Nicolas Lathion und seine Beifahrerin Morgane Apothéloz peilen bei der Rallye du Valais den Schweizer Meister-Titel an. Für den Walliser wäre es nach dem Junior-Titel von 2017 der zweite Titel. 2024 und 2025 war er jeweils Gesamtfünfter.
Nicolas Lathion hat vor der Rallye du Valais (29.-31. Oktober) alle Trümpfe in der Hand. Der 36-jährige Walliser nimmt mit 22 Punkten Vorsprung als Gesamtführender seine Heimrallye unter die Räder. Ein neunter Platz bei der RIV würde ihm und seiner Co-Pilotin Morgane Apothéloz zum Titelgewinn reichen. Wenn man Lathions Ergebnisse aus den vergangenen Jahren herbeizieht, sollte diese Aufgabe lösbar sein. 2023 wurde der Skoda-Pilot aus Charrat Vierter, 2024 Zweiter und im Vorjahr Fünfter. Doch genau darin liegt die Krux. Lathion sagt selber: «Volles Risiko müssen wir nicht nehmen, aber zu vorsichtig dürfen wir bei der RIV auch nicht sein!»
Du hast 22 Punkte Vorsprung vor dem Finale im Wallis. 32 Zähler kann man noch maximal machen. Reicht das, um den Titel nach Hause zu fahren?
Nicolas Lathion: Auf der einen Seite müssen wir nicht volles Risiko gehen. Das ist gut. Anderseits dürfen wir auch nicht zu vorsichtig fahren. Und letzten Endes müssen wir ins Ziel kommen. Wichtig wird sein, dass wir in einen guten Rhythmus kommen.
Ein neunter Platz (dafür gäbe es insgesamt zehn Punkte) würde zum Titelgewinn reichen. Das ist eine lösbare Aufgabe, oder?
Ja, aber eben immer vorausgesetzt, man kommt ins Ziel. Und Stand heute weiss ich auch noch nicht, wer meine Gegner sind.
Hast du die neue Saison mit dem bewussten Ziel angefangen, Schweizer Rallye-Meister zu werden?
Ja, das kann man so sagen. Unser Ziel war von Anfang an, möglichst alle Läufe zu bestreiten. Das ist uns gelungen. Und das ist, weil längst nicht alle Fahrer alle Rallyes bestreiten, das Rezept, um den Titel zu holen.
Du bist schon einmal Schweizer Rallye-Meister geworden. Bei den Junioren 2017. Was würde dir dieser Titel bedeuten?
2026 ist mein drittes Jahr mit einem Rally2-Fahrzeug. So gesehen wäre der Titel eine Belohnung für all die harte Arbeit im Hintergrund.
Würde es dir etwas ausmachen, wenn du den Titel gewinnst, ohne eine Rallye gewonnen zu haben?
Nein. Die bevorstehende Rallye du Valais ist erst meine zehnte Rallye auf Top-Niveau – ich habe also erst neun Rallyes mit einem Rally2-Auto absolviert. Im Vergleich mit Top-Piloten wie Coppens oder Hirschi habe ich sehr viel weniger Erfahrung. So gesehen ist es nicht besonders erstaunlich, dass ich in der Gesamtwertung noch nie ganz vorne lag.
Wie bereitest du dich auf deine Heimrallye Ende Oktober vor?
Die nächsten zwei Wochen geht es darum, noch Partner und Sponsoren zu finden. Schliesslich hat man im Falle eines Unfalls auch immer noch einen Selbstbehalt von rund 25'000 Franken im Hinterkopf. Den gilt es abzusichern. Eine Vorbereitung in Form einer kleinen Vorbereitungsrallye wird es nicht geben. Dafür fehlen die Mittel.
Bist du nervös?
(Lacht.) Noch nicht. Zwei Wochen vor der Rallye fängt es dann aber an zu kribbeln.
Seit 2023 ist man im Wägital (Kanton Schwyz) daran, ein neues Bergrennen auf die Beine zu stellen. Noch sind (bis zur Erstaustragung 2028) einige Hürden zu nehmen. Auto Sport Schweiz hat vor Ort einen Augenschein genommen.
