Nach dem ersten Lauf im Nassen roch es beim Bergrennen Ayent-Anzère nach einer Sensation. Doch mit zwei blitzsauberen Läufen im Trockenen stellte Robin Faustini die Heckordnung wieder her. Den Sieg bei den Tourenwagen holte souverän Hermann Bollhalder.
Der eine oder andere Fahrer hätte gestern nichts dagegen gehabt, wenn es auch am Nachmittag geregnet hätte. Allen voran Lokalmatador Victor Darbellay in seinem 2-Liter-Nova-Proto. Der kommende Woche 31 Jahre alt werdende Walliser hatte im ersten Rennlauf beim Bergrennen Ayent-Anzère die Konkurrenz mit einer Zeit von 1:38,691 min sprichwörtlich nass gemacht. Selbst der zweimalige Schweizer Berg-Meister Robin Faustini musste sich mit 2,6 Sekunden Rückstand auf Darbellay klar geschlagen geben. Aber nicht nur Darbellay hatte nach dem ersten Durchgang ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Auch Kantonskollege Lionel Ryter wuchs im Regen (und Nebel) über sich hinaus, fuhr in seinem «kleinen» Formel Renault die fünfschnellste Zeit und liess sogar einen wie Marcel Steiner im Nova NP01 hinter sich.
Den Walliser Heimsieg gab es bei der 48. Ausgabe des Bergrennens von Ayent nach Anzère am Ende aber doch nicht. Petrus setzte sich zur Freude der Zuschauer gegen 14 Uhr durch und sorgte für den Rest des Rennens für trockene Bedingungen. Dadurch war der Weg an der Spitze frei für Seriensieger Faustini. Doch der hatte gleich an mehreren Fronten zu kämpfen. Erstens durfte er sich nach dem Ergebnis vom ersten Durchgang keinen Fehler leisten. Zweitens sass ihm mit Rückkehrer Joël Volluz im Norma M20FC ein ganz schneller Fahrer im Nacken. Und drittens haderte der junge Aargauer in den Läufen 2 und 3 mit seinem Emap-Triebwerk. «Ich habe mir Sorgen um den Motor gemacht», sagt Faustini. «Ich hatte ab einer bestimmten Temperatur nicht mehr die volle Leistung und musste, um zu gewinnen, absolut am Limit fahren.» Mit einer 1:23,9 und einer 1:23,4 min sicherte sich Faustini seinen 19. Gesamtsieg in Serie. Volluz konnte ihm im letzten Lauf mit einer Zeit von 1:24,9 min nicht mehr ganz Paroli bieten, war mit Platz 2 aber dennoch zufrieden. «Die letzten paar Tage waren sehr streng. Ich habe den Motor auf den letzten Drücker bekommen. Im dritten Lauf habe ich leider zwei kleine Fehler eingebaut. Aber ich bin sehr glücklich mit diesem zweiten Platz.» Und Darbellay? Der Mann des ersten Laufes konnte trotz einem neuen 2-Liter-Klassenrekord nichts gegen die stärkeren 3-Liter-Autos ausrichten, stellte mit Rang 3 aber einmal mehr seine Klasse unter Beweis. In der Addition der beiden schnellsten Zeiten fehlten Darbellay nur sechs Zehntelsekunden auf Volluz.
Wenngleich noch nicht zufrieden gelang auch dem Viertplatzierten Steiner in den Läufen 2 und 3 eine Steigerung. Zwar fehlten 2,6 Sekunden aufs Podest. Aber nach Kopfschütteln im Regen hellte sich die Miene Steiners am Nachmittag etwas auf. «Im Nassen war ich zu wenig aggressiv. Ich wollte aber auch auf keinen Fall etwas kaputt machen. Dass wir trotz Regen und Verzögerungen drei Rennläufe fahren konnten, hat mich gerettet. Die Läufe 2 und 3 waren einigermassen okay, aber noch fehlt mir das Vertrauen.» Platz 5 im SCRATCH ging an Michel Zemp. Der Luzerner war mit seinen Zeiten zufrieden, «ich war schneller als im Vorjahr. Aber der Abstand auf Victor war etwas zu gross.»
