Am kommenden Sonntag (28. Juni) findet in Reitnau der dritte Lauf zur Schweizer Berg-Meisterschaft 2026 statt. Mehr als 170 Autos stehen am Start. Glaubt man den Prognosen, könnte es, was den Tagessieg angeht, das spannendste Rennen des Jahres werden.
Zwei Mal hat er dieses Jahr schon gewonnen – in Hemberg und in La Roche. Am Sonntag peilt er den Hattrick an. Aber ganz so sicher ist sich Lokalmatador Robin Faustini nicht: «Wenn es ein Rennen gibt, bei dem der Ausgang ziemlich offen ist, dann ist es Reitnau!»
Eine Meinung, die auch andere teilen. Und die in erster Linie auf die Kürze und Charakteristik der Strecke zurückzuführen ist. Mit einer Länge von 1,57 km ist die Strecke in Reitnau 188 Meter kürzer als der Parcours in Hemberg. Und dort war es zum Saisonauftakt im Kampf um den Tagessieg schon ziemlich knapp. 1,34 Sekunden verlor Marcel Steiner in der Addition der beiden schnellsten Läufe auf Sieger Faustini. In den ersten beiden Läufen betrug der Rückstand 0,15 respektive 0,14 sec. Das sind (pro Lauf) knapp 80 Zentimeter, die Steiner auf Faustini fehlten.
Und Steiner ist ja nicht der einzige Verfolger des zweimaligen Schweizer Berg-Meisters. Mit Victor Darbellay und Michel Zemp stehen zwei weitere Fahrer in Reitnau am Start, die dem seit Les Paccots 2023 ungeschlagenen Faustini das Leben schwer machen wollen. «Wenn wir Zwei-Liter-Piloten eine grosse Chance haben, dann am Wochenende in Reitnau», meint Zemp. Ähnlich klingt es aus dem Mund von Darbellay. «Letztes Jahr war Reitnau für mich Neuland. Mit der Erfahrung von 2025 und den zusätzlichen Erkenntnissen, die ich seither gewonnen habe, sehe ich dem Rennen am kommenden Sonntag zuversichtlich entgegen.»
Platzhirsch Faustini meint dazu: «Ich habe mehr Leistung, das stimmt. Aber mein Nova ist auch schwerer als die Autos von Michel oder Victor. Vieles wird also davon abhängen, wie gut man aus den Ecken herauskommt. Da haben wir uns für Reitnau natürlich schon einen Plan zurecht gelegt. Ob dieser aber aufgeht, wissen wir erst am Sonntagnachmittag.» Selbiges gilt für Faustinis Streckenrekord vom Vorjahr (47,20 sec). Ob dieser den Angriffen am Wochenende standhalten wird, hängt auch vom Wetter ab. Je höher die Temperaturen, desto schwieriger wird es werden, die Zeiten von 2025, als es ebenfalls drückend warm war, zu toppen. Stand heute sind für Sonntag jedenfalls 34 Grad und steigendes Gewitterrisiko angesagt…
Auch bei den Tourenwagen wird es wieder spannend. Roger Schnellmann hat angekündigt, dass er in Reitnau wieder voll angasen wird, nachdem er in La Roche nach dem ersten Lauf aufgrund eines Problems mit dem Wasserdruck zusammen gepackt hatte. Gegner Nummer 1 wird aller Voraussicht wieder «Speedmaster» sein. Der Teamchef von MB Motorsport kommt mit seinem frisch erworbenen Ford Escort Cosworth immer besser in Fahrt. In Hemberg musste sich Schnellmann strecken, um ihn hinter sich zu halten.
Auch der Gesamtführende bei den Tourenwagen, Bruno Sawatzki, freut sich auf das Rennen im Aargauischen. Nicht nur wegen der Atmosphäre, der Porsche-Pilot aus dem Rheintal macht sich berechtigte Hoffnungen, auf einen neuen Klassenrekord in der Interswiss. Den hält seit dem Vorjahr Stephan Burri auf seinem VW Scirocco in 56,94 sec. «Diese Zeit ist machbar», sagt Sawatzki. «Und sie würde zwei Extrapunkte geben, was im Verlauf der Meisterschaft noch von entscheidendem Vorteil sein könnte.»
