Ein Schweizer Sieg bei der DTM am Nürburgring und ein Abschied in der Formel E. Das vergangene Wochenende war aus Schweizer Sicht wieder sehr emotional.
Am vergangenen Wochenende ging in London die Formel-E-Saison 2025/2026 mit einem Doubleheader zu Ende. Aus Schweizer Sicht hatte vor dem Finale nur noch Edoardo Mortara Chancen auf den Titel. Die waren aber im Falle des Genfers von theoretischer Natur und lösten sich nach Platz 7 im ersten Lauf auch in Luft auf. Besser lief es Mortara im zweiten Durchgang. Dort diktierte der Mahindra-Pilot nicht nur lange das Tempo, er sorgte mit Platz 3, dem ersten Podestplatz seit Februar, auch für einen versöhnlichen Saisonabschluss. Punktgleich mit dem Briten Oliver Rowland beendete Mortara sein drittes Jahr mit dem Team aus Indien auf Platz 5. Auch die beiden anderen Schweizer schlossen die Saison 25/26 in den Top 10 ab. Nico Müller holte in London mit den Rängen 11 und 12 zwar keine Punkte, war seinem Teamkollegen Pascal Wehrlein auf dem Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung aber eine grosse Hilfe und beendete die Saison als Gesamtneunter. Sébastien Buemi stellte bei seinen beiden letzten Rennen nochmals seine ganze Klasse unter Beweis und sicherte sich dank den Rängen 4 und 5 den zehnten Schlussrang. Buemi hatte vor dem Rennen in London seinen Rücktritt als Fahrer aus der Formel E bekanntgegeben. Der Waadtländer wird seinem Team Envision Racing als Berater erhalten bleiben. Die Siege in London gingen an Ex-Sauber-Pilot Pascal Wehrlein und den Briten Taylor Barnard, der sich als 22-Jähriger zum jüngsten Sieger eines Formel-E-Rennens machte.
Für einen Schweizer Sieg sorgte am Wochenende das Team Emil Frey Racing in der DTM dank Matteo Cairoli. Dieser setzte sich im ersten Durchgang von der Pole-Position gestartet ab und sicherte sich mit knapp zehn Sekunden Vorsprung souverän seinen dritten Saisonsieg. Im zweiten Rennen am Sonntag musste sich der schnelle Italiener mit Platz 13 – direkt hinter Teamkollege Thierry Vermeulen, der im ersten Lauf in der letzten Runde «abgeschossen» wurde, zufrieden geben. Für Manthey-Porsche-Pilot Ricardo Feller endete das Wochenende am Nürburgring mit den Plätzen 9 und 11. In der Meisterschaft liegt Feller auf Rang 12. Emil Frey Racing ist in der Teamwertung Vierter. Den Sieg im zweiten Rennen sicherte sich der Deutsche Marco Wittmann. In Führung liegt Landsmann Maro Engel.
Noch ein Nachtrag aus der Ferienzeit: Bei den Rennen in Most (CZE) Anfang dieses Monats sicherte sich Thomas Schmid seine ersten beiden Siege im Renault Twingo Cup. Dank diesen Erfolgen liegt der Allrounder aus der Ostschweiz vor dem Finale auf dem Slovakia Ring am kommenden Wochenende mit neun Punkten Vorsprung in Führung. «Ich werde alles daran setzen, den Titel in die Schweiz zu holen», meint Schmid. Kart-Umsteiger Dylan Stebler belegte die Plätze 8 und 14.
Beim Bergrennen in Les Rangiers gab es eine Premiere. Victor Darbellay sicherte sich in seinem zehnten Rennen zur Schweizer Berg-Meisterschaft als Prototypen-Pilot seinen ersten Tagessieg. Der Triumph in der parallel ausgetragenen Europa-Meisterschaft ging an den Franzosen Kevin Petit.
Irgendwie hat es sich angekündigt. Dass es ausgerechnet beim Bergrennen Saint-Ursanne – Les Rangiers passieren könnte, das war dann doch eine Überraschung. Der erste Tagessieg von Victor Darbellay im Rahmen der Schweizer Berg-Meisterschaft ist Tatsache. Der 31-jährige Walliser wurde bei der 81. Ausgabe des Klassikers im Jura nur von einem Fahrer geschlagen: Kevin Petit. Dieser fuhr aber um EM- und nicht um SM-Punkte. Und dieser war gegenüber Darbellay gar nicht einmal so viel schneller. In der Addition der beiden Rennläufe hatte der Franzose mit seinem 3-Liter Nova NP01 1,166 Sekunden Vorsprung auf Darbellay, der nach La Roche und Anzère nun auch im Jura einen neuen 2-Liter-Rekord aufstellte.
