Der Rallye-Saisonhöhepunkt hat gehalten, was er versprochen hat: Bei der Rallye du Valais gab es mit Yohan Surroca einen neuen Sieger und mit Nicolas Lathion einen neuen Meister.
Die bekannteste und traditionsreichste Rallye der Schweiz, die Rallye International du Valais, ist um mindestens zwei Kapitel reicher. Zum einen wegen Yohan Surroca (und seinem belgischen Co-Piloten Loïc Dumont), zum anderen wegen Nicolas Lathion und Beifahrerin Morgane Apothéloz. Letztere haben bei ihrer Heimrallye den Schweizer Meistertitel geholt. Allerdings war es eine ganz schöne Zitterpartie. Gleich zwei Mal kam der 36-jährige Walliser während des finalen Wochenendes vom rechten Weg ab. Mit etwas weniger Glück hätte der Traum vom Meistertitel schon im Shakedown am Donnerstag zu Ende gehen können. Lathion rutschte nach einem Verbremser in den Notausgang, verpasste dort haarscharf ein geparktes Auto eines Offiziellen und kam erst in einem Graben zum Stillstand. «Wir hatten Glück gehabt», meinte Lathion später im Servicepark in Martigny. «Wir werden es morgen mit Vorsicht angehen.»
Bis zur elften Prüfung am Samstagnachmittag ging Lathions Plan auf. In jeder Prüfung fuhr der Skoda-Pilot in die Top 10. Der vierte Zwischenrang würde locker zum Titelgewinn reichen. Doch in der 12. WP auf Höhe der «Gorges du Durnand» hinauf zum Lac du Champex übertrieb es Lathion in einer linken Haarnadelkurve. Statt nach einem richtig schönen Drift die Fahrt vorzusetzen, drehte sich der Wagen einmal um die eigene Achse die Böschung hinunter. Beim Aufprall auf die darunterliegende Strasse löste sich der rechte Hinterreifen. Lathion musste das Rad wechseln. Alles in allem handelte er sich dadurch einen Rückstand von 4:44,9 min auf die Spitze ein, was ihn im Gesamtklassement auf Rang 12 (in der Schweizer Wertung auf Position 9) zurückwarf. Weil er sich in der letzten Prüfung im Val de Bagnes dann keine Blösse mehr gab und die achtschnellste Zeit markierte, reichte es ihm zum Gewinn des Titels. Der Vorsprung schmolz aber auf sechs Punkte zusammen. «Egal», meinte Lathion im Ziel. «Wir haben uns unseren Traum erfüllt.» Der Fehler kurz vor Schluss nimmt er auf seine Kappe. Wobei er auch sagt: «Ich hatte das Gefühl, dass die Reifen kühler waren als gewöhnlich. Grundsätzlich war ich einfach froh, dass wir bis dort eine sehr solide Rallye gefahren sind und wir uns mit unserer Fahrweise keinen allzu grossen Rückstand eingehandelt haben. Sodass der Vorsprung bis ins Ziel reichte. Im ersten Moment dachte ich nämlich: Das war’s!»
Platz 2 in der Schweizer Meisterschaft ging an Mike Coppens/Christophe Roux. Die Routiniers, die in diesem Jahr ausser der «Valais» nur bei der Rallye du Chablais am Start gestanden hatten, sicherten sich mit einer sehr soliden Leistung Platz 2. Von den 13 Prüfungen beendeten Coppens/Roux neun in den Top 3. «Es ist etwas frustrierend», meinte Coppens. «Ich weiss, was mit dem Auto möglich ist. Und dafür, dass wir keine Risiken eingegangen sind, haben wir pro Prüfung nur wenig verloren – hier eine Sekunde, da eine Sekunde. Es wäre aber mehr möglich gewesen. Aber man darf auch nicht vergessen, dass wir zwischen der Rallye du Chablais und der Rallye du Valais gerade mal 30 Kilometer getestet haben.»
