• Achtung, fertig, los!

Lonato (ITA) 12.7.26

Latest News

29.06.2026 Bergrennen Reitnau: Dritter Heimsieg für Faustini
Zemp Faustini Steiner myrally ch Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Die Top 3 von Reitnau: Zemp, Faustini und Steiner (v.l.) © myrally.ch

Robin Faustini fährt in der Schweizer Berg-Meisterschaft weiter von Sieg zu Sieg. In Reitnau beim dritten Lauf sicherte er sich saisonübergreifend seinen inzwischen 18. Triumph in Folge! Bei den Tourenwagen setzte sich «Speedmaster» mit seinem Ford Escort Cosworth souverän durch. 

So langsam gehen einem die Superlative aus. Robin Faustini war auch beim dritten Rennen zur diesjährigen Schweizer Berg-Meisterschaft eine Klasse für sich. Der Lokalmatador aus Suhr (AG) verbesserte im ersten Lauf seinen im Vorjahr aufgestellten Streckenrekord um 0,289 sec auf 46,911 sec. Dabei war die Fahrt des zweimaligen Berg-Meisters gar nicht einmal perfekt. «Ich habe schon nach wenigen Metern den linken Bordstein erwischt», meinte Faustini. Dabei hat der Nova NP01 Emap einen ziemlich «Gump» gemacht. «Ich bin aber auf dem Gas geblieben und hatte einfach gehofft, dass nichts kaputt gegangen ist.»

Im zweiten Lauf vermochte Faustini seine Bestzeit nicht mehr zu unterbieten. Die 47,241 sec waren aber ebenfalls nicht von schlechten Eltern. In der Addition der beiden Läufe kam der Führende im Gesamtklassement auf eine Zeit von 1:34,152 min. Damit war er im Vergleich zum Vorjahr knapp vier Zehntelsekunden schneller – und das bei richtig hochsommerlichen Temperaturen. «Mir war schon nach dem ersten Durchgang klar, dass ich im zweiten Lauf meine Zeit nicht mehr verbessern werde», meinte Faustini, der saisonübergreifend seinen 18. Tagessieg in Folge feierte. «Trotzdem bin ich auch mit meinem zweiten Heat zufrieden. Ein Heimsieg in Reitnau, mein dritter in Folge, ist immer etwas ganz Spezielles.»

Wie schon in La Roche kam einer der Zwei-Liter-Piloten Faustinis Zeit am nächsten. Diesmal war es aber nicht Victor Darbellay. Der musste nach dem zweiten Trainingslauf zusammenpacken. Der Walliser hatte im Rechtsknick nach dem Start zwei massive Pflastersteine, die sich aus der Streckenbegrenzung gelöst haben, weil schon zahlreiche Autos darüber gefahren waren, getroffen. «Die beiden Steine haben meine Kühler zerstört», meinte Darbellay angesäuert. Besser erging es Michel Zemp. Der Luzerner, dessen Team Tomac Racing vor Reitnau eine Zusammenarbeit mit Darbellay verkündete, fuhr im ersten Lauf mit 47,533 sec eine neue, um zwei Zehntelsekunden schnellere 2-Liter-Bestzeit. Im zweiten Lauf konnte auch er sich in 48,2 sec nicht mehr steigern, sicherte sich aber souverän den zweiten Platz hinter Faustini. In der Gesamtwertung liegt Zemp nach drei von acht Rennen weiterhin auf Rang 3 – nur drei Punkte hinter Marcel Steiner.

Darbellay Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Victor Darbellay nahm leider nur an den Trainings teil © Eichenberger

Dieser kam in beiden Läufen nicht an seine Trainingszeit von 49,13 sec heran und musste sich im Aargauischen mit dem dritten Gesamtplatz abfinden. «Beim Bergrennen in La Roche hatte ich zu wenig Traktion», meinte Steiner. «Ich kam dort nicht aus den Kurven heraus. Hier in Reitnau war es ähnlich. Aber das allein ist nicht das Problem. Ich verliere schon am Start wertvolle Zeit gegenüber Robin, der mit einer herkömmlichen Kupplung losfährt.» Unterm Strich fehlt Steiner nach eigenen Aussagen das am Ende entscheidende Vertrauen ins Auto. Aufgeben ist für das Vollgastier aus Oberdiessbach (BE) aber keine Option. «Wir arbeiten weiter daran», verspricht Steiner seinen Fans. «Ich brauche aber dringend mehr Kilometer.»

