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20.04.2026 Slalom Frauenfeld: Egli feiert elften Sieg, Überraschung bei den Tourenwagen
Egli myrally ch Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Für Philip Egli war es der elfte Sieg in Serie in Frauenfeld © myrally.ch

Er hat es schon wieder getan: Philip Egli gewann am Sonntag zum elften Mal (in Serie!) den Slalom in Frauenfeld. Eine Überraschung gab es bei den Tourenwagen mit dem ersten Sieg für den Zürcher Dino Wintsch.

Er bleibt der Chef im Ring. Beim Auftakt der Schweizer Slalom-Meisterschaft im Frauenfeld hat Philip Egli vor rund 9000 Zuschauern seinen elften Tagessieg auf der Allmend gefeiert. Seit 2015 ist der gebürtige Glarner im Thurgau ungeschlagen. 2015 – das ist schon ein Weilchen her. Damals reagierte noch ein gewisser Barack Obama die USA, der Euro war noch stärker als der Schweizer Franken und Stan Wawrinka gewann die French Open…

Ganz so locker wie auch schon cruiste Formel-3-Pilot Egli diesmal aber nicht zum Gesamtsieg. Der Vorsprung auf den zweitplatzierten Lionel Ryter betrug 0,73 Sekunden. Im Vorjahr war der junge Walliser in seinem Formel Renault 2.0 mit einem Rückstand von 0,62 Sekunden sogar noch näher an Egli dran. Trotzdem war der elfte Sieg in Serie für Egli eine Genugtuung. Vor allem, weil der Schweizer Slalom-Meister von 2024 nach dem ersten von Trainingsläufen plötzlich im Stress war. Egli musste für die Rennläufe das Getriebe an seinem Dallara F393 wechseln. Dank Mithilfe seiner ehemaligen Konkurrenten Marcel Maurer und Yves Hängärtner schaffte es der Rekord-Tagessieger aber gerade noch so. «Ich bin ihnen und meinem Vater sehr dankbar, dass sie mich so tatkräftig unterstützt haben», meinte Egli. «Wir hatten den Schaden innerhalb von zwei Stunden repariert. Und es reichte gerade noch zur Teilnahme am zweiten Trainingslauf. Aber ganz ehrlich: Bis zu diesem Zeitpunkt bin ich nur herumgerannt. Dass es am Ende gereicht hat und ich meinen elften Sieg in Frauenfeld feiern durfte, macht mich unter diesen Umständen natürlich erst recht glücklich.»  

Die Siegeszeit von 1:59,51 Minuten lässt sich sehen. Schneller war Egli über den 3,2 Kilometer langen Kurs nur 2024 (1:58,87 Minuten). Hauptkonkurrent Ryter hatte nach dem ersten Durchgang 0,83 Sekunden Rückstand. Der junge Walliser war mit seinen Reifen nicht zufrieden, hoffte aber, dass er im zweiten Lauf Egli doch noch abfangen könnte. Doch dieses Unterfangen scheiterte – wie im Vorjahr. «Ich habe zu viel riskiert», meinte Ryter leicht enttäuscht. Der linke Frontflügel seines Formelfahrzeugs hatte etwas gar viel Gras geladen, «ich habe die letzte Kurve zu stark geschnitten und bin leicht von der Strecke abgekommen».

Salomon myrally ch Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Auf Anhieb Dritter: Ursanne Salomon mit seinem neuen Formel 3 © myrally.ch

Hinter Egli und Ryter sicherte sich mit Ursanne Salomon ein «Neuling» den dritten Podestplatz. Der Jurassier hat auf diese Saison von einem in die Jahre gekommenen Formel Renault auf einen ehemaligen Formel 3 von Roland Bossy gewechselt – und scheint mit diesem Auto gleich auf Anhieb ganz gut zurechtzukommen. Zwar fehlten Salomon, der auch für die Junior-Meisterschaft gemeldet ist, 6,35 sec auf die Bestzeit von Egli, im Kampf um den ersten Podestplatz im SCRATCH setzte er sich aber erfolgreich gegen den Vorjahresdritten Antonino Scolaro im Nova Proto durch.

