Schweizer Bergrennfahrer müssen sich auch 2026 international nicht verstecken. Das haben die ersten Bergrennen in Spanien, Frankreich und Italien bewiesen.
Gut starteten die Schweizer Bergrennpiloten in die Saison 2026. Am letzten März-Wochenende nutzte das Meisel Racing Team das Bergrennen La Villa Joiosa nahe der spanischen Stadt Alicante zu einem intensiven Testeinsatz mit dem Mercedes SLK340. Auch wenn die 6,3 Kilometer lange Strecke mit ihren 58 (!) Kurven charakterlich nicht ganz auf den schnellsten Saugmotor-Bergtourenwagen Europas zugeschnitten war, brannte Meisel im dritten und letzten Rennlauf einen neuen Streckenrekord in die Bahn. In der Addition der zwei schnellsten Zeiten sicherte sich der Aargauer den dritten Gesamtrang hinter einem Sportwagen und nur 0,1 Sekunden hinter dem BRC-Alpine A110 Turbo des spanischen Top-Piloten Javier Villa. «In den ersten beiden Läufen steckte mir der Winterschlaf wohl noch etwas in den Knochen», gab Meisel zu. Anders als 2025 wird Meisel nicht mehr sämtliche Rennen zur Europa-Bergmeisterschaft bestreiten. Am 25./26. April wird er sich aber beim Rechbergrennen in Österreich der EBM-Konkurrenz stellen, zu der auch der mit tschechischer Lizenz startende Urner Ronnie Bratschi mit seinem Mitsubishi gehören wird.
Am Col Saint Pierre in Saint-Jean-du-Gard trugen die Franzosen am vergangenen Wochenende bereits ihren zweiten diesjährigen Meisterschaftslauf aus. Der EBM-gestählte Kevin Petit errang beim ersten Einsatz mit einem neuen Nova Proto Turbo mit dem ab 2026 in der Division 2 vorgeschriebenen Überrollkäfig den Tagessieg. Als Gesamtsiebter entschied Victor Darbellay im Nova Proto mit Hartley-Emap-Turbomotor seine Klasse klar für sich. Der Walliser hatte insofern Glück, als der neue Streckenrekordhalter Marc Pernot am ersten Renntag Probleme mit seinem neuen Nova NP01 hatte und am Sonntag nur einen Lauf im Trockenen absolvieren konnte, den dieser in neuer Streckenrekordzeit und somit schneller als sämtliche Dreiliterpiloten zurücklegte. In der VHC-Bergmeisterschaft der Historischen feierte Guillaume Mathez im Peugeot 309 GTI 16V bereits den dritten Saisonsieg in seiner Klasse. Bei apokalyptischen Wetterbedingungen war Mathez am 8. Mai in Lodève sogar VHC-Gesamtsieger geworden und vor zwei Wochen in Bagnols-Sabran der zweitschnellste TW/GT-Pilot hinter einem Porsche 996 GT3 Cup gewesen.
Am vergangenen Wochenende begann auch die italienische Bergmeisterschaft. Bei der Salita del Costo nahe Vicenza waren die besten nationalen Rennsportwagenpiloten Italiens mit Ausnahme von Faggioli und Merli nahezu vollständig versammelt. Das Rennen auf der 9,91 km langen Strecke wurde am Sonntag in nur einem Lauf ausgetragen. Als Tagessieger ging Luigi Fazzino auf einem Osella PA30 Evo hervor. Manuel Santonastaso, ein bekannt schneller Thurgauer mit italienischen Wurzeln, entschied mit seinem BMW 320 E21 die Gruppe E1 Italia für sich. In der E2-SH war Aramis Cereghetti mit seinem BMW M5 E34 der Zweitschnellste. Schnellster Schweizer war der Jurassier Fabien Boudaban mit seinem Norma M20 FC aus der Gruppe E2-SS/SC auf Gesamtrang 22.
Text: Peter Wyss
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