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31.08.2026 Bergrennen Oberhallau: Aller guten Dinge sind drei
Faustini Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Oberhallau ist ein gutes Pflaster für den alten und neuen Meister © Eichenberger

Robin Faustini sicherte sich beim Bergrennen in Oberhallau seinen dritten Schweizer Meister-Titel in Serie. Bei den Tourenwagen wurde die Entscheidung vertagt und fällt nun am 20. September beim Finale der Schweizer Berg-Meisterschaft in Les Paccots. 

Aller guten Dinge sind drei! Selten hat ein Sprichwort so gut gepasst. Gestern Sonntag, 30. August, fiel beim Bergrennen in Oberhallau die Entscheidung über den Schweizer Meister-Titel. Dieser ging nicht nur zum dritten Mal nacheinander an Robin Faustini auf seinem Nova-Emap NP01. Es war auch das dritte Mal, dass der junge Aargauer seinen Titel in Oberhallau vorzeitig sicher stellte. «Oberhallau scheint ein gutes Pflaster für mich zu sein», grinste Faustini, der 2021 dort seinen ersten Sieg bei einem Bergrennen feierte. Inzwischen sind einige mehr dazugekommen – genau genommen 20 an der Zahl. Oder anders formuliert: Seit Ende 2023 haben nur zwei Fahrer Faustini bei einem Lauf zur Schweizer Berg-Meisterschaft bezwingen können: Victor Darbellay zuletzt in Les Rangiers (nach einem technischen K.o. von Faustini) und Joël Volluz 2024 in La Roche. Dieses Rennen kollidierte jedoch mit dem Bergrennen Hemberg. So gesehen hatte Faustini, der damals im Toggenburg startete, gar keine Chance, sich diesen Rennsieg zu sichern.

Grosse Gegenwehr hatte Faustini in Oberhallau nicht. Der in der Meisterschaft Zweitplatzierte Michel Zemp musste für den Renntag «Forfait» geben, nachdem an seinem Norma-Helftec im dritten Training die Airbox gerissen war. «Ich bin losgefahren und nach 200 Metern gab es einen heftigen Knall», sagte Zemp. Auch Marcel Steiner musste leider früher zusammenpacken. Im ersten Rennlauf kam er zwar bis zur «Brotlaube», dort musste er seinen Nova-Helftec aber mit einem Schaden an der Kurbelwelle abstellen. So sicherte sich Faustini mit zwei ungefährdeten Bestzeiten und einer Gesamtzeit von 2:18,114 min den Tagessieg. Hinter ihm fuhren der Deutsche Benjamin Noll (2:26,462 min) und Robins Papa Simon Hugentobler in seinem Osella PA30 (2:30,038 min) auf die Ränge 2 und 3. 

Hugentobler Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Simon Hugentobler vervollständigte den Familientriumph © Eichenberger

Auf Gesamtrang 4 folgte mit dem deutschen Bastian Voss (Formel Master) bereits der schnellste Monoposto. Voss setzte sich aber nur hauchdünn durch. Der Fünftplatzierte Roland Bossy war mit seinem Tatuus Formel 3 richtig schnell unterwegs und verpasste den Titel «Best of the Rest» um schlappe drei Hundertstelsekunden. Nach hinten – auf Jean-Jacques Maître im Nova NP01 «Artcar» – hatte Bossy zwei Sekunden Vorsprung. Platz 3 bei den reinen Formelwägelchen sicherte sich Ursanne Salomon. Der Jurassier setzte sich mit einer feinen Darbietung und rund einer Sekunde Vorsprung auf Ex-Rennwagen-Meister Christian Balmer im Formel Master durch.

Noch vor Salomon sicherte sich Roger Schnellmann auf seinem Mitsubishi Evo VIII den Sieg bei den Tourenwagen. Der Schwyzer fuhr in 1:17,571 min im ersten Rennlauf die deutlich schnellste Tourenwagenzeit und sicherte sich so souverän einen «25er». Neue Rekorde gab es für einmal nicht. Bei den Tourenwagen fehlten knapp drei Sekunden auf die Bestmarke von Ronnie Bratschi aus dem Jahr 2019. Faustini war bei den Rennwagen knapp 1,2 Sekunden langsamer als Eric Berguerand bei seiner Rekordfahrt 2022.