Auf Platz 5 im Gesamtklassement landete der schnellste Tourenwagenfahrer Dino Wintsch. Der Zürcher, mehrmaliger Gesamtsieger des Lotus-Cups und auch schnellster LOC-Pilot am Samstag, gewann überraschend die Tourenwagenwertung. Wintsch nahm auf diese Saison einen Fahrzeugwechsel vor, er fährt nun einen Porsche 911 aus dem Hause von Christoph Zwahlen aus Pfyn. «Mit dem Sieg, meinem ersten Tourenwagensieg bei einem Slalom zur Schweizer Slalom-Meisterschaft überhaupt, hatte ich nie gerechnet. Das Auto war aber auch top vorbereitet», meinte Wintsch. Sein «Chef» Zwahlen, 2010, 2012 und 2013 selbst Tourenwagensieger in Frauenfeld und dieses Wochenende Gesamtzehnter mit einem Porsche 997 Cup-R, freute sich sehr über den Exploit seines Piloten: «Für mich ist das doch allerbeste Werbung, wenn ich einem Kunden ein Auto hinstelle, das siegfähig ist.» Hinter Dino Wintsch (Laufbestzeit 2:11,37 Minuten) klassierten sich Frauenfeld-Rückkehrer Christian Bralla (Fiat X1/9, 2:11,64 min) und dem Sieger der beiden Vorjahre Matthias Bischofberger (Porsche 997 GT3 Cup, 2:12,98 min). Zwahlen selber musste sich in der E1 über 3000 cm3 hinter Wintsch und Bischofberger mit Rang 3 zufrieden geben.

Wintsch myrally ch Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Dino Wintsch: Überraschungssieger bei den Tourenwagen © myrally.ch

Schnellster Fahrer der Interswiss war in Frauenfeld Lokalmatador Manuel Santonastaso auf seinem BMW E21 in 2:13,70 min. Damit war der Mülheimer 36 Hundertstelsekunden schneller als VW-Scirocco-Pilot Stephan Burri, der zum ersten Mal mit Synfuel am Start gestanden hatte. Platz 3 ging (in derselben Hubraumklasse bis 2 Liter) an den Jurassier Arnaud Donzé (VW Golf, 2:15,06 min). Auch Slalom-Vorjahresmeister Alessandro Grispino machte mit seinem Renault Clio R3 in der Grupppe A/ISA/R2 dort weiter, wo im Vorjahr aufgehört hatte. Auf den zweitplatzierten Sven Sattler (Honda Civic) hatte er am Ende aber nur eine halbe Sekunde Vorsprung.

Die beiden Auftaktrennen zum Suzuki Swiss Racing Cup gingen an Vorjahresmeister Rico Thomann. Im ersten Lauf war er 0,05 Sekunden schneller als Serienorganisator Christian Zimmermann. Im zweiten Rennen bezwang er Reto Steiner wieder knapp – diesmal um 0,16 Sekunden. 

Alle Klassensieger von Frauenfeld im Überblick: Samuel Weibel (Subaru BRZ, SuperSérie bis 2000 cm3), André Grandjean (Porsche 911 GT3, SuperSérie Compétition über 2000 cm3), Hanspeter Thöni (Peugeot 106, PSA Transition Trophy Gr. N), Max Langenegger (Peugeot 208, PSA Transition Trophy Gr. Rally4), Alessandro Grispino (Renault Clio R3, A/ISA/R2 bis 2000 cm3), Markus Brander (March 742, Gr. K), Hans Wüthrich (Mini Cooper S, E1 bis 1400 cm3), Hans-Peter Eller (Opel Kadett C Coupé, E1 bis 1600 cm3), Christian Bralla (Fiat X1/9, E1 bis 2000 cm3), Walter Terler (AUT, Opel Kadett C, E1 bis 2500 cm3), Hermann Bollhalder (Opel Speedster, E1 bis 3000 cm3), Dino Wintsch (Porsche 911, E1 über 3000 cm3), Andreas Helm (VW Polo, IS bis 1400 cm3), Christophe Oulevay (VW Scirocco, IS bis 1600 cm3), Manuel Santonastaso (BMW E21, IS bis 2000 cm3), Roman Marty (Opel Kadett C GT/E, IS bis 2500 cm3), Marco Marte (BMW M3, IS bis 3000 cm3), Jannis Jeremias (Porsche 911 GT3 Cup, IS über 3000 cm3), Antonino Scolaro (Nova Proto NP03, E2-SC bis 1600 cm3), Dominik Fröhle (AUT, Tracking RC01, E2-SH bis 1600 cm3), Philip Egli (Dallara F393, E2-SS bis 2000 cm3).

