Die Pause in der Schweizer Rallye-Meisterschaft war aufgrund der Absage der Rallye de Bourgogne lang, aber nun geht es weiter: Freitag/Samstag findet die 28. Ausgabe der Rally del Ticino statt. Am Start: 46 moderne und sieben Teams mit historischen Fahrzeugen. Darunter auch der Führende Nicolas Lathion.
Am Freitag/Samstag, 18./19. September, findet im Tessin nach einer langen Pause aufgrund der Absage der Rallye de Bourgogne Côte Chalonnaise der dritte Lauf zur Schweizer Rallye-Meisterschaft 2026 statt. Mit 46 modernen Autos und sieben historischen Fahrzeugen. Eine Entscheidung um den Meister-Titel wird es noch nicht geben. Das führende Duo in der Rallye-SM, Nicolas Lathion/Morgane Apothéloz, kann aber seinen Vorsprung weiter ausbauen. Denn Lathions Gegner legen (fast) alle eine (noch längere) Pause ein: Von Platz 2 im aktuellen Gesamtklassement bis Rang 10 ist keiner der direkten Konkurrenten Lathions am Start!
Bei einem Sieg im Tessin kämen Lation/Apothéloz auf 65 Punkte. Damit hätte das Skoda-Duo 30 Punkte Vorsprung auf Pascal Perroud und 33 auf Mike Coppens, die im Tessin zu den Abwesenden zählen. Coppens könnte diesen Rückstand bei maximal 32 zu vergebenen Zählern beim Finale im Wallis nicht mehr aufholen. Perroud bräuchte einen Sieg bei der Rallye du Valais – bei gleichzeitig viel Pech auf der Seite von Lathion. Auch Thibault Maret hätte bei einem Sieg von Lathion im Tessin noch eine klitzekleine Chance, beim Heimspiel mit seinem Walliser Kantonskollegen gleichzuziehen. Aber Fakt ist: Lathion kann mit einem guten Ergebnis bei der 28. Ausgabe der Rally del Ticino einen grossen Schritt in Richtung ersten Schweizer Rallye-Meister-Titel machen. «Unser Ziel ist es, so viele Punkte wie möglich zu machen, damit wir bei der Rallye du Valais eine möglichst gute Ausgangslage vorfinden», sagt Lathion, der dank zwei dritten Plätzen beim Critérium Jurassien respektive der Rallye du Chablais in der Meisterschaft vorne liegt.
Ob Lathion/Apothéloz im Tessin ein Wörtchen um den Sieg mitreden können, ist eine andere Frage. Der Mann, den es zu schlagen gilt, ist Kevin Gilardoni. Der 34-Jährige aus Soazza im italienisch sprechenden Teil des Graubündens hat die Rally del Ticino schon sechs Mal (in der Gesamtwertung) gewonnen – zuletzt 2024. Ihn auf einem Toyota Yaris GR Rally2 im Tessin zu bezwingen, wird schwierig werden. Und dann ist da auch noch besagter Thibault Maret. Der 26-Jährige ist schon fünf Mal im Rahmen einer Rallye, die zur Schweizer Meisterschaft zählt, aufs Podium gefahren. Nur zu gerne würde der Fahrer des Citroën C3 Rally2 einmal ganz oben stehen.
Gespannt darf man auf das Abschneiden von Gauthier Hotz sein. Der Sohn des achtmaligen Schweizer Rallye-Meisters Grégoire Hotz kehrt nach einer längeren Pause zurück. Viel Erfahrung im Rally2-Skoda bringt er allerdings nicht mit. Seine letzte und bisher einzige Rallye mit einem Rally2-Auto bestritt er 2024 in Italien. Schon damals (wie heute) sass der erfahrene Walliser Michaël Volluz auf dem Beifahrersitz. Zu den weiteren Podiumskandidaten bei der «Ticino» zählen auch die beiden Skoda-Fabia-Kutscher Stefano Mella und Kim Daldini. Insgesamt stehen 17 Rally2-Autos am Start. Dazu gesellt sich der Citroën WRC C3 von Mirko Puricelli und die Alpine A110 GT+ von Joël Rappaz.
In der historischen Klasse, der VHC, sind Vorjahressieger Clovis Brosy/Frédéric Erismann sowie das führende Duo in der Meisterschaft, Edy und Florence Bérard, am Start. Zu diesen beiden BMW gesellt sich ein weiterer M3; der von Julien Camandona/Melanie Crettaz. Für Spannung ist also auch hier gesorgt.
