Und wieder war es ein gutes Wochenende für die Schweizer auf internationaler Bühne. Nicht nur für Sébastien Buemi, der vor seinem fünften WEC-Titel steht. Mit Thomas Toffel hat zum ersten Mal ein Schweizer die Euro-NASCAR gewonnen!
Sébastien Buemi hat seinen fünften Titel in der Langstrecken-WM auf dem Silbertablett. Der 37-jährige Waadtländer hat nach dem Sieg in Fuji (JAP) von vor zwei Wochen auch am vergangenen Wochenende beim WEC-Rennen in Barcelona triumphiert. Dank einem Doppelsieg hat Toyota schon vor dem Finale in Monza (ITA) am 8. November den Hersteller-Titel im Sack. Buemi und seine Teamkollegen, der Neuseeländer Brendon Hartley und der Japaner Ryo Hirakawa, haben einen Vorsprung von 17 Punkten auf das Schwesterauto mit der #7. «Was für ein fantastischer Tag für das gesamte Team», meinte Buemi. «Es gab eine Menge Stress und ich bin immer noch ein bisschen sauer auf mich selbst wegen der Strafe am Start, aber meine Teamkollegen haben das wieder wettgemacht. Ich freue mich riesig, den Titel mit dem ganzen Team durch einen Doppelsieg zu feiern. Nun hoffe ich natürlich, dass Brendon, Ryo und ich auch noch den Fahrertitel in Monza holen.» Für den zweiten Schweizer bei den Hypercars, Raffaele Marciello (BMW), endete das Rennen nach einem enttäuschenden Quali (Startplatz 16) und einer Zehn-Sekunden-Strafe auf Platz 7.
Den Titel bereits in der Tasche hat Thomas Toffel. Der 35-Jährige aus Givisiez im Kanton Fribourg hat als erster Schweizer die Open-Meisterschaft in der Euro-NASCAR gewonnen. Toffel überquerte im zweiten Finale in Zolder (BEL) als Fünfter die Ziellinie. Das reichte, um seine Titelkonkurrenten Raphael Lessard und Thomas Dombrowski um zwölf respektive 22 Punkte hinter sich zu lassen. Toffel, der für das Schweizer Team THT Race Art Technology fährt (das THT steht für Thomas Toffel), hatte die Saison mit einem Doppelsieg im spanischen Valencia begonnen. Auch beim zweiten Rennen in Le Castellet gewann Toffel. Sechs Mal stand er insgesamt auf dem Podium.
Einen weiteren Podestplatz gab es beim Endurance-Finale der GTWC in Portimão (POR) für Ricardo Feller. Der Aargauer in Diensten von Lionspeed GP belegte beim letzten Rennen der Saison Platz 2 und schaffte es damit noch als Dritter aufs Podium im Gesamtklassement. Durch den Titelgewinn im Sprint-Wettbewerb sicherte sich Feller in beiden Wertungen disziplinenübergreifend den zweiten Rang.
Einen grossartigen Schweizer Erfolg gab es auch bei der Rallye Sanremo. Das Finale der italienischen Rallye-Meisterschaft wurde vom Italiener Fabio Andolfi und dessen Schweizer Co-Pilot Marco Menchini gewonnen. Das Duo setzte sich an die Spitze, nachdem der amtierende Champion Andrea Crugnola nach zwei Reifenschäden vorzeitig aufgeben musste und gewann mit 4,7 Sekunden Vorsprung auf den neuen italienischen Meister Roberto Daprà. Der brandneue Lancia Ypsilon HF Rally2 wurde von DMax Swiss eingesetzt.
Zum Kartsport: Auch dort gab es einen Schweizer Sieg. Iven Ammann hat das ROK Cup Superfinale 2026 in der Kategorie Junior ROK gewonnen. Bereits im Qualifying zeigte Ammann eine überragende Leistung und sicherte sich mit einer Bestzeit von 49,131 Sekunden die Pole-Position im über 300 Fahrer starken internationalen Feld. Auch im Finale liess Ammann (für das Team Innovate Competition am Start) nicht anbrennen und gewann souverän. Für den 15-Jährigen markiert dieser Triumph einen weiteren Meilenstein in seiner noch jungen Karriere, nachdem er sich bereits im Februar durch den Sieg beim ROK Wintercup direkt für das Superfinale qualifizieren konnte.
Für Reto Meisel endete die europäische Bergrennsaison mit einem weiteren grossen Sieg beim Bongo Hill Climb Monsters in Kroatien. Auch Robin Faustini und Andreas Helm setzten sich bestens in Szene.