Im obligaten Niemandsland – zwischen den Prototypen und dem Rest des Feldes – landete einmal mehr Lionel Ryter auf seinem Formel Renault 2.0 auf Rang 4 im SCRATCH. Vier Sekunden fehlten dem Spektakel-Fahrer aus dem Wallis auf Faustini & Co., sechs Sekunden Vorsprung hatte er in Reitnau auf Platz 5. Diesen krallte sich wie schon in La Roche mit «Speedmaster» der schnellste Tourenwagenfahrer. Was der Teamchef der Equipe MB Motorsport aus dem ehemaligen Ford Escort Cosworth von Romeo Nüssli herausholt, verdient Respekt. In 54,809 sec war «Speedmaster» nur 0,9 Sekunden Langsamer als die Rekordzeit von Roger Schnellmann aus dem Jahr 2024, als erstmals nach fünfjähriger Pause in Reitnau wieder gefahren wurde. Apropos Schnellmann: Der Mitsubishi-Pilot hatte sich im Training wie üblich zurückgehalten und packte danach wie schon in La Roche frühzeitig zusammen. «Im zweiten Trainingslauf hatte das Getriebe an meinem Auto selbstständig zwei Gänge heruntergeschaltet, ohne dass wir den Fehler dafür finden konnten. Zwar hat der Motor dabei keinen Schaden genommen, aber aus einer Vorsichtsmassnahme heraus haben wir beschlossen, auf die Rennläufe zu verzichten.»

Speedmaster Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
«Speedmaster» hat jeden Zentimeter der Strecke ausgenutzt © Eichenberger

Mit einer Gesamtzeit von 1:52,9 min war Ludovic Monnier mit seinem VW Golf Rally als Gesamtneunter der zweitschnellste Fahrer mit einem Dach überm Kopf. Der schnelle Mann aus Monthey (VS) war im direkten Vergleich mit seinem Vorbesitzer Danny Krieg um 0,7 Sekunden schneller unterwegs als der Schwyzer beim Rennen in Reitnau 2025. «Ich habe schon einige Anpassungen gemacht», meint Monnier. «Vor allem bei der Elektronik. Für mich ist 2026 ein Lern- und Testjahr. Dass es von Rennen zu Rennen immer besser läuft, freut mich natürlich.»

Hinter Monnier landete Christoph Zwahlen mit seinem Porsche 911 auf Platz 10 des Gesamtklassements. Direkt dahinter sicherte sich Markenkollege Bruno Sawatzki zum dritten Mal in Folge volle Punktzahl für die Meisterschaft. Noch dazu gab es zwei Extrapunkte für einen neuen Interswiss-Rekord. Dieser liegt nun bei 56,205 sec. Der Rheintaler führt nach drei Rennen die Meisterschaft bei den Tourenwagen souverän an. Wie einst Ex-Formel-1-Weltmeister Alain Prost ist auch Sawatzki ein kalkulierender Pilot. «Mit Blick auf die Meisterschaft muss ich bei den nächsten Rennen in erster Linie meinen Vorsprung verwalten, sauber fahren und immer ein Auge auf den schnellen Stephan Burri werfen. Wenn ich das Gefühl habe, ich kann angreifen und einen neuen Rekord fahren, dann werde ich das aber auch tun – so wie jetzt am Wochenende in Reitnau.»

Apropos Rekord: Neue Streckenbestzeiten haben in Reitnau auch der Sergio Kuhn in seinem Peugeot 308 TCR (Div. VII), Pierre Mürner auf Porsche 992 GT3 (SuperSérie, Div. I) und Thomas Ruesch auf Honda Civic (Gruppe A) aufgestellt. 