Für Ryter endete sein Heimrennen auf Rang 6. Damit war der junge Walliser einmal mehr der schnellste Formelpilot. Im zweiten Lauf verbesserte er in 1:31,2 min den Klassenrekord von Joël Burgermeister aus dem Jahr 2022 um fast eine Sekunde. Auch die restlichen Top-10-Plätze gingen an Sportwagen- respektive Formelfahrer. Platz 7: Ursanne Salomon (Formel 3), Platz 8: Jean-Jacques Maitre (Nova NP01), Platz 9 : Roland Bossy (Formel 3), Platz 10: Fabrice Jolidon (Osella PA20S). Bemerkenswert ist auch einmal mehr das Ergebnis von Samuel Métroz. Im 998 cm3 kleinen Formel Arcobaleno fuhr auch dieser Walliser einen neuen Klassenrekord. Der alte stammte von keinem Geringeren als Victor Darbellay…
Bei den Tourenwagen stellt sich nach turbulenten Rennen in Anzère die Frage: Wo anfangen? Favorit auf den Tagessieg im Wallis war eigentlich Roger Schnellmann. Doch dessen Mitsubishi Evo 8 bereitete ihm zum dritten Mal (nach La Roche und Reitnau) Kopfzerbrechen. Schon am Samstagabend musste der Schwyzer eine improvisierte Antriebswelle einbauen. Diese hielt den Strapazen jedoch nicht stand – nach dem ersten Rennlauf war für Schnellmann abermals Feierabend. Auch der Leader im Gesamtklassement, Bruno Sawatzki, verliess Anzère mit null Punkten. Der Rheintaler kam im schnellen Bergaufstück beim «Bus-Stop» vom rechten Weg ab und musste seinen Porsche schwer angeschlagen einpacken. Der Tourenwagenmeister von 2023 und 2024 ist damit die Führung in der Meisterschaft los. «Es war mein Fehler», meinte Sawatzki ohne Umschweife. «Ich war an der Stelle im Nassen einen Tick zu schnell.»
In die Bresche sprang, wie schon in der Vorschau angekündigt, Hermann Bollhalder. Der Wattwiler wuchs in Anzère (wie schon 2025) über sich hinaus und fuhr als einziger Fahrer mit Dach überm Kopf zwei Mal unter 1:40 min. Damit sicherte sich der Opel-Speedster-Pilot seinen ersten nationalen Tourenwagen-Tagessieg. Obendrauf liess er sich in 1:38,944 min noch einen neuen Klassenrekord notieren – Respekt! Zweitschnellster in der E1 war Remo Fischer. Der Feuer spuckende Gabat-Escort belegte im SCRATCH (zwei Positionen hinter Bollhalder) Rang 13. Fischer verpasste die 1:40er-Marke um knapp eine Zehntelsekunde. Auch Ludovic Monnier glänzte mit seinem VW Golf. Wie Bollhalder fuhr auch er einen neuen Klassenrekord und sicherte sich in der E1 bis 2 Liter den Sieg vor Sébastien Coquoz (Opel Kadett) und Fabien Houlmann (Peugeot 205).
Neuer Leader in der TW-Meisterschaft ist Stephan Burri, der im VW Scirocco die Gruppe Interswiss mit einem souveränen Vorsprung auf Arnaud Donzé (VW Golf) gewann. Auch hier sah die Reihenfolge nach dem ersten Lauf im Regen noch anders aus. Schnellster auf nassem Geläuf war Dominic von Rotz in seinem vierradangetriebenen Audi A4. Bei trockenen Bedingungen drehte Burri den Spiess dann aber zu seinen Gunsten um. Den eigenen Klassenrekord verpasste er in 1:42,895 min um acht Zehntelsekunden. Mit einem weiteren Gruppensieg in der TCR hat auch der schnelle Sergio Kuhn mit seinem Peugeot 308 seine Meisterschaftsambitionen weiter aufrecht erhalten. Nur drei Punkte trennen den 32-Jährigen aus Pfäffikon (ZH) von Burri.
Auch im Schweizer Berg-Pokal (für Tourenwagen bis 2 Liter) hat Anzère aus vier Anwärtern zwei gemacht. Weiter ohne Verlustpunkte in Führung liegen Monnier und Burri. Dritter ist neu Hans-Peter Eller (Opel Kadett). Auf Platz 4 abgerutscht ist Andreas Helm im VW Polo. Zwar siegte er in der IS bis 1,4 Liter abermals, hatte aber nur drei Gegner, wodurch er nur halbe Punkte bekam. Einen bitteren Nuller gab es für Thomas Zürcher. Nach dem ersten Lauf lag der neunmalige Renault-Classic-Cup-Gewinner noch vorne. Im zweiten Rennlauf verunfallte auch er, wodurch er im Berg-Pokal auf Rang 6 abrutschte. Den Sieg im RCC sicherte sich Beat Rohr.