Zur Strecke: Mit 1,570 km ist Reitnau die kürzeste Strecke im Rahmen der Schweizer Berg-Meisterschaft 2026. Insgesamt müssen 111 Höhenmeter zurückgelegt werden. Die durchschnittliche Steigung beträgt 6,9 Prozent. Die Schlüsselstellen des Parcours sind die Start- und Zielkurven. Aber auch in der Schikane kann man entscheidende Zeit gewinnen oder verlieren. Die Bestmarke in Reitnau stammt von Robin Faustini – aufgestellt bei der letzten Austragung 2025 in 47,20 sec (= 119,746 km/h). Den Rekord bei den Tourenwagen hält Roger Schnellmann mit seinem Mitsubishi Lancer Evo VIII in 53,90 sec.
Reitnau ist das einzige Bergrennen im Schweizer Kalender, bei welchem nur am Sonntag gefahren wird. Der Zeitplan ist dementsprechend scharf getaktet. Los geht es ab 6.30 Uhr mit dem ersten von zwei Trainingsläufen. Ab 12.10 Uhr sind dann pro Kategorie je zwei Rennläufe geplant. Die beiden Laufzeiten werden am Ende addiert. Eine Mittagspause gibt es nicht. Dafür einen Gottesdienst von 10.30 bis 11.15 Uhr.
Mehr über das Bergrennen in Reitnau erfahren Sie unter diesem Link.
Termine Schweizer Berg-Meisterschaft 2026
6./7. Juni, Hemberg*
13./14. Juni, La Roche – La Berra*
28. Juni, Reitnau
25./26. Juli, Ayent – Anzère*
14.-16. August, St.Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau*
12./13. September, Gurnigel
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots
Anm.: Die mit Sternen versehenen Rennen zählen zur Schweizer Junior-Meisterschaft.
Ricardo Feller und das Team Emil Frey Racing haben am Wochenende trotz grosser Hitze beim DTM-Weekend am Lausitzring einen kühlen Kopf bewahrt.
Ricardo Feller hat am Wochenende beim dritten Lauf zur DTM am Lausitzring seinen ersten Podestplatz in dieser Saison an Land gezogen. Der gebürtige Aargauer bekam zwar (wie der vermeintliche Sieger Marco Mapelli) nach dem Rennen eine 15-Sekunden-Strafe aufgebrummt, weil er unter Full-Course-Yellow zu schnell war. Doch weil er nach hinten genug Abstand hatte, konnte Feller seinen dritten Platz im Samstagrennen behalten. Auch am Sonntag gab es aus Schweizer Sicht Positives zu vermelden. Der Italiener Matteo Cairoli im Dienste von Emil Frey Racing sicherte sich seinen zweiten Saisonsieg und übernahm damit auch die Führung im Gesamtklassement. Viel Luft nach hinten hat der Ferrari-Pilot allerdings nicht. Nur ein Punkt hinter Cairoli lauern Maro Engel und Lucas Auer. Feller liegt nach drei von acht Rennen auf Rang 11. Im Sonntagsrennen wurde der Porsche-Pilot aus dem Team Manthey Racing 13.
Nach drei von sechs Rennen hat Felix Hirsiger die Führung im ADAC GT Masters abgeben müssen. Der ehemalige Sieger des Porsche Sports Cup Suisse musste sich am Lausitzring mit den Plätzen 4 und 5 zufrieden geben. Der Lamborghini-Pilot aus dem Team Engstler liegt aber immer noch gut im Rennen. Bei Saisonhalbzeit beträgt sein Rückstand auf das führende Duo lediglich fünf Punkte.
