Die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft hat zwei Drittel der Saison hinter sich. Am 23. August (in Cremona) und am 10. Oktober (in Wohlen) finden die beiden letzten Läufe statt. Danach ist auch diese Saison bereits wieder Geschichte – und die grosse Meisterfeier steht an. Diese geht am 14. November 2026 über die Bühne. Schauplatz ist die grandiose autobau Erlebniswelt in Romanshorn, der Sitz des Hauptsponsors und Namensgeber der SKM.
Einladungen und genaue Informationen zur Preisverleihung werden nach dem Finale in Wohlen versendet. Bis es soweit ist, gilt der Fokus den letzten beiden Rennen. Wer sich für den fünften Lauf in Cremona noch nicht angemeldet hat, kann dies unter www.go4race.ch bis Sonntag, 16. August (24.00 Uhr) machen.
In der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft hat Roman Dilan Fricker unlängst mit einem «Grand Slam» geglänzt. International hat er bei der Arrive&Drive-Worlcup-Ausscheidung in Polen wertvolle Erfahrungen gesammelt.
In der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft hat Roman Dilan Fricker (11) zuletzt in 7 Laghi einen «Grand Slam» (Pole-Position, drei Laufsiege und schnellste Rennrunde) eingefahren. Damit hat der Berner bis auf einen Punkt an den Führenden bei den Junioren, Alejandro Campos, aufgeschlossen. Bei noch zwei ausstehenden Rennen (Cremona und Wohlen) hat er also alle Trümpfe in der Hand, mit seinem Team Swiss Hutless Racing Schweizer OK-Junior-Meister 2026 zu werden.
Parallel zur Schweizer Meisterschaft und zur VEGA Trofeo, in der Fricker zurzeit auf Rang 3 liegt, hat der Nachwuchsfahrer aus Büren zum Hof an der Arrive&Drive-Worldcup-Ausscheidung in Slomczyn (POL) südlich von Warschau teilgenommen. Für Fricker, der 2025 bei den Super Minis in der Kart-SM debütierte, war es das erste internationale Kartrennen. Seine Bilanz: «Wir hatten beides – gute und schlechte Sessions. Aber unterm Strich darf ich zufrieden sein. Vor allem habe ich viel dazugelernt.»
Eine ihm unbekannte Strecke, wechselhafte Wetterbedingungen und ein neues Chassis (OTK statt Birel) machten die Aufgabe für Fricker nicht leicht. Trotzdem gewann er am Samstag von Startplatz 9 das Sprintrennen. Im Finale lief es Roman dann nicht nach Plan. Von Startplatz 13 aus wurde er 15. und verpasste somit die Qualifikation für das WM-Finale in Malaysia. «Der Motor ist nicht sauber gelaufen», sagt Fricker. «Ich habe noch versucht mit der Hand den Luftfilter zu beeinflussen, aber auch das nichts gebracht.»
Neben Fricker war mit Lorenzo Zucchetto ein weiterer Schweizer Nachwuchsfahrer am Start. Der junge Zürcher belegte im Finale Platz 8. Der Sieg ging an den Polen Maksymilian Piatek.
Zum Arrive&Drive-Konzept: Technische Gleichheit ist ein Eckpfeiler des FIA-Arrive&Drive-Konzepts. Zusätzlich zu der für jeden Fahrer bereitgestellten einheitlichen Ausrüstung wurde beim Rennen in Polen bei jedem Teilnehmenden der Motor im Laufe des Wochenendes mindestens einmal ausgetauscht, um Fairness und gleiche Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten. Das Weltfinale findet (wie im Vorjahr) in Malaysia statt. Ein Termin dafür steht noch nicht fest. Neben der europäischen Ausscheidung gibt es auch Quali-Rennen in Südamerika und Asien.
LKM zählt in der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft zu den Teams, die ganz vorne mitfahren. An Erfahrung mangelt es Teamchef Michaël Hyvernaud nicht. Seit 40 Jahren ist er im Kartsport daheim.
Wer sein eigenes Kart-Team gründet und im zweiten Jahr schon die französische Kart-Meisterschaft gewinnt, der hat definitiv etwas auf dem Kasten. Michaël Hyvernaud (48) ist das mit seiner Mannschaft LKM Racing 2018 gelungen. Der gebürtige Franzose, der seit 16 Jahren in der Schweiz lebt, hatte 2017 bei Null angefangen. Erfahrung hatte er zuvor schon reichlich gesammelt – sei es als Fahrer (Hyvernaud schaffte es in Frankreich sogar zum Werksfahrer), Mechaniker oder Coach. «Ursprünglich wollte ich Motocross-Fahrer werden», sagt der LKM-Chef. «Aber meine Eltern machten sich Sorgen um meine Gesundheit – vor allem um Verletzungen an der Wirbelsäule. Also haben sie mir ein Kart gekauft.»
