Die vergangenen zwei Jahre war Mike Müller (23) im ADAC Junior Cup unterwegs. Zwei Mal wurde er dort Gesamtzweiter. Auf diese Saison wechselt er in den neu geschaffenen Polo Cup – also von 150 zu 300 PS.
Mike Müller hat 2024 den Wechsel vom Kart- in den Automobilrennsport vollzogen. Nach zwei Jahren und zwei zweiten Plätzen im ADAC Junior Cup (auf einem VW up!) sattelt der Berner von 150 auf 300 PS um und absolviert in diesem Jahr den neu geschaffenen VW Polo Cup. Seinem Team wird der ehemalige Schweizer Kart-Champion treu bleiben. Auch 2026 ist Topcar aus Uetendorf (BE) für die Einsätze des 23-Jährigen verantwortlich.
Getestet hat Müller sein neues «Spielzeug» noch nicht. Der erste Test wird erst nach Ostern Mitte April in Hockenheim stattfinden. Immerhin: Müllers neuer 300 PS starker Polo wurde gerade eben frisch foliert. Und der Fahrer kann es kaum abwarten, ehe er erstmals ins Auto steigen darf. «Ich weiss noch nicht genau, was auf mich zukommt», sagt Müller. «Laut dem Organisator (DMV, d. Red.) wurden bisher mehr als 25 Fahrzeuge verkauft. Wie gross das Feld letztendlich sein wird, werden wir am letzten April-Wochenende in Oschersleben beim Saisonauftakt sehen.»
Für Vollgastier Müller ist aber jetzt schon klar: «Ich fahre diesen Cup nicht aus Spass. Ich will regelmässig unter die Top 3 kommen und natürlich auch ein Wörtchen bei der Titelvergabe mitreden.» Der Polo Cup Deutschland startet im Rahmen der DMV Goodyear Racing Days. Es werden insgesamt zwölf Rennen ausgetragen.
Mehr Infos gibt es unter diesem Link.
Am vergangenen Wochenende testeten Rennfahrer in Ambri ihre Boliden. Mit dabei auch der amtierende Schweizer Slalom-Meister Alessandro Grispino, der vormalige Titelgewinner Philip Egli und Herausforderer Lionel Ryter. Stellt sich die Frage: Wer hat das Zeug zum Titelgewinn 2026?
Es war bitterkalt während der von der Equipe Bernoise, dem grössten Motorsportklub der Schweiz, organisierten Testtage auf dem Flugplatz Ambri. Das Rumrennen im Fahrerlager zwecks Stimmenfangs wärmte jedoch. Grund zum Rumrennen gab es in Ambri genug, schliesslich war die Spitze der Schweizer Slalom-Meisterschaft 2025 fast lückenlos vor Ort. Die Anwärter gaben sich alles andere als verdeckt auf die Frage, ob es dieses Jahr zum Meistertitel reiche.
Titelverteidiger Alessandro Grispino winkte auf die Frage gleich ab. «Nein, ich werde meinen Titel nicht verteidigen. Ich besuche dieses Jahr die Höhere Fachschule, die Ausbildung hat Priorität», meinte der 25-jährige Schwyzer, der vergangene Saison mit einem Renault Clio triumphiert hatte. Er hatte mit seinem Papa Claudio Grispino in Ambri ein paar Autos im Einsatz, «die werden primär gefahren, nicht getestet», meinte der Junior schmunzelnd. Für Abwechslung will er auch in der Slalom-SM sorgen. «Vielleicht fahre ich alle Slaloms, aber wenn ich das tue, dann einmal mit diesem Auto, dann mit einem anderen.»
Fest steht, dass Grispino alle Rennen zur Schweizer Juniormeisterschaft fahren will. Das sind die Slaloms in Frauenfeld (19. April), Ambri (2./3. Mai) und Bure (17. Mai) sowie die Bergrennen Hemberg (7. Juni), La Roche (14. Juni), Anzère (26. Juli) und Oberhallau (30. August). Titelverteidiger bei den Junioren, aber vom Alter her nicht mehr startberechtigt, ist Lionel Ryter. Der 26-jährige Walliser mit seinem Formel-Renault – mit Kosenamen «Eva» – hat nur ein Problem: «Ich habe wohl zu wenig Reifen.» Den vorhandenen Gummi werde er sicher für die Slaloms einsetzen. Vier der letzten fünf SM-Läufe des vergangenen Jahres gewann Ryter. «Zu Saisonbeginn machte der Motor zu viele Probleme», erinnerte er sich. Bei den Testtagen in Ambri am letzten Märzwochenende blieb Ryter sorgenfrei. «Ich bin gut vorbereitet, vor den Testtagen in Ambri fuhr ich zweimal auf der Rundstrecke.»
