Die grossen Gewinner von 7 Laghi heissen Ben Iten (Super Mini), Zoltan Coigny (OK Junior), Dan Allemann (X30) und Paolo Castagnetti (KZ2). Es gab beim zweiten Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft aber auch sonst noch zufriedene Gesichter.
Eine der schönsten Geschichten vom zweiten Lauf der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft in 7 Laghi (ITA) schrieb Michael Müller. Der 26-jährige Routinier hat wie schon beim Auftakt in Franciacorta eine beeindruckende Leistung gezeigt. Diesmal war seine Performance aber noch höher einzustufen. Zwei Tage vor dem Rennen auf der Piste nahe bei Pavia verletzte sich der Glarner bei einem Unfall im Rahmen der IAME Euroseries in Franciacorta am rechten Knie. «Fahren geht», meinte Müller und biss auf die Zähne. «Aber das Ein- und Aussteigen ist echt mühsam und tut richtig weh.» Belohnt hat sich Müller für die Strapazen letztendlich selber. Mit zwei ersten Plätzen in den beiden Vorläufen und Rang 2 im Finale der X30 Challenge Switzerland dürfte der Fahrer aus dem Team Virtus Motorsport mehr als zufrieden sein. Zum ersten Finalsieg 2026 reichte es nicht ganz. Da stand ihm Dan Allemann aus dem Team Spirit Racing vor der Sonne. Allemann hatte aber – im Vergleich zum Auftakt in Franciacorta – deutlich mehr Gegenwehr. Mit den Punkten für die Pole-Position und der schnellsten Rennrunde im Finale holte er beim zweiten Lauf der autobau SKM aber dennoch 69 Punkte und baute seine Führung sogar leicht aus. Müller ist ihm aber dicht auf den Fersen – und beim nächsten Rennen am 31. Mai in Levier (FRA) sicher auch wieder top-fit. Eine starke Leistung bot erneut Allemanns Teamkollege Elias Lehmann mit Platz 3 im Finale. Eine Fünf-Sekunden-Strafe wegen einer Kollision im zweiten Lauf kosteten ihn aber wertvolle Punkte. Die bisher beste Leistung im Rahmen der autobau SKM zeigte die schnellste Dame im Feld – Sofia Duvivier dit Sage. Die Waadtländerin, die für das Karting Team Saeba fährt, landete im ersten Vorlauf auf Rang 4. Eine Spoilerstrafe nach Rang 5 im zweiten Vorlauf warf sie leider auf Platz 12 zurück.
Gleich drei Spirit-Fahrer standen bei den OK Junioren auf dem Podium. Wobei die Stimmung beim Sieger Zoltan Coigny nach dem ersten Lauf alles andere als heiter war. Der schnelle Nachwuchsfahrer vom Genfersee schied im ersten Vorlauf schon nach wenigen Metern aus. Im zweiten Durchgang pflügte er durchs Feld und musste sich nur von Alejandro Campos, der erneut eine sehr starke Darbietung bot, geschlagen geben. Im Finale brauste er dann aus der dritten Startreihe los und gewann am Ende verdient mit der schnellsten Rennrunde und 2,7 Sekunden Vorsprung. Platz 2 ging abermals an Campos, Dritter wurde – zum ersten Mal im Rahmen der autobau SKM – Tyron Jacquet. Für den nach Franciacorta noch mit einem «Grand Slam» in Führung gelegene Aurelio Longhitano endeten die Rennen auf den für ihn enttäuschenden Rängen 3, 4 und 10. Wobei es dafür gleich zwei Erklärungen gab: Zum einen hatte ein neues Chassis noch nicht das gebracht, was man sich erhoffte, zum anderen war Aurelio nach anstrengenden Tagen bei der IAME Euroseries in Franciacorta etwas ausgelaugt… Einen sehr soliden Job machte auch Cyrill Sarkar. Der Fahrer aus dem Team MH Racing beendete das Finale hinter den Top 3 auf Rang 4 – auch für ihn war das das bisher beste Ergebnis im Rahmen der autobau SKM. Pechvogel des Finallaufs war Dilan Roman Fricker. Der Fahrer aus dem Team Swiss Hutless schied auf Rang 3 liegend aus. «Die Kette ist gerissen», meinte er – verständlicherweise bitter enttäuscht.
