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01.06.2026 Rallye du Chablais: Hattrick für Coppens/Roux
Coppens Christophe Cornevaux Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Coppens/Roux auf dem Sprung zum SM-Sieg bei der «Chablais» © Cornevaux

Mike Coppens/Christophe Roux feierten bei der Rallye du Chablais (hinter Gesamtsieger Grégoire Munster aus Belgien) ihren dritten SM-Sieg in Folge. Mit Florian Gonon als erster Verfolger hat sich bei der «Chablais» wieder einmal gezeigt: Erfahrung ist in dieser Disziplin Gold wert! 

An ihm führte bei der diesjährigen Rallye du Chablais kein Weg vorbei: Grégoire Munster feierte bei der 22. Ausgabe einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Der Belgier mit luxemburgischer Lizenz führte bei der «Chablais» von der ersten bis zur letzten Prüfung. 13 von 15 Bestzeiten gingen auf das Konto des WRC-erprobten Hyundai-Piloten. Nur in WP2 (Panex) und WP12 (Portes du Soleil) musste sich Munster mit Rang 2 begnügen. Am Ende hatte er mit seinem Co-Piloten Maxime Andernack ein Polster von 38 Sekunden herausgefahren. Und sorgte damit für den ersten Hyundai-Sieg bei der «Chablais».

Das beste Schweizer Team war einmal mehr Mike Coppens und Christophe Roux auf ihrem Skoda Fabia RS Rally2 vom Team Balbosca. Die amtierenden Schweizer Meister hielten erstaunlich gut mit Rallye-Profi Munster mit, obschon sie ihre letzte Rallye im Oktober 2025 bestritten haben. Zum Vergleich: Munster hat dieses Jahr schon vier Rallyes bestritten – darunter die Rallye Monte Carlo. Nur auf der 18 Kilometer langen Prüfung von Collombey nach Muraz hatten Coppens/Roux mehr als fünf Sekunden auf Munster verloren. In allen anderen Prüfungen liessen sich die Walliser nie mehr als 4,6 Sekunden abschütteln. Der 47-jährige Coppens feierte damit seinen dritten SM-Sieg bei der «Chablais» in Folge. Dass ihm hintereinander die ausser Konkurrenz fahrenden Sébastien Loeb (2025) und Grégoire Munster (in diesem Jahr) vor der Sonne standen, stört ihn wenig bis gar nicht. «Wenn man so lange wie ich nicht mehr im Rallye-Auto sass, dann ist es am Ende einer solch anspruchsvollen Rallye wie die Chablais schon eine Befriedigung, wenn man pro Kilometer nur 0,2 Sekunden auf einen Fahrer wie Grégoire Munster verliert», sagt Coppens. «Gleichzeitig ist es natürlich auch schön, die Rallye – was die Schweizer Wertung betrifft – zum dritten Mal hintereinander gewonnen zu haben.» Wie es für Coppens weitergeht, ist noch offen. Eine Teilnahme bei der nächsten SM-Rallye, der Rallye de Bourgogne, hängt von den finanziellen Möglichkeiten ab. 

Gonon Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Florian Gonon stand erstmals seit Langem wieder auf dem Podest © Eichenberger

Hinter dem zweimaligen Schweizer Rallye-Meister kämpften Florian Gonon (mit Beifahrer Frédéric Hugon) sowie Nicolas Lathion (mit Co-Pilotin Morgane Apothéloz) verbissen um Rang 3. Am Freitagabend – nach neun von 15 Prüfungen – lag Gonon im Duell der beiden Walliser Skoda-Piloten knappe 3,1 Sekunden vor Lathion. Im Ziel waren es dann 7,7 Sekunden. Für den im März 50 Jahre alt gewordenen Gonon war es der erste SM-Podestplatz seit der Rallye du Valais 2015. Und das 17 Jahre nach seinem ersten Sieg bei der Rallye du Chablais 2009! Auch hier hat sich gezeigt: Erfahrung ist im Rallyesport ein wesentlicher Bestandteil für den Erfolg. «Man hat sicher in gewissen Situation etwas die Ruhe weg», sagt Gonon. «Aber die Jungen rücken nach und geben ordentlich Gas. Man muss also auf der Hut sein. Aber es freut mich natürlich, dass es diesmal für ein Podium geklappt hat – ganz speziell auch für meinen Co-Piloten Frédéric!»

