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22.04.2026 Vorschau Slalom Bière: Elf Fahrer haben noch eine weisse Weste
Slalom Biere 2025 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Am Wochenende findet der Slalom von Bière statt © Cornevaux

Für gewöhnlich verzichten wir bei Back-to-Back-Rennen auf eine ausführliche Vorschau. Die wichtigsten Eckdaten zum bevorstehenden Slalom in Bière am kommenden Wochenende wollen wir Ihnen aber nicht vorenthalten.

Zum 59. Mal findet am kommenden Wochenende (25./26. April) der Slalom von Bière statt. Wie im Vorjahr wird auf der «Rennstrecke» am Jurasüdfuss unweit des Genfersees ein Doppellauf ausgetragen. Die Streckenführung ist an beiden Tagen nahezu identisch. Einziger Unterschied: Am Samstag biegen die Teilnehmenden bei Posten 18 (nach dem Bahnübergang) rechts ab. Am Sonntag wird an derselben Stelle geradeaus gefahren. 

Los geht es am Samstagmorgen für Frühaufsteher ab 6.45 Uhr mit den ersten Besichtigungsläufen der LOCalen. Ab 8.10 Uhr stehen dann die ersten NATionalen Besichtigungs- und Trainingsläufe auf dem Programm. Ab 13.30 Uhr geht es mit dem Rennbetrieb los. In jeder Kategorie werden zwei Trainings- und zwei Rennläufe ausgetragen. Die Siegerehrung findet um ca. 18.30 Uhr statt. Sonntags ist das Programm identisch. Einziger Unterschied: Die Siegerehrung NAT findet um 18 Uhr statt, die der LOCalen um 19 Uhr.

Der Eintritt zum Slalom von Bière beträgt zehn Franken (inklusive ein Getränk). Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben freien Eintritt. Es gibt kostenlose Parkplätze. Am Samstag und Sonntag ist ab 10 Uhr eine Verpflegungsmöglichkeit (Food-Truck) vor Ort vorgesehen.

Punkto Teilnehmende steht Bière dem Auftaktrennen in Frauenfeld in keiner Weise nach. Im Kampf um die beiden Tagessiege wird es erneut zum spannenden Duell Philip Egli (Dallara F393) gegen Lionel Ryter (Formel Renault 2.0) kommen. Bei den Tourenwagen dürfte die grosse Frage sein: Kann Frauenfeld-Sieger Dino Wintsch auch in der Westschweiz für eine Überraschung sorgen? 

Noch ist es natürlich viel zu früh, sich Gedanken um die Meisterschaft zu machen. Doch der eine oder andere Titelanwärter hat schon in Frauenfeld Federn gelassen. Elf Fahrer stehen nach dem ersten Rennen noch mit einer weissen Weste da:

Hermann Bollhalder, Wattwil, E1/Opel Speedster
Christian Bralla, Vaglio, E1/Fiat X1/9
Philip Egli, Watt, E2-SS/Dallara F393 
Hans Peter Eller, Affeltrangen, E1/Opel Kadett C
Alessandro Grispino, Steinen, ISA/Renault Clio
Andreas Helm, Otelfingen, IS/VW Polo
Christophe Oulevay, Chavornay, IS/VW Scirocco
Manuel Santonastaso, Müllheim Dorf, IS/BMW E21
Antonino Scolaro, Jona, E2-SC/Nova Proto NP03
Samuel Weibel, Wolfisberg, SS/Subaru BRZ
Dino Wintsch, Hombrechtikon, E1/Porsche 911

Bei den Junioren sind es noch vier:
Steven Chiquita, Orbe, E1/BMW E30
Alessandro Grispino, Steinen, ISA/Renault Clio
Ursanne Salomon, Fregiécourt, E2-SS/Dallara Formel 3
Mario Schöpfer, Escholzmatt, IS/VW Polo

CT0 A5851 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Wie im Vorjahr gibt es am Samstag und Sonntag Rennläufe © Eichenberger

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21.04.2026 Weekend-Report 10/2026
Sebastien Buemi Imola 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Endlich wieder ganz oben: Sébastien Buemi (l.) siegte in Imola © Toyota

Das vergangene Wochenende stand aus Schweizer Sicht ganz im Zeichen des WEC-Sieges von Sébastien Buemi in Imola. Erfolgreiche Schweizer gab es aber auch noch in Portimão beim Auftakt der GT Open.