Zweitschnellster Tourenwagenpilot im Klettgau war der Österreicher Thomas Strasser auf seinem ultrabreiten VW Corrado. Nur zwei Plätze dahinter liess sich Ludovic Monnier mit seinem VW Golf und einer Gesamtzeit von 2:41,732 min Platz 3 (respektive Platz 2 in einer reinen Schweizer Wertung) notieren. Dritter wurde so gesehen Hermann Bollhalder auf seinem Opel Speedster – noch vor den beiden Porsches von Christoph Zwahlen und Jean-Paul Chiquita.

Schnellmann Kaufmann Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Roger Schnellmann war der schnellste Tourenwagenfahrer © Kaufmann

Der angekündigte Führungswechsel im Tourenwagen-Gesamtklassement kam nicht zustande. «Speedmaster», der für Oberhallau in einen Lancia Delta S4 von Bruno Ianniello umgestiegen ist, erwischte nicht sein bestes Rennwochenende. Im zweiten Training am Samstag hatte der Lancia beim Runterschalten plötzlich abgestellt. «Wir hatten einen Schaden an der Nockenwelle», meinte «Speedmaster». Nur dank einer Nachtschicht Ianniellos konnte der rote S4 am Sonntag wieder starten. Doch nach einer 1:23,0 im ersten Durchgang und der zwischenzeitlichen Führung in der Interswiss bis 3 Liter rutschte der Berner in Lauf 2 nach einem Dreher vor der «Tarzankurve» auf Rang 3 in seiner Gruppe ab. Damit bleibt es bei den Tourenwagen bis zum Finale in Les Paccots am 20. September spannend. Neben «Speedmaster» kommen dort Stephan Burri (setzte sich in der IS bis 2 Liter gegen Manuel Santonastaso durch, blieb aber hinter dem entfesselt gefahrenen Dominic von Rotz Dritter in der IS), Ludovic Monnier und TCR-Fahrer Sergio Kuhn, der in Oberhallau in seiner Klasse voll punktete, als mögliche Nachfolger von 2025-Meister Danny Krieg in Frage.

Offen ist auch weiterhin der Kampf um den Sieg im Berg-Pokal. Burri und Monnier liegen auch nach Oberhallau mit dem Punktemaximum in Führung. Falls auch nach Les Paccots Punktegleichstand herrscht, ginge der Titel an Monnier, weil dieser im SCRATCH die besseren Resultate vorzuweisen hat.

Entschieden dafür die Schweizer Junior-Meisterschaft. Diese ging an Alessandro Grispino auf Renault Clio. Der Schweizer Slalom-Meister liess sich auch im achten Rennen die Maximalpunktzahl gutschreiben und sicherte sich den Titel vor Salomon und Steven Chiquita (BMW E30). Die Erleichterung war Grispino nach dem zweiten Lauf ins Gesicht geschrieben. «Ich war schon ziemlich nervös», gestand der junge Schwyzer. «Ich hatte vor diesem Rennen alles doppelt gecheckt. Dass die Rechnung aufgegangen ist und ich nach dem Slalom- nun auch den Junioren-Titel gewinnen durfte, freut mich natürlich ganz besonders.»

Besonders erwähnenswert wäre dann auch noch die Vorstellung von Marc Roth. Der 62-Jährige hat 2007 seine letzte Saison bestritten. Im Vorjahr kam er mit seinem Toyota Corolla zum Gurnigel und nach Oberhallau. Gestern sicherte er sich im Schaffhausischen den Klassensieg in der Interswiss bis 1,6 Liter. Roth war dabei zwei Sekunden schneller als im Vorjahr. «Ich wollte schauen, ob ich die 30er-Marke knacken kann», meinte Roth. In 1:28,7 min hat er das locker geschafft.

Kuhn Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Sergio Kuhn war einmal mehr der schnellste TCRler © Eichenberger

Die positive Bilanz von Oberhallau mit rund 15'000 Zuschauern wurde am Sonntag etwas getrübt, weil der dritte Rennlauf für alle Fahrerinnen und Fahrer gestrichen werden musste. «Wegen vieler Unterbrechungen am Sonntagvormittag konnten wir den Zeitplan und damit die behördliche Bewilligung für die Streckennutzung zeitlich nicht einhalten», erklärte OK-Präsident Sascha Schlatter.