Eine magere Punkteausbeute gab es aus Schweizer Sicht beim elften Rennen zur Formel E im chinesischen Sanya. Porsche-Werksfahrer Nico Müller startete von Position 14 und holte als Siebter immerhin noch sechs Zähler. Ein Rennunterbrechung nach einer Massenkollision stoppte jedoch Müllers Aufholjagd. «Ein Platz auf dem Podium wäre ohne diesen Unterbruch sonst möglich gewesen», meinte der Berner. Gar keine Punkte gab es für Sébastien Buemi (13.) und Edoardo Mortara, der das Rennen trotz eines komplett malträtierten Frontspoilers phasenweise sogar noch anführte. «Wir haben einmal mehr bewiesen, dass wir konkurrenzfähig sind», sagte Mortara. «Leider gab es nach dem Restart an meinem Auto ein technisches Problem mit dem Feuerlöscher, der sich von selbst auslöste, und ich musste das Rennen aufgeben.» Weil das in der Meisterschaft vor Mortara liegende Duo Mitch Evans und Oliver Rowland ebenfalls ausfiel, hielt sich der Schaden für den Genfer in Grenzen. Mortara ist vor den drei letzten Doubleheaders in Shanghai, Tokio und London mit 25 Punkten Rückstand auf die Spitze immer noch Meisterschaftsdritter.
Einen sensationellen vierten Platz erzielte Nachwuchstalent Levi Arn beim dritten Lauf zur italienischen Formel-4-Meisterschaft in Monza. Der Jenzer-Pilot startete von Position 18, fuhr die schnellste Rennrunde und überquerte die Ziellinie als Siebter. Nach dem Rennen gab es mehrere Zeitstrafen. Levi rückte auf den vierten Gesamtrang und auf den Platz 1 in der Rookie-Wertung vor. Mehr Zählbares schaute in den verbleibenden Rennen leider nicht heraus. Im zweiten Lauf wurde Arn durch einen Reifenschaden eingebremst, im Finale drehte ihn ein Mitkonkurrent um. Auch Florentin Hattemer durfte in Monza aufs Podium klettern. Der Trident-Pilot landete im dritten Pre-Heat auf Rang 3 und liegt in der Rookie-Wertung zwei Plätze vor Arn auf Rang 5.
In der Schweizer Slalom-Meisterschaft ist am gestrigen Sonntag die Entscheidung gefallen. Der Tessiner Christian Bralla hat sich in Chamblon zum neuen Meister gekürt – vor Alessandro Grispino und Christophe Oulevay.
Ein fünfter Platz in seiner Klasse hätte zum Titelgewinn gereicht. Aber halbe Sachen sind nicht sein Ding. Christian Bralla hat beim Finale der Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026 in Chamblon mit einem weiteren Sieg in der E1 bis 2 Liter alles klar gemacht. Und das schon nach dem ersten Durchgang. Mit einer 3:15,173 min kam er zwar nicht an seine Bestzeit von 2023 heran, aber der Vorsprung des Tessiners in seiner Gruppe war so gross, dass er den zweiten Lauf gar nicht hätte fahren müssen. Bralla fuhr trotzdem – und holte sich in 3:13,445 min den siebten Gruppensieg (im siebten Rennen) und den dritten Tagessieg bei den Tourenwagen in diesem Jahr!
Im Parc fermé angekommen hatte sich Bralla im Handumdrehen ein Meister-T-Shirt übergestreift. Und es dauerte auch nicht lange, bis ihm sein Team – allen voran sein ehemaliger Markenkollege Christian Darani – mit einer kleinen Bierdusche zum ersten Titel gratulierte. Diese Abkühlung hatte sich Bralla verdient. Das Rennen in Chamblon war, was die Konkurrenz betrifft, sicher nicht das härteste für den 48-Jährigen aus Vaglio. Aber die Hitze machte vor allem den Teilnehmenden mit geschlossenen Fahrzeugen zu schaffen. «Bei knapp 70 Grad im Auto ist es nicht einfach die Konzentration zu behalten», meinte Bralla, der schon einmal eine Saison mit lauter «Zwanzigern» hatte: 2023. Damals wurde er aber nur Gesamtdritter, weil Philip Egli und Lukas Eugster die besseren Ergebnisse im SCRATCH hatten als der Mann mit seinem Fiat X1/9.