So darf es für Sébastien Buemi ruhig weitergehen. Beim Auftakt zur Langstrecken-WM in Imola (ITA) gewann der Waadtländer nach einer sieglosen Saison 2025 endlich wieder einmal für Toyota. Und das beim Debüt des TR010 Hybrid. Ausschlaggebend für den Erfolg waren die Boxenstopps. Ferrari ging beim Heimspiel zwar in Führung – und das gleich doppelt. Doch Toyota war bei den Boxenstopps jeweils schneller und sicherte sich so die Plätze 1 (mit Buemi) und 3 (mit der #7). Für Buemi war es der 27. Triumph in der WEC mit Toyota. Anders die Gefühlslage bei Raffaele Marciello. Der BMW verlor gegen Rennende noch eine Position und musste sich beim Saisonauftakt in der Emilia Romagna mit Platz 7 zufrieden geben.

Louis Delétraz muss mit Cadillac in den USA weiter auf den ersten grossen Erfolg warten. Beim IMSA-Grand-Prix in Long Beach wurde der Genfer Achter. Auf dieser Position liegt er auch in der Gesamtwertung. Auch der amtierende GTD-Champion Philip Ellis backt seit zwei Rennen etwas kleinere Brötchen. Nach dem Auftaktsieg in Daytona folgte ein 18. Platz in Sebring und nun ein neunter Rang in Long Beach.

Erfolgreicher waren die Schweizer beim Auftakt der GT Open in Portimão (POR). Alex Fontana gewann mit ZRS Motorsport auf Anhieb das erste Rennen. Im zweiten Durchgang verpasste der Tessiner auf Porsche 911 GT3 R das Podium als Vierter knapp. Auch Alexander Fach jr. durfte jubeln. Der Schwyzer gewann mit Fach Auto Tech Rennen 1 in der ProAM-Wertung. Im zweiten Lauf wurde Fach Achter. Keinen Sieg, dafür zwei Mal auf dem Podest standen Yannick Mettler und Dexter Müller. Das Mercedes-Duo belegte im ersten Rennen Rang 2 (hinter Fach), im zweiten Heat hätte gar ein Sieg herausschauen können, wenn sich Müller nicht gedreht hätte. So reichte es am Ende «nur» zu Platz 3. 

Alex Fontana GT Open Portimao Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Alex Fontana (l.) gewann bei der GT Open in Portimão © GT Open

Das von einem tödlich Unfall überschattete Rennwochenende der NLS endete aus Schweizer Sicht ebenfalls mit einem Podestplatz. Patric Niederhauser sicherte sich im Red Bull Team ABT (Lamborghini) Platz 2 im Gesamtklassement. Ebenfalls in den Top 10: Fabio Scherer vom Team HRT Racing (Ford Mustang) als Neunter. Zu den Klassensiegern im vierstündigen Sonntagsrennen gehörten auch Manuel Metzger (AT2) und Ranko Mijatovic (BMW).

Einen exzellenten Job machte auch Jonathan Hirschi mit seiner französischen Beifahrerin Mélanie Tendille bei der Rallye Rhône Charbonnières. Der derzeitige Tabellenführer der Schweizer Meisterschaft, beendete die Rallye auf einem bemerkenswerten achten Rang in der Gesamtwertung – eine Leistung, die ein Schweizer Fahrer in der höchsten französischen Rallye-Liga seit vielen Jahren nicht mehr erreicht hatte.

Mit den Plätzen 14, 18 und 13 startete Chiara Bättig in die neue Saison der Britischen Formel 4 in Donington (GBR). Die Red-Bull-Juniorin holte damit ihre ersten vier Punkte. Weiter geht’s für Bättig am 9./10. Mai in Brands Hatch.