Der Star der Rallye du Valais war aber ein ganz anderer: Yohann Surroca. Der 24-jährige aus Uvrier bei Sion hat erst 2022 mit dem Rallyesport angefangen. Sein bisher bestes Ergebnis im Rahmen der Schweizer Rallye-Meisterschaft war ein siebter Platz 2024 bei seiner Heimrallye im Wallis. Im Vorjahr belegte er bei der RIV Rang 8. Die Mehrheit seiner Rallyes hat der Hyundai-Pilot bisher im Ausland (insbesondere in Frankreich) bestritten. Bei seiner vierten Teilnahme im Wallis gelang ihm nun der ganz grosse Coup. Und das nicht irgendwie durch Zufall, sondern durch eine starke und vor allem konstante Leistung. Schon in der zweiten Prüfung übernahm Surroca die Führung, gab diese kurz vor Etappenschluss am Freitagabend nochmals kurz an Thibault Maret im Citroën C3 ab, sorgte dann aber am zweiten Tag (nach dem sechsfachen Überschlag von Maret) für klare Verhältnisse und katapultierte sich mit dem Valais-Sieg sogar noch auf Platz 3 der Gesamtwertung.
«Ich habe immer von einem Sieg bei der Rallye du Valais geträumt», meinte Surroca, der am zweiten Tag vier Mal die Bestzeit aufstellte. «Ich glaube, das ist der Traum eines jeden Schweizer Rallye-Piloten. Wir haben uns sehr gut auf diese Rallye vorbereitet. Ich kenne auch die Strassen sehr gut. Und wir haben von Anfang an einen guten Rhythmus gefunden.»
Für Maret endete die Heimrallye nach dem Unfall. Der 26-Jährige kam abgesehen von ein paar Prellungen glimpflich davon. Der «moralische» Schaden ist deutlich grösser. «Wir waren gut unterwegs», meinte Maret. «Aber an dieser Stelle bin ich etwas vom Kurs abgekommen und dann ist das Auto gerutscht. Es ist sehr ärgerlich. Wir lagen in Führung und bis zum Ort des Abflugs, sieben Kilometer vor dem Ziel, waren Yohan und ich in derselben Sekunde.»
Hinter Surroca und Coppens sicherte sich der Deutsche Albert von Thurn und Taxis (mit Beifahrerin Jara Hain) Platz 3 im Gesamtklassement. Direkt dahinter kam (als Dritter der Schweizer Wertung) Michaël Burri mit seinem belgischen Co-Piloten Maxime Andernack ins Ziel. Für Burri war es die erste Teilnahme an der RIV seit 2024. Damals verunfallte er schwer, gewann aber trotzdem den Titel. Hinter Burri klassierten sich Jonathan Michellod/Stéphane Fellay auf Rang 5. Platz 6 ging an den Polen Jaroslaw Koltun, der am zweiten Tag mit drei Bestzeiten auf sich aufmerksam machte. Die weiteren Top-10-Platzierungen: 7. Ismaël Vuistiner/Florine Kummer (Skoda Fabia), 8. Jason Pritchard/Robert Fagg (GB, Toyota Yaris), 9. Joël Rappaz/Gaëtan Aubry (Skoda Fabia), 10. Yoan Loeffler/Aurélien Chiappello (Skoda Fabia).
Bester Rally4-Pilot bei der «Valais» war Aurélien Devanthéry mit Beifahrer Michaël Volluz auf einem Peugeot 208 auf Gesamtrang 17. Bei den Rally3-Autos hatte Mathieu Sermier/Yvan Thurre (Renault Clio) die Nase vorne. Bei den S1600ern ging der Klassensieg an Joël Grand. Den Titel im Rallye-Pokal sicherten sich Michaël Esteves/Ismaël Berdayes auf ihrem Opel Corsa Rally4 mit zwei Punkten Vorsprung auf Alain Rey/Estelle Coppex (Renault Clio Rally4) und acht Punkten Vorsprung auf Mathieu Zurkinden/Stéphane Pury auf Peugeot 208 Rally4.
In der historischen Klasse, der VHC, siegten Julien Camandona/Mélanie Crettaz. Der BMW-M3-Pilot lag von der ersten Prüfung an in Führung und baute die kontinuierlich aus. Im Ziel hatte er 1:55 min Vorsprung auf die Markenkollegen Edy und Florence Bérard, die sich in der elften Prüfung auf Platz 2 schoben, nachdem Jérémie Toedtli auf seinem Ford Sierra Cosworth 4x4 ausgefallen war. Rang 3 ging an Aurélien Bouchet/Marie Deroy, ebenfalls auf einem Ford Sierra Cosworth 4x4. Die Krone in der VHC sicherte sich das Duo Bérard – zum vierten Mal nach 2017, 2022 und 2024. Platz 2 ging an Camondona (15 Punkte dahinter). Dritter wurden die Vorjahresmeister Eddy und Marion Tapparel auf ihrem giftgrünen Porsche 911.