Sawatzki Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Bruno Sawatzki fuhr Rekord und führt bei den Tourenwagen © Eichenberger

Alle Klassensieger in Reitnau entnehmen Sie der Übersicht: Thomas Ruesch (Honda Civic Type R, A/ISA/R2/R3), Emeric Betticher (Toyota GR Yaris, SuperSérie Comp. bis 3000 cm3), Pierre Mürner (Porsche GT3, Super Série Comp. bis 3500 cm3), Armin Buschor (BMW 320, Gr. H Tourenwagen bis 2000 cm3), Alain Pfefferlé (Porsche 911 RSR, Gr. H Tourenwagen über 2000 cm3), Markus Brander (Gr. H Rennwagen bis 1600 cm3, March Formel 2), Sergio Kuhn (Peugeot 308, TCR), Hanspeter Thöni (Peugeot 106, PSA Gr. N), Jürg Brunner (Renault Clio 2, RCC), Thomas Zürcher (Renault Clio 3, RCC), Hans-Ulrich Seifert (VW Polo, E1 bis 1400 cm3), Hans-Peter Eller (Opel Kadett C, E1 bis 1600 cm3), Ludovic Monnier (VW Golf Rally, E1 bis 2000 cm3), Jonas Magnin (Honda Civic, E1 bis 2500 cm3), Hermann Bollhalder (Opel Speedster, E1 bis 3000 cm3), Bruno Ianniello (Lancia Delta S4, E1 bis 3500 cm3), «Speedmaster» (Ford Escort Cosworth, E1 über 3500 cm3), Andreas Helm (VW Polo, IS bis 1400 cm3), Martin Howald (VW Golf, IS bis 1600 cm3), Stephan Burri (VW Scirocco, IS bis 2000 cm3), Roman Marty (Opel Kadett C GT/E, IS bis 2500 cm3), Marco Marte (BMW M3, IS bis 3000 cm3), Dominic von Rotz (Audi A4 Quattro, IS bis 3500 cm3), Bruno Sawatzki (Porsche 991.1 Cup, IS über 3500 cm3), Christian Müller (Formel BMW, E2-SS bis 1600 cm3), Lionel Ryter (Formel Renault, E2-SS bis 2000 cm3), Markus Bosshard (Dallara GP3, E2-SS bis 3000 cm3), Antonino Scolaro (E2-SC bis 1600 cm3), Michel Zemp (Norma M20, E2-SC bis 2000 cm3), Robin Faustini (Nova NP01, E2-SC bis 3000 cm3).

In der REGionalen Klasse war Patrick Jakober (VW Golf) mit einer Gesamtzeit von 1:59,052 min der Schnellste. Knapp dahinter folgten Roger Hürzeler (Opel Kadett) und Claudio Grispino (Renault 5 Williams).

Und so geht es weiter:
25./26. Juli, Ayent – Anzère*
14.-16. August, St.Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau*
12./13. September, Gurnigel
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots

* zählen zur Schweizer Junior-Meisterschaft

Monnier Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Ludovic Monnier war schneller als Danny Krieg 2025 © Eichenberger

Permalink

26.06.2026 Slalom-Meister Christian Bralla: «Der Titel ist eine grosse Genugtuung!»
Christian Bralla Chamblon 2026 03 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Christian Bralla (2. oben rechts) mit seinem Team in Chamblon © Eichenberger

Christian Bralla hat sich am vergangenen Sonntag beim Saisonfinale in Chamblon den Titel in der Schweizer Slalom-Meisterschaft gesichert. Wir haben mit dem Tessiner gesprochen.

Auf dem Papier scheint Christian Bralla (48) die Slalom-Saison 2026 dominiert zu haben. Doch mehr als einmal musste der Mann aus Vaglio (TI) seinem Fiat X1/9 im zweiten Lauf alles abverlangen. Seine härtesten Gegner Martin Oliver Bürki und Ludovic Monnier haben ihm das Leben oft nicht einfach gemacht. Umso grösser die Freude über den Titelgewinn. 

Gratulation zu deinem Titel. Das ist der erste Titel für dich, oder? Nach wie vielen Jahren?
Christian Bralla: Ja, das ist mein erster Titel – nach 30 Jahren im Rennsport. Und gerade deshalb hat er für mich einen besonderen Stellenwert. In all diesen Jahren habe ich den Rennsport immer mit grosser Leidenschaft gelebt und mehrere hervorragende Ergebnisse erzielt. Dass ich dieses Ziel nun endlich erreicht habe, ist für mich eine riesige Genugtuung.