Das Bergrennen Sattelegg im Kanton Schwyz nimmt konkrete Formen an. Wenn alles reibungslos klappt, könnte im Sommer 2028 die Erstaustragung stattfinden. Diese hätte noch keinen offiziellen SM-Status. Den bekäme das Bergrennen Sattelegg erst nach dem Probelauf. Damit hätte die Schweiz 2029 ein neues Bergrennen. Lange ist’s her, dass ein neuer Veranstalter die Schweizer Bergszene bereichert hat. Hemberg hat 2012 ein Comeback genommen. Mit einer verkürzten Strecke und einem neuen Ausgangsort. Als «neu» kann man die Veranstaltung aber nicht bezeichnen. Hemberg war (mit Start in St. Peterzell) schon von 1968 bis 1990 fixer Bestandteil der Schweizer Berg-Meisterschaft. Der wirklich letzte Neuling (ohne Vorgeschichte) war das Bergrennen Massongex – Vérossaz, das 1984 Premiere feierte und 2023 leider zum letzten Mal ausgetragen wurde. Mehr als 40 Jahre hat es also keinen neuen Veranstalter mehr gegeben! Dass die Schweizer Berg-Meisterschaft in dieser Zeit nicht zugrunde gegangen ist, spricht für die heutigen Veranstalter und ihr Durchhaltevermögen.
Bis man in Sattelegg soweit ist, sind noch einige Hürden zu nehmen. Dessen ist sich auch Marcel Schubiger (53) bewusst. Der seit 2025 als OK-Präsident amtierende Schwyzer mit einer Vergangenheit als Composite-Abteilungsleiter beim Sauber-Formel-1-Team sagt: «Wir wollen einen jährlich wiederkehrenden Event veranstalten. Das geht nur, wenn wir Kanton, Gemeinde und Anwohner für das Projekt begeistern können. Bis jetzt ist uns das recht gut gelungen. Wir haben nur eine Anwohnerin, deren Begeisterung sich in Grenzen hält. Sie hat aber schon angedeutet, dass sie in dieser Zeit dann halt in die Ferien geht.»
Die Strecke würde von der Satteleggstrasse im Wägital bis zum Restaurant Sattelegg führen und wäre mit 5,5 Kilometern sogar 320 Meter länger als Saint-Ursanne – Les Rangiers. Der untere Teil des Parcours würde sich über sieben Haarnadelkurven erstrecken. Der zweite Abschnitt wäre eine Aneinanderreihung von Rechts-Links-Kombinationen. Die beiden aktiven Piloten Philip Egli und Christian Müller nahmen Anfang August einen Augenschein vor Ort. «Die Strecke ist sehr lang», sagt Egli, der zusammen mit Müller im Komitee «Strecke & Sicherheit» einsitzt. «Der untere Teil ist technisch anspruchsvoll, der obere Teil sehr schnell. Da bräuchte es die eine oder andere Schikane, um das Tempo zu drosseln.»
Die Haarnadelkurven seien laut Egli und Müller übrigens kein Risikofaktor. «Man bewältigt diese auch mit einem Sport- oder Formelwagen mühelos», sagt Müller. «Die Steigung in diesen Kurven ist nicht mit denen in Massongex zu vergleichen. Dort waren die Kurven teilweise deutlich steiler und hatten in der Vergangenheit immer wieder mal die eine andere Antriebswelle gekostet.»
Egli und Müller haben bei ihrem Besuch engagierte und motivierte Leute aus dem OK angetroffen. «Das ist eine Grundvoraussetzung für ein solches Projekt», sagt Müller, der aus eigener Erfahrung in Hemberg (Streckenlänge knapp 1,8 km) bestens über die Herausforderung einer solchen Veranstaltung Bescheid weiss. «5,5 Kilometer mit Leitschienen, Miniguards, Baumstämmen und Heuballen abzusichern, ist eine sportliche Herausforderung. Aber vielleicht schaffen es die Veranstalter ja, mit dem hiesigen Tiefbauamt Lösungen zu finden, die dann nicht auf ihre Kostenstelle laufen. Die Erweiterung der Leitschienen würde ja auch die Sicherheit der Allgemeinheit verbessern. Ich denke da vor allem an die vielen Motorradfahrer, die diese Strecke unterm Jahr befahren und von solchen Massnahmen auch profitieren würden.»