Zum Karting: Bei der WSK in Lonato (ITA) war Iven Ammann (Innovate Competition) in der OK-N der beste Schweizer als Zehnter. Und auch bei der IAME Euroseries in Franciacorta (ITA) gab es zwei Top-10-Ergebnisse. Ben Iten wurde Neunter bei den Super Minis, Aurelio Longhitano (beide Spirit Racing) Neunter in der X30 Junior. 

Baettig Chiara Donington 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Chiara Bättig bestritt ihr erstes Rennen in der Britischen F4 © Red Bull

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20.04.2026 Slalom Frauenfeld: Egli feiert elften Sieg, Überraschung bei den Tourenwagen
Egli myrally ch Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Für Philip Egli war es der elfte Sieg in Serie in Frauenfeld © myrally.ch

Er hat es schon wieder getan: Philip Egli gewann am Sonntag zum elften Mal (in Serie!) den Slalom in Frauenfeld. Eine Überraschung gab es bei den Tourenwagen mit dem ersten Sieg für den Zürcher Dino Wintsch.

Er bleibt der Chef im Ring. Beim Auftakt der Schweizer Slalom-Meisterschaft im Frauenfeld hat Philip Egli vor rund 9000 Zuschauern seinen elften Tagessieg auf der Allmend gefeiert. Seit 2015 ist der gebürtige Glarner im Thurgau ungeschlagen. 2015 – das ist schon ein Weilchen her. Damals reagierte noch ein gewisser Barack Obama die USA, der Euro war noch stärker als der Schweizer Franken und Stan Wawrinka gewann die French Open…

Ganz so locker wie auch schon cruiste Formel-3-Pilot Egli diesmal aber nicht zum Gesamtsieg. Der Vorsprung auf den zweitplatzierten Lionel Ryter betrug 0,73 Sekunden. Im Vorjahr war der junge Walliser in seinem Formel Renault 2.0 mit einem Rückstand von 0,62 Sekunden sogar noch näher an Egli dran. Trotzdem war der elfte Sieg in Serie für Egli eine Genugtuung. Vor allem, weil der Schweizer Slalom-Meister von 2024 nach dem ersten von Trainingsläufen plötzlich im Stress war. Egli musste für die Rennläufe das Getriebe an seinem Dallara F393 wechseln. Dank Mithilfe seiner ehemaligen Konkurrenten Marcel Maurer und Yves Hängärtner schaffte es der Rekord-Tagessieger aber gerade noch so. «Ich bin ihnen und meinem Vater sehr dankbar, dass sie mich so tatkräftig unterstützt haben», meinte Egli. «Wir hatten den Schaden innerhalb von zwei Stunden repariert. Und es reichte gerade noch zur Teilnahme am zweiten Trainingslauf. Aber ganz ehrlich: Bis zu diesem Zeitpunkt bin ich nur herumgerannt. Dass es am Ende gereicht hat und ich meinen elften Sieg in Frauenfeld feiern durfte, macht mich unter diesen Umständen natürlich erst recht glücklich.»  

Die Siegeszeit von 1:59,51 Minuten lässt sich sehen. Schneller war Egli über den 3,2 Kilometer langen Kurs nur 2024 (1:58,87 Minuten). Hauptkonkurrent Ryter hatte nach dem ersten Durchgang 0,83 Sekunden Rückstand. Der junge Walliser war mit seinen Reifen nicht zufrieden, hoffte aber, dass er im zweiten Lauf Egli doch noch abfangen könnte. Doch dieses Unterfangen scheiterte – wie im Vorjahr. «Ich habe zu viel riskiert», meinte Ryter leicht enttäuscht. Der linke Frontflügel seines Formelfahrzeugs hatte etwas gar viel Gras geladen, «ich habe die letzte Kurve zu stark geschnitten und bin leicht von der Strecke abgekommen».