Und so geht es weiter:
25. April, Bière 1
26. April, Bière 2
2. Mai, Ambri 1
3. Mai, Ambri 2
16./17. Mai, Bure
20./21. Juni, Chamblon

Santonastaso myrally ch Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Schnellster IS-Pilot: Lokalmatador Manuel Santonastaso © myrally.ch

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17.04.2026 Pascal Perroud: «Ich musste mir beweisen, dass mein Platz nach wie vor hinterm Steuer ist»
Pascal Perroud Crit 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Pascal Perroud bei seinem Comeback im Jura © myrally.ch

Nach einem soliden Saisonstart 2025 wurde Pascal Perrouds Saison bei der Rallye Bourgogne Côte Chalonnaise vorzeitig beendet. Beim dritten Lauf der Schweizer Meisterschaft kamen Pascal Perroud und Loïc Dumont von der Strecke ab. Nach langen Monaten voller Schmerz, Emotionen und Zweifel hat sich der Waadtländer wieder aufgerappelt und feierte beim ersten Lauf 2026, dem Critérium Jurassien, sein Comeback. Sport-Auto.ch sprach mit ihm über dieses einschneidende Ereignis und seine Rückkehr.

Du hast 2025 mit Mike Coppens um die Meisterschaft gekämpft. Kannst du uns etwas über diesen Zwischenfall in Burgund erzählen?
Pascal Perroud: Wir lieferten uns ein Duell mit Mike. Ich wollte in dieser Wertungsprüfung ein sehr hohes Tempo vorlegen, um das Blatt zu wenden. Von Beginn an fuhren wir ständig am Limit. Dann geriet das Auto vorne ins Schleudern und wir prallten mit 120 km/h gegen einen Baum. Ich spürte sofort Schmerzen im Rücken. Mein erster Reflex war, zu prüfen, ob ich meine Füsse noch spüren konnte – glücklicherweise war das der Fall. Es gelang mir auch, mich aus dem Fahrzeug zu befreien. Die Rettungskräfte liessen auf sich warten, dann wurden wir nach Chalon-sur-Saône gebracht.

Wie lautete die Diagnose?
Ich verbrachte 24 Stunden in einem Flur der Notaufnahme in Chalon, da das Spital voll belegt war. Zunächst wurde eine Wirbelfraktur diagnostiziert, bevor ich von der REGA nach Genf geflogen wurde. Später wurde eine zweite Fraktur im Bereich D2 festgestellt, bei der aufgrund der Instabilität des Wirbels die Gefahr einer Verschiebung bestand. Schliesslich war ein umfangreicher chirurgischer Eingriff notwendig, um das Ganze zu stabilisieren.

Pascal Perroud Chablais 2025 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Kann wieder lachen: Pascal Perroud © Eichenberger

Wie verlief die Rehabilitation?
Während des ersten Monats waren die Fortschritte vielversprechend. Denn in den ersten Tagen konnte ich nicht einmal mein Fleisch schneiden, aber die Situation verbesserte sich nach und nach. Dann trat eine Stagnationsphase ein, begleitet von starken Rückenschmerzen. Das hat mich sehr mitgenommen, und ich begann zu zweifeln, ob ich jemals wieder in einen Rennwagen oder gar auf ein Fahrrad steigen könnte. Dabei brauche ich diese Art von Sport wirklich, um mich auszutoben. Nach drei Monaten holte ich mir eine zweite Meinung in einer anderen Klinik ein. Das Urteil stand schnell fest: Eine erneute Operation war notwendig, da sich zu viel «Material» in meinem Rücken befand. Anfang Oktober wurde ich also erneut operiert. Dieser Eingriff war heikel, da bei einer solchen Operation an den Wirbeln die Muskeln durchtrennt und anschliessend wieder vernäht werden müssen. Drei Wochen nach dieser zweiten Operation stellte ich deutliche Fortschritte fest. Ich nahm das Training wieder auf, mit intensivem Muskelaufbau unter Anleitung eines Trainers, während ich gleichzeitig meine beruflichen Verpflichtungen unter einen Hut bringen musste.

