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22.06.2026 Slalom Chamblon: Bralla Meister – Grispino/Oulevay auf den Ehrenplätzen
Grispino Bralla Oulevay Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Die Top 3 von 2026: Grispino, Bralla und Oulevay (v.l.) © Eichenberger

In der Schweizer Slalom-Meisterschaft ist am gestrigen Sonntag die Entscheidung gefallen. Der Tessiner Christian Bralla hat sich in Chamblon zum neuen Meister gekürt – vor Alessandro Grispino und Christophe Oulevay.

Ein fünfter Platz in seiner Klasse hätte zum Titelgewinn gereicht. Aber halbe Sachen sind nicht sein Ding. Christian Bralla hat beim Finale der Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026 in Chamblon mit einem weiteren Sieg in der E1 bis 2 Liter alles klar gemacht. Und das schon nach dem ersten Durchgang. Mit einer 3:15,173 min kam er zwar nicht an seine Bestzeit von 2023 heran, aber der Vorsprung des Tessiners in seiner Gruppe war so gross, dass er den zweiten Lauf gar nicht hätte fahren müssen. Bralla fuhr trotzdem – und holte sich in 3:13,445 min den siebten Gruppensieg (im siebten Rennen) und den dritten Tagessieg bei den Tourenwagen in diesem Jahr!

Im Parc fermé angekommen hatte sich Bralla im Handumdrehen ein Meister-T-Shirt übergestreift. Und es dauerte auch nicht lange, bis ihm sein Team – allen voran sein ehemaliger Markenkollege Christian Darani – mit einer kleinen Bierdusche zum ersten Titel gratulierte. Diese Abkühlung hatte sich Bralla verdient. Das Rennen in Chamblon war, was die Konkurrenz betrifft, sicher nicht das härteste für den 48-Jährigen aus Vaglio. Aber die Hitze machte vor allem den Teilnehmenden mit geschlossenen Fahrzeugen zu schaffen. «Bei knapp 70 Grad im Auto ist es nicht einfach die Konzentration zu behalten», meinte Bralla, der schon einmal eine Saison mit lauter «Zwanzigern» hatte: 2023. Damals wurde er aber nur Gesamtdritter, weil Philip Egli und Lukas Eugster die besseren Ergebnisse im SCRATCH hatten als der Mann mit seinem Fiat X1/9.

Bralla Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Souverän: Bralla liess in Chamblon nichts mehr anbrennen © Eichenberger

Zu den ersten Gratulanten gehörte auch Renault-Clio-Pilot Alessandro Grispino. Der Vorjahresmeister stand schon umgezogen beim Parc fermé, als Bralla dort sein Fahrzeug abstellte. «Das ist für mich Ehrensache», meinte Grispino. «Christian hat diesen Titel in diesem Jahr absolut verdient gewonnen. Ich freue mich für ihn.» Grispino war in Chamblon der Einzige, der Bralla noch am Titelgewinn hätte hindern können. Aber dafür hätte Bralla entweder massenweise Pylonen umwerfen oder einen technischen Defekt haben müssen. «Aber das wünscht man einem Fahrer wie ihm, der dieses Jahr so sauber gefahren ist, natürlich nicht», meinte Grispino, der nach Platz 1 im Vorjahr diesmal Gesamtzweiter wurde und damit seine vorzügliche Leistung aus dem Jahr 2025 bestätigte.

Auch Christophe Oulevay, der sich mit einem fünften Gruppensieg in der Interswiss bis 1,6 Liter, den dritten Gesamtrang sicherte, liess es sich nicht nehmen, Bralla zum Titelgewinn zu gratulieren. Der 42-Jährige aus Chavornay (VD) lag vor dem Finale noch auf Platz 2, hatte aber aufgrund der Streichresultat-Regel die schlechteren Karten als Grispino. «Ich freue mich dennoch über diesen dritten Platz», meinte Oulevay. «Seit 18 Jahren fahre ich nun mit meinem VW Scirocco – nun hat es endlich zu einem Platz auf dem Podium gereicht.» Verloren hat Oulevay den zweiten Gesamtrang in Ambri. «Dort habe ich zwei Mal gegen Werner Rohr den Kürzeren gezogen…»

