Das erste Bergrennen der Saison hat gehalten, was man sich davon versprochen hat: Hemberg 2026 war spannend, auch wenn sich am Schluss mit Robin Faustini (bei den Rennwagen) und Roger Schnellmann (bei den Tourenwagen) die Favoriten durchgesetzt haben.
Die beiden Nova-Piloten fuhren direkt hintereinander die 1,758 Kilometer kurze Strecke in Hemberg hoch. Und deshalb konnte keiner Taktieren. Trotzdem meinte Marcel Steiner nach dem zweiten Lauf: «Ich kann machen, was ich will, Robin (Faustini) ist immer einen Tick schneller.» Im Klartext hiess das: Im ersten Lauf hatte Steiner eine 53,00 sec hingelegt. Faustini konterte in 52,85 sec. Im zweiten Durchgang verbesserte sich der sechsmalige Schweizer Berg-Meister auf 52,75. Und wieder war der amtierende Champion in 52,61 ein paar Hundertstelsekunden schneller. Der dritte Lauf musste die Entscheidung bringen. Doch in diesem konnte sich Steiner nicht mehr steigern. Während Robin noch unterwegs war, war nach Steiner Zieldurchfahrt in 53,36 sec der Kittel geflickt. «Ich hatte keinen groben Schnitzer gemacht», meinte Steiner, «aber viele kleine Fehler, die sich summieren. Trotzdem können wir nach dem ersten Rennen ein positives Fazit ziehen. Wir sind deutlich näher dran als im vergangenen Jahr.»
In der Addition der beiden schnellsten Läufe fehlten Steiner 1,34 Sekunden auf Faustini. Der fuhr im letzten Lauf nochmals wie entfesselt und verpasste in 51,80 sec den Streckenrekord um eine Zehntelsekunde. «Ich war bis zum dritten Lauf auf einer falschen Fährte», meinte Faustini. «Ich hatte für Hemberg eine neue Avon-Mischung aufgezogen. Aber irgendwie baute sich damit nicht das richtige Feeling fürs Auto auf – vor allem nicht beim Anbremsen. Für den dritten Lauf wechselte ich zurück auf die Mischung, die ich schon 2024 und 2025 in Hemberg verwendet hatte – und plötzlich passte es. Dass ich den Streckenrekord so knapp verpasst habe, ärgert mich natürlich. Aber gleichzeitig freue ich mich über den Sieg und die Konkurrenz.» Für Faustini war es saisonübergreifend der 16. Tagessieg hintereinander. Seit Les Paccots 2023 ist er ungeschlagen, sieht man vom Bergrennen in La Roche 2025 ab. Damals war der Auftakt der Schweizer Berg-Meisterschaft ja zweigeteilt.
Etwas überraschend war am Ende der Abstand von Steiner auf Faustini grösser, als der von Steiner auf den Drittplatzierten Michel Zemp. Der Luzerner im 2-Liter-Norma haute im dritten Lauf in 52,78 sec eine Fabelzeit heraus und verlor auf 3-Liter-Pilot Steiner in der Tageswertung nur 51 Hundertstelsekunden. Seine persönliche Bestzeit von 2024 (53,18 sec) verbesserte er um vier Zehntelsekunden. Damit untermauerte Zemp nicht nur seine Ambitionen («ich will dieses Jahr wieder aufs Gesamtpodium kommen»), er bewies auch, dass der zweite Platz in der Schweizer Berg-Meisterschaft 2025 alles andere als gestohlen war. Schon am kommenden Wochenende könnte Zemp erneut zuschlagen, wenn der zweite Lauf in La Roche auf dem Programm steht. Spätestens in Reitnau auf einer noch kürzeren Strecke als Hemberg ist der 39-Jährige ein absoluter Top-Favorit.
Platz 4 im SCRATCH ging an Philip Egli in seinem gelben Dallara F393. Der Slalom-Rekordtagessieger konnte nach vorne (logischerweise) nicht mehr ausrichten, hatte aber seine direkte Konkurrenz souverän im Griff. Der Fünftplatzierte Lionel Ryter (Formel Renault 2.0) war Egli im zweiten Lauf einigermassen ebenbürtig, kämpfte mit seinem Set-Up (allen voran mit den Stossdämpfern) und war auch dort eine Sekunde langsamer. Platz 3 bei den 2-Liter-Formelwagen ging an Christian Balmer. Sein Rückstand auf Egli betrug in der Addition der beiden schnellsten Läufe acht Sekunden.
Hinter den Top 5 rangierten mit Rückkehrer Roger Schnellmann im Mitsubishi Lancer Evo VIII und «Speedmaster» auf seinem Ford Escort Cosworth bereits die beiden schnellsten Tourenwagenfahrer. Und auch diese beiden schenkten sich in Hemberg nichts. Nach dem ersten Lauf hatte «Lokalmatador» Schnellmann in 58,69 gegenüber 59,62 sec von «Speedmaster» die Nase vorn. Auch nach zwei Läufen machte Roger seinem Nachnamen alle Ehre und lag weiter in Führung. Allerdings nur noch 0,62 Sekunden. Auch hier musste also der dritte Lauf entscheiden. Und in diesem setzte sich der Schwyzer mit 59,20 gegen 59,35 sec durch. Nach dem Rennen meinte Schnellmann: «Ganz ehrlich: Am Sonntagmorgen war ich etwas nervös. Vor allem am Start mit der neuen Kupplung. Aber es hat gut funktioniert und auch die Angst, es könnte wieder etwas kaputt gehen, ist grösstenteils gewichen.»
Schnellmann und «Speedmaster» waren in Hemberg die einzigen Fahrer mit Dach überm Kopf, die die Eine-Minute-Marke knackten. Nahe dran (und damit Dritter bei den Tourenwagen) war Ludovic Monnier im Ex-VW-Golf des amtierenden Tourenwagen-Champions Danny Krieg. Der 34-Jährige aus Monthey (VS) lag in allen drei Läufen nur knapp über einer Minute, gewann seine Konkurrenz souverän vor Kurt Tschirky und Ruedi Fuhrer und stellte einen neuen Klassenrekord. Hätte es in Hemberg einen Gleichmässigkeits-Wettbewerb gegeben, Monnier hätte ihn haushoch gewonnen: 1:00,56, 1:00,57 und 1:00,60 min – konstanter kann man nicht fahren! Hinter dem Gesamtzwölften Monnier war Bruno Sawatzki in seinem Porsche 991.1 Cup der schnellste Interswiss-Fahrer. Während sich der Tourenwagen-Meister von 2023 und 2024 im Vorjahr noch vom jungen Matthias Bischofberger entzaubern liess, hatte er diesen, auch wenn er im dritten Lauf zwei Zehntelsekunden langsamer war, diesmal im Griff.