Wie hast du dich am Start zur längsten Wertungsprüfung der Rallye gefühlt? Und wie fällt deine Bilanz letztendlich aus?
Die Wertungsprüfung fand nachts statt, was die Sache besonders schwierig machte. Trotzdem war ich ziemlich zuversichtlich, da ich mich im Vorfeld gründlich vorbereitet hatte. Ich liess keinen Raum für Zweifel: Ich wusste, mit welcher Geschwindigkeit ich fahren konnte und musste. Das Ziel war es, wieder Selbstvertrauen zu gewinnen, dabei Spass zu haben, die Kontrolle über mein Fahrzeug zu behalten und mich nicht auf die Wertung zu konzentrieren. Die Bilanz ist grossartig, denn wir haben alle Ziele erreicht, die wir uns gesetzt hatten. Wir sind eine saubere und kontrollierte Rallye gefahren, ohne uns trotz der schwierigen Bedingungen einschüchtern zu lassen. Ich für meinen Teil wollte vor allem bestätigen, dass ich immer noch meinen Platz am Steuer eines Rallye-Autos habe.

Abschliessend: Wann sehen wir dich wieder bei einer Rallye?
Ich nehme mir die Zeit, die Emotionen nach dem Critérium sacken zu lassen. Ich möchte wieder ans Steuer, sei es mit einem Rally2 oder mit dem M3, wahrscheinlich in Chablais. Ich möchte auch allen Anwesenden ein Dankeschön aussprechen. Ich konnte auf viel Unterstützung zählen, auf Menschen, die mir während dieser ganzen Zeit Mut gemacht und mich begleitet haben.

Das Interview ist bei sport-auto.ch erschienen. Auto Sport Schweiz darf es dank ausdrücklicher Genehmigung des Autors Baptiste Aebi in der Originallänge veröffentlichen. Herzlichen Dank an die Kollegen von sport-auto.ch!

Pascal Perroud Bourgogne 2025 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Perroud 2025 kurz vor seinem Unfall im Burgund © Cornevaux

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17.04.2026 Marcel Steiner: «Das Verhältnis zwischen Fahrer und Auto hat sich massiv verbessert»
Steiner Bresse 2026 Test 01 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Marcel Steiner bei seinem Roll-Out in Bresse (FRA) © Niedermann

Noch dauert es ein Weilchen, bis die Schweizer Berg-Meisterschaft am 6./7. Juni in Hemberg beginnt. Wir haben bei Herausforderer Marcel Steiner aber schon mal nach dem Stand der Dinge nachgefragt.

In sieben Wochen beginnt die Schweizer Berg-Meisterschaft im St. Gallischen Hemberg. Mit dabei ist – nach einer sehr frustrierenden Saison 2025 – natürlich auch Marcel Steiner. Der 50-Jährige hat kürzlich in Bresse (FRA) ein Roll-Out mit seinem Nova Proto absolviert. Wir haben ihn nach seinen Plänen und Zielen für 2026 befragt.

Zuallererst: Wie ist der Test in Bresse verlaufen?
Marcel Steiner: (Lacht.) Besser als ich mir vorgestellt habe. Es gab keine technischen Probleme und die Zeiten waren ansprechend. Wir werden sehen, wie es sich am Berg verhält. Das sind zweierlei Paar Schuhe.

Wann bist du zum ersten Mal im Einsatz?
Wir werden das Bergrennen in Eschdorf (LUX) am ersten Mai-Wochenende bestreiten. Am EM-Rennen in Rechberg können wir aus reglementarischen Gründen nicht teilnehmen. 

Wie hast du die frustrierende Saison 2025 verdaut?
Der zweitägige Test in Bresse hat gut getan. Das Verhältnis zwischen Fahrer und Auto hat sich massiv verbessert.

