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17.09.2026 Vorschau Les Paccots: Wer holt den Tourenwagen-Titel?
Monnier Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Ludovic Monnier kann am Sonntag mit seinem VW Golf Turbo Tourenwagen-Meister und Berg-Pokal-Sieger werden © Eichenberger

Hochspannung beim letzten Bergrennen der Saison! Wer sichert sich beim Finale in Les Paccots den Tourenwagen-Titel? Die besten Karten haben (in dieser Reihenfolge): Ludovic Monnier, «Speedmaster», Sergio Kuhn und Stephan Burri.

Robin Faustini kann das Finale der Schweizer Berg-Saison 2026 entspannt angehen. Der 28-jährige Aargauer hat mit seinem Nova-Emap NP01 seinen dritten in Serie beim vorletzten Rennen in Oberhallau bereits eingefahren. Auch der Zweitplatzierte Michel Zemp kann beim Finale in Les Paccots nicht mehr eingeholt werden. Weil Marcel Steiner und Victor Darbellay am Sonntag im Fribourgischen nicht am Start stehen, hat der Luzerner seinen zweiten Gesamtrang aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigt – unabhängig davon, was beim letzten Rennen noch passiert. Auch der dritte Platz von Steiner ist nicht mehr in Gefahr. Joël Volluz in seinem Norma-Mader V8 kann den sechsmaligen Schweizer Berg-Meister selbst mit einem Tagessieg in Rekordzeit (wegen einem Punkt) nicht mehr abfangen. Einzig Lionel Ryter hat noch theoretische Chancen. Der junge Walliser müsste mit seinem Formel Renault 2.0 dafür aber den Tagessieg erringen. Bei der Konkurrenz (Faustini, Volluz, Zemp, Hugentobler) ein – sagen wir – aussichtsloses Unterfangen.

Ganz anders sieht die Ausgangslage bei den Tourenwagen aus. Dort ist Hochspannung angesagt, wobei einer schon im Vorfeld schlechtere Karten hat: Sergio Kuhn. Der schnelle Peugeot-Pilot hat in seiner Kategorie TCR nur fünf Gegner. Der Zürcher wird also in Les Paccots nur halbe Punkte einstreichen und kann somit maximal 14,5 Zähler holen. Das würde ihn (inkl. Streichergebnis) in der Gesamtwertung auf 118,5 Punkte bringen. Zum Titel wird das voraussichtlich nicht reichen. Die besten Chancen, diesen zu holen, hat Ludovic Monnier. Der gebürtige Waadtländer, der auf diese Saison das letztjährige Meisterauto von Danny Krieg übernommen hat, liegt vor dem Finale auf Rang 2. Gewinnt Monnier die E1, würden weitere 25 Punkte auf sein Konto fliessen. Mit dem Streichergebnis von La Roche (14 Punkte) käme er dann auf total 124 Zähler. Wobei die Betonung auf «käme» liegt. Monnier muss, um 25 Punkte zu kassieren, Top-Piloten wie Christoph Zwahlen, Remo Fischer oder Hermann Bollhalder, der zum ersten Mal in Les Paccots fährt, bezwingen. Krieg ist das im Vorjahr gelungen. Der Vorbesitzer des VW Golf Turbo fuhr in Les Paccots 2025 eine E1-Bestzeit von 59,422 sec (total 1:59,259 min). Monnier ist also gefordert. Aber er hat in diesem Jahr bewiesen, dass er die Zeiten von Krieg fahren, ja sogar schlagen kann. Einen neuen E1-Rekord wird Monnier zum Titelgewinn nicht brauchen. Dieser stammt von Roger Schnellmann aus dem Jahr 2023 und liegt mit 55,698 sec sowieso ausserhalb der Reichweite Monniers. 