In der VHRS ging der Sieg und der Titel an Laurent und Florence Pernet. Das Paar hat die RIV auf ihrem BMW 325ix am gleichmässigsten absolviert. Platz 2 in der Meisterschaft sicherten sich René Winz/Didier Barthe (MG B GT) vor Dominique und Marylaure Udriot (Toyota Celica).
Mehr Infos zur Rallye du Valais finden sie unter diesem Link.
Spannende, mitunter überraschende Titelentscheidungen haben das sechste Rennwochenende des Porsche Sports Cup Suisse geprägt. Der Titel im GT3 Cup ging an den Österreicher Felix Neuhofer. Den letzten Rennsieg sicherte sich Gregor Burkard.
Die Titelentscheidung in der Klasse 1, reserviert für den 510 PS starken 911 GT3 Cup ohne Renn-ABS, entpuppte sich in Misano zu einem wahren Krimi. Schon die Ausgangslage war brisant: Felix Neuhofer ging mit einem Punkt Vorsprung auf Jack Sherwood in das letzte Rennwochenende. Während sich der in Deutschland lebende Österreicher für beide Läufe die Pole-Position und damit jeweils drei Zusatzpunkte gesichert hatte, machte Sherwood im ersten Durchgang ernst und übernahm in der zwölften von 17 Runden die Führung – um den Sieg nachträglich wieder zu verlieren: Der Brite hatte die Streckenbegrenzungen zu oft missachtet und dafür 15 Strafsekunden kassiert. Dies warf ihn auf Rang 2 vor Gregor Burkard zurück, der sich mit frischen Reifen vom Ende des Starterfelds nach vorne gekämpft hatte.
Damit lag Neuhofer vor dem finalen Lauf acht Punkte vorn, doch er erlebte einen Start zum Vergessen: Noch in der ersten Runde kam es zu einem Kontakt mit Sherwood. Der Brite war mit neuen Michelin von Platz 5 gestartet. Neuhofer musste das vordere rechte Rad wechseln lassen und fiel ans Ende des Teilnehmerfelds zurück. Weil er die Kollision verursacht hatte, musste Sherwood in Runde 10 eine Boxendurchfahrt-Strafe antreten. Der 20-Jährige kehrte als Neunter vor seinem Titelrivalen zurück auf die Strecke, im Ziel teilten sie sich die Plätze 8 und 9. Damit stand Neuhofer als neuer Champion des GT3 Cup fest. Der Laufsieg ging an den Meisterschaftsdritten Burkard vor Peter Hegglin, Christian Caramuscia und Ilario Introna. In der Teamwertung siegte Sportec Racing.
In der Gruppe GT4 Clubsport hat David Dias seine Tabellenführung mit dem Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport gegen Kevin Lattion verteidigt. Bei den 911 GT3 R der aktuellen Generation 992 heisst der Champion Patrick Dinkeldein. Der Deutsche krönte seinen Titelgewinn auf dem 4,226 Kilometer langen Kurs nahe Rimini durch einen Gesamtsieg in der Gruppe Open GT. Mit zwei ersten Plätzen in der Klasse 21 für den 911 GT3 Cup mit Traktionskontrolle und Renn-ABS hat sich Levin Gelf in letzter Sekunde zum Champion gekürt. Im Feld der klassischen Rennwagen durfte sich Stefan Roitmayer über zwei Laufsiege mit dem 911 Cup der Generation 993 freuen, den Titel sicherte sich Sebastian Glaser. Mit den Cup-Fahrzeugen der Generation 964 teilten sich Philippe Menotti und Enzo Calderari die Rennerfolge, als Champion dieser Klasse liess sich Florian Schmidhuber trotz eines Ausfalls feiern.
Nach der Pflicht folgte beim Saisonfinale in Misano traditionell die Kür: das zweistündige Nachtrennen, in dem sich mehrere Fahrer ein Cockpit teilen dürfen und in dem oftmals gestandene Profis als Verstärkung antreten. Es zählt zu keiner Wertung. Bei den Porsche 911 GT3 R konnten sich Jörg Dreisow/Manuel Lauck gegen Roderick Christie/Matteo Malucelli und Stephan Heim/Stephan Joos durchsetzen. Bei den traktionskontrollierten 911 GT3 Cup-Rennwagen mit ABS hiessen die Sieger Kjell Lejonkrans/Emil Persson. Sie kamen vor Harald Huber und dem früheren Porsche-Junior Klaus Bachler sowie Loic und Frank Villiger ins Ziel. Bei den 911 GT3 Cup ohne ABS gewannen Gregor Burkard/Marcel Fässler gegen Peter Hegglin/Christopher Zöchling. Wolfgang Triller entschied als Solofahrer die Klasse 40 für den 911 GT3 Cup der Generation 991 für sich. Als bester 718 Cayman GT4 RS Clubsport wurde der Mittelmotor-Porsche von Pascal Delafontaine/Bruno Widmer/Richard Feller gewertet.
