In einer von vier Kategorien ist beim fünften Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft im italienischen Cremona eine Entscheidung gefallen. Dank eines «Grand Slams» steht Dan Allemann in der X30 Challenge Switzerland bereits als Meister fest.
43 Punkte Vorsprung hatte Dan Allemann vor dem gestrigen fünften Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft in Cremona (ITA) in der Kategorie X30 Challenge Switzerland. Dank eines «Grand Slams» (Pole-Position, drei Laufsiege und schnellste Rennrunde im Finale) hat er sein Polster auf 82 Zähler ausbauen können. Damit steht der 14-jährige Spirit-Fahrer – unter Vorbehalt der Anerkennung der Resultate durch die NSK – bereits vor dem SKM-Finale in Wohlen am 10. Oktober als erster Schweizer Meister 2026 fest. Der Sohn von Spirit-Teamchef Ken Allemann hat in keinem der drei Rennen auch nur irgendetwas anbrennen lassen. Im ersten Vorlauf siegte er mit einer halben Sekunde Vorsprung auf Teamkollege Eric Fross, im zweiten Durchgang liess er Tyron Jaquet (ebenfalls Spirit) mit 0,7 Sekunden hinter sich und im Finale verwiess er MH-Racing-Pilot Nicola Mateo Frigg mit 1,7 Sekunden Rückstand auf Rang 2 und Teamkollege Gauthier Sanjuan mit 7,3 Sekunden auf Rang 3. «Ich habe gehofft, dass ich den Titel schon hier gewinnen kann», sagte Allemann, der 2022 schon bei den Super Minis Schweizer Meister war. «Mir war aber klar, dass ich mir hierfür keinen Fehler leisten darf.» Der auf Rang 2 liegende Michael Müller (Virtus Motorsport) hatte kein Rezept gegen Allemann gefunden. Die Enttäuschung darüber, dass er es am fünften Rennwochenende zum ersten Mal in dieser Saison in keinem Rennen auf dem Podest landete, stand dem Routinier ins Gesicht geschrieben. Der 26-jährige Müller sagte aber auch: «Ich habe vor der Saison nicht damit gerechnet, dass ich so gut und so lange mit Allemann mithalten kann. Deshalb darf ich ruhig auch ein wenig stolz auf meine Leistung sein.» Jetzt geht es darum, den Vorsprung auf den Drittplatzierten Alexis Genolet über die Runden zu kriegen. Dieser betrug vor Cremona 43, nun 41 Punkte. «Was mich an diesem Wochenende am meisten ärgert, ist die Tatsache, dass ich nicht weiss, warum ich nicht schnell genug war», meinte Müller.
Noch nicht am Ziel ist Allemanns Teamkollege Ben Iten. Der Führende bei den Super Minis hat seinen Vorsprung in Cremona von 27 auf 43 Punkte ausbauen können. Auch dem elfjährigen Zuger gelang beim fünften Lauf ein «Grand Slam». Die Freude darüber war dementsprechend gross: «Ich war schon ein paar Mal nahe dran, aber meistens hat mir die schnellste Rennrunde gefehlt», meinte Iten, der vor Wochenfrist übrigens bei der IAME Benelux eine sensationelle Aufholjagd zeigte und dort Zweiter wurde! Bei noch 75 Punkten, die es beim Finale in Wohlen maximal zu gewinnen gibt, hat Iten eine komfortable Ausgangslage. Streitig machen kann ihm der Titel nur noch seine Teamkollegin Joy Allemann. Sie hat mit drei zweiten Plätzen einmal mehr ihr Potenzial gezeigt. Dritter wurde im Finale Lewis David. Für den Fahrer aus dem Team Swiss Hutless war dieser dritte Platz eine besondere Genugtuung. Vor einem Jahr hatte er sich in Cremona bei einem Unfall unglücklich überschlagen. Diesmal durfte er strahlend den drittgrössten Pokal mit nach Hause nehmen. Anders die Gemütslage bei Kimi Prost. Der Enkel des viermaligen F1-Weltmeisters Alain Prost wurde nach dem Finale von allen drei Rennen disqualifiziert. Prost jr. hatte sich in der letzten Runde des Finals gedreht, ist danach quer über die Strecke gefahren und hat das obligatorische Wägen im Parc fermé ausgelassen.