Salomon myrally ch Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Auf Anhieb Dritter: Ursanne Salomon mit seinem neuen Formel 3 © myrally.ch

Hinter Egli und Ryter sicherte sich mit Ursanne Salomon ein «Neuling» den dritten Podestplatz. Der Jurassier hat auf diese Saison von einem in die Jahre gekommenen Formel Renault auf einen ehemaligen Formel 3 von Roland Bossy gewechselt – und scheint mit diesem Auto gleich auf Anhieb ganz gut zurechtzukommen. Zwar fehlten Salomon, der auch für die Junior-Meisterschaft gemeldet ist, 6,35 sec auf die Bestzeit von Egli, im Kampf um den ersten Podestplatz im SCRATCH setzte er sich aber erfolgreich gegen den Vorjahresdritten Antonino Scolaro im Nova Proto durch.

Auf Platz 5 im Gesamtklassement landete der schnellste Tourenwagenfahrer Dino Wintsch. Der Zürcher, mehrmaliger Gesamtsieger des Lotus-Cups und auch schnellster LOC-Pilot am Samstag, gewann überraschend die Tourenwagenwertung. Wintsch nahm auf diese Saison einen Fahrzeugwechsel vor, er fährt nun einen Porsche 911 aus dem Hause von Christoph Zwahlen aus Pfyn. «Mit dem Sieg, meinem ersten Tourenwagensieg bei einem Slalom zur Schweizer Slalom-Meisterschaft überhaupt, hatte ich nie gerechnet. Das Auto war aber auch top vorbereitet», meinte Wintsch. Sein «Chef» Zwahlen, 2010, 2012 und 2013 selbst Tourenwagensieger in Frauenfeld und dieses Wochenende Gesamtzehnter mit einem Porsche 997 Cup-R, freute sich sehr über den Exploit seines Piloten: «Für mich ist das doch allerbeste Werbung, wenn ich einem Kunden ein Auto hinstelle, das siegfähig ist.» Hinter Dino Wintsch (Laufbestzeit 2:11,37 Minuten) klassierten sich Frauenfeld-Rückkehrer Christian Bralla (Fiat X1/9, 2:11,64 min) und dem Sieger der beiden Vorjahre Matthias Bischofberger (Porsche 997 GT3 Cup, 2:12,98 min). Zwahlen selber musste sich in der E1 über 3000 cm3 hinter Wintsch und Bischofberger mit Rang 3 zufrieden geben.

Wintsch myrally ch Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Dino Wintsch: Überraschungssieger bei den Tourenwagen © myrally.ch

Schnellster Fahrer der Interswiss war in Frauenfeld Lokalmatador Manuel Santonastaso auf seinem BMW E21 in 2:13,70 min. Damit war der Mülheimer 36 Hundertstelsekunden schneller als VW-Scirocco-Pilot Stephan Burri, der zum ersten Mal mit Synfuel am Start gestanden hatte. Platz 3 ging (in derselben Hubraumklasse bis 2 Liter) an den Jurassier Arnaud Donzé (VW Golf, 2:15,06 min). Auch Slalom-Vorjahresmeister Alessandro Grispino machte mit seinem Renault Clio R3 in der Grupppe A/ISA/R2 dort weiter, wo im Vorjahr aufgehört hatte. Auf den zweitplatzierten Sven Sattler (Honda Civic) hatte er am Ende aber nur eine halbe Sekunde Vorsprung.

Die beiden Auftaktrennen zum Suzuki Swiss Racing Cup gingen an Vorjahresmeister Rico Thomann. Im ersten Lauf war er 0,05 Sekunden schneller als Serienorganisator Christian Zimmermann. Im zweiten Rennen bezwang er Reto Steiner wieder knapp – diesmal um 0,16 Sekunden. 

