Philip Egli und Lionel Ryter teilten sich beim Doppel-Slalom in Bière die Tagessiege. Bei den Tourenwagen gewann aus dem Nichts Remo Fischer am Samstag und Christian Bralla am Sonntag. Letzterer könnte ein heisser Anwärter auf den Schweizer Meistertitel im Slalom 2026 sein.
Der Doppel-Slalom von Bière (VD) am vergangenen Wochenende war beste Werbung für den Schweizer Motorsport. Abgesehen von ein paar Unterbrechungen, und die gehören halt einfach dazu, haben die Rennen oberhalb des Genfersees am Jurasüdfuss bei traumhaftem Frühlingswetter für viel Spektakel und haufenweise zufriedene Gesichter bei Fans und Teilnehmenden gesorgt.
Allein der Kampf um die beiden Tagessiege war das Eintrittsgeld wert. Am Samstag war es Philip Egli, der mit seinem insgesamt 59. Tagessieg die Zuschauer begeisterte. Nach dem ersten Rennlauf lag der gebürtige Glarner auf seinem Formel-3-Dallara noch mehr als eine Sekunde hinter Herausforderer Lionel Ryter zurück. Im zweiten Durchgang drehte Egli auf und fuhr in 2:21,58 min Bestzeit. Ryter, der nach ihm startete, konnte nicht mehr kontern. Im «Motodrom» ging an seinem Formel Renault 2.0 ein Bolzen der hinteren Radaufhängung kaputt. Mit 35 Hundertstelsekunden Vorsprung gewann Egli das zweite Duell dieses Jahres (nach Frauenfeld). Das dritte am Sonntag verlief genau umgekehrt. Diesmal lag Egli nach dem ersten Heat vorne; allerdings nur, weil Ryter eine Pylone touchierte und deswegen zehn Strafsekunden aufgebrummt bekam. Im zweiten Lauf musste also diesmal der Walliser liefern und die 2:18,21 min von Egli schlagen. Das gelang Ryter – in 2:17,19 min. Egli konnte seine Zeit aus dem ersten Lauf nicht mehr verbessern. Eine gebrochene Antriebswelle kurz vor dem Bahnübergang beendeten die Hoffnungen auf eine Zeitenverbesserung. «Ich hatte schon im Rechtsbogen nach dem Start keinen Vortrieb mehr», sagt Egli. «Dennoch hat dieses Wochenende und das Duell mit Lionel richtig Spass gemacht. Das war wieder einmal pure Fahrfreude.» Zu einer Neuauflage dieses Zweikampfs wird es 2026 im Slalom leider nicht mehr kommen. Familienpapi Egli hat schon vor der Saison verlauten lassen, dass er dieses Jahr kürzer treten wird. «Ich werde erst wieder beim Bergrennen in Hemberg am Start stehen. Auf die restlichen Slaloms verzichte ich.»
Ein Blick auf die beiden SCRATCH-Ergebnisse von Bière zeigt, dass Ryter bei den verbleibenden Rennen sich nur selber schlagen kann. Der Drittplatzierte Antonino Scolari (Nova Proto) verlor am Samstag 14 Sekunden auf die Bestzeit, Etienne Aebischer (Ligier JS53) fehlten am Sonntag mehr als zehn Sekunden. Drittschnellster Formel-Pilot war an beiden Tagen Samuel Métroz. Was der 23-jährige Walliser aus seinem Formel Arcobaleno herauspresst, ist beeindruckend. Um ein Wörtchen um den Tagessieg mitzureden, bräuchte aber auch er ein noch schnelleres Auto.