Bei den Junioren liegt Alessandro Grispino nach einem weiteren Klassensieg in Führung. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen ihm die BMW-Piloten Steven Chiquita und Hugo Mascaro.
Alle Klassensieger in Anzère entnehmen Sie der Übersicht: Patric Kuster (Toyota GR Yaris, SuperSérie Comp. bis 3000 cm3), Pierre Mürner (Porsche GT3, Super Série Comp. bis 3500 cm3), Frédéric Fleury (Martini MK52, Gr. H Monoplace), Valentin Nicolet (Citroën Saxo VTS, Gr. H bis 1600 cm3), Luca Moinat (Opel Kadett, Gr. H bis 2000 cm3), Alain Pfefferlé (Porsche 911 RSR, Gr. H bis 3000 cm3), Joël Pitteloud (Opel Astra, Gr. H Classic bis 2000 cm3), Vincent Gabbud (Honda Integra, N/ISN/R1), Jonathan Droz (Peugeot 208, A/ISA/R2/R3 bis 1600 cm3), Alessandro Grispino (Renault Clio, A/ISA/R2/R3 bis 2000 cm3), Xavier Craviolini (Renault Clio, RC3), Sergio Kuhn (Peugeot 308, TCR), Hanspeter Thöni (Peugeot 106, PSA Gr. N), Ramon Hänggi (Citroën Saxo VTS, PSA Gr. A), Jürg Brunner (Renault Clio 2, RCC), Beat Rohr (Renault Clio 3, RCC), Vincent Regard (Suzuki Swift GTI, E1 bis 1400 cm3), Hans-Peter Eller (Opel Kadett C, E1 bis 1600 cm3), Ludovic Monnier (VW Golf Rally, E1 bis 2000 cm3), Jonas Magnin (Honda Civic, E1 bis 2500 cm3), Hermann Bollhalder (Opel Speedster, E1 bis 3000 cm3), Julien Lonfat (Mitsubishi Colt Evo, E1 bis 3500 cm3), Remo Fischer (Ford Escort Cosworth, E1 über 3500 cm3), Andreas Helm (VW Polo, IS bis 1400 cm3), Werner Rohr (Toyota Corolla AE86, IS bis 1600 cm3), Stephan Burri (VW Scirocco, IS bis 2000 cm3), Ferdi Waldvogel (BMW M3 E30, IS bis 2500 cm3), Dominic von Rotz (Audi A4 Quattro, IS bis 3500 cm3), Xavier Vermeille (Norma M20F, CN bis 2000 cm3), Vincent Caro (TracKing RC01B, E2 Silhouette), Samuel Métroz (Formel Arcobaleno, E2-SS bis 1600 cm3), Lionel Ryter (Formel Renault, E2-SS bis 2000 cm3), Roland Bossy (Tatuus F3-T318, E2-SS bis 3000 cm3),Michaël Rollat (Spire GT3, E2-SC bis 1000 cm3), Victor Darbellay (Nova NP01, E2-SC bis 2000 cm3), Robin Faustini (Nova NP01, E2-SC bis 3000 cm3).
In der REGionalen Klasse entschied in Anzère ein Wimpernschlag über die absolute Tagesbestzeit. Diese ging an Mattia Stacci auf BMW M3 E30. In der Addition der beiden Rennläufe war er vier Tausendstelsekunden schneller als Patrick Jakober im VW Golf. Die drittschnellste Zeit fuhr Michael Meneghel, ebenfalls auf VW Golf.
Und so geht es weiter:
14.-16. August, St.Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau*
12./13. September, Gurnigel
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots
* zählen zur Schweizer Junior-Meisterschaft
Der «Petit Susten» wird für die Öffentlichkeit anlässlich des 81. Internationalen Bergrennens St-Ursanne – Les Rangiers geöffnet.
Gute Nachrichten aus St. Ursanne: Der beliebte Zuschauerbereich «Petit Susten» ist dieses Jahr bei 81. Ausgabe des Bergrennens von Saint Ursanne nach Les Rangiers (15./16. August) wieder für Zuschauer geöffnet.