Ein Problem sind laut Egli und Müller auch die vielen Weidezäune entlang der geplanten Piste. «Die müsste man für die Veranstaltung entfernen», sagt Egli. «Und von denen gibt es einige.» Für die Rückführungen und den Parc fermé bietet sich der Parkplatz beim Restaurant Sattelegg an. Das Fahrerlager wäre im Dorf Vorderthal untergebracht. Das habe den Vorteil, dass die örtlichen Vereine ebenfalls vom Anlass profitieren könnten. Für die Zuschauer soll es einen Shuttleservice geben – zum einen von der Wägitaler-Seite her, zum anderen von Willerzell (am Sihlsee).
Offene Fragen gibt es noch in Bezug auf die Anzahl der Fahrer, die am Bergrennen Sattelegg teilnehmen könnten, sowie über das benötigte Budget. Diese Punkte will der von Berufswegen erfahrene Projektleiter als nächstes klären. «Wenn wir wissen, in welchem Umfang sich der Kanton beteiligt, können wir abschätzen, wie sehr wir als Veranstalter in Vorleistung gehen müssen.»
Bleibt zu hoffen, dass die Schwyzer einen langen Atem haben. Ein neues Rennen wäre definitiv eine Bereicherung für unseren faszinierenden Bergrennsport.
Der grosse Gewinner des fünften Rennwochenendes des Porsche Sports Cup Suisse heisst Felix Neuhofer. Der Österreicher sicherte sich in Mugello in beiden Rennen der Gruppe GT3 Cup die Maximalpunktzahl.
An Felix Neuhofer führte in der Gruppe GT3 Cup auch in Mugello kein Weg vorbei: Der Österreicher mit in Deutschland angesiedeltem Team startete in beide Rennen von der Pole-Position, drehte dort mit dem 510 PS starken 911 GT3 Cup jeweils die schnellste Runde und brachte zwei Mal einen ungefährdeten Sieg ins Ziel. Dies sicherte ihm, wie bereits zuvor auf dem Red Bull Ring, die maximale Ausbeute von 62 Punkten. Damit übernahm Neuhofer in der Klasse-1-Fahrerwertung die Führung, wo er Jack Sherwood von der Spitze verdrängte. Der Brite war in Italien nicht angetreten.
Platz 2 ging auf der 5,245 Kilometer langen Formel-1-Strecke jeweils an Gregor Burkard. In Lauf 1 konnte sich der Schweizer gegen Christian Caramuscia verteidigen, der mit 0,183 Sekunden Rückstand als Dritter gewertet wurde. Auf den weiteren Positionen: Sebastien Pidoux, «Gioga», Jan Klingelnberg und Simon Mathys.
Im zweiten Rennen hiess Burkards Herausforderer Ilario Introna. Der Italiener startete als Siebter, weil er nach seinem Ausfall im ersten Lauf mit einem Satz frischer Michelin-Rennreifen in die Aufstellung rollte. Burkard wurde auf die fünfte Position zurückgestuft, da er ebenfalls zu so genannten Joker-Pneus greifen musste. Auch dank des hieraus resultierenden Traktionsvorteils konnte er sich noch in der ersten Runde auf den zweiten Rang hinter Neuhofer katapultieren. Introna tauchte im fünften Umlauf auf Platz 3 auf. Am Ende trennten ihn 0,690 Sekunden von Burkard. «Gioga» wurde Vierter vor Andreas Marti und Caramuscia.
In der Gruppe GT4 Clubsport fuhr Kevin Lattion zwei weitere Siege ein. Mit ihren bis zu 565 PS starken 911 GT3 R teilten sich Patrick Dinkeldein und Stephan Heim die ersten Plätze in der Gesamtwertung der Gruppe Open GT. In der umkämpften Klasse 21 für den 911 GT3 Cup mit ABS und Traktionskontrolle liess sich zunächst Marcus Graichen feiern, im zweiten Lauf stand Levin Gelf auf dem obersten Treppchen. Nico Gründel verteidigte mit zwei dritten Plätzen seine Tabellenführung. Bei den historischen Cup-Rennwagen wechselten sich die Gewinner ab: Sebastian Glaser und Simon Willner teilten sich die Siege bei den Porsche der 911-Generation 993, während bei der Modellgeneration 964 zunächst Enzo Calderari vorne lag. Im zweiten Lauf trat das eidgenössische Rennsport-Urgestein nicht an und überliess so Florian Schmidhuber das Feld.
