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02.11.2026 Rallye du Valais: Surroca Sieger, Lathion Meister
Lathion Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Nicolas Lathion: 2017 war er Junioren-Meister, jetzt ist er Schweizer Rallye-Meister 2026 © Eichenberger

Der Rallye-Saisonhöhepunkt hat gehalten, was er versprochen hat: Bei der Rallye du Valais gab es mit Yohan Surroca einen neuen Sieger und mit Nicolas Lathion einen neuen Meister. 

Die bekannteste und traditionsreichste Rallye der Schweiz, die Rallye International du Valais, ist um mindestens zwei Kapitel reicher. Zum einen wegen Yohan Surroca (und seinem belgischen Co-Piloten Loïc Dumont), zum anderen wegen Nicolas Lathion und Beifahrerin Morgane Apothéloz. Letztere haben bei ihrer Heimrallye den Schweizer Meistertitel geholt. Allerdings war es eine ganz schöne Zitterpartie. Gleich zwei Mal kam der 36-jährige Walliser während des finalen Wochenendes vom rechten Weg ab. Mit etwas weniger Glück hätte der Traum vom Meistertitel schon im Shakedown am Donnerstag zu Ende gehen können. Lathion rutschte nach einem Verbremser in den Notausgang, verpasste dort haarscharf ein geparktes Auto eines Offiziellen und kam erst in einem Graben zum Stillstand. «Wir hatten Glück gehabt», meinte Lathion später im Servicepark in Martigny. «Wir werden es morgen mit Vorsicht angehen.»

Bis zur elften Prüfung am Samstagnachmittag ging Lathions Plan auf. In jeder Prüfung fuhr der Skoda-Pilot in die Top 10. Der vierte Zwischenrang würde locker zum Titelgewinn reichen. Doch in der 12. WP auf Höhe der «Gorges du Durnand» hinauf zum Lac du Champex übertrieb es Lathion in einer linken Haarnadelkurve. Statt nach einem richtig schönen Drift die Fahrt vorzusetzen, drehte sich der Wagen einmal um die eigene Achse die Böschung hinunter. Beim Aufprall auf die darunterliegende Strasse löste sich der rechte Hinterreifen. Lathion musste das Rad wechseln. Alles in allem handelte er sich dadurch einen Rückstand von 4:44,9 min auf die Spitze ein, was ihn im Gesamtklassement auf Rang 12 (in der Schweizer Wertung auf Position 9) zurückwarf. Weil er sich in der letzten Prüfung im Val de Bagnes dann keine Blösse mehr gab und die achtschnellste Zeit markierte, reichte es ihm zum Gewinn des Titels. Der Vorsprung schmolz aber auf sechs Punkte zusammen. «Egal», meinte Lathion im Ziel. «Wir haben uns unseren Traum erfüllt.» Der Fehler kurz vor Schluss nimmt er auf seine Kappe. Wobei er auch sagt: «Ich hatte das Gefühl, dass die Reifen kühler waren als gewöhnlich. Grundsätzlich war ich einfach froh, dass wir bis dort eine sehr solide Rallye gefahren sind und wir uns mit unserer Fahrweise keinen allzu grossen Rückstand eingehandelt haben. Sodass der Vorsprung bis ins Ziel reichte. Im ersten Moment dachte ich nämlich: Das war’s!»

Surroca Archiv Surroca Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Yohan Surocca: Sieger der Rallye du Valais 2026 © Archiv Surroca

Platz 2 in der Schweizer Meisterschaft ging an Mike Coppens/Christophe Roux. Die Routiniers, die in diesem Jahr ausser der «Valais» nur bei der Rallye du Chablais am Start gestanden hatten, sicherten sich mit einer sehr soliden Leistung Platz 2. Von den 13 Prüfungen beendeten Coppens/Roux neun in den Top 3. «Es ist etwas frustrierend», meinte Coppens. «Ich weiss, was mit dem Auto möglich ist. Und dafür, dass wir keine Risiken eingegangen sind, haben wir pro Prüfung nur wenig verloren – hier eine Sekunde, da eine Sekunde. Es wäre aber mehr möglich gewesen. Aber man darf auch nicht vergessen, dass wir zwischen der Rallye du Chablais und der Rallye du Valais gerade mal 30 Kilometer getestet haben.»

