Die Rallye Mont Blanc – Morzine hat dieses Jahr nicht zur Schweizer Rallye-Meisterschaft gezählt. Dennoch haben ein paar Schweizer die Rallye im grenznahen Frankreich erfolgreich bestritten. Allen voran Yohan Surroca.
Yohan Surroca hat schon das eine oder andere Mal auf sich aufmerksam gemacht. Sei es im Rahmen der Schweizer Rallye-Meisterschaft oder bei Läufen in Frankreich. Auch bei der Rallye Mont Blanc – Morzine am vergangenen Wochenende zeigte der 24-jährige Walliser eine starke Leistung. Erst recht, wenn man bedenkt, dass Surroca erst zum zweiten Mal in einem Rally2-Auto sass. Von den zwölf Prüfungen beendete der Hyundai-Pilot zehn in den Top 10. Und das bei einer starken französischen Konkurrenz. Vor der letzten Prüfung lag Surroca auf dem achten Gesamtrang. Diesen hätte er auch souverän nach Hause gefahren, hätte er auf den letzten Kilometern nicht noch einen Reifenschaden gehabt. «Es hatte sich schon in der vorletzten Prüfung angekündigt», meinte Surroca. «Der Reifen verlor Luft – und wir mussten ihn in der letzten WP wechseln.» Surroca beendete die Rallye mit seinem belgischen Beifahrer Loïc Dumont trotzdem auf einem mehr als respektablen zwölften Schlussrang – vor Thibault Maret/Louis Louka im Citroën C3 Rally2.
Für Surroca geht es Ende Oktober weiter. Dann wird er zum zweiten Mal nach 2025 im Hyundai i20 N an der Rallye du Valais teilnehmen. Wenn er dort eine ähnlich starke Leistung zeigt, hat er gute Chancen zum ersten Mal auf das Gesamtpodium zu fahren.
Der Sieg bei der diesjährigen «Mont Blanc», die (aus Sicht von Surroca leider) nicht zur Schweizer Rallye-Meisterschaft zählte, ging an den Franzosen Yoann Bonato im Lancia Ypsilon Rally2. Zu den weiteren Schweizern, die das Ziel sahen zählen Gwen Lagrue/Romain Blondeau-Toiny (15.), Stefano Mella/Nicolo Lazzarini (26.), Mireille Vidueira/Alexandra Fontana (27., zweitbeste Dame), Aurélien Devanthéry/Stéphane Fellay (31.), Mathieu Zurkinden/Gaëtan Aubry (52.) sowie Michaël Esteves/Osmaël Berdayes (72.).
Die 22. Arosa ClassicCar vom vergangenen Wochenende war laut dem Veranstalter «ein voller Erfolg». Bei herrlichem Sommerwetter sicherte sich Thomas Amweg seinen zehnten Gesamtsieg.
Am Wochenende fand im Bündnerland die 22. Ausgabe der Arosa ClassicCar statt. Laut dem Veranstalter war die diesjährige Ausgabe bei schönstem Wetter «ein voller Erfolg». Den «Grossen Preis von Arosa» sicherte sich (zum zehnten Mal!) Thomas Amweg in Papas Eigenbau, dem Amweg F2 AW76 mit einer Bestzeit von 4:10,46 min (= 104,92 km/h). Damit war der 41-jährige Familienvater rund zwei Sekunden schneller als im Vorjahr. Auch damals fuhr Amweg den AW76. Den Streckenrekord von 2019 (im Martini-BMW Mk50 F2) verpasste Amweg um etwas mehr als vier Sekunden.
Alle Sieger im Überblick:
Arosa Classic Trophy: Rolf Senti, Fiat Abarth Rally, 5:48,30 min
Arosa Sport Trophy: Heinz Vogt, Sylva Fisher Fury, 5:42,59 min
Competition Formula: Thomas Amweg, Amweg F2 AW76, 4:10,46 min
Competition: Markus Jörg, Lotus 23B, 4:29,75 min
Schnellste Fahrerin: Bea Gabathuler, Mini Cooper S 1275, 5:25,52 min
Das Starterfeld bot auch dieses Jahr eine eindrucksvolle Reise durch fast ein Jahrhundert Motorsportgeschichte. Zu den besonderen Fahrzeug-Highlights zählten der Sauber C3, der Lancia Stratos von Dario Pergolini sowie der Ferrari 512 M von Walter Lais. Ein besonderer Blickfang war der La France Typ 12 von Ruedi Schawalder. Das Fahrzeug mit Baujahr 1917 war das älteste Auto der diesjährigen Arosa ClassicCar und bildete einen eindrucksvollen Kontrast zu den Rennwagen späterer Generationen. Die Beliebtheit der ACC zeigt sich aber nicht nur bei den Teilnehmenden (schon jetzt gibt es eine Warteliste für 2027). Auch an Zuschauern mangelte es nicht. Über die vier Veranstaltungstage hinweg verfolgten gemäss Schätzungen bis zu 25'000 Besucher das Geschehen in Arosa, am Start in Langwies und entlang der 7,3 Kilometer langen Rennstrecke. Die beliebten Renntaxi-Fahrten von Porsche waren ebenfalls restlos ausverkauft.