Alle CH-Klassensieger in Oberhallau entnehmen Sie der Übersicht: 
Alessandro Grispino (Renault Clio, A/ISA/R2/R3), Claudio Grispino (Renault Mégane RS, N/ISN), Roland Graf (Toyota GR Yaris, SuperSérie Comp. bis 3000 cm3), Pierre Mürner (Porsche GT3 992, SuperSérie Comp. Über 3000 cm3), Markus Brander (March 742, Gr. H Rennwagen bis 1600 cm3), Armin Buschor (BMW 320, Gr. H Tourenwagen bis 2000 cm3), Jean-Louis Fleury (Opel Ascona B, Klassische Fahrzeuge über 2000 cm3), Sergio Kuhn (Peugeot 308, TCR), Jürg Brunner (Renault Clio, RCC 2), Thomas Zürcher (Renault Clio, RCC 3), Andreas Helm  (VW Polo, E1 bis 1400 cm3), Hans-Peter Eller (Opel Kadett C, E1 bis 1600 cm3), Ludovic Monnier (VW Golf Rally, E1 bis 2000 cm3), Jonas Magnin (Honda Civic, E1 bis 2500 cm3), Hermann Bollhalder (Opel Speedster, E1 bis 3000 cm3), Reto Steiner (Ford Escort, E1 bis 3500 cm3), Roger Schnellmann (Mitsubishi Evo VIII, E1 bis 4000 cm3), Corsin Rietiker (BMW E36 GTR, E1 über 4000 cm3), Sabrina Fankhauser (Toyota Yaris, IS bis 1400 cm3), Marc Roth (Toyota Corolla, IS bis 1600 cm3), Stephan Burri (VW Scirocco, IS bis 2000 cm3), Ferdi Waldvogel (BMW M3 E30, IS bis 2500 cm3), Marco Marte (BMWM3, E1 bis 3000 cm3), Dominic von Rotz (Audi A4 Quattro, IS bis 3500 cm3), Jean-Paul Chiquita (Porsche GT3 Cup, IS über 3500 cm3), Christian Müller (Formel BMW, E2-SS bis 1600 cm3), Ursanne Salomon (Dallara F3, E2-SS bis 2000 cm3), Roland Bossy (Tatuus F3-T318, E2-SS bis 3000 cm3), Antonino Scolari (Nova NP03, E2-SC bis 1600 cm3), Jean-Jacques Maître (Nova NP01, E2-SC bis 2000 cm3), Robin Faustini (Nova NP01, E2-SC bis 3000 cm3).

Und so geht es weiter:
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots

Grispino Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Der neue Junioren-Meister 2026: Alessandro Grispino © Eichenberger

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27.08.2026 Thomas Schmid holt Titel im Renault Twingo Cup
Thomas Schmid Podium 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Thomas Schmid rechts beim Finale am Slovakiaring © Dudás

Ob Bergrennen, Rallye, Autocross, Simracing oder Rundstrecke – Thomas Schmid ist auf allen Unterlagen schnell. Nun hat der 31-jährige Ostschweizer auf Anhieb den Titel im Renault Twingo Cup geholt.

Thomas Schmid hat in seiner Motorsport-Karriere schon vieles ausprobiert. Und er ist eigentlich mit jedem fahrbaren Untersatz schnell. Egal ob Rallye, Autocross, Bergrennen, Simracing oder Rundstrecke: Der 31-jährige St. Galler macht überall eine gute Figur. 2018 gewann er in der Schweiz die Junioren-Berg- und die Rallye-Meisterschaft. Um weiterzukommen fehlten ihm die nötigen Mittel. Auf diese Saison hin hat der sechsfache Schweizer Simracing-Champion auf die Rundstrecke gewechselt. Genauer gesagt in den Renault Twingo Cup. Und diesen gewann er am vergangenen Wochenende. Auf dem Slovakiaring reichten Schmid ein zweiter und ein vierter Platz zum Titelgewinn. Mit einem Gesamtscore von 133 Punkten distanzierte er den Italiener Giacomo Pegazzano (26 Punkte Rückstand auf Schmid) und den Tschechen Oliver Steiner (32) auf die Plätze 2 und 3.

