Christian Bralla hat sich am vergangenen Sonntag beim Saisonfinale in Chamblon den Titel in der Schweizer Slalom-Meisterschaft gesichert. Wir haben mit dem Tessiner gesprochen.
Auf dem Papier scheint Christian Bralla (48) die Slalom-Saison 2026 dominiert zu haben. Doch mehr als einmal musste der Mann aus Vaglio (TI) seinem Fiat X1/9 im zweiten Lauf alles abverlangen. Seine härtesten Gegner Martin Oliver Bürki und Ludovic Monnier haben ihm das Leben oft nicht einfach gemacht. Umso grösser die Freude über den Titelgewinn.
Gratulation zu deinem Titel. Das ist der erste Titel für dich, oder? Nach wie vielen Jahren?
Christian Bralla: Ja, das ist mein erster Titel – nach 30 Jahren im Rennsport. Und gerade deshalb hat er für mich einen besonderen Stellenwert. In all diesen Jahren habe ich den Rennsport immer mit grosser Leidenschaft gelebt und mehrere hervorragende Ergebnisse erzielt. Dass ich dieses Ziel nun endlich erreicht habe, ist für mich eine riesige Genugtuung.
Einen Titel zu holen, ist nie einfach. Ab wann wusstest du, dass es klappen könnte?
Mir wurde nach dem zweiten Rennen klar, dass der Titel in Reichweite liegen könnte, als Lionel Ryter in Bière Philip Egli besiegte. In diesem Moment verloren beide wichtige Punkte im Kampf um den Titel, und das ermöglichte es mir, in der Gesamtwertung die Führung zu behalten. Von da an begann ich konkret daran zu glauben, dass es möglich ist, die Meisterschaft zu gewinnen. Meiner Meinung nach wäre es jedoch korrekter, zwei getrennte Wertungen zu haben: eine für Einsitzer/Formelwagen und eine für Fahrzeuge mit Dach überm Kopf, da zwischen diesen Kategorien grosse Unterschiede bestehen. Schon 2024 hätte ich den Titel gewinnen können, aber mit der Änderung des Reglements hing das Kriterium nicht mehr nur davon ab, wie viele Teilnehmer in der eigenen Gruppe gegeneinander antraten. Abgerechnet wurde bei Gleichstand stattdessen anhand der Gesamtwertung. Trotz dieser bedeutenden Änderung gelang es mir damals, die Meisterschaft auf dem dritten Platz abzuschliessen – ein Ergebnis, das für mich eine grosse Genugtuung war.
Du warst bei mehreren Rennen nach dem ersten Lauf «nur» Zweiter – hinter Bürki oder Monnier. Du hast dann aber im zweiten Durchgang das Blatt jeweils immer noch wenden können. Brauchst du diesen Druck? Fährst du dann noch besser?
Grundsätzlich würde ich sagen, dass der Druck keinen besonderen Einfluss auf meine Fahrweise hat. Wenn ich mir die Ergebnisse der letzten Jahre anschaue, ist es mir immer gelungen, hervorragende Leistungen zu erzielen. Natürlich kann der Druck auch dazu führen, dass man Fehler macht, vor allem in einer hart umkämpften Meisterschaft. In diesem Fall ist es mir jedoch gelungen, bis zum Schluss einen klaren Kopf zu behalten und konzentriert zu bleiben. Auch dank der schrittweisen Leistungssteigerung des Autos konnte ich mich von Rennen zu Rennen immer besser entfalten. Die Grundlage für alles bleibt jedoch die grosse Leidenschaft für diesen Sport, die mich antreibt, weiterzumachen und stets zu versuchen, mich zu verbessern.
Und wie gross war die Hilfe von Chico Darani?
Ich habe Chico in den ersten Jahren kennengelernt, als ich mit dem Motorsport angefangen habe, und von da an hat sich sofort eine hervorragende Beziehung entwickelt, aus der später eine grosse Freundschaft geworden ist. Selbst als wir gemeinsam an Rennen teilnahmen und somit in Konkurrenz zueinander standen, sind wir immer sehr eng verbunden geblieben und hatten ein ausgezeichnetes Verhältnis zueinander. Für mich ist das etwas sehr Schönes und Besonderes, denn es zeigt, dass in diesem Sport neben dem Wettkampf auch echte Beziehungen entstehen und bestehen bleiben können. Es hat mich ausserdem sehr gefreut, dass am vergangenen Wochenende neben meiner Familie, die mich immer unterstützt, auch mehrere Freunde aus dem Tessin gekommen sind, um mich anzufeuern. Ihre Anwesenheit und dieses Zusammengehörigkeitsgefühl in einem so wichtigen Moment zu spüren, hat mir sehr viel bedeutet.
Wirst du 2027 deinen Slalom-Titel verteidigen?
Ja, ich werde nächstes Jahr wieder an den Start gehen und versuchen, meinen Titel zu verteidigen.
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