Der Star der Rallye du Valais war aber ein ganz anderer: Yohann Surroca. Der 24-jährige aus Uvrier bei Sion hat erst 2022 mit dem Rallyesport angefangen. Sein bisher bestes Ergebnis im Rahmen der Schweizer Rallye-Meisterschaft war ein siebter Platz 2024 bei seiner Heimrallye im Wallis. Im Vorjahr belegte er bei der RIV Rang 8. Die Mehrheit seiner Rallyes hat der Hyundai-Pilot bisher im Ausland (insbesondere in Frankreich) bestritten. Bei seiner vierten Teilnahme im Wallis gelang ihm nun der ganz grosse Coup. Und das nicht irgendwie durch Zufall, sondern durch eine starke und vor allem konstante Leistung. Schon in der zweiten Prüfung übernahm Surroca die Führung, gab diese kurz vor Etappenschluss am Freitagabend nochmals kurz an Thibault Maret im Citroën C3 ab, sorgte dann aber am zweiten Tag (nach dem sechsfachen Überschlag von Maret) für klare Verhältnisse und katapultierte sich mit dem Valais-Sieg sogar noch auf Platz 3 der Gesamtwertung.

«Ich habe immer von einem Sieg bei der Rallye du Valais geträumt», meinte Surroca, der am zweiten Tag vier Mal die Bestzeit aufstellte. «Ich glaube, das ist der Traum eines jeden Schweizer Rallye-Piloten. Wir haben uns sehr gut auf diese Rallye vorbereitet. Ich kenne auch die Strassen sehr gut. Und wir haben von Anfang an einen guten Rhythmus gefunden.»

Für Maret endete die Heimrallye nach dem Unfall. Der 26-Jährige kam abgesehen von ein paar Prellungen glimpflich davon. Der «moralische» Schaden ist deutlich grösser. «Wir waren gut unterwegs», meinte Maret. «Aber an dieser Stelle bin ich etwas vom Kurs abgekommen und dann ist das Auto gerutscht. Es ist sehr ärgerlich. Wir lagen in Führung und bis zum Ort des Abflugs, sieben Kilometer vor dem Ziel, waren Yohan und ich in derselben Sekunde.» 

Coppens Haenggi Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Platz 2 bei der RIV, Platz 2 in der Meisterschaft: Coppens/Roux © Hänggi

Hinter Surroca und Coppens sicherte sich der Deutsche Albert von Thurn und Taxis (mit Beifahrerin Jara Hain) Platz 3 im Gesamtklassement. Direkt dahinter kam (als Dritter der Schweizer Wertung) Michaël Burri mit seinem belgischen Co-Piloten Maxime Andernack ins Ziel. Für Burri war es die erste Teilnahme an der RIV seit 2024. Damals verunfallte er schwer, gewann aber trotzdem den Titel. Hinter Burri klassierten sich Jonathan Michellod/Stéphane Fellay auf Rang 5. Platz 6 ging an den Polen Jaroslaw Koltun, der am zweiten Tag mit drei Bestzeiten auf sich aufmerksam machte. Die weiteren Top-10-Platzierungen: 7. Ismaël Vuistiner/Florine Kummer (Skoda Fabia), 8. Jason Pritchard/Robert Fagg (GB, Toyota Yaris), 9. Joël Rappaz/Gaëtan Aubry (Skoda Fabia), 10. Yoan Loeffler/Aurélien Chiappello (Skoda Fabia). 