Einen Titel zu holen, ist nie einfach. Ab wann wusstest du, dass es klappen könnte?
Mir wurde nach dem zweiten Rennen klar, dass der Titel in Reichweite liegen könnte, als Lionel Ryter in Bière Philip Egli besiegte. In diesem Moment verloren beide wichtige Punkte im Kampf um den Titel, und das ermöglichte es mir, in der Gesamtwertung die Führung zu behalten. Von da an begann ich konkret daran zu glauben, dass es möglich ist, die Meisterschaft zu gewinnen. Meiner Meinung nach wäre es jedoch korrekter, zwei getrennte Wertungen zu haben: eine für Einsitzer/Formelwagen und eine für Fahrzeuge mit Dach überm Kopf, da zwischen diesen Kategorien grosse Unterschiede bestehen. Schon 2024 hätte ich den Titel gewinnen können, aber mit der Änderung des Reglements hing das Kriterium nicht mehr nur davon ab, wie viele Teilnehmer in der eigenen Gruppe gegeneinander antraten. Abgerechnet wurde bei Gleichstand stattdessen anhand der Gesamtwertung. Trotz dieser bedeutenden Änderung gelang es mir damals, die Meisterschaft auf dem dritten Platz abzuschliessen – ein Ergebnis, das für mich eine grosse Genugtuung war.

Christian Bralla Chamblon 2026 01 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Bralla liess in Chamblon nichts mehr anbrennen © Eichenberger

Du warst bei mehreren Rennen nach dem ersten Lauf «nur» Zweiter – hinter Bürki oder Monnier. Du hast dann aber im zweiten Durchgang das Blatt jeweils immer noch wenden können. Brauchst du diesen Druck? Fährst du dann noch besser?
Grundsätzlich würde ich sagen, dass der Druck keinen besonderen Einfluss auf meine Fahrweise hat. Wenn ich mir die Ergebnisse der letzten Jahre anschaue, ist es mir immer gelungen, hervorragende Leistungen zu erzielen. Natürlich kann der Druck auch dazu führen, dass man Fehler macht, vor allem in einer hart umkämpften Meisterschaft. In diesem Fall ist es mir jedoch gelungen, bis zum Schluss einen klaren Kopf zu behalten und konzentriert zu bleiben. Auch dank der schrittweisen Leistungssteigerung des Autos konnte ich mich von Rennen zu Rennen immer besser entfalten. Die Grundlage für alles bleibt jedoch die grosse Leidenschaft für diesen Sport, die mich antreibt, weiterzumachen und stets zu versuchen, mich zu verbessern.

Und wie gross war die Hilfe von Chico Darani?
Ich habe Chico in den ersten Jahren kennengelernt, als ich mit dem Motorsport angefangen habe, und von da an hat sich sofort eine hervorragende Beziehung entwickelt, aus der später eine grosse Freundschaft geworden ist. Selbst als wir gemeinsam an Rennen teilnahmen und somit in Konkurrenz zueinander standen, sind wir immer sehr eng verbunden geblieben und hatten ein ausgezeichnetes Verhältnis zueinander. Für mich ist das etwas sehr Schönes und Besonderes, denn es zeigt, dass in diesem Sport neben dem Wettkampf auch echte Beziehungen entstehen und bestehen bleiben können. Es hat mich ausserdem sehr gefreut, dass am vergangenen Wochenende neben meiner Familie, die mich immer unterstützt, auch mehrere Freunde aus dem Tessin gekommen sind, um mich anzufeuern. Ihre Anwesenheit und dieses Zusammengehörigkeitsgefühl in einem so wichtigen Moment zu spüren, hat mir sehr viel bedeutet.

Wirst du 2027 deinen Slalom-Titel verteidigen?
Ja, ich werde nächstes Jahr wieder an den Start gehen und versuchen, meinen Titel zu verteidigen.

Christian Bralla Chamblon 2026 02 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Einer der ersten Gratulanten war Chico Darani (rechts) © Eichenberger

Permalink

26.06.2026 Nachruf Beat Wetzel
Beat Wetzel SW ohne logos Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Beat Wetzel, 1956–2026

Am Samstag, 20. Juni, ist Beat Wetzel, ehemaliger Präsident und Unterhaltungschef der Ecurie Basilisk, im Alter von 70 Jahren verstorben. Seine Begeisterung für den Automobilrennsport entwickelte sich bereits in jungen Jahren, nicht zuletzt durch den in Aesch (BL) beheimateten erfolgreichen Automobilsportler Heini Walter. Wetzel trat 1984 der Ecurie Basilisk bei. Ein bedeutendes Projekt jener Zeit war der Aufbau des Rally-Mitsubishi im Auftrag von Werner Schmid, der anschliessend von Ruedi Schmidlin in der Schweizer Rally-Meisterschaft eingesetzt wurde. Beruflich war Beat Wetzel mehrere Jahre als technischer Leiter einer Motorenrevisionsfirma tätig 