Zu den ersten Gratulanten gehörte auch Renault-Clio-Pilot Alessandro Grispino. Der Vorjahresmeister stand schon umgezogen beim Parc fermé, als Bralla dort sein Fahrzeug abstellte. «Das ist für mich Ehrensache», meinte Grispino. «Christian hat diesen Titel in diesem Jahr absolut verdient gewonnen. Ich freue mich für ihn.» Grispino war in Chamblon der Einzige, der Bralla noch am Titelgewinn hätte hindern können. Aber dafür hätte Bralla entweder massenweise Pylonen umwerfen oder einen technischen Defekt haben müssen. «Aber das wünscht man einem Fahrer wie ihm, der dieses Jahr so sauber gefahren ist, natürlich nicht», meinte Grispino, der nach Platz 1 im Vorjahr diesmal Gesamtzweiter wurde und damit seine vorzügliche Leistung aus dem Jahr 2025 bestätigte.
Auch Christophe Oulevay, der sich mit einem fünften Gruppensieg in der Interswiss bis 1,6 Liter, den dritten Gesamtrang sicherte, liess es sich nicht nehmen, Bralla zum Titelgewinn zu gratulieren. Der 42-Jährige aus Chavornay (VD) lag vor dem Finale noch auf Platz 2, hatte aber aufgrund der Streichresultat-Regel die schlechteren Karten als Grispino. «Ich freue mich dennoch über diesen dritten Platz», meinte Oulevay. «Seit 18 Jahren fahre ich nun mit meinem VW Scirocco – nun hat es endlich zu einem Platz auf dem Podium gereicht.» Verloren hat Oulevay den zweiten Gesamtrang in Ambri. «Dort habe ich zwei Mal gegen Werner Rohr den Kürzeren gezogen…»
Um noch kurz bei den Tourenwagen zu bleiben: Hinter Bralla, der im SCRATCH Fünfter wurde, sicherte sich Stephan Burri beim Saisonkehraus in Chamblon den zweiten Platz. Der Markenkollege von Oulevay fuhr im ersten Lauf mit 3:14,0 eine absolute Fabelzeit. Auf den zweiten Durchgang verzichtete der schnelle Interswiss-Pilot dann aber aus Sicherheitsgründen. «Ich hatte schon im ersten Lauf ein Problem mit den Bremsen», meinte Burri. «Ich wollte deshalb kein unnötiges Risiko eingehen.» Platz 3 bei den Tourenwagen ging an Fabrice Winiger auf seinem Porsche GT4. Dem Tourenwagen-Tagessieger in Chamblon von 2024 fehlte im Ziel eine Sekunde auf Bralla. Burris ewiger Gegner, Arnaud Donzé, konnte diesmal nicht in die Entscheidung eingreifen. «Ich hatte einen Defekt an den Bremsscheiben», meinte der Jurassier.
Der Kampf um den Tagessieg beim Finale war eine einseitige Angelegenheit. Lionel Ryter fuhr als Einziger unter drei Minuten. Seine Bestzeit von 2:53,719 min war 13,4 Sekunden schneller als die von Samuel Métroz, der sich auf seinem wendigen Formel Arcobalenco den zweiten Gesamtrang sicherte. Hätte Ryter im zweiten Lauf nicht noch einen Torfehler begangen, hätte der Vorsprung sogar 15 Sekunden betragen. Ryters Teilnahme am Finale in Chamblon hing an einem seidenen Faden. In der Woche vor dem Rennen auf dem Armeegelände oberhalb von Yverdon musste der Walliser seinen Motor komplett zerlegen. «Wir hatten beim Bergrennen in La Roche ein Problem mit dem Kolbenring», so Ryter. «Das hat ein paar Überstunden in der Werkstatt verursacht…»
