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23.01.2026 Was macht eigentlich Stefano Comini?
Stefano Comini Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Stefano Comini als stolzer TCR-Meister 2015 © TCR International Series

Wie schon bei den letzten Ausgaben veröffentlichen wir an dieser Stelle den einen oder anderen Artikel aus dem vierteljährlich erscheinenden Magazin von ASS. Wir fangen an mit: Was macht eigentlich Stefano Comini?

Wie viele Nachwuchstalente begann Stefano Comini im Kartsport und wechselte 2006 mit 16 in den Automobilsport. Aufgrund der Nähe zu Italien entschied sich der Südtessiner zunächst für die Formel Junior Monza, in der Comini 2007 den dritten Gesamtrang eroberte. Daneben erfolgten erste Einsätze in der Formel Renault, in der er 2008 beim SM-Finale in Monza seinen ersten Sieg feierte.

Richtig Schwung nahm die Karriere im Mégane V6 Eurocup, den er 2010 als Gesamtdritter und 2011 als überlegener Meister abschloss. Ein gut verlaufener GT1-Test mit Nissan in Japan gab ihm Hoffnung für die weitere Zukunft, doch zerschlug sie sich aus politischen Gründen. Nach dieser Enttäuschung verdingte sich Stefano im Renault Clio Cup Italia, den er gewann, und mit wenigen, ebenfalls erfolgreichen Einsätzen im Mégane V6, Lamborghini Super Trofeo und Porsche Cup Italia.

Der Wechsel ins neue Team Target brachte im Clio Cup Bohemia 2013 zwar nicht den erhofften Erfolg, die Südtiroler machten ihm aber das Angebot, im Jahr darauf mit ihnen den Seat Leon Eurocup zu bestreiten. Mit drei Siegen und dem vierten Gesamtrang empfahl sich Comini, mit Target in die neu lancierte TCR International Series einzusteigen – ein Schritt mit ungeahnten Folgen. Am 28. März 2015 gewann der Schweizer im Rahmen des GP Malaysia in Sepang die Weltpremiere der neuen Tourenwagenformel und holte daraufhin auch den Meistertitel. «Ich war der Erste, der mit dem Seat Leon Cup Racer im Eurocup und dann mit demselben Auto ein TCR-Rennen und einen Titel gewann», blickt er mit Stolz auf jene Zeit zurück. Mit Leopard Racing gelang dem Tessiner 2016 auf einem VW Golf die erfolgreiche Titelverteidigung, und im dritten Jahr verpasste er den Vizemeistertitel im Audi RS3 von Comtoyou aus Belgien nur knapp.

Leider klappte es danach weder mit dem Wechsel in die neue FIA WTCR noch in den GT3-Sport. So gründete er sein eigenes Team Race Republic, das aus materiellen und finanziellen Gründen jedoch nur noch wenige Einsätze ohne Erfolge zuliess. Mit der neuen eigenen Struktur verfolgte Comini alsbald ein anderes Ziel. «Als Profi so aufhören zu müssen, war hart. Daher baute ich eine Akademie für junge Rennfahrer auf, denen ich meine Erfahrungen vermitteln konnte. Auch das, was man besser machen sollte, als ich es tat. Denn ich passte mit meiner kritischen und teils impulsiven Art offenbar nicht ins Raster eines Herstellers», gibt er heute zu. Die Pandemie durchkreuzte dann alle Pläne, bevor sie Stefano verwirklichen konnte. Seither arbeitet er primär im Familienbetrieb und bietet sich mit seinen modernen Rennsimulatoren sowie Karts für Events an. Den Helm hat er allerdings noch nicht an den Nagel gehängt. «Ich fahre noch, wenn ich dazu Lust habe oder engagiert werde. Ich bin offen für alles und habe ja bewiesen, dass ich mit jedem Auto sofort schnell sein kann.»

Text: Peter Wyss

Stefano Comini TCR Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Comini gewann u.a. auch das Rennen in Macau © TCR International Series

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