Bei den Tourenwagen ist mehr Abwechslung im Spiel. Nach dem Überraschungssieg von Dino Wintsch in Frauenfeld war die Reihe in Bière am Samstag an Remo Fischer auf seinem Ford Escort Cosworth und am Sonntag an Christian Bralla auf seinem Fiat X1/9. Noch wichtiger als der Sieg bei den Tourenwagen war für Bralla der Triumph in seiner Klasse, der E1 bis 2 Liter. In dieser hat er in dieser Saison bisher alle Rennen gewonnen. Wie schon in Frauenfeld hatte er auch in Bière zwei Mal in Folge seinen grössten Konkurrenten Martin Oliver Bürki (BMW E30) bezwungen. Wobei dem Berner im ersten Lauf nur 0,62 sec auf Bralla fehlten. Bralla zählt damit neben Andreas Helm (VW Polo, IS bis 1400 cm3), Christope Oulevay (VW Scirocco, IS bis 1600 cm3) und Vorjahres-Champion Alessandro Grispino (Renault Clio R3, A/ISA/R2/R3) zu den vier Fahrern, die nach drei Rennen das Punktemaximum haben. Auf seiner Heimstrecke am kommenden Wochenende in Ambri könnte er die Saisonsiege 4 und 5 anhäufen. Damit wäre er ein heisser Kandidat auf den Titel. «Ich weiss aber noch nicht genau, ob ich beim Saisonfinale in Chamblon auch wirklich dabei bin», dämpft Bralla die Hoffnungen der Tessiner auf einen Schweizer Slalom-Meister.
Während Brallas Leistungen fast schon zur Tagesordnung gehören, war der erste Tourenwagen-Gesamtsieg von Fischer eine ähnlich grosse Überraschung wie jener von Wintsch in Frauenfeld, der in Bière nebenbei bemerkt seine Top-Darbietung vom Auftaktrennen bestätigte. «Ich habe selber nicht damit gerechnet», meinte der Schwyzer mit einem breiten Grinsen. Zwar lag Fischer schon nach dem ersten Durchgang vorne, dass er seine Bestzeit im zweiten Durchgang aber um mehr als zwei Sekunden verbesserte – damit hatte niemand gerechnet, erst recht, weil er auch den zweiten Trainingslauf sausen lassen musste. Der Triumph bei den Tourenwagen ist umso erstaunlicher, wenn man die Geschichte von Fischer kennt. Sein erstes Autorennen liegt noch nicht lange zurück – in Oberhallau 2025 debütierte er mit seinem «Monster-Turbo-Cossie». Danach fuhr er noch das Bergrennen in Les Paccots. In Frauenfeld konnte er aufgrund von technischen Problemen nicht starten. So gesehen war es also erst sein drittes Rennen! «Den Rest der Saison werde ich mich auf die Bergrennen konzentrieren», sagt Fischer. Die Top 3 der schnellsten Tourenwagen am Samstag rundeten Bralla und Bürki ab. Am Sonntag schafften es Vorjahressieger Christoph Zwahlen (Porsche GT3 Cup R) und Stephan Burri (VW Scirocco) auf die Plätze 2 und 3.
Apropos Burri: Der in den Thurgau «geflüchtete» Berner war am Sonntag als Gesamtzehnter schnellster Interswiss-Pilot und revanchierte sich für die «Niederlage» vom ersten Renntag. Am Samstag war es nämlich IS-Gesamtsieger Arnaud Donzé, der auf seinem VW Golf die Bestzeit aufstellte. Eine starke Leistung zeigte auch Marco Geering. Am Samstag war der Zürcher zweitschnellster IS-Pilot, am Sonntag reichte es dem immer spektakulär fahrenden Opel-Kutscher für Platz 3.
Beim Auftakt zum Renault Classic Cup gingen die Siege an Beat Rohr (Samstag), der seinen ersten Sieg im RCC feierte, und Marc Beyeler (Sonntag). RCC-Serienmeister Thomas Zürcher erwischte ein schwieriges Wochenende. Zwei umgefahrene Pylonen und eine kaputte Antriebswelle bremsten ihn ein.
Im Suzuki Swiss Racing Cup setzte sich zwei Mal Michaël Béring durch. Am Sonntag war der Vorsprung des Jurassiers auf den Zweitplatzierten Sandro Fehr mit 0,09 sec besonders knapp. Vorjahresmeister und Frauendfeld-Sieger Rico Thomann belegte die Plätze 4 und 3.
Bei den LOCalen Rennen war Roger Büeler auf seinem BMW M3 E46 am Samstag in 2:49,32 min der schnellste Pilot. Am Sonntag war die Reihe in 2:50,05 min an Jérémy Egli auf einem Mitsubishi Lancer Evo IX.
