Levier (FRA) 31.5.26

Latest News

13.05.2026 Vorschau Slalom Bure: Behält Bralla die Nerven?
Bralla Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Titelanwärter: Christian Bralla in seinem Fiat X1/9 © Eichenberger

Am kommenden Wochenende (16./17. Mai) findet in der Bure (JU) der vorletzte Lauf zur Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026 statt. Die besten Karten mit Blick auf den Titel hat der Tessiner Christian Bralla. In trockenen Tüchern ist die Angelegenheit aber noch nicht.

Bei allen bisherigen Slaloms in dieser Saison war Christian Bralla (48) in der E1 bis 2 Liter Klassenbester. Zwei Mal (am Sonntag in Bière und am Samstag in Ambri) war er gar der schnellste Tourenwagenpilot. Holt er in Bure und in Chamblon nochmals je einen «Zwanziger», ist ihm sein erster Slalom-Titel zu 99,9 Prozent nicht mehr zu nehmen. Doch Bralla hat nicht nur gute Erinnerungen an die mit 5,3 Kilometer längste Slalom-Strecke im Schweizer Kalender. 2023 bei seinem ersten Rennen in Bure wurde Bralla nach Torfehlern in beiden Läufen nur Siebter. Besser lief es ihm 2024. In 2:45,7 min stellte Bralla die Tagesbestzeit bei den Tourenwagen auf. Im Vorjahr verzichtete der Fahrer des Fiat X1/9 auf das Rennen im Jura. Man darf also gespannt sein, wie es ihm diesmal läuft.

Ebenfalls mit dem Punktemaximum reist Vorjahresmeister Alessandro Grispino an. Allerdings fährt der 25-jährige Schwyzer nicht wie bisher in der Gruppe A/ISA/R2/R3, sondern in der Interswiss bis 2 Liter. «Ich fahre in Bure mit dem grauen Renault Clio, den ich im vergangenen Jahr in Hemberg und Oberhallau eingesetzt habe», erklärt Grispino. «Diese Entscheidung habe ich unabhängig von der Meisterschaft gefällt, weil ich noch ein paar Bergrennen fahren möchte. Und das geht nur, wenn ich das Auto vorher teste.» Da in Grispinos eigentlicher Gruppe für Bure nur drei Teilnehmende eingeschrieben sind, hätte der Slalom-Champion von 2025 am Sonntag eh nur halbe Punkte machen können. Schneidet er in der IS bis 2 Liter besser als Rang 4 ab, könnte er vielleicht sogar noch mehr Zähler holen. Aber das wird bei der dortigen Konkurrenz a) schwer und b) «habe ich immer betont, dass ich nicht auf die Meisterschaft schaue».

Grispino myrally ch Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Alessandro Grispino kommt mit dem grauen Clio nach Bure © myrally.ch

Zurücklehnen kann sich Bralla aber dennoch nicht. Mit Christophe Maréchal lauert ein schneller BMW-Fahrer auf seine Chance. Der 33-Jährige Waadtländer hat nur fünf Punkte Rückstand auf das Führungsduo. Vier Mal war Maréchal in der E1 bis 3 Liter schon schnellster. Nur in Frauenfeld musste er sich mit Platz 2 hinter Hermann Bollhalder im Opel Speedster begnügen. Seinen stärksten Klassengegner Tom Huwiler hat Maréchal bisher im Griff. Gefahr droht aber von den etwas leistungsschwächeren BMW’s – allen voran von Steven Chiquita und Hugo Mascaro, die, wenn es um die Punkte geht, in derselben Division erfasst werden. Damit die beiden Junioren Maréchal ein Bein stellen könnten, müssten sie am Sonntag aber über sich hinauswachsen. Denn ausgerechnet in Bure ist Leistung gefragt. Und davon hat Maréchal zwischen 80 und 100 PS mehr…

Zurück ins Rennen um einen Platz auf dem Gesamtpodium könnte sich am Wochenende auch Lionel Ryter bringen. In Abwesenheit von Rekordtagessieger Philip Egli ist er in Ambri zu zwei weiteren Tagessiegen gefahren. Und weil Egli auch in Bure fehlt, gilt Ryter als Favorit auf Platz 1 im SCRATCH. Wie man in Bure gewinnt – das weiss Ryter. Im Vorjahr siegte er dank einem sensationell starken zweiten Rennlauf. Die grösste Konkurrenz für Ryter dürfte wie schon in Ambri der Jurassier Ursanne Salomon sein. Für ihn ist die Strecke nicht neu. Und dennoch wird es für ihn nicht einfach werden, denn im Vorjahr war Salomon noch mit einem Formel Renault unterwegs. Diesmal fährt er mit seinem von Roland Bossy erworbenen Formel-3-Dallara.

