Am Wochenende findet in Oberhallau der vorletzte Lauf zur diesjährigen Schweizer Berg-Meisterschaft statt. Wie im Vorjahr kann Robin Faustini vorzeitig den Sack zumachen.
Am Wochenende findet in Oberhallau (Kanton Schaffhausen) der sechste Lauf zur Schweizer Berg-Meisterschaft statt. Weil das darauffolgende Rennen am Gurnigel wegen Trockenheit abgesagt wurde, ist das Rennen im Klettgau der vorletzte Lauf der diesjährigen Berg-Meisterschaft. Und weil Gesamtleader Robin Faustini (bis auf Les Rangiers) bisher jedes Rennen dominierte, wird deshalb am Wochenende mit sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit bereits die Titelentscheidung fallen.
Fünf Punkte braucht der 28-jährige Aargauer theoretisch noch bis Saisonende, um sich zum dritten Mal in Serie Schweizer Berg-Meister der Rennwagen nennen zu dürfen. Und auch diese fünf Punkte braucht er nur dann, wenn Michel Zemp die beiden letzten Rennen in Oberhallau und Les Paccots (20. September) in neuer Rekordzeit gewinnen würde. Zwei Siege allein reichen dem Luzerner auf seinem Norma-Helftec M20 FC nur dann, wenn Faustini mit seinem Nova-Emap zwei Mal leer ausgehen würde. Aber eigentlich sind alle Rechenspiele umsonst. Faustini wird in Oberhallau zur Kür antreten. Zemp fährt gegen Marcel Steiner im wieder auf Vordermann gebrachten Nova-Helftec um den zweiten Schlussrang.
«Die Probleme mit dem Leistungsverlust sollten aussortiert sein», sagt Faustini vor dem Rennen in Oberhallau, das er 2021 (ohne SM-Status), 2024 sowie 2025 schon drei Mal gewonnen hat. Ob es für Faustini am Sonntag auch zu einem neuen Streckenrekord reichen wird, ist eine andere Geschichte. Im Vorjahr verpasste er die Bestmarke von Eric Berguerand aus dem Jahr 2022 um knapp zwei Zehntelsekunden. Gut möglich, dass Faustini, der schon in La Roche und Reitnau eine neue Rekordzeit fuhr, auch in Oberhallau einen neuen Streckenrekord erzielt.
Bei den Tourenwagen wird es an der Tabellenspitze womöglich zu einem Positionswechsel kommen. Der noch führende Stephan Burri auf seinem VW Scirocco wird in Oberhallau womöglich von «Speedmaster» abgelöst. Der Teamchef von MB Motorsport nimmt diesmal mit einem Lancia Delta S4 in der Interswiss bis 3 Liter teil. Für «Speedmaster» ist dies schon der zweite Fahrzeugwechsel. Angefangen hat er die Saison mit dem von Romeo Nüssli erworbenen Ford Escort Cosworth. In Les Rangiers fuhr er zuletzt (ebenfalls in der Interswiss) einen Porsche 997 GT3 R. Falls «Speedmaster» in Oberhallau die IS gewinnt, kommt er auf 120 Punkte. Und das bereits mit einem Streichresultat (Anzère). Damit würde er als Leader zum letzten Lauf nach Les Paccots anreisen. Der Kampf um die Top 3 in der Tourenwagen-Wertung ist aber noch lange nicht gegessen. Neben «Speedmaster» und Burri sind auch Ludovic Monnier in seinem VW-Golf-Turbo und Sergio Kuhn in seinem TCR-Peugeot in einer starken Position. Letzterer kann in Oberhallau dank einem gut gefüllten TCR-Feld (neun Autos) voll punkten.