Darbellay liess es im Jura richtig fliegen – und freute sich im Ziel zusammen mit seinem Team natürlich über seinen ersten Sieg im SCRATCH: «Ich bin sehr zufrieden», meinte der Garagist aus Martigny. «Das schönste Rennen von Europa im Rahmen der Schweizer Meisterschaft zu gewinnen, ist einfach fantastisch. Noch dazu in einem 2-Liter-Prototypen. Ich habe in 1:42,820 min die siebtschnellste Zeit, die je gefahren wurde, realisiert. Das ist einfach nur herausragend. Ein grosses Dankeschön an mein Team und alle, die dabei mitgeholfen haben.»
Anders die Gemütslage bei Robin Faustini. Der Aargauer kam durch die Absage des Bergrennens am Gurnigel beim Rennen in Les Rangiers ohne damit gerechnet zu haben zu seinem ersten Matchball. Doch nach 19 Tagessiegen hintereinander (eine unglaubliche Serie!) wollte es ausgerechnet dort, wo Faustini so gerne einen neuen Streckenrekord aufgestellt hätte, mit Sieg Nr. 20 nicht klappen. Im ersten Lauf unterbrach der Emap-Turbomotor im Heck von Faustinis Nova NP01 auf halber Strecke plötzlich seinen Dienst. Was auf den ersten Blick wie ein Motorschaden aussah, entpuppte sich als ein Defekt am Kühler. «Deshalb ist auch überall Wasser herausgespritzt», sagt Faustini. «Und deshalb wurde auch die Elektronik in Mitleidenschaft gezogen.» Zwar konnte das Team den Wagen nochmals parat machen und Faustini konnte im zweiten Lauf eine 1:45,0 min fahren, was noch zu Gesamtplatz 10 und Rang 4 in der SM-Wertung reichte. Die Meisterparty musste aber auf das nächste Rennen in Oberhallau am 30. August verschoben werden.
Platz 2 im SCRATCH ging an Joël Volluz auf seinem Norma-Judd M20 FC. Der Routinier sorgte damit für einen Walliser Doppelsieg und entschädigte sich in Les Rangiers für viel Ärger im Vorjahr. Damals beendete nämlich ein Motorschaden seine Saison vorzeitig. «Ja, ich bin wirklich zufrieden mit meinem zweiten Platz und vor allem mit der erzielten Zeit. Les Rangiers ist nie einfach, und ich weiss genau, wo meine Schwächen bei diesem Rennen liegen, und jedes Jahr verbessere ich mich mehr und mehr. Ich freue mich riesig, dass Victor dieses Rennen gewonnen hat – er hat es verdient, er ist eine unglaubliche Zeit gefahren.»
Zwei Sekunden hinter Darbellay und knapp eine Sekunde hinter Volluz belegte mit Michel Zemp ein weiterer Fahrer mit einem kleinen 1170er-Turbosportwagen den dritten Rang in der SM-Wertung. Zemp war mit seiner Leistung ebenfalls zufrieden, wenngleich er natürlich versuchte herauszufinden, wo er gegenüber Darbellay Zeit liegen gelassen hatte. «Bis zu ‹Les Grippons› waren wir auf Augenhöhe», meinte Zemp. «Danach war er etwas schneller. Aber auf einer Strecke von mehr als fünf Kilometern reden wir da von zwei Zehntelsekunden pro Kilometer.» Zemp hat mit seinem dritten Podestplatz im fünften Rennen den zweiten Rang in der Gesamtwertung übernommen. Nur er könnte Faustini (theoretisch) noch am dritten Titel in Serie hindern. Die Rückstande von Darbellay und dem in Les Rangiers nicht am Start gestandenen Marcel Steiner sind zu gross. Ausserdem wird Darbellay bei den beiden verbleidenden Rennen nicht am Start stehen.
Schnellster Formel-Pilot war im Jura Routinier Roland Bossy auf seinem Tatuus Formel 3. Der Lokalmatador hielt die beiden Franzosen Nicolas Dumond und Ludovic Cholley in baugleichen Tatuus T-318 erfolgreich in Schach. Sein «Schützling» Ursanne Salomon verpasste die Gelegenheit, Bossy zu bezwingen. Dem Jurassier unterlief im ersten Rennlauf bei der Anfahrt zum «Petit Susten» ein Fahrfehler, der ihn reichlich Zeit gekostet hatte. Im zweiten Lauf war er fast gleich schnell wie Bossy.