Alle Klassensieger von Frauenfeld im Überblick: Samuel Weibel (Subaru BRZ, SuperSérie bis 2000 cm3), André Grandjean (Porsche 911 GT3, SuperSérie Compétition über 2000 cm3), Hanspeter Thöni (Peugeot 106, PSA Transition Trophy Gr. N), Max Langenegger (Peugeot 208, PSA Transition Trophy Gr. Rally4), Alessandro Grispino (Renault Clio R3, A/ISA/R2 bis 2000 cm3), Markus Brander (March 742, Gr. K), Hans Wüthrich (Mini Cooper S, E1 bis 1400 cm3), Hans-Peter Eller (Opel Kadett C Coupé, E1 bis 1600 cm3), Christian Bralla (Fiat X1/9, E1 bis 2000 cm3), Walter Terler (AUT, Opel Kadett C, E1 bis 2500 cm3), Hermann Bollhalder (Opel Speedster, E1 bis 3000 cm3), Dino Wintsch (Porsche 911, E1 über 3000 cm3), Andreas Helm (VW Polo, IS bis 1400 cm3), Christophe Oulevay (VW Scirocco, IS bis 1600 cm3), Manuel Santonastaso (BMW E21, IS bis 2000 cm3), Roman Marty (Opel Kadett C GT/E, IS bis 2500 cm3), Marco Marte (BMW M3, IS bis 3000 cm3), Jannis Jeremias (Porsche 911 GT3 Cup, IS über 3000 cm3), Antonino Scolaro (Nova Proto NP03, E2-SC bis 1600 cm3), Dominik Fröhle (AUT, Tracking RC01, E2-SH bis 1600 cm3), Philip Egli (Dallara F393, E2-SS bis 2000 cm3).

Und so geht es weiter:
25. April, Bière 1
26. April, Bière 2
2. Mai, Ambri 1
3. Mai, Ambri 2
16./17. Mai, Bure
20./21. Juni, Chamblon

Santonastaso myrally ch Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Schnellster IS-Pilot: Lokalmatador Manuel Santonastaso © myrally.ch

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17.04.2026 Pascal Perroud: «Ich musste mir beweisen, dass mein Platz nach wie vor hinterm Steuer ist»
Pascal Perroud Crit 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Pascal Perroud bei seinem Comeback im Jura © myrally.ch

Nach einem soliden Saisonstart 2025 wurde Pascal Perrouds Saison bei der Rallye Bourgogne Côte Chalonnaise vorzeitig beendet. Beim dritten Lauf der Schweizer Meisterschaft kamen Pascal Perroud und Loïc Dumont von der Strecke ab. Nach langen Monaten voller Schmerz, Emotionen und Zweifel hat sich der Waadtländer wieder aufgerappelt und feierte beim ersten Lauf 2026, dem Critérium Jurassien, sein Comeback. Sport-Auto.ch sprach mit ihm über dieses einschneidende Ereignis und seine Rückkehr.

Du hast 2025 mit Mike Coppens um die Meisterschaft gekämpft. Kannst du uns etwas über diesen Zwischenfall in Burgund erzählen?
Pascal Perroud: Wir lieferten uns ein Duell mit Mike. Ich wollte in dieser Wertungsprüfung ein sehr hohes Tempo vorlegen, um das Blatt zu wenden. Von Beginn an fuhren wir ständig am Limit. Dann geriet das Auto vorne ins Schleudern und wir prallten mit 120 km/h gegen einen Baum. Ich spürte sofort Schmerzen im Rücken. Mein erster Reflex war, zu prüfen, ob ich meine Füsse noch spüren konnte – glücklicherweise war das der Fall. Es gelang mir auch, mich aus dem Fahrzeug zu befreien. Die Rettungskräfte liessen auf sich warten, dann wurden wir nach Chalon-sur-Saône gebracht.

Wie lautete die Diagnose?
Ich verbrachte 24 Stunden in einem Flur der Notaufnahme in Chalon, da das Spital voll belegt war. Zunächst wurde eine Wirbelfraktur diagnostiziert, bevor ich von der REGA nach Genf geflogen wurde. Später wurde eine zweite Fraktur im Bereich D2 festgestellt, bei der aufgrund der Instabilität des Wirbels die Gefahr einer Verschiebung bestand. Schliesslich war ein umfangreicher chirurgischer Eingriff notwendig, um das Ganze zu stabilisieren.