Für viele ist es der Saisonhöhepunkt. Für Tabellenführer Nicolas Lathion und Beifahrerin Morgane Apothéloz könnte es die Erfüllung eines Traums werden. Bei der Rallye du Valais, dem Finale der Schweizer Rallye-Meisterschaft, geht es ums Ganze.
Der ehemalige McLaren-Teamchef Ron Dennis (79) hat einst gesagt: «To finish first, you first have to finish!», was soviel bedeutet wie: Um als Erster ins Ziel zu kommen, muss man erst einmal ins Ziel kommen. Treffender könnte man es im Vorfeld der Rallye International du Valais nicht formulieren. Tabellenführer Nicolas Lathion mit Co-Pilotin Morgane Apothéloz muss seine bevorstehende Heimrallye vom 29.-31. Oktober zwar nicht gewinnen, aber um Meister, also Erster zu werden, muss er ins Ziel kommen. Und zwar mindestens als Neunter (in der Schweizer Wertung).
Wenn man Lathions Ergebnisse aus den vergangenen Jahren herbeizieht, sollte diese Aufgabe lösbar sein. 2023 wurde der Skoda-Pilot aus Charrat Vierter, 2024 Zweiter und im Vorjahr Fünfter bei der RIV. Doch genau darin liegt die Krux. Skoda-Pilot Lathion sagt selber: «Volles Risiko müssen wir nicht nehmen, aber zu vorsichtig dürfen wir auch nicht sein!» Erster Verfolger des 36-Jährigen, der in der Rallye-SM noch nie gewonnen hat, ist Pascal Perroud mit seiner Beifahrerin Charlène Greppin. Der Waadtländer, Markenkollege von Lathion, hat 22 Punkte Rückstand auf die Spitze. Schon 25 Punkte zurück liegt Mike Coppens. Der zweimalige Schweizer Rallye-Meister hat von den bisherigen drei Läufen nur einen bestritten, die Rallye du Chablais. Diese aber zusammen mit seinem Co-Piloten Christophe Roux gewonnen. Coppens zählt auch bei der diesjährigen Rallye du Valais zu den Favoriten, wenngleich ihm natürlich die Praxis 2026 etwas fehlt.
Gleiches gilt aber auch für die Startnummer 3, Jonathan Michellod/Stéphane Fellay. Auch dieses Duo hat in diesem Jahr erst eine Rallye bestritten: die Rallye Monte Carlo im Januar. Mehr Praxis haben Michaël Burri (auf Toyota Yaris GR) und Thibault Maret (Auf Citroën C3). Burri hat in diesem Jahr schon an vier Rallyes teilgenommen. Beim Schweizer Meisterschafts-Auftakt im Jura wurde er Vierter. Maret hat als einziger (neben Lathion) an allen drei bisherigen Schweizer Rallye-Läufen teilgenommen. Sein Rückstand auf den Führenden beträgt bereits 28 Punkte. Dabei fällt vor allem der Nuller bei der ärgerliche Rallye du Chablais ins Gewicht. «Hätten wir dort anständig Punkte geholt, sähe die Ausgangslage heute viel besser aus.» Nicht mehr in die Meisterschaftsentscheidung eingreifen werden Jonathan Hirschi und Florian Gonon. Beide sind bei der diesjährigen RIV nicht am Start.
Spannend dürfte es auch noch im Schweizer Rallye-Pokal (für hubraumschwächere Fahrzeuge) werden. Vor dem Finale im Wallis führen Michael Esteves/Ismaël Berdayes auf ihrem Opel Corsa. Acht Punkte dahinter lauern Alain Rey/Estelle Coppex auf Renault Clio. Nur einen Punkt dahinter folgt ein Trio mit 22 Punkten: Laurent Bérard/Audrey Zwahlen auf Honda Civic Type R und Laurent Rossi/Florent Clavien auf Peugeot 206 XS. Der dritte Verfolger wird nicht mehr in die Meisterschaft eingreifen: Yohann Surroca startet bei der RIV mit einem Hyundai i20N. Gut möglich, dass er auf den ganz vorderen Plätzen anzutreffen ist. Gespannt sein darf man auch auf das Abschneiden von Yoann Loeffler. Der Vorjahres-Gesamtzweite geht mit seinem Skoda Fabia Rally2 direkt nach den Top 5 ins Rennen. Und dann ist da auch noch Joël Grand. Der Walliser, der zwischen Rallye und Bergrennen pendelt, gibt bei der RIV mit einem Renault Clio S1600 sein Comeback.