Die Servicezone und das Hauptquartier der Rallye befinden sich in Mendrisio. Die Rallye beginnt am Freitag, 18. September, mit den administrativen Abnahmen, den technischen Kontrollen und einer Super-Sonderprüfung in Chiasso ab 21 Uhr. Der Start zur zweiten Etappe bestehend aus fünf weiteren Prüfungen erfolgt am Freitag, 19. September. Wobei die Prüfung «Valcolla» drei Mal (zwei Mal verkürzt), die Prüfung «Malcantone» zwei Mal absolviert wird. Insgesamt werden bei der «Ticino» 59,57 Kilometer zurückgelegt. Damit gilt die Rallye als eine Veranstaltung vom Typ 3.
Mehr Infos zur Rally del Ticino finden sie unter diesem Link.
Termine Schweizer Rallye-Meisterschaft 2026
27./28. März, Critérium Jurassien
28.-30. Mai, Rallye du Chablais
10.-11. Juli, ABGESAGT, Rallye de Bourgogne-Côte Chalonnaise (FRA)
18./19. September, Rally del Ticino
29.-31. Oktober, Rallye International du Valais
Aufgrund der Absage des Bergrennens am Gurnigel starteten einige Schweizer Bergrennfahrer und -fahrerinnen am Wochenende beim Deutschen Meisterschaftslauf in Eichenbühl respektive beim Finale der französischen Meisterschaft am Mont Verdun.
Die schon Mitte August erfolgte Absage des Bergrennens am Gurnigel veranlasste einige Schweizer Fahrer respektive Fahrerinnen, am vergangenen Wochenende stattdessen beim Deutschen Meisterschaftslauf in Eichenbühl an den Start zu gehen. Zwei von ihnen kamen mit Pokalen für Klassensiege nach Hause. Aus Zeitgründen fiel die Entscheidung bei wechselhafter Witterung in nur zwei Rennläufen.
Wie bei den meisten Schweizer Bergrennen war Sergio Kuhn mit seinem Peugeot 308 TCR in Deutschland der Schnellste. Er gewann nicht nur seine Klasse, sondern auch die gesamte Gruppe nach Performance-Faktor 4. Als Gesamtzwölfter war Kuhn der Schnellste aus der Schweizer Fraktion.
Als strahlende Siegerin über zwei Klassenkonkurrenten liess sich Vanessa Zenklusen (Subaru Impreza) feiern. In seiner aus 17 Wagen bestehenden Klasse bis 1400 cm3 stieg Andreas Helm (VW Polo) als Dritter ebenfalls aufs Podium. Der mit Schweizer Lizenz startende Süddeutsche Hansi Eller holte zudem mit seinem Opel Kadett 1.6 einen Klassensieg. Der Gesamtsieg ging an den Deutsch-Slowenen Patrik Zajelsnik auf Nova Proto Emap Turbo.
Mit dem 100. Bergrennen Limonest–Mont Verdun endete am Sonntag die französische Bergmeisterschaft 2026. In Wertung kamen die zwei schnellsten Zeiten aus vier Rennläufen. Hinter dem bereits als Champion de France de la Montagne feststehenden Tagessieger Marc Pernot im «kleinen» Nova Proto Hartley Turbo holte Victor Darbellay beim Jubiläumsrennen als Gesamtfünfter hinter drei Dreiliter-Sportwagen den zweiten Platz in der Klasse 2B. Als 14. im Gesamtklassement gewann Jean-Jacques Maitre im Nova Proto mit Honda-Saugmotor solo die Klasse 2A. Als Gesamt-23. bezwang Roland Bossy im Tatuus F3T-318 seinen einzigen Gegner mit einem identischen Rennwagen in der Klasse 8., hingegen musste sich Hervé Villoz mit seinem Dallara F302-04 dem einzigen Gegner in der Klasse 4 geschlagen geben. In der separaten VHC-Meisterschaft der historischen Fahrzeuge eroberte Guillaume Mathez im Peugeot 309 GTI 16S einen überlegenen Klassensieg.
Text: Peter Wyss
Und wieder einmal haben am Wochenende ein paar Schweizer (respektive Liechtensteiner) international für Furore gesorgt. Allen voran Ricardo Feller, der in der DTM endlich wieder ein Erfolgserlebnis feiern durfte.
Ricardo Feller hat lange auf diesen Moment warten müssen. Seit dem Rennen am Lausitzring ist der gebürtige Aargauer nicht mehr in die Nähe des Podiums gekommen. Am Wochenende hat es endlich wieder geklappt. Auf dem Sachsenring (GER) sicherte sich der Porsche-Pilot aus dem Team Manthey Racing nach Rang 13 am Samstag im zweiten Rennen den dritten Schlussrang. «Das war ein wirklich tolles Rennen», meinte Feller. «Es wäre cool, wenn jedes Rennen so spannend wäre, und ich freue mich sehr, dass das Team ein Doppelpodium feiern darf und wir nun die Meisterschaft bei den Fahrern und bei den Teams anführen. Das haben sich alle sehr verdient. Ich bin auch unfassbar dankbar, dass meine Crew nach den Mittelfeldkämpfen am Samstag das Auto wieder so aufgebaut hat, dass dieses Ergebnis am Sonntag möglich war und dass sie auch nie aufhören an mich zu glauben. Von mir aus können wir in Hockenheim so weitermachen.»