Marechal Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Einer fürs Gesamtpodest: Maréchal liegt nur fünf Punkte zurück © Eichenberger

Nochmals zurück zu den Tourenwagen: Da könnte es um den «Tagessieg» knapper werden. Neben Christian Bralla stehen mit Christoph Zwahlen (Porsche 911), Matthias Bischofberger (Porsche 997 GT3 Cup), Dino Wintsch (Porsche 911) und Martin Bürki alias «Speedmaster» im Ex-Nüssli-Ford-Escort-Cosworth vier weitere heisse Eisen am Start.  

Der Trainingsbetrieb in Bure wird am Samstag ab 7.15 Uhr aufgenommen, wobei der erste Tag für die LOCalen Teilnehmenden (inkl. Suzuki Swiss Racing Cup) reserviert ist. Am Sonntag stehen dann ab 7.30 Uhr mehrheitlich die NATionalen Wettbewerbe an. Der erste Rennlauf beginnt um 13.30 Uhr. Die Siegerehrung ist um 19.00 Uhr geplant. Der Eintritt ist frei. Verpflegungsmöglichkeiten gibt es auf Platz. 

Termine Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026
18./19. April, Frauenfeld
25. April, Bière 1
26. April, Bière 2
2. Mai, Ambri 1
3. Mai, Ambri 2
16./17. Mai, Bure
20./21. Juni, Chamblon

Bure Kantine Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Die Strecke in Bure mit dem Zuschauerbereich bei der Kantine © Eichenberger

Permalink

11.05.2026 Jetzt bräuchte es nur noch ein gutes Projekt für eine Rundstrecke
Formel E Bern Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Das Formel-E-Rennen in Bern 2019 konnte nur mit einer Sondergenehmigung stattfinden © Formula E

Nach jahrelangen Diskussionen ist es endlich soweit: Gemäss Bundesrat sind Rundstreckenrennen in der Schweiz ab dem 1. Juli 2026 unter bestimmten Auflagen wieder zugelassen.  

2022 hat der Ständerat nach jahrelangem Hin und Her die Vorlage zur Überarbeitung des Strassenverkehrsgesetztes mit 27:15 Stimmen gutgeheissen. Nun, fast vier Jahre später, wurden auch die Detailregelungen in der Verkehrsregelverordnung angepasst. Das bedeutet: Gemäss Bundesrat sind Rundstreckenrennen in der Schweiz ab dem 1. Juli 2026 unter bestimmten Auflagen wieder zugelassen. Die entsprechende Bewilligungen liegen bei den Kantonen, welche insbesondere die Sicherheitsstandards sowie die Anforderungen des Umweltschutzes zu berücksichtigen haben.

Den ersten Versuch, das Rundstreckenverbot in der Schweiz aufzuheben, nahm im Jahr 2003 Alt-Nationalrat Ulrich Giezendanner. Seine parlamentarische Initiative scheiterte aber am Veto des Ständerats. Das Thema beschäftigte aber weiter. 2010 war es dann Alt-Nationalrat  Walter Wobmann, der einen zweiten Anlauf. In der parlamentarischen Initiative «Aufhebung des Verbots von Rundstreckenrennen in der Schweiz» verlangte er, das Strassenverkehrsgesetz so anzupassen, dass das Verbot öffentlicher Rundstreckenrennen mit Motorfahrzeugen wieder erlaubt sei. 

