann Héritier und Léa Magnin aus Anzère. Das Duo ist mit ihrem Renault Clio Rally5 verunfallt und hat sich Verletzungen an der Wirbelsäule zugezogen.
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