Den knappsten Zieleinlauf gab es in der TCR. Neun Fahrzeuge standen in dieser Klasse am Start. Der Schnellste war Sergio Kuhn in seinem Peugeot 208. Der Vorsprung auf Patrick Flammer im Opel Astra betrug schlappe 0,02 Sekunden! Im Renault Classic Cup setzte sich Thomas Zürcher mit 0,48 respektive 0,68 sec Vorsprung erfolgreich gegen Beat Rohr und René Schnidrig durch. Alle weiteren Klassensieger in Hemberg entnehmen Sie der Übersicht: Alessandro Grispino (Renault Clio R3, A/ISA/R2/R3), Emeric Betticher (Toyota GR Yaris, SuperSérie Comp. bis 3000 cm3), Pierre Mürner (Porsche GT3, Super Série Comp. bis 4000 cm3), Markus Barnder (March 742, Gr. H/Formelwagen bis 2000 cm3), Armin Buschor (BMW 320, Gr. H/Tourenwagen bis 2000 cm3), Sylvain Chariatte (VW Golf, Histor. Classic), Sergio Kuhn (Peugeot 308, TCR), Adrian Gerber (Citroën Saxo, PSA Gr. N bis 1600 cm3), Ramon Hänggi (Citroën Saxo, PSA Gr. A bis 1600 cm3), Jürg Brunner (Renault Clio 2, RCC 2), Thomas Zürcher (Renault Clio 3, RCC 3), Hans-Ulrich Seifert (VW Polo, E1 bis 1400 cm3), Hans-Peter Eller (Opel Kadett C, E1 bis 1600 cm3), Ludovic Monnier (VW Golf Rally, E1 bis 2000 cm3), Steven Chiquita (BMW E30, E1 bis 2500 cm3), Hermann Bollhalder (Opel Speedster, E1 bis 3000 cm3), Bruno Ianniello (Lancia Delta S4, E1 bis 3500 cm3), Roger Schnellmann (Mitsubishi Lancer Evo VIII, E1 bis 4000 cm3), Frédéric Neff (Porsche 997 GT2R, E1 über 4000 cm3), Andreas Helm (VW Polo, IS bis 1400 cm3), Werner Rohr (Toyota Corolla AE86, IS bis 1600 cm3), Stephan Burri (VW Scirocco, IS bis 2000 cm3), Ferdi Waldvogel (BMW M3 E30, IS bis 2500 cm3), Bruno Sawatzki (Porsche 991.1 Cup, IS über 2500 cm3), Philip Egli (Dallara F393, E2-SS bis 2000 cm3), Roland Bossy (Tatuus F3 T-318, E2-SS über 2000 cm3), Antonino Scolaro (Nova NP03, E2-SC bis 1600 cm3), Michel Zemp (Norma M20FC, E2-SC bis 2000 cm3), Robin Faustini (Nova NP01, E2-SC bis 3000 cm3).
In der REGionalen Klasse war Patrick Jakober in seinem VW Golf der Schnellste. Sein Vorsprung auf Michael Kuratli im Renault Clio betrug am Ende nur 0,05 Sekunden…
Einen längeren Unterbruch gab es nach einem Unfall von Manuel Lenherr. Der Fahrer des BMW E46 M3 aus der E1 bis 4000 cm3 war im zweiten Lauf wenige Meter vor dem Ziel vor der Naturtribüne verunglückt und musste mit der Rega abtransportiert werden. Lenherr hat sich beim Unfall einen Rückenwirbel gebrochen. «Es geht mir den Umständen entsprechend gut», meinte er auf Nachfrage von ASS. Wir wünschen ihm an dieser Stelle gute Besserung!
Und so geht es weiter:
13./14. Juni, La Roche – La Berra*
28. Juni, Reitnau
25./26. Juli, Ayent – Anzère*
14.-16. August, St.Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau*
12./13. September, Gurnigel
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots
* zählen zur Schweizer Junior-Meisterschaft
Aufgrund eines administrativen Versäumnisses erhält Spirit-Fahrer Elias Lehmann eine 4-wöchige Lizenz-Suspendierung. Lehmann war ursprünglich für den dritten Lauf zur Schweizer Meisterschaft in Levier (FRA) eingeschrieben, hat sich dann aber kurzfristig vier Tage vor dem Anlass und nach Nennschluss für die Teilnahme an der zweiten Runde der Champions of the Future Academy in Thessaloniki (GRE) entschieden. Somit hat der Pilot respektive sein Bewerber gegen den Art. 9.16 – Verbot des Austausches eines Wettbewerbs gegen einen anderen – des gültigen Internationalen Sportgesetzes (ISG) der Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) und gegen das Nationale Sportreglement (NSR) von Auto Sport Schweiz (ASS) verstossen.
Als Sofortmassnahme und in Anwendung von Artikel 9.16.1 wird die Lizenz von Lehmann rückwirkend zum 1. Juni 2026 und mindestens bis Dienstag, den 30. Juni 2026 (24:00 Uhr) für vier Wochen ausgesetzt. Während dieses Zeitraums ist es dem Fahrer untersagt, an offiziellen Rennen in der Schweiz und im Ausland teilzunehmen.
Wir haben in dieser Saison bereits mehrmals festgestellt, dass sich verschiedene Medienvertreterinnen und Medienvertreter während den Veranstaltungen nicht an die Vorgaben bezüglich Platzierungen an der Rennstrecke (gesperrte Zonen) halten. Zuletzt war es augenscheinlich am letzten Wochenende während der Rallye du Chablais der Fall, so dass sich diverse Fotografinnen und Fotografen in gefährlichen Zonen aufgehalten haben.
Wir möchten Sie deshalb an dieser Stelle höflich daran erinnern, dass die Sicherheit im Motorsport oberste Priorität hat – insbesondere bei der Platzierung von Personen/Publikum entlang der Strecke. Es liegt in der Natur der Sache, dass für Medienschaffende und Fotografen Sonderregelungen gelten. Dennoch müssen auch sie die Anweisungen der Streckenkommissare und der Rennleitung strikt befolgen – zum Schutz der Teilnehmenden und zu Ihrer eigenen Sicherheit.
Das Tragen einer Medienweste von Auto Sport Schweiz oder des lokalen Veranstalters ist kein Freipass, um sich (wie auf dem angehängten Bild zu sehen) direkt an den Streckenrand zu legen. Bei einem Unfall ist nicht nur der betroffene Fotograf der Leidtragende; ein solcher Vorfall hat einschneidende Auswirkungen auf den gesamten Schweizer Motorsport – ganz zu schweigen von der psychischen Belastung für die involvierten Fahrerinnen und Fahrer.