Mit Blick auf die bevorstehende Slalom-Meisterschaft rechnet Ryter mit einer Hürde: Philip Egli. Der 41-jährige Glarner holte mit seinem Formel-3-Dallara seit Herbst 2013 sagenhafte 57 Tagessiege bei Läufen zur Schweizer Slalom-Meisterschaft. Diese Tagessiege bekamen erst 2024 wegen einer Änderung des sportlichen Reglements mehr Gewicht, womit Egli im selben Jahr auch erstmals der längst verdiente Titelgewinn möglich war. Vergangenes Jahr blieb seine Titelverteidigung aber aus, weil Jungspund Ryter plötzlich den Slalomkönig Egli zu bezwingen begann. Das Resultat dieses Formel-Zweikampfs: Egli und Ryter nahmen sich gegenseitig Punkte weg, womit Grispino als Sieger der vergleichsweise kleinen Kategorie A/ISA/R2 bis 2000 Kubikzentimeter Hubraum den Titel holte.
Egli fährt dieses Jahr aber ausser Konkurrenz. «Ich werde neben ein paar Bergrennen nur vier der sieben Slaloms zur Schweizer Meisterschaft fahren. Ich bin nur in Frauenfeld, beim Doppellauf in Bière und in Bure am Start.» Nur zum Plausch fahre er aber nicht mit, betonte der Glarner. «Wenn ich fahre, will ich gewinnen.» Beim Auftakt zur Slalom-SM 2026 am 19. April in Frauenfeld steht er sehr hoch im Kurs, gewann er doch die letzten zehn Slaloms im Thurgau in Serie. Ryter war vergangenes Jahr sehr nahe am Dominator von Frauenfeld dran, bloss 0,62 Sekunden fehlten ihm auf Tagessieger Egli. «Wenn ich ihn dieses Jahr nicht schlage, ist das vermeintlich bereits ein Sieg zu wenig für die Titeljagd», vermutete Ryter bei den Testtagen in Ambri.
Punkte verloren hat in den vergangenen Jahren auch immer wieder Stephan Burri. Der 46-jährige Exilberner, 2023 mit seinem VW Scirocco Bergpokalsieger und Vizemeister der Slalom-SM, hatte aber noch nie so viel Pech wie im vergangenen Jahr. Der Höhepunkt, wenn man so sagen will, war der Unfall beim Bergrennen in Les Rangiers. Tempi passati, in Ambri stand sein Auto öfter aufgebockt und unaufgeregt da. «Er läuft gut», meinte Burri, der über den Winter «ein halbes Auto» wieder aufgebaut habe. «Ich teste hier in Ambri vor allem Pneus.» Eine Unklarheit bleibe aber, gibt Burri auf die Frage nach seinen Ambitionen in diesem Jahr zu. «Ich werde sicher ein paar PS weniger zur Verfügung haben, weil ich den Scirocco dieses Jahr mit Synfuel-Treibstoff fahren werde.»
Mit Blick auf den Schlussstand der Schweizer Slalom-Meisterschaft 2025 gibt es noch andere Fahrer, die durchaus für einen Exploit «a là Grispino» fähig sind. Yves Hängärtner, Vizechampion 2025, ist es nicht. Er hat seinen GP3-Dallara gegen einen Toyota GT86 getauscht und fährt vor allem LOC-Rennen. Aber da wären ja auch noch Samuel Weibel, Dritter der Slalom-SM 2025 (sechs Klassensiege) oder Christian Bartlome (5. Endrang 2025, vier Klassensiege), nur um ein paar Namen zu nennen. Die Frage bleibt also vorerst unbeantwortet: Wer hat das Zeug zum Titelgewinn 2026?