Alle Klassensieger von Bière im Überblick – Samstag: Samuel Weibel (Subaru BRZ, SuperSérie bis 2000 cm3), Pierre Mürner (Porsche 992 GT3, SuperSérie Compétition über 2000 cm3), Hanspeter Thöni (Peugeot 106, PSA Transition Trophy Gr. N), Max Langenegger (Peugeot 208, PSA Transition Trophy Gr. Rally4), Ramon Hänggi (PSA Transition Trophy Gr. A), Alessandro Grispino (Renault Clio R3, A/ISA/R2 bis 2000 cm3), Beat Rohr (Renault Clio III, RCC), Willy Waeber (Porsche SC, Historique über 2000 cm3), Jean-Romain Cretegny (Ford Escort RS2000, Historique classique), Jannis Jeremias (Honda Civic, TCR), Ludovic Ecabert (Citroën Saxo, E1 bis 1400 cm3), Luigi Roberto (Peugeot 106, E1 bis 1600 cm3), Christian Bralla (Fiat X1/9, E1 bis 2000 cm3), Steven Chiquita (BMW E30, E1 bis 2500 cm3), Christophe Maréchal (BMW E30, E1 bis 3000 cm3), Tobias Meier (Opel Astra, E1 bis 3500 cm3), Remo Fischer (Ford Escort Cosworth, E1 über 3500 cm3), Andreas Helm (VW Polo, IS bis 1400 cm3), Christophe Oulevay (VW Scirocco, IS bis 1600 cm3), Arnaud Donzé (VW Golf, IS bis 2000 cm3), Michael Zbinden (Opel Kadett GT/E, IS bis 2500 cm3), Vincent Caro (TracKing RC01b, Silhouette bis 1000 cm3), Michaël Rollat (Spire GT3, E2-SC bis 1400 cm3), Antonino Scolari (Nova Proto NP03, E2-SC bis 2000 cm3), Etienne Aebischer (Ligier JS53 Evo2 (E2-SC über 2000 cm3), Philip Egli (Dallara F393, E2-SS bis 2000 cm3).
Sonntag: Samuel Weibel (Subaru BRZ, SuperSérie bis 2000 cm3), Pierre Mürner (Porsche 992 GT3, SuperSérie Compétition über 2000 cm3), Hanspeter Thöni (Peugeot 106, PSA Transition Trophy Gr. N), Max Langenegger (Peugeot 208, PSA Transition Trophy Gr. Rally4), Ramon Hänggi (PSA Transition Trophy Gr. A), Alessandro Grispino (Renault Clio R3, A/ISA/R2 bis 2000 cm3), Marc Beyeler (Renault Clio RS3, RCC), Jean-Romain Cretegny (Ford Escort RS2000, Historique classique), Jannis Jeremias (Honda Civic, TCR), Ludovic Ecabert (Citroën Saxo, E1 bis 1400 cm3), Patrick Eggimann (Peugeot 106, E1 bis 1600 cm3), Christian Bralla (Fiat X1/9, E1 bis 2000 cm3), Allan Mathey (Opel Kadett C GT/E, E1 bis 2500 cm3), Christophe Maréchal (BMW E30, E1 bis 3000 cm3), Vanessa Zenklusen (Subaru Impreza Type R, E1 bis 3500 cm3), Christoph Zwahlen (Porsche GT3 Cup R, E1 über 3500 cm3), Andreas Helm (VW Polo, IS bis 1400 cm3), Christophe Oulevay (VW Scirocco, IS bis 1600 cm3), Stephan Burri (VW Scirocco, IS bis 2000 cm3), Urs Banz (Opel Ascona B, IS bis 2500 cm3), Michaël Rollat (Spire GT3, E2-SC bis 1400 cm3), Jesse Handschin (Norma M20FC, E2-SC bis 2000 cm3), Etienne Aebischer (Ligier JS53 Evo2 (E2-SC über 2000 cm3), Lionel Ryter (Formel Renault, E2-SS bis 2000 cm3).
