In diesem Jahr jährt sich der Geburtstag von Jo Siffert zum 90. Mal, sein Todestag zum 55. Mal und der tragische Tod des nicht minder berühmten Herbert Müller («Stumpen Herbie») zum 45. Mal. Eine Ausstellung in Murten (noch bis 31. Oktober) ist den beiden Schweizer Rennfahrer-Grössen gewidmet.
In der Schweiz gibt es ein paar Museen, die die Herzen von Motorsport-Fans höher schlagen lassen. Man denke da an die autobau Erlebniswelt in Romanshorn (TG), die F1-Ausstellung im Hotel Meilenstein in Langenthal (BE) oder das Verkehrshaus in Luzern. Hin und wieder gibt es auch nicht-permanente Ausstellungen, die es sich lohnt zu besuchen. Eine davon hat noch bis zum 31. Oktober geöffnet. Sie ist zwei Schweizer Rennfahrer-Grössen gewidmet: Jo Siffert und Herbert Müller. Siffert, der im Juli 90 Jahre alt geworden wäre, ist vor 55 Jahren in Brands Hatch tödlich verunglückt, Müller (wäre heuer 86 geworden) starb vor 45 Jahren am Nürburgring.
Die Ausstellung bietet einen fabelhaften Rückblick auf die beiden Schweizer Ausgängeschilder. Und – wie versprochen – wird sie auch laufend erweitert. Seit Kurzem sind fünf neue Fahrzeuge, die einst von Siffert und/oder Müller bewegt wurden, eingetroffen. Dazu gehören: Cobra Shelby 427 1964, Porsche Carrera 904 GTS 1964, Abarth 1000 Sport 1966, Sauber C5 und Ferrari 512 M Sunoco 1971.
Die Ausstellung in der Halle Murtenbox, Au Tombex 40, 3280 Murten, ist noch bis zum 31. Oktober 2026 jedes Wochenende freitags von 14 bis 19 Uhr und samstags von 14 bis 17 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich. Auf Anfrage können Interessengruppen, Vereine und Freundeskreise einen exklusiven Besuch reservieren, unter: reservations@jo-siffert.ch
Wie schon bei den letzten Ausgaben veröffentlichen wir an dieser Stelle den einen oder anderen Artikel aus dem vierteljährlich erscheinenden Magazin von ASS. Hier kommt: Was macht eigentlich Marcel Fässler?
Am 27. Mai wurde Marcel Fässler 50 Jahre alt. Dem Rennsport ist der gebürtige Schwyzer bis heute verbunden geblieben. Nach seinem Rücktritt 2021 hat Fässler neben seiner Tätigkeit als Fahrinstruktor beim TCS die Rolle als Head of Racing bei der Sportec AG in Höri (ZH) übernommen. Als solcher nahm der dreimalige Le-Mans-Sieger verschiedene Aufgaben wahr – so u.a. die Leitung der Motorsportabteilung im Porsche Sports Cup Suisse, die Nachwuchsförderung und das Fahrercoaching. «Den administrativen Teil habe ich Ende 2025 abgegeben», stellt Fässler klar. «Ums Coaching im PSCS und um die Sportec Academy kümmre ich mich nach wie vor.»
Dass der Jubilar vor mehr als vier Jahrzehnten im Motorsport Fuss fasste, ist «genetisch» bedingt. Vater Fridolin, einst zweifacher IKSM-Meister, entfachte bei Marcel noch bevor er zehn Jahre alt ist die Begeisterung für den Rennsport. Nach Jahren im Kartsport (1985-1993) sicherte sich Fässler an der Ecole Winfield als einziger Nicht-Franzose mit hervorragenden Leistungen ein Cockpit für die Formel Campus. In dieser wurde er 1995 Dritter. Mit 19 – kurz vor der Abschlussprüfung als Innendekorateur – stand der Einsiedler schon mit einem Fuss im professionellen Motorsport. Auch in der Formel Renault vermochte er zu überzeugen und erhielt so einen Zweijahresvertrag für die französische Formel 3. Auch dort wusste er zu glänzen und landete schliesslich in der deutschen Formel 3, wo er 1999 mit vier Siegen für das Bemani-Team sensationell Gesamtzweiter wurde. Fässlers Erfolge blieben auch dem damaligen Mercedes-Sportchef Norbert Haug nicht verborgen. Für 2000 holte er Fässler in die DTM. Seinen ersten Sieg feierte er dort 2001 in Oschersleben. 2003 wurde er Gesamtdritter.
