Was für ein Weekend für die Schweizer Rennfahrer! Drei Siege in drei international hoch angesehenen Meisterschaften – Gratulation an Nico Müller, Ricardo Feller und Grégoire Saucy.
Die Schweiz ist ein kleines Land. Und in Sachen Motorsport sind wir nicht mit Frankreich, Grossbritannien oder Deutschland zu vergleichen. Was unsere Schweizer Rennfahrer Wochenende für Wochenende in internationalen Rennserien abliefern, verdient jedoch Respekt! Am vergangenen Weekend gab es gleich drei Schweizer Siege zu feiern. Einer davon durfte Nico Müller feiern. Im 69. Anlauf gewann der Berner sein erstes Formel-E-Rennen. «Ich bin unglaublich erleichtert und extrem dankbar für diesen Sieg. So richtig begriffen habe ich das Ganze noch nicht – gerade an so einem besonderen Wochenende. Hier in Berlin möchte man die Fans stolz machen und auch die Geschichte der ‹Pink-Pig-Livery› weiterschreiben. Dass uns das heute auf diese Weise gelungen ist, macht mich sehr stolz.»
Auf dem Gelände des früheren Flughafens Tempelhof startete Müller von Platz 6 in das 39 Runden lange Pit-Boost-Rennen. Nach seinem Pflichtboxenstopp nutzte er seinen Energievorteil gegenüber den Konkurrenten, aktivierte als Erster seinen Attack Mode, übernahm die Führung und setzte sich in der Folge ab. Im Ziel betrug sein Vorsprung knapp fünf Sekunden. Im zweiten Rennen landete Müller nach einer Kollision im Kampf um Platz 5 auf dem 13. Rang. Auch die beiden anderen Schweizer punkteten in Berlin. Edoardo Mortara belegte die Plätze 4 und 7 und führte das Gesamtklassement nach dem ersten Rennen sogar an. Sébastien Buemi wurde im ersten Rennen Zwölfter, im zweiten Durchgang Vierter. Alle drei Schweizer liegen in der Gesamtwertung in den Top 10. Weiter geht’s mit der Formel-E-WM am 16./17. Mai mit einem Doubleheader in Monaco.
Für ein weiteres Highlight aus Schweizer Sicht sorgte Grégoire Saucy in der ELMS. Der Jurassier hatte mit seinem Team United Autosports bereits beim Saisonauftakt in Barcelona mit Rang 3 auf sich aufmerksam gemacht. Beim zweiten Rennen in Le Castellet lief es noch besser. Saucy sicherte sich nicht nur den Gesamtsieg in der LMP2, dank dem Punktemaximum in Südfrankreich liegt der ehemalige Formel-3-Pilot nun auch in der Meisterschaft nach zwei von sechs Rennen ganz vorne. Und das trotz eines Drehers seines Teamkollegen Ben Hanley in der Schlussphase des Rennens. Ebenfalls top: das Team Kessel Racing. Die Tessiner gewannen mit der #57 das Rennen der LMGT3.
Der dritte Schweizer Sieger am Wochenende war Ricardo Feller. Der Porsche-Pilot aus dem Team Lionspeed GP war schon im ersten Rennen der GT World Challenge in Brands Hatch flott unterwegs. Ein Lenkungsproblem nach dem Boxenstopp zwang das Team aber leider zur Aufgabe. Im zweiten Rennen liess Feller und sein Teamkollege, der Däne Bastian Buus, nichts anbrennen. Souverän gewann das Duo den zweiten Lauf zur diesjährigen Sprint-Meisterschaft. Der beste Ferrari von Emil Frey Racing landete auf Platz 5. «Wir haben das Team in zwei Jahren aufgebaut und sind dieses Jahr neu in die Pro-Klasse eingestiegen», verrät Feller. «Dass wir gleich am ersten Rennwochenende zwei Mal auf der Pole stehen und das zweite Rennen nach viel Pech im ersten Lauf gewinnen, ist natürlich grossartig.»
Nicht ganz so erfolgreich verlief es unseren Schweizer Kollegen in den USA. Beim IMSA-Rennen in Laguna Seca wurde Cadillac-Werkspilot Louis Delétraz Zehnter. Philip Ellis beendete das Rennen, das ganz im Zeichen des am Samstag verstorbenen Italieners Alex Zanardi stand, auf Rang 5.
Zum Kartsport: Auch hier gab es am Wochenende zwei Erfolgsmeldungen. Zoltan Coigny sicherte sich bei der IAME Italy in Lonato die Pole-Position und beide Siege in den Vorläufen. Weil jedoch eine Schraube an der hinteren Stossstange gebrochen war, wurde er disqualifiziert und musste im Finale von Position 10 ins Rennen gehen. Dieses beendete der Fahrer aus dem Team Spirit Racing auf Rang 2. Noch besser machte es Iven Ammann beim ROK Cup Italy in Franciacorta. Dort gewann der Thurgauer aus dem Team Innovate Competition mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,007 Sekunden das Finale.
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