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20.04.2026 Slalom Frauenfeld: Egli feiert elften Sieg, Überraschung bei den Tourenwagen
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Für Philip Egli war es der elfte Sieg in Serie in Frauenfeld © myrally.ch

Er hat es schon wieder getan: Philip Egli gewann am Sonntag zum elften Mal (in Serie!) den Slalom in Frauenfeld. Eine Überraschung gab es bei den Tourenwagen mit dem ersten Sieg für den Zürcher Dino Wintsch.

Er bleibt der Chef im Ring. Beim Auftakt der Schweizer Slalom-Meisterschaft im Frauenfeld hat Philip Egli vor rund 9000 Zuschauern seinen elften Tagessieg auf der Allmend gefeiert. Seit 2015 ist der gebürtige Glarner im Thurgau ungeschlagen. 2015 – das ist schon ein Weilchen her. Damals reagierte noch ein gewisser Barack Obama die USA, der Euro war noch stärker als der Schweizer Franken und Stan Wawrinka gewann die French Open…

Ganz so locker wie auch schon cruiste Formel-3-Pilot Egli diesmal aber nicht zum Gesamtsieg. Der Vorsprung auf den zweitplatzierten Lionel Ryter betrug 0,73 Sekunden. Im Vorjahr war der junge Walliser in seinem Formel Renault 2.0 mit einem Rückstand von 0,62 Sekunden sogar noch näher an Egli dran. Trotzdem war der elfte Sieg in Serie für Egli eine Genugtuung. Vor allem, weil der Schweizer Slalom-Meister von 2024 nach dem ersten von Trainingsläufen plötzlich im Stress war. Egli musste für die Rennläufe das Getriebe an seinem Dallara F393 wechseln. Dank Mithilfe seiner ehemaligen Konkurrenten Marcel Maurer und Yves Hängärtner schaffte es der Rekord-Tagessieger aber gerade noch so. «Ich bin ihnen und meinem Vater sehr dankbar, dass sie mich so tatkräftig unterstützt haben», meinte Egli. «Wir hatten den Schaden innerhalb von zwei Stunden repariert. Und es reichte gerade noch zur Teilnahme am zweiten Trainingslauf. Aber ganz ehrlich: Bis zu diesem Zeitpunkt bin ich nur herumgerannt. Dass es am Ende gereicht hat und ich meinen elften Sieg in Frauenfeld feiern durfte, macht mich unter diesen Umständen natürlich erst recht glücklich.»  

Die Siegeszeit von 1:59,51 Minuten lässt sich sehen. Schneller war Egli über den 3,2 Kilometer langen Kurs nur 2024 (1:58,87 Minuten). Hauptkonkurrent Ryter hatte nach dem ersten Durchgang 0,83 Sekunden Rückstand. Der junge Walliser war mit seinen Reifen nicht zufrieden, hoffte aber, dass er im zweiten Lauf Egli doch noch abfangen könnte. Doch dieses Unterfangen scheiterte – wie im Vorjahr. «Ich habe zu viel riskiert», meinte Ryter leicht enttäuscht. Der linke Frontflügel seines Formelfahrzeugs hatte etwas gar viel Gras geladen, «ich habe die letzte Kurve zu stark geschnitten und bin leicht von der Strecke abgekommen».

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Auf Anhieb Dritter: Ursanne Salomon mit seinem neuen Formel 3 © myrally.ch

Hinter Egli und Ryter sicherte sich mit Ursanne Salomon ein «Neuling» den dritten Podestplatz. Der Jurassier hat auf diese Saison von einem in die Jahre gekommenen Formel Renault auf einen ehemaligen Formel 3 von Roland Bossy gewechselt – und scheint mit diesem Auto gleich auf Anhieb ganz gut zurechtzukommen. Zwar fehlten Salomon, der auch für die Junior-Meisterschaft gemeldet ist, 6,35 sec auf die Bestzeit von Egli, im Kampf um den ersten Podestplatz im SCRATCH setzte er sich aber erfolgreich gegen den Vorjahresdritten Antonino Scolaro im Nova Proto durch.