In seiner Begründung hielt Wobmann damals fest, dass sich sowohl die Sicherheitsmassnahmen im Allgemeinen wie auch die Technologie der Fahrzeuge massiv verbessert habe. Ausserdem fügte er an, dass das Verbot zur Folge habe, dass Schweizer Motorsportler für Trainings- und Rennzwecke jährlich Tausende Kilometer zurücklegen müssen, weil die Schweiz keine eigene Rundstrecke besitzt. Aber auch Kurse zur Förderung der Fahrzeugbeherrschung oder Testfahrten mit speziellen Auto- bzw. Motorradmodellen, welche sich nur auf einer vollwertigen Rennstrecke durchführen lassen, müssen im umliegenden Ausland durchgeführt werden. Dies sei, so Wobmann damals, neben der Diskriminierung einer Sportart und ihrer Zehntausenden von einheimischen Fans sowohl ökologisch wie auch volkwirtschaftlich ein Unsinn.

Zum geschichtlichen Hintergrund: Das Verbot für Rundstreckenrennen in der Schweiz ist nach dem schweren Le-Mans-Unfall 1955, bei dem 84 Menschen starben, in Kraft getreten. Für die Rennen der Formel E in Zürich 2018 und Bern 2019 wurden Sondergenehmigungen gesprochen. Auch andere Staaten hatten schon ähnliche Verbote in ihrer Verfassung. In Norwegen beispielsweise galt nach einem Unfall bei einer Rallye ein Verbot für selbige von 1972 bis 1984. Auch Israel kannte ein Verbot von Rundstreckenrennen. Allerdings erst in den 1990er-Jahren. Dieses ist 2011 gefallen. Und auch der Freistaat Preussen hatte 1929 nach schweren Unfällen ein Verbot eingeführt. Dieses wurde aber schon im Jahr darauf wieder gelockert. 

Permalink

11.05.2026 Reto Meisel siegt in Spanien
Meisel myrally ch Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Reto Meisel (hier ein Archivbild) siegte beim EM-Lauf in Spanien © myrally.ch

Wie immer informieren wir Sie an dieser Stelle auch über die Schweizer Bergrennfahrer, die international im Einsatz standen: So zum Beispiel dieses Wochenende mit einem weitern Sieg von Reto Meisel in Spanien.

Reto Meisel errang mit seinem Mercedes SLK340 Judd beim zweiten Lauf zur Berg-EM in Spanien, der Subida al Fito, den Sieg in der Gruppe 1. EM-Auftaktsieger Ronnie Bratschi (er startet mit tschechischer Lizenz) schied im ersten Rennlauf auf stellenweise feuchter Bahn durch einen Unfall mit seinem Mitsubishi aus. Somit führt Meisel nach zwei EM-Läufen das Klassement in der EM-Gruppe 1 an, er ist auch am nächsten Sonntag auf seiner Lieblingsstrecke in Falperra in Portugal der Favorit auf den Sieg.

Schnellster Tourenwagenpilot in Spanien war der Einheimische Javier Villa auf einem BRC 110T, einer spanischen Konstruktion mit Alpine-Silhouette und Honda-Turbomotor, mit der er in der Gruppe 2 eingeteilt ist. Der Tagessieg ging wie in Österreich an Titelverteidiger Christian Merli auf einem Nova Proto NP01 mit Cosworth-V8-Saugmotor von Heini Mader aus Gland (VD). Der gleich motorisierte Deutsche Alexander Hin sorgte mit beherzter Fahrt im ersten Rennlauf für einen Doppelsieg des Südtiroler Teams. Wegen eines Unwetters am späteren Nachmittag wurde kein dritter Rennlauf mehr ausgetragen.

Text: Peter Wyss

Permalink

11.05.2026 Weekend-Report 13/2026
Alexis Genolet Valencia 2026 Podium Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Gratulation! Alexis Genolet (Mitte) gewann in Valencia das Auftaktrennen zur FIA Academy Trophy bei den Senioren © Instagram Genolet

Das vergangene Weekend stand ganz im Zeichen vom zweiten Podestplatz Raffaele Marciellos in der WEC. Aber es gab noch einen anderen grossen Schweizer Triumph zu feiern: im Kartsport – dank Alexis Genolet.