Speedmaster Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
«Speedmaster» wird mit einem Porsche GT3 in der IS antreten © Eichenberger

Die zweitbeste Ausgangslage hat «Speedmaster». Der Berner Garagist greift in Les Paccots mit einem Porsche GT3 in der Interswiss an. Dort könnte er neben den 25 Punkten für die IS-Bestzeit auch noch zwei Extrapunkte für einen neuen Divisions-Rekord einfahren. Dieser liegt bei 58,987 min – aufgestellt im Vorjahr durch Jean-Paul Chiquita (ebenfalls auf Porsche GT3). Gelingt «Speedmaster» dieses Kunststück, käme er auf 123 Punkte. Im Falle eines Monnier-Sieges in der E1 würde das knapp nicht zum Titel reichen…

Traurig, aber wahr: Die schlechtesten Karten im Kampf um den Titel hat der bis dato führende Stephan Burri. Der gebürtige Berner liegt vor dem Finale mit 116 Punkten in Führung, kann sein Konto aber nur dann aufstocken, wenn er in der Interswiss mindestens Zweiter wird. Ein dritter Platz wäre ein weiterer «17er», also ein Streichresultat. Nur ein Zwanziger kann ihn vor Kuhn, wenn dieser in der TCR gewinnt, hieven. Dafür müsste Burri aber zwei der drei IS-Hochkaräter bezwingen. Und das wird eine kaum lösbare Aufgabe. «Speedmaster», Chiquita und Dominic von Rotz im Audi A4, gegen den Burri in Oberhallau zuletzt das Nachsehen hatte, liegen wohl ausser Reichweite des VW-Scirocco-Piloten.  

Offen ist auch noch die Entscheidung im Berg-Pokal für hubraumschwächere Fahrzeuge bis 2 Liter. Auch dort liegt Burri in Führung – punktgleich mit Monnier. Sahnen die beiden auch in Les Paccots je 20 Punkte ab, ist Monnier der Sieger, weil er die besseren SCRATCH-Ergebnisse vorweisen kann. Auf Platz 3 – mit fünf Punkten Rückstand – folgt Hans Peter Eller (Opel Kadett).  

Kuhn Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Wird nur halbe Punkte kassieren: Sergio Kuhn im Peugeot-TCR © Eichenberger

Zur Strecke: Die Strecke von Châtel-Saint-Denis nach Les Paccots misst 2,325 km. Insgesamt müssen die Piloten 206 Höhenmeter zurücklegen. Die durchschnittliche Steigung beträgt 9,24 Prozent, damit ist Les Paccots das «steilste» Rennen im Kalender 2026. Den Streckenrekord hält Robin Faustini. Er bewältigte die Strecke 2025 in 47,385 sec, was einer ziemlich beeindruckenden Durchschnittsgeschwindigkeit von 176,656 km/h entspricht. 

Die Trainingsläufe starten am Samstag, 19. September, ab 13.30 Uhr. 18.30 Uhr wird die Strecke nach Les Paccots wieder für den öffentlichen Verkehr geöffnet. Am Sonntag stehen um 7.30 Uhr und 9.10 Uhr die Trainingsläufe 4 und 5 an. Der erste von drei Rennläufen startet um 10.50 Uhr.  Die beiden besten Laufzeiten werden am Ende addiert. Mittagspause ist zwischen 12.30 und 13.30 Uhr. Der Eintritt am Samstag ist frei, das Ticket am Sonntag kostet 15 Franken. Unter 16 Jahren ist der Eintritt auch am Sonntag frei. 

Mehr über das Bergrennen Les Paccots erfahren Sie unter https://paccots.ecuriedeslions.ch/

Termine Schweizer Berg-Meisterschaft 2026
6./7. Juni, Hemberg*
13./14. Juni, La Roche – La Berra*
28. Juni, Reitnau
25./26. Juli, Ayent – Anzère*
14.-16. August, Saint-Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau*
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots

Anm.: Die mit Sternen versehenen Rennen zählen zur Schweizer Junior-Meisterschaft.

Burri Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Noch führt er die Tourenwagen-Meisterschaft an: Stephan Burri © Eichenberger

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