Für viele ist es der Saisonhöhepunkt. Für Tabellenführer Nicolas Lathion und Beifahrerin Morgane Apothéloz könnte es die Erfüllung eines Traums werden. Bei der Rallye du Valais, dem Finale der Schweizer Rallye-Meisterschaft, geht es ums Ganze.
Der ehemalige McLaren-Teamchef Ron Dennis (79) hat einst gesagt: «To finish first, you first have to finish!», was soviel bedeutet wie: Um als Erster ins Ziel zu kommen, muss man erst einmal ins Ziel kommen. Treffender könnte man es im Vorfeld der Rallye International du Valais nicht formulieren. Tabellenführer Nicolas Lathion mit Co-Pilotin Morgane Apothéloz muss seine bevorstehende Heimrallye vom 29.-31. Oktober zwar nicht gewinnen, aber um Meister, also Erster zu werden, muss er ins Ziel kommen. Und zwar mindestens als Neunter (in der Schweizer Wertung).
Wenn man Lathions Ergebnisse aus den vergangenen Jahren herbeizieht, sollte diese Aufgabe lösbar sein. 2023 wurde der Skoda-Pilot aus Charrat Vierter, 2024 Zweiter und im Vorjahr Fünfter bei der RIV. Doch genau darin liegt die Krux. Skoda-Pilot Lathion sagt selber: «Volles Risiko müssen wir nicht nehmen, aber zu vorsichtig dürfen wir auch nicht sein!» Erster Verfolger des 36-Jährigen, der in der Rallye-SM noch nie gewonnen hat, ist Pascal Perroud mit seiner Beifahrerin Charlène Greppin. Der Waadtländer, Markenkollege von Lathion, hat 22 Punkte Rückstand auf die Spitze. Schon 25 Punkte zurück liegt Mike Coppens. Der zweimalige Schweizer Rallye-Meister hat von den bisherigen drei Läufen nur einen bestritten, die Rallye du Chablais. Diese aber zusammen mit seinem Co-Piloten Christophe Roux gewonnen. Coppens zählt auch bei der diesjährigen Rallye du Valais zu den Favoriten, wenngleich ihm natürlich die Praxis 2026 etwas fehlt.
Gleiches gilt aber auch für die Startnummer 3, Jonathan Michellod/Stéphane Fellay. Auch dieses Duo hat in diesem Jahr erst eine Rallye bestritten: die Rallye Monte Carlo im Januar. Mehr Praxis haben Michaël Burri (auf Toyota Yaris GR) und Thibault Maret (Auf Citroën C3). Burri hat in diesem Jahr schon an vier Rallyes teilgenommen. Beim Schweizer Meisterschafts-Auftakt im Jura wurde er Vierter. Maret hat als einziger (neben Lathion) an allen drei bisherigen Schweizer Rallye-Läufen teilgenommen. Sein Rückstand auf den Führenden beträgt bereits 28 Punkte. Dabei fällt vor allem der Nuller bei der ärgerliche Rallye du Chablais ins Gewicht. «Hätten wir dort anständig Punkte geholt, sähe die Ausgangslage heute viel besser aus.» Nicht mehr in die Meisterschaftsentscheidung eingreifen werden Jonathan Hirschi und Florian Gonon. Beide sind bei der diesjährigen RIV nicht am Start.
Spannend dürfte es auch noch im Schweizer Rallye-Pokal (für hubraumschwächere Fahrzeuge) werden. Vor dem Finale im Wallis führen Michael Esteves/Ismaël Berdayes auf ihrem Opel Corsa. Acht Punkte dahinter lauern Alain Rey/Estelle Coppex auf Renault Clio. Nur einen Punkt dahinter folgt ein Trio mit 22 Punkten: Laurent Bérard/Audrey Zwahlen auf Honda Civic Type R und Laurent Rossi/Florent Clavien auf Peugeot 206 XS. Der dritte Verfolger wird nicht mehr in die Meisterschaft eingreifen: Yohann Surroca startet bei der RIV mit einem Hyundai i20N. Gut möglich, dass er auf den ganz vorderen Plätzen anzutreffen ist. Gespannt sein darf man auch auf das Abschneiden von Yoann Loeffler. Der Vorjahres-Gesamtzweite geht mit seinem Skoda Fabia Rally2 direkt nach den Top 5 ins Rennen. Und dann ist da auch noch Joël Grand. Der Walliser, der zwischen Rallye und Bergrennen pendelt, gibt bei der RIV mit einem Renault Clio S1600 sein Comeback.
«In der historischen Klasse», der VHC, wird es beim Finale im Wallis voraussichtlich auf ein Duell der beiden schnellsten BMW-M3-Duos hinauslaufen. Vor der RIV führen Edy und Florence Bérard 18 Punkte vor Julien Camandona/Melanie Crettaz. Mit Erwin Keller (im Mitsubishi Galant VR4) und Jérémie Toedtli (auf einem Ford Sierra Cosworth 4x4) sind aber auch zwei weitere heisse Sieganwärter am Start. In der VHRS, der Kategorie, in der es um regelmässiges Fahren geht, sind acht Autos am Start. in der modernen Klasse deren drei.
Die Servicezone und das Hauptquartier der Rallye befinden sich in Martigny. Die Rallye beginnt am Donnerstag, 29. Oktober, mit den administrativen Abnahmen, den technischen Kontrollen, einem Shakedown zwischen Martigny und Chariatte und einer «Super Spécial» am Donnerstagabend. Der Start in den zweiten Tag bestehend aus sieben Prüfungen erfolgt am Freitag, 30. Oktober. Am Samstag werden weitere sechs Prüfungen absolviert. Insgesamt werden bei der «Valais» 183,28 Kilometer zurückgelegt. Damit gilt die Rallye als eine Veranstaltung vom Typ 1.
Mehr Infos zur Rallye du Valais finden sie unter diesem Link.
Termine Schweizer Rallye-Meisterschaft 2026
27./28. März, Critérium Jurassien
28.-30. Mai, Rallye du Chablais
10.-11. Juli, ABGESAGT, Rallye de Bourgogne-Côte Chalonnaise (FRA)
18./19. September, Rally del Ticino
29.-31. Oktober, Rallye International du Valais
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