Bester Rally4-Pilot bei der «Valais» war Aurélien Devanthéry mit Beifahrer Michaël Volluz auf einem Peugeot 208 auf Gesamtrang 17. Bei den Rally3-Autos hatte Mathieu Sermier/Yvan Thurre (Renault Clio) die Nase vorne. Bei den S1600ern ging der Klassensieg an Joël Grand. Den Titel im Rallye-Pokal sicherten sich Michaël Esteves/Ismaël Berdayes auf ihrem Opel Corsa Rally4 mit zwei Punkten Vorsprung auf Alain Rey/Estelle Coppex (Renault Clio Rally4) und acht Punkten Vorsprung auf Mathieu Zurkinden/Stéphane Pury auf Peugeot 208 Rally4.

In der historischen Klasse, der VHC, siegten Julien Camandona/Mélanie Crettaz. Der BMW-M3-Pilot lag von der ersten Prüfung an in Führung und baute die kontinuierlich aus. Im Ziel hatte er 1:55 min Vorsprung auf die Markenkollegen Edy und Florence Bérard, die sich in der elften Prüfung auf Platz 2 schoben, nachdem Jérémie Toedtli auf seinem Ford Sierra Cosworth 4x4 ausgefallen war. Rang 3 ging an Aurélien Bouchet/Marie Deroy, ebenfalls auf einem Ford Sierra Cosworth 4x4. Die Krone in der VHC sicherte sich das Duo Bérard – zum vierten Mal nach 2017, 2022 und 2024. Platz 2 ging an Camondona (15 Punkte dahinter). Dritter wurden die Vorjahresmeister Eddy und Marion Tapparel auf ihrem giftgrünen Porsche 911.

In der VHRS ging der Sieg und der Titel an Laurent und Florence Pernet. Das Paar hat die RIV auf ihrem BMW 325ix am gleichmässigsten absolviert. Platz 2 in der Meisterschaft sicherten sich René Winz/Didier Barthe (MG B GT) vor Dominique und Marylaure Udriot (Toyota Celica).

Mehr Infos zur Rallye du Valais finden sie unter diesem Link.

Berard VHC Haenggi Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Edy und Florence Bérard: Vierter Titel in der VHC © Hänggi

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28.10.2026 PSCS: GT3-Titel ging nach Österreich
PSCS Sherwood Neuhofer Burkard Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Sherwood, der neue Meister Neuhofer und Burkard © Porsche

Spannende, mitunter überraschende Titelentscheidungen haben das sechste Rennwochenende des Porsche Sports Cup Suisse geprägt. Der Titel im GT3 Cup ging an den Österreicher Felix Neuhofer. Den letzten Rennsieg sicherte sich Gregor Burkard.

Die Titelentscheidung in der Klasse 1, reserviert für den 510 PS starken 911 GT3 Cup ohne Renn-ABS, entpuppte sich in Misano zu einem wahren Krimi. Schon die Ausgangslage war brisant: Felix Neuhofer ging mit einem Punkt Vorsprung auf Jack Sherwood in das letzte Rennwochenende. Während sich der in Deutschland lebende Österreicher für beide Läufe die Pole-Position und damit jeweils drei Zusatzpunkte gesichert hatte, machte Sherwood im ersten Durchgang ernst und übernahm in der zwölften von 17 Runden die Führung – um den Sieg nachträglich wieder zu verlieren: Der Brite hatte die Streckenbegrenzungen zu oft missachtet und dafür 15 Strafsekunden kassiert. Dies warf ihn auf Rang 2 vor Gregor Burkard zurück, der sich mit frischen Reifen vom Ende des Starterfelds nach vorne gekämpft hatte.