Und so geht es weiter:
2. Mai, Ambri 1
3. Mai, Ambri 2
16./17. Mai, Bure
20./21. Juni, Chamblon
Am Wochenende standen einige Schweizer Bergrennfahrer im Ausland im Einsatz. Darunter Reto Meisel, «Speedmaster», Victor darbellay und Roland Bossy.
Gleich bei drei internationalen Bergrennen im Ausland waren Schweizer am vergangenen Wochenende erfolgreich mit von der Partie. Beim Grossen Bergpreis von Österreich, dem ersten Lauf zur Europa-Bergmeisterschaft 2026 am Rechberg in der Steiermark, gewann der mit tschechischer Lizenz startende Urner Ronnie Bratschi mit seinem Mitsubishi Evo 7 RS überlegen die FIA-Kategorie 1 vor dem Bulgaren Niki Zlatkov im Audi Quattro S1 (8,68 zur.) und Reto Meisel im Mercedes SLK340-Judd (+9,69).
Vorjahressieger Reto Meisel haderte auf der 4,44 km langen Strecke mit seinen gebrauchten Reifen («die neuen Reifen kamen nicht rechtzeitig»), hatte in manchen Passagen nicht das volle Vertrauen ins Auto und riskierte daher nicht sein letztes Hemd. Gegen die zwei stärksten Allrad-Turbomonster hätte der Vorjahressieger am Rechberg wohl auch mit neuen Gummis einen schweren Stand gehabt, kam aber wenigstens noch als Dritter aufs Podium.
Der Tagessieg ging an Titelverteidiger Christian Merli vor dem nach zwei Läufen nur um 34 Hundertstel zurückliegenden Vorjahressieger Kevin Petit aus Frankreich und den Tschechen Petr Trnka (alle Nova NP01). Der Jurassier Jean-Jacques Maître (17.) kam mit seinem Nova NP01-2 Honda 2.0 auf den vierten Rang in der Klasse Proto 2, war mit 5,6 Sekunden Rückstand aber weit weg vom Podium.
Einen Schweizer Gesamtsieg gab es beim Auftakt zur Deutschen Bergmeisterschaft auf dem Bergaufstück des legendären Schottenrings. Weil die Strecke nicht für Rennsportwagen zugelassen ist, waren nur geschlossene Fahrzeuge am Start. «Speedmaster» nutzte die vielen Trainings- und Rennläufe für erste Testfahrten unter Wettbewerbsbedingungen mit dem von Romeo Nüssli erstandenen und zu Hause in Kirchdorf überarbeiteten Ford Escort Cosworth. Der mehrfache Slalommeister und Bergpokalsieger wurde seiner Favoritenrolle gerecht und entschied das Gesamtklassement vor zwei Deutschen auf Porsche 911 GT3 für sich. Für «Speedmaster» war dies der erste Tagessieg unter Pseudonym und der erste seit dem Slalom Frauenfeld 2014 mit dem bekannt schnellen VW Polo.
Beim Bergrennen Abreschviller-Saint Quirin im Departement Moselle war Victor Darbellay als Siebter der schnellste Schweizer, war damit aber nur bedingt zufrieden. Der Gesamtsieg ging nämlich an seinen neuen Klassenkonkurrenten Marc Pernot, der den französischen Bergmeistertitel nun mit einem kleineren Nova Proto NP01 verteidigt, der wie Darbellay über einen 1175er-Turbomotor von Hartley verfügt. Damit liess Pernot erstmals sämtliche grossen Sportwagen hinter sich.
Beim ersten Start mit einem Tatuus T-318 mit Alpine-Turbomotor musste sich auch Roland Bossy mit dem 22. Gesamtrang und dem zweiten Platz in seiner Klasse begnügen. Zweifellos ist damit noch viel Luft nach oben. In der separaten Trophée des Nations für Fahrzeuge ausser FFSA-Konkurrenz holte Fabien Houlmann als Vierter von acht den Sieg bei den Tourenwagen. In der VHC-Bergmeisterschaft war Guillaume Mathez wie bereits in den drei Läufen zuvor mit seinem Peugeot 309 GTI 16V als Solo-Klassensieger und Vierter hinter zwei historischen Rennwagen und einem Porsche 996 GT3 Cup erfolgreich.