Text: Werner J. Haller
Weitere Fotos gibt es auf den Facebook-Seiten von Haller Tschei und Hartmann Peter
Eric Jordan (55) ist Präsident der AOR, der Schweizerischen Vereinigung der Rallye-Veranstalter und Mitglied im Komitee Rallye. Als solcher nimmt er zu den wichtigsten aktuellen Fragen rund um die Schweizer Rallye-Meisterschaft Stellung.
Du bist Mitglied des Komitee Rallye, Präsident der AOR sowie Veranstalter der Rallye du Chablais. Erklär unseren Lesern doch mal, was du in diesen Positionen zu tun hast?
Eric Jordan: Die Funktion des Präsidenten der AOR ist symbolisch; es handelt sich um einen «Freundeskreis», der die Rallye-Veranstalter zusammenbringt. Die AOR hat keine Entscheidungsbefugnis. Bei unseren Sitzungen tauschen wir Ideen und Erfahrungen aus und versuchen, uns abzustimmen, um dem Komitee Rallye Vorschläge zu unterbreiten. Als Veranstalter der Rallye du Chablais kümmre ich mich um die Organisation. Das ist bei einer Rallye sehr komplex. Wir haben das Glück, in der Region gut verankert zu sein. Und wir haben über die Jahre ein Vertrauensverhältnis zu unseren Partnern aufbauen können. Die Rolle des Organisationspräsidenten der Rallye du Chablais ist vielfältig. Sie erstreckt sich über das ganze Jahr und nimmt einen Grossteil meiner Freizeit in Anspruch, da wir alle diese Aufgaben neben unseren beruflichen Tätigkeiten ehrenamtlich wahrnehmen. Meine Hauptaufgaben bestehen darin, eine Strecke festzulegen, Finanzierungen und Sponsoren zu finden und regelmässige Kontakte zu den kommunalen, kantonalen, militärischen und polizeilichen Behörden zu pflegen. Im Weiteren geht es darum, die Mitglieder der Komitees und die Verantwortlichen der 45 Ressorts zu motivieren und zu unterstützen. Man muss alles im Blick behalten und versuchen, so viel wie möglich zu delegieren. Die Mitglieder des Exekutivkomitees unterstützen mich bei all diesen Aufgaben sehr.
Die letzten Jahre haben einen Trend aufgezeigt: Die Rallye du Chablais und die Rallye du Valais sind in Sachen Teilnehmende die beiden klar führenden Rallyes in der Schweiz. Im Jura und im Tessin ist die Zahl der Teilnehmenden eher rückläufig. Woran liegt das?
Im Vergleich zu den 2000er-Jahren ist ein allgemeiner Rückgang der Teilnehmerzahlen zu verzeichnen. Das gleiche Phänomen ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, auch in den Nachbarländern zu beobachten. Dies ist auf einen Mentalitäts- und Wahrnehmungswandel bei jungen Menschen zurückzuführen: Mit 18 Jahren hat Autofahren für sie nicht unbedingt Priorität. Ausserdem gibt es heute viel mehr Freizeitaktivitäten, und der Motorsport ist finanziell und zeitlich sehr aufwändig. Die Fahrer sind zu Dienstleistern geworden und immer weniger zu Mechanikbegeisterten.
Es gibt kaum noch Teams, die die komplette Schweizer Rallye-Meisterschaft bestreiten (2025 waren es drei Rally2-Teams), obwohl man seit 2025 nur noch fünf Rallyes austrägt, um so die Kosten in Grenzen zu halten. Warum ist das so?
Proportional gesehen ist es in der französischen und italienischen Meisterschaft genauso. Von allen Teams nimmt nur eine Minderheit an der Meisterschaft teil. Das ist natürlich in erster Linie eine Frage der Finanzen. Die Mehrheit wählt unter Berücksichtigung des Budgets und der verfügbaren Zeit ein, zwei oder drei Rallyes aus. Die Teams wollen in erster Linie Spass haben, bevor sie einen Titel anstreben.
Wie siehst du die Zukunft des Schweizer Rallyesports?
