Perfekter könnte das Timing nicht gewesen sein. Im kürzlich erschienenen ASS-Magazin haben wir TCR-Pilot Sergio Kuhn porträtiert. Am Sonntag hat er sich beim Saisonfinale der Schweizer Berg-Meisterschaft in Les Paccots den dritten Schlussrang gesichert.
Sergio Kuhn gehört definitiv der jungen Garde an. Und dass er irgendwann im Motorsport landen würde, kam nicht überraschend. Sein Grossvater war Rennmechaniker von Heinz Schiller. Der 2007 verstorbene Frauenfelder war 1961 Berg-Europameister in der Kategorie GT. 1962 nahm er für die Scuderia Filipinetti am GP von Deutschland teil. Und darüberhinaus war Schiller Patenonkel von Vater Marco Kuhn. In dessen Peugeot-Garage arbeitet Sergio auch – als Werkstatt-Chef. «Das erklärt meine Nähe zu Peugeot», sagt Kuhn jr. «Ausserdem hatte ich in meiner Lehre lauter Motorsportfreaks um mich. Der eine driftete, der andere fuhr Autocross und ein Dritter hat eine Abschlussarbeit darüber geschrieben, was man an einem Auto verändern muss, um Slalom fahren zu können. Irgendwann musste der Funke ja auf mich überspringen…»
Mit dem Motorsport hat Sergio angefangen, als er die Fahrprüfung in der Tasche hatte. Mit einem Peugeot 206 fuhr er zuerst LOC2, dann LOC4 und dann wechselte er in die Interswiss. Seit 2023 ist er stolzer Besitzer eines TCR-Peugeot. Bevor er damit an den Berg ging, absolvierte Kuhn auf der Rundstrecke die ersten Kilometer. Sei es bei Trackdays oder bei Time-Attack. Sein erstes Bergrennen mit dem TCR bestritt er 2025 in Oberhallau. Ein Rennen, das er auf Anhieb gewann.
Kuhn liebt seinen TCR. Und es gefällt ihm auch, sich mit anderen im Rahmen der Schweizer Berg-Meisterschaft zu messen. Wenn gleich er sagt: «Eigentlich bin ich im Nachteil. Mein Peugeot dürfte leichter sein, weil es ein 1600er ist. Die anderen sind 2-Liter-Autos. Ich habe also ein Handicap von fast 30 Kilogramm – verglichen mit einem Opel beispielsweise.» Auch die Anzahl der Gegner schwankt von Rennen zu Rennen. Wären es 2026 immer acht Fahrzeuge gewesen, hätte einer wie Kuhn, der regelmässig vorne mitfährt, gute Titel-Chancen bei den Tourenwagen gehabt. «Leider sind wir oft weniger. So kriegen wir nur halbe Punkte.» So auch beim Saisonfinale in Les Paccots. Trotzdem hat Kuhn in extremis mit einer Superzeit im dritten Lauf das Blatt noch wenden können und sicherte sich den dritten Schlussrang – hinter Meister Ludovic Monnier und dem Zweitplatzierten «Speedmaster».
Dass Kuhn zur jungen Garde gehört, zeigt sich auch bei der Vorbereitung. Im eigenen Simulator fährt er die Strecken ab. «Als ich dieses Jahr nach Osnabrück zum Bergrennen ging, habe ich Zuhause fleissig geübt.» Auch auf der Nordschleife hat Kuhn schon Runden abgespult – real und virtuell. «Dort einmal zu fahren – das wäre ein Traum.» Und das Talent: Woher stammt dieses? Möglicherweise wurde es ihm in die Wiege gelegt. Sicher ist, dass man ihm als ehemaliger Skirennfahrer nicht viel über die perfekte Linienwahl erzählen muss.
Ricardo Feller (GT World Challenge) und Philip Ellis (IMSA) liegen für die Schweiz auf Titelkurs. Grosser Gewinner des GTWC-Wochenendes in Zandvoort war aber ganz klar das Team Emil Frey Racing.