Für einmal fangen wir beim Weekend-Report mit dem Kartsport an. Und das hat seinen guten Grund. Der Genfer Alexis Genolet hat beim Saisonauftakt der FIA Academy Trophy in Valencia (ESP) bei den Senioren nicht nur sensationell die Pole-Position geholt und zwei der drei Vorläufe gewonnen, der Zweitplatzierte des Young Drivers Projekts von 2025 hat auch im Finale souverän mit einem Start-Ziel-Sieg triumphiert. Und das mit mehr als sechs Sekunden Vorsprung! «Ein fantastisches Wochenende, an dem einfach alles perfekt gepasst hat», meinte Genolet. «Ein riesiges Dankeschön an meine Familie, mein Team und alle, die mich unterstützen.» Um die Chancengleichheit zu wahren werden bei der FIA Academy Trophy die Motoren an einem Wochenende immer wieder unter den Fahrern getauscht. Vier Mal hat Genolet einen anderen Motor bekommen – am Speed und der Konstanz des jungen Genfers, der auch dieses Jahr Teil des YDP von Auto Sport Schweiz ist, hat das aber nichts geändert.

Parallel zur Academy wurde in Valencia auch ein Lauf zur FIA-Europameisterschaft ausgetragen. Bester Schweizer war in der Kat. OK Dan Allemann als Fünfter im Finale. Leider erhielt er nachträglich eine Strafe wegen Nichtbeachten der Tracklimits, was ihn auf Rang 15 zurückwarf. Bei den Junioren hielt Albert Tamm die Schweizer Flagge hoch. Leider bekam auch er eine Fünf-Sekunden-Strafe und wurde 18.

Raffaele Marciello Spa 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Hat gut lachen: Marciello wurde in Spa Zweiter mit BMW © Cornevaux

Kommen wir zu den Profis: Beim 6-Stunden-Klassiker der WEC in Spa-Francorchamps (BEL) haben nicht die starken Alpine und auch nicht Polesetter Peugeot gewonnen. Bei der Generalprobe zu den 24 Stunden von Le Mans sicherte sich BMW beim Heimspiel für das Einsatzteam WRT einen Doppelsieg – mit Raffaele Marciello auf Rang 2. Für Sébastien Buemi endete das Rennen nach dem Sieg in Imola auf einem enttäuschenden zehnten Rang, nachdem der Toyota mit der #8 eine Stunde vor Schluss zurückgefallen, weil sie kurz zuvor gestoppt hatte und alle anderen unter VSC reinkamen. Auch Louis Delétraz kämpfte im Cadillac gegen Rennende mit stumpfen Waffen und wurde Neunter. In der LMGT3 ging der Sieg an den mit Schweizer Lizenz fahrenden Marvin Kirchhöfer aus Luzern. Thomas Flohr wurde in derselben Klasse 15.

Auch beim Auftakt der italienischen Formel-4-Meisterschaft in Misano (ITA) gab es Schweizer Podestplätze. Zumindest bei den Rookies. Florentin Hattemer (Trident Racing) wurde in den Vorläufen zwei Mal Zweiter. Levi Arn (Jenzer Motorsport) war im zweiten Pre-Heat Dritter und im Finale Vierter. Der dritte Schweizer im Bunde, Georgiy Zasov, verpasste die Finalqualifikation. Einen super Job machte auch der Däne David Walther. Er fuhr im Finale für Maffi Racing auf Platz 3 im Gesamtklassement.

In der britischen Formel 4 gab es für Chiara Bättig beim zweiten Rennen in Brands Hatch (GBR) die Plätze 17, 20 und 6. Das erste Rennen musste Bättig nach einem technischen Defekt im Qualifying von ganz hinten in Angriff nehmen.  

Zwei Podestplätze gab es auch für Kevin Gilardoni. Der vielen von der Rally del Ticino bekannte Bünder erzielte bei der Super Trofeo Lamborghini in Imola (ITA) die Plätze 2 und 3.