2004 wechselte Fässler zu Opel. Dort geriet die Karriere ins Stocken – «und meine Karriere wäre beinahe zu Ende gewesen». Mit einem ersten Start in Le Mans (2006) und einem Sieg bei den 24h von Spa 2007 mit Corvette kämpfte er sich zurück. Der Rest ist Geschichte: mit Audi siegte Fässler bei den 24 Stunden an der Sarthe drei Mal: 2011, 2012 und 2014, obendrauf gewann er die Langstrecken-WM 2012, die 12h von Sebring 2013 und die 24h von Daytona in der GT-Klasse – wieder mit Corvette.
Fässler lebt seit Jahren in Gross am Sihlsee – zusammen mit seiner Gattin Isabel und seinen vier Töchtern, die langsam flügge werden. Bodenständigkeit zeichnet ihn aus – «vermutlich, weil mir meine Eltern eine gute Erziehung mit auf den Weg gaben». Sein grösster Erfolg ist für ihn neben Le Mans die Tatsache, dass er mehr als 20 Jahre im Profirennsport dabei sein durfte. Wenn’s der Zeitplan zulässt, schwingt er sich aufs Rennrad, fährt Motorrad oder geht Langlaufen, «wenn der Rücken nicht zwickt». Oder er kümmert sich um sein selbst gebrautes Bier, dessen Name Programm ist: Flat out, Vollgas.
Das letzte Juli-Wochenende war aus Schweizer Sicht etwas «mau». Ganz anders präsentierten sich die international tätigen Schweizer Rennfahrer am ersten August-Wochenende, was möglicherweise am Nationalfeiertag gelegen hatte…
Noch fehlen 2,5 Punkte. Doch Ricardo Feller ist auf dem besten Weg in der Sprintwertung der GT World Challenge die Gesamtführung zu übernehmen. Beim dritten von fünf Rennwochenenden in Magny-Course (FRA) sicherte sich der gebürtige Aargauer seinen zweiten Saisonsieg. Für den 26-jährigen Porsche-Piloten war es insgesamt der dritte Podestplatz in dieser Meisterschaft. Zusammen mit seinem dänischen Teamkollegen Bastian Buus liegt er nun auf Platz 2. Ausschlaggebend für den dritten Saisonsieg war ein perfekt getimter und ausgeführter Boxenstopp von Fellers Team Lionspeed GP. Den Schweizer Erfolg rundete Patric Niederhauser am Sonntag mit Rang 3 ab. Für den Berner war es nach einem bisher schwierigen Saisonverlauf das beste Ergebnis im Sprint Cup.
Auch am Nürburgring (GER) stand ein Schweizer in einem Porsche 911 GT3 auf dem Podest. Zwar verpasste Alex Fontana das Gesamtpodium als Vierter beim zur NLS zählenden Ruhr-Pokal knapp, in der ProAm-Wertung reichte es aber locker zu Platz 2. Auch Christoph Lenz durfte auf einem Audi R8 LMS GT3 einen Klassensieg feiern. Genauso wie Manuel Metzger auf einem Porsche 911 GT3 Cup und Ranko Mijatovic auf einem BMW M2 von Hofor Racing.
Lange hat er warten müssen. Im siebten Anlauf hat es endlich geklappt. Louis Delétraz hat sich als Cadillac-Werksfahrer seinen ersten Podestplatz in der hart umkämpften IMSA geholt. Der Genfer wurde beim 6h-Rennen in Elkhart Lake mit seinem US-amerikanischen Teamkollegen Jordan Taylor Dritter. Dank dem Sieg des Schwesterautos mit Filipe Albuquerque und Ricky Taylor war das Rennen in Wisconsin das erfolgreichste für Cadillac in den vergangenen zwei Jahren. Delétraz liegt bei noch zwei ausstehenden Rennen auf Rang 9 im Gesamtklassement. «Vielen Dank an Cadillac, vielen Dank an Wayne Taylor Racing», meinte Delétraz nach dem Rennen. «Natürlich ist es ein bisschen enttäuschend. Wir hatten ein so gutes und starkes Rennen. Ich entschuldige mich für meinen Fehler während der Gelbphase. Ich war der Erste, der an der Unfallstelle ankam, und habe einfach ein Ausweichmanöver gemacht, um nicht mit dem Safety Car zusammenzustossen, das mitten auf der Strecke stand. Ich nehme an, dass ich dafür die Strafe bekam.»