Noch einen Spirit-Fahrer auf dem obersten Treppchen gab es bei den Jüngsten, den Super Minis. Dort setzte sich Ben Iten erfolgreich gegen seine Teamkollegin Joy Allemann durch. Für Iten war es nach Franciacorta bereits der zweite Finalsieg in der laufenden Saison. Ein Spaziergang war es allerdings nicht. Der junge Zuger musste für seine drei Laufsiege in 7 Laghi auf die Zähne beissen. Bei fast schon sommerlichen Temperaturen und viel Grip auf der Strecke war es ein hartes Stück Arbeit – nicht nur für ihn. Im Finale übernahm Allemann sogar kurz mal die Führung. Am Ende setzte sich Iten dann aber mit einer guten Kartlänge Vorsprung durch. Den angestrebten «Grand Slam» (Pole-Position, drei Laufsiege, und schnellste Rennrunde im Finale) verpasste Iten um 42 Tausendestelsekunden. «Joy hatte hinter mir Windschatten – deshalb war ihre schnellste Rennrunde ein wenig besser», hatte Iten deshalb nach dem Rennen auch gleich die passende Erklärung parat. Rang 3 hinter Allemann sicherte sich Lewis David. Der Fahrer aus dem Team Swiss Hutless machte nicht nur in allen Rennläufen einen soliden Job, er hielt im Finale auch Kimi Prost souverän auf Distanz.
Knapp an einem «Grand Slam» schlitterte auch Paolo Castagnetti in der Kategorie KZ2, den Schaltkarts, vorbei. Der Fahrer aus dem Team Gerber Corse hatte sich schon am Samstag bei den Trainings akribisch auf das Rennen vorbereitet. «In Franciacorta war ich noch nicht ganz auf der Höhe», meinte Castagnetti – frisch aus der «Babypause» zurück. «Aber in 7 Laghi war es viel wärmer und es hatte viel mehr Grip. Das sind Bedingungen, die ich liebe.» Spielverderber in Sachen «Grand Slam» war Kilian Boss. Der ehemalige Young Driver aus dem Team Swizz Evenzz fuhr im Finale eine Runde, die zehn Tausendstelsekunden schneller war als die von Castagnetti und belohnte sich nach einem eher mittelprächtigen Saisonauftakt nun mit den Plätzen 4, 3 und 2. Dritter im Finale wurde Kai Perner. Der Berner war in den Vorläufen noch Zweiter hinter Castagnetti, sammelte mit drei Podestplätzen aber erneut wertvolle Punkte für die Meisterschaft. Auftaktsieger Florian Esteve (DEL motorsports) erwischte kein gutes Wochenende. Nach den Plätzen 5 und 4 in den Vorläufen kam es zwischen ihm und Arnaud Sallin in der ersten Kurve zu einer Kollision. Beide konnten zwar weiterfahren, mussten sich am Ende aber hinten anstellen.
Und so geht es weiter:
31. Mai, Levier (FRA)
12. Juli, Lonato (ITA)
23. August, Cremona (ITA)
10. Oktober, Wohlen
Die Saison ist noch jung, trotzdem zeichnen sich gewisse Tendenzen ab. Zu den «Gejagten» in 7 Laghi, beim zweiten Lauf der autobau SKM, gehören Ben Iten (Super Mini), Aurelio Longhitano (OK Junior), Dan Allemann (X30) und Florian Esteve (KZ2).
Drei Wochen sind seit dem ersten Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft vergangenen. Am kommenden Wochenende steht die zweite Runde auf dem Programm – wieder in Italien, aber diesmal in Castelletto di Branduzzo; in Kartkreisen besser bekannt als 7 Laghi. Wie schon beim Auftakt in Franciacorta sind vier Kategorien am Start. Nicht dabei sind die OK Senioren. Aus Mangel an Teilnehmenden wurde diese Kategorie für 2026 ausgesetzt.
Kein Teilnehmermangel herrscht in der X30 Challenge Switzerland. 29 Fahrer und Fahrerinnen haben sich für den zweiten Lauf in der Kategorie mit IAME-Einheitsmotoren angemeldet. Und an Spannung dürfte es nicht mangeln. Zwar hat Leader Dan Allemann (Spirit Racing) in Franciacorta das Punktemaximum geholt, doch sein Vorsprung in der Gesamtwertung beträgt nur 16 Punkte. Teamkollege Elias Lehmann ist ihm dicht auf den Fersen und wird dem international erfahrenen Allemann auch in 7 Laghi das Leben schwer machen. Ob es reicht, ihn zu schlagen, wird sich zeigen. Lehmann war im Vorjahr in 7 Laghi jedenfalls schon sehr schnell unterwegs. Schnell ist auch ein gutes Stichwort für den grossgewachsenen Michael Müller. Der 26-jährige Routinier im Dienste von Virtus Motorsport hat beim Auftakt in Franciacorta den jungen Nachwuchspiloten mehr als nur Paroli geboten. Gespannt sein darf man auch auf das Abschneiden von Neil Russell (UBIQ) und Alexis Genolet (LKM Racing). Beide sind in Franciacorta gut in die neue Saison gestartet, beide waren mit ihrem Abschneiden aber nicht zu 100 Prozent glücklich. Einen «Neuanfang» macht Nicola Matteo Frigg. Der junge Zürcher, 2024 Meister bei den Super Minis und im Vorjahr Zweiter bei den Junioren, hat als X30-Rookie von UBIQ zu MH Racing gewechselt.