Das sechste und letzte Rennwochenende der laufenden Saison trägt der Porsche Sports Cup Suisse vom 22. bis 24. Oktober auf dem World Circuit Marco Simoncelli im italienischen Misano aus. Dort steht neben einem Doppelsprint auch wieder ein zweistündiges Nachtrennen auf dem Programm.
Am Samstag, 10. OKtober, findet in Wohlen das grosse Finale zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft 2026 statt. Wer sich noch nicht angemeldet hat, kann dies noch bis Samstag, 3. Oktober (24 Uhr), unter https://www.go4race.ch/ nachholen. Wir freuen uns auf Ihre/eure Teilnahme und wünschen allen Teilnehmenden schon jetzt viel Erfolg!
Bei Fragen oder Unklarheiten stehen wir gerne zur Verfügung (info@motorsport.ch oder Tel. 031 979 11 11). Infos zur Strecke gibt es unter diesem Link.
Die Bergsaison 2026 neigt sich dem Ende entgegen. International stehen immer noch ein paar Rennen auf dem Programm. Zuletzt in Spanien mit Reto Meisel, der als Gastfahrer gleich einmal einen neuen Tourenwagenrekord fuhr.
In der Schweiz mag die Bergmeisterschaft am vorletzten Wochenende in Les Paccots zu Ende gegangen sein, in anderen europäischen Ländern finden im Herbst aber noch einige Bergrennen statt – auch mit Schweizer Beteiligung. So nahm Reto Meisel eine Woche nach dem EM-Finale in Kroatien auf Einladung des Veranstalters bereits wieder am Endlauf zum Campeonato de España de Montaña teil, der Subida Internacional de Onil nahe seinem Feriendomizil im Hinterland von Alicante.
Am Steuer seines bewährten Mercedes SLK340 Judd begeisterte der Gruppe-1-Europameister aus Leuggern die enthusiastischen Fans (mehrere Zehntausend!) und belegte hinter drei Rennsportwagen – angeführt vom spanischen Proto-1-Gesamtsieger Joseba Iraola – den vierten Gesamtrang. Zudem erzielte der Aargauer einen neuen Streckenrekord für Tourenwagen. Gegen den Gast aus der Schweiz hatte der spanische Meister José Antonio López Fombona mit seinem Ex-DTM-Audi RS5 nicht den Hauch einer Chance.
«Die 4,7 Kilometer lange Strecke war breit und nicht sehr schnell, aber sehr anspruchsvoll. Die Begeisterung der Leute entlang der Strecke und in der Stadt war unglaublich. Ich habe noch nie so viele Autogramme verteilt. Diese Veranstaltung war ein Kontrastprogramm und verdient Bestnoten in allen Bereichen», schwärmte Meisel.
Noch ist die Saison für ihn und andere Schweizer nicht zu Ende. Am kommenden Wochenende findet in Mickhausen in Südbayern der letzte Lauf zur Deutschen Bergmeisterschaft unweit der Nordostschweizer Grenze statt. So werden «Speedmaster» im Ford Escort Cosworth, Stephan Burri im VW Scirocco sowie die Kadett-Urgesteine Armin Banz und «Seppi» Koch nebst sechs weiteren Schweizern am Start erwartet.
Den Schlusspunkt hinter die Bergrennsaison 2026 bildet dann am 17./18. Oktober das 5. Bongo Hill Climb Monsters Skradinin Kroatien, wo Meisel als Titelverteidiger bei den Tourenwagen antreten wird. «Speedmaster» nimmt dafür den legendären VW Polo MB hervor, um in einer eigenen Gruppe für Fronttriebler um den Sieg zu fahren. Der mittlerweile dreifache Rennsportwagen-Bergmeister Robin Faustini nimmt mit seinem schnellen Nova Proto NP01 Emap Turbo den Gesamtsieg ins Visier.
Text: Peter Wyss
Gibt es dieses Jahr doch noch einen Schweizer WM-Titel? Dank dem Sieg von Toyota-Werksfahrer Sébastien Buemi in der Langstrecken-WM in Fuji sind die Chancen massiv gestiegen.