«In der historischen Klasse», der VHC, wird es beim Finale im Wallis voraussichtlich auf ein Duell der beiden schnellsten BMW-M3-Duos hinauslaufen. Vor der RIV führen Edy und Florence Bérard 18 Punkte vor Julien Camandona/Melanie Crettaz. Mit Erwin Keller (im Mitsubishi Galant VR4) und Jérémie Toedtli (auf einem Ford Sierra Cosworth 4x4) sind aber auch zwei weitere heisse Sieganwärter am Start. In der VHRS, der Kategorie, in der es um regelmässiges Fahren geht, sind acht Autos am Start. in der modernen Klasse deren drei.
Die Servicezone und das Hauptquartier der Rallye befinden sich in Martigny. Die Rallye beginnt am Donnerstag, 29. Oktober, mit den administrativen Abnahmen, den technischen Kontrollen, einem Shakedown zwischen Martigny und Chariatte und einer «Super Spécial» am Donnerstagabend. Der Start in den zweiten Tag bestehend aus sieben Prüfungen erfolgt am Freitag, 30. Oktober. Am Samstag werden weitere sechs Prüfungen absolviert. Insgesamt werden bei der «Valais» 183,28 Kilometer zurückgelegt. Damit gilt die Rallye als eine Veranstaltung vom Typ 1.
Mehr Infos zur Rallye du Valais finden sie unter diesem Link.
Termine Schweizer Rallye-Meisterschaft 2026
27./28. März, Critérium Jurassien
28.-30. Mai, Rallye du Chablais
10.-11. Juli, ABGESAGT, Rallye de Bourgogne-Côte Chalonnaise (FRA)
18./19. September, Rally del Ticino
29.-31. Oktober, Rallye International du Valais
Die Schweizer Kartfahrer müssen sich international nicht verstecken. Das hat man auch beim IAME World Final in Viterbo (ITA) am vergangenen Wochenende gesehen.
Es wäre das perfekte Wochenende für Alexis Genolet geworden. Der junge Genfer hatte beim IAME World Final im italienischen Viterbo alles im Griff. Der Pilot aus dem Team LKM Racing gewann alle sechs Vorläufe in der Kategorie S125 Senior! Und auch im Finale überquerte er die Ziellinie als Erster. Doch über den Sieg konnte sich Genolet nur kurz freuen. Die Rennleitung nahm ihn aus der Wertung, weil er sich kurz vor Schluss nach deren Geschmack mit unfairen Mitteln gegen den Zweitplatzierten wehrte. Eine harte Strafe – andere Fahrer kamen für ähnliche Vergehen schon ungestraft davon…
Doch nicht nur Genolet zeigte in Viterbo eine starke Leistung. Auch der 13-jährige Elia Nützi vom Team KartBox.ch lieferte einen tadellosen Job ab. Nützi wurde in der S125 Junior Dritter im Finale. Auch er befand sich in den Vorläufen stets unter Schnellsten. Den Super Heat vom Samstag gewann er sogar. Den Schweizer Triumph machte in diesem Lauf Dilan Roman Fricker perfekt. Der Schweizer OK-Junior-Meister sicherte sich Rang 3 in diesem Rennen. Im Finale wurde er Achter.
Auch in der X30 Junior machten die Schweizer auf sich aufmerksam. Aaron Buhofer machte im Finale elf Positionen gut und belegte Rang 5. Rares Pascu, eines der wohl grössten Talente in der Rotax Max Challenge, kam direkt hinter ihm ins Ziel. Aurelio Longhitano wurde Siebter, Zoltan Coigny 13. Auch er hatte sich um elf Plätze verbessert. Im starken Feld der X30 Senioren erreichte Dan Allemann Platz 8. Bei den Senioren der S125 belegte Gauthier Sanjuan (nach Genolets Disqualifikation) Platz 4, Leopold Maier wurde Siebter.