Trotzdem ist für dich die Saison 2026 ein «Restart»… Du hattest 2025 aufgrund von technischen Problemen etwa die Hälfte der Tracktime gegenüber dem amtierenden Meister Robin Faustini.
Das ist so. Viele Erfahrungswerte haben wir im vergangenen Jahr nicht sammeln können. Vor allem nicht besonders schlaue… Deshalb haben wir über den Winter in fast allen Bereichen über die Bücher gehen müssen.

Steiner Bresse 2026 Test 02 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Marcel Steiner hat über den Winter auch noch Verbesserungen an seinem Honda-Helftec-Turbo vorgenommen © Archiv Steiner

Kannst du da konkreter werden?
Wir waren auf dem Fahrwerksprüfstand und haben am Motor noch das eine oder andere verbessert. Ein besonderes Augenmerk haben wir meiner Komfortzone im Auto gelegt. Ich habe mich im Cockpit eingeengt gefühlt. Als ich im Herbst mal ohne Sitzschale ins Auto gesessen bin, habe ich festgestellt: Das ist ja viel besser. Deshalb haben wir da intensiv an einer neuen Lösung gearbeitet. Die hat sich jetzt in Bresse bewährt.

Dein primäres Ziel für 2026 muss sein, dass es besser läuft als im Vorjahr. Gleichzeitig stellt sich natürlich die Frage: Wie willst du Faustini bezwingen?
(Überlegt lange.) Ich hoffe, dass die Änderungen, die wir vorgenommen haben, reichen, um Robin das Leben schwerer zu machen. Einen ersten Anhaltspunkt werden wir aber erst in Hemberg haben. An Motivation fehlt es nicht. Wir haben auch das Team umstrukturiert – sind da plusminus auf den Stand von 2023 zurückgekehrt. Der Rest wird sich zeigen.

Dein Anspruch ist aber klar, oder?
Ja, ich fahre nicht mit, um einfach mitzufahren. Ich will Meister werden.

Wie schätzt du die Chancen von Rückkehrer Eric Berguerand ein?
Zuallererst muss ich sagen: Es freut mich sehr, dass er wieder dabei ist. Eric ist ein super Typ. Und eine grosse Bereicherung für unseren Sport. In Sachen Performance kann ich ihn aber überhaupt nicht einschätzen. Er ist 2026 die grosse Unbekannte – eine Art Wundertüte. Ich habe keine Ahnung, ob er zwei Sekunden langsamer ist oder ob er uns mit seinem in die Jahre gekommenen Lola nochmals den Zahn fühlt. Ich lasse mich überraschen.

Berguerand Steiner Faustini 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Steiner (Mitte) freut sich auf die Rückkehr von Eric Berguerand (links) – rechts im Bild: der Mann, den es zu schlagen gilt: Robin Faustini © Eichenberger

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16.04.2026 Vorschau Slalom Frauenfeld: Geht Eglis Serie zu Ende?
Egli Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Wie würde Egli am Sonntag wohl einen elften Sieg feiern? © Eichenberger

Am kommenden Wochenende (18./19.) April startet die Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026 mit den 26. ACS Auto-Renntagen in Frauenfeld auf der 3,2 Kilometer langen Strecke in die neue Saison. Die grosse Frage wird sein: Geht Philip Eglis Siegesserie zu Ende?

Seit 2015 hat beim Slalom in Frauenfeld nur noch einer gewonnen: Philip Egli (41). Im Vorjahr sicherte sich der gebürtige Glarner seinen zehnten Tagessieg auf der Allmend (2020 fanden die Auto-Renntage wegen Covid nicht statt, d. Red.). Manch einer mag sich schon gar nicht mehr daran erinnern, wer vor Egli in Frauenfeld erfolgreich war. Wir helfen nach: 2013 gewann Florian Revaz auf einem Tatuus Formel Master, 2014 Martin Bürki auf VW Polo. Es war dies nicht nur der letzte Sieg, bevor die sagenhafte Egli-Dominanz begann. Es war auch das einzige Mal, dass ein Tourenwagenfahrer in der bis dato 25-jährigen Geschichte des Slaloms Frauenfeld den Tagessieg holte.