Vier Mal hat Sébastien Buemi schon den Titel in der prestigeträchtigen Langstrecken-WM (WEC) gewonnen. In diesem Jahr ist er drauf und dran, seine fünfte WEC-Krone zu holen. Beim Heimrennen seines Arbeitgebers Toyota in Fuji hat der Waadtländer seinen zweiten Saisonsieg feiern dürfen. Ein Sieg, der umso symbolträchtiger ist, als er auf heimischem Boden errungen wurde, wo Toyota seit 2023 nicht mehr gewonnen hatte. Buemis Equipe mit den beiden Teamkollegen Brendon Hartley und Rio Hirakawa starteten mit ihrem Toyota GR010 Hybrid zwar nur von Startplatz 8. Einmal in Führung bauten Buemi & Co. ihren Vorsprung aber aus und gewannen vor der Alpine mit der #36 und dem BMW mit u.a. Raffaele Marciello. Buemi und seine beiden Teamkollegen liegen nun bei noch zwei ausstehenden Rennen (Barcelona am 18. Oktober und Monza am 8. November) mit 89 Punkten in Führung. Auf Platz 2 mit zehn Punkten Rückstand liegt das Schwesterauto mit der #7. Marciello ist mit seinen BMW-Teamkollegen mit 20 Punkten Rückstand auf Buemi Vierter. Für Buemi war es der 28. Sieg in der WEC. Sein bestes Saisonergebnis erzielte Thomas Flohr in der LMGT3. Der Ferrari-Pilot belegte in Fuji Rang 4.
Auch in der GT Open waren die Schweizer wieder erfolgreich. Beim vorletzten Rennen in Monza (ITA) fuhr Porsche-Pilot Alex Fontana als Dritter der Kategorie Pro aufs Gesamtpodium. Das Mercedes-Duo Yannick Mettler und Dexter Müller schaffte es in der ProAM gar auf Platz 2. Alexander Fach jr. wurde in derselbigen Klasse Fünfter.
Ein erfolgreiches Wochenende erlebte auch Chiara Bättig. Die Red-Bull-Juniorin stand im Rahmen der Britischen Formel 4 in Silverstone (GBR) als Dritte zum zweiten Mal in dieser Saison auf dem Podium. Die Zürcherin liegt vor dem Finale in Brands Hatch auf dem 13. Gesamtrang.
Zum Kartsport: In Wohlen wurde das Finale der Rotax Max Switzerland ausgetragen. Die folgenden Fahrer stehen als Sieger ihrer Kategorien fest und dürfen an die Rotax Grand Finals in Portimão (POR): Nilas Winter (Micro), Leonardo Gubello (Mini), Leo Gonzalez (Junior), Liam Flükiger (Senior), Leo Gubser (DD2) und Mirco Gervasoni (DD2 Masters).
Perfekter könnte das Timing nicht gewesen sein. Im kürzlich erschienenen ASS-Magazin haben wir TCR-Pilot Sergio Kuhn porträtiert. Am Sonntag hat er sich beim Saisonfinale der Schweizer Berg-Meisterschaft in Les Paccots den dritten Schlussrang gesichert.
Sergio Kuhn gehört definitiv der jungen Garde an. Und dass er irgendwann im Motorsport landen würde, kam nicht überraschend. Sein Grossvater war Rennmechaniker von Heinz Schiller. Der 2007 verstorbene Frauenfelder war 1961 Berg-Europameister in der Kategorie GT. 1962 nahm er für die Scuderia Filipinetti am GP von Deutschland teil. Und darüberhinaus war Schiller Patenonkel von Vater Marco Kuhn. In dessen Peugeot-Garage arbeitet Sergio auch – als Werkstatt-Chef. «Das erklärt meine Nähe zu Peugeot», sagt Kuhn jr. «Ausserdem hatte ich in meiner Lehre lauter Motorsportfreaks um mich. Der eine driftete, der andere fuhr Autocross und ein Dritter hat eine Abschlussarbeit darüber geschrieben, was man an einem Auto verändern muss, um Slalom fahren zu können. Irgendwann musste der Funke ja auf mich überspringen…»
Mit dem Motorsport hat Sergio angefangen, als er die Fahrprüfung in der Tasche hatte. Mit einem Peugeot 206 fuhr er zuerst LOC2, dann LOC4 und dann wechselte er in die Interswiss. Seit 2023 ist er stolzer Besitzer eines TCR-Peugeot. Bevor er damit an den Berg ging, absolvierte Kuhn auf der Rundstrecke die ersten Kilometer. Sei es bei Trackdays oder bei Time-Attack. Sein erstes Bergrennen mit dem TCR bestritt er 2025 in Oberhallau. Ein Rennen, das er auf Anhieb gewann.