Auf Platz 5 im Gesamtklassement landete der schnellste Tourenwagenfahrer Dino Wintsch. Der Zürcher, mehrmaliger Gesamtsieger des Lotus-Cups und auch schnellster LOC-Pilot am Samstag, gewann überraschend die Tourenwagenwertung. Wintsch nahm auf diese Saison einen Fahrzeugwechsel vor, er fährt nun einen Porsche 911 aus dem Hause von Christoph Zwahlen aus Pfyn. «Mit dem Sieg, meinem ersten Tourenwagensieg bei einem Slalom zur Schweizer Slalom-Meisterschaft überhaupt, hatte ich nie gerechnet. Das Auto war aber auch top vorbereitet», meinte Wintsch. Sein «Chef» Zwahlen, 2010, 2012 und 2013 selbst Tourenwagensieger in Frauenfeld und dieses Wochenende Gesamtzehnter mit einem Porsche 997 Cup-R, freute sich sehr über den Exploit seines Piloten: «Für mich ist das doch allerbeste Werbung, wenn ich einem Kunden ein Auto hinstelle, das siegfähig ist.» Hinter Dino Wintsch (Laufbestzeit 2:11,37 Minuten) klassierten sich Frauenfeld-Rückkehrer Christian Bralla (Fiat X1/9, 2:11,64 min) und dem Sieger der beiden Vorjahre Matthias Bischofberger (Porsche 997 GT3 Cup, 2:12,98 min). Zwahlen selber musste sich in der E1 über 3000 cm3 hinter Wintsch und Bischofberger mit Rang 3 zufrieden geben.

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Dino Wintsch: Überraschungssieger bei den Tourenwagen © myrally.ch

Schnellster Fahrer der Interswiss war in Frauenfeld Lokalmatador Manuel Santonastaso auf seinem BMW E21 in 2:13,70 min. Damit war der Mülheimer 36 Hundertstelsekunden schneller als VW-Scirocco-Pilot Stephan Burri, der zum ersten Mal mit Synfuel am Start gestanden hatte. Platz 3 ging (in derselben Hubraumklasse bis 2 Liter) an den Jurassier Arnaud Donzé (VW Golf, 2:15,06 min). Auch Slalom-Vorjahresmeister Alessandro Grispino machte mit seinem Renault Clio R3 in der Grupppe A/ISA/R2 dort weiter, wo im Vorjahr aufgehört hatte. Auf den zweitplatzierten Sven Sattler (Honda Civic) hatte er am Ende aber nur eine halbe Sekunde Vorsprung.

Die beiden Auftaktrennen zum Suzuki Swiss Racing Cup gingen an Vorjahresmeister Rico Thomann. Im ersten Lauf war er 0,05 Sekunden schneller als Serienorganisator Christian Zimmermann. Im zweiten Rennen bezwang er Reto Steiner wieder knapp – diesmal um 0,16 Sekunden. 

Alle Klassensieger von Frauenfeld im Überblick: Samuel Weibel (Subaru BRZ, SuperSérie bis 2000 cm3), André Grandjean (Porsche 911 GT3, SuperSérie Compétition über 2000 cm3), Hanspeter Thöni (Peugeot 106, PSA Transition Trophy Gr. N), Max Langenegger (Peugeot 208, PSA Transition Trophy Gr. Rally4), Alessandro Grispino (Renault Clio R3, A/ISA/R2 bis 2000 cm3), Markus Brander (March 742, Gr. K), Hans Wüthrich (Mini Cooper S, E1 bis 1400 cm3), Hans-Peter Eller (Opel Kadett C Coupé, E1 bis 1600 cm3), Christian Bralla (Fiat X1/9, E1 bis 2000 cm3), Walter Terler (AUT, Opel Kadett C, E1 bis 2500 cm3), Hermann Bollhalder (Opel Speedster, E1 bis 3000 cm3), Dino Wintsch (Porsche 911, E1 über 3000 cm3), Andreas Helm (VW Polo, IS bis 1400 cm3), Christophe Oulevay (VW Scirocco, IS bis 1600 cm3), Manuel Santonastaso (BMW E21, IS bis 2000 cm3), Roman Marty (Opel Kadett C GT/E, IS bis 2500 cm3), Marco Marte (BMW M3, IS bis 3000 cm3), Jannis Jeremias (Porsche 911 GT3 Cup, IS über 3000 cm3), Antonino Scolaro (Nova Proto NP03, E2-SC bis 1600 cm3), Dominik Fröhle (AUT, Tracking RC01, E2-SH bis 1600 cm3), Philip Egli (Dallara F393, E2-SS bis 2000 cm3).

Und so geht es weiter:
25. April, Bière 1
26. April, Bière 2
2. Mai, Ambri 1
3. Mai, Ambri 2
16./17. Mai, Bure
20./21. Juni, Chamblon

Santonastaso myrally ch Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Schnellster IS-Pilot: Lokalmatador Manuel Santonastaso © myrally.ch

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