Am vergangenen Samstag fand in Büren a.A. der von Auto Sport Schweiz organisierte Funktionärsausbildungskurs statt. Mehr als 42 Neulinge nutzten die Gelegenheit, sich zum Streckenkommissar ausbilden zu lassen.
«42 Neulinge – das ist eine stolze Zahl», meinte René Aeberhardt vom Komitee Strecke & Sicherheit am Samstag beim Funktionärsausbildungskurs in Büren a.A. «Jetzt ist es nur noch wichtig, dass von diesen 42 Neulingen auch möglichst viele während der Saison an Rennen teilnehmen. Das war in der Vergangenheit nicht immer so.»
Neben den Neulingen waren am Samstag auch 40 bereits ausgebildete Streckenkommissare vor Ort. Für sie diente der Kurs in erster Linie als Auffrischung. Es gab aber auch Neues zu entdecken. Beim Posten «Bergung» haben die Instruktoren ein neues Hilfsmittel vorgestellt und es für alle Interessierten auch gleich in der Praxis getestet. Die so genannte Rettungs-Boa wurde extra für die Bergung von Rennfahrern und Rennfahrerinnen in offenen Fahrzeugen entwickelt und wird dem verunfallten Piloten, um Hals und Arme gewickelt. Was im ersten Moment so aussieht, als fiele eine Würgeschlange über den verunfallten Piloten her, entpuppt sich als geeignetes Mittel, um einen Fahrer oder eine Fahrerin so sanft wie möglich aus dem Auto zu bergen.
Obwohl die Bergung im ersten Moment eher an eine Strangulation erinnert, ist sie äusserst effektiv. Der Selbsttest hat ergeben, dass die Rettungs-Boa, die um den Hals gelegt wird bei fachmännischer Anwendung keinerlei Schmerzen an Hals und Nacken verursacht. Im Gegenteil! Der Kopf des Verunfallten ist durch die «Schlange» in einem erstaunlich stabilen Zustand. Die einzige Druckstelle befindet sich bei dieser Rettungsmethode unter den Armen. Dort wird das komplette Körpergewicht aufgefangen.
Neben der Bergung von verunfallten Fahrern standen noch diverse weitere praktische Übungen auf dem Kursprogramm. So etwa das Löschen eines brennenden Fahrzeugs, Erste Hilfe, Flaggenkunde, Funk usw. Zusätzlich zu den Instruktoren waren am Samstag mit Patric Niederhauser, Robin Faustini und Thomas Amweg auch drei Fahrer vor Ort. Sie gaben den Kursteilnehmenden weitere wertvolle Tipps – aus Sicht des Rennfahrers. «Wir Rennwagen-Chaffeure sitzen sehr tief in unseren Autos und haben eine begrenzte Sicht», nannte Faustini ein Beispiel. «Wenn Flaggen auf niedriger Höhe geschwenkt werden, sehen wir die kaum.»
Zur Info für Interessierte: Am Funktionärskurs teilnehmen kann grundsätzlich jeder und jede ab 16 Jahren, obwohl die Streckenkommissars-Lizenz offiziell erst ab 18 Jahren ausgestellt wird. Für die Teilnehmenden sind die Funktionärskurse in Büren a.A. und in Cugy (für Teilnehmende aus der Romandie) kostenlos. Nicht so für den Verband. Für die Infrastrukturen, die Instruktoren, das Material wie Feuerlöscher, Funk und Theorieunterlagen sowie die Verpflegung der Teilnehmenden gibt Auto Sport Schweiz pro Kurs rund 12'000 bis 15'000 Franken aus. Weitere Informationen rund um dieses Thema liefert auch das aktuelle Magazin von Auto Sport Schweiz (Ausgabe März/2025).
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