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28.07.2026 Nachruf Roland Salomon
Roland Salomon Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Roland Salomon, 1935–2026

Insgesamt feierte Roland Salomon 15 Meistertitel mit schnellen Fahrzeugen. Elf davon allerdings in jungen Jahren als begeisterter Lenker von Speed Model Cars. Drei Mal schaffte es Salomon in seiner Klasse zum Europameister, zwei Mal zum Weltmeister. Erst 1963 sattelte der Berner Unternehmer dann auf vier grosse Räder um, angefangen mit einem bei den Rennwagen eingeteilten, weil abartig gestrippten Citroën 2CV. Danach folgten ein «frisierter» (wie man damals sagte) Ford Anglia und bald schon der erste Rennwagen. Schon in der Formel 3 (mit 1000 cm3) war Salomon für manchen Profi ein harter Brocken. Mit Clay Regazzoni und Jürg Dubler gewann er 1968 den in Hockenheim ausgetragenen Nationen-Europacup für die Schweiz.

Seine grössten Erfolge erzielte Salomon zum Ende der 1960er- und Beginn der 1970er-Jahre in der Schweizer Meisterschaft. 1969 sicherte er sich mit dem Tecno F3 den ersten SM-Titel bei den Rennwagen. 1970 gewann Salomon mit dem Tecno F2 1600 die Coupe der Schweizer Berge, den Vorläufer der heutigen Bergmeisterschaft. Der Wechsel in die Formel-2-Klasse zahlte sich allerdings erst 1973 mit dem zweiten SM-Titel aus, nun am Steuer eines neuen March-BMW 732 und mit bereits graumelierten Haaren. Im Jahr darauf feierte er in der damals aus Rundstrecken- und Bergrennen bestehenden Meisterschaft mit demselben Auto die erfolgreiche Titelverteidigung, auch gelangen ihm einige Achtungsergebnisse in der umkämpften Formel-2-EM, worauf sich Salomon eine einjährige Auszeit vom Rennsport nahm.

1976 kehrte der langjährige Präsident des legendären SAR (Schweizer Autorennsportclub) unter dem Pseudonym «Ruby» mit einem Modus Formula Atlantic auf die Rennstrecken zurück. Mit der Konstruktion des Schweizers Jo Marquard fuhr Salomon wundersame Zeiten, sodass die Identität von «Ruby» rasch bekannt war. Das legendäre Motorsportmagazin «powerslide» fand damals, dass er wohl noch nie so gut gefahren sei wie in jenem Jahr als bereits 41-Jähriger. Obwohl Salomon nach dem vierten SM-Titel eigentlich wieder zurücktrat, liess er sich 1978 zur Teilnahme am neuen Schweizer Renault-5-Pokal überreden – ein Intermezzo, das ein unrühmliches Ende seiner ansonsten erfolgreichen Karriere nahm und ihm die Erkenntnis brachte, dass ihm solche Strassenautos wirklich nicht als Rennfahrzeug taugten.

Sportlich verschob Salomon seine Interessen auf den Cresta Run von St. Moritz, wo er sich bis zum Erreichen des 80. Lebensjahres waghalsig im Skeleton den Eiskanal hinabstürzte. Viel Spass machte ihm hier vor allem die Geselligkeit am Rande der Piste, sprich im Dracula Club. Gesellig, nur nicht mehr so oft und ruhiger, mochte es der flotte Senior auch danach. Und so feierte der Genussmensch im Februar 2025 an seinem 90. Geburtstag im Kreise seiner Familie und vieler Freunde in einem Berner Gastrokeller die erfolgreiche Zielankunft im letzten Jahrzehnt seines abwechslungsreichen und oftmals abenteuerlichen Lebens. Am vergangenen Samstag stürzte er zu Hause im Heim in Frauenkappelen im Badezimmer und zog sich dabei schwere Verletzungen zu, denen er wenig später erlag. Roland Salomon hinterlässt Gattin Denise, die er schon sehr lange kannte und 2017 ehelichte, Stieftochter Alannah und seine Tochter Eliane aus der ersten Ehe.

Text: Peter Wyss

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