Besten Dank für Ihre Kenntnisnahme und das Einhalten der allgemein gültigen Regeln für ein sicheres und gutes Miteinander an der Rennstrecke.
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auch hier www.motorsport.ch (https://motorsport.ch/de/verband/kurse-sicherheit)!
Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude: Und beim Anblick der Teilnehmerliste zum ersten Bergrennen des Jahres in Hemberg kommt man tatsächlich ins Schwärmen. Nicht nur, was der Kampf um den Tagessieg (bei den Rennwagen) betrifft, sondern auch was die Vielfalt bei den Tourenwagen angeht.
Das Warten hat ein Ende! Am kommenden Wochenende (6./7. Juni) findet in Hemberg der erste Lauf zur Schweizer Berg-Meisterschaft 2026 statt. Knapp 220 Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben sich für das erste Rennen im Toggenburgischen eingeschrieben. Darunter auch 22 Piloten und Pilotinnen aus Deutschland, die wie schon im Vorjahr im Rahmen des KW Bergcup an den Start gehen. Das Wetter sollte sich an beiden Tagen temperaturmässig mit 20 bis 22 Grad von der angenehmen Seite zeigen. Der eine oder andere Regenguss ist aber leider nicht auszuschliessen – vor allem am Samstag…
In sportlicher Hinsicht wird (unter normalen Umständen) alles auf ein Zweikampf zwischen dem amtierenden Rennwagen-Meister Robin Faustini und Herausforderer Marcel Steiner hinauslaufen. Obwohl Steiner seit über einem Jahr auch über einen Nova Proto verfügt, sind sich die beiden bisher noch nicht sehr oft mit «identischem» Material gegenübergestanden. Beim gleichzeitig stattfindenden Saisonauftakt 2025 gingen sich die beiden Kontrahenten aus dem Weg. Faustini fuhr in Hemberg, Steiner zog es vor, in La Roche anzutreten. In Reitnau, Oberhallau und am Gurnigel packte Steiner frühzeitig ein. Auf Les Paccots verzichtete er. Nur in Anzère und Les Rangiers kam es zu einem direkten Duell – mit jeweils dem klar besseren Ende für Faustini. Das letzte Aufeinandertreffen fand vor einem Monat im luxemburgischen Eschdorf statt. Da stand man sich allerdings nur im Training gegenüber, weil die Veranstaltung vor den Renneinsätzen von Faustini und Steiner nach einem tragischen Unfall abgebrochen wurde.
Die Gemütslage bei den beiden schnellen 3-Liter-Piloten ist vor dem ersten Rennen ziemlich unterschiedlich. «Das Roll-Out, das wir vor Eschdorf in Bresse absolviert haben, hat mich zuversichtlich gestimmt», meint Steiner, der in Sachen Power auf Helftec Engineering vertraut. «Aber das war halt auf der Rundstrecke. Von Eschdorf habe ich nicht unbedingt gute Eindrücke nach Hause genommen. Also, werden wir mal schauen, wie es in Hemberg läuft und was wir am Samstag vielleicht noch testen können.» Faustini, der mit einem Emap-Motor antritt, war in Eschdorf Trainingsschnellster. «Mehr Erfahrungen habe ich in diesem Jahr bisher nicht sammeln können. Ich hoffe, wir können dort weitermachen, wo wir 2025 aufgehört haben. Ich bin jedenfalls sehr entspannt und freue mich, dass es endlich losgeht. Am Sonntagabend werden wir mehr wissen.»
Ob es in Hemberg zu einem reinen Zweikampf kommt, ist offen. Vielleicht ist auch 2-Liter-Pilot Michel Zemp in seinem Norma-Helftec der lachende Dritte. Der gebürtige Luzerner, 2025 Zweiter der Schweizer Berg-Meisterschaft, wurde in den vergangenen zwei Jahren in Hemberg jeweils Zweiter hinter Faustini. 2024 fehlten ihm auf seinem besten Run (53,19 sec) nur 87 Hundertstelsekunden auf Faustini, dessen Bestzeit bei 52,24 sec steht. Im Vorjahr waren es 2,75 Sekunden Rückstand. «Der Belag hat im letzten Jahr keine Zeitenverbesserung ermöglicht», sagt Zemp. Das könnte dieses Jahr anders aussehen. Der Veranstalter hat gegenüber ASS bestätigt, dass die welligen Streckenpassagen abgefräst und neu asphaltiert wurden.
Noch nicht am Start ist Eric Berguerand. Der Walliser, siebenmaliger Schweizer Meister, hat zwar sein Comeback für 2026 angekündigt, wird aber im St. Gallischen (und auch in La Roche) fehlen. Der Motor bereitet ihm Kopfzerbrechen. «Ich habe ihn schon mehrmals ein- und wieder ausgebaut. Beim letzten Mal gab es ein Wasserleck. Im Moment ist der Motor wieder bei Motorentuner Mader.» Statt Berguerand könnte in Hemberg Roland Bossy aus Sicht der Formelfahrzeuge eine Sensation schaffen. Der Routinier aus dem Jura wird mit seinem Formel-3-Tatuus nichts unversucht lassen, in die Nähe der Prototypen zu kommen. Auch die beiden Slalom-Asse Philip Egli (Formel 3) und Lionel Ryter (Formel Renault) werden sicher sehr weit vorne anzutreffen sein. Egli war im Vorjahr Dritter in Hemberg – mit (im schnellsten Lauf) nur 1,36 Sekunden Rückstand auf Zemp. Gespannt darf man auch auf das Abschneiden von Ursanne Salomon sein. Der Sieger des Slaloms von Bure greift zum ersten Mal (nach dem nicht ganz geglückten Debüt am Gurnigel 2025) mit seinem von Bossy erworbenen F3-Dallara an.
Spannend wird es auch bei den Tourenwagen. Wobei das Hauptaugenmerk auf Roger Schnellmann und seinem Mitsubishi Evo 8 Helftec liegt. Der Wangner gibt nach einem Jahr Pause sein Comeback – und das ausgerechnet bei seinem Heimrennen. «Grundsätzlich fühle ich mich bereit», meint Schnellmann, der vor zwei Jahren eine 57er-Zeit fuhr. «Wir waren auch noch für einen Test in Anneau du Rhin. Wenn ich Vollgas gebe, habe ich im Kopf noch eine leichte Blockade. Die Angst, dass wieder etwas kaputt gehen könnte, ist noch da. Aber ich bin zuversichtlich.»