Damit lag Neuhofer vor dem finalen Lauf acht Punkte vorn, doch er erlebte einen Start zum Vergessen: Noch in der ersten Runde kam es zu einem Kontakt mit Sherwood. Der Brite war mit neuen Michelin von Platz 5 gestartet. Neuhofer musste das vordere rechte Rad wechseln lassen und fiel ans Ende des Teilnehmerfelds zurück. Weil er die Kollision verursacht hatte, musste Sherwood in Runde 10 eine Boxendurchfahrt-Strafe antreten. Der 20-Jährige kehrte als Neunter vor seinem Titelrivalen zurück auf die Strecke, im Ziel teilten sie sich die Plätze 8 und 9. Damit stand Neuhofer als neuer Champion des GT3 Cup fest. Der Laufsieg ging an den Meisterschaftsdritten Burkard vor Peter Hegglin, Christian Caramuscia und Ilario Introna. In der Teamwertung siegte Sportec Racing.

In der Gruppe GT4 Clubsport hat David Dias seine Tabellenführung mit dem Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport gegen Kevin Lattion verteidigt. Bei den 911 GT3 R der aktuellen Generation 992 heisst der Champion Patrick Dinkeldein. Der Deutsche krönte seinen Titelgewinn auf dem 4,226 Kilometer langen Kurs nahe Rimini durch einen Gesamtsieg in der Gruppe Open GT. Mit zwei ersten Plätzen in der Klasse 21 für den 911 GT3 Cup mit Traktionskontrolle und Renn-ABS hat sich Levin Gelf in letzter Sekunde zum Champion gekürt. Im Feld der klassischen Rennwagen durfte sich Stefan Roitmayer über zwei Laufsiege mit dem 911 Cup der Generation 993 freuen, den Titel sicherte sich Sebastian Glaser. Mit den Cup-Fahrzeugen der Generation 964 teilten sich Philippe Menotti und Enzo Calderari die Rennerfolge, als Champion dieser Klasse liess sich Florian Schmidhuber trotz eines Ausfalls feiern.

Nach der Pflicht folgte beim Saisonfinale in Misano traditionell die Kür: das zweistündige Nachtrennen, in dem sich mehrere Fahrer ein Cockpit teilen dürfen und in dem oftmals gestandene Profis als Verstärkung antreten. Es zählt zu keiner Wertung. Bei den Porsche 911 GT3 R konnten sich Jörg Dreisow/Manuel Lauck gegen Roderick Christie/Matteo Malucelli und Stephan Heim/Stephan Joos durchsetzen. Bei den traktionskontrollierten 911 GT3 Cup-Rennwagen mit ABS hiessen die Sieger Kjell Lejonkrans/Emil Persson. Sie kamen vor Harald Huber und dem früheren Porsche-Junior Klaus Bachler sowie Loic und Frank Villiger ins Ziel. Bei den 911 GT3 Cup ohne ABS gewannen Gregor Burkard/Marcel Fässler gegen Peter Hegglin/Christopher Zöchling. Wolfgang Triller entschied als Solofahrer die Klasse 40 für den 911 GT3 Cup der Generation 991 für sich. Als bester 718 Cayman GT4 RS Clubsport wurde der Mittelmotor-Porsche von Pascal Delafontaine/Bruno Widmer/Richard Feller gewertet.

Burkard Misano 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Zum Abschluss gab's für Burkard noch einen Sieg © Porsche

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28.10.2026 Vorschau Rallye du Valais: «To finish first, you first have to finish!»
Lathion Cornevaux Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Sie haben alle Trümpfe in der Hand: Lathion/Apothéloz © Cornevaux

Für viele ist es der Saisonhöhepunkt. Für Tabellenführer Nicolas Lathion und Beifahrerin Morgane Apothéloz könnte es die Erfüllung eines Traums werden. Bei der Rallye du Valais, dem Finale der Schweizer Rallye-Meisterschaft, geht es ums Ganze.