Ein Wochenende mit Höhen und Tiefen liegt hinter Emil Frey Racing. Am Samstag fehlte dem Team die Pace der Spitze, und Matteo Cairoli sowie Thierry Vermeulen kamen auf den Plätzen 6 und 9 ins Ziel. Am Sonntag lief es dann trotz schwieriger Ausgangspositionen aus dem nassen Qualifying besser. Cairoli kam nach einer beeindruckenden Vorstellung als Vierter über die Ziellinie, Vermeulen beendete das Rennen auf Rang 7. Damit bleibt der Titelkampf bis zum Saisonfinale in Hockenheim offen: Mit 47 Punkten Rückstand sowohl in der Fahrer- als auch in der Teamwertung ist eine Top-3-Platzierung noch in greifbarer Nähe. Die Rennen am Sachsenring gingen an Marco Wittmann und Ben Dörr.
Sechs Mal ist Matthias Kaiser in der European Le Mans Series schon auf dem Podium gestanden: vier Mal war er (seit seinem ersten Rennen 2021) Dritter, zwei Mal Zweiter. Gestern Sonntag ist dem Liechtensteiner mit seinem ersten Sieg in Silverstone (GBR) der Durchbruch gelungen. Zusammen mit seinen beiden Teamkollegen Jake Hughes und Ben Barnicoat setzte sich der Fahrer aus dem Team Algarve Pro Racing erfolgreich durch. Mit diesem Sieg rückte Kaiser vor dem Finale in Portugal (10. Oktober) in der Gesamtwertung auf Rang 3 vor. Leader – und das ist aus Schweizer Sicht noch erfreulicher – ist Grégoire Saucy. Der Jurassier wurde in Silverstone mit seinem Team United Autosports Sechster und hat vor dem Finale ein Polster von 13 Punkten. Auch in der LMP3 gibt es aus Schweizer Sicht Grund zur Freude: Das Team CLX liegt nach einem zweiten Klassenrang in Silverstone weiter auf Meisterschaftskurs.
Das gilt auch für Jenzer Motorsport in der FIA F4 CEZ. Beim vorletzten Rennen in Brünn (CZE) sicherte sich das Team aus Lyss/BE alle vier Rennsiege. Zwei Mal sicherte sich Jenzer gar einen Dreifach-Triumph. Auch der ehemalige Schweizer Kart-Meister Georgiy Zasov hatte allen Grund zum Jubeln. Der in Lugano wohnhafte und in London zur Schule gehende Zasov feierte im dritten Durchgang seinen ersten Formel-4-Sieg. Im Finale wurde er Siebter. In der Meisterschaft liegt der Deutsche Elia Weiss aus der Jenzer-Talentschmiede weiter in Führung.
Zum Kartsport: Auch dort gibt es wieder zwei Erfolgsmeldungen. Zoltan Coigny hat beim Finale der IAME Series Italy in Viterbo nicht nur das letzte Rennen souverän gewonnen, der 13-Jährige aus Dully/VD hat sich mit diesem Sieg bei den Junioren auch den Titel gesichert. Herzliche Gratulation an dieser Stelle! Auch in Lonato (ITA) stand ein Schweizer ganz oben. Beim achten Lauf zum ROK Cup Italy setzte sich der Thurgauer Iven Ammann bei den Junioren gegen 35 Konkurrenten durch.
Am Wochenende ist es wieder soweit: Eine Woche nach der Arosa ClassicCar findet die Bernina Gran Turismo statt. Rund 70 sorgfältig ausgewählte Fahrzeuge werden in La Rösa am Start stehen.
Der Berninapass zwischen dem Puschlav und dem Engadin ist nicht nur eine alpine Verbindung, sondern eine Bühne für Motorsportgeschichte. Bereits 1929 und 1930 fanden hier die ersten Bernina-Bergrennen statt, bei denen Legenden wie der Deutsche Hans Stuck oder der Monegasse Louis Chiron die kurvenreiche Strecke bezwangen. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 66,4 km/h setzte Stuck damals erste Massstäbe .
Nach Jahrzehnten der Stille wurde 2015 das Bernina-Bergrennen als Bernina Gran Turismo wiederbelebt. Dieses Event bringt seither jährlich eine Auswahl historischer Renn- und Sportwagen zurück auf die 5,7 km lange Strecke von La Rösa bis zur Passhöhe. Mit über 50 Kurven und einem Höhenunterschied von 450 Metern bietet die Strecke eine einzigartige Herausforderung für Mensch und Maschine.