Um diesen aussergewöhnlichen Zuschauerbereich auch in Zukunft nutzen zu können, bitten wir alle Besucher, die folgenden Regeln einzuhalten:
Der Zugang erfolgt ausschliesslich über die ausgeschilderte Wegführung. Bitte bleiben Sie innerhalb des gekennzeichneten Zuschauerbereichs und respektieren Sie die Natur sowie das Grundstück. Offenes Feuer und Rauchen sind untersagt. Erdarbeiten, Grabungen sowie das Beschneiden von Bäumen oder Sträuchern sind nicht erlaubt. Bitte hinterlassen Sie das Gelände sauber und entsorgen Sie Ihren Abfall an den dafür vorgesehenen Stellen.
Auf dem Gelände des Petit Susten befindet sich kein Verpflegungsstand. Verpflegungsmöglichkeiten stehen jederzeit in der Fahrerlager-Kantine bei Les Malettes sowie in der Ziel-Kantine zur Verfügung.
Die ASA St-Ursanne – Les Rangiers bedankt sich herzlich beim Grundstückseigentümer für sein Entgegenkommen und freut sich darauf, zahlreiche Besucher an diesem aussergewöhnlichen Aussichtspunkt begrüssen zu dürfen.
Der Porsche Sports Cup Suisse ist auf dem Red Bull Ring mit spannenden Rennen in die zweite Saisonhälfte gestartet. Im GT3 Cup freute sich Lokalmatador Felix Neuhofer über zwei Siege mit dem 911 GT3 Cup.
Tabellenführer Jack Sherwood erwischte auf dem 4,318 Kilometer langen Red Bull Ring ein gebrauchtes Wochenende: Der Brite hatte in der Steiermark gegen Felix Neuhofer klar das Nachsehen. Der Österreicher strich am Steuer des 510 PS starken Porsche 911 GT3 Cup mit zwei Pole-Positions, jeweils der schnellste Rennrunde und zwei Siegen die Maximalpunktzahl ein. Im ersten Lauf kam Sherwood zwar als Zweiter ins Ziel, kassierte aber zehn Strafsekunden, weil er zu oft die Streckenbegrenzung überschritten hatte. Dies warf ihn auf Rang 3 zurück. Das zweite Rennen musste er von der fünften statt von der zweiten Position aufnehmen, da er neue Reifen benötigte. Der 20-Jährige kämpfte sich zwar auf Platz 3 vor, haderte aber erneut mit den Track Limits. Er wurde als Vierter gewertet. Die Führung in der GT3 Cup-Meisterschaft konnte Sherwood dennoch verteidigen, während Neuhofer an Gregor Burkard vorbei auf Rang 2 vorrückte.
Burkard musste im ersten Lauf eine Nullnummer hinnehmen: Das Rennen des Schweizers war in Runde 7 nach einer Kollision beendet. Bei seinem zweiten Start des Tages katapultierte er sich von der vierten auf die zweite Position und brachte diesen Platz auch sicher über die Ziellinie. Rang 3 fiel am Ende an Peter Hegglin, obwohl der Seegräbener wegen des Kontakts mit Burkard für Lauf 2 auf den zehnten Startplatz versetzt worden war. Rang 5 ging an Simon Mathys vor Jan Klingelnberg und Andreas Marti. Christian Caramuscia hatte den zweiten Lauf von der dritten Startposition aufgenommen, fiel aber in Runde 4 ans Ende des Feldes zurück. Im ersten Rennen hatte sich der Italiener noch als Zweiter feiern lassen.
Zwei Starts von der Pole-Position, zwei Mal die schnellste Rennrunde und zwei ungefährdete Siege: Kevin Lattion kehrt – wie schon beim Saisonauftakt in Portimão – im GT4 Clubsport mit maximaler Punktzahl aus der Steiermark in die Schweiz zurück. Direkt hinter ihm reihte sich jeweils David Dias ein. Anders als Lattion hat er alle bisherigen Wochenenden der Porsche Sprint Challenge Suisse mit dem 500 PS starken Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport bestritten und führt damit weiterhin in der Tabelle. In der Gruppe Open GT fuhr Dragos Buriu von der Pole-Position zum Gesamtsieg im ersten Durchgang. Den zweiten Lauf gewann Patrick Dinkeldein.
Am kommenden Wochenende steht mit dem Bergrennen Ayent-Anzère ein Klassiker auf dem Programm. Leider ohne den angemeldeten Eric Berguerand. Der Lokalmatador muss sein Comeback ein weiteres Mal verschieben.