Pascal Perroud Chablais 2025 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Kann wieder lachen: Pascal Perroud © Eichenberger

Wie verlief die Rehabilitation?
Während des ersten Monats waren die Fortschritte vielversprechend. Denn in den ersten Tagen konnte ich nicht einmal mein Fleisch schneiden, aber die Situation verbesserte sich nach und nach. Dann trat eine Stagnationsphase ein, begleitet von starken Rückenschmerzen. Das hat mich sehr mitgenommen, und ich begann zu zweifeln, ob ich jemals wieder in einen Rennwagen oder gar auf ein Fahrrad steigen könnte. Dabei brauche ich diese Art von Sport wirklich, um mich auszutoben. Nach drei Monaten holte ich mir eine zweite Meinung in einer anderen Klinik ein. Das Urteil stand schnell fest: Eine erneute Operation war notwendig, da sich zu viel «Material» in meinem Rücken befand. Anfang Oktober wurde ich also erneut operiert. Dieser Eingriff war heikel, da bei einer solchen Operation an den Wirbeln die Muskeln durchtrennt und anschliessend wieder vernäht werden müssen. Drei Wochen nach dieser zweiten Operation stellte ich deutliche Fortschritte fest. Ich nahm das Training wieder auf, mit intensivem Muskelaufbau unter Anleitung eines Trainers, während ich gleichzeitig meine beruflichen Verpflichtungen unter einen Hut bringen musste.

Wie hast du dich am Start zur längsten Wertungsprüfung der Rallye gefühlt? Und wie fällt deine Bilanz letztendlich aus?
Die Wertungsprüfung fand nachts statt, was die Sache besonders schwierig machte. Trotzdem war ich ziemlich zuversichtlich, da ich mich im Vorfeld gründlich vorbereitet hatte. Ich liess keinen Raum für Zweifel: Ich wusste, mit welcher Geschwindigkeit ich fahren konnte und musste. Das Ziel war es, wieder Selbstvertrauen zu gewinnen, dabei Spass zu haben, die Kontrolle über mein Fahrzeug zu behalten und mich nicht auf die Wertung zu konzentrieren. Die Bilanz ist grossartig, denn wir haben alle Ziele erreicht, die wir uns gesetzt hatten. Wir sind eine saubere und kontrollierte Rallye gefahren, ohne uns trotz der schwierigen Bedingungen einschüchtern zu lassen. Ich für meinen Teil wollte vor allem bestätigen, dass ich immer noch meinen Platz am Steuer eines Rallye-Autos habe.

Abschliessend: Wann sehen wir dich wieder bei einer Rallye?
Ich nehme mir die Zeit, die Emotionen nach dem Critérium sacken zu lassen. Ich möchte wieder ans Steuer, sei es mit einem Rally2 oder mit dem M3, wahrscheinlich in Chablais. Ich möchte auch allen Anwesenden ein Dankeschön aussprechen. Ich konnte auf viel Unterstützung zählen, auf Menschen, die mir während dieser ganzen Zeit Mut gemacht und mich begleitet haben.

Das Interview ist bei sport-auto.ch erschienen. Auto Sport Schweiz darf es dank ausdrücklicher Genehmigung des Autors Baptiste Aebi in der Originallänge veröffentlichen. Herzlichen Dank an die Kollegen von sport-auto.ch!

Pascal Perroud Bourgogne 2025 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Perroud 2025 kurz vor seinem Unfall im Burgund © Cornevaux

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17.04.2026 Marcel Steiner: «Das Verhältnis zwischen Fahrer und Auto hat sich massiv verbessert»
Steiner Bresse 2026 Test 01 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Marcel Steiner bei seinem Roll-Out in Bresse (FRA) © Niedermann

Noch dauert es ein Weilchen, bis die Schweizer Berg-Meisterschaft am 6./7. Juni in Hemberg beginnt. Wir haben bei Herausforderer Marcel Steiner aber schon mal nach dem Stand der Dinge nachgefragt.