Neben der automobilen Geschichte erhielt auch die Zukunft des historischen Motorsports eine sichtbare Plattform. Gemeinsam mit HIF Global und Porsche Schweiz wurde den rund 180 Fahrer und Fahrerinnen angeboten, ihre Rennfahrzeuge kostenlos mit synthetischen eFuels zu betanken. Eine mobile eFuel Tankstelle im Fahrerlager ermöglichte den Einsatz direkt am Anlass.
Mehr Infos zur ACC finden Sie auf www.arosaclassiccar.ch
Ab Donnerstagabend ist in Arosa wieder Rennaction angesagt. Rund 180 historische Renn- und Sportfahrzeuge aus fast einem Jahrhundert Motorsportgeschichte treffen bei der 22. Arosa ClassicCar auf eine der spektakulärsten Bergrennstrecken der Schweiz.
Wenn am Donnerstagabend die historischen Fahrzeuge beim traditionellen Dorfcorso durch Arosa rollen, beginnt ein Wochenende, das Motorsportgeschichte mitten ins Bündner Bergdorf bringt. Von Freitag bis Sonntag stehen Trainings- und Rennläufe auf der 7,3 Kilometer langen Strecke von Langwies nach Arosa auf dem Programm. Die beiden Fahrerlager beim Ochsenbühl und Obersee sind frei zugänglich und ermöglichen den Besucherinnen und Besuchern, Fahrzeuge und Fahrer aus nächster Nähe zu erleben.
Zu den besonderen Leckerbissen gehören dieses Jahr Urs Furters seltene Shelby Cobra Daytona Coupé von 1965 (mit der #114). Serge Endress tritt mit einem Nissan Skyline GT-R Group A von 1990 an (#502), während Albert Dobler nach längerer Pause mit seinem Jägermeister-BMW M3 E30 DTM (#302) auf die Aroser Bergstrecke zurückkehrt.
Ein besonderes Stück Schweizer Motorsportgeschichte steuert Erich Schellinger bei: Sein Sauber C3 von 1973 war der letzte von insgesamt drei C3, die bei Sauber in Hinwil gebaut wurden. Nach Stationen in der Schweiz, Deutschland und Kanada kehrte der Rennwagen 2021 in die Schweiz zurück und wird 2026 erstmals von Schellinger mit der #116 an der Arosa ClassicCar pilotiert.
Eine besondere Bühne erhalten in diesem Jahr die ältesten Fahrzeuge des Starterfeldes. Erstmals werden die Vorkriegsfahrzeuge in einem eigenen Feld zusammengefasst. Unabhängig von ihrer gemeldeten Wertungskategorie starten sie gemeinsam am Ende des dritten Rennfeldes. Damit werden automobile Zeitzeugen aus den frühen Jahrzehnten des Motorsports noch stärker sichtbar. Dazu gehört beispielsweise der Bugatti 37/35B von Daniel Sonderegger aus dem Jahr 1927. Zugelassen sind bei der Arosa ClassicCar Fahrzeuge, deren Geschichte bis in die Anfangsjahre des Automobilsports zurückreicht.
Neben historischen Rennfahrzeugen richtet die Arosa ClassicCar 2026 den Blick auch auf die Zukunft der Mobilität. Gemeinsam mit HIF Global und Porsche Schweiz wird das Thema synthetische Kraftstoffe, sogenannte eFuels, am Rennwochenende aufgegriffen. Gemeinsam biete sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an, ihre Rennfahrzeuge kostenlos mit eFuels zu betanken. Damit schlägt die Arosa ClassicCar bewusst die Brücke zwischen automobiler Geschichte und neuen Technologien. Denn gerade für den historischen Fahrzeugbestand können synthetische Kraftstoffe eine interessante Perspektive bieten. Die bestehenden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor lassen sich damit weiter nutzen, während die CO₂-Bilanz zukünftig deutlich verbessert werden kann.
Weitere Infos zur ACC finden Sie unter diesem Link.
Wie (fast) immer schauen wir auch diesmal auf das vergangene Renn-Wochenende zurück. Diesmal mit dem Schwerpunkt GT World Challenge am Nürburgring.
Am Wochenende hat der vierte Lauf zum Endurance Cup der GT World Challenge auf dem Nürburgring stattgefunden. Einen Schweizer Sieg gab es diesmal leider nicht zu bejubeln. Ricardo Feller landete mit seinen Lionspeed-Teamkollegen Bastian Buus und Thomas Preining nur auf dem 15. Schlussrang. Schuld war ein unglücklich getimter Boxenstopp. Das Siegerteam der 24 Stunden von Spa versuchte einen «undercut» gegen den führenden Aston Martin, doch kaum war der Porsche aus der Boxengasse raus, gab es eine Full-Course-Yellow-Phase und alle anderen konnten unter Gelb stoppen. Bester Schweizer war so Fabio Scherer. Der Ford-Mustang-Pilot aus Engelberg belegte den sechsten Schlussrang und egalisierte so sein bisher bestes Saisonergebnis. Für Raffaele Marciello (BMW) und Patric Niederhauser (Lamborghini) endete das Rennen auf den Rängen 17 resp. 19. Bester Schweizer in der Gesamtwertung (ein Rennen vor Schluss) bleibt Feller als Fünfter.