Das zum sechsten Mal seit 2021 veranstaltete Bongo Hill Climb Monsters in Skradin richtet sich vor allem an leistungsstarke Fahrzeuge, die in acht verschiedene Gruppen eingeteilt wurden. Unter 250 PS geht nichts, eine FIA-Wagenpass ist nicht vorgeschrieben, weshalb auch Rennfahrzeuge nach offenen Reglementen mit bis zu 1200 PS am Start erlaubt und erwünscht sind.
Trotzdem triumphierten am Ende bestbekannte Namen aus der Europa-Bergmeisterschaft, allen voran Reto Meisel und Christian Merli. Der diesjährige Gruppe-1-Europameister aus Leuggern erzielte in beiden Rennläufen einen mit 1000 Euro extra prämierten Streckenrekord für Tourenwagen. Auch im abschliessenden Shoot Out der zehn schnellsten Monster-Tourenwagen war der zweifache Schweizermeister mit seinem Mercedes SLK340 Judd V8 nochmals der Schnellste. «Ich habe nicht einmal attackiert, aber neue Reifen montiert. Dieses Auto ist mir halt an den Hintern gewachsen», drückte sich Meisel salopp aus. Die Plätze 2 und 3 bei den Tourenwagen gingen an die Bulgaren Vasko Vajarov auf Opel Astra und Niki Zlatkov auf Audi Quattro S1 Pikes Peak, beide mit über 800 PS und Allradantrieb.
Den Tagessieg auf der 3387 Meter langen Rennstrecke Skradins am Rande des bekannten Krka-Nationalparks (zwischen Zadar und Split) machten Christian Merli im Nova Proto NP01 mit Cosworth-Motor von Heini Mader und Robin Faustini im bewährten NP01 mit Emap-Turbomotor unter sich aus. Im ersten Heat war der Schweizer noch um 18 Hundertstel schneller, im zweiten Sprint konnte er wegen eines Problems mit dem Motor-Mapping nicht mehr voll aufdrehen.
Der nach einer dreimonatigen Dopingsperre zurückkehrte Italiener fuhr hingegen Tagesbestzeit und holte sich so mit einer Sekunde Vorsprung den Gesamtsieg vor dem Schweizer. Gesamtdritter wurde der auch in der Schweiz bekannte Italiener Fausto Bormolini im Reynard-Cosworth vor den beiden Osella FA30 des neuen Deutschen Bergmeistera Benjamin Noll und des Luxemburger Meisters Tommy Rollinger. Nach Problemen an seinem OsellaPA30 verzichtete Faustinis Papa Simon Hugentobler auf den Start.
«So nahe an Merli dran gewesen zu sein, empfinde ich nicht als Niederlage. Denn ohne das Problem im zweiten Lauf hätte ich ihn heute schlagen können. Hauptsache, alles blieb ganz», bilanzierte Faustini seinen letzten Saisonauftritt. Vielleicht war es auch der letzte mit dem Meisterauto, das zum Verkauf steht und bald einen neuen Besitzer finden könnte. Wie es mit Faustini danach weitergeht, steht noch in den Sternen. Sein Wunschziel ist die Teilnahme an der Europameisterschaft mit einem neuen Auto nach FIA-Standard.
Als dritter Schweizer stieg Andreas Helm aufs Podium – und dies mit dem leistungsschwächsten Auto in der Gruppe der Tourenwagen mit 250 bis 320 PS und ohne Allrad oder Turbo. Helms VW Polo erreichte die Mindestleistung offiziell zwar nicht ganz, trotzdem teilten ihn die Organisatoren im Laufe der Veranstaltung von den Vorfahrern ins Rennfeld um. Nur der Österreicher Tobias Santer im 304 PS starken VW Golf 1 und ein Bulgare in einem Honda waren schneller als Helm, der mit dem Auto auch in der Schweiz mehrere neue 1400er-Klassenrekorde setzte.
Obwohl er sich mit dem vierten Rang deutlich hinter Helm begnügen musste, war «Speedmaster» beim einzigen diesjährigen Bergeinsatz mit dem VW MB Polo durchaus zufrieden. Dies durfte auch Corsin Rietiker sein, der in Meisels Gruppe zum fünften Rang hinter zwei Porsche GT3 aus Österreich und einem infernalischen Lada-Turbo aus Kroatien fuhr. Rietikers selbstentwickelter BMW M3 mit V10-Motor war dem Veranstalter eine Einladung wertgewesen. Zu den stärksten Monstern zählten der Mitsubishi Dementor des norwegischen Time-Attack-Champions Pettersen und der Renault Clio mit 1200 PS des Slowenen Grudnik, die aber beide technische Probleme bekundeten.
Text: Peter Wyss
Seit Montag steht die Schlussrangliste der Interswiss Trophy 2026 fest: Zum sechsten Mal heisste der Sieger Stephan Burri. Die Plätze 2 und 3 gehen an Christophe Oulevay und Werner Rohr.