In sieben Wochen beginnt die Schweizer Berg-Meisterschaft im St. Gallischen Hemberg. Mit dabei ist – nach einer sehr frustrierenden Saison 2025 – natürlich auch Marcel Steiner. Der 50-Jährige hat kürzlich in Bresse (FRA) ein Roll-Out mit seinem Nova Proto absolviert. Wir haben ihn nach seinen Plänen und Zielen für 2026 befragt.

Zuallererst: Wie ist der Test in Bresse verlaufen?
Marcel Steiner: (Lacht.) Besser als ich mir vorgestellt habe. Es gab keine technischen Probleme und die Zeiten waren ansprechend. Wir werden sehen, wie es sich am Berg verhält. Das sind zweierlei Paar Schuhe.

Wann bist du zum ersten Mal im Einsatz?
Wir werden das Bergrennen in Eschdorf (LUX) am ersten Mai-Wochenende bestreiten. Am EM-Rennen in Rechberg können wir aus reglementarischen Gründen nicht teilnehmen. 

Wie hast du die frustrierende Saison 2025 verdaut?
Der zweitägige Test in Bresse hat gut getan. Das Verhältnis zwischen Fahrer und Auto hat sich massiv verbessert.

Trotzdem ist für dich die Saison 2026 ein «Restart»… Du hattest 2025 aufgrund von technischen Problemen etwa die Hälfte der Tracktime gegenüber dem amtierenden Meister Robin Faustini.
Das ist so. Viele Erfahrungswerte haben wir im vergangenen Jahr nicht sammeln können. Vor allem nicht besonders schlaue… Deshalb haben wir über den Winter in fast allen Bereichen über die Bücher gehen müssen.

Steiner Bresse 2026 Test 02 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Marcel Steiner hat über den Winter auch noch Verbesserungen an seinem Honda-Helftec-Turbo vorgenommen © Archiv Steiner

Kannst du da konkreter werden?
Wir waren auf dem Fahrwerksprüfstand und haben am Motor noch das eine oder andere verbessert. Ein besonderes Augenmerk haben wir meiner Komfortzone im Auto gelegt. Ich habe mich im Cockpit eingeengt gefühlt. Als ich im Herbst mal ohne Sitzschale ins Auto gesessen bin, habe ich festgestellt: Das ist ja viel besser. Deshalb haben wir da intensiv an einer neuen Lösung gearbeitet. Die hat sich jetzt in Bresse bewährt.

Dein primäres Ziel für 2026 muss sein, dass es besser läuft als im Vorjahr. Gleichzeitig stellt sich natürlich die Frage: Wie willst du Faustini bezwingen?
(Überlegt lange.) Ich hoffe, dass die Änderungen, die wir vorgenommen haben, reichen, um Robin das Leben schwerer zu machen. Einen ersten Anhaltspunkt werden wir aber erst in Hemberg haben. An Motivation fehlt es nicht. Wir haben auch das Team umstrukturiert – sind da plusminus auf den Stand von 2023 zurückgekehrt. Der Rest wird sich zeigen.

Dein Anspruch ist aber klar, oder?
Ja, ich fahre nicht mit, um einfach mitzufahren. Ich will Meister werden.

Wie schätzt du die Chancen von Rückkehrer Eric Berguerand ein?
Zuallererst muss ich sagen: Es freut mich sehr, dass er wieder dabei ist. Eric ist ein super Typ. Und eine grosse Bereicherung für unseren Sport. In Sachen Performance kann ich ihn aber überhaupt nicht einschätzen. Er ist 2026 die grosse Unbekannte – eine Art Wundertüte. Ich habe keine Ahnung, ob er zwei Sekunden langsamer ist oder ob er uns mit seinem in die Jahre gekommenen Lola nochmals den Zahn fühlt. Ich lasse mich überraschen.

Berguerand Steiner Faustini 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Steiner (Mitte) freut sich auf die Rückkehr von Eric Berguerand (links) – rechts im Bild: der Mann, den es zu schlagen gilt: Robin Faustini © Eichenberger

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