Um noch kurz bei den Tourenwagen zu bleiben: Hinter Bralla, der im SCRATCH Fünfter wurde, sicherte sich Stephan Burri beim Saisonkehraus in Chamblon den zweiten Platz. Der Markenkollege von Oulevay fuhr im ersten Lauf mit 3:14,0 eine absolute Fabelzeit. Auf den zweiten Durchgang verzichtete der schnelle Interswiss-Pilot dann aber aus Sicherheitsgründen. «Ich hatte schon im ersten Lauf ein Problem mit den Bremsen», meinte Burri. «Ich wollte deshalb kein unnötiges Risiko eingehen.» Platz 3 bei den Tourenwagen ging an Fabrice Winiger auf seinem Porsche GT4. Dem Tourenwagen-Tagessieger in Chamblon von 2024 fehlte im Ziel eine Sekunde auf Bralla. Burris ewiger Gegner, Arnaud Donzé, konnte diesmal nicht in die Entscheidung eingreifen. «Ich hatte einen Defekt an den Bremsscheiben», meinte der Jurassier.

Grispino Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Schrecksekunde im Training: Grispino mit Plattfuss vorne rechts © Eichenberger

Der Kampf um den Tagessieg beim Finale war eine einseitige Angelegenheit. Lionel Ryter fuhr als Einziger unter drei Minuten. Seine Bestzeit von 2:53,719 min war 13,4 Sekunden schneller als die von Samuel Métroz, der sich auf seinem wendigen Formel Arcobalenco den zweiten Gesamtrang sicherte. Hätte Ryter im zweiten Lauf nicht noch einen Torfehler begangen, hätte der Vorsprung sogar 15 Sekunden betragen. Ryters Teilnahme am Finale in Chamblon hing an einem seidenen Faden. In der Woche vor dem Rennen auf dem Armeegelände oberhalb von Yverdon musste der Walliser seinen Motor komplett zerlegen. «Wir hatten beim Bergrennen in La Roche ein Problem mit dem Kolbenring», so Ryter. «Das hat ein paar Überstunden in der Werkstatt verursacht…»

Platz 3 hinter Ryter und Métroz sicherte sich Joffrey Salomon, der ältere Bruder von Bure-Sieger Ursanne Salomon, auf seinem Formel Renault 2.0. Platz 4 im SCRATCH (vor eingangs erwähntem Bralla) ging an Hervé Villoz. Der ehemalige Renault-Clio-Pilot hat sich auf diese Saison mit der Anschaffung eines Formel-3-Dallara einen Traum verwirklicht, hatte aber schon bei seinem Debüt in La Roche gesagt: «Ich habe noch viel Arbeit vor mir…» 

Ryter Cornevaux Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Lionel Ryter auf dem Weg zu einem ungefährdeten Tagessieg © Cornevaux

Zu den weiteren Klassensiegern in Chamblon, gehörten: Samuel Weibel (Subaru BRZ, SuperSérie), Pierre Mürner (Porsche 992 GT3, SuperSérie Compétition), Hanspeter Thöni (Peugeot 106, PSA Transition Trophy Gr. N), Max Langenegger (Peugeot 208, PSA Transition Trophy Gr. Rally4), Stefan Hänggi (PSA Transition Trophy Gr. A), Nicolas Pasche (Renault Clio 2, N/ISN/R1), Alessandro Grispino (Renault Clio R3, A/ISA/R2 bis 2000 cm3), Jean-Marc Salomon (Ford Fiesta, A/ISA/R2 über 2000 cm3), Christian Yerly (Seat Cupra Leon, TCR), Adrian Bieri (VW Golf, E1 bis 1600 cm3), Christian Bralla (Fiat X1/9, E1 bis 2000 cm3), Kevin Métroz (BMW M3, E1 bis 3000 cm3), Fabrice Winiger (Porsche GT4, E1 über 3000 cm3), Christophe Oulevay (VW Scirocco, IS bis 1600 cm3), Stephan Burri (VW Scirocco, IS bis 2000 cm3), Christophe Martinis (Opel Ascona B, IS bis 3000 cm3), Christoph Zwahlen (Porsche 911, IS über 3000 cm3), Willy Waeber (Porsche 911 SC, Historic), Joël Jäggi (Radical SR4, E2-SC), Samuel Métroz (Formel Arcobaleno, E2-SS bis 1600 cm3), Lionel Ryter (Formel Renault, E2-SS bis 2000 cm3).