Bei den Tourenwagen ging der Gesamtsieg erwartungsgemäss an den in der Europa-Meisterschaft führenden Reto Meisel in seinem Mercedes SLK340. Nachdem er im Training noch technische Probleme hatte, fuhr der Aargauer zuerst eine 1:56,5, danach eine 1:54,7 min. Die 25 EM-Punkte holte er sich also verdient ab, wenngleich sie nur unter Mithilfe vom ungeteilten Nicolas Werver im Porsche GT3 R zustande kamen. Für Landsmann Roger Schnellmann, der sich in Les Rangiers nur für die EM eingeschrieben hatte, endete das Rennen auf dem zehnten Schlussrang. Für den Schwyzer war es nach drei Pannen-Rennen hintereinander eine Genugtuung, endlich wieder einmal gewertet zu werden.
25 Punkte gab es auch für Ludovic Monnier. Der 34-Jährige aus Monthey war hinter dem Franzosen Werver, der keine SM-Punkte bekommt, bestplatzierter Tourenwagenfahrer in der Schweizer Wertung. Mit seinem VW Golf Turbo fuhr Monnier zwei Mal 2:05er-Zeiten. Damit war er in der Addition der beiden Rennläufe 2,6 sec schneller als Christoph Zwahlen im Porsche 911, der ebenfalls sensationell eine 2:05er-Zeit erzielte, und 5,8 sec schneller als «Speedmaster», der auf dem spektakulären Porsche 997 GT3 R des 2023 verstorbenen Tourenwagenchampions Andy Feigenwinter schnellster Interswiss-Pilot war. Apropos Interswiss: Besonders spannend war der Ausgang in der Klasse bis 2 Liter. Dort lag (Noch)-Tourenwagen-Gesamtleader Stephan Burri (VW Scirocco) nach dem ersten Lauf nur fünf Hundertstelsekunden vor Manuel Santonastaso (BMW 320). Im zweiten Lauf entschied Burri das Duell für sich, «Santi» belegte Platz 2. Keine Punkte gab es für Arnaud Donzé. Der IS-Trophy-Sieger von 2025 hatte nur einen gezeiteten Lauf. Im ersten Durchgang musste er ohne Bremse am Start Forfait geben. Zu den Tourenwagenfahrern, die in Les Rangiers die 2:10er-Schallmauer durchbrachen, gehörten auch Jean-Paul Chiquita (Porsche 911 GT3) und Hermann Bollhalder (Opel Speedster). Einer, der diese Marke bestimmt auch unterboten hätte, wäre Sébastien Coquoz gewesen. Der schnelle Opel-Kadett-Pilot aus der E1 bis 2 Liter musste am Sonntag nach einem technischen Defekt im Training allerdings zuschauen.
Keine Positionsveränderungen gab es im Berg-Pokal auf den Plätzen 1 bis 4. Ludovic Monnier, Stephan Burri, Hans-Peter Eller und Werner Rohr sicherten sich allesamt souverän einen «Zwanziger».
Alle Klassensieger in Les Rangiers entnehmen Sie der Übersicht:
Sylvain Chariatte (Honda Integra Type R, SuperSérie bis 3000 cm3), Patric Kuster (Toyota GR Yaris, SuperSérie Comp. bis 3000 cm3), Amir Selimovic (Porsche 911 GT3 RS, Super Série Comp. über 3000 cm3), Markus Brander (March 742, Gr. H bis 1600 cm3), Arnaud Biaggi (Opel Kadett C GT/E, Gr. Hbis 2000 cm3), Angelo Grasso (ITA, Osella PA10, Gr. H bis 3000 cm3), Robin Terrier (Opel Astra, Gr. H Classic bis 2000 cm3), Jean-Louis Fleury (Opel Ascona B, Gr. H Classic bis 3000 cm3), Ruedi Stoop (Chevrolet Corvette, Gr. H Classic über 3000 cm3), Frédéric Fleury (Martini Mk52, Gr. H Classic Monoplace), Alphonse Kilchenmann (Suzuki Swift, ISA bis 1600 cm3), Alain Terrier (Skoda Fabia, R2), Michaël Burri (Toyota Yaris GR, R5), Evann Mallet (FRA, Hyundai Elantra, TCR), Mario Schöpfer (VW Polo, E1 bis 1400 cm3), Hans-Peter Eller (Opel Kadett C, E1 bis 1600 cm3), Ludovic Monnier (VW Golf Rally, E1 bis 2000 cm3), Hugo Mascaro (BMW E30, E1 bis 2500 cm3), Hermann Bollhalder (Opel Speedster, E1 bis 3000 cm3), Bruno Ianniello (Lancia Delta S4, E1 bis 3500 cm3), Nicolas Werver (FRA, Porsche 997 GT3 R, E1 bis 4000 cm3), Manuel Gadeschi (ITA; Subaru Impreza sti, E1 über 4000 cm3), Sabrina Fankhauser (Toyota Yaris, IS bis 1400 cm3), Werner Rohr (Toyota Corolla AE86, IS bis 1600 cm3), Stephan Burri (VW Scirocco, IS bis 2000 cm3), Roman Marty (Opel Kadett C GT/E, IS bis 2500 cm3), Dominic von Rotz (Audi A4 Quattro, IS bis 3500 cm3), «Speedmaster» (Porsche 997 GT3 R, IS über 3500 cm3), Yohan Bardin (FRA, Norma M20 FC, CN bis 3000 cm3), Laurent Brossard (TracKing RC01B, E2 Silhouette), Samuel Métroz (Formel Arcobaleno, E2-SS bis 1150 cm3), Patrick Cholley (FRA, Dallara F311, E2-SS bis 2000 cm3), Roland Bossy (Tatuus F3-T318, E2-SS bis 3000 cm3),Michaël Rollat (Spire GT3, E2-SC bis 1600 cm3), Victor Darbellay (Nova NP01, E2-SC bis 2000 cm3), Joël Volluz (Norma M20 FC, E2-SC bis 3000 cm3).