Er hat es schon wieder getan: Stephan Burri hat zum sechsten Mal nach 2016, 2019, 2022, 2023 und 2024 die Interswiss Trophy gewonnen. Als einziger Fahrer hat Burri das Punktemaximum von 160 Zählern erreicht. Mit dem Streckenrekord in Les Paccots (plus ein Zusatzpunkt) ergab das für den VW-Scirocco-Piloten ein total von 161 Punkten. Zwei «Zwanziger» wurden Burri sogar noch gestrichen: Der Sonntags-Slalom in Bière und der Slalom in Chamblon kamen gar nicht erst in die Endabrechnung.
Der Sieg in der IS Trophy kam Burri gelegen und entschädigte ihn für einen Platz auf dem Gesamtpodium in der Schweizer Tourenwagen-Meisterschaft. Diese führte er bis zum letzten Rennen an. Doch in Les Paccots fiel er aufgrund der Streichergebnisse noch aus den Top 3 heraus. «Der Sieg in der IS Trophy und Platz 2 im Berg-Pokal sind zwei schöne Erfolge», meint Burri. «Vor allem der Gewinn der Interswiss Trophy bedeutet mir viel. Wie die Schweizer Junioren-Meisterschaft ist auch die IS Trophy disziplinenübergreifend. Man muss also am Berg und bei den Slaloms Resultate liefern.»
Hinter Burri sicherte sich Burris Markenkollege Christophe Oulevay, Dritter der diesjährigen Slalom-Meisterschaft, Rang 2 in der IS Trophy. Dritter wurde Werner Rohr auf Toyota Corolla AE 86. Rohr war in den Jahren 2008, 2010 sowie 2014 IS-Trophy-Sieger. Vorjahres-Sieger Arnaud Donzé (VW Golf) landete auf Rang 4. Direkt dahinter Urs Banz auf Opel Ascona. Den kompletten Endstand können Sie der Homepage der Interswiss Trophy entnehmen.
Eine knappe Entscheidung gab es bei den Interswiss-Damen. Dort setzte sich Vanessa Zenklusen (als 15.) mit der identischen Punktzahl gegen VW-Golf-Pilotin Tamara Schöpfer (16.) durch. Weil beide Damen das identische Streichergebnis hatten, musste das bessere Einzelergebnis entscheiden. Und da hatte Zenklusen auf ihrem Subaru Impreza Type R die Nase vorne. Rang 3 unter den Damen ging an Sabrina Fankhauser als 23.
Die Schweizer Rennfans dürfen weiter jubeln. Nach den Titeln von Ricardo Feller (GTWC) und Philip Ellis (IMSA) wurden am vergangenen Wochenende zwei weitere internationale Meisterschaften durch Schweizer Rennfahrer gewonnen: das ADAC GT Masters durch Felix Hirsiger und die ELMS durch Grégoire Saucy.
Felix Hirsiger und sein Teamkollege Finn Zulauf hatten vor dem Finale des ADAC GT Masters in Hockenheim fünf Punkte Rückstand auf das führende Duo. Nach dem ersten Rennen und Platz 2 hinter dem siegreichen Mustang lagen Hirsiger/Zulauf vor dem letzten Rennen plötzlich mit fünf Punkten Vorsprung in Führung. Und weil das Lamborghini-Duo am Sonntag nichts mehr anbrennen liess und zum fünften Mal in dieser Saison den Sieg davontrug, war der Titel im letzten Rennen gar nie in Gefahr. «Mit diesem Titel ist ein Traum wahrgeworden», meinte Hirsiger. «Der Druck hat sich über den ganzen Tag aufgebaut und vor dem Rennen war ich echt nervös. Unsere Konkurrenten waren so schnell zu Beginn und dann auch noch direkt hinter uns. Mein eigener Stint war dann einer der schönsten, den ich je hatte. Ich war so ruhig und gelassen und konnte es wirklich geniessen. Im ersten Anlauf direkt Meister zu werden, ist mehr, als wir uns erträumt hatten.»
Nicht nur Hirsiger hatte am Wochenende allen Grund zum Jubeln. Auch Grégoire Saucy durfte sich über den Gewinn einer Meisterschaft freuen. Der 25-jährige Jurassier gewann das Saisonfinale der ELMS in Portimão (POR) und sicherte sich so nach dem Gewinn der Formula 3 Regional 2021 seinen zweiten internationalen Titel. Auch Saucys Triumph war nie wirklich in Gefahr. Von der Pole-Position gestartet behielt das Trio mit Saucy, dem Briten Ben Hanley und dem Australier Griffin Peebles stets die Kontrolle und gewann am Ende mit zwölf Sekunden Vorsprung zum zweiten Mal in dieser Saison nach dem Triumph in Le Castellet (FRA). «Was war das für eine unglaubliche Saison – fünf Podestplätze in sechs Rennen», meinte Saucy bei der Siegerehrung am späteren Abend. «Die Freude über den Titel ist riesig. Vielen Dank an meine Teamkollegen und United Autosports.» In der LMP3-Klasse hat CLX Motorsport die Saison ebenfalls souverän abgeschlossen. Das Schweizer Team sicherte sich dank des überzeugenden Sieges seines Ligier mit der Startnummer 17, der ebenfalls von der Pole-Position gestartet war, den zweiten ELMS-Titel in Folge.
