Ludovic Monnier hat das geschafft, was schon Danny Krieg, dem Vorbesitzer des weissen VW Golf Turbo gelungen ist: Der gebürtige Waadtländer hat die Schweizer Berg-Meisterschaft bei den Tourenwagen und den Schweizer Berg-Pokal gewonnen.
Ludovic Monnier hat das Meisterauto von Danny Krieg 2025 nicht einfach nur so zum Spass gekauft. Der gebürtige Waadtländer mit Wohnsitz im Wallis hat sich den weissen VW Golf Turbo im Wissen angelacht, dass er damit wie sein Vorbesitzer Schweizer Berg-Meister bei den Tourenwagen werden kann. Viel habe er am Auto nicht verändert; am Motor schon gar nicht, betont Monnier. Wieso auch? Der Golf von Krieg hat schon 2025 sehr gute Zeiten hingelegt. Monnier hat diese vor allem in der zweiten Saisonhälfte 2026 nochmals verbessert. Beim Saisonfinale in Les Paccots fuhr der 34-Jährige im Vergleich zu Kriegs Bestzeit im Vorjahr 1,687 Sekunden schneller. In der Addition der beiden schnellsten Zeiten war er mit 1:55,875 min gar 3,3 Sekunden schneller. Damit sicherte sich Monnier den angepeilten Sieg in der E1. Ihm am nächsten kam Hermann Bollhalder – und das bei dessen Debüt in Les Paccots. Der Opel-Fahrer aus Wattwil fuhr in 1:58,920 min eine beachtliche Endzeit, konnte Monnier aber nicht am Klassensieg hindern. Die 25 Punkte, die Monnier für den E1-Sieg in Les Paccots kassierte, reichten ihm so souverän zum Titelgewinn. «Ein schönes Gefühl», meinte Monnier. Schliesslich habe er auch hart dafür arbeiten müssen. Auch Vorbesitzer Danny Krieg liess ausrichten: «Gratulation an Ludovic! Ich freue mich, dass er mit meinem Ex-Auto den Titel geholt hat. Irgendwie macht mich das auch stolz.»
Mit nur einem Punkt Rückstand sicherte sich «Speedmaster» Rang 2 bei den Tourenwagen. Der Teamchef von MB Motorsport hatte seinen Ford Escort für Les Paccots von einem E1- in ein Interswiss-Auto umgebaut. In dieser Klasse fuhr er schon im ersten Durchgang eine neue Rekordzeit von 58,723 sec, sicherte sich den IS-Gesamtsieg und heimste so 27 Punkte ein. Die reichten gerade nicht, um Monnier noch abzufangen. Das war dem Berner Garagisten aber reichlich egal. «Ich bin mehr als glücklich und habe mich selten so für einen anderen gefreut wie für Ludovic. Ich habe ihn kennengelernt, da war er vier Jahre alt. Da bin ich noch gegen seinen Vater gefahren.» Als Gesamtachter war «Speedmaster» zweitschnellster Tourenwagenfahrer beim Finale – zwei Positionen hinter Monnier.
Um Platz 3 in der Tourenwagen-Meisterschaft war es bis zum dritten und letzten Rennlauf spannend geblieben. Weil Stephan Burri aus eigener Kraft kein besseres IS-Ergebnis einfahren konnte und mit Platz 4 hinter «Speedmaster», Jean-Paul Chiquita auf seinem Porsche GT3 und Dominic von Rotz auf seinem Allrad-Audi A4 vorlieb nehmen musste, war es Sergio Kuhn im TCR-Peugeot, der Platz 3 ins Visier nehmen konnte. Dafür musste der Zürcher seine TCR-Kollegen jedoch bügeln – und danach sah es nach zwei Läufen noch nicht aus. Opel-Pilot Peter Steck lag vor der letzten Auffahrt keck 0,171 Sekunden vor Kuhn. Dieser schaffte es aber gerade noch, das Blatt zu seinen Gunsten zu wenden und sicherte sich so genug Punkte, um Burri trotz neuem 2-Liter-IS-Rekord wegen einem halben Pünktchen noch von Rang 3 zu verdrängen. Damit endete die Saison 2026 bei den Tourenwagen mit der folgenden Reihenfolge: 1. Monnier, 2. «Speedmaster», 3. Kuhn, 4. Burri, 5. Bollhalder. Nicht in die Meisterschaftsentscheidung eingreifen, konnte Remo Fischer mit seinem E1-Ford-Cosworth. Der Sieger des Slaloms von Bière hätte Monnier vielleicht noch gefährlich werden können. Doch an Fischers Ford ist im zweiten Trainingslauf die Schaltgabel gebrochen. Trotz rascher Ersatzteilbeschaffung lief das Getriebe tags darauf nicht rund und Fischer musste so auf das Rennen in Les Paccots verzichten.