Hinter Gonon und Lathion sicherte sich Yoan Loeffler (mit Beifahrer Aurélien Chiapello) den fünften Rang. Der Rückstand des Gesamtzeiten der letztjährigen Meisterschaft betrug im Ziel bereits 3:18 min. Abgerundet wurde die Top 10 durch Pascal Perroud/Charlène Greppin (6., Skoda Fabia), Gwen Lagrue/Romain Blondeau-Toiny (7., Citroën C3), Joël Rappaz/Gaëtan Aubry (8., Alpine A110 RGT+), Jérémie Toedtli/Alexandre Chioso (9., Skoda Fabia) und Ismaël Vuistiner/Florine Kummer (10., Skoda Fabia). Von diesen Teams hätte vor allem jenes von Toedtli weiter vorne stehen können. Bei einer Reifenpanne in der fünften WP verlor der Neuenburger allerdings mehr als vier Minuten. Zu diesem Zeitpunkt war einer Podiumsanwärter bereits weit zurückgebunden: Thibault Maret erwischte auf der vierten Prüfung einen Bordstein und konnte am zweiten Tag nur dank dem Super-Rallye-Reglement nochmals starten. Dieses erlaubt einem Team nach einem Unfall oder technischen Ausfall am nächsten Tag wieder ins Rennen einzusteigen.

Toedtli Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Jérémie Toedtli auf langsamer Fahrt nach einem Reifenschaden © Eichenberger

Bestes Team bei den «Kleinen» war Yohan Surroca/Pierre Blot. Der 24-jährige Walliser war bei seinem zweiten Einsatz im Lancia Ypsilon klar der schnellste Rally4-Pilot und stand am Ende auch in der Schweizer Rallye-Pokal-Wertung ganz oben – gefolgt von Cédric Moulin (Renault Clio Rally4) und Michaël Esteves (Opel Corsa Rally4).

In der historischen Klasse, der VHC, setzten sich mit dem französischen Duo François Delecour/Fabrice Gordon erwartungsgemäss die Routiniers durch. Der in der FIA-Europameisterschaft für historische Fahrzeuge gemeldete Delecour war nur in einer Prüfung nicht der Klassenprimus, verzückte das Publikum aber mit den Klängen seines Peugeot 308 Maxi. Mit einem Rückstand von etwas mehr als drei Minuten sicherten sich Julien Camandona/Mélanie Crettaz (auf BMW M3 E30) den zweiten Gesamtrang und den Sieg in der Schweizer Wertung. Dahinter kamen die Markenkollegen Eddy Bérard/Florence Bérard und Nicolas Jolidon/Eric von Känel ins Ziel. Erwin Keller, Auftaktsieger beim Critérium Jurassien, schied nach einem mechanischen Defekt an seinem Mitsubishi Galant in der zehnten WP aus. 

In der Gleichmässigkeitswertung VHRS ging der Gesamtsieg an Viglino/Dupraz (Citroën Saxo 16V). In der Kategorie VMRS für moderne Fahrzeuge stand der Alpine A 110 mit Reymond/Venturelli ganz oben auf dem Podium.

Weitere Informationen zur Rallye du Chablais 2026 gibt es unter diesem Link.

Und so geht es weiter:
10.-11. Juli, Rallye de Bourgogne-Côte Chalonnaise (FRA)
18./19. September, Rally del Ticino
29.-31. Oktober, Rallye International du Valais

Camandona Jean Baptiste Cornevaux Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Die CH-Sieger der VHC: Julien Camandoan/Mélanie Crettaz © Cornevaux

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