GT3-Spezialist Ricardo Feller steht vor einem weiteren internationalen Titel. Der gebürtige Aargauer liegt vor dem Finale des Sprint Cups in der GT World Challenge in Barcelona (ESP) zusammen mit Teamkollege Bastian Buus aus Dänemark in Führung. Der Vorsprung Fellers beträgt zwar nur sechs Punkte. Doch der Porsche-Pilot aus dem Team Lionspeed GP ist bisher an jedem Rennwochenende mindestens einmal Zweiter geworden. So auch am vergangenen Wochenende beim Sonntagsrennen in Zandvoort (NED). Dieses war überhaupt fest in Schweizer Händen. Die Plätze 1 und 3 gingen an das Team Emil Frey Racing, das in Zandvoort sein bisher bestes Weekend im Rahmen des Sprint Cups erleben durfte. «Am Samstag haben wir im Qualifying nicht unser volles Potenzial ausgeschöpft, besonders mit dem #14 Ferrari», sagt Teamchef Lorenz Frey-Hilti. «Aber im Rennen selbst waren wir solide mit guten Boxenstopps und starken Überholmanövern. Am Sonntag haben wir dann alles richtig gemacht. Schade, dass wir beim Boxenstopp den zweiten Platz verloren haben, aber das ist das Problem, wenn man nur Platz für ein Fahrzeug hat – aber Platz 1 und 3 sind natürlich trotzdem ein hervorragendes Resultat.» Das starke Schweizer Ergebnis wurde mit Rang 7 durch Patric Niederhauser abgerundet. Das Finale in Barcelona findet am 3./4. Oktober statt.
Auch Philip Ellis ist weiter auf Titelkurs. Der Zuger hat beim vorletzten Lauf zur IMSA in Indianapolis den zweiten Rang in der GTD an Land gezogen. Weil das direkte Verfolger-Duo das Rennen gewann, ist Ellis’ Vorsprung vor dem Finale in Road Atlanta (3. Oktober) jedoch auf sechs Punkte geschmolzen. Behält Ellis auch im letzten Rennen die Oberhand, wäre das sein dritter GTD-Titel in der IMSA in Serie. Für Cadillac-Werksfahrer Louis Delétraz, der bei den Prototypen fährt, endete das Rennen in Indianapolis auf dem undankbaren vierten Rang.
Eine weitere Schweizer GT3-Podestplatzierung gab es in der 24h Series in Barcelona. Dort belegte das Team Hofor Racing auf ihrem Mercedes AMG GT3 nach 740 gefahrenen Runden Rang 3 im Gesamtklassement und P2 in der Kategorie AM.
Auch in der italienischen Formel 4 wurde am Wochenende der vorletzte Lauf ausgetragen. Zwei vierte Plätze waren aus Schweizer Sicht die beste Ausbeute. Verantwortlich dafür waren für Jenzer Motorsport der Deutsche Elia Weiss und für Maffi Racing der Däne David Walther. Die besten Ergebnisse der Schweizer Fahrer waren ein siebter Platz von Florentin Hattemer (Trident), ein achter Platz von Levi Arn (Jenzer, P3 bei den Rookies) und ein 17. Rang von Georgiy Zasov (Prema). Das Finale in Mugello findet am 30. Oktober/1. November statt.
Reto Meisel hat beim letzten Lauf zur Europa-Bergmeisterschaft in Kroatien nochmals einen Sieg und einen Rekord feiern dürfen. Zum Gewinn des EM-Titels über alle fünf Gruppen reichte es knapp nicht.
Beim zehnten und letzten Lauf zur Europa-Bergmeisterschaft in Kroatien feierte Reto Meisel seinen sechsten Gesamtsieg in der FIA-Kategorie 1. Mit seinem bewährten Mercedes SLK340 Judd stellte der Aargauer auf der 5001 Meter langen Strecke von Buzet auch einen neuen Rekord für geschlossene Fahrzeuge auf.
Trotzdem reichte es am Ende nicht mehr ganz zum Gewinn des EM-Titels über alle fünf Gruppen. Dieser geht an den Kroaten Matija Jurisic, der mit seinem optimalen Peugeot 308 TCR sieben Siege und drei zweite Plätze in der Gruppe 4 feierte und so auf 211 Punkte kommt. Meisel gewann zwar ebenso oft die Gruppe 1 der leistungsstärksten Tourenwagen/GT, verzeichnete zuvor aber einen Nuller in Slowenien (Unfall mit dem Mitsubishi) und hat daneben noch je einen zweiten und dritten Platz vorzuweisen, womit er auf 208 Zähler kommt.