Die diesjährige Ausgabe geht am kommenden Wochenende (12./13. September) über die Bühne. Die BGT umfasst drei unterschiedliche Kategorien, die jeweils einen eigenen Zugang zu historischem Automobilsport und Wettbewerb widerspiegeln. Die Kategorie Competition richtet sich an Pilotinnen und Piloten, die auf den 5,7 Kilometern zwischen La Rösa und Ospizio Bernina auf maximale Performance aus sind. Die Kategorie Regularity belohnt Beständigkeit statt Geschwindigkeit und fordert die Teilnehmenden dazu auf, vorgegebene Zeiten mit höchstmöglicher Präzision zu reproduzieren. Die Kategorie Demo bietet bedeutenden historischen Fahrzeugen, Rennwagen und modernen Hochleistungsautomobilen die Möglichkeit, den Berninapass ausserhalb des Wettbewerbs zu erleben.
Zu den Fahrzeugen, die 2026 ihr Debüt bei Bernina Gran Turismo feiern, zählen der Chevron B8 GT von 1968, der Ferrari 250 GT von 1955, der Ferrari 275 GTB Alloy von 1965, der Datsun 280Z von 1975, der Healey Westland C von 1950, der Riley TT Sprite von 1931, der Renault 5 Turbo von 1982, das Stanguellini 1100 Coupé Motto von 1947, der Alfa Romeo Giulia TZ1 von 1965 sowie der Lancia Stratos Group 4 von 1974. Auf den Berninapass zurückkehren der Alfa Romeo 8C 2300 von 1932, der Alfa Romeo Giulia TZ2 von 1965, der Maserati A6GCS/53 von 1954 und der Shelby Cobra 427 S/C von 1966. Auch Arosa-Sieger Thomas Amweg wird mit dem Amweg F2 am Start stehen. Um den besonderen Charakter der Veranstaltung zu bewahren, bleibt das Teilnehmerfeld auch in diesem Jahr auf maximal 70 sorgfältig ausgewählte Fahrzeuge beschränkt.
Wer nicht persönlich vor Ort sein kann, kann Bernina Gran Turismo erneut über den offiziellen YouTube-Kanal und Swiss Sport TV live verfolgen. Mehr Infos (auch zur Streckensperrung) erfahren Sie unter www.bernina-granturismo.com
Mathias Schläppi und sein Beifahrer Dominique Juple haben ihre Siegesserie im Deutschen Rallye Cup am Wochenende fortgesetzt. Für das Finale am 31. Oktober hat sich der Berner Oberländer damit in eine Top-Ausgangslage gebracht.
Das Schläppi Rallye Team hat seine souveräne Siegesserie im Ravenol Deutschen Rallye Cup fortgesetzt – und hat so die Weichen für das Meisterschaftsfinale Ende Oktober gestellt. Bei der 33. ADAC Rallye Ostwestfalen feierten Mathias Schläppi und sein Beifahrer Dominique Juple am vergangenen Wochenende einen ungefährdeten Klassensieg in der Kategorie NC3. Mit einem Vorsprung von 1:23 Minuten auf die Zweitplatzierten überquerte das Schweizer Duo am Ende die Ziellinie im Norden Deutschlands unweit von Bielefeld. Auch im Gesamtklassement belegten die beiden im orange-blauen Peugeot 208 R2 eine beachtliche Platzierung: Im Feld der 68 gestarteten Teams fuhr Schläppi auf einen starken zehnten Gesamtrang und war damit zweitschnellster Fronttriebler.
Damit hat das Schläppi Rallye Team das primäre Saisonziel der Vorläufe erreicht: Die maximal sieben einzubringenden Wertungsresultate sind im Kasten: sechs Klassensiege sowie ein zweiter Platz. «Die Erleichterung im Ziel war riesengross. Wir haben uns mit dieser fehlerfreien Fahrt die beste Ausgangslage geschaffen, die man sich für das grosse Meisterschaftsfinale nur wünschen kann», zieht Schläppi zufrieden Bilanz. Durch die optimale Punktausbeute geht die Mannschaft aus dem Berner Oberland als grosser Gejagter in die entscheidende Phase.
Bis zum DRC-Saisonfinale im Saarland, das am 31. Oktober ausgetragen wird und bei dem doppelte Punkte vergeben werden, verbleiben nun noch einige Wochen. Ob Schläppi mit seinem Rallye-Team zur Überbrückung noch eine weitere Veranstaltung bestreiten wird, entscheidet die Mannschaft in den kommenden Wochen. Der Fokus liegt nun erstmal auf dem Kundenprogramm. Bei der Rallye Kohle und Stahl in zwei Wochen (19. September) startet Gaststarter Dino Wintsch im Peugeot 208 Rally4 des Teams.
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