Nach bestandener Meisterprüfung stieg er auf einem VW Golf GTI 16V in der Gruppe N in die Schweizer Automobilmeisterschaft ein und wechselte nach einigen Rennen in den VW Golf Cup. 1991 gründete er gemeinsam mit seiner Frau Esthi die Garage Beat Wetzel; der Slogan «Ein Seat von Beat» ist bis heute auf manchem Nummernschildrahmen zu finden. In seiner Garage betreute er zahlreiche Rennfahrzeuge Basler Rennsportfreunde.

Nach dem Ende des Golf Cups erwarb er einen Gruppe-A-Golf, der sich als listig reparierter Totalschaden erwies. Kurzentschlossen baute er auf Basis einer guten Karosserie ein neues Fahrzeug auf und verwendete dabei viele der intakten Komponenten weiter. Zunächst an Bergrennen und Slaloms eingesetzt, startete er von 1996 bis 2006 gemeinsam mit Gilbert Denzer regelmässig in der VLN.

Im historischen Rally Sport fand Wetzel gemeinsam mit seinem Freund Edi Lindenmaier eine neue Herausforderung. Mit einem Porsche 924 nahmen die beiden an Gleichmässigkeitsveranstaltungen in der Schweiz teil. Von 2016 bis März 2026 war Wetzel Präsident der Ecurie Basilisk.

Der Vorstand der Ecurie Basilisk sowie Auto Sport Schweiz sprechen seiner Ehefrau Esthi, den Angehörigen und Freunden von Beat Wetzel sein tief empfundenes Beileid aus.

Text: Sven Friesecke

Permalink

24.06.2026 Vorschau Reitnau: Die Chance für die 2-Liter-Piloten?
Zemp Darbellay Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Schlägt in Reitnau die Stunde der 2-Liter-Fahrer Zemp/Darbellay? © Eichenberger

Am kommenden Sonntag (28. Juni) findet in Reitnau der dritte Lauf zur Schweizer Berg-Meisterschaft 2026 statt. Mehr als 170 Autos stehen am Start. Glaubt man den Prognosen, könnte es, was den Tagessieg angeht, das spannendste Rennen des Jahres werden.

Zwei Mal hat er dieses Jahr schon gewonnen – in Hemberg und in La Roche. Am Sonntag peilt er den Hattrick an. Aber ganz so sicher ist sich Lokalmatador Robin Faustini nicht: «Wenn es ein Rennen gibt, bei dem der Ausgang ziemlich offen ist, dann ist es Reitnau!»

Eine Meinung, die auch andere teilen. Und die in erster Linie auf die Kürze und Charakteristik der Strecke zurückzuführen ist. Mit einer Länge von 1,57 km ist die Strecke in Reitnau 188 Meter kürzer als der Parcours in Hemberg. Und dort war es zum Saisonauftakt im Kampf um den Tagessieg schon ziemlich knapp. 1,34 Sekunden verlor Marcel Steiner in der Addition der beiden schnellsten Läufe auf Sieger Faustini. In den ersten beiden Läufen betrug der Rückstand 0,15 respektive 0,14 sec. Das sind (pro Lauf) knapp 80 Zentimeter, die Steiner auf Faustini fehlten.

Und Steiner ist ja nicht der einzige Verfolger des zweimaligen Schweizer Berg-Meisters. Mit Victor Darbellay und Michel Zemp stehen zwei weitere Fahrer in Reitnau am Start, die dem seit Les Paccots 2023 ungeschlagenen Faustini das Leben schwer machen wollen. «Wenn wir Zwei-Liter-Piloten eine grosse Chance haben, dann am Wochenende in Reitnau», meint Zemp. Ähnlich klingt es aus dem Mund von Darbellay. «Letztes Jahr war Reitnau für mich Neuland. Mit der Erfahrung von 2025 und den zusätzlichen Erkenntnissen, die ich seither gewonnen habe, sehe ich dem Rennen am kommenden Sonntag zuversichtlich entgegen.»

