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13.08.2026 Vorschau Les Rangiers: Ein neuer Streckenrekord zum 100. Geburtstag?
Faustini Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Faustini jagt in Les Rangiers den Streckenrekord von Merli © Eichenberger

Es ist der Klassiker im Schweizer Rennkalender: Am Wochenende findet das zur Europa-Meisterschaft zählende Bergrennen Saint-Ursanne – Les Rangiers zum 81. Mal statt. Der Anlass selber hat in diesem Jahr bereits seinen 100. Geburtstag gefeiert. 

Den 100. Geburtstag hat man im Jura schon am Pfingstwochenende gefeiert. Zum Memorial auf der Orignalstrecke von Develier nach Les Rangiers erschienen damals zahlreiche Fahrer und Fans. Am kommenden Wochenende steht nun das «richtige» Rennen auf dem Programm. Es ist insgesamt die 81. Ausgabe; elf davon fanden auf der Originalstrecke statt, 1955 verlegte man den Start nach Saint-Ursanne. Seit 1957 ist der Klassiker Teil der Europa-Meisterschaft.

Spannend wird die 81. Ausgabe auf jeden Fall. Vorjahressieger Robin Faustini hat 2025 mit seinem Nova-Emap NP01 in 1:40,589 min eine Zeit vorgelegt, die eigentlich nur einer – er selber – unterbieten kann. «Zum absoluten Rekord von Merli fehlten mir im Vorjahr 1,3 Sekunden», sagt der Leader der Schweizer Berg-Meisterschaft. «Und es muss schon sehr viel passen, damit diese Spitzenzeit von 2022 fällt. Wir werden es mit einem anderen Set-Up probieren. Aber ich garantiere für nichts. Und es ist auch denkbar, dass wir am Samstagabend wieder umbauen.» Die Probleme, die bei Faustini in Anzère im Bereich Ansaugtrakt aufgetreten sind, hat man übrigens auf dem Prüfstand aussortiert. «Ich hoffe, dass wir wieder volle Leistung haben.» Der grösste Herausforderer Faustinis, wenn es um die Bestzeit geht, kommt vermutlich aus dem EM-Lager. Der Franzose Kevin Petit (ebenfalls auf Nova Proto unterwegs) hat im Vorjahr mit einer tiefen 1:42er-Zeit geglänzt. Ein Auge sollte man aber auch auf den schnellen Franzosen Maxime Dojat im Nova NP01 werfen. Er gibt im SM-Feld sein Les-Rangiers-Debüt.

Steiner Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Marcel Steiner hat seine Teilnahme kurzfristig abgesagt © Eichenberger

Mit 1:43,225 min war auch Marcel Steiner im Vorjahr schnell unterwegs. Leider hat der von Helftec-Power befeuerte Nova-Proto-Pilot gestern Mittwoch seine Teilnahme am Bergrennen in Les Rangiers kurzfristig zurückgezogen. «Aufgrund der technischen Probleme und deren Auswirkungen beim Osnabrücker Bergrennen am vergangenen Wochenende ist es mir leider nicht möglich, in Saint-Ursanne an den Start zu gehen. Trotz aller Bemühungen bekommen wir das Fahrzeug in der Kürze der Zeit nicht rechtzeitig wieder einsatzbereit. Die Entscheidung fällt mir nicht leicht, da ich mich sehr auf das Rennen gefreut habe.» 

Die weiteren Hoffnungen aus Schweizer Sicht ruhen damit auf Joël Volluz (im Norma-Judd) und den beiden 2-Liter-Piloten Victor Darbellay (Nova-Hartley/Emap) und Michel Zemp (Norma-Helftec). Letzterer liess im Vorjahr mit seinem schwächer motorisierten Prototypen schon einmal aufhorchen. Seine Les-Rangiers-Bestzeit von 1:45,480 min war definitiv nicht von schlechten Eltern…

Und dann sind da auch noch die schnellen «Europäer» Petr Trnka aus Tschechien und Joseba Iraola Lanzagorta aus Spanien am Start. Auch sie sitzen in einem Nova Proto – und auch sie wissen, wie man in Les Rangiers möglichst schnell von A nach B kommt. 

