Zum dritten Mal nach 2024 und 2025 wird in diesem Jahr ein Damenpokal ausgerichtet. Bei Halbzeit führt Jessica Roth vor Tamara Schöpfer und Vorjahresgewinnerin Franziska Maissen.
Der Verband Auto Sport Schweiz hat auch dieses Jahr einen Damenpokal ausgeschrieben. Und zwar für Fahrerinnen und Co-Pilotinnen (mit Schweizer Rennlizenz), die national oder international am Automobilrennsport teilnehmen. Noch ist die Saison nicht zu Ende, aber eine Tendenz lässt sich schon bei Halbzeit erkennen: Je mehr frau fährt, desto weiter vorne liegt sie im Ranking. Die führende Jessica Roth aus Bigentahl im Kanton Bern hat 2026 bereits acht Rennen bestritten. Die Fahrerin eines Toyota GT86 hat bisher nur auf den Slalom in Bure und das Bergrennen in Hemberg verzichten müssen und führt den Damenpokal mit 162 Punkten daher souverän an. Wenn die 27-jährige Roth bei den verbleibenden Bergrennen weiter so punktet, hat die Vorjahreszweite gute Chancen, den Damenpokal 2026 zum ersten Mal zu gewinnen.
Auf Platz 2 liegt zurzeit Tamara Schöpfer. Die 27-jährige Luzernerin hat ein Rennen weniger als Roth und kommt Stand heute auf 126 Punkte. Schöpfer hat es bei den bisherigen Ausgaben des Damenpokals als Dritte zwei Mal aufs Gesamtpodium geschafft. Auch Vorjahressiegerin Franziska Maissen liegt mit 72 Punkten bei Halbzeit auf Podestkurs. Allerdings beträgt ihr Vorsprung auf die Viertplatzierte Zeljka Wintsch nur vier Punkte. Maissen ist in diesem Jahr erst bei vier Rennen zum Einsatz gekommen. Von den Schweizer Slaloms hat sie nur den Finallauf in Chamblon absolviert. Da sie aber unter normalen Umständen die restlichen Bergrennen bestreiten wird, hat auch Maissen intakte Chancen, 2026 wieder auf dem Gesamtpodium zu stehen.
Hinter Wintsch (68 Punkte) rangiert auf Platz 5 Stéphanie Le Coultre (58 Punkte). Auf Platz 6 lauert Sabrina Fankhauser (39 Punkte), die aber erst mit der Bergsaison ins Geschehen eingegriffen hat und deshalb ziemlich sicher auch noch weiter nach vorne aufrücken wird. Als beste Co-Pilotin liegt Marion Tapparel bei Halbzeit auf Rang 7 mit ebenfalls 39 Punkten.
Zur Erinnerung: Die an REGionalen oder ausländischen Veranstaltungen (INT) erzielten Resultate müssen bis zum 1. November des laufenden Jahres (mit Kopie der offiziellen Ranglisten) mitgeteilt werden, ansonsten können die betreffenden Punkte nicht gutgeschrieben werden. Resultate aus den Schweizermeisterschaften (Slalom, Berg, Rallye) werden automatisch gutgeschrieben. Der Damenpokal wird mit Resultaten ausgewertet, welche vom 1. Januar bis zum 1. November 2026 erzielt werden. Später eingereichte Ergebnisse (oder Rennen) werden nicht berücksichtigt.
Wenn es um historischen Motorsport geht, dann ist der Jurassier Maxime Guenat stets ganz vorne anzutreffen. So auch bei der von Peter Auto organisierten Le Mans Classic Legend vom vergangenen Wochenende.
Am vergangenen Wochenende hat auf dem 24 Heures du Mans die neunte Ausgabe der Le Mans Classic Legend stattgefunden. Nahezu 160’000 Zuschauer und Zuschauerinnen hat der Anlass angelockt – eine unvorstellbare Masse an Fans. Ihnen wurde aber auch Einiges geboten. So war u.a. der ehemalige Brabham- und McLaren-Starkonstrukteur Gordon Murray vor Ort. Zahlreiche seiner Fahrzeuge (vom Piquet-Brabham bis zum Senna-McLaren) fuhren im Rahmenprogramm mit.
Wie bei jeder Ausgabe der Le Mans Classic Legend waren auch dieses Mal wieder zahlreiche Schweizer am Start. Und das teilweise sehr erfolgreich. Im Feld 6 beispielsweise war es Maxime Guenat, der auf seinem Lola T286 von 1976 die Gesamtwertung gewann. Guenat gewann zwei von drei Rennen und liess sich im zweiten Durchgang nur von Ex-Formel-1-Pilot Jan Magnussen bezwingen. Auch Yves Scemama fuhr mit seinem TOJ SC304 und Partner Richard Mille ganz vorne mit und durfte sich über Platz 4 freuen. Damit lag Scemama zwei Positionen vor Jürg Aeberhard, der mit seinem Porsche 911 Carrera RSR von 1975 Sechster wurde. Auf Platz 8 landete Dominique Guenat, der Vater von Maxime, mit einem Porsche 935 von 1977.