Hattemer Arn Misano 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Hattemer (l.) und Arn (r.) auf dem Rookie-Podium in Misano © F4 Italia

Permalink

11.05.2026 Geschäftsstelle: Öffnungszeiten Auffahrt

Die Geschäftsstelle von Auto Sport Schweiz wird in den kommenden Tagen wie folgt zu erreichen sein:

Mittwoch, 13.05.2026, bis 15.00 Uhr
Donnerstag, 14.05.2026, geschlossen
Freitag, 15.05.2026, geschlossen

Ab Montag, 18.05.2026 stehen wir Ihnen zu den üblichen Büroöffnungszeiten jederzeit gerne wieder zur Verfügung.

Auto Sport Schweiz

Permalink

08.05.2026 Gestatten – Prost, Kimi Prost!
Nicolas und Kimi Prost Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Kimi Prost mit seinem Vater Nicolas Prost © Eichenberger

Die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft ist um einen im Motorsport sehr berühmten Namen reicher. Gestatten – Kimi Prost, Sohn von Nicolas Prost und Enkel von Formel-1-Legende Alain Prost.

Ob Fittipaldi, Schumacher, Räikkönen oder Prost – viele berühmte Namen im Motorsport leben weiter. Im letztgenannten Beispiel ist mit Kimi Prost bereits die dritte Generation am Fahren. Gerade mal zehn Jahre jung ist der Sohn von Nicolas Prost (44) respektive der Enkel des viermaligen Formel-1-Weltmeisters Alain Prost (71). Im Vorjahr verdiente er sich seine ersten Sporen in der VEGA Trofeo. In diesem Jahr bestreitet er erneut die VEGA und parallel dazu absolviert er die komplette Saison der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft. Und das bereits sehr erfolgreich: Nach den ersten beiden Rennen liegt Prost jr. bei den Super Minis auf dem dritten Zwischenrang.

Noch erfolgreicher war Kimi eine Woche nach dem Rennen der SM beim ersten Lauf zur IAME Series Italy wieder in Franciacorta. Dort hat der Spirit-Pilot seinen ersten internationalen Sieg errungen – ganz zum Stolz seines Vaters respektive Grossvaters. «Mein Vater ist zwar immer noch ziemlich distanziert», sagt Nico Prost, «aber er verfolgt das Geschehen aufmerksam, gibt Ratschläge und hat sich sehr gefreut, dass Kimi gewonnen hat.»

Angefangen hat Kimi Prost mit ca. vier Jahren auf der Kartbahn in Vuiteboeuf (VD). Damit hat er schon jetzt um ein Vielfaches mehr Erfahrung im Kartsport als sein Vater. Der ist nämlich – abgesehen von ein paar Rennen zur SM 1994 – kaum Kart gefahren, dafür aber als Spätzünder (mit 21 Jahren) nahezu direkt in den Formelsport eingestiegen. Dort hat Nico u.a. an der Seite von Sébastien Buemi in der Formel E gewonnen, war Klassensieger in Le Mans und hat es sogar zum Formel-1-Testfahrer geschafft.

Übrigens: Der Name Kimi ist nicht ganz zufällig gewählt. «Ich mochte den Vornamen Kimi schon immer», erklärt der Vater, «aber Räikkönen fand ich halt auch schon immer sympathisch.» Nimmt man den Bruder von Kimi dazu, steht einer Karriere der beiden Brüder eigentlich nichts mehr im Weg. Der Zweitgeborene ist fünf Jahre jünger, sass auch schon im Kart und heisst Mika…   

Kimi Prost Franciacorta 2026 02 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Kimi Im Dreikampf mit Joy Allemann und Ben Iten © Eichenberger

Permalink

07.05.2026 PSCS: Burkard zwei Mal auf dem Podium
PSCS Monza 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Start zum GT3-Rennen des PSCS in Monza © Porsche

Zwei verschiedene Sieger im GT3 Cup, ein weiterhin ungeschlagener Dragos Buriu in der Open GT und ein unerwarteter Ausgang des Langstrecken-Wettbewerbs: Das zweite Rennwochenende des Porsche Sports Cup Suisse in Monza bot einmal mehr spannenden Motorsport. 

