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17.11.2019 Müller: Mehr als ein Geheimtipp
Mueller nico 2019 valencia Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Nico Müller fährt in der Formel E für Dragon Racing

Nico Müller hat schon seit geraumer Zeit mit der Formel E spekuliert. Als Test- und Ersatzfahrer der Ingolstädter stand er die letzten zwei Jahre Gewehr bei Fuss. Zu einem Einsatz ist er nicht gekommen. Auch nicht dieses Jahr in Bern – bei seinem Heimrennen. Die Aussichten, bei Audi zu unterkommen haben auch für die sechste Saison, die am kommenden Freitag in Saudi-Arabien beginnt, nicht besser ausgesehen. Der Brasilianer Lucas di Grassi sitzt fest im Sattel. Dasselbe gilt für Daniel Abt, Sohn von Teamchef Hans-Jürgen Abt. Aus diesem Grund hat sich Müller anderweitig umgeschaut. Und hat bei Dragon Racing ein freies Cockpit ergattert. Audi hat ihm dafür die Freigabe gegeben.

Rennerfahrung hat Müller in der Formel E noch keine. Deshalb gibt er auch offen zu, dass er schon ein wenig nervös ist im Hinblick auf das erste Rennen in Riad. «Ich fahre seit sechs Jahren DTM», erzählt Müller. «Da weisst du inzwischen, worauf es ankommt. In der Formel E bin ich ein Rookie, der noch viel lernen muss.»

Dennoch stehen die Chancen für Müller ganz gut. Obwohl Dragon keinen eigentlichen Hersteller im Rücken hat, ist Leidenschaft in Hülle und Fülle vorhanden. Das Team gehört Jay Penske, dem Sohn der US-Rennsportlegende Roger Penske. Und der hat bisher in jeder Serie, in der er angetreten ist, gewonnen. Bei den offiziellen Tests in Valencia hat Müller schon einmal eine Duftmarke gesetzt. Nach drei Tagen war der Berner Oberländer Drittschnellster. Nur Pascal Wehrlein und Müllers Vorgänger bei Dragon, Maximilian Günther, waren schneller. «Die Tests liefen besser als erwartet», sagt der DTM-Vizemeister. «Unsere Basis scheint sehr gut zu sein. Das grösste Potenzial sehe ich in der Software. Und im Feintuning. Weil das Feld so eng beisammen liegt, sind es die Details, die am Ende über Sieg und Niederlage entscheiden.»

Was Müller und Dragon besonders zuversichtlich stimmt, ist die Tatsache, dass man bei den Tests den Schwerpunkt nicht aufs Qualifying gelegt hat. Dazu kommt, dass Müller in «Elektro-Kreisen» hoch gehandelt wird. Der Audianer soll ein besonderes Gespür für die nicht einfach zu fahrenden Boliden haben. Seine Saisonprognose klingt jedenfalls vielversprechend: «Wir hatten vor dem Test in Valencia viele Fragen. Und wir haben auf all diese Fragen Antworten gefunden.»

Im internen Berner Duell mit Neel Jani, der für Porsche antritt, scheint Müller zum Saisonstart besser gerüstet. Ob das so bleibt, wird man sehen. Witzig ist: Jani hat bei Dragon vor zwei Jahren sein Formel-E-Debüt gegeben – und nach nur einem Rennen den Bettel hingeschmissen…

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