Der ehemalige McLaren-Teamchef Ron Dennis (79) hat einst gesagt: «To finish first, you first have to finish!», was soviel bedeutet wie: Um als Erster ins Ziel zu kommen, muss man erst einmal ins Ziel kommen. Treffender könnte man es im Vorfeld der Rallye International du Valais nicht formulieren. Tabellenführer Nicolas Lathion mit Co-Pilotin Morgane Apothéloz muss seine bevorstehende Heimrallye vom 29.-31. Oktober zwar nicht gewinnen, aber um Meister, also Erster zu werden, muss er ins Ziel kommen. Und zwar mindestens als Neunter (in der Schweizer Wertung). 

Wenn man Lathions Ergebnisse aus den vergangenen Jahren herbeizieht, sollte diese Aufgabe lösbar sein. 2023 wurde der Skoda-Pilot aus Charrat Vierter, 2024 Zweiter und im Vorjahr Fünfter bei der RIV. Doch genau darin liegt die Krux. Skoda-Pilot Lathion sagt selber: «Volles Risiko müssen wir nicht nehmen, aber zu vorsichtig dürfen wir auch nicht sein!» Erster Verfolger des 36-Jährigen, der in der Rallye-SM noch nie gewonnen hat, ist Pascal Perroud mit seiner Beifahrerin Charlène Greppin. Der Waadtländer, Markenkollege von Lathion, hat 22 Punkte Rückstand auf die Spitze. Schon 25 Punkte zurück liegt Mike Coppens. Der zweimalige Schweizer Rallye-Meister hat von den bisherigen drei Läufen nur einen bestritten, die Rallye du Chablais. Diese aber zusammen mit seinem Co-Piloten Christophe Roux gewonnen. Coppens zählt auch bei der diesjährigen Rallye du Valais zu den Favoriten, wenngleich ihm natürlich die Praxis 2026 etwas fehlt.

Gleiches gilt aber auch für die Startnummer 3, Jonathan Michellod/Stéphane Fellay. Auch dieses Duo hat in diesem Jahr erst eine Rallye bestritten: die Rallye Monte Carlo im Januar. Mehr Praxis haben Michaël Burri (auf Toyota Yaris GR) und Thibault Maret (Auf Citroën C3). Burri hat in diesem Jahr schon an vier Rallyes teilgenommen. Beim Schweizer Meisterschafts-Auftakt im Jura wurde er Vierter. Maret hat als einziger (neben Lathion) an allen drei bisherigen Schweizer Rallye-Läufen teilgenommen. Sein Rückstand auf den Führenden beträgt bereits 28 Punkte. Dabei fällt vor allem der Nuller bei der ärgerliche Rallye du Chablais ins Gewicht. «Hätten wir dort anständig Punkte geholt, sähe die Ausgangslage heute viel besser aus.» Nicht mehr in die Meisterschaftsentscheidung eingreifen werden Jonathan Hirschi und Florian Gonon. Beide sind bei der diesjährigen RIV nicht am Start. 

Coppens Cornevaux Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Mike Coppens: Holt er seinen dritten Sieg bei seiner Heimrallye? © Cornevaux

Spannend dürfte es auch noch im Schweizer Rallye-Pokal (für hubraumschwächere Fahrzeuge) werden. Vor dem Finale im Wallis führen Michael Esteves/Ismaël Berdayes auf ihrem Opel Corsa. Acht Punkte dahinter lauern Alain Rey/Estelle Coppex auf Renault Clio. Nur einen Punkt dahinter folgt ein Trio mit 22 Punkten: Laurent Bérard/Audrey Zwahlen auf Honda Civic Type R und Laurent Rossi/Florent Clavien auf Peugeot 206 XS. Der dritte Verfolger wird nicht mehr in die Meisterschaft eingreifen: Yohann Surroca startet bei der RIV mit einem Hyundai i20N. Gut möglich, dass er auf den ganz vorderen Plätzen anzutreffen ist. Gespannt sein darf man auch auf das Abschneiden von Yoann Loeffler. Der Vorjahres-Gesamtzweite geht mit seinem Skoda Fabia Rally2 direkt nach den Top 5 ins Rennen. Und dann ist da auch noch Joël Grand. Der Walliser, der zwischen Rallye und Bergrennen pendelt, gibt bei der RIV mit einem Renault Clio S1600 sein Comeback.