Nach seinen beiden souveränen Siegen in Portimão im Rahmen des ersten Rennwochenendes des Porsche Sports Cup Suisse traf Jack Sherwood in Monza auf harte Konkurrenz: Felix Neuhofer wollte einen weiteren Durchmarsch des Briten verhindern. Gleich im ersten Rennen mit den 510 PS starken Porsche 911 GT3 Cup der Generation 992.1, konnte der Österreicher die Führung in der Startrunde an sich reissen. Dies wollte Pole-Position-Mann Sherwood so nicht gelten lassen und kämpfte sich in der zwölften Runde wieder an die Spitze. Sechs weitere Umläufe später überquerte er die Ziellinie mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,9 Sekunden. Auch im zweiten Lauf sah es für den aus Lancashire stammenden Engländer gut aus: Neuhofer musste von der fünften statt der zweiten Position starten, da er Reifen getauscht hatte. Dies schien den Porsche-Routinier jedoch besonders zu beflügeln. Aus der ersten Runde kehrte er als Dritter zurück, in Umlauf zwei tauchte er bereits in Sherwoods Rückspiegel auf und in der vierten Runde lag er vorn. Am Ende betrug sein Abstand mehr als drei Sekunden.

Über Platz 3 durfte sich in beiden Rennen Gregor Burkard freuen – obwohl der Schweizer jeweils von der siebten Position gestartet war. Im ersten Lauf musste der Sportec-Chef zunächst Christian Caramuscia und Moritz Weber überholen, bevor auch Peter Hegglin an der Reihe war. Das zweite Rennen beendete Burkard mit einem satten Vorsprung von über 18 Sekunden vor Caramuscia. 

In der Klasse 10, reserviert für Teilnehmer mit dem 500 PS starken Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport, konzentrierte sich das Renngeschehen auf das Duell zwischen David Dias aus der Schweiz und dem Deutschen Marcel Clausen. Es endete in beiden Fällen mit dem ersten Platz für Dias. Den Gesamtsieg in den beiden Rennen der Gruppe Open GT sicherte sich wie zuvor beim Saisonauftakt im portugiesischen Portimão Dragos Buriu. Das zweistündige Langstreckenrennen, das auch im Königlichen Park von Monza wieder das Wochenende des Porsche Sports Cup Suisse abrundete, ging an Levin Gelf und Jannes Fittje.

Burkard Monza 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Gregor Burkard (rechts) stand in Monza zwei Mal auf dem Podest © Porsche

Permalink

06.05.2026 Nachruf Pierre-Antoine Gschwend
Pierre Antoine Gschwend Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Pierre Antoine Gschwend (links im Bild), 1945–2026 © RIV

Er zählt definitiv zu den Leuten, die die Rallye du Valais zu dem gemacht haben, was sie heute ist: Pierre-Antoine Gschwend. Am Sonntag, 26. April, ist der ehemalige Präsident und Rennleiter der legendärsten Rallye in der Schweiz im Alter von 81 Jahren verstorben.

Gschwend trat 1976 erstmals als Rennleiter der Rallye du Valais in Erscheinung. Genauer gesagt der Rallye du Vin. Denn so hiess die Rallye bis 1985. Das weinlastige Image der Veranstaltung passte Anfang der Achtzigerjahre nicht mehr ins Bild. Vor allem passte es nicht zu den europäischen Ambitionen ihres neuen Chefs, der einst als Beifahrer erste Rallye-Luft schnupperte. Gschwend war aber auch sonst dem Automobil- und insbesondere dem Rallyesport verbunden – so unter anderem als FIA-Beobachter. Als mehrfacher Teilnehmer der Rallye du Condroz pflegte Gschwend ausserdem gute Beziehungen nach Belgien. Dieser intensive Austausch machte sich auch bei der Rallye du Valais bemerkbar, die er bis 1992 leitete.

Mit Gschwend trat der gesellige Aspekt der Rallye du Vin immer mehr in den Hintergrund und machte Platz für eine rein sportliche Rallye, die schnell in internationale Meisterschaften aufgenommen wurde. So schaffte es Gschwend und sein Team, die Rallye du Vin 1979 in den Kalender der Rallye-Europameisterschaft aufzunehmen. Immer wieder zog die Rallye du Vin/Valais – auch wegen Gschwend – berühmte Namen wie Per Eklund, Jean Ragnotti oder Sepp Haider an.