Schmid hatte schon beim Saisonauftakt in Kroatien mit zwei dritten Plätzen auf sich aufmerksam gemacht. Nach dem ersten Rennwochenende lag er auf Platz 2 im Gesamtklassement. Am Salzburgring (AUT) lief es Schmid dann nicht nach Plan. Nur Zehnter im Quali und Siebter im Rennen – damit rutschte er einen Platz nach hinten. Das zweite Rennen auf dem schnellen Salzburgring musste wegen einem Unwetter abgesagt werden.

Rennen 3 in Most (CZE) lief dann ganz nach dem Gusto des schnellen Ostschweizers. Schmid holte sich die Pole-Position und gewann beide Rennläufe. Damit übernahm er im Gesamtklassement die Führung. Und diese gab er auch beim Finale in der Slowakei nicht mehr ab. «Es war nicht einfach», meinte Schmid. «Die Rennen mit den rund 80 PS starken Twingos waren stets von viel Taktik und Windschattenduellen geprägt. Da kann ein Rennen schnell einmal auf die eine oder andere Seite kippen. Zum Glück ist die Rechnung für mich aufgegangen.»

Wie es mit Schmid weitergeht, ist noch offen. Der Gewinner des Twingo-Cups bekommt eine halbe Saison in der Formel 4 CEZ offeriert. «Mal schauen, was sich daraus ergibt. Ich bin gerade in Gesprächen mit dem Promotor», sagt Schmid.

Für die beiden anderen Schweizer Dylan Stebler und Noah Bognanni endete die Saison auf den Rängen 10 und 16.

Thomas Schmid 2026 renault Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Taktik und Windschatten prägen die Rennen des Renault Twingo Cups. Im Bild: Thomas Schmid in Führung © Dudás

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26.08.2026 Vorschau Oberhallau: Matchball für Faustini
Faustini Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Hat Faustini am Sonntag allen Grund zum Lachen? Vermutlich ja! © Eichenberger

Am Wochenende findet in Oberhallau der vorletzte Lauf zur diesjährigen Schweizer Berg-Meisterschaft statt. Wie im Vorjahr kann Robin Faustini vorzeitig den Sack zumachen.

Am Wochenende findet in Oberhallau (Kanton Schaffhausen) der sechste Lauf zur Schweizer Berg-Meisterschaft statt. Weil das darauffolgende Rennen am Gurnigel wegen Trockenheit abgesagt wurde, ist das Rennen im Klettgau der vorletzte Lauf der diesjährigen Berg-Meisterschaft. Und weil Gesamtleader Robin Faustini (bis auf Les Rangiers) bisher jedes Rennen dominierte, wird deshalb am Wochenende mit sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit bereits die Titelentscheidung fallen. 

Fünf Punkte braucht der 28-jährige Aargauer theoretisch noch bis Saisonende, um sich zum dritten Mal in Serie Schweizer Berg-Meister der Rennwagen nennen zu dürfen. Und auch diese fünf Punkte braucht er nur dann, wenn Michel Zemp die beiden letzten Rennen in Oberhallau und Les Paccots (20. September) in neuer Rekordzeit gewinnen würde. Zwei Siege allein reichen dem Luzerner auf seinem Norma-Helftec M20 FC nur dann, wenn Faustini mit seinem Nova-Emap zwei Mal leer ausgehen würde. Aber eigentlich sind alle Rechenspiele umsonst. Faustini wird in Oberhallau zur Kür antreten. Zemp fährt gegen Marcel Steiner im wieder auf Vordermann gebrachten Nova-Helftec um den zweiten Schlussrang.

«Die Probleme mit dem Leistungsverlust sollten aussortiert sein», sagt Faustini vor dem Rennen in Oberhallau, das er 2021 (ohne SM-Status), 2024 sowie 2025 schon drei Mal gewonnen hat. Ob es für Faustini am Sonntag auch zu einem neuen Streckenrekord reichen wird, ist eine andere Geschichte. Im Vorjahr verpasste er die Bestmarke von Eric Berguerand aus dem Jahr 2022 um knapp zwei Zehntelsekunden. Gut möglich, dass Faustini, der schon in La Roche und Reitnau eine neue Rekordzeit fuhr, auch in Oberhallau einen neuen Streckenrekord erzielt.