Einen Schweizer Sieg gab es am Nürburgring aber dennoch. In der Super Trofeo Lamborghini, die im Rahmenprogramm stattfand, stand Kevin Gilardoni mit Teamkollege Simone Iaquinta in beiden Rennen ganz oben auf dem Podium. Für den sechsmaligen Sieger der Rally del Ticino war es bereits der dritte Saisonsieg nach dem Triumph beim Auftaktrennen in Le Castellet.
Zum Kartsport: Beim WSK Final Cup in Franciacorta (ITA) hat es ebenfalls noch einen Podestplatz gegeben. Iven Ammann vom Team Innovate Competition hat sich im Finale der OK-N den dritten Platz gesichert. Der WSK Final Cup geht über drei Runden. Neben Franciacorta stehen auch Lonato und Viterbo auf dem Programm.
Nicht nur in Oberhallau wurde am Wochenende am Berg gefahren. Auch international standen verschiedene Bergrennen auf dem Programm – selbstverständlich mit Schweizer (vor allem Westschweizer) Beteiligung.
Statt in Oberhallau nahmen mehrere Schweizer, alle aus der Romandie, am vergangenen Wochenende am traditionellen Bergrennen Turckheim-Trois Epis im Elsass teil. Aus Zeitgründen kamen auch beim vorletzten Lauf zur französischen Bergmeisterschaft nur zwei Rennläufe zur Austragung, von denen jedoch die bessere Zeit in die Wertung kam.
Im Feld der 46 Rennsportwagen setzten sich Victor Darbellay in Nova Proto Hartley als Gesamtvierter und Joël Volluz als Sechster im Norma M20 V8 Mader wie gewohnt gut in Szene. Gegen den französischen Meister und Tagessieger Marc Pernot in dessen topmodernen Nova Proto NP01 Hartley hatte Darbellay allerdings keine Chance – obwohl ihre beiden Modelle die gleichen Typenbezeichnung haben, handelt es sich bei Pernot um ein von der ganzen Konzeption her komplett anderes Auto. Volluz gewann seinerseits die separate Klasse 3B der Sportwagen mit Dreiliter-V8-Saugmotoren. Pech hatte Lionel Ryter, der im zweiten Rennlauf mit seinem Tatuus-Renault verunglückte, dabei aber unverletzt blieb. Besser oder schlechter als Dritter hätte Ryter in seiner Klasse nicht werden können. Jimmy Froidevaux gewann im Norma M20 F solo die Sportwagenklasse 2A.
Sechs Westschweizer fuhren im 27 Wagen umfassenden Feld der Luxemburger Bergmeisterschaft, dessen Klassement der Deutsch-Slowene Patrik Zajelsnik auf einem Nova Proto NP01 Emap Turbo (gleiches Modell wie von Faustini) für sich entschied. Hinter zwei weiteren Sportwagen von Luxemburgern kam Hervé Villoz im Dallara F302, dem einzigen Single Seater im Feld, auf den vierten Gesamtrang. Mit seiner schnelleren ersten Laufzeit reichte es Sébastien Coquoz im Opel Kadett als Sechster überraschenderweise nur zum zweiten Rang in der Gruppe E1 bis zwei Liter, nachdem der Österreicher Tobias Santer im VW Golf 16V in seinem zweiten Versuch bei einer Fahrzeit von über drei Minuten noch um 143 Tausendstel schneller war. Sébastien Joray im BMW M3 E36 schlug hingegen seine beiden Konkurrenten in der Klasse 24, ebenso Yves Bracelli im Peugeot 206 eine deutlich langsamere Luxemburgerin.
Für einmal keine Erfolgsmeldung gibt es von Reto Meisel in der Berg-EM. Beim vorletzten Lauf in Ilirska Bistrica in Slowenien verunfallte der Aargauer wie in Polen mit seinem neu erworbenen Mitsubishi Lancer Evo V. Nach einem verpassten Bremspunkt prallte Meisel im zweiten Trainingslauf heftig in die Leitplanken. Zwar versuchte das Team mit polnischer Hilfe, das Auto in der Nacht zu reparieren, doch musste dieses Unterfangen wegen des zu grossen Schadens am Chassis abgebrochen werden. Durch seinen ersten Nuller in der Berg-EM 2026 büsste Meisel zwar die Tabellenführung in der Kategorie 1 der Tourenwagen ein, hat jedoch noch eine theoretische Chance auf den Titel. In der Gruppe 1 und Performancewertung (Scratch über alle Klassen) steht der Schweizer hingegen schon als Gesamtsieger fest.
Den Tagessieg in Slowenien errang der Franzose Sébastien Petit vor seinem jüngeren Bruder Kevin, der damit wie in Les Rangiers die EM-Wertung für sich entschied. Seb Petit Racing kümmert sich technisch auch um das Schweizer Meisterauto von Robin Faustini, sodass das Team gleich zwei grosse Siege am gleichen Wochenende feierte.
Text: Peter Wyss
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