Am Wochenende gehen wieder einige Schweizer Rennfahrer auf Podestjagd. Die Chancen auf einen Erfolg stehen gut – in Daytona genauso wie beim Formel-E-Auftakt in Saudi-Arabien.
Vor 20 Jahren hat die Schweiz beim 24-Stunden-Rennen in Daytona den letzten Gesamtsieg bejubeln dürfen. Damals gewann Fredy Lienhard eines der legendärsten Rennen weltweit. Einen neuerlichen Gesamtsieg wird es 2022 wohl kaum geben. Denn in der Prototypenklasse sind keine Schweizer am Start. Dafür darf man in der LMP2 auf einen Schweizer Exploit hoffen. Zum ersten Mal teilen sich Nico Müller und Fabio Scherer ein Auto. Zusammen mit zwei dänischen Fahrern gelten sie mit ihrem Team High Class Racing zu den Siegkandidaten. Der vierte Platz im Qualifyingrennen hat das wahre Potenzial des Oreca LMP2 noch nicht ganz aufgedeckt. «Wir haben beim Boxenstopp 20 Sekunden verloren, weil wir einen Reset machen mussten», sagt Scherer. «Aber Auto und Teamkollegen sind schnell.»
Falls Müller/Scherer die Kohlen nicht aus dem Feuer holen, gibt es noch einen dritten Schweizer, der gute Chancen auf den Klassensieg hat: Louis Delétraz. Der Genfer, beinahe Le-Mans-Sieger 2021, braust für Tower Motorsport aus der vierten Startreihe (der LMP2) los.
Siegchancen darf man sich als Schweizer auch in der GTD-Pro-Klasse ausrechnen. Der Lamborghini Huracan von Rolf Ineichen steht nach dem Qualirennen jedenfalls auf der Pole-Position. Ebenfalls bei den Profis am Start: Antonio Garcia (Corvette C8.R GTD) und Alexandre Imperatori (Porsche 911 GT3 R).
Am grössten ist das Startfeld in der «normalen» GTD-Klasse (22 Autos). Die Schweizer Fahnen halten dort Vorjahressieger Philip Ellis (auf der Pole-Position) und Raffaele Marciello (P5, beide auf Mercedes AMG GT3) hoch.
Der Start zur 60. Auflage der 24 Stunden von Daytona erfolgt am Samstag (29. Januar) um 13:40 Uhr Ortszeit (19:40 Uhr MEZ).
Fast 12'000 Kilometer östlich findet am Wochenende (Freitag/Samstag) der erste Doubleheader der Formel E in Dirriyah statt. Auch dort sind zwei Schweizer am Start: Edoardo Mortara (Venturi) und Sébastien Buemi (Nissan). Beide wissen, wie man in der Formel E gewinnt. Buemi war schon einmal Meister, Mortara verpasste den Titel im Vorjahr als Zweiter knapp. Deshalb kommt die Ansage des Genfers auch nicht überraschend: «Ich will Meister werden. Doch der Erfolg hängt nicht allein von mir ab. Sondern auch von anderen Faktoren.» Einer davon könnte der Teamkollege sein. Da steht Mortara in dieser Saison mit dem Brasilianer Lucas di Grassi der erfahrenste Formel-E-Pilot zur Seite.
MySports überträgt die Qualifyings in Saudi-Arabien am 28. Januar und 29. Januar jeweils ab 13.40 Uhr und die spektakulären Nachtrennen ab jeweils 18.00 Uhr live.