Wenn es um den Gesamtsieg bei den Tourenwagen geht, steht natürlich Roger Schnellmann in seinem Mitsubishi Evo VIII an ganz vorderster Stelle. Wenn das Auto hält, dürfte es für die Konkurrenz schwierig sein, ihn am Tourenwagen-Tagessieg zu hindern. Ob es für Schnellmann auch zu einem neuen TW-Rekord reichen kann? «Ich bin 2022 1:16,11 min gefahren. Bratschi wurde 2019 in 1:14,56 min gestoppt», sagt der Schwyzer. «Aber nach den Erfahrungen von dieser Saison werde ich in Oberhallau nicht auf Biegen und Brechen den Rekord anpeilen. Ausserdem ist Bratschis Zeit von damals schon eine Hausnummer. An die muss man zuerst herankommen.»
An weiteren schnellen Tourenwagen-Fahrern mangelt es in Oberhallau nicht. Mit Christoph Zwahlen, Hermann Bollhalder, Reto Steiner, Remo Fischer (der erstmals auf Vorjahreswerte zurückgreifen kann), Jean-Paul Chiquita oder Arnaud Donzé, um nur ein paar zu nennen, sind einige Fahrer am Start, die den hoffentlich zahlreich erscheinenden Fans Freude bereiten. Nicht am Start ist leider Danny Krieg mit seinem neuen Audi RS3 LMS. «Es ist zeitlich nicht aufgegangen», sagt der letztjährige Tourenwagen-Champion. «Aber 2027 bin ich dann definitiv dabei – und zwar schon zum Saisonauftakt bei einigen Slaloms.»
Entschieden wird in Oberhallau auch die Junioren-Meisterschaft 2026. Es führt Alessandro Grispino (Renault Clio) vor den beiden BMW-Kutschern Steven Chiquita und Hugo Mascaro. Auf Platz 4 liegt Ursanne Salomon. Er ist der einzige, der Grispino noch am Titel hindern könnte.
Zur Strecke: Exakt drei Kilometer lang ist die Strecke in Oberhallau. Der Höhenunterschied vom Start (Ausgangs Dorf Oberhallau) bis zum Ziel (Vordere Berghöfe) misst 157 Meter. Die durchschnittliche Steigung beträgt 5,2 Prozent. Am steilsten Ort geht es mit 6,5 Prozent den Berg hoch. Der absolute Streckenrekord hält immer noch Eric Berguerand in 1:07,56 min (= 159,86 km/h) aus dem Jahr 2022. Das Rennen in Oberhallau gehört zu den traditionsreichsten Bergrennen in der Schweiz. Die erste Ausgabe fand 1923 statt. Seit der Neuauflage 1966 ist Oberhallau Bestandteil des Schweizer Bergmeisterschafts-Kalenders. Auch der KW Berg-Cup ist dieses Jahr wieder dabei.
Die Trainingsläufe in Oberhallau starten am Samstag, 29. August, ab 7.30 Uhr. Zwischen 12.00 und 12.30 Uhr ist Mittagspause. Weiter geht es dann ab 12.30 bis 17.30 Uhr. Insgesamt sind drei Trainingsläufe geplant. Der Rennbetrieb geht am Sonntag mit drei Läufe ebenfalls ab 7.30 Uhr los (bis ca. 18.00 Uhr). Die beiden besten Laufzeiten werden am Ende addiert. Mittagspause ist zwischen 12.10 und 12.50 Uhr. Das Ticket kostet am Samstag 20.- Franken (im Vorverkauf 15.-), am Sonntag 30.- Franken (Vorverkauf 25.-). Eine Weekend-Eintrittskarte gibt es für 40.- Franken (Vorverkauf 35.-). Kinder bis 15 Jahre haben freien Eintritt. Auch der Parkplatz ist gratis.
Mehr über das Bergrennen Oberhallau erfahren Sie unter https://bergrennen-oberhallau.ch/
Termine Schweizer Berg-Meisterschaft 2026
6./7. Juni, Hemberg*
13./14. Juni, La Roche – La Berra*
28. Juni, Reitnau
25./26. Juli, Ayent – Anzère*
14.-16. August, Saint-Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau*
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots
Anm.: Die mit Sternen versehenen Rennen zählen zur Schweizer Junior-Meisterschaft
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