Auch im Suzuki Swiss Racing Cup fiel in Chamblon die Entscheidung. Zum ersten Mal in der Geschichte dieses Markenpokals sicherte sich ein Trio den Titel: das Flammer Racing Team mit Patrick Flammer, Reto Steiner und Sandro Fehr. Letzterer machte schon am Samstag im ersten Rennen mit einem Vorsprung von sechs Zehntelsekunden auf Michaël Béring den Sack zu. Auch im Sonntagsrennen hiess die Reihenfolge: Fehr, Béring, Rico Thomann. Diesmal betrug der Rückstand Bérings nur zwei Zehntelsekunden. Ohne Torfehler im zweiten Heat hätte der Mann aus Le Locle gewonnen.

Schnellster LOC-Pilot war in Chamblon Pierre Mürner auf seinem Porsche GT3 992.2 in 3:22,720 min – vor Roger Büeler (BMW M3) und Marius Pache (Caterham). Am Sonntag stellte Michael Pillet (Lotus Exige) die LOC-Bestzeit auf.

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Oulevay: Nach 18 Jahren endlich auf dem Gesamtpodium © Eichenberger

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18.06.2026 Vorschau Slalom Chamblon: Nur einer kann Bralla noch am Titelgewinn hindern
Bralla Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Christian Bralla kann in Chamblon Slalom-Meister werden © Eichenberger

Am kommenden Wochenende (20./21. Juni) findet in Chamblon (VD) das Finale der Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026 statt. Der bisher ungeschlagene Christian Bralla hat mit seinem Fiat X1/9 die besten Chancen, erstmals Meister zu werden.

Mitten im Fussball-WM-Fieber findet am kommenden Wochenende das Finale der Schweizer Slalom-Meisterschaft statt. Austragungsort ist wie üblich das Armeegelände in Chamblon (VD), oberhalb von Yverdon-les-Bains. Die Ausgangslage für das Finale ist eindeutig. Der bisher ungeschlagene Christian Bralla hält vor dem letzten Rennen alle Trümpfe in der Hand. Zwar liegt er (auf dem Papier) nur zehn Punkte vor Verfolger Christophe Oulevay. Doch Bralla ist ein erfahrener Fuchs und hat in dieser Saison schon klassenintern Fahrer vom Kaliber eines Ludovic Monnier oder Martin Oliver Bürki geschlagen.

In Chamblon wird Bralla in der E1 bis 2 Liter auf keinen der beiden treffen. Bürki kehrt nach seinem Unfall in Ambri zwar wieder zurück, fährt aber in der E1 bis 3 Liter mit seinem schwarzen BMW, Monnier verzichtet auf den letzten Slalom, weil er sich voll auf die Berg-Meisterschaft konzentriert und dort mit dem VW Golf von Ex-Besitzer Danny Krieg immer besser in Fahrt kommt. Der Vorsprung Brallas lässt vieles zu – sogar einen fünften Platz beim Finale in Chamblon. Rein rechnerisch kommt neben Bralla nämlich nur noch ein anderer Fahrer für den Titel 2026 in Frage: Vorjahresmeister Alessandro Grispino. Der kann mit einem «Zwanziger» (abzüglich seinem Streichergebnis, in diesem Fall also die acht Punkte aus Bure) als Einziger noch auf die 120 Zähler kommen, die Bralla jetzt schon hat. Würde Bralla in einem solchen Fall am Wochenende Fünfter werden, hat auch er ein Streichresultat von acht Punkten. Der Vorteil läge dann aber immer noch beim Tessiner, weil bei dieser Konstellation als nächstes Kriterium die SCRATCH-Ergebnisse zum Zuge kämen – und dort lag Bralla während der ganzen Saison stets vor Grispino.