Zemp Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Michel Zemp liegt gegenwärtig auf dem zweiten Gesamtrang © Eichenberger

Bei den Tourenwagen wird es an der Tabellenspitze womöglich zu einem Positionswechsel kommen. Der noch führende Stephan Burri auf seinem VW Scirocco wird in Oberhallau womöglich von «Speedmaster» abgelöst. Der Teamchef von MB Motorsport nimmt diesmal mit einem Lancia Delta S4 in der Interswiss bis 3 Liter teil. Für «Speedmaster» ist dies schon der zweite Fahrzeugwechsel. Angefangen hat er die Saison mit dem von Romeo Nüssli erworbenen Ford Escort Cosworth. In Les Rangiers fuhr er zuletzt (ebenfalls in der Interswiss) einen Porsche 997 GT3 R. Falls «Speedmaster» in Oberhallau die IS gewinnt, kommt er auf 120 Punkte. Und das bereits mit einem Streichresultat (Anzère). Damit würde er als Leader zum letzten Lauf nach Les Paccots anreisen. Der Kampf um die Top 3 in der Tourenwagen-Wertung ist aber noch lange nicht gegessen. Neben «Speedmaster» und Burri sind auch Ludovic Monnier in seinem VW-Golf-Turbo und Sergio Kuhn in seinem TCR-Peugeot in einer starken Position. Letzterer kann in Oberhallau dank einem gut gefüllten TCR-Feld (neun Autos) voll punkten.

Wenn es um den Gesamtsieg bei den Tourenwagen geht, steht natürlich Roger Schnellmann in seinem Mitsubishi Evo VIII an ganz vorderster Stelle. Wenn das Auto hält, dürfte es für die Konkurrenz schwierig sein, ihn am Tourenwagen-Tagessieg zu hindern. Ob es für Schnellmann auch zu einem neuen TW-Rekord reichen kann? «Ich bin 2022 1:16,11 min gefahren. Bratschi wurde 2019 in 1:14,56 min gestoppt», sagt der Schwyzer. «Aber nach den Erfahrungen von dieser Saison werde ich in Oberhallau nicht auf Biegen und Brechen den Rekord anpeilen. Ausserdem ist Bratschis Zeit von damals schon eine Hausnummer. An die muss man zuerst herankommen.»

An weiteren schnellen Tourenwagen-Fahrern mangelt es in Oberhallau nicht. Mit Christoph Zwahlen, Hermann Bollhalder, Reto Steiner, Remo Fischer (der erstmals auf Vorjahreswerte zurückgreifen kann), Jean-Paul Chiquita oder Arnaud Donzé, um nur ein paar zu nennen, sind einige Fahrer am Start, die den hoffentlich zahlreich erscheinenden Fans Freude bereiten. Nicht am Start ist leider Danny Krieg mit seinem neuen Audi RS3 LMS. «Es ist zeitlich nicht aufgegangen», sagt der letztjährige Tourenwagen-Champion. «Aber 2027 bin ich dann definitiv dabei – und zwar schon zum Saisonauftakt bei einigen Slaloms.»

Entschieden wird in Oberhallau auch die Junioren-Meisterschaft 2026. Es führt Alessandro Grispino (Renault Clio) vor den beiden BMW-Kutschern Steven Chiquita und Hugo Mascaro. Auf Platz 4 liegt Ursanne Salomon. Er ist der einzige, der Grispino noch am Titel hindern könnte.

Speedmaster Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
«Speedmaster»: Bald schon der Führende bei den Tourenwagen? © Eichenberger

Zur Strecke: Exakt drei Kilometer lang ist die Strecke in Oberhallau. Der Höhenunterschied vom Start (Ausgangs Dorf Oberhallau) bis zum Ziel (Vordere Berghöfe) misst 157 Meter. Die durchschnittliche Steigung beträgt 5,2 Prozent. Am steilsten Ort geht es mit 6,5 Prozent den Berg hoch. Der absolute Streckenrekord hält immer noch Eric Berguerand in 1:07,56 min (= 159,86 km/h) aus dem Jahr 2022. Das Rennen in Oberhallau gehört zu den traditionsreichsten Bergrennen in der Schweiz. Die erste Ausgabe fand 1923 statt. Seit der Neuauflage 1966 ist Oberhallau Bestandteil des Schweizer Bergmeisterschafts-Kalenders. Auch der KW Berg-Cup ist dieses Jahr wieder dabei.

