Die Schweizer Junioren-Meisterschaft hat Halbzeit. Nach den vier Slaloms liegt ein Quartett mit Steven Chiquita, Alessandro Grispino, Ursanne Salomon und Mario Schöpfer noch ohne Verlustpunkte in Führung.
Es ist an der Zeit, Halbzeitbilanz zu ziehen. In der Schweizer Junioren-Meisterschaft sind die ersten vier Rennen absolviert – allesamt Slaloms. Die zweite Saisonhälfte wird dann am Berg ausgetragen. Mit den Rennen in Hemberg (7. Juni), La Roche (14. Juni), Anzère (26. Juli) und Oberhallau (30. August). Die drei besten Rennen pro Disziplin fliessen jeweils in die Endabrechnung ein. Stand heute liegen Steven Chiquita, Alessandro Grispino, Ursanne Salomon und Mario Schöpfer gemeinsam mit je 75 Punkten auf Rang 1, wobei der 24-jährige Schöpfer aus diesem Quartett das schlechteste Streichresultat hat. Der VW-Golf-Pilot kassierte in Bure «nur» einen Zwanziger. In Frauenfeld sowie Ambri 1 und 2 hatte er sich zuvor die volle Punktzahl (25) gesichert.
Abgerechnet wird aber bekanntlich erst am Schluss. Deshalb sind Prognosen zum jetzigen Zeitpunkt noch etwas verfrüht. Ein technischer Defekt bei einem der bevorstehenden Bergrennen – und schon kann der Traum vom Junioren-Titel platzen. Einer, der diese Erfahrung machen musste, ist Lionel Ryter. 2024 lag er bis zum letzten Rennen am Gurnigel Kopf an Kopf mit Jannis Jeremias in Führung. Weil er als Formelpilot die besseren Karte hatte (bei Punktegleichheit zählen die besseren Platzierungen im SCRATCH), hatte er den Titel vor Augen. Doch dann streikte ausgerechnet beim Finale die Technik an seinem Formel Renault. Bitter enttäuscht musste er mitansehen, wie Jeremias den Titel holte. Im Vorjahr revanchierte sich Ryter und holte nach, was ihm 2024 durch die Lappen ging. «Man könnte meinen, es gehe nur um einen Junioren-Titel», sagt Ryter. «Aber ich habe in den vergangenen zwei Jahren gespürt, welcher Druck es auslösen kann, diesen gewinnen zu wollen.» 2026 ist Ryter für eine neuerliche Teilnahme an der Schweizer Junioren-Meisterschaft zu alt. Nur Fahrer bis 25 dürfen sich einschreiben. Damit ist jetzt schon klar: Nach Jeremias (2024) und Ryter (2025) wird es in diesem Jahr aufgrund der Altersregel einen neuen Meister geben.
Wer dies sein könnte? Salomon hat auf dem Papier die besten Karten. Wäre die Meisterschaft nach vier Slaloms bereits beendet, ginge der Titel aufgrund der SCRATCH-Regel an den 20-Jährigen aus Fregiécourt. In Frauenfeld war Salomon Dritter, in Ambri jeweils Zweiter und zuletzt in Bure sogar Erster. Herausforderer Steven Chiquita (23) kann da mit seinem BMW E30 naturgemäss nicht mithalten. Ihm stehen die SCRATCH-Platzierungen 39, 26, 24 und 14 zu Buche. Das würde (Stand heute) für Platz 2 reichen. Dritter wäre Renault-Clio-Pilot Alessandro Grispino (25). Der amtierende Slalom-Champion belegte die Positionen 60, 41, 37 und 24 in den jeweiligen Tageswertungen.
Aber wie gesagt: Entschieden ist noch gar nichts. Ein Patzer am Berg – und schon könnte sich das Blatt wenden. Spannung ist jedenfalls garantiert.
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