Grispino Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Vorjahresmeister Alessandro Grispino in seinem Renault Clio © Eichenberger

Die restlichen Verfolger – von Christophe Oulevay (VW Scirocco) über Christophe Maréchal (BMW E30) und Samuel Weibel (Subaru BRZ) – können Bralla, der schon vor dem Finale also mindestens Gesamtzweiter ist, nicht mehr am Titelgewinn hindern. Gleichwohl geht es für sie noch um ein Platz auf dem «Stockerl». Und da hat wiederum Oulevay die besten Chancen. 

Auch im Kampf um den Tagessieg hat ein Fahrer alle Trümpfe auf seiner Seite: Lionel Ryter. Weil Rekordtagessieger Philip Egli schon vor Wochen angekündigt hat, dass er auf das Finale verzichten wird, ist der junge Walliser auf seinem Formel Renault 2.0 klarer Favorit. Es sei denn, sein Auto lässt ihn im Stich. Nach den Motorenproblemen in La Roche war unter der Woche nicht sicher, ob Ryter seine «Eva» bis zum Wochenende wieder einsatzbereit kriegt. Ryter hat dieses Jahr bereits die Slaloms von Bière 2, Ambri 1 und Ambri 2 gewonnen. Chamblon wäre sein vierter Tagessieg – damit würde er seine Bestmarke aus dem Vorjahr (ebenfalls vier Siege) egalisieren.

Müsste Ryter aus technischen Gründen auf das Rennen in Chamblon verzichten, würde es am Wochenende einen neuen Tagessieger geben. In Frage kämen der schnelle Samuel Métroz in seinem Formel Arcobaleno oder Joffrey Salomon im Formel Renault 2.0. 

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Christophe Oulevay liebäugelt mit einem Podestplatz © Eichenberger

Offen ist auch noch die Ausgangslage im Suzuki Swiss Racing Cup. Vor dem Finale in Chamblon (der Suzuki Cup trägt am Wochenende zwei Rennen aus) führt das Flammer Speed Team. Dieses kann, obwohl mehrere Fahrer im Einsatz standen, den Titel holen. In Chamblon soll es Routinier Sandro Fehr für die Flammers richten. Der Vorsprung auf den Zweitplatzierten Rico Thomann, dem Gesamtsieger des Vorjahres, beträgt allerdings nur vier Punkte. Und auch Michaël Béring, ein ausgewiesener Chamblon-Spezialist, ist mit zehn Punkten Rückstand noch gut im Rennen.

Los geht es in Chamblon am Samstag ab 7.00 Uhr mit den Trainings und Rennen der LOCalen (inkl. Suzuki Swiss Racing Cup und PSA Trophy). Auch am Sonntag ist mit den NATionalen Wettbewerben (inkl. Suzuki Swiss Racing Cup und PSA Trophy) bereits ab 7.00 Uhr Action angesagt. Die Rennläufe finden ab 13.35 Uhr statt. Die Siegerehrung soll um ca. 17.30 über die Bühne gehen. Der Eintritt ist frei. Verpflegungsmöglichkeiten gibt es auf Platz. Achtung: Die Wettervorhersage verspricht heisse 35 Grad am Sonntag! Und Schattenplätze sind in Chamblon rar…

Termine Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026
18./19. April, Frauenfeld
25. April, Bière 1
26. April, Bière 2
2. Mai, Ambri 1
3. Mai, Ambri 2
16./17. Mai, Bure
20./21. Juni, Chamblon

Ryter Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Noch ist nicht ganz sicher, ob Lionel Ryter fahren kann © Eichenberger

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16.06.2026 24h Le Mans: Podestplätze für Buemi und Müller
Buemi Le Mans 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Als Dritter auf dem Podium: Sébastien Buemi (2.v.r.) © Toyota

Sébastien Buemi und Nico Müller standen bei der 94. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans auf dem Podium. Der Sieg ging an den Toyota mit der #7 mit Mike Conway, Kamui Kobayashi und Nyck Vries.

Zu einem Schweizer Sieg hat es bei den 24 Stunden von Le Mans nicht gereicht. Weder für Sébastien Buemi bei den Prototypen, noch für Nico Müller in der LMP2. Beide standen am Sonntagnachmittag aber dennoch auf dem Podium: Buemi als Dritter im Toyota, Müller als Klassenzweiter für das polnische Team Inter-Europol.