Kuhn liebt seinen TCR. Und es gefällt ihm auch, sich mit anderen im Rahmen der Schweizer Berg-Meisterschaft zu messen. Wenn gleich er sagt: «Eigentlich bin ich im Nachteil. Mein Peugeot dürfte leichter sein, weil es ein 1600er ist. Die anderen sind 2-Liter-Autos. Ich habe also ein Handicap von fast 30 Kilogramm – verglichen mit einem Opel beispielsweise.» Auch die Anzahl der Gegner schwankt von Rennen zu Rennen. Wären es 2026 immer acht Fahrzeuge gewesen, hätte einer wie Kuhn, der regelmässig vorne mitfährt, gute Titel-Chancen bei den Tourenwagen gehabt. «Leider sind wir oft weniger. So kriegen wir nur halbe Punkte.» So auch beim Saisonfinale in Les Paccots. Trotzdem hat Kuhn in extremis mit einer Superzeit im dritten Lauf das Blatt noch wenden können und sicherte sich den dritten Schlussrang – hinter Meister Ludovic Monnier und dem Zweitplatzierten «Speedmaster».
Dass Kuhn zur jungen Garde gehört, zeigt sich auch bei der Vorbereitung. Im eigenen Simulator fährt er die Strecken ab. «Als ich dieses Jahr nach Osnabrück zum Bergrennen ging, habe ich Zuhause fleissig geübt.» Auch auf der Nordschleife hat Kuhn schon Runden abgespult – real und virtuell. «Dort einmal zu fahren – das wäre ein Traum.» Und das Talent: Woher stammt dieses? Möglicherweise wurde es ihm in die Wiege gelegt. Sicher ist, dass man ihm als ehemaliger Skirennfahrer nicht viel über die perfekte Linienwahl erzählen muss.
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Ricardo Feller (GT World Challenge) und Philip Ellis (IMSA) liegen für die Schweiz auf Titelkurs. Grosser Gewinner des GTWC-Wochenendes in Zandvoort war aber ganz klar das Team Emil Frey Racing.
GT3-Spezialist Ricardo Feller steht vor einem weiteren internationalen Titel. Der gebürtige Aargauer liegt vor dem Finale des Sprint Cups in der GT World Challenge in Barcelona (ESP) zusammen mit Teamkollege Bastian Buus aus Dänemark in Führung. Der Vorsprung Fellers beträgt zwar nur sechs Punkte. Doch der Porsche-Pilot aus dem Team Lionspeed GP ist bisher an jedem Rennwochenende mindestens einmal Zweiter geworden. So auch am vergangenen Wochenende beim Sonntagsrennen in Zandvoort (NED). Dieses war überhaupt fest in Schweizer Händen. Die Plätze 1 und 3 gingen an das Team Emil Frey Racing, das in Zandvoort sein bisher bestes Weekend im Rahmen des Sprint Cups erleben durfte. «Am Samstag haben wir im Qualifying nicht unser volles Potenzial ausgeschöpft, besonders mit dem #14 Ferrari», sagt Teamchef Lorenz Frey-Hilti. «Aber im Rennen selbst waren wir solide mit guten Boxenstopps und starken Überholmanövern. Am Sonntag haben wir dann alles richtig gemacht. Schade, dass wir beim Boxenstopp den zweiten Platz verloren haben, aber das ist das Problem, wenn man nur Platz für ein Fahrzeug hat – aber Platz 1 und 3 sind natürlich trotzdem ein hervorragendes Resultat.» Das starke Schweizer Ergebnis wurde mit Rang 7 durch Patric Niederhauser abgerundet. Das Finale in Barcelona findet am 3./4. Oktober statt.