Und so geht es weiter:
29./30. August, Oberhallau*
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots
* zählt zur Schweizer Junior-Meisterschaft
Die Schweizer Berg-Meisterschaft 2026 besteht nur aus sieben Rennen. Das Bergrennen am Gurnigel (12./13. September) hat der Veranstalter heute morgen mit einer Medienmitteilung abgesagt!
Während wir uns alle auf das Bergrennen in Les Rangiers am kommenden Wochenende freuen, hat uns heute morgen eine wenig erfreulichere Nachricht erreicht: Das Bergrennen Gurnigel am 12./13. September findet nicht statt! In einer Medienmitteilung wurde die Absage vom Veranstalter wie folgt begründet:
«Aufgrund der extrem aussergewöhnlichen momentanen Trockenheit, dem fehlenden Wasser und der damit verbundenen aktuell sehr hohen Brandgefahr haben wir uns in Absprache mit der Gemeinde und der Polizei schweren Herzens dazu entschieden das Bergrennen am Gurnigel 2026 abzusagen. Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Die Sicherheit aller Besucherinnen und Besucher, der beteiligten Personen sowie der Schutz von Land, Wald und Natur haben für uns jedoch oberste Priorität. Unter den derzeitigen Bedingungen können wir die notwendige Sicherheit leider nicht gewährleisten. Wir bedauern die Absage sehr und bitten um Ihr Verständnis für diesen verantwortungsvollen Entscheid.»
Stand heute wird die Schweizer Berg-Meisterschaft also nur aus sieben Rennen bestehen. Vier davon wurden bereits ausgetragen. Nach Les Rangiers finden noch Oberhallau (29./30. August) und Les Paccots (19./20. September) statt.
Es ist der Klassiker im Schweizer Rennkalender: Am Wochenende findet das zur Europa-Meisterschaft zählende Bergrennen Saint-Ursanne – Les Rangiers zum 81. Mal statt. Der Anlass selber hat in diesem Jahr bereits seinen 100. Geburtstag gefeiert.
Den 100. Geburtstag hat man im Jura schon am Pfingstwochenende gefeiert. Zum Memorial auf der Orignalstrecke von Develier nach Les Rangiers erschienen damals zahlreiche Fahrer und Fans. Am kommenden Wochenende steht nun das «richtige» Rennen auf dem Programm. Es ist insgesamt die 81. Ausgabe; elf davon fanden auf der Originalstrecke statt, 1955 verlegte man den Start nach Saint-Ursanne. Seit 1957 ist der Klassiker Teil der Europa-Meisterschaft.
Spannend wird die 81. Ausgabe auf jeden Fall. Vorjahressieger Robin Faustini hat 2025 mit seinem Nova-Emap NP01 in 1:40,589 min eine Zeit vorgelegt, die eigentlich nur einer – er selber – unterbieten kann. «Zum absoluten Rekord von Merli fehlten mir im Vorjahr 1,3 Sekunden», sagt der Leader der Schweizer Berg-Meisterschaft. «Und es muss schon sehr viel passen, damit diese Spitzenzeit von 2022 fällt. Wir werden es mit einem anderen Set-Up probieren. Aber ich garantiere für nichts. Und es ist auch denkbar, dass wir am Samstagabend wieder umbauen.» Die Probleme, die bei Faustini in Anzère im Bereich Ansaugtrakt aufgetreten sind, hat man übrigens auf dem Prüfstand aussortiert. «Ich hoffe, dass wir wieder volle Leistung haben.» Der grösste Herausforderer Faustinis, wenn es um die Bestzeit geht, kommt vermutlich aus dem EM-Lager. Der Franzose Kevin Petit (ebenfalls auf Nova Proto unterwegs) hat im Vorjahr mit einer tiefen 1:42er-Zeit geglänzt. Ein Auge sollte man aber auch auf den schnellen Franzosen Maxime Dojat im Nova NP01 werfen. Er gibt im SM-Feld sein Les-Rangiers-Debüt.
