Zwei internationale Titel für Schweizer Rennfahrer an einem Wochenende! Philip Ellis hat in den USA Historisches erreicht: Noch nie hat ein Fahrer drei Mal hintereinander den GTD-Titel gewonnen. Im Sprint-Cup der GTWC sicherte sich Ricardo Feller den Meisterpokal.
Eine Zeit lang sah es nicht danach aus, als ob Philip Ellis seinen IMSA-Titel in der GTD verteidigen könnte. Doch ein fulminanter Endspurt hat dem Zuger am Wochenende den dritten Titel hintereinander beschert. Von den letzten fünf Rennen hat Ellis mit seinem Teamkollegen, dem US-Amerikaner Russell Ward, vier gewonnen. So auch das «Petit Le Mans» in Road Atlanta, bei dem Ellis zusätzlich Unterstützung vom Niederländer Indy Dontje hatte. Mit insgesamt fünf Siegen (darunter auch in Daytona) siegte Ellis bei der Hälfte aller Rennen mit seinem Mercedes AMG GT3 von Winward Racing. «Es war sehr knapp», meinte Ellis nach der Zieldurchfahrt. «Ich hatte in den letzten fünf oder sechs Runden nach dem Neustart Kraftstoff gespart, und das, obwohl die Nummern 9 und 12 hinter uns lagen und etwas mehr Energie hatten als wir, sodass sie etwas mehr Druck machen und auf diese zusätzliche Runde setzen konnten, während wir das nicht konnten. Ich habe meinem Ingenieur über Funk gesagt, dass ich einfach draussen bleiben und hoffen werde, dass es entweder eine Gelbphase gibt oder dass der Sprit bis zum Ende reicht.» Neben Ellis hatte auch Louis Delétraz Grund zum Jubeln. Der Genfer Im Dienste von Cadillac wurde beim letzten Rennen der Saison nochmals Dritter. Für Porsche-Gastfahrer Nico Müller endete das «Petit Le Mans» auf dem neunten Rang.
Ellis war am Wochenende aber nicht der einzige Schweizer, der einen Titel holte: Ricardo Feller sicherte sich beim verregneten Finale der GT World Challenge in Barcelona (ESP) den Titel im Sprint-Cup. Mit einem zweiten Platz im ersten Rennen hat der Aargauer zusammen mit seinem dänischen Teamkollegen Bastian Buus schon am Samstag alles klar gemacht. Der zweite Platz reichte aus, weil sich Chris Lulham im Verstappen-Mercedes #3 drei Minuten vor Schluss im Kampf mit dem Bronze-Sieger rausdrehte. «Wir hatten das Glück auf unserer Seite», meinte Feller nach dem Rennen. «Ich weiss gar nicht, wie wir beim Restart wieder so weit vorne sein konnten. Mit dem Ergebnis können wir uns glücklich schätzen, aber nehmen es natürlich gerne mit.» Am Sonntag – bei deutlich besseren Witterungsverhältnissen – gab es abermals aus Schweizer Sicht Grund zur Freude: Das Duo Vermeulen/Green gewann für Emil Frey Racing das zweite Rennen. Auch für Patric Niederhauser endete die Sprint-Saison mit einem Podestplatz. Der Berner wurde am Samstag hinter Feller Dritter.
Einen Einstand nach Mass feierte der 16-jährige Marlon Bayer bei der Formel-4-Meisterschaft in Saudi-Arabien. Bayer, der vor zwei Jahren noch in der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft fuhr, sicherte sich in beiden Rennen zum F4 Saudi Arabian Championship auf dem Jeddah Corniche Circuit die Pole-Position. Den ersten Lauf beendete er danach auf Rang 3, das zweite Rennen entschied er für sich. Damit stand der Rookie an seinem allerersten Formel-4-Wochenende in beiden Rennen auf dem Podium und führt nach dem Auftaktwochenende sowohl die Meisterschaft als auch die Rookie-Wertung an.
Erneut auf dem Podium stand auch Rally-Ticino-Sieger Kevin Gilardoni. Der 34-Jährige aus dem Misox wurde bei der Super Trofeo Lamborghini in Barcelona Dritter. Lauf 1 musste wegen eines Unwetters gestrichen werden.
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