Auch Philip Ellis ist weiter auf Titelkurs. Der Zuger hat beim vorletzten Lauf zur IMSA in Indianapolis den zweiten Rang in der GTD an Land gezogen. Weil das direkte Verfolger-Duo das Rennen gewann, ist Ellis’ Vorsprung vor dem Finale in Road Atlanta (3. Oktober) jedoch auf sechs Punkte geschmolzen. Behält Ellis auch im letzten Rennen die Oberhand, wäre das sein dritter GTD-Titel in der IMSA in Serie. Für Cadillac-Werksfahrer Louis Delétraz, der bei den Prototypen fährt, endete das Rennen in Indianapolis auf dem undankbaren vierten Rang.
Eine weitere Schweizer GT3-Podestplatzierung gab es in der 24h Series in Barcelona. Dort belegte das Team Hofor Racing auf ihrem Mercedes AMG GT3 nach 740 gefahrenen Runden Rang 3 im Gesamtklassement und P2 in der Kategorie AM.
Auch in der italienischen Formel 4 wurde am Wochenende der vorletzte Lauf ausgetragen. Zwei vierte Plätze waren aus Schweizer Sicht die beste Ausbeute. Verantwortlich dafür waren für Jenzer Motorsport der Deutsche Elia Weiss und für Maffi Racing der Däne David Walther. Die besten Ergebnisse der Schweizer Fahrer waren ein siebter Platz von Florentin Hattemer (Trident), ein achter Platz von Levi Arn (Jenzer, P3 bei den Rookies) und ein 17. Rang von Georgiy Zasov (Prema). Das Finale in Mugello findet am 30. Oktober/1. November statt.
Reto Meisel hat beim letzten Lauf zur Europa-Bergmeisterschaft in Kroatien nochmals einen Sieg und einen Rekord feiern dürfen. Zum Gewinn des EM-Titels über alle fünf Gruppen reichte es knapp nicht.
Beim zehnten und letzten Lauf zur Europa-Bergmeisterschaft in Kroatien feierte Reto Meisel seinen sechsten Gesamtsieg in der FIA-Kategorie 1. Mit seinem bewährten Mercedes SLK340 Judd stellte der Aargauer auf der 5001 Meter langen Strecke von Buzet auch einen neuen Rekord für geschlossene Fahrzeuge auf.
Trotzdem reichte es am Ende nicht mehr ganz zum Gewinn des EM-Titels über alle fünf Gruppen. Dieser geht an den Kroaten Matija Jurisic, der mit seinem optimalen Peugeot 308 TCR sieben Siege und drei zweite Plätze in der Gruppe 4 feierte und so auf 211 Punkte kommt. Meisel gewann zwar ebenso oft die Gruppe 1 der leistungsstärksten Tourenwagen/GT, verzeichnete zuvor aber einen Nuller in Slowenien (Unfall mit dem Mitsubishi) und hat daneben noch je einen zweiten und dritten Platz vorzuweisen, womit er auf 208 Zähler kommt.
Für den zweifachen Schweizer Tourenwagen-Bergmeister (2016 und 2022) war es dennoch eine erfolgreiche Saison. Meisel hatte gar nicht geplant, wie 2025 eine komplette EM-Saison zu bestreiten. Als er sich plötzlich in einer sehr guten Ausgangsposition befand, entschied er sich um. So holte er – bedingt auch durch das Ausscheiden einiger direkten Gegner durch Unfälle oder technische Defekte – überlegen den Titel in der Königsklasse und in der Performancewertung. Daher zieht Meisel eine positive Bilanz mit leichtem Augenzwinkern: «Für mich ist alles okay: Winner Group 1, Best Performer und Vize-Europameister. Es war eine geile Saison, in der ich dazu gelernt habe. Ich habe ja erst angefangen…»
Den letzten Tagessieg in der Saison 2026 errang wie beim Schweizer EM-Lauf im August der Franzose Kevin Petit auf Nova NP01 Emap Turbo. Als Europameister über alle vier Proto-Gruppen stand schon zuvor der unter Pseudonym «O’Play» startende Italiener Antonino Migliuolo auf einem Nova NP03 Aprilia fest. Der Titel in der Gruppe P1 geht an den Spanier Joseba Iraolo Lanzacorta, jener in der Performancewertung an den Tschechen Petr Trnka (beide Nova NP01 Emap Turbo). Schweizer waren in der EM-Kategorie 2 keine am Start.
Text: Peter Wyss
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