Die grosse Frage vor der 48. Ausgabe des Bergrennens von Ayent nach Anzère war: Gibt Eric Berguerand (47) sein Comeback oder muss er es ein weiteres Mal verschieben? Die Antwort lautet: Das Rennen findet leider ohne Eric statt. «Der Motor läuft – das ist nicht das Problem. Aber ich konnte das geplante Roll-Out in Frankreich nicht absolvieren. Und ohne diesen Test macht es keinen Sinn. Ich bin seit dem Gurnigel 2023 nicht mehr gefahren. Das wäre zu riskant gewesen. Anzère ist keine Strecke, die man auf die leichte Schulter nehmen kann.» Auf die Frage, ob die Fans Berguerand noch dieses Jahr in Action sehen, meint der siebenmalige Schweizer Berg-Meister: «Ich denke eher nächstes Jahr!»
Einer, der die Absage von Berguerand bedauert, ist Robin Faustini. Der Leader im Gesamtklassement kann seine Entscheidung aber vollumfänglich nachvollziehen: «Ohne zu testen, ist das zu gefährlich. Der Entscheid, nicht zu fahren, ist vernünftig.» Der 28-jährige Aargauer und sein Nova-Empa NP01 sind in der Schweizer Berg-Meisterschaft zu einer schier unschlagbaren Kombination geworden. Faustini hat (saisonübergreifend) die letzten 18 Rennen gewonnen. Beim Auftakt in Hemberg hatte er in der Addition der beiden schnellsten Läufe 1,34 Sekunden Vorsprung auf Marcel Steiner. In La Roche waren es 4,285 sec auf Victor Darbellay. Und in Reitnau 1,605 sec auf Michel Zemp. Warum sollte seine Serie also ausgerechnet in Anzère reissen? Dort, wo er im Vorjahr den bestehenden Streckenrekord von Berguerand aus dem Jahr 2022 um sagenhafte 1,624 sec unterboten hatte und ihm keiner auch nur annähernd das Wasser reichen konnte.
Thomas Amweg, der dieses Jahr eine Pause einlegt, kam Faustini im Vorjahr mit einem Rückstand von 2,9 Sekunden (in der Addition der beiden schnellsten Läufe) am nächsten. Joël Volluz, der in Anzère mit seinem Norma M20 FC ein Comeback feiert, verlor bereits 3,2 sec. Und dem Vierplatzierten Steiner brummte Faustini bereits mehr als vier Sekunden auf. Von den Zwei-Liter-Piloten Darbellay und Zemp ganz zu schweigen. Die waren bei der letzten Ausgabe in Anzère chancenlos, sollten aber dieses Jahr deutlich näher an der Drei-Liter-Konkurrenz sein. «Damit rechne ich auch», sagt Faustini. «Michel und Victor haben in den vergangenen Rennen immer wieder gezeigt, dass man auch mit einem 2-Liter-Motor vorne mitfahren kann. Das sollte eigentlich auch in Anzère möglich sein.»
Die Ausgangslage bei den Tourenwagen ist auf dem Papier eindeutiger. Ohne «Speedmaster», der am Wochenende beim Bergrennen Hauenstein in Deutschland im Einsatz steht, ist Roger Schnellmann mit seinem Mitsubishi Evo 8 mit Helftec-Power klarer Favorit auf den Tourenwagen-Tagessieg. Wenn ihn sein «Bergmonster» nicht wie zuletzt in Reitnau respektive La Roche im Stich lässt. Denn dann werden die Karten neu gemischt und ein anderer Fahrer mit Dach überm Kopf kommt zum Zug. Einer von ihnen könnte Bruno Sawatzki sein. Der Porsche-Pilot aus dem Rheintal führt die Tourenwagen-Wertung nach drei von acht Rennen an und ist 2023 bei seiner letzten Teilnahme (2024 gab es in Anzère kein Rennen) eine 1:40er-Zeit gefahren. Auch Hermann Bollhalder und sein Opel Speedster gehören zu den Kandidaten auf ein Spitzenergebnis. Der Wattwiler war im Vorjahr zweitschnellster Tourenwagenfahrer hinter dem nach wie vor abwesenden Simon Wüthrich: auch er liess sich eine 1:40er-Zeit notieren.