Auch in der GTD-Klasse gab es aus Schweizer Sicht Grund zum Jubeln. Der amtierende Meister Philip Ellis sicherte sich seinen dritten Sieg in dieser Saison. Weil das im Gesamtklassement führende Duo nur auf Platz 11 landete, hat der Zuger seine Aussichten auf eine erfolgreiche Titelverteidigung massiv gesteigert.
In der FIA Formel 4 CEZ gingen sämtliche Siege beim Rennen in Most (CZE) an das Schweizer Team Jenzer Motorsport. Im ersten Vorlauf siegte der Tscheche Max Karhan. Die restlichen Siege sowie auch der Triumph im Finale gingen an den Deutschen Elia Weiss. Bester Pilot aus dem Team Maffi Racing war der Däne David Walther als Dritter. Bester Schweizer Fahrer war Georgiy Zasov (ebenfalls Jenzer). Der letztjährige Schweizer Kart-Meister in der Kat. OK Senior wurde im Finale Zehnter.
Am Mittwoch, 22. Juli, ist mit Heinrich «Heiri» Keller ein ehemaliger Rennfahrer und Mäzen im Alter von 95 Jahren gestorben, dessen grosse Leidenschaft der Automobilrennsport war. Der erfolgreiche Gümliger Unternehmer in der Baubranche unterstützte einerseits talentierte lokale Fahrer wie Peter Arm, Ruedi Frei oder Benjamin Studer, er ermöglichte aber auch einem wie Ruedi Eggenberger den Aufbau einer eigenen Firma. Auch zahlreiche andere Fahrer kamen in den Genuss von Kellers Unterstützung. So unter anderem auch Herbert Müller. Keller war «Stumpen-Herbie» u.a. bei der Anschaffung seines De Tomaso Pantera behilflich.
Keller, der ursprünglich aus der Ostschweiz stammte, fuhr in den Siebzigerjahren auch selber Rennen. Er hatte eine Vorliebe für hubraumstarke Autos. So steuerte Keller nach einem Gruppe-1-Camaro auch den ex-Müller-Pantera sowie später mehrmals einen Ferrari 512M aus Müllers Rennstall in der Schweizer Meisterschaft und im Ausland. Seinen grössten Triumph feierte er 1975 mit dem Gewinn des 4-Stunden-Rennens in Jarama (ESP) an der Seite von Paul Keller (nicht verwandt) auf einem BMW 3.0 CSL.
Sein nächstes Umfeld hat Keller als eine Kämpfernatur beschrieben. Besonders geprägt haben ihn sein Einsatzwille, sein unternehmerisches Denken, seine Sportlichkeit und seine gesellige Art. Auto Sport Schweiz spricht der Familie von «Heiri» Keller sein aufrichtiges Beileid aus. Gemäss einer persönlichen Verfügung findet keine Trauerfeier oder Abdankung statt.
In Anzère war nicht nur Halbzeit in der Schweizer Berg-Meisterschaft, auch der Schweizer Berg-Pokal hat vier von acht Rennen absolviert. Es führen ohne Verlustpunkte Ludovic Monnier und Stephan Burri.
Der Schweizer Berg-Pokal für hubraumschwächere Fahrzeuge gestaltet sich auch dieses Jahr sehr ausgeglichen. Beim Bergrennen in Anzère war Halbzeit. Vier der acht Rennen sind Geschichte – zwei Fahrer haben noch eine weisse Weste: Ludovic Monnier (VW Golf) und Stephan Burri (VW Scirocco). Monnier ist im Berg-Pokal zum ersten Mal in der Rolle des Tabellenführers. Burri kennt das Gefühl bereits. 2023 gewann der Berner, der vor rund sieben Jahren aufgrund seines Berufes als Garagist in den Thurgau ausgewandert ist, den Pokal für Tourenwagen bis 2 Liter. Beide Fahrer haben 80 Punkte auf dem Konto.