Text: Peter Wyss
Für gewöhnlich verzichten wir bei Back-to-Back-Rennen auf eine ausführliche Vorschau. Die wichtigsten Eckdaten zum bevorstehenden Slalom in Bière am kommenden Wochenende wollen wir Ihnen aber nicht vorenthalten.
Zum 59. Mal findet am kommenden Wochenende (25./26. April) der Slalom von Bière statt. Wie im Vorjahr wird auf der «Rennstrecke» am Jurasüdfuss unweit des Genfersees ein Doppellauf ausgetragen. Die Streckenführung ist an beiden Tagen nahezu identisch. Einziger Unterschied: Am Samstag biegen die Teilnehmenden bei Posten 18 (nach dem Bahnübergang) rechts ab. Am Sonntag wird an derselben Stelle geradeaus gefahren.
Los geht es am Samstagmorgen für Frühaufsteher ab 6.45 Uhr mit den ersten Besichtigungsläufen der LOCalen. Ab 8.10 Uhr stehen dann die ersten NATionalen Besichtigungs- und Trainingsläufe auf dem Programm. Ab 13.30 Uhr geht es mit dem Rennbetrieb los. In jeder Kategorie werden zwei Trainings- und zwei Rennläufe ausgetragen. Die Siegerehrung findet um ca. 18.30 Uhr statt. Sonntags ist das Programm identisch. Einziger Unterschied: Die Siegerehrung NAT findet um 18 Uhr statt, die der LOCalen um 19 Uhr.
Der Eintritt zum Slalom von Bière beträgt zehn Franken (inklusive ein Getränk). Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben freien Eintritt. Es gibt kostenlose Parkplätze. Am Samstag und Sonntag ist ab 10 Uhr eine Verpflegungsmöglichkeit (Food-Truck) vor Ort vorgesehen.
Punkto Teilnehmende steht Bière dem Auftaktrennen in Frauenfeld in keiner Weise nach. Im Kampf um die beiden Tagessiege wird es erneut zum spannenden Duell Philip Egli (Dallara F393) gegen Lionel Ryter (Formel Renault 2.0) kommen. Bei den Tourenwagen dürfte die grosse Frage sein: Kann Frauenfeld-Sieger Dino Wintsch auch in der Westschweiz für eine Überraschung sorgen?
Noch ist es natürlich viel zu früh, sich Gedanken um die Meisterschaft zu machen. Doch der eine oder andere Titelanwärter hat schon in Frauenfeld Federn gelassen. Elf Fahrer stehen nach dem ersten Rennen noch mit einer weissen Weste da:
Hermann Bollhalder, Wattwil, E1/Opel Speedster
Christian Bralla, Vaglio, E1/Fiat X1/9
Philip Egli, Watt, E2-SS/Dallara F393
Hans Peter Eller, Affeltrangen, E1/Opel Kadett C
Alessandro Grispino, Steinen, ISA/Renault Clio
Andreas Helm, Otelfingen, IS/VW Polo
Christophe Oulevay, Chavornay, IS/VW Scirocco
Manuel Santonastaso, Müllheim Dorf, IS/BMW E21
Antonino Scolaro, Jona, E2-SC/Nova Proto NP03
Samuel Weibel, Wolfisberg, SS/Subaru BRZ
Dino Wintsch, Hombrechtikon, E1/Porsche 911
Bei den Junioren sind es noch vier:
Steven Chiquita, Orbe, E1/BMW E30
Alessandro Grispino, Steinen, ISA/Renault Clio
Ursanne Salomon, Fregiécourt, E2-SS/Dallara Formel 3
Mario Schöpfer, Escholzmatt, IS/VW Polo
Das vergangene Wochenende stand aus Schweizer Sicht ganz im Zeichen des WEC-Sieges von Sébastien Buemi in Imola. Erfolgreiche Schweizer gab es aber auch noch in Portimão beim Auftakt der GT Open.