Schnellmann Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Schnellmann: Verbessert er in Reitnau seinen eigenen Rekord? © Eichenberger

Platzhirsch Faustini meint dazu: «Ich habe mehr Leistung, das stimmt. Aber mein Nova ist auch schwerer als die Autos von Michel oder Victor. Vieles wird also davon abhängen, wie gut man aus den Ecken herauskommt. Da haben wir uns für Reitnau natürlich schon einen Plan zurecht gelegt. Ob dieser aber aufgeht, wissen wir erst am Sonntagnachmittag.» Selbiges gilt für Faustinis Streckenrekord vom Vorjahr (47,20 sec). Ob dieser den Angriffen am Wochenende standhalten wird, hängt auch vom Wetter ab. Je höher die Temperaturen, desto schwieriger wird es werden, die Zeiten von 2025, als es ebenfalls drückend warm war, zu toppen. Stand heute sind für Sonntag jedenfalls 34 Grad und steigendes Gewitterrisiko angesagt…     

Auch bei den Tourenwagen wird es wieder spannend. Roger Schnellmann hat angekündigt, dass er in Reitnau wieder voll angasen wird, nachdem er in La Roche nach dem ersten Lauf aufgrund eines Problems mit dem Wasserdruck zusammen gepackt hatte. Gegner Nummer 1 wird aller Voraussicht wieder «Speedmaster» sein. Der Teamchef von MB Motorsport kommt mit seinem frisch erworbenen Ford Escort Cosworth immer besser in Fahrt. In Hemberg musste sich Schnellmann strecken, um ihn hinter sich zu halten.

Auch der Gesamtführende bei den Tourenwagen, Bruno Sawatzki, freut sich auf das Rennen im Aargauischen. Nicht nur wegen der Atmosphäre, der Porsche-Pilot aus dem Rheintal macht sich berechtigte Hoffnungen, auf einen neuen Klassenrekord in der Interswiss. Den hält seit dem Vorjahr Stephan Burri auf seinem VW Scirocco in 56,94 sec. «Diese Zeit ist machbar», sagt Sawatzki. «Und sie würde zwei Extrapunkte geben, was im Verlauf der Meisterschaft noch von entscheidendem Vorteil sein könnte.»  

Sawatzki Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Bruno Sawatzki peilt die Interswiss-Bestzeit an © Eichenberger

Zur Strecke: Mit 1,570 km ist Reitnau die kürzeste Strecke im Rahmen der Schweizer Berg-Meisterschaft 2026. Insgesamt müssen 111 Höhenmeter zurückgelegt werden. Die durchschnittliche Steigung beträgt 6,9 Prozent. Die Schlüsselstellen des Parcours sind die Start- und Zielkurven. Aber auch in der Schikane kann man entscheidende Zeit gewinnen oder verlieren. Die Bestmarke in Reitnau stammt von Robin Faustini – aufgestellt bei der letzten Austragung 2025 in 47,20 sec (= 119,746 km/h). Den Rekord bei den Tourenwagen hält Roger Schnellmann mit seinem Mitsubishi Lancer Evo VIII in 53,90 sec.

Reitnau ist das einzige Bergrennen im Schweizer Kalender, bei welchem nur am Sonntag gefahren wird. Der Zeitplan ist dementsprechend scharf getaktet. Los geht es ab 6.30 Uhr mit dem ersten von zwei Trainingsläufen. Ab 12.10 Uhr  sind dann pro Kategorie je zwei Rennläufe geplant. Die beiden Laufzeiten werden am Ende addiert. Eine Mittagspause gibt es nicht. Dafür einen Gottesdienst von 10.30 bis 11.15 Uhr.

Mehr über das Bergrennen in Reitnau erfahren Sie unter diesem Link

Termine Schweizer Berg-Meisterschaft 2026
6./7. Juni, Hemberg*
13./14. Juni, La Roche – La Berra*
28. Juni, Reitnau
25./26. Juli, Ayent – Anzère*
14.-16. August, St.Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau*
12./13. September, Gurnigel
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots

Anm.: Die mit Sternen versehenen Rennen zählen zur Schweizer Junior-Meisterschaft.

Reitnau Ambiance 01 Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Bergrennen Reitnau: Ein Rennen mit viel Tradition © Eichenberger

Permalink

23.06.2026 Weekend-Report 18/2026
Matteo Cairoli Lausitz 2026 EFR Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Emil Frey Racing feierte in der Lausitz den zweiten Saisonsieg © DTM

Ricardo Feller und das Team Emil Frey Racing haben am Wochenende trotz grosser Hitze beim DTM-Weekend am Lausitzring einen kühlen Kopf bewahrt.