Das letzte Rennwochenende der FIA F4 CEZ entwickelte sich zum Schaulaufen von Jenzer Motorsport. Das Team aus Lyss gewann am Hungaroring nicht nur den Fahrer-, sondern auch den Team-Titel.
Am Wochenende gab es für die Schweizer Motorsport-Gemeinde gleich zwei Titel zu feiern. Über den einen, den Triumph von Kevin Gilardoni im Lamborghini Super Trofeo, haben wir schon am Samstag berichtet. Am Sonntag durfte auch Jenzer Motorsport jubeln. Das Formel-4-Team aus Lyss/BE hat zum vierten Mal in Serie die FIA F4 CEZ gewonnen. Der diesjährige Meister heisst Elia Weiss und kommt aus Deutschland. Er ist der Sohn der ehemaligen deutschen Rennfahrerin Claudia Hürtgen (55). Und er war 2026 mit zehn Laufsiegen der mit Abstand erfolgreichste Fahrer in der diesjährigen CEZ-Meisterschaft. Weiss hatte den Titel am Hungaroring schon im ersten Rennen sichergestellt. Der 17-jährige Münchner hatte danach aber noch nicht genug: Er siegte auch im dritten Vorlauf und belegte im Finale Rang 2 hinter dem Tschechen Teo Borenstein, der ebenfalls für Jenzer fährt.
Sein bisher bestes Wochenende erwischte Georgiy Zasov. Der einzige Schweizer in Diensten von Jenzer Motorsport (in der F4 CEZ) gewann am Hungaroring sein zweites Formel-4-Rennen. Damit gewann Jenzer nicht nur alle vier Rennen, man sicherte sich auch in allen Läufen die Plätze 2 und 3. Für Zasov endete seine erste komplette F4-Saison auf dem siebten Schlussrang. Die Teamwertung hatte Jenzer schon vor dem Finale in Budapest in der Tasche. Auch dieser Titel ging zum vierten Mal hintereinander nach Lyss – herzliche Gratulation!
«Dieses Wochenende haben wir wirklich dominiert», meint Teamchef Andreas Jenzer. «Der Dank gebührt dem ganzen Team. Die vielen Rennen und dazwischen die Tests fordern von unserer Mannschaft sehr viel. Deshalb ist es dann auch schön, wenn man für die viele Arbeit belohnt wird. Aus Schweizer Sicht hat es mich besonders gefreut, dass Georgiy in den letzten beiden Rennen so erfolgreich war. Er hat an den letzten beiden Rennwochenenden einen wirklichen guten Job gemacht.»
Sein erstes Formel-4-Rennen absolvierte auch Paul Andriotis. Der 15-Jährige aus Morges fuhr bei seiner Premiere für das Team Real Racing aus Rumänien und belegte die Plätze 17 und 15. Im Finale schied der Andriotis, der dieses Jahr auch am Young Drivers Projekt von Auto Sport Schweiz teilnimmt, aus.
Das Komitee Karting hat Kalender der autobau Schweizer Kartmeisterschaft 2027 definiert. Wir freuen uns, euch die fünf Läufe vorzustellen. Auf vielfachen Wunsch von PilotInnen und Teams haben wir 2027 zwei Läufe in Frankreich ins Programm genommen. So finden je zwei Rennen in Italien und Frankreich sowie das Saisonfinale in Wohlen statt.
• Super Mini: 8 - 12 Jahre (Erreichen des Altersjahres im Kalenderjahr)
• S125 Junior: 12 - 14 Jahre (Erreichen des Altersjahres im Kalenderjahr)
• S125 Senior: ab 14. Geburtstag
• KZ2: ab 15. Geburtstag
• KZ2 Master: ab 30. Geburtstag (im KZ2-Feld integriert)
Die Daten stehen unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Nationale Sportkommission (NSK). Allfällige Änderungen bleiben vorbehalten, sofern unvorhersehbare Einflüsse oder Vorkommnisse eintreten.
Mit Kevin Gilardoni hat ein weiterer Schweizer einen GT3-Titel geholt. Der siebenmalige Rallye-Ticino-Sieger krönte sich heute Samstag zum neuen Meister der Lamborghini Super Trofeo Europa.
Mit einem Punkt Vorsprung ist Kevin Gilardoni in Monza zum alles entscheidenden Rennwochenende in der Lamborghini Super Trofeo Europa angetreten. Und schon nach dem ersten Lauf gestern Freitag sah es für den 34-Jährigen aus dem Misox vielversprechend aus. Mit einem zweiten Platz bauten Gilardoni und sein italienischer Teamkollege Simone Iaquinta die Tabellenführung aus.