Für den zweifachen Schweizer Tourenwagen-Bergmeister (2016 und 2022) war es dennoch eine erfolgreiche Saison. Meisel hatte gar nicht geplant, wie 2025 eine komplette EM-Saison zu bestreiten. Als er sich plötzlich in einer sehr guten Ausgangsposition befand, entschied er sich um. So holte er – bedingt auch durch das Ausscheiden einiger direkten Gegner durch Unfälle oder technische Defekte – überlegen den Titel in der Königsklasse und in der Performancewertung. Daher zieht Meisel eine positive Bilanz mit leichtem Augenzwinkern: «Für mich ist alles okay: Winner Group 1, Best Performer und Vize-Europameister. Es war eine geile Saison, in der ich dazu gelernt habe. Ich habe ja erst angefangen…»
Den letzten Tagessieg in der Saison 2026 errang wie beim Schweizer EM-Lauf im August der Franzose Kevin Petit auf Nova NP01 Emap Turbo. Als Europameister über alle vier Proto-Gruppen stand schon zuvor der unter Pseudonym «O’Play» startende Italiener Antonino Migliuolo auf einem Nova NP03 Aprilia fest. Der Titel in der Gruppe P1 geht an den Spanier Joseba Iraolo Lanzacorta, jener in der Performancewertung an den Tschechen Petr Trnka (beide Nova NP01 Emap Turbo). Schweizer waren in der EM-Kategorie 2 keine am Start.
Text: Peter Wyss
Ludovic Monnier hat das geschafft, was schon Danny Krieg, dem Vorbesitzer des weissen VW Golf Turbo gelungen ist: Der gebürtige Waadtländer hat die Schweizer Berg-Meisterschaft bei den Tourenwagen und den Schweizer Berg-Pokal gewonnen.
Ludovic Monnier hat das Meisterauto von Danny Krieg 2025 nicht einfach nur so zum Spass gekauft. Der gebürtige Waadtländer mit Wohnsitz im Wallis hat sich den weissen VW Golf Turbo im Wissen angelacht, dass er damit wie sein Vorbesitzer Schweizer Berg-Meister bei den Tourenwagen werden kann. Viel habe er am Auto nicht verändert; am Motor schon gar nicht, betont Monnier. Wieso auch? Der Golf von Krieg hat schon 2025 sehr gute Zeiten hingelegt. Monnier hat diese vor allem in der zweiten Saisonhälfte 2026 nochmals verbessert. Beim Saisonfinale in Les Paccots fuhr der 34-Jährige im Vergleich zu Kriegs Bestzeit im Vorjahr 1,687 Sekunden schneller. In der Addition der beiden schnellsten Zeiten war er mit 1:55,875 min gar 3,3 Sekunden schneller. Damit sicherte sich Monnier den angepeilten Sieg in der E1. Ihm am nächsten kam Hermann Bollhalder – und das bei dessen Debüt in Les Paccots. Der Opel-Fahrer aus Wattwil fuhr in 1:58,920 min eine beachtliche Endzeit, konnte Monnier aber nicht am Klassensieg hindern. Die 25 Punkte, die Monnier für den E1-Sieg in Les Paccots kassierte, reichten ihm so souverän zum Titelgewinn. «Ein schönes Gefühl», meinte Monnier. Schliesslich habe er auch hart dafür arbeiten müssen. Auch Vorbesitzer Danny Krieg liess ausrichten: «Gratulation an Ludovic! Ich freue mich, dass er mit meinem Ex-Auto den Titel geholt hat. Irgendwie macht mich das auch stolz.»
Mit nur einem Punkt Rückstand sicherte sich «Speedmaster» Rang 2 bei den Tourenwagen. Der Teamchef von MB Motorsport hatte seinen Ford Escort für Les Paccots von einem E1- in ein Interswiss-Auto umgebaut. In dieser Klasse fuhr er schon im ersten Durchgang eine neue Rekordzeit von 58,723 sec, sicherte sich den IS-Gesamtsieg und heimste so 27 Punkte ein. Die reichten gerade nicht, um Monnier noch abzufangen. Das war dem Berner Garagisten aber reichlich egal. «Ich bin mehr als glücklich und habe mich selten so für einen anderen gefreut wie für Ludovic. Ich habe ihn kennengelernt, da war er vier Jahre alt. Da bin ich noch gegen seinen Vater gefahren.» Als Gesamtachter war «Speedmaster» zweitschnellster Tourenwagenfahrer beim Finale – zwei Positionen hinter Monnier.