Die Chancen auf einen Schweizer Triumph waren lange intakt. Obwohl der Toyota von Buemi mit der #8 nur von der 15. Position ins Rennen geht. Doch die Japaner sind mit ihrem brandneuen TR010 schon nach wenigen Stunden dort, wo sie hingehören: an der Spitze. Das auch, weil das Team in Sachen Strategie perfekt harmoniert und die beiden Autos früher als die Konkurrenz an die Boxen holt und so unnötigen Zweikämpfen auf der Strecke aus dem Weg geht. In der Nacht kommt es dann zu einem sehenswerten Zweikampf mit dem Cadillac #12 von Louis Delétraz. Rundenlang duellieren sich die beiden.

Marciello Le Mans Pole Position 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Da war noch alles gut: Marciello (rechts) feiert die Pole-Position © BMW

In den Morgenstunden fällt dann eine Vorentscheidung. Der Cadillac von Delétraz wird während einer Full-Course-Yellow wegen Geschwindigkeitsüberschreitung in der Slow Zone bestraft; zudem muss er einen Notstopp zum Tanken einlegen (unter Full Course Yellow sind nur Tankstopps mit der minimal erforderlichen Kraftstoffmenge erlaubt, was das Auto zwingt, erneut anzuhalten, sobald die grüne Flagge geschwenkt wird). Auch der Toyota von Buemi kommt nicht ungeschoren über die Distanz. Eine Reparatur an den Bremsen kostet mehr als eine Minute. Das bis dato eher unscheinbare Schwesterauto mit der #7 mit Mike Conway, Kamui Kobayashi und Nyck Vries übernimmt das Kommando – und lässt sich auch in der Schlussphase nicht mehr bezwingen. Obwohl der Niederländer Robin Frijns im BMW Druck auf die #7 (Kobayashi) ausübt, bleibt dieser cool und beschert Toyota den ersten Sieg seit vier Jahren. Für Delétraz, der mit Cadillac eine grossartige Show bot, endete das Rennen knapp geschlagen auf dem vierten Platz – hinter Buemi.

Der zweite BMW, der von der Pole- Position gestartete M Hybrid V8 #15 mit Raffele Marciello, verlor die Führung schon vor der ersten Kurve und hatte anschliessend nie die Pace, um vorne mitmischen zu können. Eine Kollision und (später) Elektronikprobleme zwangen BMW nach 272 Runden, das Auto aus dem Rennen zu nehmen.

Auch in der LMP2 waren die Schweizer stark vertreten: Müller im Inter-Europol-Wagen mit der #343 landet auf dem zweiten Platz hinter dem Schwesterauto, nachdem er sich fast das gesamte Rennen über an der Spitze behauptet hatte. Auch das Schweizer Team CLX Motorsport fährt ein hervorragendes Rennen und belegt den fünften Klassenrang – und das mit der jüngsten Fahrerpaarung (alle drei Piloten waren erst 19!) in der Geschichte von Le Mans. Grégoire Saucy landet bei seiner Le-Mans-Premiere auf dem achten Platz in der LMP2. In der LMGT3 reicht es den Schweizern nicht aufs Podium. Das Team Kessel Racing belegt die Plätze 9 und 10.

Mueller Le Mans 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Nico Müller beendete das Rennen der LMP2 als Zweiter © Inter Europol

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15.06.2026 Bergrennen La Roche – La Berra: Lehrstunde des Meisters
Faustini Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Robin Faustini auf dem Weg zum 17. Tagessieg in Folge © Eichenberger

Beim Auftakt zur Schweizer Berg-Meisterschaft in Hemberg war es im Kampf um den Tagessieg noch ultraknapp. Beim zweiten Rennen von La Roche nach La Berra erteilte der amtierende Champion Robin Faustini der Konkurrenz eine Lehrstunde.