Wir haben das Glück, dass es Veranstaltungen gibt, die schon seit langem bestehen und in ihrer Region fest verankert sind. Solche Veranstaltungen sind aus sportlicher, touristischer und wirtschaftlicher Sicht interessant. Und solange es engagierte und leidenschaftliche Leute gibt, die sie organisieren, Freiwillige, die sich einbringen, und Teams, die verstehen, wie wichtig es ist, daran teilzunehmen, bin ich ziemlich zuversichtlich für die Zukunft. Heute wäre es sehr schwierig, eine neue Rallye zu starten oder wiederzubeleben. Und noch schwieriger ist es, neue Organisatoren zu finden, die sie auf die Beine stellen!
Was muss/kann für den Rallye-Nachwuchs gemacht werden?
Da es in der Schweiz keine Marken-Meisterschaft mehr gibt und die Importeure nicht wirklich über eine Motorsportabteilung verfügen, ist es schwierig, Lösungen für Junioren zu finden. Auch hier geht es wieder um die Frage der Verhältnismässigkeit im Verhältnis zur Gesamtzahl der Lizenznehmer. Die ganz jungen Kartfahrer wenden sich eher dem Formelsport zu. Man müsste sie mit einer Kategorie leistungsstarker und wirtschaftlicher Autos im Rahmen einer Trophäe mit Prämien anlocken. Ohne kohärente Preisgelder wird es sehr schwierig sein, junge Menschen zu motivieren. Es finden Gespräche mit internationalen Trophäen statt, bisher jedoch ohne Erfolg.
Du bist auch verantwortlich für die E-Rallye du Chablais. Ist diese Art von Rallye die Zukunft oder wird es ein Nischenprodukt bleiben?
Unter dem Label «E-Rallye du Chablais» wollten wir alle Fahrzeuge mit alternativen Antrieben zusammenfassen. Ob man dafür oder dagegen ist, spielt keine Rolle. Das Ziel ist es, alle Arten von Antrieben nebeneinander fahren zu lassen, so wie es auch auf den Strassen im Alltag der Fall ist. Ich persönlich glaube fest an synthetische Kraftstoffe. Ich hoffe, dass sich dieser Markt in Zukunft weiterentwickeln wird.
Anm.: Das Interview ist Mitte März im Magazin von Auto Sport Schweiz erschienen.
Die letzte erfolgreiche Schweizer Rallye-Meisterschaft Junior fand 2021 statt. Damals gewann (etwas umstritten) Jérémie Toedtli vor David Erard und Guillaume Girolamo. Sieben Fahrer respektive Fahrerinnen kamen in die Endabrechnung. Seither ist die Zahl der Teilnehmenden massiv zurückgegangen. 2026 wird – aus Mangel an Anmeldungen – die Rallye-Meisterschaft Junior ausgesetzt.
Mehr zum Thema Schweizer Rallye-Meisterschaft und in diesem Zusammenhang auch über den Nachwuchs erfahren Sie in unserem Interview mit Eric Jordan, Präsident der AOR, der Schweizerischen Vereinigung der Rallye-Veranstalter, Mitglied im Komitee Rallye und Organisator der Rallye du Chablais.
Aufgrund dessen, dass ein Deutscher Online-Streamer «Werbung» für die Gratis iRacing-Codes der FIA (welche u.a. bei Auto Sport Schweiz bezogen werden können) gemacht hat, wurden seit gestern Montag, 30.03.2026, mehrere hundert iRacing-Codes bei Auto Sport Schweiz bestellt.
Dies führt dazu, dass der reguläre Arbeitsbetrieb zum Erlahmen kommt und die zentrale info-Adresse massiv angeschrieben wird (mit bis 20 Mails pro Minute).
Aufgrund dessen und insbesondere auch aufgrund der Tatsache, dass diese Codes in erster Linie für Personen mit einem Wohnsitz in der Schweiz gedacht sind (jeder Landesverband kann für sein Land solche Codes in Anspruche nehmen und vertreiben), wird die Aktion seitens Auto Sport Schweiz bis auf weiteres gestoppt und ausgesetzt.
Es werden keine iRacing Codes mehr an Personen abgegeben, welche keinen Wohnsitz in der Schweiz haben. Bestellungen werden nur noch akzeptiert, wenn der Antragssteller einen festen Wohnsitz in der Schweiz hat.
Wir bitten um Kenntnisnahme.
Auto Sport Schweiz
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