Im zweiten Rennen war dann schon vor dem Start alles klar. Gerade als alles für das letzte Rennen des Jahres bereit war, fielen erste Regentropfen auf den Asphalt von Monza, was die Rennleitung dazu veranlasste, das Rennen als Regenrennen zu deklarieren. Während der Einführungsrunde verlor Patrik Fraboni beim Herausfahren aus der Ascari-Kurve die Kontrolle über seinen Lamborghini, prallte gegen die Leitplanken und beschädigte die rechte Vorderpartie schwer. Ein bitteres Ende für den Fahrer des Oregon Teams, der zusammen mit Silas Rytter noch um den Pro-Titel kämpfte. Der vorzeitige Ausfall des Duos ebnete somit den Weg für Iaquinta und Gilardoni, die den Titel rechnerisch bereits vor dem Erlöschen der Ampeln feiern konnten.
Im Rennen wurde das Duo dann auf Platz 16 abgewinkt. Eine Zehn-Sekunden-Strafe wegen eines Verstosses beim Boxenstopp beeinträchtigte zwar die Chance, die Saison mit einem erneuten Top-Ergebnis abzuschliessen, hatte jedoch keinen Einfluss auf den Gewinn der Meisterschaft. Insgesamt gewann Gilardoni drei Rennen zum diesjährigen Lamborghini Super Trofeo Europa.
Nächste Woche (vom 29.-31. Oktober) findet im Wallis die 66. Ausgabe der Rallye International du Valais statt. Das Programm dazu kann ab sofort unter diesem Link angerufen werden.
Weitere Informationen zur RIV (inkl. Startliste) werden nächste Woche auf dieser Seite veröffentlicht. So viel sei jetzt schon verraten: Der Titel in der Schweizer Rallye-Meisterschaft 2026 ist noch nicht vergeben. Die besten Chancen, ihn zu holen, haben Nicolas Lathion/Morgane Apothéloz. Aber auf 186,76 Kilometer kann vieles passieren…
Kartfahrer und -fahrerinnen aufgepasst! Wer 2027 mit einem Wechsel in den Formelsport spekuliert, sollte diese Meisterschaft auf dem Zettel haben: die deutsche Formel 4 kehrt nach fünf Jahren Pause zurück. Mit am Start ist auch das Team Jenzer Motorsport.
Erinnern Sie sich noch an den letzten deutschen Formel-4-Meister? Richtig – es war Kimi Antonelli 2022. Danach hat die vom ADAC organisierte Serie ihren Betrieb einstellen müssen. Jetzt kehrt die Formel-4-Meisterschaft in unserem Nachbarland zurück. Mit dabei ist auch das Team Jenzer Motorsport aus Lyss/BE.
Die Meisterschaft wird unter dem Banner der FIA von Gedlich Racing veranstaltet, das unter anderem auch die Formula Winter Series organisiert. Insgesamt treten in dieser Saison 14 verschiedene Teams an. Zu den Teams, die aus früheren Saisons der deutschen Formel-4-Meisterschaft zurückkehren, gehören neben Jenzer auch Van Amersfoort Racing und Cram. Weitere bekannte Teams sind LN4 Fusion, gegründet vom Formel-1-Weltmeister Lando Norris, sowie FS Motorsports, mitbegründet vom brasilianischen Rennfahrer Augusto Farfus. Laut der Pressemitteilung «gingen Bewerbungen für mehr als 70 potenzielle Fahrzeuge ein» – und selbst renommierte Namen erhielten eine Absage, denn das Feld ist auf maximal 36 Fahrzeuge beschränkt. Die letzten erfolgreichen Schweizer in der deutschen Formel 4 waren Grégoire Saucy (2019, zwei Podestplätze) und Fabio Scherer (2017, sechs Podestplätze, darunter ein Sieg am Sachsenring).
Der Kalender 2027 sieht wie folgt aus:
8./9. Mai, Oschersleben – DTM
19./20. Juni, Lausitzring – DTM
3./4. Juli, Norisring – DTM (TBC)
31. Juli/1. August, Red Bull Ring – ADAC Racing Weekend
21./22. August, Nürburgring – DTM
25./26. September, Sachsenring – DTM
2./3. Oktober, Hockenheim – ADAC Racing Weekend
Und wieder war es ein gutes Wochenende für die Schweizer auf internationaler Bühne. Nicht nur für Sébastien Buemi, der vor seinem fünften WEC-Titel steht. Mit Thomas Toffel hat zum ersten Mal ein Schweizer die Euro-NASCAR gewonnen!
