Auch bei der dritten Runde zur Le Mans Classic Series, dem Grand Prix de l’Âge d’Or in Dijon-Prenois, gab es einige Schweizer Erfolge. Der grosse Wurf gelang diesmal aber keinem der bekannten Namen.
Bei manchen Rennen der historischen Rennserie von Peter Auto aus Frankreich feierte Maxime Guenat schon zwei bis drei Siege an einem Wochenende. Diesmal musste sich der schnelle Jurassier mit zweiten Plätzen zufriedengeben, die er sich allerdings hart erkämpfte. Im spektakulären Heritage Touring Cup 1 für Tourenwagen der 1970er-Jahre hatte Guenat Ende März beim Saisonauftakt in Barcelona noch einen klaren Sieg gefeiert. Bei der Spa Classic wurde sein Ford Capri RS3100 mit Vierventil-Cosworth-Motor allerdings unschuldiges Opfer einer Startkollision, worauf er für das «Heimrennen» in Dijon auf den BMW 3.5 CSL umstieg, den er sich mit seinem Vater Dominique teilte.
Weil im Training ein Motordefekt auftrat und keine Qualifikationszeit möglich war, startete der Papa aus der hintersten Reihe ins einstündige Rennen – an dessen Ende lag der schnelle Filius nach einer beeindruckenden Aufholjagd nur noch 10,3 Sekunden hinter dem Capri des von der Pole- Position gestarteten Franzosen Armand Mille. Spa-Sieger Yves Scemama nahm das Rennen mit seinem Capri als Zweiter in Angriff, konnte das Tempo an der Spitze über die Distanz aber nicht ganz mitgehen und wurde Vierter. Michael Kammermann lag mit dem Capri von Maurizio Bianco bald nach dem Start an dritter Position, welche der im Tessin lebende Italiener nach der Übernahme aber nicht halten konnte. Ein Unfall kurz vor Rennende aufgrund von nachlassenden Bremsen sorgte für das jähe Ende. Auch Nicolas Traber musste seinen schnellen neuen BMW 635 CSi Gruppe 2 vorzeitig abstellen. Thomas Studer und Toni Seiler belegten mit ihren schwächeren Ford Capri RS2600 mit Weslake-Motoren die Ränge 13 und 15.
Atemberaubend war das gigantische Feld der Classic Endurance Racing 1 der Sportprototypen und GT von 1966 bis 1974, in der dreizehn Lola T70 und ein McLaren mit ihren V8-Motoren den Circuit zum Beben brachten. Uhrensprössling Armand Mille feierte hier seinen zweiten Tagessieg, profitierte jedoch vom Boxenstopp-Zeithandikap des baugleichen T70 MK.3B von Jan Magnussen/Chris Ward für ihren Sieg in Spa. Der Monegasse Claudio Roddaro brachte den mehr oder weniger originalen Porsche 917K von Jo Siffert/Brian Redman (drei Rennen 1970) nach schnellster Rennrunde als Fünfter ins Ziel. Knapp dahinter folgte der ebenfalls mit Schweizer Historie behaftete Martini-Porsche 903/3 von Henrique Gemperle und Marc de Siebenthal.
Mit wirkungsvoller Unterstützung des britischen Profis Nigel Greensall feierte Rolf Sigrist mit seinem Chevron B19 bereits den dritten Saisonsieg in der Klasse bis zwei Liter, allerdings erst nach dem Rückfall des zeitweise sogar im Gesamtklassement vor Magnussen führenden Chevron von Frank Stippler. Mit dem Genfer Geschäftsmann Steve Kriknoff als Dritter in einem Lola T212 stellte sich ein zweiter Schweizer aufs Klassenpodium. Kriknoff sorgte in den beiden 45-Minuten-Rennen der Gentlemen Challenge am Steuer seines Lotus 15 von 1960 für die einzigen Schweizer Gesamtsiege in einem der acht verschiedenen Rennfelder.
In der CER2 für Sportwagen und GT von Mitte 1970 bis Anfang 1980 errang Maxime Guenat im bewährten Lola T286 mit Ford-Dreilitermotor den zweiten Platz hinter dem überlegenen Franzosen Stéphane Nguyen im ähnlich motorisierten Lola T282. Im grossen Feld der Sixties’ Endurance belegte Guenat mit Partner Guillaume Mahé aus Frankreich im Shelby Cobra Daytona Coupé nach zwei Stunden den vierten Rang hinter einem britischen Jaguar E-Type und zwei Cobra 289 und den dritten Platz in der Klasse GT5.
Sämtliche Resultatlisten sind unter diesem Link ersichtlich, weitere Informationen zu den einzelnen Rennserien unter www.peterauto.fr
Text: Peter Wyss
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