Meisel Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Reto Meisel hofft auf genug Gegner in Les Rangiers © Eichenberger

Bleiben wir bei der EM, wechseln aber zu den Autos mit Dach. Für alle Fans von Reto Meisel ist Les Rangiers ein Pflichttermin. Nicht nur, weil der Aargauer mit seinem Mercedes SLK 340 in der EM-Gesamtwertung vorne liegt – nein, es ist auch Meisels einziger Auftritt in der Schweiz. Ob er die Führung in der EM im Jura verteidigen kann, hängt vom Abschneiden des Kroaten Matija Jurišić ab. Der Pilot eines Peugeot-TCR liegt drei Rennen vor Saisonende nur vier Punkte hinter Meisel in der Gesamtwertung. Und Letzterer könnte in Les Rangiers zu wenig Gegner haben. Zwar hat sich Roger Schnellmann mit seinem Mitsubishi Evo VIII eingeschrieben. Die Teilnahme von Ronnie Bratschi (fährt unter tschechischer Lizenz) ist nach seinem Turboladerschaden beim EM-Lauf in Polen aber nicht garantiert.

Schnellster Tourenwagenfahrer der Schweizer Meisterschaft war vor einem Jahr Christoph Zwahlen auf seinem Porsche 911 GT3. Der Ostschweizer fuhr in 2:07,640 min Bestzeit und war in der Addition der beiden Rennläufe zwei Sekunden schneller als der spätere Tourenwagenmeister Danny Krieg. Der hat seinen VW Golf Rally inzwischen ja an Ludovic Monnier verkauft. Und dieser ist im Begriff, die Zeiten von Krieg erfolgreich zu attackieren. In Reitnau war er in der Addition der beiden Läufe etwas mehr als eine Sekunde schneller als der Vorbesitzer, in Anzère waren es zwei Sekunden. Auf dem Tourenwagen-Radar sollte man am Wochenende aber auch Sébastien Coquoz (Opel Kadett) und «Speedmaster» haben. Letzterer hat sich für Les Rangiers in der IS über 3,5 Liter mit einem Porsche 911 GT3 eingeschrieben. Beide, Coquoz und «Speedmaster» sind 2025 unter 2:10 min gefahren. Diese Schallmauer hat auch Ruedi Fuhrer auf dem Schirm. Der Honda-CRX-Pilot war im vergangenen Jahr in 2:10,704 min sehr zügig unterwegs.

Coquoz Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Einer, der weiss, wo's langgeht: Sébastien Coquoz © Eichenberger

Zur Strecke: Die Strecke von St-Ursanne nach Les Rangiers ist mit 5,180 Kilometern die längste im Schweizer Rennkalender. Die Fahrer müssen eine Höhendifferenz von 350 Metern zurücklegen. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigung von 6,8 Prozent. Der absolute Streckenrekord hält der Südtiroler Christian Merli in 1:39,201 min (= 187,983 km/h) aus dem Jahr 2022. Die schnellste je gefahrene Tourenwagenzeit erzielte Ronnie Bratschi im Vorjahr in 1:53,522 min. Den E1-Rekord hält Reto Meisel in 1:55,03 min aus dem Jahr 2022. Rekordsieger beim Bergrennen Saint-Ursanne – Les Rangiers ist Simone Faggioli mit neun Gesamtsiegen – vor Fredy Amweg (7), Marcel Tarres (6), Lionel Régal (5) und Jo Siffert (4). Von den aktuell am Start stehenden Schweizer Piloten sind Roland Bossy und Marcel Steiner mit je zwei Siegen die erfolgreichsten Teilnehmer.

Los geht es in St-Ursanne am Samstag, 15. August, ab 7.00 Uhr mit den ersten Trainings. Insgesamt sind drei Trainingsläufe geplant; der letzte startet um 15.30 Uhr. Am Sonntag stehen zwei Läufe (ab 7.00 Uhr) auf dem Programm. Die beiden Laufzeiten werden am Ende addiert. Das Ticket kostet am Samstag 20.- Franken, am Sonntag 25.- Franken. Eine Weekend-Eintrittskarte gibt es für 30.- Franken. Unter 16 Jahren ist der Eintritt frei. TCS-Mitglieder haben bei Vorlage ihrer Mitgliedskarte Anspruch auf Wochenendeintritt für 10.- Franken.

Mehr über das Bergrennen von Saint-Ursanne nach Les Rangiers erfahren Sie unter https://rangiers.ch

Termine Schweizer Berg-Meisterschaft 2026
6./7. Juni, Hemberg*
13./14. Juni, La Roche – La Berra*
28. Juni, Reitnau
25./26. Juli, Ayent – Anzère*
14.-16. August, Saint-Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau*
12./13. September, Gurnigel
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots

*zählen zur Schweizer Junior-Meisterschaft

Fuhrer Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Gibt mit 70 Jahren richtig Vollgas: Ruedi Fuhrer © Eichenberger

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