So darf es für Sébastien Buemi ruhig weitergehen. Beim Auftakt zur Langstrecken-WM in Imola (ITA) gewann der Waadtländer nach einer sieglosen Saison 2025 endlich wieder einmal für Toyota. Und das beim Debüt des TR010 Hybrid. Ausschlaggebend für den Erfolg waren die Boxenstopps. Ferrari ging beim Heimspiel zwar in Führung – und das gleich doppelt. Doch Toyota war bei den Boxenstopps jeweils schneller und sicherte sich so die Plätze 1 (mit Buemi) und 3 (mit der #7). Für Buemi war es der 27. Triumph in der WEC mit Toyota. Anders die Gefühlslage bei Raffaele Marciello. Der BMW verlor gegen Rennende noch eine Position und musste sich beim Saisonauftakt in der Emilia Romagna mit Platz 7 zufrieden geben.
Louis Delétraz muss mit Cadillac in den USA weiter auf den ersten grossen Erfolg warten. Beim IMSA-Grand-Prix in Long Beach wurde der Genfer Achter. Auf dieser Position liegt er auch in der Gesamtwertung. Auch der amtierende GTD-Champion Philip Ellis backt seit zwei Rennen etwas kleinere Brötchen. Nach dem Auftaktsieg in Daytona folgte ein 18. Platz in Sebring und nun ein neunter Rang in Long Beach.
Erfolgreicher waren die Schweizer beim Auftakt der GT Open in Portimão (POR). Alex Fontana gewann mit ZRS Motorsport auf Anhieb das erste Rennen. Im zweiten Durchgang verpasste der Tessiner auf Porsche 911 GT3 R das Podium als Vierter knapp. Auch Alexander Fach jr. durfte jubeln. Der Schwyzer gewann mit Fach Auto Tech Rennen 1 in der ProAM-Wertung. Im zweiten Lauf wurde Fach Achter. Keinen Sieg, dafür zwei Mal auf dem Podest standen Yannick Mettler und Dexter Müller. Das Mercedes-Duo belegte im ersten Rennen Rang 2 (hinter Fach), im zweiten Heat hätte gar ein Sieg herausschauen können, wenn sich Müller nicht gedreht hätte. So reichte es am Ende «nur» zu Platz 3.
Das von einem tödlich Unfall überschattete Rennwochenende der NLS endete aus Schweizer Sicht ebenfalls mit einem Podestplatz. Patric Niederhauser sicherte sich im Red Bull Team ABT (Lamborghini) Platz 2 im Gesamtklassement. Ebenfalls in den Top 10: Fabio Scherer vom Team HRT Racing (Ford Mustang) als Neunter. Zu den Klassensiegern im vierstündigen Sonntagsrennen gehörten auch Manuel Metzger (AT2) und Ranko Mijatovic (BMW).
Einen exzellenten Job machte auch Jonathan Hirschi mit seiner französischen Beifahrerin Mélanie Tendille bei der Rallye Rhône Charbonnières. Der derzeitige Tabellenführer der Schweizer Meisterschaft, beendete die Rallye auf einem bemerkenswerten achten Rang in der Gesamtwertung – eine Leistung, die ein Schweizer Fahrer in der höchsten französischen Rallye-Liga seit vielen Jahren nicht mehr erreicht hatte.
Mit den Plätzen 14, 18 und 13 startete Chiara Bättig in die neue Saison der Britischen Formel 4 in Donington (GBR). Die Red-Bull-Juniorin holte damit ihre ersten vier Punkte. Weiter geht’s für Bättig am 9./10. Mai in Brands Hatch.
Zum Karting: Bei der WSK in Lonato (ITA) war Iven Ammann (Innovate Competition) in der OK-N der beste Schweizer als Zehnter. Und auch bei der IAME Euroseries in Franciacorta (ITA) gab es zwei Top-10-Ergebnisse. Ben Iten wurde Neunter bei den Super Minis, Aurelio Longhitano (beide Spirit Racing) Neunter in der X30 Junior.
Er hat es schon wieder getan: Philip Egli gewann am Sonntag zum elften Mal (in Serie!) den Slalom in Frauenfeld. Eine Überraschung gab es bei den Tourenwagen mit dem ersten Sieg für den Zürcher Dino Wintsch.