Monnier (im Turbo-Golf von Vorjahres-Bergpokal-Sieger Danny Krieg) hat seine Gegner in der E1 bis 2000 cm3 erwartungsgemäss gut im Griff. In Hemberg bezwang er Kurt Tschirky (Opel Kadett) deutlich mit mehr als sechs Sekunden Vorsprung. Auch in La Roche lag der gebürtige Waadtländer 5,6 sec vor dem Opel des schnellen Sébastien Coquoz. In Reitnau hiess der erste Verfolger von Monnier Ruedi Fuhrer im Honda CRX (+6,2 sec). In Anzère war es wieder Coquoz, der am meisten Druck machte, bis auf 4,3 sec an Monnier herankam, aber ohne Turbo Monnier nur bezwingen kann, wenn dieser einen Fehler macht oder ein technisches Problem hat. Dieses hatte Monnier bisher nur einmal. Zum Glück für ihn bei einem Bergrennen in Frankreich, das nicht zur Meisterschaft zählt. «Dort ist mir die Befestigung am Fahrgestell gebrochen», so Ludovic.
Burri muss in der Interswiss bis 2 Liter auf mehr Gegner gleichzeitig aufpassen. Allen voran aber auf Arnaud Donzé im VW Golf. Der Jurassier ist Burri in der Regel immer dicht auf den Fersen. In Hemberg betrug der Vorsprung Burris 1,6, in La Roche waren es 1,4 und in Reitnau gar nur 0,9 Sekunden. Einzig in Anzère hatte Burri mit 6,1 Sekunden Vorsprung Luft nach hinten.
Monnier hat aber noch einen anderen Vorteil auf seiner Seite. Liegen die beiden VW-Piloten auch nach acht Rennen noch ohne Verlustpunkte an der Spitze, entscheiden die Positionen im SCRATCH über die Vergabe des Titels. Und dort hat Monnier die Nase leicht vorne.
Vergleich Monnier vs. Burri im SCRATCH:
Hemberg: Monnier 12., Burri 21.
La Roche: Monnier 16., Burri 23.
Reitnau: Monnier 9., Burri 14.
Anzère: Monnier 15., Burri 19.
Rang 3 im Zwischenklassement belegt bei Halbzeit Hans-Peter Eller auf seinem giftgrünen Opel Kadett C aus der E1 bis 1,6 Liter. Vierter ist Andreas Helm im VW Polo. «Helmi» ist in der IS bis 1,4 Liter bisher auch ungeschlagen. Er erhielt zuletzt in Anzère aber nur halbe Punkte, weil in seiner Gruppe zu wenig Gegner gestartet sind. Platz 5 geht im Moment an Werner Rohr mit seinem Toyota Corolla (IS bis 1,6 Liter). Rohr hat in La Roche (hinter Martin Howald und Christophe Oulevay) Federn gelassen. Auch in Reitnau war Howald schneller, Auf Platz 6 folgen ex-aequo Arnaud Donzé und Thomas Zürcher im Renault Clio. Letzterer war bis Anzère ebenfalls noch einer der Führenden. Der Unfall im Wallis hat ihn die bisherige Top-Position gekostet. Die restlichen Fahrer der Top 10: 8. Stefan Schöpfer (Audi 50), 9. Beat Rohr (Renault Clio), 10. Beat Oertig (Peugeot 106).
Die bisherigen Meister des Schweizer Berg-Pokals
2014 Martin Bürki, VW Polo
2015 Martin Bürki, VW Polo
2016 Danny Krieg, Audi A4
2017 Giuliano Piccinato, Honda Integra Type R
2018 Martin Bürki, VW Polo
2019 Philip Krebs, Renault Clio
2020 (wegen Corona keine Meisterschaft)
2021 (wegen Corona keine Meisterschaft)
2022 Martin Bürki, VW Polo
2023 Stephan Burri, VW Scirocco
2024 Jean-François Chariatte, Fiat X1/9
2025 Danny Krieg, VW Golf Rally
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