Ricardo Feller hat am Wochenende beim dritten Lauf zur DTM am Lausitzring seinen ersten Podestplatz in dieser Saison an Land gezogen. Der gebürtige Aargauer bekam zwar (wie der vermeintliche Sieger Marco Mapelli) nach dem Rennen eine 15-Sekunden-Strafe aufgebrummt, weil er unter Full-Course-Yellow zu schnell war. Doch weil er nach hinten genug Abstand hatte, konnte Feller seinen dritten Platz im Samstagrennen behalten. Auch am Sonntag gab es aus Schweizer Sicht Positives zu vermelden. Der Italiener Matteo Cairoli im Dienste von Emil Frey Racing sicherte sich seinen zweiten Saisonsieg und übernahm damit auch die Führung im Gesamtklassement. Viel Luft nach hinten hat der Ferrari-Pilot allerdings nicht. Nur ein Punkt hinter Cairoli lauern Maro Engel und Lucas Auer. Feller liegt nach drei von acht Rennen auf Rang 11. Im Sonntagsrennen wurde der Porsche-Pilot aus dem Team Manthey Racing 13.

Nach drei von sechs Rennen hat Felix Hirsiger die Führung im ADAC GT Masters abgeben müssen. Der ehemalige Sieger des Porsche Sports Cup Suisse musste sich am Lausitzring mit den Plätzen 4 und 5 zufrieden geben. Der Lamborghini-Pilot aus dem Team Engstler liegt aber immer noch gut im Rennen. Bei Saisonhalbzeit beträgt sein Rückstand auf das führende Duo lediglich fünf Punkte.

Ricardo Feller Lausitz 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Ricardo Feller wurde im Samstagsrennen Dritter © DTM

Eine magere Punkteausbeute gab es aus Schweizer Sicht beim elften Rennen zur Formel E im chinesischen Sanya. Porsche-Werksfahrer Nico Müller startete von Position 14 und holte als Siebter immerhin noch sechs Zähler. Ein Rennunterbrechung nach einer Massenkollision stoppte jedoch Müllers Aufholjagd. «Ein Platz auf dem Podium wäre ohne diesen Unterbruch sonst möglich gewesen», meinte der Berner. Gar keine Punkte gab es für Sébastien Buemi (13.) und Edoardo Mortara, der das Rennen trotz eines komplett malträtierten Frontspoilers phasenweise sogar noch anführte. «Wir haben einmal mehr bewiesen, dass wir konkurrenzfähig sind», sagte Mortara. «Leider gab es nach dem Restart an meinem Auto ein technisches Problem mit dem Feuerlöscher, der sich von selbst auslöste, und ich musste das Rennen aufgeben.» Weil das in der Meisterschaft vor Mortara liegende Duo Mitch Evans und Oliver Rowland ebenfalls ausfiel, hielt sich der Schaden für den Genfer in Grenzen. Mortara ist vor den drei letzten Doubleheaders in Shanghai, Tokio und London mit 25 Punkten Rückstand auf die Spitze immer noch Meisterschaftsdritter.

Einen sensationellen vierten Platz erzielte Nachwuchstalent Levi Arn beim dritten Lauf zur italienischen Formel-4-Meisterschaft in Monza. Der Jenzer-Pilot startete von Position 18, fuhr die schnellste Rennrunde und überquerte die Ziellinie als Siebter. Nach dem Rennen gab es mehrere Zeitstrafen. Levi rückte auf den vierten Gesamtrang und auf den Platz 1 in der Rookie-Wertung vor. Mehr Zählbares schaute in den verbleibenden Rennen leider nicht heraus. Im zweiten Lauf wurde Arn durch einen Reifenschaden eingebremst, im Finale drehte ihn ein Mitkonkurrent um. Auch Florentin Hattemer durfte in Monza aufs Podium klettern. Der Trident-Pilot landete im dritten Pre-Heat auf Rang 3 und liegt in der Rookie-Wertung zwei Plätze vor Arn auf Rang 5.

21 Arn Jenzer Monza 06 26 01864 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Stark! Levi Arn gewann in Monza die Rookie-Wertung © Jenzer

Permalink

Sponsoren

Gesellschafter

Mitglied von

Ausrüster