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19.10.2026 Bongo Hill Climb Monsters: Starke Schweizer in Kroatien
Merli Faustini Bongo 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Merli und Faustini: die beiden Schnellsten in Skardin © Wyss

Für Reto Meisel endete die europäische Bergrennsaison mit einem weiteren grossen Sieg beim Bongo Hill Climb Monsters in Kroatien. Auch Robin Faustini und Andreas Helm setzten sich bestens in Szene.

Das zum sechsten Mal seit 2021 veranstaltete Bongo Hill Climb Monsters in Skradin richtet sich vor allem an leistungsstarke Fahrzeuge, die in acht verschiedene Gruppen eingeteilt wurden. Unter 250 PS geht nichts, eine FIA-Wagenpass ist nicht vorgeschrieben, weshalb auch Rennfahrzeuge nach offenen Reglementen mit bis zu 1200 PS am Start erlaubt und erwünscht sind.

Trotzdem triumphierten am Ende bestbekannte Namen aus der Europa-Bergmeisterschaft, allen voran Reto Meisel und Christian Merli. Der diesjährige Gruppe-1-Europameister aus Leuggern erzielte in beiden Rennläufen einen mit 1000 Euro extra prämierten Streckenrekord für Tourenwagen. Auch im abschliessenden Shoot Out der zehn schnellsten Monster-Tourenwagen war der zweifache Schweizermeister mit seinem Mercedes SLK340 Judd V8 nochmals der Schnellste. «Ich habe nicht einmal attackiert, aber neue Reifen montiert. Dieses Auto ist mir halt an den Hintern gewachsen», drückte sich Meisel salopp aus. Die Plätze 2 und 3 bei den Tourenwagen gingen an die Bulgaren Vasko Vajarov auf Opel Astra und Niki Zlatkov auf Audi Quattro S1 Pikes Peak, beide mit über 800 PS und Allradantrieb.

Den Tagessieg auf der 3387 Meter langen Rennstrecke Skradins am Rande des bekannten Krka-Nationalparks (zwischen Zadar und Split) machten Christian Merli im Nova Proto NP01 mit Cosworth-Motor von Heini Mader und Robin Faustini im bewährten NP01 mit Emap-Turbomotor unter sich aus. Im ersten Heat war der Schweizer noch um 18 Hundertstel schneller, im zweiten Sprint konnte er wegen eines Problems mit dem Motor-Mapping nicht mehr voll aufdrehen. 

Der nach einer dreimonatigen Dopingsperre zurückkehrte Italiener fuhr hingegen Tagesbestzeit und holte sich so mit einer Sekunde Vorsprung den Gesamtsieg vor dem Schweizer. Gesamtdritter wurde der auch in der Schweiz bekannte Italiener Fausto Bormolini im Reynard-Cosworth vor den beiden Osella FA30 des neuen Deutschen Bergmeistera Benjamin Noll und des Luxemburger Meisters Tommy Rollinger. Nach Problemen an seinem OsellaPA30 verzichtete Faustinis Papa Simon Hugentobler auf den Start. 

Andreas Helm Bongo 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Drittschnellster bei den «Kleinsten»: Andreas Helm im VW Polo © Wyss

«So nahe an Merli dran gewesen zu sein, empfinde ich nicht als Niederlage. Denn ohne das Problem im zweiten Lauf hätte ich ihn heute schlagen können. Hauptsache, alles blieb ganz», bilanzierte Faustini seinen letzten Saisonauftritt. Vielleicht war es auch der letzte mit dem Meisterauto, das zum Verkauf steht und bald einen neuen Besitzer finden könnte. Wie es mit Faustini danach weitergeht, steht noch in den Sternen. Sein Wunschziel ist die Teilnahme an der Europameisterschaft mit einem neuen Auto nach FIA-Standard.

Als dritter Schweizer stieg Andreas Helm aufs Podium – und dies mit dem leistungsschwächsten Auto in der Gruppe der Tourenwagen mit 250 bis 320 PS und ohne Allrad oder Turbo. Helms VW Polo erreichte die Mindestleistung offiziell zwar nicht ganz, trotzdem teilten ihn die Organisatoren im Laufe der Veranstaltung von den Vorfahrern ins Rennfeld um. Nur der Österreicher Tobias Santer im 304 PS starken VW Golf 1 und ein Bulgare in einem Honda waren schneller als Helm, der mit dem Auto auch in der Schweiz mehrere neue 1400er-Klassenrekorde setzte.

Obwohl er sich mit dem vierten Rang deutlich hinter Helm begnügen musste, war «Speedmaster» beim einzigen diesjährigen Bergeinsatz mit dem VW MB Polo durchaus zufrieden. Dies durfte auch Corsin Rietiker sein, der in Meisels Gruppe zum fünften Rang hinter zwei Porsche GT3 aus Österreich und einem infernalischen Lada-Turbo aus Kroatien fuhr. Rietikers selbstentwickelter BMW M3 mit V10-Motor war dem Veranstalter eine Einladung wertgewesen. Zu den stärksten Monstern zählten der Mitsubishi Dementor des norwegischen Time-Attack-Champions Pettersen und der Renault Clio mit 1200 PS des Slowenen Grudnik, die aber beide technische Probleme bekundeten.

Text: Peter Wyss

Reto Meisel Bongo 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Reto Meisel: Und noch ein Sieg zum Saisonabschluss © Wyss

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