Einer, der ihm nahe stand, war der ehemalige Rallye-Pilot Philippe Roux. «Ich hatte das Glück, Pierre-Antoine kennenzulernen, als ich noch in der Schweizer Ski-Nationalmannschaft war. Bei meinen beiden Siegen im Wallis 1978 und 1988 war er Präsident der Veranstaltung. Pierre-Antoine war eine wahrhaft einzigartige Persönlichkeit und ein echter Chef der Rallye. Ich schulde ihm grossen Respekt und natürlich eine tiefe Freundschaft.»

Auto Sport Schweiz spricht Familienangehörigen und Freunden von Pierre-Antoine Gschwend sein tief empfundenes Beileid aus. 

Permalink

05.05.2026 Weekend-Report 12/2026
Nico Mueller Berlin 2026 erster Sieg Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Nico Müller feierte seinen ersten Sieg in der Formel E © Formula E

Was für ein Weekend für die Schweizer Rennfahrer! Drei Siege in drei international hoch angesehenen Meisterschaften – Gratulation an Nico Müller, Ricardo Feller und Grégoire Saucy.

Die Schweiz ist ein kleines Land. Und in Sachen Motorsport sind wir nicht mit Frankreich, Grossbritannien oder Deutschland zu vergleichen. Was unsere Schweizer Rennfahrer Wochenende für Wochenende in internationalen Rennserien abliefern, verdient jedoch Respekt! Am vergangenen Weekend gab es gleich drei Schweizer Siege zu feiern. Einer davon durfte Nico Müller feiern. Im 69. Anlauf gewann der Berner sein erstes Formel-E-Rennen. «Ich bin unglaublich erleichtert und extrem dankbar für diesen Sieg. So richtig begriffen habe ich das Ganze noch nicht – gerade an so einem besonderen Wochenende. Hier in Berlin möchte man die Fans stolz machen und auch die Geschichte der ‹Pink-Pig-Livery› weiterschreiben. Dass uns das heute auf diese Weise gelungen ist, macht mich sehr stolz.»

Auf dem Gelände des früheren Flughafens Tempelhof startete Müller von Platz 6 in das 39 Runden lange Pit-Boost-Rennen. Nach seinem Pflichtboxenstopp nutzte er seinen Energievorteil gegenüber den Konkurrenten, aktivierte als Erster seinen Attack Mode, übernahm die Führung und setzte sich in der Folge ab. Im Ziel betrug sein Vorsprung knapp fünf Sekunden. Im zweiten Rennen landete Müller nach einer Kollision im Kampf um Platz 5 auf dem 13. Rang. Auch die beiden anderen Schweizer punkteten in Berlin. Edoardo Mortara belegte die Plätze 4 und 7 und führte das Gesamtklassement nach dem ersten Rennen sogar an. Sébastien Buemi wurde im ersten Rennen Zwölfter, im zweiten Durchgang Vierter. Alle drei Schweizer liegen in der Gesamtwertung in den Top 10. Weiter geht’s mit der Formel-E-WM am 16./17. Mai mit einem Doubleheader in Monaco. 

Gregoire Saucy Le Castellet 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Grégoire Saucy gewann in Le Castellet in der ELMS © ELMS

Für ein weiteres Highlight aus Schweizer Sicht sorgte Grégoire Saucy in der ELMS. Der Jurassier hatte mit seinem Team United Autosports bereits beim Saisonauftakt in Barcelona mit Rang 3 auf sich aufmerksam gemacht. Beim zweiten Rennen in Le Castellet lief es noch besser. Saucy sicherte sich nicht nur den Gesamtsieg in der LMP2, dank dem Punktemaximum in Südfrankreich liegt der ehemalige Formel-3-Pilot nun auch in der Meisterschaft nach zwei von sechs Rennen ganz vorne. Und das trotz eines Drehers seines Teamkollegen Ben Hanley in der Schlussphase des Rennens. Ebenfalls top: das Team Kessel Racing. Die Tessiner gewannen mit der #57 das Rennen der LMGT3. 

