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08.06.2026 Bergrennen Hemberg: Die Favoriten setzten sich durch, aber…
Steiner Faustini Zemp myrally ch Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Das Siegertrio: Marcel Steiner, Robin Faustini und Michel Zemp © myrally.ch

Das erste Bergrennen der Saison hat gehalten, was man sich davon versprochen hat: Hemberg 2026 war spannend, auch wenn sich am Schluss mit Robin Faustini (bei den Rennwagen) und Roger Schnellmann (bei den Tourenwagen) die Favoriten durchgesetzt haben.

Die beiden Nova-Piloten fuhren direkt hintereinander die 1,758 Kilometer kurze Strecke in Hemberg hoch. Und deshalb konnte keiner Taktieren. Trotzdem meinte Marcel Steiner nach dem zweiten Lauf: «Ich kann machen, was ich will, Robin (Faustini) ist immer einen Tick schneller.» Im Klartext hiess das: Im ersten Lauf hatte Steiner eine 53,00 sec hingelegt. Faustini konterte in 52,85 sec. Im zweiten Durchgang verbesserte sich der sechsmalige Schweizer Berg-Meister auf 52,75. Und wieder war der amtierende Champion in 52,61 ein paar Hundertstelsekunden schneller. Der dritte Lauf musste die Entscheidung bringen. Doch in diesem konnte sich Steiner nicht mehr steigern. Während Robin noch unterwegs war, war nach Steiner Zieldurchfahrt in 53,36 sec der Kittel geflickt. «Ich hatte keinen groben Schnitzer gemacht», meinte Steiner, «aber viele kleine Fehler, die sich summieren. Trotzdem können wir nach dem ersten Rennen ein positives Fazit ziehen. Wir sind deutlich näher dran als im vergangenen Jahr.»

In der Addition der beiden schnellsten Läufe fehlten Steiner 1,34 Sekunden auf Faustini. Der fuhr im letzten Lauf nochmals wie entfesselt und verpasste in 51,80 sec den Streckenrekord um eine Zehntelsekunde. «Ich war bis zum dritten Lauf auf einer falschen Fährte», meinte Faustini. «Ich hatte für Hemberg eine neue Avon-Mischung aufgezogen. Aber irgendwie baute sich damit nicht das richtige Feeling fürs Auto auf – vor allem nicht beim Anbremsen. Für den dritten Lauf wechselte ich zurück auf die Mischung, die ich schon 2024 und 2025 in Hemberg verwendet hatte – und plötzlich passte es. Dass ich den Streckenrekord so knapp verpasst habe, ärgert mich natürlich. Aber gleichzeitig freue ich mich über den Sieg und die Konkurrenz.» Für Faustini war es saisonübergreifend der 16. Tagessieg hintereinander. Seit Les Paccots 2023 ist er ungeschlagen, sieht man vom Bergrennen in La Roche 2025 ab. Damals war der Auftakt der Schweizer Berg-Meisterschaft ja zweigeteilt.

Faustini Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Faustini feierte in Hemberg seinen 16. Tagessieg hintereinander © Eichenberger

Etwas überraschend war am Ende der Abstand von Steiner auf Faustini grösser, als der von Steiner auf den Drittplatzierten Michel Zemp. Der Luzerner im 2-Liter-Norma haute im dritten Lauf in 52,78 sec eine Fabelzeit heraus und verlor auf 3-Liter-Pilot Steiner in der Tageswertung nur 51 Hundertstelsekunden. Seine persönliche Bestzeit von 2024 (53,18 sec) verbesserte er um vier Zehntelsekunden. Damit untermauerte Zemp nicht nur seine Ambitionen («ich will dieses Jahr wieder aufs Gesamtpodium kommen»), er bewies auch, dass der zweite Platz in der Schweizer Berg-Meisterschaft 2025 alles andere als gestohlen war. Schon am kommenden Wochenende könnte Zemp erneut zuschlagen, wenn der zweite Lauf in La Roche auf dem Programm steht. Spätestens in Reitnau auf einer noch kürzeren Strecke als Hemberg ist der 39-Jährige ein absoluter Top-Favorit.

Platz 4 im SCRATCH ging an Philip Egli in seinem gelben Dallara F393. Der Slalom-Rekordtagessieger konnte nach vorne (logischerweise) nicht mehr ausrichten, hatte aber seine direkte Konkurrenz souverän im Griff. Der Fünftplatzierte Lionel Ryter (Formel Renault 2.0) war Egli im zweiten Lauf einigermassen ebenbürtig, kämpfte mit seinem Set-Up (allen voran mit den Stossdämpfern) und war auch dort eine Sekunde langsamer. Platz 3 bei den 2-Liter-Formelwagen ging an Christian Balmer. Sein Rückstand auf Egli betrug in der Addition der beiden schnellsten Läufe acht Sekunden.

Egli Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Best of the Rest: Philip Egli hinterliess einen starken Eindruck © Eichenberger

Hinter den Top 5 rangierten mit Rückkehrer Roger Schnellmann im Mitsubishi Lancer Evo VIII und «Speedmaster» auf seinem Ford Escort Cosworth bereits die beiden schnellsten Tourenwagenfahrer. Und auch diese beiden schenkten sich in Hemberg nichts. Nach dem ersten Lauf hatte «Lokalmatador» Schnellmann in 58,69 gegenüber 59,62 sec von «Speedmaster» die Nase vorn. Auch nach zwei Läufen machte Roger seinem Nachnamen alle Ehre und lag weiter in Führung. Allerdings nur noch 0,62 Sekunden. Auch hier musste also der dritte Lauf entscheiden. Und in diesem setzte sich der Schwyzer mit 59,20 gegen 59,35 sec durch. Nach dem Rennen meinte Schnellmann: «Ganz ehrlich: Am Sonntagmorgen war ich etwas nervös. Vor allem am Start mit der neuen Kupplung. Aber es hat gut funktioniert und auch die Angst, es könnte wieder etwas kaputt gehen, ist grösstenteils gewichen.» 