Platz 3 hinter Ryter und Métroz sicherte sich Joffrey Salomon, der ältere Bruder von Bure-Sieger Ursanne Salomon, auf seinem Formel Renault 2.0. Platz 4 im SCRATCH (vor eingangs erwähntem Bralla) ging an Hervé Villoz. Der ehemalige Renault-Clio-Pilot hat sich auf diese Saison mit der Anschaffung eines Formel-3-Dallara einen Traum verwirklicht, hatte aber schon bei seinem Debüt in La Roche gesagt: «Ich habe noch viel Arbeit vor mir…»
Zu den weiteren Klassensiegern in Chamblon, gehörten: Samuel Weibel (Subaru BRZ, SuperSérie), Pierre Mürner (Porsche 992 GT3, SuperSérie Compétition), Hanspeter Thöni (Peugeot 106, PSA Transition Trophy Gr. N), Max Langenegger (Peugeot 208, PSA Transition Trophy Gr. Rally4), Stefan Hänggi (PSA Transition Trophy Gr. A), Nicolas Pasche (Renault Clio 2, N/ISN/R1), Alessandro Grispino (Renault Clio R3, A/ISA/R2 bis 2000 cm3), Jean-Marc Salomon (Ford Fiesta, A/ISA/R2 über 2000 cm3), Christian Yerly (Seat Cupra Leon, TCR), Adrian Bieri (VW Golf, E1 bis 1600 cm3), Christian Bralla (Fiat X1/9, E1 bis 2000 cm3), Kevin Métroz (BMW M3, E1 bis 3000 cm3), Fabrice Winiger (Porsche GT4, E1 über 3000 cm3), Christophe Oulevay (VW Scirocco, IS bis 1600 cm3), Stephan Burri (VW Scirocco, IS bis 2000 cm3), Christophe Martinis (Opel Ascona B, IS bis 3000 cm3), Christoph Zwahlen (Porsche 911, IS über 3000 cm3), Willy Waeber (Porsche 911 SC, Historic), Joël Jäggi (Radical SR4, E2-SC), Samuel Métroz (Formel Arcobaleno, E2-SS bis 1600 cm3), Lionel Ryter (Formel Renault, E2-SS bis 2000 cm3).
Auch im Suzuki Swiss Racing Cup fiel in Chamblon die Entscheidung. Zum ersten Mal in der Geschichte dieses Markenpokals sicherte sich ein Trio den Titel: das Flammer Racing Team mit Patrick Flammer, Reto Steiner und Sandro Fehr. Letzterer machte schon am Samstag im ersten Rennen mit einem Vorsprung von sechs Zehntelsekunden auf Michaël Béring den Sack zu. Auch im Sonntagsrennen hiess die Reihenfolge: Fehr, Béring, Rico Thomann. Diesmal betrug der Rückstand Bérings nur zwei Zehntelsekunden. Ohne Torfehler im zweiten Heat hätte der Mann aus Le Locle gewonnen.
Schnellster LOC-Pilot war in Chamblon Pierre Mürner auf seinem Porsche GT3 992.2 in 3:22,720 min – vor Roger Büeler (BMW M3) und Marius Pache (Caterham). Am Sonntag stellte Michael Pillet (Lotus Exige) die LOC-Bestzeit auf.
Am kommenden Wochenende (20./21. Juni) findet in Chamblon (VD) das Finale der Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026 statt. Der bisher ungeschlagene Christian Bralla hat mit seinem Fiat X1/9 die besten Chancen, erstmals Meister zu werden.
Mitten im Fussball-WM-Fieber findet am kommenden Wochenende das Finale der Schweizer Slalom-Meisterschaft statt. Austragungsort ist wie üblich das Armeegelände in Chamblon (VD), oberhalb von Yverdon-les-Bains. Die Ausgangslage für das Finale ist eindeutig. Der bisher ungeschlagene Christian Bralla hält vor dem letzten Rennen alle Trümpfe in der Hand. Zwar liegt er (auf dem Papier) nur zehn Punkte vor Verfolger Christophe Oulevay. Doch Bralla ist ein erfahrener Fuchs und hat in dieser Saison schon klassenintern Fahrer vom Kaliber eines Ludovic Monnier oder Martin Oliver Bürki geschlagen.