Ein anderer heisser Kandidat bei den Autos mit Dach ist der amtierende Tourenwagenmeister Danny Krieg. Der Schwyzer wird aber nicht wie erhofft mit seinem neuen Audi RS3 LMS an den Start gehen, sondern mit einem BMW E30 in der E1 über 3000 cm3. «Der Audi ist noch im Umbau», meint Krieg. «Ich hoffe, dass wir bis Reitnau fertig werden.»
Ob noch ein anderer Tourenwagenfahrer die Minuten-Marke knacken wird? «Speedmaster» ist mit seinem kürzlich in Bure frisch eingefahrenen Ford Escort Cosworth sicher ein heisser Kandidat auf einen Spitzenplatz. Und auch das Porsche-Trio Matthias Bischofberger, Frédéric Neff sowie Bruno Sawatzki muss man immer auf der Rechnung haben. Dazu gesellen sich noch zwei grosse Unbekannte: Da ist zum einen Ludovic Monnier auf dem ehemaligen VW Golf von Danny Krieg. Dessen Gesamtzeit von 2:03,00 min reichte im Vorjahr für den Gesamtsieg bei den Tourenwagen. Ob Monnier diese Zeit schlagen kann? Und dann ist da neben Routinier Reto Steiner, auf den man auch immer ein Auge werfen muss, noch Neuling Remo Fischer (ebenfalls auf einem Ford Escort). Der in Küssnacht am Rigi wohnhafte Fischer hat beim Slalom in Bière überraschend die Tourenwagen-Bestzeit gefahren.
Los geht es in Hemberg am Samstag ab 7.30 Uhr mit dem ersten Trainingslauf und am Sonntag (zur selben Zeit) mit dem ersten Rennlauf. Jede Klasse wird drei Renn- und vier Trainingsläufe austragen (sofern möglich). Die beiden schnellsten Zeiten am Sonntag werden addiert. Um ca. 17 Uhr sollte am Sonntag das letzte Feld im Ziel eintreffen.
Zur Strecke: Mit 1,758 km ist die Strecke in Hemberg die zweitkürzeste im Kalender. Nur Reitnau ist mit 1570 Meter noch einen Tick kürzer. 157 Meter Höhendifferenz müssen die Fahrer im St. Gallischen überwinden. Der absolute Streckenrekord hält Steiner (aus dem Jahr 2023) in 51,70 sec (= 122,41 km/h). Die schnellste je gefahrene Tourenwagenzeit beträgt 57,22 sec und wurde von Reto Meisel (Mercedes-Benz SLK340) 2022 aufgestellt.
Mehr über das Bergrennen in Hemberg erfahren Sie unter www.bergrennen-hemberg.ch
Termine Schweizer Berg-Meisterschaft 2026
6./7. Juni, Hemberg*
13./14. Juni, La Roche – La Berra*
28. Juni, Reitnau
25./26. Juli, Ayent – Anzère*
14.-16. August, St.Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau*
12./13. September, Gurnigel
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots
Anm.: Die mit Sternen versehenen Rennen zählen zur Schweizer Junior-Meisterschaft.
Es hätte sein Rennen werden können: Fabio Scherer startete bei der GT World Challenge von der Pole-Position – kam aber nur wenige hundert Meter weit. Wie es dem Rest der Schweizer am Wochenende ergangen ist, erfahren Sie im Weekend-Report.
Am Samstag freute er sich noch über die erste Pole-Position in der GT World Challenge. Tags darauf war für Fabio Scherer beim zweiten Lauf zum Endurance Cup in Monza (ITA) schon nach wenigen hundert Metern Feierabend. Eine Berührung im Feld löste eine Massenkarambolage in der ersten Schikane aus, bei der die ersten fünf der Startaufstellung sowie mehrere Favoriten ausschieden. Zu den «Opfern» gehörte neben dem Ford Mustang GT3 von Scherer auch der Lionspeed-Porsche von Ricardo Feller. «Es tut weh», meinte Scherer, «aber es gibt viel Positives aus Monza mitzunehmen: Das Tempo war da, die Teamarbeit war perfekt, und wir haben erneut bewiesen, dass wir ganz vorne mithalten können. Und genau das werden wir beim nächsten Rennen in Spa-Francorchamps tun.» Bester Schweizer in Monza war so BMW-Werksfahrer Raffaele Marciello als Fünfter. Auch Patric Niederhauser entkam dem Chaos in der ersten Schikane und überquerte die Ziellinie in seinem Lamborghini als Siebter. Der Sieg ging überraschend an das Team Tresor Attempto Racing, das mit einer Silber-Mannschaft die Pro-Teams ärgern konnte. Im Bronze-Cup setzte sich der Ferrari Nr. 74 von Kessel Racing dank Dustin Blattner, Dennis Marschall und Lorenzo Patrese durch. Die weiteren Schweizer: Alex Fontana (21., P6 Bronze), Rolf Ineichen (22., P7 Bronze), Ethan Ischer (24., P8 Silber).
Auch der Genfer Louis Delétraz stand am Wochenende im Einsatz. Beim fünften Lauf zur IMSA in Detroit wurde der Cadillac-Pilot Sechster. Viel mehr wird sich Delétraz über das Aufgebot für die 24h von Le Mans (13./14. Juni) gefreut haben. Dort springt der ehemalige Formel-1-Testfahrer für Cadillac-Stammfahrer Alex Lynn ein und wird wie schon zuletzt in Spa-Francorchamps (BEL) an der Seite von Norman Nato und Will Stevens fahren.
Ihr bisher bestes Wochenende erwischte Chiara Bättig in der britischen Formel 4. Auf der GP-Strecke von Silverstone sicherte sich die ehemalige Schweizer Kart-Meisterin als Dritte im ersten Sonntagsrennen ihren ersten Podestplatz. Bättig profitierte dabei von der Reversed-Grid-Regel, die besagt, dass der Fahrer, der im Quali die zwölftschnellste Zeit fährt, im zweiten Durchgang von der Pole-Position losfahren darf. In der Meisterschaft liegt Bättig nach vier von zehn Rennen auf dem 13. Zwischenrang.
Auch in der Formel 4 CEZ am Salzburgring gab es für die Schweizer Grund zum Jubeln. Jenzer Motorsport gewann mit dem Deutschen Elia Weiss (2x erfolgreich) und dem Tschechen Max Karhan alle drei Heats. Auch Maffi Racing sicherte sich dank dem Dänen David Walther zwei Podestplätze. Das Finale musste wegen eines starken Gewitters abgesagt werden. Das beste Ergebnis der beiden Schweizer Andreas Lo Bue und Georgiy Zasov waren je ein siebter Platz.