Um Platz 3 in der Tourenwagen-Meisterschaft war es bis zum dritten und letzten Rennlauf spannend geblieben. Weil Stephan Burri aus eigener Kraft kein besseres IS-Ergebnis einfahren konnte und mit Platz 4 hinter «Speedmaster», Jean-Paul Chiquita auf seinem Porsche GT3 und Dominic von Rotz auf seinem Allrad-Audi A4 vorlieb nehmen musste, war es Sergio Kuhn im TCR-Peugeot, der Platz 3 ins Visier nehmen konnte. Dafür musste der Zürcher seine TCR-Kollegen jedoch bügeln – und danach sah es nach zwei Läufen noch nicht aus. Opel-Pilot Peter Steck lag vor der letzten Auffahrt keck 0,171 Sekunden vor Kuhn. Dieser schaffte es aber gerade noch, das Blatt zu seinen Gunsten zu wenden und sicherte sich so genug Punkte, um Burri trotz neuem 2-Liter-IS-Rekord wegen einem halben Pünktchen noch von Rang 3 zu verdrängen. Damit endete die Saison 2026 bei den Tourenwagen mit der folgenden Reihenfolge: 1. Monnier, 2. «Speedmaster», 3. Kuhn, 4. Burri, 5. Bollhalder. Nicht in die Meisterschaftsentscheidung eingreifen, konnte Remo Fischer mit seinem E1-Ford-Cosworth. Der Sieger des Slaloms von Bière hätte Monnier vielleicht noch gefährlich werden können. Doch an Fischers Ford ist im zweiten Trainingslauf die Schaltgabel gebrochen. Trotz rascher Ersatzteilbeschaffung lief das Getriebe tags darauf nicht rund und Fischer musste so auf das Rennen in Les Paccots verzichten.
Einen kleinen Trost gab es für Stephan Burri dennoch. Im Berg-Pokal für hubraumschwächere Fahrzeuge bis 2 Liter sicherte er sich hinter Monnier Platz 2. Burri und Monnier kamen in der Endabrechnung beide auf das Punktemaximum. Weil Monnier aber die besseren Ergebnisse im SCRATCH vorweisen kann, geht auch dieser Sieg nach Monthey. Und damit hat Monnier – wie Krieg 2025 – beide Titel gewinnen können. Platz 3 im Berg-Pokal sicherte sich Hans Peter Eller im Opel Kadett C.
Den Tagessieg in Les Paccots holte sich standesgemäss Robin Faustini im Nova-Emap NP01. Der bereits vor dem Rennen als Meister festgestandene Aargauer hat die Fans entlang der Strecke mit drei Top-Fahrten (alle unter 48,3 sec!) nochmals entzückt. Sein sechster Saisonsieg (im siebten Rennen) war so nie in Gefahr. Einen neuen Streckenrekord hat sich Faustini für nächstes Jahr, falls er wieder in der Schweizer Meisterschaft fährt, aufbewahrt…
Mit 2,8 Sekunden Rückstand (in der Addition der beiden schnellsten Zeiten) belegte Joël Volluz auf seinem Norma-Judd M20 FC den zweiten Rang. Mit knapp einer Sekunde Rückstand auf Volluz beendete Michel Zemp auf seinem Norma-Helftec die Saison als Tagesdritter. In der Meisterschaft war ihm Platz 2 schon vor Les Paccots sicher. «Zwei Mal hintereinander mit einem 2-Liter-Auto Zweiter in der Schweizer Berg-Meisterschaft zu werden, ist sicher kein schlechtes Zeugnis», sagt Zemp. «Ich bin zufrieden mit meiner Saison. Hätte mir jemand den Vize-Titel vor der Saison angeboten, ich hätte ihn genommen…» Die Ränge 4 und 5 im SCRACHT gingen an Simon Hugentobler (Osella PA30) und Antonino Scolaro (Nova NP03). Bester Formel-Pilot war Lilian Bittel als Zwölfter. Die Top 5 der Rennwagen im Überblick: 1. Faustini, 2. Zemp, 3. Steiner, 4. Darbellay, 5. Volluz.
Schnellster bei den REGionalen war in Les Paccots Mattia Stacchi im BMW M3 E30 – vor Emanuele Tognacca (VW Golf) und Michaël Béring (Bery ES7).