In Chamblon wird Bralla in der E1 bis 2 Liter auf keinen der beiden treffen. Bürki kehrt nach seinem Unfall in Ambri zwar wieder zurück, fährt aber in der E1 bis 3 Liter mit seinem schwarzen BMW, Monnier verzichtet auf den letzten Slalom, weil er sich voll auf die Berg-Meisterschaft konzentriert und dort mit dem VW Golf von Ex-Besitzer Danny Krieg immer besser in Fahrt kommt. Der Vorsprung Brallas lässt vieles zu – sogar einen fünften Platz beim Finale in Chamblon. Rein rechnerisch kommt neben Bralla nämlich nur noch ein anderer Fahrer für den Titel 2026 in Frage: Vorjahresmeister Alessandro Grispino. Der kann mit einem «Zwanziger» (abzüglich seinem Streichergebnis, in diesem Fall also die acht Punkte aus Bure) als Einziger noch auf die 120 Zähler kommen, die Bralla jetzt schon hat. Würde Bralla in einem solchen Fall am Wochenende Fünfter werden, hat auch er ein Streichresultat von acht Punkten. Der Vorteil läge dann aber immer noch beim Tessiner, weil bei dieser Konstellation als nächstes Kriterium die SCRATCH-Ergebnisse zum Zuge kämen – und dort lag Bralla während der ganzen Saison stets vor Grispino.
Die restlichen Verfolger – von Christophe Oulevay (VW Scirocco) über Christophe Maréchal (BMW E30) und Samuel Weibel (Subaru BRZ) – können Bralla, der schon vor dem Finale also mindestens Gesamtzweiter ist, nicht mehr am Titelgewinn hindern. Gleichwohl geht es für sie noch um ein Platz auf dem «Stockerl». Und da hat wiederum Oulevay die besten Chancen.
Auch im Kampf um den Tagessieg hat ein Fahrer alle Trümpfe auf seiner Seite: Lionel Ryter. Weil Rekordtagessieger Philip Egli schon vor Wochen angekündigt hat, dass er auf das Finale verzichten wird, ist der junge Walliser auf seinem Formel Renault 2.0 klarer Favorit. Es sei denn, sein Auto lässt ihn im Stich. Nach den Motorenproblemen in La Roche war unter der Woche nicht sicher, ob Ryter seine «Eva» bis zum Wochenende wieder einsatzbereit kriegt. Ryter hat dieses Jahr bereits die Slaloms von Bière 2, Ambri 1 und Ambri 2 gewonnen. Chamblon wäre sein vierter Tagessieg – damit würde er seine Bestmarke aus dem Vorjahr (ebenfalls vier Siege) egalisieren.
Müsste Ryter aus technischen Gründen auf das Rennen in Chamblon verzichten, würde es am Wochenende einen neuen Tagessieger geben. In Frage kämen der schnelle Samuel Métroz in seinem Formel Arcobaleno oder Joffrey Salomon im Formel Renault 2.0.
Offen ist auch noch die Ausgangslage im Suzuki Swiss Racing Cup. Vor dem Finale in Chamblon (der Suzuki Cup trägt am Wochenende zwei Rennen aus) führt das Flammer Speed Team. Dieses kann, obwohl mehrere Fahrer im Einsatz standen, den Titel holen. In Chamblon soll es Routinier Sandro Fehr für die Flammers richten. Der Vorsprung auf den Zweitplatzierten Rico Thomann, dem Gesamtsieger des Vorjahres, beträgt allerdings nur vier Punkte. Und auch Michaël Béring, ein ausgewiesener Chamblon-Spezialist, ist mit zehn Punkten Rückstand noch gut im Rennen.