Ebenfalls am Salzburgring wurde das zweite Rennen zum Renault Twingo Cup ausgetragen. Diesmal gab es leider keine Podestplätze. Bester Schweizer war Thomas Schmid als Siebter. Der zweite Lauf wurde wegen des schlechten Wetters ebenfalls gestrichen.
Am Wochenende fand in Levier (FRA) der dritte Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft statt. Dank dem einen oder anderen Drama bleibt es in allen Kategorien spannend. Etwas von der Konkurrenz absetzen konnte sich nur einer: Super-Mini Ben Iten.
Ihr Name ist eigentlich Programm. Joy Allemann versprüht Lebensfreude und hat immer ein Lachen auf den Lippen. Am Sonntag nach dem Finale der Super Minis war es ihr für einmal aber nicht zumute. Im Dreikampf mit ihren Teamkollegen von Spirit, Ben Iten und Kimi Prost, hat die Elfjährige Tochter von Teambesitzer Ken Allemann eine Niederlage einstecken müssen, obwohl alles noch gut angefangen hatte: Platz 2 im Quali, Sieg im ersten Vorlauf und Rang 2 im zweiten Vorlauf. Doch im Finale passte nichts mehr zusammen. Joy kam am Vorstart nicht weg und musste dem Feld hinterherjagen. Nur weil es eine dritte Einführungsrunde gab, konnte sie ihre ursprüngliche Startposition noch halbwegs einnehmen. Doch das half ihr nicht sehr viel weiter. In der zweiten Runde drehte sie sich und fiel ans Ende des Feldes zurück. Dort fuhr sie das Rennen zwar zu Ende, aber der anvisierte Podestplatz rückte in weite Ferne. Da halfen auch die aufmunternden Worte des Gesamtleaders Ben Iten und dessen Tätscheln auf den Helm der jungen Nachwuchspilotion nach Ablauf der elf Runden nicht viel. Nach Levier, also bei Halbzeit, hat Allemann (als Zweite) nun bereits 39 Punkte Rückstand auf Iten. Der hatte sich im Finale aus dem Staub gemacht und gewann mit mehr als fünf Sekunden auf Prost. Zweiter war bei der Zieldurchfahrt Ilias Oskanian. Dieser bekam für eine zweite Verwarnung aber eine Fünf-Sekunden-Strafe und fiel so aus den Top 3. Nutzniesser war ein weiterer Allemann – Liam Allemann, der Sohn von Cyndie Allemann, der es damit in seinem ersten Rennen in der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft direkt aufs Podium schaffte. So stand am Ende doch noch ein Allemann auf dem Podium der Super Minis. Aus Sicht von Joy halt einfach «nur» ihr Cousin.
Auch in der Kategorie X30 Challenge hätte es beinahe ein «Drama» für die Allemanns gegeben. Leader Dan Allemann blieb nach einem überlegenen Sieg im ersten Vorlauf im zweiten Rennen in Führung liegend stehen. «Ein Pleueldefekt», meinte Vater Ken Allemann und zuckte mit den Schultern. «So ist Motorsport – es kann nicht immer alles funktionieren.» Dan liess sich vom zwischenzeitlichen Rückschlag aber nicht entmutigen. Im Finale fuhr er von Startplatz 5 zurück an die Spitze und gewann damit nach Franciacorta und 7 Laghi bereits seinen dritten Finallauf in diesem Jahr. Zweiter wurde wie schon in 7 Laghi Michael Müller. Der 26-jährige Routinier aus dem Team Virtus Motorsport lässt mit seiner Erfahrung so manchen Jungspund hinter sich. Dass er «Dan the Man» in einem Finale noch nicht bezwingen konnte und dieser nach Levier immer noch 21 Punkte vor ihm liegt, wurmt ihn. Aber er verspricht: «Ich habe ja noch ein paar Rennen Zeit. Irgendwann wird es schon klappen…» Eine starke Leistung bot in Levier auch Nicola Mateo Frigg. Der X30-Rookie sicherte sich in allen drei Läufen Platz 3 – sehr zur Freude seines Teams MH Racing. Nicht ganz nach vorne schafften es Alessio Strollo (4., Spirit), Alexis Genolet (5., LKM) und Gauthier Sanjuan (6., Spirit). Während Genolet eines bessere Ausgangslage in Durchgang 1 nach einer Kollision verspielte, bekam Sanjuan nach dem Finale eine Spoiler-Strafe aufgebrummt. Die warf ihn von P3 auf P6 zurück.
Bei den OK Junioren hätte der dritte Lauf in Levier das Wochenende von Dilan Roman Fricker werden können. Der Fahrer aus dem Team Swiss Hutless liess im ersten Vorlauf überhaupt nichts anbrennen und siegte souverän vor Aaron Buhofer und Alejandro Campos (beide Spirit). Auch im zweiten Rennen gab Fricker den Ton an, fuhr die schnellste Rennrunde, fiel dann aber aufgrund einer defekten Lamelle zurück. Weil ausser ihm auch noch andere Fahrer im zweiten Lauf Probleme hatten, rettete der Berner Platz 5 ins Ziel. Im Finale startete er von Platz 3, überholte die beiden vor ihm liegenden Buhofer und Campos, musste sich aber schliesslich Aurelio Longhitano geschlagen geben. Der vor Levier gemeinsam mit Campos führende OK-Junior hatte bis dato einen rabenschwarzen Sonntag eingezogen. Im ersten Vorlauf schied er aus, weil die Kette kaputt ging, im zweiten Heat hatte er eine Kollision mit Buhofer. Im Finale bewies Longhitano dann aber, dass er auch mit Rückschlägen umgehen kann. Von ganz hinten stürmte er auf Platz 1 und feierte diesen danach zu Recht im Ziel. Trotzdem hat Longhitano im Kampf um die Tabellenführung Boden verloren. Campos liegt bei Halbzeit der Schweizer Meisterschaft mit 26 Punkten vor seinem Teamkollegen. Auf Platz 3 folgt Fricker, der bis auf sieben Punkte an Longhitano herangekommen ist. Irgendwie war es also doch sein Wochenende!