Der dritte Schweizer Sieger am Wochenende war Ricardo Feller. Der Porsche-Pilot aus dem Team Lionspeed GP war schon im ersten Rennen der GT World Challenge in Brands Hatch flott unterwegs. Ein Lenkungsproblem nach dem Boxenstopp zwang das Team aber leider zur Aufgabe. Im zweiten Rennen liess Feller und sein Teamkollege, der Däne Bastian Buus, nichts anbrennen. Souverän gewann das Duo den zweiten Lauf zur diesjährigen Sprint-Meisterschaft. Der beste Ferrari von Emil Frey Racing landete auf Platz 5. «Wir haben das Team in zwei Jahren aufgebaut und sind dieses Jahr neu in die Pro-Klasse eingestiegen», verrät Feller. «Dass wir gleich am ersten Rennwochenende zwei Mal auf der Pole stehen und das zweite Rennen nach viel Pech im ersten Lauf gewinnen, ist natürlich grossartig.»

Nicht ganz so erfolgreich verlief es unseren Schweizer Kollegen in den USA. Beim IMSA-Rennen in Laguna Seca wurde Cadillac-Werkspilot Louis Delétraz Zehnter. Philip Ellis beendete das Rennen, das ganz im Zeichen des am Samstag verstorbenen Italieners Alex Zanardi stand, auf Rang 5.

Zum Kartsport: Auch hier gab es am Wochenende zwei Erfolgsmeldungen. Zoltan Coigny sicherte sich bei der IAME Italy in Lonato die Pole-Position und beide Siege in den Vorläufen. Weil jedoch eine Schraube an der hinteren Stossstange gebrochen war, wurde er disqualifiziert und musste im Finale von Position 10 ins Rennen gehen. Dieses beendete der Fahrer aus dem Team Spirit Racing auf Rang 2. Noch besser machte es Iven Ammann beim ROK Cup Italy in Franciacorta. Dort gewann der Thurgauer aus dem Team Innovate Competition mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,007 Sekunden das Finale.

Ricardo Feller Brands Hatch 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Der dritte Sieger: Ricardo Feller im Porsche ganz links © GTWC

Permalink

04.05.2026 Bergrennen Eschdorf: Trauer statt Trophäen
5642706f d9ce 4ac6 92d2 84b39da053be Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Robin Faustini war im Training in Eschdorf Gesamtschnellster © LP Rallye13

Beim Bergrennen Eschdorf in Luxemburg waren am vergangenen Wochenenden auch einige Schweizer im Einsatz. Nach einem tragischen Unfall am Sonntagmorgen wurde die Veranstaltung aber vorzeitig abgebrochen.

Mit Trauer statt Trophäen kehrten die Teilnehmer vom 34. European Hill Race in Eschdorf (LUX) nach Hause, darunter ein gutes Dutzend Schweizer. Im Verlauf des ersten Rennlaufs am Sonntagmorgen kam der bekannte belgische Porsche-Pilot Loic Cordier von der Strecke ab und erfasste dabei auch Streckenposten. Leider kam dabei eine 48-jährige Frau ums Leben, der Fahrer selbst und ein weiterer Marschall erlitten Verletzungen. Bis zum Abbruch der Veranstaltung waren 70 der 132 im Training klassierten Fahrer aus sieben Nationen im Ziel. Fabien Houlmann (Peugeot 205) und Andreas Helm (VW Polo) führten ihre Pf-Gruppen zu diesem Zeitpunkt an. 

Gesamtschnellster im Training war der zweifache Schweizer Bergmeister Robin Faustini vor dem Franzosen Sébastien Petit (beide Nova NP01 Emap Turbo) und den zwei weiteren Eidgenossen Michel Zemp im Norma-Helftec-Turbo (1. E2-SC-2000) und Marcel Steiner im Nova NP01-Helftec-Turbo). Für die Schweizer war das beliebte Rennen in Luxemburg ein willkommenes Training unter Wettbewerbsbedingungen vor dem Start zur Nationalen Meisterschaft am 6./7. Juni in Hemberg. Auto Sport Schweiz entbietet den Hinterbliebenen ihre aufrichtige Anteilnahme und wünscht allen weiteren Betroffenen viel Kraft bei der Bewältigung der Folgen dieses Unglücks.

Text: Peter Wyss

Permalink

Gesellschafter

Mitglied von

Ausrüster