Die Trainingsläufe in Oberhallau starten am Samstag, 29. August, ab 7.30 Uhr. Zwischen 12.00 und 12.30 Uhr ist Mittagspause. Weiter geht es dann ab 12.30 bis 17.30 Uhr.  Insgesamt sind drei Trainingsläufe geplant. Der Rennbetrieb geht am Sonntag mit drei Läufe ebenfalls ab 7.30 Uhr los (bis ca. 18.00 Uhr). Die beiden besten Laufzeiten werden am Ende addiert. Mittagspause ist zwischen 12.10 und 12.50 Uhr. Das Ticket kostet am Samstag 20.- Franken (im Vorverkauf 15.-), am Sonntag 30.- Franken (Vorverkauf 25.-). Eine Weekend-Eintrittskarte gibt es für 40.- Franken (Vorverkauf 35.-). Kinder bis 15 Jahre haben freien Eintritt. Auch der Parkplatz ist gratis.

Mehr über das Bergrennen Oberhallau erfahren Sie unter https://bergrennen-oberhallau.ch/

Termine Schweizer Berg-Meisterschaft 2026
6./7. Juni, Hemberg*
13./14. Juni, La Roche – La Berra*
28. Juni, Reitnau
25./26. Juli, Ayent – Anzère*
14.-16. August, Saint-Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau*
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots

Anm.: Die mit Sternen versehenen Rennen zählen zur Schweizer Junior-Meisterschaft

Oberhallau Ambiance Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Jetzt, wo der Gurnigel nicht stattfindet, sollten die Fans eigentlich in Scharen zum Bergrennen nach Oberhallau kommen © Eichenberger

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21.08.2026 Entscheid der Ärztlichen Kommission: Sicherheit im Motorsport hat oberste Priorität

Die Ärztliche Kommission von Auto Sport Schweiz hat im Rahmen einer medizinischen Neubeurteilung entschieden, einem aktiven Piloten aus dem Kanton Jura die bestehende REGionale Lizenz mit sofortiger Wirkung abzuerkennen. Gleichzeitig wurde ein Antrag des betroffenen Fahrers auf den Umstieg auf eine NATionale Lizenz abgewiesen.

Dieser einschneidende Entscheid basiert auf den strengen medizinischen Richtlinien von Auto Sport Schweiz und den internationalen Vorgaben der FIA (Fédération Internationale de l'Automobile). Bei der Überprüfung der Fahrtauglichkeit wurde eine neurologische Indikation (Epilepsie) festgestellt, welche den Erhalt oder die Neuausstellung einer Lizenz zwingend ausschliesst.

Wir sind uns bewusst, dass ein solcher Entzug für den betroffenen Piloten einen schweren sportlichen Rückschlag bedeutet. Im Motorsport steht die Sicherheit jedoch an allererster Stelle. Die Richtlinien dienen dem Schutz des Fahrers selbst sowie der Sicherheit aller anderen Lizenznehmer, Streckenposten und Zuschauer an den Rennstrecken.

Der Pilot kann mittels zusätzlichen neurologischen Gutachten eine Neubeurteilung der Situation durch die Ärztliche Kommission von Auto Sport Schweiz beantragen.

Auto Sport Schweiz bittet, die Privatsphäre des betroffenen Piloten zu respektieren. Aus Gründen des Datenschutzes und zum Schutz der Persönlichkeitsrechte werden im vorliegenden Fall keine weiteren Details zu den medizinischen Hintergründen oder zur Identität des Fahrers öffentlich bekannt gegeben.

Wir danken für das Verständnis.

