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17.01.2024 Champions Week, Teil 9: Jérémy Michellod
Jeremy Michellod Meister Portraet Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Jérémy Michellod/Grégory Maître: Schweizer Rallye-Meister Junior 2023

Champions-Week statt Champions League! Wir stellen Ihnen Woche für Woche einen Schweizer Champion nach dem anderen vor. Diese Woche ist Jérémy Michellod an der Reihe, Schweizer Meister Rallye Junior 2023.

Jérémy Michellod ist fast auf den Tag genau drei Jahre jünger als sein Bruder Jonathan. Jérémy kam am 29. April 1997 zur Welt, Jonathan am 28. April 1994. Die beiden sind sich nicht nur äusserlich ähnlich. Am Telefon klingen sie so identisch, dass es nahezu unmöglich ist, sie auseinanderzuhalten. Und seit 2023 haben die beiden noch etwas gemeinsam: Sie haben die Schweizer Rallye-Meisterschaft bei den Junioren gewonnen: Jonathan 2019 (mit Stéphane Fellay), Jérémy 2023 (mit Grégory Maître).

Während Jonathan 2014 direkt am Lenkrad debütierte, startete Jérémy seine Rallye-Karriere 2017 als Beifahrer. Der jüngere der beiden Michellods navigierte Guillaume Girolamo – zuerst auf einem Citroën DS3, danach auf einem Peugeot 208. Die beiden kannten sich durch ihre Väter, die ebenfalls Rallye fuhren. Ausserdem wohnt Jérémy seit zwei Jahren in Nendaz (VS), dem Heimatort von Girolamo. Dass Letzterer seit seinem folgenschweren Unfall bei der Rallye du Chablais von der Brust abwärts gelähmt ist, ist auch an Jérémy nicht spurlos vorbeigegangen. «Man macht sich nach so einem Unfall viel Gedanken. Und es ist traurig, was passiert ist. Auf der anderen Seite bewundere ich Guillaume, wie er mit seinem Schicksal umgeht. Er hat einen unglaublich starken Charakter.»

2021 ist Jérémy selber zum Fahrer geworden. Sein Debüt gab er bei einer Rallye in Frankreich. Seinen zweiten Start absolvierte er bei der Rallye du Valais. Dort wurde er im Schweizer Klassement auf Anhieb Zwölfter. Ein Ergebnis, das er auch 2023 bei seiner zweiten Teilnahme (als Fahrer) vor heimischer Kulisse gerne erzielt hätte. Doch diesmal spielte ihm die Technik einen Streich. Michellod fuhr die RIV dank der Superrallye-Regel am zweiten Tag zwar zu Ende, doch ein Getriebeproblem in der zweiten WP warf ihn weit zurück.

Auf die Meisterschaft hatte die RIV keine Auswirkungen. Michellod hatte schon vor seiner Heimrallye den Titel bei den Junioren im Sack. Dass er im Laufe der Saison nur zwei gegnerische Teams hatte, schmälert seine Leistung nicht. «Mein Bruder hatte mehr Gegner, als er 2019 Meister wurde», sagt Jérémy. «Deshalb hat unser Titel 2023 aber nicht weniger Wert. Man muss auch bei weniger Konkurrenz das Auto ins Ziel bringen und Punkte holen. Das ist uns übers ganze Jahr gesehen sehr gut gelungen.»

In dieser Saison wird der jüngere Michellod erneut an der Schweizer Meisterschaft teilnehmen. Allerdings nicht mehr bei den Junioren. «Dafür bin ich zu alt! Trotzdem sind wir mit unserem Citroën C2 wieder am Start.» Auf der Agenda von Michellod stehen das Critérium Jurassien, die Rallye du Chablais, die Rallye Mt-Blanc-Morzine (anstelle der «Ticino») und die Rallye du Valais. «Ausserdem werde ich mit dem Citroën wie schon 2023 auch beim Bergrennen in Anzère fahren», sagt Michellod, der auch beruflich mit viel PS zu tun hat. Im Winter präpariert er mit einem Pistenbully Skipisten, im Sommer ist er als Lastwagen-Chauffeur auf Baustellen unterwegs.

Obwohl die beiden Michellods schon einige Jahre Rallye-Erfahrung haben, sind sie noch nie gemeinsam bei einer Rallye am Start gestanden. Auf die Frage, ob es denn nicht an der Zeit wäre, dass die beiden sich ein Auto teilen würden, antwortet Jérémy: «Warum nicht? Wenn der Plausch im Vordergrund stünde, wäre das sicher ein Erlebnis.» Die Frage, wer fahren und wer navigieren würde, will der jüngere der beiden Michellods nicht abschliessend beantworten. Als jüngerer Bruder hat er aber einen vernünftigen Vorschlag: «Wir könnten uns die Arbeit ja teilen – ich fahre die Hälfte, während Jonathan mich navigiert. Danach tauschen wir die Plätze.» Mal schauen, was die Zukunft bringt. Vom Reglement her stünde einer solchen Lösung nichts im Weg.

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