Zu fürchten hat Egli (unter normalen Umständen) eigentlich nur einen Gegner. Der hat es aber faustdick hinter den Ohren: Lionel Ryter ist dem «Unschlagbaren» im Vorjahr trotz Motorenprobleme bedrohlich nahe gekommen. 0,62 Sekunden fehlten Ryter auf den Seriensieger, der nur zu gerne auch am Sonntag gewinnen möchte. «Frauenfeld ist für mich das Heimrennen», sagt Egli. «Und mit den Erfolgen, die ich da schon gefeiert habe, ist es natürlich ein ganz besonderes Rennen. Logisch will ich gewinnen, wenn ich am Start stehe.» Ob Ryter es verhindern kann? Gegenüber Auto Sport Schweiz verriet der schnelle Walliser: «Eva», so der Spitzname seines Formel Renault 2.0, sei in Topform. «Wir haben diesen Winter an der Federung gearbeitet und sind nun auf die gleichen Stossdämpfer wie die Novas umgestiegen. Nach zwei Testtagen ist die Zuverlässigkeit gegeben, aber an den Einstellungen muss noch gefeilt werden. Das grosse Problem sind derzeit die Reifen. Es sind weder bei Nova (ehemals Avon, d. Red.) noch bei Pirelli neue Reifen verfügbar. Aber für die Slalom-Saison wird es reichen.»

Ryter Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Der grosse Widersacher von Egli heisst Lionel Ryter © Eichenberger

Doch nicht nur Egli vs. Ryter wird am Sonntag für Spannung sorgen. Auch dahinter gibt es einige Anwärter auf einen Platz auf dem «Stockerl». Im Vorjahr war es Antonino Scolaro auf seinem Nova Proto NP03, der das Rennen um Platz 3 machte. Und der Pizzabäcker aus Rapperswil-Jona (SG) zählt auch dieses Jahr zu den absoluten Favoriten. Ein grosses Fragezeichen steht hinter dem Nachwuchs. Die schnellen Junioren Ursanne Salomon (auf dem Ex-Bossy-Formel-3) und Nolan Vuilleumier (auf dem Ex-Darbellay-Formel-Renault) müssen sich zwar noch an ihre neuen Fahrzeuge gewöhnen. Doch warum sollte ihnen in Frauenfeld nicht eine Überraschung gelingen?

Bei den Tourenwagen könnte Matthias Bischofberger aus Wängi (TG) mit seinem Porsche 997 GT3 Cup in Frauenfeld zum dritten Mal in Folge den Sieg an sich reissen. Kantonskollege Christoph Zwahlen aus Pfyn hat seinen Porsche 997 Cup-R auf Vordermann gebracht und darf ebenfalls zu den Favoriten gezählt werden. Um die vorderen Plätze kämpft auch Stephan Burri. Für den Exil-Berner, der seinen VW Scirocco nach einem Unfall im vergangenen Jahr in Les Rangiers wieder aufgebaut hat, ist Frauenfeld zum Heimrennen geworden. Neu setzt der Garagist aus Affeltrangen in diesem Jahr auf Synfuel, also synthetisch hergestellten Sprit. Die Konkurrenz herausfordern dürfte noch ein weiterer Thurgauer: Manuel Santonastaso aus Müllheim Dorf hat mit seinem BMW E21 am vergangenen Wochenende beim Bergrennen Salita del Costo in Italien als Klassenbester geglänzt.

Ein Blick in die Teilnehmerliste verrät aber noch weitere sportliche Attraktionen an den 26. ACS Auto-Renntagen 2026. Der mehrfache Slalom-Champion «Speedmaster» setzt sich endlich wieder in seinen giftgrünen VW Polo. Jannis Jeremias, Schweizer Junioren-Meister 2024, fährt erstmals seinen frisch erworbenen Porsche 911 GT3 Cup. Christian Bralla, 2023 schnellster Tourenwagenpilot, meldet sich mit seinem Fiat X 1/9 in Frauenfeld zurück. Oder: der schnelle Jurassier Arnaud Donzé in seinem VW Golf. Nicht fehlen darf natürlich auch Slalom-Vorjahresmeister Alessandro Grispino auf seinem Renault Clio R3. Allerdings hat der Schwyzer schon vor dem Saisonstart verlauten lassen, dass er dieses Jahr nicht um die Krone kämpfen wird.