Er bleibt der Chef im Ring. Beim Auftakt der Schweizer Slalom-Meisterschaft im Frauenfeld hat Philip Egli vor rund 9000 Zuschauern seinen elften Tagessieg auf der Allmend gefeiert. Seit 2015 ist der gebürtige Glarner im Thurgau ungeschlagen. 2015 – das ist schon ein Weilchen her. Damals reagierte noch ein gewisser Barack Obama die USA, der Euro war noch stärker als der Schweizer Franken und Stan Wawrinka gewann die French Open…
Ganz so locker wie auch schon cruiste Formel-3-Pilot Egli diesmal aber nicht zum Gesamtsieg. Der Vorsprung auf den zweitplatzierten Lionel Ryter betrug 0,73 Sekunden. Im Vorjahr war der junge Walliser in seinem Formel Renault 2.0 mit einem Rückstand von 0,62 Sekunden sogar noch näher an Egli dran. Trotzdem war der elfte Sieg in Serie für Egli eine Genugtuung. Vor allem, weil der Schweizer Slalom-Meister von 2024 nach dem ersten von Trainingsläufen plötzlich im Stress war. Egli musste für die Rennläufe das Getriebe an seinem Dallara F393 wechseln. Dank Mithilfe seiner ehemaligen Konkurrenten Marcel Maurer und Yves Hängärtner schaffte es der Rekord-Tagessieger aber gerade noch so. «Ich bin ihnen und meinem Vater sehr dankbar, dass sie mich so tatkräftig unterstützt haben», meinte Egli. «Wir hatten den Schaden innerhalb von zwei Stunden repariert. Und es reichte gerade noch zur Teilnahme am zweiten Trainingslauf. Aber ganz ehrlich: Bis zu diesem Zeitpunkt bin ich nur herumgerannt. Dass es am Ende gereicht hat und ich meinen elften Sieg in Frauenfeld feiern durfte, macht mich unter diesen Umständen natürlich erst recht glücklich.»
Die Siegeszeit von 1:59,51 Minuten lässt sich sehen. Schneller war Egli über den 3,2 Kilometer langen Kurs nur 2024 (1:58,87 Minuten). Hauptkonkurrent Ryter hatte nach dem ersten Durchgang 0,83 Sekunden Rückstand. Der junge Walliser war mit seinen Reifen nicht zufrieden, hoffte aber, dass er im zweiten Lauf Egli doch noch abfangen könnte. Doch dieses Unterfangen scheiterte – wie im Vorjahr. «Ich habe zu viel riskiert», meinte Ryter leicht enttäuscht. Der linke Frontflügel seines Formelfahrzeugs hatte etwas gar viel Gras geladen, «ich habe die letzte Kurve zu stark geschnitten und bin leicht von der Strecke abgekommen».
Hinter Egli und Ryter sicherte sich mit Ursanne Salomon ein «Neuling» den dritten Podestplatz. Der Jurassier hat auf diese Saison von einem in die Jahre gekommenen Formel Renault auf einen ehemaligen Formel 3 von Roland Bossy gewechselt – und scheint mit diesem Auto gleich auf Anhieb ganz gut zurechtzukommen. Zwar fehlten Salomon, der auch für die Junior-Meisterschaft gemeldet ist, 6,35 sec auf die Bestzeit von Egli, im Kampf um den ersten Podestplatz im SCRATCH setzte er sich aber erfolgreich gegen den Vorjahresdritten Antonino Scolaro im Nova Proto durch.