Auch im Feld 10 gab es mit Michel Frey einen Anwärter auf Spitzenplätze. Mit zwei zweiten und einem vierten Platz schaffte es der Aargauer mit seinem Lola B07/18 schliesslich auf Gesamtrang 2 der Fahrzeugkategorie 2006-2015.
Am kommenden Wochenende hätte die Rallye Bourgogne-Côte Chalonnaise (FRA) stattfinden sollen. Doch die 35. Ausgabe, die auch zur Schweizer Rallye-Meisterschaft gezählt hätte, musste aus Sicherheitsgründen abgesagt werden.
Schweren Herzens hat der Veranstalter der Rallye de Bourgogne-Côte Chalonnaise bekanntgegeben, dass die für das kommende Wochenende geplante 35. Ausgabe nicht stattfinden wird. In einer Stellungnahme liess der Organisator wissen:
«Ab heute, 6. Juli 2026, 12 Uhr, gilt für das Departement Saône-et-Loire die gelbe Hitzewarnstufe sowie die höchste Warnstufe für Wald- und Naturraumbrände. Da es in unserem Departement Saône-et-Loire bereits an diesem Wochenende zu etwa zwanzig Brandausbrüchen kam und sich die Situation durch die Hitzewelle in dieser Woche noch weiter verschärfen wird, hat der Unterpräfekt von Chalon-sur-Saône eine Verordnung erlassen, die uns die Durchführung der Veranstaltung unter den derzeitigen Bedingungen untersagt. Wir bedauern die Absage unserer Veranstaltung. (…) Aber jeder Brand oder Unfall könnte verheerende und schwerwiegende Folgen für alle haben.»
Des weiteren liess der Veranstalter verlauten: «Angesichts des sehr vollen Terminkalenders unserer regionalen Motorsportliga kommt eine Verschiebung nicht in Frage.»
Die Rallye de Bourgogne-Côte Chalonnaise zählt seit 2023 zur Schweizer Rallye-Meisterschaft. In diesem Jahr hätten 17 Schweizer Teams in der modernen und fünf in der historischen Klasse am Start gestanden.
Roland Bossy, Sébastien Coquoz, Fabien Houlmann, Michaël Ducommun, Manuel Santonastaso – zahlreiche Schweizer Bergrennfahrer sind am vergangenen Wochenende in Frankreich beim Bergrennen Vuillafans–Echevannes am Start gestanden.
Rund zwanzig Schweizer, mehrheitlich alle aus der Romandie, gingen beim 62. Bergrennen Vuillafans–Echevannes im französischen Departement Doubs nahe unserer Landesgrenze an den Start. Der Bestplatzierte war Roland Bossy auf Gesamtrang 13, der damit seine Klasse vor zwei weiteren Tatuus F3 T-318 knapp für sich entschied. Auch Jean-Jacques Maître siegte mit seinem Nova NP01 TFT in seiner Sportwagenklasse bis zwei Liter.
Wie bei grenznahen Bergrennen üblich, schrieben die Organisatoren für die in Frankreich nicht homologierte Gruppe E1 eine separate Wertung namens Master of Hillclimbing aus. Hinter dem oft auch in der Schweiz startenden Belgier Stéphane Emond auf Audi R8 GT3 holte Sébastien Coquoz im Opel Kadett 16V den zweiten Rang knapp vor Fabien Houlmann im Peugeot 205, Patrick Vallat im VW Golf und Manuel Santonastaso im BMW WTCC, der Sechster wurde – alle in der Klasse bis zwei Liter. Michaël Ducommun gewann im Peugeot 308 Racing Cup die nächsthöhere Hubraumklasse vor den beiden BMW E30 von Florent Mariaux und Hugo Mascaro, Yves Bracelli siegte im Peugeot 206 GTI solo bei den 1600ern.
Für Ludovic Monnier endete das Rennen leider frühzeitig. Nach guten Zeiten im Training musste er seinen VW Golf Rally im ersten Rennlauf abstellen. «Die Befestigung am Fahrgestell ist gebrochen», meinte Monnier. «Nichts Ernstes, es hätte schlimmer kommen können. Doch nach Dreivierteln der Strecke spürte ich eine unpräzise Lenkung. Bis zum Bergrennen in Anzère ist alles wieder repariert.»
In der VHC-Meisterschaft errang Guillaume Mathez im Peugeot 309 GTI als drittschnellster Tourenwagenpilot einen weiteren Klassensieg. Sylvain Chariatte klassierte sich mit seinem VW Golf 1 in der Gruppe Classic an zweiter Stelle, Valentin Nicolet gewann im Citroën Saxo VTS solo seine Klasse. In Wertung kamen in allen Gruppen die zwei schnellsten Laufzeiten aus drei Rennläufen.