Sébastien Buemi hat seinen fünften Titel in der Langstrecken-WM auf dem Silbertablett. Der 37-jährige Waadtländer hat nach dem Sieg in Fuji (JAP) von vor zwei Wochen auch am vergangenen Wochenende beim WEC-Rennen in Barcelona triumphiert. Dank einem Doppelsieg hat Toyota schon vor dem Finale in Monza (ITA) am 8. November den Hersteller-Titel im Sack. Buemi und seine Teamkollegen, der Neuseeländer Brendon Hartley und der Japaner Ryo Hirakawa, haben einen Vorsprung von 17 Punkten auf das Schwesterauto mit der #7. «Was für ein fantastischer Tag für das gesamte Team», meinte Buemi. «Es gab eine Menge Stress und ich bin immer noch ein bisschen sauer auf mich selbst wegen der Strafe am Start, aber meine Teamkollegen haben das wieder wettgemacht. Ich freue mich riesig, den Titel mit dem ganzen Team durch einen Doppelsieg zu feiern. Nun hoffe ich natürlich, dass Brendon, Ryo und ich auch noch den Fahrertitel in Monza holen.» Für den zweiten Schweizer bei den Hypercars, Raffaele Marciello (BMW), endete das Rennen nach einem enttäuschenden Quali (Startplatz 16) und einer Zehn-Sekunden-Strafe auf Platz 7.
Den Titel bereits in der Tasche hat Thomas Toffel. Der 35-Jährige aus Givisiez im Kanton Fribourg hat als erster Schweizer die Open-Meisterschaft in der Euro-NASCAR gewonnen. Toffel überquerte im zweiten Finale in Zolder (BEL) als Fünfter die Ziellinie. Das reichte, um seine Titelkonkurrenten Raphael Lessard und Thomas Dombrowski um zwölf respektive 22 Punkte hinter sich zu lassen. Toffel, der für das Schweizer Team THT Race Art Technology fährt (das THT steht für Thomas Toffel), hatte die Saison mit einem Doppelsieg im spanischen Valencia begonnen. Auch beim zweiten Rennen in Le Castellet gewann Toffel. Sechs Mal stand er insgesamt auf dem Podium.
Einen weiteren Podestplatz gab es beim Endurance-Finale der GTWC in Portimão (POR) für Ricardo Feller. Der Aargauer in Diensten von Lionspeed GP belegte beim letzten Rennen der Saison Platz 2 und schaffte es damit noch als Dritter aufs Podium im Gesamtklassement. Durch den Titelgewinn im Sprint-Wettbewerb sicherte sich Feller in beiden Wertungen disziplinenübergreifend den zweiten Rang.
Einen grossartigen Schweizer Erfolg gab es auch bei der Rallye Sanremo. Das Finale der italienischen Rallye-Meisterschaft wurde vom Italiener Fabio Andolfi und dessen Schweizer Co-Pilot Marco Menchini gewonnen. Das Duo setzte sich an die Spitze, nachdem der amtierende Champion Andrea Crugnola nach zwei Reifenschäden vorzeitig aufgeben musste und gewann mit 4,7 Sekunden Vorsprung auf den neuen italienischen Meister Roberto Daprà. Der brandneue Lancia Ypsilon HF Rally2 wurde von DMax Swiss eingesetzt.
Zum Kartsport: Auch dort gab es einen Schweizer Sieg. Iven Ammann hat das ROK Cup Superfinale 2026 in der Kategorie Junior ROK gewonnen. Bereits im Qualifying zeigte Ammann eine überragende Leistung und sicherte sich mit einer Bestzeit von 49,131 Sekunden die Pole-Position im über 300 Fahrer starken internationalen Feld. Auch im Finale liess Ammann (für das Team Innovate Competition am Start) nicht anbrennen und gewann souverän. Für den 15-Jährigen markiert dieser Triumph einen weiteren Meilenstein in seiner noch jungen Karriere, nachdem er sich bereits im Februar durch den Sieg beim ROK Wintercup direkt für das Superfinale qualifizieren konnte.
Sie erhalten monatliche News und Events der Auto Sport Schweiz Seite