Und dann ist da noch Ludovic Monnier. Der gebürtige Waadtländer, der in Monthey (VS) lebt, kommt mit seinem von Danny Krieg übernommenen VW Golf Rally immer besser in Fahrt. Krieg fuhr im Vorjahr eine persönliche Bestzeit von 1:41,2 min. Diese Zeit würde Monnier gerne unterbieten. Gelingt ihm das, ist auch er ein heisser Anwärter auf einen Spitzenplatz. Ob’s ganz nach vorne reicht, wird sich zeigen. Vieles hängt von der Zuverlässigkeit des Mitsubishis von Schnellmann ab.
Spannend ist auch die Ausgangslage im Schweizer Berg-Pokal. Auch dort liegt Monnier vorne – allerdings punktgleich mit Stephan Burri (VW Scirocco), Andreas Helm (VW Polo) und Thomas Zürcher (Renault Clio). Auch bei den Junioren ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Beim vorletzten Lauf (nach Anzère zählt nur noch Oberhallau zur Junioren-Meisterschaft) führt Alessandro Grispino (Renault Clio) fünf respektive 20 Punkte vor den beiden BMW-E30-Piloten Steven Chiquita und Hugo Mascaro. Bester Formelpilot ist zurzeit Anthony Gurba – dicht gefolgt von Ursanne Salomon, der in Anzère (unabhängig vom Junioren-Championat) nicht nur Lokalmatador Lionel Ryter im Formel Renault, sondern auch seinen Mentor Roland Bossy im Formel-3-Tatuus herausfordern möchte.
Zur Strecke: Die Strecke von Ayent nach Anzère misst 3,5 Kilometer und ist damit gleich lang wie die von La Roche nach La Berra. Nur die Strecken am Gurnigel und in Les Rangiers sind im aktuellen Kalender länger. Insgesamt müssen 319 Höhenmeter zurückgelegt werden, die durchschnittliche Steigung beträgt 9,1 Prozent. Die Bestmarke in Anzère stammt aus dem Vorjahr und wurde von Robin Faustini in 1:22,61 min (= 152,524 km/h) mit seinem Nova-Emap NP01 aufgestellt. Die schnellste je gefahrene Tourenwagenzeit geht auf das Konto von Reto Meisel mit seinem Mercedes SLK 340 in 1:34,86 min.
Der Auftakt in Anzère erfolgt am Samstag, 25. Juli, ab 7.15 Uhr mit den ersten Trainings. Insgesamt stehen drei Trainingsläufe auf der Agenda; der letzte startet um 17 Uhr. Auch am Sonntag stehen drei Läufe (ab 7.15 Uhr) auf dem Programm. Die beiden besten Laufzeiten werden am Ende addiert.
Mehr über das Bergrennen in Anzère, das auch Teil zur Schweizer Junior-Meisterschaft ist, erfahren Sie unter https://www.ayent-anzere.ch/
Termine Schweizer Berg-Meisterschaft 2026
6./7. Juni, Hemberg*
13./14. Juni, La Roche – La Berra*
28. Juni, Reitnau
25./26. Juli, Ayent – Anzère*
14.-16. August, St.Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau*
12./13. September, Gurnigel
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots
Anm.: Die mit Sternen versehenen Rennen zählen zur Schweizer Junior-Meisterschaft.
Die Schweizer Rallye-Meisterschaft wird 2026 aus nur vier Veranstaltungen bestehen. Die abgesagte Rallye Bourgogne Côte Chalonnaise wird nicht ersetzt.
Nach der Absage der Rallye Bourgogne Côte Chalonnaise (ursprünglich für den 10./11. Juli 2026 geplant, siehe Link) hat sich das Komitee Rallye umgehend daran gemacht, einen Ersatzlauf zu finden. Es wurden mehrere Optionen geprüft, die jedoch alle aus Gründen des Termins, der Entfernungen und/oder der Art der Rallye verworfen werden mussten.
Das Komitee schlug der Nationalen Sport-Kommission (NSK) deshalb vor, den folgenden Kalender 2026 für die Schweizer Rallye-Meisterschaft, den Schweizer Rallye-Pokal und den Coupe Suisse des Rallyes Historiques VHC (ohne Streichergebnis) zu genehmigen:
27./28. März, Critérium Jurassien
28.–30. Mai, Rallye du Chablais
18./19. September, Rally del Ticino (ohne VHRS)
29.–31. Oktober, Rallye du Valais
Was den Schweizer Cup für historische Rallyes mit sportlicher Gleichmäßigkeitsprüfung (VHRS) betrifft, werden derzeit mehrere Optionen geprüft, und das Komitee Rallye wird der NSK zu gegebener Zeit einen Vorschlag unterbreiten.
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