Wie Allemann ist auch Aurelio Longhitano bei den OK Junioren mit dem Punktemaximum in die neue Saison gestartet. Und der Spirit-Pilot wird auch in 7 Laghi alles daran setzen, diesen Vorsprung weiter auszubauen. Einfach wird ihm diese Aufgabe aber nicht gemacht. Teamintern hat er mit Alejandro Campos, Aaron Buhofer und Zoltan Coigny gleich drei starke Konkurrenten. Vor allem Letzterer wird alles daran setzen, den Nuller, den er im Finale von Franciacorta kassierte, vergessen zu machen. Vom Speed her ist Coigny auf jeden Fall in der Lage, das Tempo von Longhitano mitzugehen. Aber Longhitano muss nicht nur auf die teaminterne Konkurrenz achten. Mit Dilan Roman Fricker aus dem Team Swiss Hutless ist ein Fahrer dabei, der in Franciacorta einen sehr starken Eindruck hinterliess und im Finale Platz 3 belegte. Und auch Jamie Ehrat (seit Franciacorta neu bei MH Racing) hat am ersten Rennwochenende einen soliden Job gemacht. Von den Top 8 vom ersten Rennen fehlt in 7 Laghi lediglich einer: Elia Nützi aus dem Team KartBox.ch.
Bei den 8- bis 12-Jährigen, den Super Minis, ist das Feld in 7 Laghi überschaubar. Nichtsdestotrotz dürfte der Kampf um die Top-Plätze wie schon in Franciacorta sehr spannend ausfallen. Leader Ben Iten aus dem Team Spirit Racing hat mit Lorik Shahinaj (11 Punkte hinter dem Führenden) und seinen beiden Teamkollegen Kimi Prost (14 Punkte zurück) und Joy Allemann (17 Punkte zurück) drei starke Gegner respektive Gegnerinnen. Die Rennen in Franciacorta haben das zumindest eindrucksvoll bewiesen. Iten gewann im Finale erst dank einem beherzten Überholmanöver in der letzten Kurve. Es wird also spannend werden – vor allem, weil die Strecke in 7 Laghi physisch sehr viel von diesen jungen Nachwuchstalenten abverlangt.
Ein gutes Dutzend Fahrer hat sich bei den Schaltkarts, der Kategorie KZ2, eingeschrieben. Nimmt man den Zwischenstand nach Franciacorta als Gradmesser gilt Florian Esteve (DEL motorsports) als Favorit. Ganz so eindeutig dürfte die Angelegenheit aber nicht sein. Privatbewerber Bastien Liénard hat beim Auftakt mit zwei zweiten Plätzen eine sehr solide Darbietung geboten. Und selbstverständlich muss man auch Kilian Boss (SWIZZ EVENZZ) auf der Agenda haben. Der ehemalige ASS-Young-Driver war in Franciacorta im Finale der Schnellste, bekam wegen eines Frühstarts aber eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt. Auch Paolo Castagnetti hat in Franciacorta noch nicht sein ganzes Potenzial ausgeschöpft. Der Neo-Papa gehört in 7 Laghi ebenfalls zu den Sieganwärtern – genauso wie der Berner Kai Perner, im Vorjahr Meisterschaftszweiter bei den Schaltkarts.
Zur Strecke: 7 Laghi ist bei Fahrern und Teams als Renn- und Teststrecke beliebt, liegt sie doch nur knapp 100 Kilometer südlich von Chiasso. Ganz so schnell und ganz so lang wie Franciacorta ist die Strecke in 7 Laghi nicht. 1256 Meter misst der Rundkurs, der an einem künstlich angelegten See liegt. Die besten Überholmöglichkeiten bieten sich im Infield in den engen Haarnadelkurven 9 und 10. Eine besondere Herausforderung sind die schnellen Rechtskurven im Anschluss an die Zielgerade. Dort kommt es vor allem nach dem Start oft zu harten Positionskämpfen. 7 Laghi ist das Rennen in Italien, das schon am längsten zur Kart-SM zählt. Seit 2015 wird in der Nähe von Pavia gefahren.