Schnellmann und «Speedmaster» waren in Hemberg die einzigen Fahrer mit Dach überm Kopf, die die Eine-Minute-Marke knackten. Nahe dran (und damit Dritter bei den Tourenwagen) war Ludovic Monnier im Ex-VW-Golf des amtierenden Tourenwagen-Champions Danny Krieg. Der 34-Jährige aus Monthey (VS) lag in allen drei Läufen nur knapp über einer Minute, gewann seine Konkurrenz souverän vor Kurt Tschirky und Ruedi Fuhrer und stellte einen neuen Klassenrekord. Hätte es in Hemberg einen Gleichmässigkeits-Wettbewerb gegeben, Monnier hätte ihn haushoch gewonnen: 1:00,56, 1:00,57 und 1:00,60 min – konstanter kann man nicht fahren! Hinter dem Gesamtzwölften Monnier war Bruno Sawatzki in seinem Porsche 991.1 Cup der schnellste Interswiss-Fahrer. Während sich der Tourenwagen-Meister von 2023 und 2024 im Vorjahr noch vom jungen Matthias Bischofberger entzaubern liess, hatte er diesen, auch wenn er im dritten Lauf zwei Zehntelsekunden langsamer war, diesmal im Griff.

Schnellmann Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Roger Schnellmann war der schnellste Tourenwagenfahrer © Eichenberger

Den knappsten Zieleinlauf gab es in der TCR. Neun Fahrzeuge standen in dieser Klasse am Start. Der Schnellste war Sergio Kuhn in seinem Peugeot 208. Der Vorsprung auf Patrick Flammer im Opel Astra betrug schlappe 0,02 Sekunden! Im Renault Classic Cup setzte sich Thomas Zürcher mit 0,48 respektive 0,68 sec Vorsprung erfolgreich gegen Beat Rohr und René Schnidrig durch. Alle weiteren Klassensieger in Hemberg entnehmen Sie der Übersicht: Alessandro Grispino (Renault Clio R3, A/ISA/R2/R3), Emeric Betticher (Toyota GR Yaris, SuperSérie Comp. bis 3000 cm3), Pierre Mürner (Porsche GT3, Super Série Comp. bis 4000 cm3), Markus Barnder (March 742, Gr. H/Formelwagen bis 2000 cm3), Armin Buschor (BMW 320, Gr. H/Tourenwagen bis 2000 cm3), Sylvain Chariatte (VW Golf, Histor. Classic), Sergio Kuhn (Peugeot 308, TCR), Adrian Gerber (Citroën Saxo, PSA Gr. N bis 1600 cm3), Ramon Hänggi (Citroën Saxo, PSA Gr. A bis 1600 cm3), Jürg Brunner (Renault Clio 2, RCC 2), Thomas Zürcher (Renault Clio 3, RCC 3), Hans-Ulrich Seifert (VW Polo, E1 bis 1400 cm3), Hans-Peter Eller (Opel Kadett C, E1 bis 1600 cm3), Ludovic Monnier (VW Golf Rally, E1 bis 2000 cm3), Steven Chiquita (BMW E30, E1 bis 2500 cm3), Hermann Bollhalder (Opel Speedster, E1 bis 3000 cm3), Bruno Ianniello (Lancia Delta S4, E1 bis 3500 cm3), Roger Schnellmann (Mitsubishi Lancer Evo VIII, E1 bis 4000 cm3), Frédéric Neff (Porsche 997 GT2R, E1 über 4000 cm3), Andreas Helm (VW Polo, IS bis 1400 cm3), Werner Rohr (Toyota Corolla AE86, IS bis 1600 cm3), Stephan Burri (VW Scirocco, IS bis 2000 cm3), Ferdi Waldvogel (BMW M3 E30, IS bis 2500 cm3), Bruno Sawatzki (Porsche 991.1 Cup, IS über 2500 cm3), Philip Egli (Dallara F393, E2-SS bis 2000 cm3), Roland Bossy (Tatuus F3 T-318, E2-SS über 2000 cm3), Antonino Scolaro (Nova NP03, E2-SC bis 1600 cm3), Michel Zemp (Norma M20FC, E2-SC bis 2000 cm3), Robin Faustini (Nova NP01, E2-SC bis 3000 cm3).

In der REGionalen Klasse war Patrick Jakober in seinem VW Golf der Schnellste. Sein Vorsprung auf Michael Kuratli im Renault Clio betrug am Ende nur 0,05 Sekunden…

Einen längeren Unterbruch gab es nach einem Unfall von Manuel Lenherr. Der Fahrer des BMW E46 M3 aus der E1 bis 4000 cm3 war im zweiten Lauf wenige Meter vor dem Ziel vor der Naturtribüne verunglückt und musste mit der Rega abtransportiert werden. Lenherr hat sich beim Unfall einen Rückenwirbel gebrochen. «Es geht mir den Umständen entsprechend gut», meinte er auf Nachfrage von ASS. Wir wünschen ihm an dieser Stelle gute Besserung!

Und so geht es weiter:
13./14. Juni, La Roche – La Berra*
28. Juni, Reitnau
25./26. Juli, Ayent – Anzère*
14.-16. August, St.Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau*
12./13. September, Gurnigel
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots

* zählen zur Schweizer Junior-Meisterschaft

Monnier Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Ludovic Monnier war nicht nur schnell, sondern auch konstant © Eichenberger

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