Mit 1:43,225 min war auch Marcel Steiner im Vorjahr schnell unterwegs. Leider hat der von Helftec-Power befeuerte Nova-Proto-Pilot gestern Mittwoch seine Teilnahme am Bergrennen in Les Rangiers kurzfristig zurückgezogen. «Aufgrund der technischen Probleme und deren Auswirkungen beim Osnabrücker Bergrennen am vergangenen Wochenende ist es mir leider nicht möglich, in Saint-Ursanne an den Start zu gehen. Trotz aller Bemühungen bekommen wir das Fahrzeug in der Kürze der Zeit nicht rechtzeitig wieder einsatzbereit. Die Entscheidung fällt mir nicht leicht, da ich mich sehr auf das Rennen gefreut habe.»
Die weiteren Hoffnungen aus Schweizer Sicht ruhen damit auf Joël Volluz (im Norma-Judd) und den beiden 2-Liter-Piloten Victor Darbellay (Nova-Hartley/Emap) und Michel Zemp (Norma-Helftec). Letzterer liess im Vorjahr mit seinem schwächer motorisierten Prototypen schon einmal aufhorchen. Seine Les-Rangiers-Bestzeit von 1:45,480 min war definitiv nicht von schlechten Eltern…
Und dann sind da auch noch die schnellen «Europäer» Petr Trnka aus Tschechien und Joseba Iraola Lanzagorta aus Spanien am Start. Auch sie sitzen in einem Nova Proto – und auch sie wissen, wie man in Les Rangiers möglichst schnell von A nach B kommt.
Bleiben wir bei der EM, wechseln aber zu den Autos mit Dach. Für alle Fans von Reto Meisel ist Les Rangiers ein Pflichttermin. Nicht nur, weil der Aargauer mit seinem Mercedes SLK 340 in der EM-Gesamtwertung vorne liegt – nein, es ist auch Meisels einziger Auftritt in der Schweiz. Ob er die Führung in der EM im Jura verteidigen kann, hängt vom Abschneiden des Kroaten Matija Jurišić ab. Der Pilot eines Peugeot-TCR liegt drei Rennen vor Saisonende nur vier Punkte hinter Meisel in der Gesamtwertung. Und Letzterer könnte in Les Rangiers zu wenig Gegner haben. Zwar hat sich Roger Schnellmann mit seinem Mitsubishi Evo VIII eingeschrieben. Die Teilnahme von Ronnie Bratschi (fährt unter tschechischer Lizenz) ist nach seinem Turboladerschaden beim EM-Lauf in Polen aber nicht garantiert.
Schnellster Tourenwagenfahrer der Schweizer Meisterschaft war vor einem Jahr Christoph Zwahlen auf seinem Porsche 911 GT3. Der Ostschweizer fuhr in 2:07,640 min Bestzeit und war in der Addition der beiden Rennläufe zwei Sekunden schneller als der spätere Tourenwagenmeister Danny Krieg. Der hat seinen VW Golf Rally inzwischen ja an Ludovic Monnier verkauft. Und dieser ist im Begriff, die Zeiten von Krieg erfolgreich zu attackieren. In Reitnau war er in der Addition der beiden Läufe etwas mehr als eine Sekunde schneller als der Vorbesitzer, in Anzère waren es zwei Sekunden. Auf dem Tourenwagen-Radar sollte man am Wochenende aber auch Sébastien Coquoz (Opel Kadett) und «Speedmaster» haben. Letzterer hat sich für Les Rangiers in der IS über 3,5 Liter mit einem Porsche 911 GT3 eingeschrieben. Beide, Coquoz und «Speedmaster» sind 2025 unter 2:10 min gefahren. Diese Schallmauer hat auch Ruedi Fuhrer auf dem Schirm. Der Honda-CRX-Pilot war im vergangenen Jahr in 2:10,704 min sehr zügig unterwegs.
Zur Strecke: Die Strecke von St-Ursanne nach Les Rangiers ist mit 5,180 Kilometern die längste im Schweizer Rennkalender. Die Fahrer müssen eine Höhendifferenz von 350 Metern zurücklegen. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigung von 6,8 Prozent. Der absolute Streckenrekord hält der Südtiroler Christian Merli in 1:39,201 min (= 187,983 km/h) aus dem Jahr 2022. Die schnellste je gefahrene Tourenwagenzeit erzielte Ronnie Bratschi im Vorjahr in 1:53,522 min. Den E1-Rekord hält Reto Meisel in 1:55,03 min aus dem Jahr 2022. Rekordsieger beim Bergrennen Saint-Ursanne – Les Rangiers ist Simone Faggioli mit neun Gesamtsiegen – vor Fredy Amweg (7), Marcel Tarres (6), Lionel Régal (5) und Jo Siffert (4). Von den aktuell am Start stehenden Schweizer Piloten sind Roland Bossy und Marcel Steiner mit je zwei Siegen die erfolgreichsten Teilnehmer.