Alle CH-Klassensieger in Les Paccots entnehmen Sie der Übersicht:
Sylvain Chariatte (Honda Integra, SuperSérie), Patric Kuster (Toyota GR Yaris, SuperSérie Comp. bis 3000 cm3), Pierre Mürner (Porsche GT3 992, SuperSérie Comp. Über 3000 cm3), Markus Brander (March 742, Gr. H Rennwagen bis 1600 cm3), Maurice Girard (BMW 320, Gr. H Tourenwagen bis 2000 cm3), Julien Tornay (BMW 325i, Gr. H Tourenwagen bis 2500 cm3), Robin Terrier (Opel Astra, Klassische Fahrzeuge bis 2000 cm3), Jean-Louis Fleury (Opel Ascona B, Klassische Fahrzeuge über 2000 cm3), Hanspeter Thöni (Peugeot 106, PSA Trophy N), Ramon Hänggi (Citroën Saxo, PSA Trophy A), Nicolas Pasche (Renault Clio II, N/ISN), Thomas Ruesch (Honda Civic, A/ISA), Sergio Kuhn (Peugeot 308, TCR), Hans-Peter Eller (Opel Kadett C, E1 bis 1600 cm3), Ludovic Monnier (VW Golf Rally, E1 bis 2000 cm3), Jonas Magnin (Honda Civic, E1 bis 2500 cm3), Hermann Bollhalder (Opel Speedster, E1 bis 3000 cm3), Bruno Ianniello (Lancia Delta S4, E1 bis 3500 cm3), Christoph Zwahlen (Porsche 911, E1 bis 4000 cm3), Anthony Strahm (Porsche 944, E1 über 4000 cm3), Andreas Helm (VW Polo, E1 bis 1400 cm3), Christophe Oulevay (VW Scirocco, IS bis 1600 cm3), Stephan Burri (VW Scirocco, IS bis 2000 cm3), Ferdi Waldvogel (BMW M3 E30, IS bis 2500 cm3), «Speedmaster» (Ford Escort, E1 über 2500 cm3), Jesse Handschin (Norma M20 FC, CN), Guillaume Schaffner (Formel Arcobaleno, E2-SS bis 1150 cm3), Lilian Bittel (Formel Renault, E2-SS bis 2000 cm3), Hans Pfeuti (Tatuus F4, E2-SS bis 3000 cm3), Michel Zemp (Norma M20 FC, E2-SC bis 2000 cm3), Robin Faustini (Nova NP01, E2-SC bis 3000 cm3).
Kevin Gilardoni hat am Wochenenden zum siebten Mal den Gesamtsieg beim Rally del Ticino feiern dürfen. Nicolas Lathion, der Gesamtführende der Schweizer Rallye-Meisterschaft, wurde Fünfter und hat seinen Vorsprung vor dem Finale im Wallis (29.-31. Oktober) weiter ausgebaut.
Kevin Gilardoni und das Rally del Ticino – das passt (wie man heute so schön sagt) wie die Faust aufs Auge. Am Wochenende war der 34-Jährige aus dem Misox einmal mehr nicht zu schlagen. Allerdings hatte Gilardoni, der diesmal mit einem Toyota GR Yaris Rally2 fuhr, alle Hände voll zu tun, den siebten Gesamtsieg nach Hause zu fahren. 2024 hatte Gilardoni am Ende einen Vorsprung von fast 1:45 min. Bei der 28. Ausgabe des «Ticinos» waren es am Samstagabend (bei zwei Etappen weniger als vor zwei Jahren) nur 12,4 Sekunden.
Gilardoni, der in diesem Jahr schon drei Rennen in der Super Trofeo Lamborghini (also auf der Rundstrecke) gewonnen hat, ging ab der zweiten Prüfung in Führung. Die erste Bestzeit liess noch etwas länger auf sich warten. Erst nach der Mittagspause war der Mann mit der Startnummer 1 mit seinem italienischen Beifahrer Corrado Bonato bei den beiden kurzen Valcolla-Prüfungen der Schnellste. Der erste, der sich in die WP-Bestzeitenliste des diesjährigen «Ticinos» eintragen durfte, war Stefano Mella mit Beifahrerin Veronica Tramontin auf seinem Skoda Fabia RS Rally2 am Freitagabend. Am Samstagmorgen war die Reihe dann an Kim Daldini und Céline Lachelin (ebenfalls auf einem Skoda Fabia RS Rally2). Der 33-jährige Tessiner fuhr wie entfesselt zwei Mal Bestzeit und lag in der Mittagspause nur 6,8 Sekunden hinter Gilardoni. Hätte Daldini am Freitagabend in der ersten WP keinen Frühstart hingelegt, wäre er sogar in Führung gelegen. Doch für den «Fauxpas» im Industriegebiet in Chiasso bekam Daldini eine Zehn-Sekunden-Strafe aufgebrummt.
