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19.05.2020 Thomas Amweg: Vettel hat bei ihm schon wegen dem F3 angeklopft
Top 3 am Gurnigel Schnellmann Amweg und Berguerand c Kaufmann Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Gurnigel 2019: Sieger Thomas Amweg flankiert von Roger Schnellmann (l.) und Eric Berguerand (r.) © Kaufmann

Thomas Amweg, Sohn des Bergkönigs Fredy Amweg, hat im vergangenen Jahr am Gurnigel seinen ersten Tagessieg gefeiert. Doch das ist nicht die einzige spannende Geschichte rund um den schnellen Aargauer.

Amweg – ein Name, der verpflichtet. 15 Mal war Fredy Amweg Schweizer Bergmeister. Keiner hat so oft gewonnen wie er. Dass die drei Kinder Sabine, Thomas und Manuel, ebenfalls dem Rennsport verfallen sind, überrascht deshalb nicht besonders. «Wir sind mit unserer Mutter sonntags zu den Bergrennen gefahren», sagt der heute 35-jährige Thomas. Dabei waren für ihn aber nicht nur die Sieg- und Rekordfahrten des Vaters Anreiz. «Ich habe mein Sackgeld damals bei den Bergrennen mit dem Einsammeln leerer Flaschen respektive deren Depot aufgebessert.»

Die ersten Erfahrungen im Motorsport machten die jungen Amwegs auf der benachbarten Kartstrecke in Wohlen. An sein erstes Autorennen mag sich Thomas noch gut erinnern. «Das war in Hockenheim – auf einem Mazda MX5. Vor lauter Aufregung habe ich gar nicht gemerkt, als das Rennen abgewunken wurde. Und ich bin einfach volle Kanne weitergefahren.»

Thomas erstes Formelauto war ein 2-Liter-Renault. Den hatten die Amwegs in Kanada aufgespürt. «Wir hatten von dem Auto nur Fotos gesehen. Und standen mit dem Käufer in E-Mail-Kontakt», erzählt Thomas. «Irgendwann ist der Renner dann per Luftfracht in Kloten in zwei Kisten eingetroffen und wir mussten ihn zusammenschrauben.»

Mit dem Renault ist Amweg zuerst in der Schweizer Rundstreckenmeisterschaft gefahren, später dann auch im österreichischen Championat, das er 2011 und 2012 gewann. 2013 wechselte Amweg seinen fahrbaren Untersatz. Aus dem Formel Renault wurde ein Formel 3, den der gelernte Polymechaniker in der Schweiz am Berg, in Österreich im Remus F3 Pokal und in Deutschland sporadisch im ATS Cup einsetzte. Um international durchzustarten, hat das Budget nicht gereicht. «Ich hatte auch spät angefangen», meint der Gurnigel-Sieger aus dem Vorjahr. «Als ich in der Formel Lista fuhr, war ich schon 19. Die Nico Müllers usw. viel jünger.»

Seit 2017 setzt Amweg einen Formel 3000 am Berg ein. Anfang machte ihm der Lola B99 das Leben schwer. «Die erste Saison war gezeichnet von technischen Defekten», sagt Amweg. «Wir hatten einen Wurm in der Elektronik.» Im Vorjahr, in seiner dritten Saison mit dem 500-PS-starken Boliden, gelang Amweg endlich der Durchbruch. Der Erfolg am Gurnigel war der erste Tagessieg für Amweg jr. Vater Fredy siegte dort zwischen 1973 und 1998 insgesamt 20 Mal! Auch wenn das regnerische Wetter, den Sieg Amwegs begünstigte; der erste Triumph war nicht geklaut. «Ich habe aus meiner F3-Zeit viel Erfahrung im Regen», erklärt Thomas. «Ich wusste: Das ist meine Chance! Ich habe das Auto mit einem ehemaligen F1-Mechaniker radikal umgebaut. Und siehe da: Es hat funktioniert.»

Der Erfolg am Gurnigel war nicht der einzige Triumph Amwegs 2019. Bei der Arosa Classic sicherte er sich nicht nur den vierten Sieg «en suite», er absolvierte die 7,3 km lange Strecke auch in einer neuen Rekordzeit (4:06,16 min).

2020 hätte Amweg neben den Bergrennen und der Arosa Classic auch im Drexler F3-Cup antreten sollen. Da 2020 in der Schweiz keine Bergrennen (zumindest für moderne Fahrzeuge) stattfinden, und der F3-Cup in Österreich auch noch nicht loslegen konnte, heisst es: Abwarten und Tee trinken. Amwegs Rückkehr auf die Rundstrecke bereitet ihm dennoch grosse Vorfreude. Amweg ist mit dem F305-Mercedes nicht nur 2014 Meister geworden, das Auto hat auch berühmte «Vorfahren»: 2005 sass Sebastian Vettel hinter genau diesem Lenkrad; 2006 Sébastien Buemi. «Norbert Vettel, der Vater von Sebastian, hat mir ein Angebot für das Auto gemacht», sagt Amweg. «Aber im Moment möchte ich ihn nicht verkaufen, sondern lieber noch selber fahren!»

Amweg thomas anzere 2016 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Amweg im Formel 3, den einst Vettel und Buemi fuhren © Kaufmann

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