Los geht es in St-Ursanne am Samstag, 15. August, ab 7.00 Uhr mit den ersten Trainings. Insgesamt sind drei Trainingsläufe geplant; der letzte startet um 15.30 Uhr. Am Sonntag stehen zwei Läufe (ab 7.00 Uhr) auf dem Programm. Die beiden Laufzeiten werden am Ende addiert. Das Ticket kostet am Samstag 20.- Franken, am Sonntag 25.- Franken. Eine Weekend-Eintrittskarte gibt es für 30.- Franken. Unter 16 Jahren ist der Eintritt frei. TCS-Mitglieder haben bei Vorlage ihrer Mitgliedskarte Anspruch auf Wochenendeintritt für 10.- Franken.
Mehr über das Bergrennen von Saint-Ursanne nach Les Rangiers erfahren Sie unter https://rangiers.ch
Termine Schweizer Berg-Meisterschaft 2026
6./7. Juni, Hemberg*
13./14. Juni, La Roche – La Berra*
28. Juni, Reitnau
25./26. Juli, Ayent – Anzère*
14.-16. August, Saint-Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau*
12./13. September, Gurnigel
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots
*zählen zur Schweizer Junior-Meisterschaft
Beim Bergrennen Ayent-Anzère stand er noch am Start. Und auch für den Klassiker in Les Rangiers am kommenden Wochenende war Xavier Vermeille mit seinem Norma M20F in der Kategorie CN eingeschrieben. Gestern Dienstag, 11. August, ist der Sportwagen-Pilot aus Saignelégier (JU) 65-jährig unerwartet verstorben.
Vermeille, der viele Jahre als Moderator bei den Rennen der französischen Bergmeisterschaft tätig war, hat nach Lust und Laune an Rennen in Frankreich und der Schweiz teilgenommen, heisst es auf der Homepage der CFM Challenge, die er in der Kategorie Open CN/3 am Steuer seines Norma-BMW 2023 und 2024 gewonnen hatte.
Seine motorsportliche Karriere in dessen Vordergrund stets der Spassfaktor an erster Stelle stand, begann mit einer Alpine A110 bei Slaloms. Die ersten Erfahrungen am Berg sammelte der gelernte Bauzeichner mit einem Renault 5 Turbo. Mit diesem Auto bestritt er als Fahrer der Ecurie des Ordons im Jahr 2000 zum ersten Mal das legendäre Bergrennen in Les Rangiers. Kurz darauf wechselte er auf einen Formel 3, ehe er seine «Berufung» bei den Sportwagen fand – zuerst mit einem Ligier JS49, danach mit dem eingangs erwähnten Norma M20F, den er ein letztes Mal am letzten Juli-Wochenende in Anzère fuhr.
Auto Sport Schweiz spricht Familienangehörigen und Freunden von Xavier Vermeille sein tief empfundenes Beileid aus.
Am Sonntag, 23. August, findet in Cremona (ITA) der fünfte Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft 2026 statt. Wer sich noch nicht angemeldet hat, kann dies noch bis Sonntag, 16. Juli (24 Uhr), unter https://www.go4race.ch/ nachholen. Wir freuen uns auf Ihre/eure Teilnahme und wünschen allen Teilnehmenden schon jetzt viel Erfolg!
Bei Fragen oder Unklarheiten stehen wir gerne zur Verfügung (info@motorsport.ch oder Tel. 031 979 11 11). Infos zur Strecke gibt es unter diesem Link.
Bevor es am Wochenende zum Klassiker nach Les Rangiers geht, haben einige Schweizer bei den Bergrennen in Osnabrück (GER) respektive am Mont Dore (FRA) teilgenommen.
Nur vier Schweizer – deutlich weniger als in den vergangenen paar Jahren – nahmen am vergangenen Wochenende am 58. Int. ADAC Bergrennen Osnabrück teil, dem nördlichsten Lauf zur deutschen Bergmeisterschaft. Als Stammgast und früherer Gesamtsieger zählte Marcel Steiner mit seinem Nova Proto Helftec-Honda-Turbo zum engeren Favoritenkreis, musste sich jedoch am Ende mit dem vierten Rang begnügen. Immerhin durfte er somit auf das von den fünf schnellsten Fahrern des Tages gebildete Gesamtpodium steigen. Als Tagessieger in der Addition der zwei schnellsten Zeiten aus drei Läufen auf der zwei Kilometer langen Strecke in der Borgloher Schweiz ging der Franzose Sébastien Petit vor dem Deutsch-Slowenen Patrik Zajelsnik (beide Nova Proto Emap Turbo) und dem Deutschen Alexander Hin (Osella PA30) hervor.