Weil Gilardoni nach der Mittagspause bis auf den Italiener Simone Miele, der in der fünften WP die Bestzeit fuhr, alles im Griff hatte, waren die Plätze auf dem Podium bezogen. Gilardoni feierte seinen siebten Gesamtsieg vor Daldini und Miele. Da Letzterer als Italiener keine SM-Punkte bekommt, ging der dritte Platz im Schweizer Klassement an Gauthier Hotz/Michaël Volluz auf Skoda Fabia RS Rally2. Für den erst 23-jährigen Jurassier war dieser dritte Platz ein Riesen-Erfolg. Hotz verlor auf die gesamte Rallye gesehen nur 30 Sekunden auf Gilardoni und stand bei seinem erst zweiten Einsatz mit einem Rally2-Auto bereits auf dem Podium. Wenn man bedenkt, dass der Sohn des achtmaligen Schweizer Rallye-Meisters Grégoire Hotz von vor fast zwei Jahren seine letzte Rallye bestritten hat, ist seine Leistung noch höher einzustufen.
Acht Sekunden hinter Hotz belegte Thibault Maret mit seinem belgischen Co-Piloten Louis Louka auf Citroën C3 Rally2 den fünften Gesamtrang. Direkt dahinter kam Nicolas Lathion/Morgane Apothéloz auf ihrem Skoda Fabia RS Rally2 ins Ziel. Das führende Duo in der Meisterschaft war mit mehr als 30 Sekunden Rückstand nach drei Prüfungen gar nicht zufrieden. «Das Auto macht nicht, was ich will», meinte Lathion. «Wir haben zwar neue Reifen, aber kaum Grip.» Dank ein paar Umbauten in der Pause änderte sich das Fahrverhalten. «So konnten wir danach in den letzten drei Prüfungen wieder mithalten.» In der Meisterschaft haben Lathion/Apothéloz ihren Vorsprung ausgebaut. Vor dem grossen Finale im Wallis (29.-31. Oktober) liegt das Duo 22 Punkte vor Pascal Perroud, 25 vor Mike Coppens, je 28 vor Florian Gonon und Thibault Maret sowie 32 vor Jonathan Hirschi. Bei noch maximal 32 zu vergebenen Zählern ist also noch nichts entschieden. Lathion hat aber gute Karten, bei seiner Heimrallye als Meister vom Platz zu gehen.
Bestes Team bei den «Kleinen» waren Aramis Cereghetti/Kim Defelippis auf einem Renault Clio S1600. Platz 2 ging an Davide Chiappa/Pietro d’Agostino (Lancia Ypsilon Rally4). Auf Platz 3 reihten sich Danilo und Nicole Pin auf ebenfalls einem Renault Clio S1600 ein. Auswirkungen auf den Rallye-Pokal hatte die Rally del Ticino keine. Dort führen weiter Michaël Esteves/Ismaël Berdayes auf ihrem Opel Corsa Rally4. Neu auf Platz 2 liegen Alain Rey/Estelle Coppex auf Renault Clio Rally5.
In der historischen Klasse, der VHC, setzten sich Julien Camandona/Mélanie Crettaz (auf BMW M3 E30) erfolgreich durch. Auch auf den weiteren Podestplätzen landeten zwei BMW: 2. Clovis Brosy/Frédéric Erismann, 3. Eddy Bérard/Florence Bérard. Letztere führen das Gesamtklassement mit 18 Punkten Vorsprung auf Camandona/Crettaz an. Auch hier wird es im Wallis also nochmals spannend.
Weitere Informationen zur Rally del Ticino 2026 gibt es unter diesem Link.
Und so geht es weiter:
29.-31. Oktober, Rallye International du Valais
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