Auch in der Kategorie KZ2 hat es ganz vorne eine Rangverschiebung gegeben. Der vor Levier führende Paolo Castagnetti aus dem Team Gerber Corse hat die zwischenzeitliche Führung an Kilian Boss (Swizz Evenzz) abtreten müssen. Die Ränge 4, 4 und 3 reichten dem im Tessin wohnhaften Familienvater nicht, um die Führung zu verteidigen. Das unter anderem, weil Kilian Boss auf seiner «Heimstrecke» ein fast absolut perfektes Wochenende erwischte. Der Berner, 2023 Young Driver des Jahres, hätte sogar einen «Grand Slam» (Pole-Position, schnellste Rennrunde, drei Laufsiege) aufstellen können. Aber dazu fehlten im Quali zwei Tausendstelsekunden. Um diesen Wimpernschlag schneller war nämlich Bastien Liénard. Der Privatbewerber zeigte in Levier eine ebenfalls meisterhafte Vorstellung und wurde in allen Rennen Zweiter. Damit ist der 27-jährige Fribourger in der Meisterschaft zu einem ebenfalls ernstzunehmenden Titelkontrahenten geworden. Boss’ Führung beträgt nämlich nur elf Punkte auf Castagnetti und 23 auf Lienard. Auch Florian Esteve (aus dem Team DEL motorsports) liegt nach zwei dritten Rängen und einem vierten Finalplatz in Levier immer noch gut im Rennen, wenngleich er seine tadellose Frühform vom ersten Rennen bisher nicht ganz bestätigen konnte. «Kilian fuhr hier saustark», meinte Castagnetti. «Ich mag die Strecke eigentlich auch, aber mein Fahrstil ist nicht so soft, deshalb habe ich da nicht ganz mithalten können. Für Lonato am 12. Juli rechne ich mir wieder bessere Chancen aus.» Sieger der Kategorie KZ2 Masters (ü30) wurde Martin Nyffenegger.
Im Rahmenprogramm der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft fand in Levier auch der erste Lauf zum Swiss Histo Kart Cup statt. Sieger des Gleichmässigkeits-Wettbewerbes war Dietmar Hasselwander auf einem Swiss-Hutless-Kart von 1990. Der nächste Lauf des SHKC findet bereits am 13. Juni in Lyss/BE statt.
Und so geht es weiter:
12. Juli, Lonato (ITA)
23. August, Cremona (ITA)
10. Oktober, Wohlen
Mike Coppens/Christophe Roux feierten bei der Rallye du Chablais (hinter Gesamtsieger Grégoire Munster aus Belgien) ihren dritten SM-Sieg in Folge. Mit Florian Gonon als erster Verfolger hat sich bei der «Chablais» wieder einmal gezeigt: Erfahrung ist in dieser Disziplin Gold wert!
An ihm führte bei der diesjährigen Rallye du Chablais kein Weg vorbei: Grégoire Munster feierte bei der 22. Ausgabe einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Der Belgier mit luxemburgischer Lizenz führte bei der «Chablais» von der ersten bis zur letzten Prüfung. 13 von 15 Bestzeiten gingen auf das Konto des WRC-erprobten Hyundai-Piloten. Nur in WP2 (Panex) und WP12 (Portes du Soleil) musste sich Munster mit Rang 2 begnügen. Am Ende hatte er mit seinem Co-Piloten Maxime Andernack ein Polster von 38 Sekunden herausgefahren. Und sorgte damit für den ersten Hyundai-Sieg bei der «Chablais».
Das beste Schweizer Team war einmal mehr Mike Coppens und Christophe Roux auf ihrem Skoda Fabia RS Rally2 vom Team Balbosca. Die amtierenden Schweizer Meister hielten erstaunlich gut mit Rallye-Profi Munster mit, obschon sie ihre letzte Rallye im Oktober 2025 bestritten haben. Zum Vergleich: Munster hat dieses Jahr schon vier Rallyes bestritten – darunter die Rallye Monte Carlo. Nur auf der 18 Kilometer langen Prüfung von Collombey nach Muraz hatten Coppens/Roux mehr als fünf Sekunden auf Munster verloren. In allen anderen Prüfungen liessen sich die Walliser nie mehr als 4,6 Sekunden abschütteln. Der 47-jährige Coppens feierte damit seinen dritten SM-Sieg bei der «Chablais» in Folge. Dass ihm hintereinander die ausser Konkurrenz fahrenden Sébastien Loeb (2025) und Grégoire Munster (in diesem Jahr) vor der Sonne standen, stört ihn wenig bis gar nicht. «Wenn man so lange wie ich nicht mehr im Rallye-Auto sass, dann ist es am Ende einer solch anspruchsvollen Rallye wie die Chablais schon eine Befriedigung, wenn man pro Kilometer nur 0,2 Sekunden auf einen Fahrer wie Grégoire Munster verliert», sagt Coppens. «Gleichzeitig ist es natürlich auch schön, die Rallye – was die Schweizer Wertung betrifft – zum dritten Mal hintereinander gewonnen zu haben.» Wie es für Coppens weitergeht, ist noch offen. Eine Teilnahme bei der nächsten SM-Rallye, der Rallye de Bourgogne, hängt von den finanziellen Möglichkeiten ab.
Hinter dem zweimaligen Schweizer Rallye-Meister kämpften Florian Gonon (mit Beifahrer Frédéric Hugon) sowie Nicolas Lathion (mit Co-Pilotin Morgane Apothéloz) verbissen um Rang 3. Am Freitagabend – nach neun von 15 Prüfungen – lag Gonon im Duell der beiden Walliser Skoda-Piloten knappe 3,1 Sekunden vor Lathion. Im Ziel waren es dann 7,7 Sekunden. Für den im März 50 Jahre alt gewordenen Gonon war es der erste SM-Podestplatz seit der Rallye du Valais 2015. Und das 17 Jahre nach seinem ersten Sieg bei der Rallye du Chablais 2009! Auch hier hat sich gezeigt: Erfahrung ist im Rallyesport ein wesentlicher Bestandteil für den Erfolg. «Man hat sicher in gewissen Situation etwas die Ruhe weg», sagt Gonon. «Aber die Jungen rücken nach und geben ordentlich Gas. Man muss also auf der Hut sein. Aber es freut mich natürlich, dass es diesmal für ein Podium geklappt hat – ganz speziell auch für meinen Co-Piloten Frédéric!»