Weniger stark als üblich waren die vielen Gruppen der Tourenwagen besetzt. Auch hier zeigten die drei gestarteten Schweizer mit den Gesamträngen 19, 29 und 30 ihre fahrerische Klasse. «Speedmaster» belegte mit seinem Ford Escort Cosworth hinter dem Tschechen Dan Michl auf Lotus Elise Hartley den zweiten Gesamtrang aller geschlossenen Fahrzeuge und gewann die Gruppe Klassik (Einteilung nach Hubraumklassen). Auch Sergio Kuhn (Peugeot 308 TCR) gewann als drittschnellster Tourenwagenpilot wie schon bei manchem SM-Lauf in diesem Jahr seine Gruppe (Pf4), ebenfalls der gleich dahinter als Viertschnellster folgende Manuel Santonastaso im BMW 320 WTCC (Pf3).
Zwei Erfolgsmeldungen gibt es auch vom französischen Bergmeisterschaftslauf am Mont Dore, der früher zur Europa-Bergmeisterschaft zählte. Lionel Ryter kam mit seinem Tatuus-Renault in seiner Klasse auf den zweiten Rang hinter einem Tatuus-Honda Masters und belegte dabei den 19. Gesamtrang. Allerdings bestritt er nur zwei der drei ausgetragenen Rennläufe. Tagessieger wurde Marc Pernot im neuen Nova Proto NP01 Hartley Turbo aus der Sportwagenklasse bis zwei Liter, der sich damit vorzeitig den dritten französischen Bergmeistertitel in Folge sicherte. Im Championnat de France de la Montagne VHC entschied Guillaume Mathez im Gruppe-A-Peugeot 309 GTI 16V einmal mehr seine aus fünf Fahrzeugen bestehende Gruppe AJ2 für sich und war damit fünftschnellster VHC-Tourenwagenpilot.
Text: Peter Wyss
In diesem Jahr jährt sich der Geburtstag von Jo Siffert zum 90. Mal, sein Todestag zum 55. Mal und der tragische Tod des nicht minder berühmten Herbert Müller («Stumpen Herbie») zum 45. Mal. Eine Ausstellung in Murten (noch bis 31. Oktober) ist den beiden Schweizer Rennfahrer-Grössen gewidmet.
In der Schweiz gibt es ein paar Museen, die die Herzen von Motorsport-Fans höher schlagen lassen. Man denke da an die autobau Erlebniswelt in Romanshorn (TG), die F1-Ausstellung im Hotel Meilenstein in Langenthal (BE) oder das Verkehrshaus in Luzern. Hin und wieder gibt es auch nicht-permanente Ausstellungen, die es sich lohnt zu besuchen. Eine davon hat noch bis zum 31. Oktober geöffnet. Sie ist zwei Schweizer Rennfahrer-Grössen gewidmet: Jo Siffert und Herbert Müller. Siffert, der im Juli 90 Jahre alt geworden wäre, ist vor 55 Jahren in Brands Hatch tödlich verunglückt, Müller (wäre heuer 86 geworden) starb vor 45 Jahren am Nürburgring.
Die Ausstellung bietet einen fabelhaften Rückblick auf die beiden Schweizer Ausgängeschilder. Und – wie versprochen – wird sie auch laufend erweitert. Seit Kurzem sind fünf neue Fahrzeuge, die einst von Siffert und/oder Müller bewegt wurden, eingetroffen. Dazu gehören: Cobra Shelby 427 1964, Porsche Carrera 904 GTS 1964, Abarth 1000 Sport 1966, Sauber C5 und Ferrari 512 M Sunoco 1971.
Die Ausstellung in der Halle Murtenbox, Au Tombex 40, 3280 Murten, ist noch bis zum 31. Oktober 2026 jedes Wochenende freitags von 14 bis 19 Uhr und samstags von 14 bis 17 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich. Auf Anfrage können Interessengruppen, Vereine und Freundeskreise einen exklusiven Besuch reservieren, unter: reservations@jo-siffert.ch
Wer wird Schweizer Simracing-Champion 2026? Bis zum 3. Oktober laufen in diversen Sim-Centern die Qualifikationen. Das Finale findet dann am 15. November in der Motorworld in Kemptthal statt.
Zugegeben: Es ist nicht gerade die Jahreszeit für Indoor-Aktivitäten. Trotzdem kann es auch Vorteile haben. Warum nicht in ein klimatisiertes Sim-Center gehen und sich für das Finale der Swiss Simracing Series qualifizieren? Wir erklären dir, wie du in sechs Schritten zum Sim-Champion wirst:
Schritt 1: Auf www.simracingseries.ch kannst du dein eigenes Fahrerkonto erstellen. Gleichzeitig kannst du dort das Reglement herunterladen.