Nicht nur in Frankreich, auch in der Schweiz war Hyvernaud auf Anhieb erfolgreich. Mit Kilian Streit, der 2022 Schweizer Kart-Meister wurde, gewann LKM im ersten Jahr die VEGA Trofeo in der X30. Einen Erfolg, den man 2022 mit Valentin Senes, 2024 mit Nathan Jolliet und 2025 mit Alexis Genolet wiederholen konnte. Genolet fährt auch dieses Jahr für LKM. Neben der Schweizer Meisterschaft bestreitet der Genfer zahlreiche internationale Rennen als LKM-Pilot. Mitunter vertritt er die Schweiz auch in der FIA Academy Trophy. Hyvernaud hält grosse Stücke auf ihn. «Alexis ist nicht nur einer der besten Nachwuchsfahrer der Schweiz, er ist auch Teil der Familie.»
Bis vor Kurzem hat Hyvernaud neben seinem Kart-Team noch 80 Prozent gearbeitet, um den Rennstall überhaupt finanzieren zu können. Inzwischen ist er vollzeit-beschäftigt. Der Zwei-Mann-Betrieb (mit Mechaniker Romain) operiert aus dem Fribourgischen Saint-Auby. Dort werden nicht nur die Chassis vorbereitet, «ich kümmre mich auch selber um die Motoren», so Hyvernaud. Wobei er betont, dass er sich alles selber beigebracht hat. «Der Kartsport ist ein Self-Made-Business. Du testest etwas, es geht kaputt, du machst es nochmal, beim zweiten Mal etwas anders – und dabei lernst du, warum Dinge funktionieren oder eben nicht.»
Dem Zufall überlässt Hyvernaud nichts. Der drahtige Franzose, der von seiner Figur her problemlos auch Marathonläufer sein könnte, gilt als akribischer Arbeiter. Nur einmal, als er den Firmennamen ins Handelsregister eintragen liess, kam er ins Grübeln. «Ich hatte keine Ahnung, wie meine Firma heissen sollte», lacht Hyvernaud. «Ganz spontan fiel mir die Abkürzung LKM ein – für Li Karting Motors, dem Vorname meines Sohnes…»
Zur Info: Dieser Text wurde bereits im Programmheft der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft in 7 Laghi veröffentlicht.
Die grossen Gewinner des vierten Laufs zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft im italienischen 7 Laghi heissen Dilan Roman Fricker, Kilian Boss sowie Joy und Dan Allemann.
Es war heiss, sehr heiss. Der vierte Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft 2026 in 7 Laghi verlangte von allen Akteuren das Maximum ab. Einer, der in der Hitze einen kühlen Kopf bewahrte, war Dilan Roman Fricker in der Kategorie OK Junior. Der Elfjährige aus Büren zum Hof bei Fraubrunnen im Kanton Bern hatte schon beim vorletzten Rennen in Levier einen starken Eindruck hinterlassen. In 7 Laghi konnte ihm am Wochenende keiner das Wasser reichen. Fricker sicherte sich nicht nur die Pole-Position (zwei Zusatzpunkte), der Fahrer aus dem Team Swiss Hutless Racing gewann beide Vorläufe souverän vor MH-Pilot Cyrill Sarkar. Und auch im Finale setzte sich Fricker vom Start weg in Führung und liess nichts anbrennen. Dank der schnellsten Rennrunde (drei Extrapunkte) holte Fricker als einziger Fahrer am Wochenende das Punktemaximum. Eine Erklärung für seine zuletzt sehr starken Auftritte hat der junge Berner nicht. «Ich mache eigentlich nichts anders als bisher. Aber es passt einfach alles zusammen und ich bin im Kopf völlig frei. Das hilft sicher.» Hinter Fricker und Sarkar sicherte sich Spirit-Pilot Aaron Buhofer in allen drei Rennen Rang 3. Der bisher führende Alejandro Campos kam in 7 Laghi nicht auf Touren. Mit zwei vierten Plätzen und einem fünften Rang im Finale war er unter Wert geschlagen. «Wir hatten ein Problem mit den Reifen», meinte «Le petit rebelle». In der Gesamtwertung hat Fricker bis auf einen Punkt zu Campos aufgeschlossen. Das verspricht für die restlichen zwei Rennen in Cremona (23. August) und Wohlen (6. Oktober) Hochspannung.