Keinen zweiten Titel, dafür einen zweiten Platz beim Finale in Hockenheim gab es für Ricardo Feller bei der DTM. Der Aargauer schaffte es im zweiten Rennen am Sonntag aufs Podium und sorgte mit seinen Leistungen und seinem Teamgeist dafür, dass das Team Manthey neben dem Team-Wettbewerb auch den Fahrertitel einfahren konnte. Dieser ging nämlich zum zweiten Mal hintereinander an den Österreicher Thomas Preinig. Für Feller endete die Saison auf dem neunten Gesamtrang. Das Team Emil Frey Racing belegte nach einem durchzogenen Hockenheim-Wochenende Rang 4 in der Teamwertung.
Für Chiara Bättig endete die Saison in der Britischen Formel 4 auf dem 13. Schlussrang. Beim Finale in Brands Hatch belegte die Zürcherin am vergangenen Wochenende die Plätze 10, 8 und 6. Damit war Bättig 13 Mal unter den Top 10. Zwei Mal davon stand sie als Dritte auf dem Podium.
Zum Kartsport: Pech für Zoltan Coigny beim Finale der FIA Karting Academy Trophy in Viterbo (ITA). Zwar gewann der Waadtländer den ersten Vorlauf. Doch im Finale (Coigny startete von P6) fuhr ihm in der dritten Kurve ein Konkurrent von hinten drauf, wodurch der Kühler kaputt ging. Coigny beendete die Saison als Gesamt-Fünfter. Die beiden Schweizer Vertreter bei der OK-N-WM am selbigen Ort schafften es knapp nicht in die Top 10. Iven Ammann wurde Zwölfter, Alexis Genolet 14. Bei den Junioren wurde Orlando Rovelli als bester und einziger Schweizer 17.
Am Wochenende findet im Rahmen der DTM auch das Finale des ADAC GT Masters auf dem Hockenheimring statt. Mittendrin Felix Hirsiger, der als dritter Schweizer in dieser Saison einen GT3-Titel holen könnte.
Zwei GT3-Titel hat die Schweiz 2026 mit Philip Ellis in der IMSA und Ricardo Feller im Sprint Cup der GTWC bereits eingefahren. Am Wochenende könnte mit Felix Hirsiger im ADAC GT Masters ein weiterer dazukommen. Für die Schweiz wäre es nicht der erste Titel in einer der beliebtesten GT3-Meisterschaften Europas. 2019 gewann Patric Niederhauser den Titel im GT Masters. 2021 hiess der Sieger Ricardo Feller. Und auch in den Jahren 2024 und 2025 war ein Schweizer erfolgreich: zwei Mal hintereinander gewann Alexander Fach die Amateur-Wertung.
Vor dem Finale auf dem Hockenheimring am 10./11. Oktober trennen nur fünf Punkte die Tabellenführer von ihren Herausforderern – der engste Titelkampf seit Jahren. An der Spitze liegen mit 184 Punkten die BMW-Piloten Leyton Fourie und Tim Zimmermann. Mit 179 Zählern folgen Hirsiger und sein deutscher Teamkollege Finn Zulauf vom Team Engstler Motorsport in ihrem Lamborghini auf Rang 2. Rechnerisch können auch Kiano Blum/Niklas Kalus im Ford Mustang noch nach der Trophäe greifen. Ihr Rückstand beträgt aber bereits 48 Punkte bei noch 56, die man am Hockenheimring holen kann.
Die reine Statistik spricht mit vier zu drei Siegen auf dem Hockenheimring für das Lamborghini-Duo. Der 28-jährige Hirsiger kommt als zweifacher Champion anderer Serien (Porsche Sports Cup Suisse 2024 und Ferrari Trofeo Pirelli Europe 2025) in das Finale und hat eine klare Zielsetzung: «Das wäre mein dritter Titel in Folge und das ist meine Hauptmotivation. Es würde mir sehr viel bedeuten und wäre natürlich auch für die Zukunft extrem wichtig.»
Die Rennen des ADAC GT Masters (im Rahmen der DTM) finden am Samstag um 15.05 Uhr und am Sonntag um 14.30 Uhr statt. Sie werden live im TV bei Sport1 gezeigt. Wir drücken Felix die Daumen!
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