Hinter Gonon und Lathion sicherte sich Yoan Loeffler (mit Beifahrer Aurélien Chiapello) den fünften Rang. Der Rückstand des Gesamtzeiten der letztjährigen Meisterschaft betrug im Ziel bereits 3:18 min. Abgerundet wurde die Top 10 durch Pascal Perroud/Charlène Greppin (6., Skoda Fabia), Gwen Lagrue/Romain Blondeau-Toiny (7., Citroën C3), Joël Rappaz/Gaëtan Aubry (8., Alpine A110 RGT+), Jérémie Toedtli/Alexandre Chioso (9., Skoda Fabia) und Ismaël Vuistiner/Florine Kummer (10., Skoda Fabia). Von diesen Teams hätte vor allem jenes von Toedtli weiter vorne stehen können. Bei einer Reifenpanne in der fünften WP verlor der Neuenburger allerdings mehr als vier Minuten. Zu diesem Zeitpunkt war einer Podiumsanwärter bereits weit zurückgebunden: Thibault Maret erwischte auf der vierten Prüfung einen Bordstein und konnte am zweiten Tag nur dank dem Super-Rallye-Reglement nochmals starten. Dieses erlaubt einem Team nach einem Unfall oder technischen Ausfall am nächsten Tag wieder ins Rennen einzusteigen.
Bestes Team bei den «Kleinen» war Yohan Surroca/Pierre Blot. Der 24-jährige Walliser war bei seinem zweiten Einsatz im Lancia Ypsilon klar der schnellste Rally4-Pilot und stand am Ende auch in der Schweizer Rallye-Pokal-Wertung ganz oben – gefolgt von Cédric Moulin (Renault Clio Rally4) und Michaël Esteves (Opel Corsa Rally4).
In der historischen Klasse, der VHC, setzten sich mit dem französischen Duo François Delecour/Fabrice Gordon erwartungsgemäss die Routiniers durch. Der in der FIA-Europameisterschaft für historische Fahrzeuge gemeldete Delecour war nur in einer Prüfung nicht der Klassenprimus, verzückte das Publikum aber mit den Klängen seines Peugeot 308 Maxi. Mit einem Rückstand von etwas mehr als drei Minuten sicherten sich Julien Camandona/Mélanie Crettaz (auf BMW M3 E30) den zweiten Gesamtrang und den Sieg in der Schweizer Wertung. Dahinter kamen die Markenkollegen Eddy Bérard/Florence Bérard und Nicolas Jolidon/Eric von Känel ins Ziel. Erwin Keller, Auftaktsieger beim Critérium Jurassien, schied nach einem mechanischen Defekt an seinem Mitsubishi Galant in der zehnten WP aus.
In der Gleichmässigkeitswertung VHRS ging der Gesamtsieg an Viglino/Dupraz (Citroën Saxo 16V). In der Kategorie VMRS für moderne Fahrzeuge stand der Alpine A 110 mit Reymond/Venturelli ganz oben auf dem Podium.
Weitere Informationen zur Rallye du Chablais 2026 gibt es unter diesem Link.
Und so geht es weiter:
10.-11. Juli, Rallye de Bourgogne-Côte Chalonnaise (FRA)
18./19. September, Rally del Ticino
29.-31. Oktober, Rallye International du Valais
2025 hat die FIA in Malaysia erstmals einen «FIA Karting Arrive and Drive World Cup» veranstaltet. Interessierte Fahrer und Fahrerinnen für die diesjährige Ausgabe können sich bei Auto Sport Schweiz bewerben. Als Verband dürfen wir einen Fahrer und eine Fahrerin sowohl in der Junioren- (12-14 Jahre) als auch in der Seniorenklasse (14-18 Jahre) nominieren.
Um den Kartsport zugänglicher und preiswerter zu machen, hat die FIA 2024 den Global Karting Plan erschaffen und im Vorjahr zum ersten Mal einen «FIA Karting Arrive and Drive World Cup» veranstaltet. 107 junge Fahrer und Fahrerinnen aus 50 Ländern haben bei der Erstaustragung in Malaysia teilgenommen. Darunter auch der Schweizer Diego Gama.
In diesem Jahr hat die FIA ihr «Arrive-and-Drive»-Programm erweitert und drei kontinentale Meisterschaften ins Leben gerufen. In Europa wird diese Meisterschaft 2026 als Einzelrunde vom 17. bis 19. Juli 2026 in Słomczyn, Polen, ausgetragen und dient als Quali-Meisterschaft für den FIA Karting Arrive and Drive World Cup 2026, der später im Jahr stattfinden wird.
Interessierte Fahrer und Fahrerinnen dürfen sich auch dieses Jahr wieder bei Auto Sport Schweiz bewerben. Als Verband dürfen wir einen Fahrer und eine Fahrerin sowohl in der Junioren- (12–14 Jahre) als auch in der Seniorenklasse (14–18 Jahre) nominieren.
Um einen fairen Zugang zu gewährleisten, dürfen die Fahrer in den Jahren 2024–2026 an keiner FIA-Kart-Meisterschaft oder keinem FIA-Kart-Cup teilgenommen haben; die Teilnahme an der FIA Karting Academy Trophy und am FIA Karting Arrive and Drive World Cup 2025 ist jedoch zulässig. Teilnahmeberechtigt sind Fahrer, die im Besitz einer von einem europäischen ASN ausgestellten internationalen Lizenz sind.
Weitere Informationen finden Sie unter diesem Link. Da wir bis zum 17. Juni «unsere» Fahrer und Fahrerinnen der FIA melden müssen, haben wir den Anmeldeschluss für die Bewerbungen auf Sonntag, 14. Juni 2026, terminiert. Später eingehende Bewerbungsunterlagen können nicht mehr berücksichtigt werden. Die Mail-Adresse für deine Bewerbung lautet: info@motorsport.ch
Die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft geht am Wochenende in die dritte Runde. Austragungsort des dritten Laufs ist der Circuit de l’Enclos bei Levier in Frankreich, der nach einem Jahr Pause wieder in den Kalender aufgenommen wurde.
Nach einem Jahr Pause kehrt die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft nach Levier (FRA) zurück. Und eines dürfte jetzt schon feststehen: Das Wetter wird diesmal ganz bestimmt besser sein. 2024 regnete es nämlich nur einmal – von früh morgens bis spät abends.
Um von einem vorentscheidenden Rennen zu sprechen, ist es noch zu früh. Trotzdem markiert der dritte Lauf auf dem Circuit de l’Enclos bereits die Halbzeit der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft. Nach dem Gaststspiel in Frankreich stehen noch die Rennen in Lonato (12. Juli), Cremona (23. August) und Wohlen (10. Oktober) auf dem Programm.