Beim Saisonauftakt der Schweizer Berg-Meisterschaft in Hemberg ging es im Kampf um den Tagessieg noch um Zehntelsekunden, phasenweise sogar um Hundertstelsekunden. Beim zweiten Lauf von La Roche nach La Berra im Kanton Fribourg fiel die Sache gestern Sonntag sehr viel deutlicher aus. Der Auftaktsieger und Meister der vergangenen zwei Jahre, Robin Faustini, brennte schon im ersten Durchgang ein Feuerwerk ab und verbesserte den 2024 eigens aufgestellten Streckenrekord um sagenhafte 0,63 Sekunden auf 1:38,487 min (= 127,9 km/h). Mit 2,3 Sekunden Rückstand vermochte einzig Victor Darbellay auf seinem 2-Liter-Nova einigermassen mithalten. «Bei solchen Bedingungen hast du am Morgen die Chance, eine Top-Zeit aufzustellen», sagt Faustini, der  damit seinem Nova NP01 Emap den 17. Tagessieg in Folge feierte. «Ich wusste schon nach den Trainingsläufen am Samstag, was möglich ist. Da haben zwar noch knapp neun Zehntelsekunden gefehlt, aber mir war klar, dass ich es schaffen kann.»

Im zweiten Lauf, bei deutlich höheren Temperaturen, war Faustini nicht mehr ganz so schnell. Die 1:39,5, aber auch die 1:40,0 im dritten Durchgang, blieben für die Konkurrenz unerreichbar. «Ich bin zufrieden mit meinen Läufen, vor allem mit dem ersten», meinte der am Ende Zweitplatzierte Darbellay. «Ich habe auf diese Saison neue Avon-Reifen. Von denen weiss ich jetzt genau, wie viele Kilometer sie auf dem Tacho haben. Und so kann ich mir meine Rennen gut einteilen.» Platz 3 im SCRATCH ging an Marcel Steiner. Der Honda-Garagist aus Oberdiessbach (BE) erlebte ein frustrierendes Wochenende. Schon in den Trainings lief es nicht nach Plan. Im ersten Rennlauf verlor er 4,6 Sekunden auf Faustini. Nach zwei von drei Läufen lag er nur 0,7 Sekunden vor Michel Zemp im 2-Liter-Norma. Immerhin: Den dritten Platz liess er sich im letzten Lauf nicht mehr stibitzen. Der Rückstand in der Addition der beiden besten Läufen von 8,8 sec auf Faustini und 4,5 sec auf Darbellay werden Steiner aber noch eine Zeit lang beschäftigen.

Darbellay Kaufmann Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Nur Victor Darbellay vermochte einigermassen mitzuhalten © Kaufmann

Hinter dem Prototypen-Quartett lieferten sich einmal mehr Philip Egli im Formel-3-Dallara und Lionel Ryter im Formel-Renault 2.0 einen sehenswerten Zweikampf. Nach zwei Durchgängen führte der junge Walliser 0,4 sec vor Egli. Doch schon im zweiten Lauf hatte Ryter ein ungutes Gefühl. «Der Motor machte komische Klopfgeräusche, worauf wir dann aus Sicherheitsgründen auf den dritten Lauf verzichtet haben.» Der kaltschnäuzige Egli nutzte diese Situation aus, fuhr einen sauberen Lauf hinauf nach La Berra und sicherte sich Rang 5 im Gesamtklassement – vor Ryter, Ursanne Salomon im Formel-3-Dallara und Roland Bossy im Formel-3-Tatuus.

Neunter im SCRATCH und damit bester Tourenwagenfahrer war «Speedmaster». Der Chef des MB-Motorsport-Teams liess sich im zweiten Durchgang mit einer Bestzeit von 1:53,9 min stoppen und sicherte sich mit einer Gesamtzeit von 3:48,2 min souverän den Tagessieg unter den Tourenwagenfahrern mit sechs Sekunden Vorsprung auf Markenkollege Remo Fischer, dessen Bestzeit 1:56,7 min betrug. Nicht gewertet wurde Roger Schnellmann auf seinem Mitsubishi Lancer Evo VIII. Der Schwyzer, in Hemberg noch der schnellste Fahrer mit einem Dach überm Kopf, liess sich im ersten Lauf eine 1:52,475 min notieren. Damit lag der schnellste Fahrlehrer der Schweiz nur knapp zwei Sekunden über der absoluten Bestmarke von Reto Meisel. Doch als die Fahrer sich zum zweiten Lauf parat machten, packte Schnellmann seine sieben Sachen zusammen. «Der Wasserdruck war viel zu hoch», meinte Schnellmann. «Vor zwei Jahren wäre ich wieder eingestiegen und weitergefahren. Aber nach den Erfahrungen aus dem Vorjahr mit den vielen Schäden sind wir vorsichtig geworden.» Bis Reitnau (28. Juni), so Schnellmann, sollte der sich angekündigte Schaden behoben sein.

