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02.12.2019 Delétraz: Ziel verfehlt, Zukunft offen
Deletraz louis 2019 monaco Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
So knapp war es in Monaco zwischen Delétraz (links) und Hubert

Louis Delétraz gilt als die Schweizer Hoffnung im internationalen Rennsport. Der 22 Jahre junge Genfer hat vor einem Jahr bei Testfahrten für HaasF1 bereits Formel-1-Luft geschnuppert. Und im Dienst von Ferrari und Dallara absolvierte er in der vergangenen Saison rund 30 Tage im Simulator. Sein Vorsatz für dieses Jahr (im Meisterteam Carlin) war der Gewinn der Formel-2-Meisterschaft. Doch dieses Ziel hat Delétraz verpasst. Beim Finale in Abu Dhabi stiess er dank zwei Top-6-Ergebnissen noch auf den achten Schlussrang vor. Zu mehr reichte es nicht. F2-Meister Nyck de Vries sammelte 174 Punkte mehr. «Ich hatte in diesem Jahr zehn Nuller», erklärt Delétraz. «So kannst du unmöglich um den Titel kämpfen.»

Viele dieser Nuller gehen auf die Kappe des Teams oder des Veranstalters. Allein drei Mal fing die Elektronik Feuer – ein Defekt, für den der Hersteller und nicht das Team verantwortlich ist. Einmal streikte das DRS. Und einmal versagten die Bremsen. Unterm Strich hat Delétraz so rund 80 Punkte liegen gelassen. Ein Platz unter den Top 5 wäre möglich gewesen.

Für Delétraz war es die dritte Saison in der Formel 2. Rechnet man das Jahr in der Renault 3.5 (2016) dazu, lauert Louis bereits vier Jahre im Vorzimmer der Formel 1 auf seine Chance. Drei Mal schaffte er es dieses Jahr aufs Podest. Ganz oben ist er in der Formel 2 noch nie gestanden. Dem Sieg am nächsten kam Delétraz in Monaco. Im Sprintrennen fehlten ihm 0,059 Sekunden auf Sieger Anthoine Hubert, der wenige Monate später in Spa ums Leben kam. Auch in Silverstone sah Louis lange Zeit wie der sichere Sieger aus. Doch dann musste er dem Briten Jack Aitken den Vortritt lassen. «Wenn alles gepasst hat, sind wir auf dem Podest oder zumindest in der Nähe des Podiums gestanden», sagt Delétraz. «Leider gab es zu viele Wochenenden, an denen etwas schief gelaufen ist.»

Wie es 2020 mit Delétraz weitergeht, ist noch unklar. Bei HaasF1 hat er noch immer einen Fuss in der Türe. Auch die Formel E und die Langstrecken-WM verfolgt Louis intensiv. Und ein viertes Jahr in der Formel 2 ist auch nicht ausgeschlossen. Weil die Formel 2 nächstes Jahr auf 18-Zoll-Reifen wechselt und der Formel 1 damit ein Jahr voraus ist, könnte Delétraz Erfahrungen sammeln, die für 2021 wertvoll sind.

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