Apropos Strahlen: Auch Davids Teamkollege bei Swiss Hutless, Dilan Roman Fricker, hatte bei der Siegerehrung der OK Junioren ein breites Grinsen aufgesetzt – zurecht! Der Elfjährige hat zurzeit einen unglaublichen Lauf. Einen neuerlichen «Grand Slam» verpasste er zwar, weil Zoltan Coigny (Spirit) ihm die Pole-Position stibitzte und ihn auch im ersten Lauf zu bezwingen vermochte. Danach war es aber Fricker, der den Ton angab – und das wie schon zuletzt in 7 Laghi mit einer nahezu fehlerlosen Leistung. «Ich habe mich aus allem herausgehalten und bin einfach so schnell wie möglich gefahren», meinte der junge Berner, der trotz einer Fünf-Sekunden-Strafe (Fehler bei der Startprozedur) souverän gewann. Ein besonderes Geheimnis habe er nicht, meinte Fricker. «Ich fahre einfach und denke gar nicht viel nach.» Platz 2 im Finale belegte Aaron Buhofer (Spirt), der nach einer Unsportlichkeit im ersten Lauf mit einer Verwarnung davonkam. Dritter wurde nach einer erneut sehr soliden Leistung Cyrill Sarkar (MH Racing). Der in der Meisterschaft bis dato Führende Alejandro Campos (Spirit) musste sich mit den Plätzen 5, 4 und 4 begnügen. «Mein Motor war heute nicht gut genug», meinte der 14-Jährige aus Vuiteboeuf. In der Meisterschaft führt nun Fricker 26 Punkte vor Campos. In Wohlen ist noch alles möglich. Bei der gegenwärtigen Form von Fricker wird es für Campos aber eine Herkulesaufgabe werden, wenn er den Fahrer aus dem Team Swiss Hutless noch am Titelgewinn hindern möchte.
Auch in der Kategorie KZ2 (bei den Schaltkarts) ist eine Vorentscheidung gefallen. Allerdings nicht so, wie es sich das der Führende Kilian Boss (Team Swizz Evenzz) vorgestellt hat. Der ehemalige Gewinner des Young Driver Projekts kollidierte in der letzten Runde des Finals heftig mit seinem Verfolger Paolo Castagnetti vom Team Gerber Corse. Beide Fahrer blieben unverletzt. Die Rennleitung hakte den Unfall als «race incident» ab. «Ich muss 75 Prozent des Unfalls auf meine Kappe nehmen», meinte Castagnetti, der im zweiten Lauf bereits einen Motorschaden zu beklagen hatte. «Und ich entschuldige mich an dieser Stelle auch bei Kilian. Er war in der letzten Runde sehr viel langsamer. Ich kam mit deutlich mehr Tempo in diese schnelle Links-Rechts-Kombination.» Für Boss hielt sich der Schaden – zumindest mit Blick auf die Meisterschaft – in Grenzen. Vor Wohlen führt er mit 47 Punkten. Allerdings nicht mehr vor Castagnetti, sondern vor Bastien Liénard. Der Fribourger hatte nach dem Triumph von Boss im ersten Vorlauf bereits Durchgang 2 gewonnen. Im dritten Lauf übernahm er vom Start weg das Kommando und sicherte sich seinen ersten Finalsieg im Rahmen der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft. «Ein schöner Sieg», freute sich Liénard. «Vor allem, wenn man bedenkt, dass ich beim letzten Rennen in 7 Laghi noch in der ersten Kurve abgeschossen wurde.» Durch den Ausfall von Boss und Castagnetti erbten Florian Esteve (DEL motorsport) und Privatbewerber Kai Perner die Plätze 2 und 3.
Und so geht es weiter:
10. Oktober, Wohlen
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