Speedmaster Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
«Speedmaster» war der schnellste Tourenwagenfahrer © Eichenberger

Eine Fabelzeit stanzte auch Porsche-Pilot Bruno Sawatzki in den Asphalt. «Als ich die 1:55,7 min auf der Anzeigetafel sah, war ich mir gar nicht sicher, ob das meine Zeit ist», meinte der schnellste Fahrer aus der Interswiss und der drittbeste Tourenwagenpilot im SCRATCH. Einen kleinen Wermutstropfen gab es für Sawatzki aber trotzdem: Nach dem zweiten Lauf fuhr er über ein Stromkabel. Dieses verhedderte sich so unglücklich, dass hinten rechts die Stossstange abgerissen wurde und er auf den dritten Lauf verzichten musste. Dennoch führt Sawatzki nun als alleiniger Leader die Tourenwagenwertung fünf Punkte vor «Speedmaster» und 10,5 Zähler vor TCR-Pilot Sergio Kuhn an.

Zu den weiteren Tourenwagenfahrern, die in La Roche die Zwei-Minuten-Marke knackten, gehörten Bruno Ianniello in seinem Lancia Delta (Gesamt-14. und Sieger E1 bis 3,5 Liter), Ludovic Monnier auf seinem VW Golf Rally (16. und Sieger E1 bis 2 Liter) sowie Christoph Zwahlen, der es im dritten Anlauf mit einer 1:59er-Zeit schaffte.

Alle Klassensieger in La Roche entnehmen Sie der Übersicht: Alessandro Grispino (Renault Clio R3, A/ISA/R2/R3), Nicolas Pasche (Renault Clio RS, N/ISN), Emeric Betticher (Toyota GR Yaris, SuperSérie Comp. bis 3000 cm3), Pierre Mürner (Porsche GT3, Super Série Comp. Über 3000 cm3), Maurice Girard (BMW 320, Historic), Frédéric Fleury (Martini MK52, Historic Classic), Sergio Kuhn (Peugeot 308, TCR), Ramon Hänggi (Citroën Saxo, PSA Gr. A), Thomas Zürcher (Renault Clio 3, RCC), Ludovic Ecabert (Citroën Saxo, E1 bis 1400 cm3), Mike Bürki (VW Polo, E1 bis 1600 cm3), Ludovic Monnier (VW Golf Rally, E1 bis 2000 cm3), Jonas Magnin (Honda Civic, E1 bis 2500 cm3), Tom Huwiler (BMW E30, E1 bis 3000 cm3), Bruno Ianniello (Lancia Delta S4, E1 bis 3500 cm3), «Speedmaster» (Ford Escort Cosworth, E1 über 3500 cm3), Andreas Helm (VW Polo, IS bis 1400 cm3), Martin Howald (VW Golf, IS bis 1600 cm3), Stephan Burri (VW Scirocco, IS bis 2000 cm3), Urs Banz (Opel Ascona B, IS bis 3000 cm3), Bruno Sawatzki (Porsche 991.1 Cup, IS über 3000 cm3), Vincent Caro (TracKing, E2 Silhouette), Samuel Métroz (Formel Arcobaleno, E2-SS bis 1600 cm3), Philip Egli (Dallara F393, E2-SS bis 2000 cm3), Roland Bossy (Tatuus F3 T-318, E2-SS über 2000 cm3), Victor Darbellay (Nova NP01, E2-SC bis 2000 cm3), Robin Faustini (Nova NP01, E2-SC bis 3000 cm3).