«In der historischen Klasse», der VHC, wird es beim Finale im Wallis voraussichtlich auf ein Duell der beiden schnellsten BMW-M3-Duos hinauslaufen. Vor der RIV führen Edy und Florence Bérard 18 Punkte vor Julien Camandona/Melanie Crettaz. Mit Erwin Keller (im Mitsubishi Galant VR4) und Jérémie Toedtli (auf einem Ford Sierra Cosworth 4x4) sind aber auch zwei weitere heisse Sieganwärter am Start. In der VHRS, der Kategorie, in der es um regelmässiges Fahren geht, sind acht Autos am Start. in der modernen Klasse deren drei.

Die Servicezone und das Hauptquartier der Rallye befinden sich in Martigny. Die Rallye beginnt am Donnerstag, 29. Oktober, mit den administrativen Abnahmen, den technischen Kontrollen, einem Shakedown zwischen Martigny und Chariatte und einer «Super Spécial» am Donnerstagabend. Der Start in den zweiten Tag bestehend aus sieben Prüfungen erfolgt am Freitag, 30. Oktober. Am Samstag werden weitere sechs Prüfungen absolviert. Insgesamt werden bei der «Valais» 183,28 Kilometer zurückgelegt. Damit gilt die Rallye als eine Veranstaltung vom Typ 1. 

Mehr Infos zur Rallye du Valais finden sie unter diesem Link.

Termine Schweizer Rallye-Meisterschaft 2026
27./28. März, Critérium Jurassien
28.-30. Mai, Rallye du Chablais
10.-11. Juli, ABGESAGT, Rallye de Bourgogne-Côte Chalonnaise (FRA)
18./19. September, Rally del Ticino
29.-31. Oktober, Rallye International du Valais

Perroud Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Pascal Perroud ist erster Verfolger von Leader Lathion © Eichenberger

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26.10.2026 Fahrer- und Team-Titel für Jenzer Motorsport
Jenzer Hungaroring 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Das Team Jenzer durfte sich auch dieses Jahr über den Gewinn von Team- und Fahrertitel in der FIA F4 CEZ freuen © Jenzer Motorsport

Das letzte Rennwochenende der FIA F4 CEZ entwickelte sich zum Schaulaufen von Jenzer Motorsport. Das Team aus Lyss gewann am Hungaroring nicht nur den Fahrer-, sondern auch den Team-Titel.  

Am Wochenende gab es für die Schweizer Motorsport-Gemeinde gleich zwei Titel zu feiern. Über den einen, den Triumph von Kevin Gilardoni im Lamborghini Super Trofeo, haben wir schon am Samstag berichtet. Am Sonntag durfte auch Jenzer Motorsport jubeln. Das Formel-4-Team aus Lyss/BE hat zum vierten Mal in Serie die FIA F4 CEZ gewonnen. Der diesjährige Meister heisst Elia Weiss und kommt aus Deutschland. Er ist der Sohn der ehemaligen deutschen Rennfahrerin Claudia Hürtgen (55). Und er war 2026 mit zehn Laufsiegen der mit Abstand erfolgreichste Fahrer in der diesjährigen CEZ-Meisterschaft. Weiss hatte den Titel am Hungaroring schon im ersten Rennen sichergestellt. Der 17-jährige Münchner hatte danach aber noch nicht genug: Er siegte auch im dritten Vorlauf und belegte im Finale Rang 2 hinter dem Tschechen Teo Borenstein, der ebenfalls für Jenzer fährt.