Auf Platz 5 im Gesamtklassement landete der schnellste Tourenwagenfahrer Dino Wintsch. Der Zürcher, mehrmaliger Gesamtsieger des Lotus-Cups und auch schnellster LOC-Pilot am Samstag, gewann überraschend die Tourenwagenwertung. Wintsch nahm auf diese Saison einen Fahrzeugwechsel vor, er fährt nun einen Porsche 911 aus dem Hause von Christoph Zwahlen aus Pfyn. «Mit dem Sieg, meinem ersten Tourenwagensieg bei einem Slalom zur Schweizer Slalom-Meisterschaft überhaupt, hatte ich nie gerechnet. Das Auto war aber auch top vorbereitet», meinte Wintsch. Sein «Chef» Zwahlen, 2010, 2012 und 2013 selbst Tourenwagensieger in Frauenfeld und dieses Wochenende Gesamtzehnter mit einem Porsche 997 Cup-R, freute sich sehr über den Exploit seines Piloten: «Für mich ist das doch allerbeste Werbung, wenn ich einem Kunden ein Auto hinstelle, das siegfähig ist.» Hinter Dino Wintsch (Laufbestzeit 2:11,37 Minuten) klassierten sich Frauenfeld-Rückkehrer Christian Bralla (Fiat X1/9, 2:11,64 min) und dem Sieger der beiden Vorjahre Matthias Bischofberger (Porsche 997 GT3 Cup, 2:12,98 min). Zwahlen selber musste sich in der E1 über 3000 cm3 hinter Wintsch und Bischofberger mit Rang 3 zufrieden geben.
Schnellster Fahrer der Interswiss war in Frauenfeld Lokalmatador Manuel Santonastaso auf seinem BMW E21 in 2:13,70 min. Damit war der Mülheimer 36 Hundertstelsekunden schneller als VW-Scirocco-Pilot Stephan Burri, der zum ersten Mal mit Synfuel am Start gestanden hatte. Platz 3 ging (in derselben Hubraumklasse bis 2 Liter) an den Jurassier Arnaud Donzé (VW Golf, 2:15,06 min). Auch Slalom-Vorjahresmeister Alessandro Grispino machte mit seinem Renault Clio R3 in der Grupppe A/ISA/R2 dort weiter, wo im Vorjahr aufgehört hatte. Auf den zweitplatzierten Sven Sattler (Honda Civic) hatte er am Ende aber nur eine halbe Sekunde Vorsprung.
Die beiden Auftaktrennen zum Suzuki Swiss Racing Cup gingen an Vorjahresmeister Rico Thomann. Im ersten Lauf war er 0,05 Sekunden schneller als Serienorganisator Christian Zimmermann. Im zweiten Rennen bezwang er Reto Steiner wieder knapp – diesmal um 0,16 Sekunden.
Alle Klassensieger von Frauenfeld im Überblick: Samuel Weibel (Subaru BRZ, SuperSérie bis 2000 cm3), André Grandjean (Porsche 911 GT3, SuperSérie Compétition über 2000 cm3), Hanspeter Thöni (Peugeot 106, PSA Transition Trophy Gr. N), Max Langenegger (Peugeot 208, PSA Transition Trophy Gr. Rally4), Alessandro Grispino (Renault Clio R3, A/ISA/R2 bis 2000 cm3), Markus Brander (March 742, Gr. K), Hans Wüthrich (Mini Cooper S, E1 bis 1400 cm3), Hans-Peter Eller (Opel Kadett C Coupé, E1 bis 1600 cm3), Christian Bralla (Fiat X1/9, E1 bis 2000 cm3), Walter Terler (AUT, Opel Kadett C, E1 bis 2500 cm3), Hermann Bollhalder (Opel Speedster, E1 bis 3000 cm3), Dino Wintsch (Porsche 911, E1 über 3000 cm3), Andreas Helm (VW Polo, IS bis 1400 cm3), Christophe Oulevay (VW Scirocco, IS bis 1600 cm3), Manuel Santonastaso (BMW E21, IS bis 2000 cm3), Roman Marty (Opel Kadett C GT/E, IS bis 2500 cm3), Marco Marte (BMW M3, IS bis 3000 cm3), Jannis Jeremias (Porsche 911 GT3 Cup, IS über 3000 cm3), Antonino Scolaro (Nova Proto NP03, E2-SC bis 1600 cm3), Dominik Fröhle (AUT, Tracking RC01, E2-SH bis 1600 cm3), Philip Egli (Dallara F393, E2-SS bis 2000 cm3).
Und so geht es weiter:
25. April, Bière 1
26. April, Bière 2
2. Mai, Ambri 1
3. Mai, Ambri 2
16./17. Mai, Bure
20./21. Juni, Chamblon
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