Knapp am Punktemaximum vorbeigeschrammt ist Dan Allemann. Der 14-jährige Spirit-Fahrer musste den Versuch, in der X30 Challenge Switzerland einen «Grand Slam» herauszufahren, aber schon nach dem Qualifying abschreiben. 27 Tausendstelsekunden fehlten Allemann auf die Bestzeit von LKM-Pilot Alexis Genolet. Der Genfer war auch danach in allen drei Läufen Allemanns erster Verfolger, liess sich nie richtig abschütteln, konnte den Gesamtleader der X30 aber dennoch nicht richtig in Bedrängnis bringen. «Meine Starts waren nicht die Besten», meinte Genolet selbstkritisch. Auch Michael Müller (Virtus Motorsport), der in allen Läufen hinter Genolet Dritter wurde, konnte das Tempo von Allemann diesmal nicht mitgehen. Müllers Rückstand in der Meisterschaft wuchs daher von 21 auf 43 Punkte an. «Ich weiss nicht genau, woran es gelegen hat», meinte Routinier Müller, «aber ich habe immer im dritten Sektor Zeit verloren.» Hinter Müller sicherte sich Allemanns Teamkollege Gauthier Sanjuan drei Mal den undankbaren vierten Platz – im Finale vor MH-Pilot Nicola Mateo Frigg, der mit seiner Leistung nicht wirklich zufrieden war.
Auch Dan Allemanns Schwester Joy schnupperte in 7 Laghi bei den Super Minis an einem «Grand Slam». Die elfjährige Tochter von Teambesitzer Ken Allemann musste sich aber wie ihr Bruder im Qualifying hinter Teamkollege Ben Iten einreihen. Im Unterschied zu Dan verpasste sie die Pole-Position um 51 Tausendstelsekunden. In den beiden Vorläufen und im Finale setzte sich Joy dann aber mit einem imposanten Speed durch. Der Sieg im Finale bedeutete der jungen Nachwuchspilotin besonders viel. «Ich habe immer gesagt, dass ich dieses Jahr noch ein Finalrennen gewinnen will. Als die Saison in Franciacorta startete, war ich noch nicht bereit dafür. Aber inzwischen habe ich sehr viel dazugelernt.» In der Meisterschaft hat Allemann ihren Rückstand auf Iten von 39 auf 27 Zähler verkürzt. Auch hier bahnt sich also ein spannendes Finish an. Den dritten Platz sicherte sich in den Vorläufen Kimi Prost (ebenfalls Spirit), im Finale war es Swiss-Hutless-Fahrer David Lewis, der dem Enkel des viermaligen Formel-1-Weltmeisters Alain Prost den Podestplatz auf den letzten Metern stibitzte.
Spannend wird es auch in den zwei verbleibenden Rennen der Kategorie KZ2. Dort hat sich in 7 Laghi Kilian Boss vom Team Swizz Evenzz einen kleinen Vorteil gegenüber Paolo Castagnetti (Team Gerber Corse) verschafft. Den bisherigen Vorsprung von elf Zählern konnte Boss am gestrigen Sonntag auf 25 Punkte ausbauen. Und das trotz Ärger nach dem ersten Vorlauf. In diesem wurde Boss, der am Start die Führung an Castagnetti verloren hatte, nachträglich eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt. Statt Platz 2 (hinter Castagnetti) wurde der ehemalige Young Driver Boss auf Platz 4 (hinter Swiss-Hutless-Pilot Remo Largo und Privatbewerber Kai Perner) zurückversetzt. Nach dem zweiten Vorlauf hellte sich die Miene von Boss auf. Mit einem souveränen Sieg (vor Bastien Liénard und Perner) sicherte er sich den besten Startplatz fürs Finale. Und auch in diesem fuhr Boss unwiderstehlich. Zwar musste er nach einer Kollision in der ersten Kurve zuerst zwei Positionen gut machen, aber einmal in Führung liess der Berner nichts mehr anbrennen. Für Castagnetti verlief das Wochenende nicht nach Plan. Im zweiten Vorlauf wurde er in der ersten Kurve umgedreht. Die anschliessende Aufholjagd versandete auf Platz 7. «Ich lag ganz klar vorne und einer hat mich einfach abgeschossen», ärgerte sich Castagnetti. «Er hat dafür nicht einmal eine Strafe gekriegt. Das Kart hat nichts abgekriegt. Aber ich war danach nicht in der Lage, mich weiter nach vorne zu arbeiten.» Im Finale musste sich der im Tessin wohnhafte Familienvater dann mit Rang 2 (hinter Boss) begnügen. Dritter wurde Perner. Der Berner lag nach dem Start sogar in Führung, musste aber Boss und Castagnetti ziehen lassen. «Die Halterung des Luftkühlers war gebrochen», meinte Perner. Für das Überholmanöver des Tages sorgte der Viertplatzierte Emilien Köstner aus dem Team D.E.L. Motorsport. Der Waadtländer kassierte in der Kurve nach Start und Ziel – ziemlich kaltschnäuzig – gleich zwei Konkurrenten. Gut möglich, dass Papa Koestner noch jetzt mit offenem Mund am Zaun steht…
Und so geht es weiter:
23. August, Cremona (ITA)
10. Oktober, Wohlen
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