Einen kleinen Trost gab es für Stephan Burri dennoch. Im Berg-Pokal für hubraumschwächere Fahrzeuge bis 2 Liter sicherte er sich hinter Monnier Platz 2. Burri und Monnier kamen in der Endabrechnung beide auf das Punktemaximum. Weil Monnier aber die besseren Ergebnisse im SCRATCH vorweisen kann, geht auch dieser Sieg nach Monthey. Und damit hat Monnier – wie Krieg 2025 – beide Titel gewinnen können. Platz 3 im Berg-Pokal sicherte sich Hans Peter Eller im Opel Kadett C.
Den Tagessieg in Les Paccots holte sich standesgemäss Robin Faustini im Nova-Emap NP01. Der bereits vor dem Rennen als Meister festgestandene Aargauer hat die Fans entlang der Strecke mit drei Top-Fahrten (alle unter 48,3 sec!) nochmals entzückt. Sein sechster Saisonsieg (im siebten Rennen) war so nie in Gefahr. Einen neuen Streckenrekord hat sich Faustini für nächstes Jahr, falls er wieder in der Schweizer Meisterschaft fährt, aufbewahrt…
Mit 2,8 Sekunden Rückstand (in der Addition der beiden schnellsten Zeiten) belegte Joël Volluz auf seinem Norma-Judd M20 FC den zweiten Rang. Mit knapp einer Sekunde Rückstand auf Volluz beendete Michel Zemp auf seinem Norma-Helftec die Saison als Tagesdritter. In der Meisterschaft war ihm Platz 2 schon vor Les Paccots sicher. «Zwei Mal hintereinander mit einem 2-Liter-Auto Zweiter in der Schweizer Berg-Meisterschaft zu werden, ist sicher kein schlechtes Zeugnis», sagt Zemp. «Ich bin zufrieden mit meiner Saison. Hätte mir jemand den Vize-Titel vor der Saison angeboten, ich hätte ihn genommen…» Die Ränge 4 und 5 im SCRACHT gingen an Simon Hugentobler (Osella PA30) und Antonino Scolaro (Nova NP03). Bester Formel-Pilot war Lilian Bittel als Zwölfter. Die Top 5 der Rennwagen im Überblick: 1. Faustini, 2. Zemp, 3. Steiner, 4. Darbellay, 5. Volluz.
Schnellster bei den REGionalen war in Les Paccots Mattia Stacchi im BMW M3 E30 – vor Emanuele Tognacca (VW Golf) und Michaël Béring (Bery ES7).
Alle CH-Klassensieger in Les Paccots entnehmen Sie der Übersicht:
Sylvain Chariatte (Honda Integra, SuperSérie), Patric Kuster (Toyota GR Yaris, SuperSérie Comp. bis 3000 cm3), Pierre Mürner (Porsche GT3 992, SuperSérie Comp. Über 3000 cm3), Markus Brander (March 742, Gr. H Rennwagen bis 1600 cm3), Maurice Girard (BMW 320, Gr. H Tourenwagen bis 2000 cm3), Julien Tornay (BMW 325i, Gr. H Tourenwagen bis 2500 cm3), Robin Terrier (Opel Astra, Klassische Fahrzeuge bis 2000 cm3), Jean-Louis Fleury (Opel Ascona B, Klassische Fahrzeuge über 2000 cm3), Hanspeter Thöni (Peugeot 106, PSA Trophy N), Ramon Hänggi (Citroën Saxo, PSA Trophy A), Nicolas Pasche (Renault Clio II, N/ISN), Thomas Ruesch (Honda Civic, A/ISA), Sergio Kuhn (Peugeot 308, TCR), Hans-Peter Eller (Opel Kadett C, E1 bis 1600 cm3), Ludovic Monnier (VW Golf Rally, E1 bis 2000 cm3), Jonas Magnin (Honda Civic, E1 bis 2500 cm3), Hermann Bollhalder (Opel Speedster, E1 bis 3000 cm3), Bruno Ianniello (Lancia Delta S4, E1 bis 3500 cm3), Christoph Zwahlen (Porsche 911, E1 bis 4000 cm3), Anthony Strahm (Porsche 944, E1 über 4000 cm3), Andreas Helm (VW Polo, E1 bis 1400 cm3), Christophe Oulevay (VW Scirocco, IS bis 1600 cm3), Stephan Burri (VW Scirocco, IS bis 2000 cm3), Ferdi Waldvogel (BMW M3 E30, IS bis 2500 cm3), «Speedmaster» (Ford Escort, E1 über 2500 cm3), Jesse Handschin (Norma M20 FC, CN), Guillaume Schaffner (Formel Arcobaleno, E2-SS bis 1150 cm3), Lilian Bittel (Formel Renault, E2-SS bis 2000 cm3), Hans Pfeuti (Tatuus F4, E2-SS bis 3000 cm3), Michel Zemp (Norma M20 FC, E2-SC bis 2000 cm3), Robin Faustini (Nova NP01, E2-SC bis 3000 cm3).
Sie erhalten monatliche News und Events der Auto Sport Schweiz Seite