Los geht es in Chamblon am Samstag ab 7.00 Uhr mit den Trainings und Rennen der LOCalen (inkl. Suzuki Swiss Racing Cup und PSA Trophy). Auch am Sonntag ist mit den NATionalen Wettbewerben (inkl. Suzuki Swiss Racing Cup und PSA Trophy) bereits ab 7.00 Uhr Action angesagt. Die Rennläufe finden ab 13.35 Uhr statt. Die Siegerehrung soll um ca. 17.30 über die Bühne gehen. Der Eintritt ist frei. Verpflegungsmöglichkeiten gibt es auf Platz. Achtung: Die Wettervorhersage verspricht heisse 35 Grad am Sonntag! Und Schattenplätze sind in Chamblon rar…
Termine Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026
18./19. April, Frauenfeld
25. April, Bière 1
26. April, Bière 2
2. Mai, Ambri 1
3. Mai, Ambri 2
16./17. Mai, Bure
20./21. Juni, Chamblon
Sébastien Buemi und Nico Müller standen bei der 94. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans auf dem Podium. Der Sieg ging an den Toyota mit der #7 mit Mike Conway, Kamui Kobayashi und Nyck Vries.
Zu einem Schweizer Sieg hat es bei den 24 Stunden von Le Mans nicht gereicht. Weder für Sébastien Buemi bei den Prototypen, noch für Nico Müller in der LMP2. Beide standen am Sonntagnachmittag aber dennoch auf dem Podium: Buemi als Dritter im Toyota, Müller als Klassenzweiter für das polnische Team Inter-Europol.
Die Chancen auf einen Schweizer Triumph waren lange intakt. Obwohl der Toyota von Buemi mit der #8 nur von der 15. Position ins Rennen geht. Doch die Japaner sind mit ihrem brandneuen TR010 schon nach wenigen Stunden dort, wo sie hingehören: an der Spitze. Das auch, weil das Team in Sachen Strategie perfekt harmoniert und die beiden Autos früher als die Konkurrenz an die Boxen holt und so unnötigen Zweikämpfen auf der Strecke aus dem Weg geht. In der Nacht kommt es dann zu einem sehenswerten Zweikampf mit dem Cadillac #12 von Louis Delétraz. Rundenlang duellieren sich die beiden.
In den Morgenstunden fällt dann eine Vorentscheidung. Der Cadillac von Delétraz wird während einer Full-Course-Yellow wegen Geschwindigkeitsüberschreitung in der Slow Zone bestraft; zudem muss er einen Notstopp zum Tanken einlegen (unter Full Course Yellow sind nur Tankstopps mit der minimal erforderlichen Kraftstoffmenge erlaubt, was das Auto zwingt, erneut anzuhalten, sobald die grüne Flagge geschwenkt wird). Auch der Toyota von Buemi kommt nicht ungeschoren über die Distanz. Eine Reparatur an den Bremsen kostet mehr als eine Minute. Das bis dato eher unscheinbare Schwesterauto mit der #7 mit Mike Conway, Kamui Kobayashi und Nyck Vries übernimmt das Kommando – und lässt sich auch in der Schlussphase nicht mehr bezwingen. Obwohl der Niederländer Robin Frijns im BMW Druck auf die #7 (Kobayashi) ausübt, bleibt dieser cool und beschert Toyota den ersten Sieg seit vier Jahren. Für Delétraz, der mit Cadillac eine grossartige Show bot, endete das Rennen knapp geschlagen auf dem vierten Platz – hinter Buemi.
Der zweite BMW, der von der Pole- Position gestartete M Hybrid V8 #15 mit Raffele Marciello, verlor die Führung schon vor der ersten Kurve und hatte anschliessend nie die Pace, um vorne mitmischen zu können. Eine Kollision und (später) Elektronikprobleme zwangen BMW nach 272 Runden, das Auto aus dem Rennen zu nehmen.
Auch in der LMP2 waren die Schweizer stark vertreten: Müller im Inter-Europol-Wagen mit der #343 landet auf dem zweiten Platz hinter dem Schwesterauto, nachdem er sich fast das gesamte Rennen über an der Spitze behauptet hatte. Auch das Schweizer Team CLX Motorsport fährt ein hervorragendes Rennen und belegt den fünften Klassenrang – und das mit der jüngsten Fahrerpaarung (alle drei Piloten waren erst 19!) in der Geschichte von Le Mans. Grégoire Saucy landet bei seiner Le-Mans-Premiere auf dem achten Platz in der LMP2. In der LMGT3 reicht es den Schweizern nicht aufs Podium. Das Team Kessel Racing belegt die Plätze 9 und 10.
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