Am kommenden Wochenende (18./19.) April startet die Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026 mit den 26. ACS Auto-Renntagen in Frauenfeld auf der 3,2 Kilometer langen Strecke in die neue Saison. Die grosse Frage wird sein: Geht Philip Eglis Siegesserie zu Ende?
Seit 2015 hat beim Slalom in Frauenfeld nur noch einer gewonnen: Philip Egli (41). Im Vorjahr sicherte sich der gebürtige Glarner seinen zehnten Tagessieg auf der Allmend (2020 fanden die Auto-Renntage wegen Covid nicht statt, d. Red.). Manch einer mag sich schon gar nicht mehr daran erinnern, wer vor Egli in Frauenfeld erfolgreich war. Wir helfen nach: 2013 gewann Florian Revaz auf einem Tatuus Formel Master, 2014 Martin Bürki auf VW Polo. Es war dies nicht nur der letzte Sieg, bevor die sagenhafte Egli-Dominanz begann. Es war auch das einzige Mal, dass ein Tourenwagenfahrer in der bis dato 25-jährigen Geschichte des Slaloms Frauenfeld den Tagessieg holte.
Zu fürchten hat Egli (unter normalen Umständen) eigentlich nur einen Gegner. Der hat es aber faustdick hinter den Ohren: Lionel Ryter ist dem «Unschlagbaren» im Vorjahr trotz Motorenprobleme bedrohlich nahe gekommen. 0,62 Sekunden fehlten Ryter auf den Seriensieger, der nur zu gerne auch am Sonntag gewinnen möchte. «Frauenfeld ist für mich das Heimrennen», sagt Egli. «Und mit den Erfolgen, die ich da schon gefeiert habe, ist es natürlich ein ganz besonderes Rennen. Logisch will ich gewinnen, wenn ich am Start stehe.» Ob Ryter es verhindern kann? Gegenüber Auto Sport Schweiz verriet der schnelle Walliser: «Eva», so der Spitzname seines Formel Renault 2.0, sei in Topform. «Wir haben diesen Winter an der Federung gearbeitet und sind nun auf die gleichen Stossdämpfer wie die Novas umgestiegen. Nach zwei Testtagen ist die Zuverlässigkeit gegeben, aber an den Einstellungen muss noch gefeilt werden. Das grosse Problem sind derzeit die Reifen. Es sind weder bei Nova (ehemals Avon, d. Red.) noch bei Pirelli neue Reifen verfügbar. Aber für die Slalom-Saison wird es reichen.»
Doch nicht nur Egli vs. Ryter wird am Sonntag für Spannung sorgen. Auch dahinter gibt es einige Anwärter auf einen Platz auf dem «Stockerl». Im Vorjahr war es Antonino Scolaro auf seinem Nova Proto NP03, der das Rennen um Platz 3 machte. Und der Pizzabäcker aus Rapperswil-Jona (SG) zählt auch dieses Jahr zu den absoluten Favoriten. Ein grosses Fragezeichen steht hinter dem Nachwuchs. Die schnellen Junioren Ursanne Salomon (auf dem Ex-Bossy-Formel-3) und Nolan Vuilleumier (auf dem Ex-Darbellay-Formel-Renault) müssen sich zwar noch an ihre neuen Fahrzeuge gewöhnen. Doch warum sollte ihnen in Frauenfeld nicht eine Überraschung gelingen?
Bei den Tourenwagen könnte Matthias Bischofberger aus Wängi (TG) mit seinem Porsche 997 GT3 Cup in Frauenfeld zum dritten Mal in Folge den Sieg an sich reissen. Kantonskollege Christoph Zwahlen aus Pfyn hat seinen Porsche 997 Cup-R auf Vordermann gebracht und darf ebenfalls zu den Favoriten gezählt werden. Um die vorderen Plätze kämpft auch Stephan Burri. Für den Exil-Berner, der seinen VW Scirocco nach einem Unfall im vergangenen Jahr in Les Rangiers wieder aufgebaut hat, ist Frauenfeld zum Heimrennen geworden. Neu setzt der Garagist aus Affeltrangen in diesem Jahr auf Synfuel, also synthetisch hergestellten Sprit. Die Konkurrenz herausfordern dürfte noch ein weiterer Thurgauer: Manuel Santonastaso aus Müllheim Dorf hat mit seinem BMW E21 am vergangenen Wochenende beim Bergrennen Salita del Costo in Italien als Klassenbester geglänzt.
Ein Blick in die Teilnehmerliste verrät aber noch weitere sportliche Attraktionen an den 26. ACS Auto-Renntagen 2026. Der mehrfache Slalom-Champion «Speedmaster» setzt sich endlich wieder in seinen giftgrünen VW Polo. Jannis Jeremias, Schweizer Junioren-Meister 2024, fährt erstmals seinen frisch erworbenen Porsche 911 GT3 Cup. Christian Bralla, 2023 schnellster Tourenwagenpilot, meldet sich mit seinem Fiat X 1/9 in Frauenfeld zurück. Oder: der schnelle Jurassier Arnaud Donzé in seinem VW Golf. Nicht fehlen darf natürlich auch Slalom-Vorjahresmeister Alessandro Grispino auf seinem Renault Clio R3. Allerdings hat der Schwyzer schon vor dem Saisonstart verlauten lassen, dass er dieses Jahr nicht um die Krone kämpfen wird.
Los geht es am Samstag, 18. April, ab 8.30 Uhr mit den ersten Besichtigungsläufen der LOCalen. Später wird dann auch im Suzuki Swiss Racing Cup um Punkte und Pokale gefahren. Der Sonntag gehört den NATionalen Teilnehmern und Teilnehmerinnen mit Trainingsläufen bis 14.20 Uhr. Danach (bis ca. 18.25 Uhr) finden pro Kategorie zwei Rennläufe statt.
Zuschauerinnen und Zuschauer der ACS Auto-Renntage Frauenfeld können ihre Eintrittskarten online über autorenntage.ch erhältlich. Für Erwachsene kostet das Weekend-Ticket 18 Franken, am Samstag sind es 10 Franken und am Sonntag 15 Franken. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben freien Eintritt. Wie in den vergangenen drei Jahren kommen die Fans dank dem Foodtruck-Festival auch kulinarisch nicht zu kurz. Und dann gibt es neben all den Autos auf der Strecke wie jedes Jahr auch noch zahlreiche Young- und Oldtimer rund um das Festzelt zu bewundern.
Termine Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026
18./19. April, Frauenfeld
25. April, Bière 1
26. April, Bière 2
2. Mai, Ambri 1
3. Mai, Ambri 2
16./17. Mai, Bure
20./21. Juni, Chamblon
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