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24.07.2020 Für den Wettkampf gebaut
13 Bally 2019 Ossolane Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Ivan Ballinari (rechts) und sein Skoda Fabia R5 © Kaufmann

Die AUTOMOBIL REVUE hat in den vergangenen Wochen mit ihrer Serie «Rennwagen-Porträt» für Aufsehen gesorgt. Wir von Auto Sport Schweiz sind stolz, dass wir die Werke der beiden Autoren Werner Haller und Olivier Derard auch bei uns veröffentlichen dürfen. Teil 10: Der Škoda Fabia R5 von Ivan Ballinari.

Während einige Fahrer der Schweizer Rallyemeisterschaft ein eigenes Auto besitzen, ist dies beim amtierenden Meister Ivan Ballinari nicht der Fall: «Das Hauptproblem bei einem eigenen Auto ist nicht so sehr der Kaufpreis, sondern dass du in der Lage sein musst, es instand zu halten. Alle zwei bis fünf Läufe müssen Getriebe, Motor und weitere Teile überholt werden. Für alles musst du die perfekten Einstellungen kennen. Dasselbe gilt für die Aufhängung.»

Das sei zu kompliziert für jeden, der kein ausgebildeter Mechaniker sei. Also wandte sich Balllinari einem Mietauto zu: «Das Fahrzeug gehört Roger Tuning. Der Service umfasst neben Miete und Wartung auch den Service-Lastwagen, den Treibstoff und die Reifen.» Kurz gesagt alles, was für den reibungslosen Ablauf eines Rennwochenendes erforderlich ist. Es gibt auch einige Extras, wie der Champion erklärt: «Neue Reifen sind optional, ebenso wie eine Versicherung oder spezielles Benzin.» In der Tat fährt der Škoda Fabia R5 mit einem Spezialbenzin, das «fünf bis sechs zusätzliche Pferdestärken» erbringen kann, erklärt Ivan «Bally» Ballinari. Im Rennen kann das den entscheidenden Unterschied ausmachen, auch wenn der aufgeladene, 1.6-Liter-Vierzylindermotor des Fabia bereits etwas mehr als 300 PS leistet.

Kopie von Engine Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Der 1.6-Liter-Vierzylinder des Fabia R5 entwickelt 300 PS

Bei jeder Rallye kann Ivan Ballinari auch auf die Unterstützung dreier Mechaniker und eines Renningenieurs zählen. Dieser ist aber nicht unbedingt nur für einen einzelnen Fahrer verantwortlich, wie Ballinari erklärt: «Der Ingenieur kann an verschiedenen Fahrzeugen desselben Teams arbeiten. Mein Ingenieur ist beispielsweise auch noch für das Auto von Michael Burri zuständig.»

Aber was hat Ivan Ballinari letztlich dazu bewogen, sich für einen Škoda Fabia R5 zu entscheiden? Schliesslich hätte er bei Roger Tuning auch einen Ford Fiesta R5 zur Auswahl gehabt. Für Ballinari war das keine Frage: «Ich arbeite für die Automobilhandelsgruppe Amag, und ich habe so die grossartige Gelegenheit, eine Marke zu vertreten, für die ich arbeite. Ausserdem war es so, dass damals, als ich mich entschied, der Fabia R5 das leistungsstärkste Auto auf dem Markt war.»

Die Schweizer Meistertitel in den Jahren 2018 und 2019 geben ihm recht. Zwei Titel, die der Rallye-Champion auch dem guten Service von Roger Tuning zu verdanken hat, wie er sagt: «Ich hatte noch nie so ein Team. Die Menschen dort verstehen meine Bedürfnisse und sind in der Lage, das Auto entsprechend abzustimmen. Ausserdem sind sie sehr professionell. Teile werden öfter ersetzt, als die Herstellervorgaben das vorschreiben.» Kein Wunder, dass auch andere Rallye-Grössen wie Jean-Marc Salomon sowie Vater und Sohn Olivier und Michael Burri dieser Equippe vertrauen.

Einen R5 zu fahren ist «etwas vom Besten, was es gibt», schwärmt Ivan Ballinari. «Du merkst sofort, dass es sich beim Škoda Fabia R5 nicht nur um ein modifiziertes Spielzeug, sondern um einen echten Rennwagen handelt, der von Grund auf für den Wettkampf entwickelt und gebaut wurde.»

So gibt es auch sehr wenig Spielraum für eigene Abänderungen, und mit Ausnahme der Fahrwerkseinstellungen sind alle mechanischen Teile sämtlicher R5 gleich: «Selbstverständlich ist es verboten, den Motor zu modifizieren oder ein Steuergerät umzuprogrammieren. Wir können aber bestimmte Set-ups ändern, etwa die Federung oder das Sperrdifferenzial. Zum Beispiel fährt Michael Burri mit einer weichen Abstimmung, während ich eine harte bevorzuge.» Es sind kleine Details, die letztlich über Sieg und Niederlage entscheiden können.

ŠKODA FABIA R5
Baujahr: 2014
Karosserie: Kleinwagen, 5 Türen
L x B x H mm: 3994 × 1820 × 1360
Radstand mm: 2477
Gewicht kg: 1250
Motor: 4 Zylinder, 1620 cm3, Turbokompressor, Direkteinspritzung
Leistung PS: 300
0–100 km/h sec: 2,6
Höchstgeschwindigkeit km/h: 155–190 (abhängig vom Übersetzungsverhältnis)
Fahrwerk: Original-Chassis für 4×4 modifiziert, McPherson

AR #24, 11. Juni 2020, Autor: Olivier Derard, www.automobilrevue.ch

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