Nationale Sportkommission (NSK) / 

Ärztliche Kommission

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20.08.2026 Ruedi Fuhrer: Mit 70 bei den absolut Schnellsten
Ruedi Fuhrer 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Fuhrer zählt mit seinen 70 Jahren immer noch zu den Schnellsten © Eichenberger

Wer kennt ihn nicht? Der gelb-schwarze Honda CRX ist in der Schweizer Berg-Meisterschaft ein absoluter Hingucker. Und der Mann hinterm Lenkrad ist richtig schnell. In Les Rangiers war Ruedi Fuhrer (70) zuletzt vielleicht einen Tick zu schnell… 

«Chapeau», wer mit 70 noch so ein Tempo drauf hat. Ruedi Fuhrer zählt in der E1 bis 2 Liter mit seinem gelb-schwarzen Honda CRX regelmässig zu den schnellsten Fahrern. Zwei Mal fuhr er in seiner Klasse in diesem Jahr schon aufs Podest: In Hemberg war er Dritter hinter Ludovic Monnier und Kurt Tschirky, in La Roche Zweiter hinter Monnier. In Les Rangiers peilte der Brienzer einen weiteren Podestplatz an. Nach dem ersten Lauf war er in 2:10,6 min Zweitschnellster. Nur Monnier mit seiner Turbo-Power war klar schneller. Auf Fabien Houlmann hatte Fuhrer 1,2 sec Vorsprung. Und wir alle wissen: Houlmann fährt nicht nur eine extrem saubere Linie, Houlmann zählt schlichtweg zu den schnellsten Bergrennfahrern der Schweiz.

Im zweiten Durchgang war für Fuhrer nach der Tankstelle, also beim Dorfausgang, leider Schluss. In der Kompression «versetzte» der über 300 PS starke Honda, traf rechts die Leitschienen und kreiselte dann an dieser weiter. «Der Unfall war eigenartig», sagt Fuhrer. «Die Hinterachse ist in der Kompression in die Luft gesprungen.» Die Schadensbilanz hält sich einigermassen in Grenzen: «Das Chassis ist ganz geblieben, der Radschenkel vorne ist kaputt und Unterboden und Radläufe müssen natürlich auch ersetzt werden.» Für Oberhallau muss Fuhrer leider «Forfait» geben. «Dafür reicht die Zeit nicht. Gurnigel hätte gepasst – aber dieses Rennen findet ja nicht statt. Vielleicht komme ich noch nach Les Paccots. Obwohl dieses Rennen genau in meinen Ferien liegt…»

Ruedi Fuhrer Hemberg 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Ruedi Fuhrer in Hemberg: Platz 3 zum Auftakt © Eichenberger

Fuhrer selbst hat nach einer kurzen medizinischen Abklärung vor Ort sofort wieder grünes Licht bekommen, auch wenn er sagt: «Die Rippen spüre ich schon ein wenig…» Der verpasste Rennlauf schmerzte den unverwüstlichen Berner aber vielmehr. «Die Zeit wäre richtig gut geworden», meint er. «Der erste Lauf war schon super, aber nicht ganz sauber.» Nur zu gerne hätte Fuhrer die Schallmauer von 2:10 min geknackt. «Weiter nach vorne muss ich nicht schauen. Monnier fährt in einer eigenen Klasse. Ihn habe ich mit seinen Zeiten schon gar nicht mehr auf dem Radar…»

Fuhrer ist schon früher Rennen gefahren. Als er sich selbstständig machte, rückte der Rennsport aus Zeitgründen in den Hintergrund. 2006 kehrte er bei REGionalen Rennen zurück und baute danach über Jahre hinweg seinen Honda CRX auf. 2014 verunfallte er in Oberhallau vor der Tarzankurve. «Das Auto war ein Totalschaden», erinnert sich Fuhrer. Aber er kam zurück. Seit 2016 gibt Fuhrer wieder regelmässig Gas. Und als gelernter Automechaniker mit einer eigenen Garage in Brienz hat er den «kleinen Japaner» seither immer weiter verbessert. Lachend meint Fuhrer: «Jetzt, wo das Auto top ist, ist der Fahrer in die Jahre gekommen…»

Ans Aufhören denkt der «Automechaniker im Ruhestand», so seine offizielle Bezeichnung auf der Homepage, aber noch nicht. Wenn es nach Ehefrau Vreni gegangen wäre, hätte er schon vor zwei Jahren aufhören sollen. «Aber solange ich Spass habe und noch immer aufs Podest fahren kann, mache ich weiter.»

Ruedi Fuhrer Anzere 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Fuhrer: «Solange ich aufs Podest fahren kann, mache ich weiter!» © Eichenberger

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