Bei den Super Minis ist die Favoritenrolle ziemlich klar verteilt. Ben Iten (11) hat an den ersten beiden Rennwochenenden fünf der sechs möglichen Siege eingefahren. Der junge Zuger liegt deshalb vor Levier 23 Punkte vor der teaminternen Spirit-Konkurrenz mit Joy Allemann und Kimi Prost. Letzterer hat bereits 38 Punkte Rückstand auf Iten, konnte dafür im zweiten Vorlauf in Franciacorta (ITA) aber schon einmal gewinnen. Erster Verfolger dieses Trios ist Lorik Shahinaj, der nur knapp hinter Prost auf Rang 4 liegt. Zu ihren Debüts in der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft kommen gleich drei Fahrer: Diego Stifani, Ilias Oskanian und Liam Allemann, der Sohn der ehemaligen Kart-Europameisterin Cyndie Allemann.
Ein Kopf-an-Kopf-Rennen haben wir bei den OK Junioren. Dort haben die Spirit-Fahrer Alejandro Campos und Aurelio Longhitano beide 120 Punkte. Schaffen es die beiden, auch in Levier auf diesem Niveau zu performen, werden sie sich aller Voraussicht nach vom Rest des Feldes absetzen können. Denn der Drittplatzierte, Zoltan Coigny, Finalsieger in 7 Laghi und eben erst Academy-Trophy-Gewinner in Genk (BEL), wird am Wochenende in Levier aufgrund eines internationalen Engagements fehlen. Damit wird Dilan Roman Fricker (Swiss Hutless) mit grosser Wahrscheinlichkeit mindestens eine Position nach vorne rücken. Denn auch der zurzeit Fünftplatzierte, Tyron Jaquet, wird in Levier nicht bei den OK Junioren antreten. Der Fahrer aus dem Team Spirit Racing ist per sofort in die X30 Challenge Switzerland gewechselt.
Dort stehen am Wochenende 26 Fahrer und Fahrerinnen im Einsatz. Zwei davon heben im Verlauf der bisherigen Saison bereits 100 und mehr Punkte geholt: der Führende Dan Allemann (Spirit Racing, 144 Punkte) und Michael Müller (Virtus Motorsport, 116). Der 26-jährige Routinier Müller wird alles daran setzen, Allemann Punkte im Kampf um die X30-Meisterschaft wegzunehmen. Ein einfaches Unternehmen wird das nicht werden. Allemann verfügt nicht nur über viel Erfahrung im Allgemeinen und in Levier im Besonderen, er hat von den bisher möglichen 150 Punkten bis jetzt gerade mal sechs Zähler verschenkt! Im Kampf um die vorderen Plätze wird man in Levier sicher auch ein Auge auf Allemanns Teamkollegen Elias Lehmann (95 Punkte) und LKM-Fahrer Alexis Genolet (80) werfen müssen. Einziger Wermutstropfen in einem sonst sehr starken Feld: Mit Neil Russell fehlt in Levier das UBIQ-Aushängeschild aus der Top 10.
Ziemlich offen gestaltet sich bisher die Saison in der Kategorie KZ2. Nach zwei Rennen führt – zum ersten Mal in seiner SM-Karriere – Paolo Castagnetti aus dem Team Gerber Corse. Der Vorsprung auf den zweitschnellsten Schaltkart-Fahrer Kilian Boss (Swizz Evenzz) beträgt aber lediglich 15 Punkte. Platz 3 okkupiert nach zwei von sechs Rennen Florian Estève (DEL motorsports). Auch er liegt mit nur drei Punkten Rückstand auf Boss nach wie vor sehr gut im Rennen. Auch die auf den Plätzen 4 (Bastien Liénard) und 5 (Kai Perner) folgenden Fahrer sind nicht weit weg von der Spitze. Konkurrenz kriegen Castagnetti & Co. am Wochenende von zwei Rückkehrern: Karen Gaillard, für gewöhnlich im italienischen Porsche Carrera Cup unterwegs, und «Evergreen» Kevin Wälti werden nichts unversucht lassen, die Top-Piloten zu ärgern. Erstmals in dieser Saison hat sich mit Martin Nyffenegger auch ein Fahrer für die KZ2 Master (ü30) eingeschrieben. Er ist mit seinen 32 Jahren der älteste Fahrer am kommenden Wochenende.
Zumindest im Rahmen der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft. Denn in Levier werden am Wochenende noch ein paar ältere Semester am Start stehen. Und zwar im Swiss Historic Kart Cup, der in Levier sein erstes von drei Rennen austrägt. Wobei auch Rennen nicht der richtige Ausdruck ist. Im SHKC geht es um gleichmässige Rundenzeiten. Es gewinnt also nicht zwangsläufig das schnellste Kart. «Mit 17 Teilnehmern haben wir eine neue Rekordkulisse für Levier», sagt Vizepräsident Beat Rämy stolz. «Es freut uns sehr, dass auch junge Teilnehmer Interesse an diesen Fahrzeugen mit den luftgekühlten 100er-Motoren haben. Es ist zwar nicht immer einfach entsprechende Ersatzteile zu finden, aber die Piloten helfen sich gegenseitig, was sich auf die gute Stimmung und den Zusammenhalt in dieser sympathischen Gruppe auswirkt.»
Zur Strecke: Der Circuit de l’Enclos misst 1176 Meter. Zahlreiche Rechtskurven und ein leichtes Gefälle wechseln sich mit kurzen Geraden ab. Gute Überholmöglichkeiten bieten sich am Ende der Start- und Zielgeraden, im Infield (Kurve 3) und in der Haarnadel kurz vor dem Einbiegen auf die langgezogene Rechtskurve vor dem Start. Für Zuschauer ist die Strecke von der Tribüne fast komplett einsehbar – ein idealer Ort also für den dritten Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft 2026.
Weitere Informationen zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft finden Sie auf https://motorsport.ch/de/kartsport. Um Zeitnahme und Livetiming kümmert sich in Levier www.savoiechrono.com
Zeitplan
Samstag, 30. Mai
08.30-18.00 Uhr, Freies Training gemäss Zeitplan Streckenbetreiber
Sonntag, 31. Mai
08.25-09.15 Uhr, Offizielles Training (10 min pro Kategorie)
09.20-10.06 Uhr, Zeittraining à 6 Minuten pro Kategorie
10.15-11.50 Uhr, Rennen 1
11.50-12.50 Uhr, Mittagspause
13.00-14.35 Uhr, Rennen 2
14.35-16.30 Uhr, Finalläufe
ca. 17.00 Uhr, Siegerehrung (alle Kategorien)
Termine autobau Schweizer Kart-Meisterschaft 2026
29. März, Franciacorta (ITA)
19. April, 7 Laghi (ITA)
31. Mai, Levier (FRA)
12. Juli, Lonato (ITA)
23. August, Cremona (ITA)
10. Oktober, Wohlen
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