Sein bisher bestes Wochenende erwischte Georgiy Zasov. Der einzige Schweizer in Diensten von Jenzer Motorsport (in der F4 CEZ) gewann am Hungaroring sein zweites Formel-4-Rennen. Damit gewann Jenzer nicht nur alle vier Rennen, man sicherte sich auch in allen Läufen die Plätze 2 und 3. Für Zasov endete seine erste komplette F4-Saison auf dem siebten Schlussrang. Die Teamwertung hatte Jenzer schon vor dem Finale in Budapest in der Tasche. Auch dieser Titel ging zum vierten Mal hintereinander nach Lyss – herzliche Gratulation!

«Dieses Wochenende haben wir wirklich dominiert», meint Teamchef Andreas Jenzer. «Der Dank gebührt dem ganzen Team. Die vielen Rennen und dazwischen die Tests fordern von unserer Mannschaft sehr viel. Deshalb ist es dann auch schön, wenn man für die viele Arbeit belohnt wird. Aus Schweizer Sicht hat es mich besonders gefreut, dass Georgiy in den letzten beiden Rennen so erfolgreich war. Er hat an den letzten beiden Rennwochenenden einen wirklichen guten Job gemacht.»

Sein erstes Formel-4-Rennen absolvierte auch Paul Andriotis. Der 15-Jährige aus Morges fuhr bei seiner Premiere für das Team Real Racing aus Rumänien und belegte die Plätze 17 und 15. Im Finale schied der Andriotis, der dieses Jahr auch am Young Drivers Projekt von Auto Sport Schweiz teilnimmt, aus.

Podium Hungaroring Jenzer 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Podium am Hungaroring mit dem Schweizer Georgiy Zasov (2. v.l.) und dem neuen Meister Elia Weiss (2. v.r.) © F4 CEZ

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24.10.2026 Und noch ein Schweizer, der einen GT3-Titel holt
Kevin Gilardoni Meister 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Kevin Gilardoni (links) wurde in Monza neuer Meister in der Lamborghini Super Trofeo Europa

Mit Kevin Gilardoni hat ein weiterer Schweizer einen GT3-Titel geholt. Der siebenmalige Rallye-Ticino-Sieger krönte sich heute Samstag zum neuen Meister der Lamborghini Super Trofeo Europa.

Mit einem Punkt Vorsprung ist Kevin Gilardoni in Monza zum alles entscheidenden Rennwochenende in der Lamborghini Super Trofeo Europa angetreten. Und schon nach dem ersten Lauf gestern Freitag sah es für den 34-Jährigen aus dem Misox vielversprechend aus. Mit einem zweiten Platz bauten Gilardoni und sein italienischer Teamkollege Simone Iaquinta die Tabellenführung aus.

Im zweiten Rennen war dann schon vor dem Start alles klar. Gerade als alles für das letzte Rennen des Jahres bereit war, fielen erste Regentropfen auf den Asphalt von Monza, was die Rennleitung dazu veranlasste, das Rennen als Regenrennen zu deklarieren. Während der Einführungsrunde verlor Patrik Fraboni beim Herausfahren aus der Ascari-Kurve die Kontrolle über seinen Lamborghini, prallte gegen die Leitplanken und beschädigte die rechte Vorderpartie schwer. Ein bitteres Ende für den Fahrer des Oregon Teams, der zusammen mit Silas Rytter noch um den Pro-Titel kämpfte. Der vorzeitige Ausfall des Duos ebnete somit den Weg für Iaquinta und Gilardoni, die den Titel rechnerisch bereits vor dem Erlöschen der Ampeln feiern konnten.

Im Rennen wurde das Duo dann auf Platz 16 abgewinkt. Eine Zehn-Sekunden-Strafe wegen eines Verstosses beim Boxenstopp beeinträchtigte zwar die Chance, die Saison mit einem erneuten Top-Ergebnis abzuschliessen, hatte jedoch keinen Einfluss auf den Gewinn der Meisterschaft. Insgesamt gewann Gilardoni drei Rennen zum diesjährigen Lamborghini Super Trofeo Europa. 

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