Als Tagessieger, zum ersten Mal in dieser Saison, ging Fabien Bourgeon auf Revolt 3P0 vor dem bisherigen Dominator Marc Pernot im Nova NP01 Hartley Turbo hervor.
Text: Peter Wyss
Auch dieses Wochenende gab es für Schweizer Piloten, die international im Einsatz standen, Grund zum Jubeln. Sei es bei der ELMS in Imola, bei der GT Open am Hungaroring oder der F1 Academy in Silverstone.
Bei der European Le Mans Series in Imola (ITA) gab es aus Schweizer Sicht dank Grégoire Saucy Grund zum Jubeln. Der Jurassier im Dienste von United Autosports stand auch im dritten Rennen auf dem Podium – diesmal als Zweiter und hat damit die Führung im Gesamtklassement (bei Halbzeit der Meisterschaft) erfolgreich verteidigen können. «Wir haben alles versucht, um auch dieses Rennen zu gewinnen», meint Saucy. «Aber es hat nicht ganz gereicht. Mit drei Podestplätzen in drei Rennen können wir als Team aber sehr zufrieden sein. Ich hoffe, es geht so weiter!» Platz 3 ging in Imola an den Liechtensteiner Matthias Kaiser. In der LMP3 sicherte sich das Schweizer Team CLX den Klassensieg und verbesserte sich dadurch auf Rang 3 in der Meisterschaft.
Für einen Schweizer Triumph sorgte am Wochenende Alex Fontana in der International GT Open. Der Tessiner sicherte sich am Hungaroring (HUN) schon seinen zweiten Saisonsieg (nach Portimão) und liegt in der Gesamtwertung auf einem ausgezeichneten vierten Rang. Ein erfolgreiches Wochenende erlebten auch Yannick Mettler und Dexter Müller. Das Mercedes-Duo stand beim vierten Lauf zwei Mal auf dem Podium. Im ersten Durchgang belegten Mettler/Müller Rang 3 in der ProAM, im zweiten Rennen landete das Paar, das einst die erste Medaille für die Schweiz bei den FIA Motorsport Games holte, auf Platz 2. «Das war genau das, was wir nach zwei schwierigen Wochenenden gebraucht haben», meinte Mettler. «In der Gesamtwertung liegt das Duo auf Rang 6. Es führt (in der ProAM-Wertung) weiterhin Alexander Fach, der es in Ungarn für einmal nicht aufs Podium schaffte.
Keinen Podestplatz gab es für die Schweizer Vertreter bei der DTM am Norisring (GER). Ricardo Feller beendete beide Rennen auf Rang 12. Das Team Emil Frey Racing holte dank Thierry Vermeulen in mit einem fünften respektive sechsten Rang in beiden Rennen Punkte. Für Matteo Cairoli verlief das Wochenende schwierig: Nach Platz 11 am Samstag schied der Italiener am Sonntag nach einem Unfall früh aus und fiel in der Fahrerwertung auf den vierten Platz zurück.
Für einen Podestplatz sorgte auch Chiara Bättig bei ihrem ersten Einsatz in der F1 Academy. Die dreimalige Schweizer Kart-Meisterin bestritt das Rennen in Silverstone (GBR) mit einer «Wild Card» und sicherte sich bei ihrer Premiere auf Anhieb die Pole-Position. Hinter Alisha Palmowski beendete die Red-Bull-Juniorin ihr erstes Rennen in der reinen Frauenserie auf Platz 2.
Auch die Formel E war am Wochenende wieder im Einsatz. Beim Doubleheader in Shanghai war Sébastien Buemi mit einem fünften Platz der beste Schweizer. Auch Nico Müller sammelte mit den Rängen 10 und 7 weitere Punkte. Nur Edoardo Mortara blieb diesmal punktelos. In der Meisterschaft liegen die drei Schweizer Mortara, Müller und Buemi geschlossen auf den Rängen 6 bis 8. Die Siege in China gingen an Pascal Wehrlein und Lucas di Grassi.
Punktelos blieb leider auch Zoltan Coigny beim zweiten Aufeinandertreffen der FIA Academy Trophy in Sarno (ITA). Der Auftaktsieger von Genk (BEL) hatte am Wochenende nicht ausreichend Speed und schied nach zwei Dritteln des Finales nach einer unverschuldeten Kollision aus – wodurch er leer ausging und seine Meisterschaftschancen einen herben Rückschlag erlitten. Nach der Niederlage in Sarno muss Coigny nun in Viterbo (ITA) einen Rückstand von 67 Punkten aufholen, wenn er sich den Titel in der Academy Junior noch sichern will. Im Moment liegt der junge Waadtländer noch auf Rang 3.
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