Kuhn Kaufmann Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Sergio Kuhn: Wieder eine Top-Leistung im TCR-Peugeot © Kaufmann

Eine Vorentscheidung ist in der Schweizer Junioren-Meisterschaft gefallen. In der Disziplinen übergreifenden Meisterschaft (vier Slaloms, vier Bergrennen) gibt es nach La Roche nur noch einen Fahrer, der eine reine Weste hat: Alessandro Grispino. Der Slalom-Meister von 2025 hat sich auch im sechsten Rennen 25 Punkte gutschreiben lassen. Nicht so Steven Chiqutia. Der junge Waadtländer hatte für einmal das Nachsehen gegen BMW-Markenkollege Hugo Mascaro. «Ich hatte keine frischen Reifen mehr und konnte im dritten Lauf nicht mehr angreifen», meinte Chiquita, der bei noch zwei ausstehenden Bergrennen (Anzère und Oberhallau) nun fünf Punkte hinter Grispino und 15 Punkte vor Mascaro liegt.

In der REGionalen Klasse war Filipe Santiago mit einer Gesamtzeit von 4:12,079 min (bei den Formelfahrzeugen) der Schnellste. Emanuele Tognacca fuhr in seinem VW Golf in 4:13,299 min die Bestzeit (in der Addition der beiden schnellsten Läufe) bei den Tourenwagen. 

Und so geht es weiter:
28. Juni, Reitnau
25./26. Juli, Ayent – Anzère*
14.-16. August, St.Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau*
12./13. September, Gurnigel
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots

* zählen zur Schweizer Junior-Meisterschaft

Huwiler Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
BMW-Pilot Tom Huwiler: Schnellster in der E1 bis 3 Liter © Eichenberger

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12.06.2026 Junioren-Meisterschaft: Zwei punktgleich an der Spitze
Chiquita Steven Hemberg 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Steven Chiquita führt die Junioren-Meisterschaft... © Eichenberger

Vier Fahrer lagen vor dem ersten Bergrennen in Hemberg in der Schweizer Junioren-Meisterschaft gleichauf in Führung. Vor dem zweiten Aufeinandertreffen in La Roche an diesem Wochenende sind es noch zwei.

Zwei Fahrer sind in der Schweizer Junioren-Meisterschaft nach fünf von acht Rennen noch ohne Verlustpunkte: Steven Chiquita auf seinem BMW E30 und Alessandro Grispino auf seinem Renault Clio R3. Vier Mal waren beide bei den zur Junioren-Meisterschaft zählenden Slaloms erfolgreich. Und auch beim Berg-Auftakt in Hemberg haben sich die beiden keine Blösse gegeben. Stand heute hätte Chiquita die Nase vorne, weil er im SCRATCH jeweils immer vor Grispino lag.

Frauenfeld: Chiquita 39., Grispino 60.
Ambri 1: Chiquita 26., Grispino 41.
Ambri 2: Chiquita 24., Grispino 37.
Bure: Chiquita 14., Grispino 24.
Hemberg: Chiquita 41., Grispino 130.

Alessandro Grispino Hemberg 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
...gemeinsam mit Alessandro Grispino an © Eichenberger

Nicht mehr zur Spitzengruppe gehören Ursanne Salomon (Formel-3-Dallara) und Mario Schöpfer (VW Golf). Und das aus komplett unterschiedlichen Gründen. Salomon wurde in Hemberg nach mehrfachem Nachmessen wegen eines nicht regelkonformen Heckspoilers disqualifiziert. Schöpfer war im Toggenburg gar nicht erst am Start. Der Luzerner sollte in diesen Tagen erstmals Vater werden. Wir wünschen ihm und seiner Lebensgefährtin schon jetzt alles Gute! Schöpfer wird auch das Rennen am Wochenende in La Roche, das ebenfalls zur Junioren-Meisterschaft zählt, verpassen. «In Reitnau bin ich dann wieder zurück!» 

Durch das Zurückfallen von Salomon und Schöpfer ist Anthony Gurba (Formel Renault 2.0) auf Platz 3 vorgerückt. Hugo Mascaro (BMW E30) und Yannick Stampfli (Renault Clio) sind ihm mit je nur zwei Punkten Rückstand dicht auf den Fersen. Nach La Roche stehen für die Junioren noch zwei Bergrennen auf der Agenda: Ayent-Anzère und Oberhallau. Es bleibt also spannend.

Ursanne Salomon Hemberg 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Ursanne Salomon wurde wegen eines nicht regelkonformen Heckflügels in Hemberg disqualifiziert und ist auf P7 zurückgefallen © Eichenberger

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