Weitere Informationen zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft finden Sie auf https://motorsport.ch/de/kartsport. Um Zeitnahme und Livetiming kümmert sich in 7 Laghi www.savoiechrono.com
Zeitplan
Samstag, 18. April
09.00-17.30 Uhr, Freies Training gemäss Zeitplan Streckenbetreiber
Sonntag, 19. April
09.04-09.56 Uhr, Offizielles Training (10 min pro Kategorie)
10.00-10.36 Uhr, Zeittraining à 6 Minuten pro Kategorie
10.45-12.05 Uhr, Rennen 1
12.05-13.15 Uhr, Mittagspause
13.25-14.45 Uhr, Rennen 2
14.45-16.25 Uhr, Finalläufe
ca. 17.00 Uhr, Siegerehrung (alle Kategorien)
Termine autobau Schweizer Kart-Meisterschaft 2026
29. März, Franciacorta (ITA)
19. April, 7 Laghi (ITA)
31. Mai, Levier (FRA)
12. Juli, Lonato (ITA)
23. August, Cremona (ITA)
10. Oktober, Wohlen
Korrektur Technisches Reglement, Art. 10.16 (Mini)
Das Komitee Karting hat an seiner Sitzung vom 01. April 2026 folgende Änderung des Artikels 10.16, Technisches Reglement, Getriebe «Mini», beschlossen:
10.16 Getriebe
In der Gruppe 3 müssen alle Ketten und Ritzel vom Typ 219 sein.
Das an der Hinterachse befestigte Kettenrad darf zum Schutz der Kette mit Scheiben abgedeckt werden. Diese dürfen aus Kunststoff oder Verbundwerkstoff bestehen.
Mini Kupplungsritzel 10 oder 11 Zähne / Ritzel der Hinterradwelle ist frei
MiniXS Kupplungsritzel 10 oder 11 Zähne / Ritzel der Hinterradwelle ist frei
Allgemeine ASS-Bestimmungen
10.16.a In der Mini-Kategorie ein Ritzel mit 9 Zähnen verwendet werden, sofern deren Montage dem HB entspricht. Die Anzahl der Zähne der Hinterradwellenkrone ist frei wählbar.
Diese Änderung erfolgt unter dem Vorbehalt der endgültigen Anerkennung durch die Nationale Sportkommission (NSK).
Am Sonntag, 19. April, findet in 7 Laghi/Pavia (ITA) der zweite Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft 2026 statt. Wer sich noch nicht angemeldet hat, kann dies noch bis Sonntag, 12. April (24 Uhr), unter https://www.go4race.ch/ nachholen. Wir freuen uns auf Ihre/eure Teilnahme und wünschen allen Teilnehmenden schon jetzt viel Erfolg!
Bei Fragen oder Unklarheiten stehen wir gerne zur Verfügung (info@motorsport.ch oder Tel. 031 979 11 11). Infos zur Strecke gibt es unter diesem Link.
Schweizer Kart-Erfolge in internationalen Rennserien sind längst nicht mehr aussergewöhnlich. So auch bei der IAME Series Italy in Franciacorta.
Gleich drei Schweizer haben es am Wochenende bei der IAME Series Italy in Franciacorta aufs Podium geschafft. Zwei davon durften sich gar als Sieger feiern lassen. In der Kategorie X30 Mini setzte sich Kimi Prost (10) erfolgreich im Finale durch. Der Enkel des viermaligen Formel-1-Weltmeisters Alain Prost, der in der Woche zuvor auch in der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft für Spirit fuhr, übernahm die Führung in der letzten Runde und feierte so seinen ersten Sieg. Etwas weniger Glück hatte Ben Iten (ebenfalls Spirit). Nach Rang 2 im ersten Vorlauf musste sich der Zuger im Finale mit Rang 6 begnügen – und das obwohl er kurz in Führung lag.
Noch erfolgreicher als bei den Minis war man in der Kategorie S125 Junior. Dort gab es aus Schweizer Sicht gleich einen Doppelsieg zu feiern. Auch dort stammte der Sieger Zoltan Coigny aus dem Team Spirit Racing. Platz 2 ging an Elia Nützi aus der Mannschaft von KartBox.ch. Nützi hatte in den Vorläufen mit den Plätzen 5 und 1 die Nase knapp vorne. Im Finale duellierte er sich rundenlang mit Coigny, ehe der junge Mann vom Genfersee im letzten Umlauf dann die Führung übernahm. Mit Laurent Shahinaj als Achter klassierte sich ein weiterer Schweizer in den Top 10.
Bei den Senioren war Julian Brupbacher, 2025 noch Schweizer Kart-Meister bei den X30ern, als Zwölfter der beste Schweizer.
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