Schritt 2: Bevor es ernst wird, heisst es üben! Finde dein passendes Race-Center und steig ein –die Simulatoren stehen mit Qualifikationsstrecke & -auto für dich bereit. Für die Swiss Simracing Series trainierst du in allen teilnehmenden Centern zum Sonderpreis von CHF 59.- / Stunde. Gefahren wird auf Assetto Corsa. Das Fahrzeug ist ein Eigenbau vom Typ SSRS TC351.
Schritt 3: Die Qualifikation findet ausschliesslich in den teilnehmenden Race-Centern statt. Du hast insgesamt vier Versuche à 30 Minuten (CHF 40.– pro Versuch), aus denen du alles herausholen musst. Deine schnellste Zeit zählt. Bringe deine ID zum Abgleich mit ins Race-Center. Die momentane Bestzeit in der Kat. Pro steht bei 1:35,519 min.
Schritt 4: Wenn du dich qualifiziert hast, benötigst du eine offizielle SIM-Lizenz von Auto Sport Schweiz (CHF 25.–). Auch diesen Link findest du direkt auf simracingseries.ch
Schritt 5: Die 28 besten Fahrer und Fahrerinnen jeder Kategorie ziehen in die Halbfinals ein. Die Rennen 1 + 2 finden am 25. Oktober in deinem gewählten Race-Center statt. Am ersten Renntag fällt eine einmalige Teilnahmegebühr von CHF 50.– an (Bar/Karte im Center). Die zwei schnellsten Drittel der Teilnehmenden qualifizieren sich anschliessend für das Finale. Gefahren wird auf der virtuellen Strecke von Silverstone.
Schritt 6: Die 16 besten Fahrer resp. Fahrerinnen aller fünf Kategorien (Pro, ü50, Ladies, Junioren und Open) treffen sich am 15. November zum grossen Finale in Kemptthal – ohne weitere Kosten. Das Finale wird auf der GP-Strecke des Nürburgrings ausgetragen.
Nach einem eher lockeren Vor-Sommerprogramm biegen die Teilnehmenden des Young Driver Programms von Auto Sport Schweiz in den ereignisreichen Monat August ein. Neben Weiterbildungen in den Bereichen Social Media, Marketing und Ernährung wartet auf die Nachwuchstalente das absolute Highlight: der obligatorische Formel-4-Test auf dem Circuit du Laquais.
Vor den Sommerferien absolvierten die Teilnehmenden auf der Geschäftsstelle von Auto Sport Schweiz einen Social-Media-Workshop. Anschliessend lernten sie im Kampfsportzentrum Bümpliz unter fachkundiger Anleitung die Kampfkunst des Jiu-Jitsu kennen und powerten sich körperlich aus. Nach einem Online-Webinar Anfang Juli zu den Grundlagen der Ernährung und Energieversorgung steht im August nun ein dicht gedrängtes Programm an.
Spannende Inputs zu Vermarktung und Mentalbereich
Am kommenden Samstag, 8. August 2026, wird am Morgen der zweite Teil des Social-Media-Workshops durchgeführt. Am Nachmittag erhält Felicitas Heidegger, die einzige Amazone im Teilnehmerfeld, gemeinsam mit ihren Kollegen wertvolle Inputs zum Thema Marketing, Eigenvermarktung und Sponsorendossiers. Schlag auf Schlag geht es am 18. August 2026 mit einem Webinar zum Thema «Mentale Stärke» weiter.
Das Highlight: Formel-4-Test mit Jenzer Motorsport
Das sportliche Highlight folgt am Dienstag, 25. August 2026: Auf dem Circuit du Laquais (FRA) findet der obligatorische Formel-4-Test in Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Team Jenzer Motorsport aus Lyss statt. Auf der 2,4 Kilometer langen Rennstrecke werden die zehn Young-Driver-Piloten – Paul Andriotis, Gianluca Bogo, Jah Bühler, Orlando Eisenreich, Lenyo Gafner, Alexis Genolet, Felicitas Heidegger, Raul Martinez, Neil Russell und Alexander Zafiraidis – rund 150 Testkilometer absolvieren. Dabei stehen sie unter der genauen Beobachtung von Teamchef Andreas Jenzer und seinen Ingenieuren. Die Runden werden akribisch analysiert. Die Piloten erhalten das Feedback direkt vor Ort, um sich im Verlauf des Trainingstages kontinuierlich zu steigern.
Abgerundet wird der intensive Trainingsmonat am 27. August 2026 mit einem weiteren Webinar zum Thema Ernährung, bei dem der Fokus auf Hydration und Elektrolyten liegt.
Sie erhalten monatliche News und Events der Auto Sport Schweiz Seite