Bischofberger Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Gelingt Bischofberger Sieg Nr. 3 bei den Tourenwagen? © Eichenberger

Los geht es am Samstag, 18. April, ab 8.30 Uhr mit den ersten Besichtigungsläufen der LOCalen. Später wird dann auch im Suzuki Swiss Racing Cup um Punkte und Pokale gefahren. Der Sonntag gehört den NATionalen Teilnehmern und Teilnehmerinnen mit Trainingsläufen bis 14.20 Uhr. Danach (bis ca. 18.25 Uhr) finden pro Kategorie zwei Rennläufe statt.

Zuschauerinnen und Zuschauer der ACS Auto-Renntage Frauenfeld  können ihre Eintrittskarten online über autorenntage.ch erhältlich. Für Erwachsene kostet das Weekend-Ticket 18 Franken, am Samstag sind es 10 Franken und am Sonntag 15 Franken. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben freien Eintritt. Wie in den vergangenen drei Jahren kommen die Fans dank dem Foodtruck-Festival auch kulinarisch nicht zu kurz. Und dann gibt es neben all den Autos auf der Strecke wie jedes Jahr auch noch zahlreiche Young- und Oldtimer rund um das Festzelt zu bewundern.

Termine Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026
18./19. April, Frauenfeld
25. April, Bière 1
26. April, Bière 2
2. Mai, Ambri 1
3. Mai, Ambri 2
16./17. Mai, Bure
20./21. Juni, Chamblon

Jeremias myrally ch Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Noch ein schneller Porsche: Jannis Jeremias © myrally.ch

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15.04.2026 PSCS: Burkard beim Saisonauftakt zwei Mal Zweiter
Podium PSCS Portimao 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Zwei Mal Zweiter beim Auftakt: Gregor Burkard (links) © Porsche

Der Brite Jack Sherwood gewann zum Auftakt des Porsche Sports Cup Suisse in Portimão (POR) beide GT3-Rennen. Teamkollege Gregor Burkard wurde zwei Mal Zweiter.

Der Brite Jack Sherwood hat beim Auftaktrennen zum diesjährigen Porsche Sports Cup Suisse in Portimão beide Läufe für sich entschieden. Im ersten Durchgang musste sich Sherwood noch gegen seinen Sportec-Teamkollegen Gregor Burkard wehren, der nach der ersten Runde kurz die Führung an sich gerissen hatte. Dies konnte der Brite aber schnell wieder korrigieren und bis zur Zielflagge nach 18 Runden einen Vorsprung von acht Sekunden herausfahren. Platz 3 ging an Christian Caramuscia aus Italien. Im Nachmittagsrennen fuhr Sherwood einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg heraus, den er erneut mit der schnellsten Rennrunde unterstrich. Dahinter reihte sich erneut Burkard als Zweiter und Caramuscia als Dritter ein.

In der Gruppe GT4 endeten die beiden Rennen mit dem identischen Ergebnis. Mit seinem 500 PS starken Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport fuhr Kevin Lattion jeweils auf den ersten Platz. Am Steuer des 718 Cayman GT4 Clubsport MR mit 425 PS stand Alexandre Mottet zweimal auf der obersten Podiumsstufe. Die beiden Rennen in der Gruppe Open GT gingen an den Rumänen Dragos Buriu. Bei den 911 GT3 Cup-Fahrzeugen der Generation 992.1 behielt Nico Gründel im Vormittagsrennen die Oberhand. Im zweiten Rennen hiess der Klassensieger Levin Gelf. Das zweistündige Langstreckenrennen zum Abschluss des Portimão-Wochenendes gewann Stephan Heim gemeinsam mit seinem Teamchef Michael Joos.

Jack Sherwood PSCS 2026 Portimao Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Der Brite Jack Sherwood gewann beide GT3-Rennen © Porsche

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15.04.2026 Vorschau autobau SKM 7 Laghi: Vollgas für Runde 2
7 Laghi Start 2025 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Am Wochenende steht der zweite Lauf in 7 Laghi an © Eichenberger

Die Saison ist noch jung, trotzdem zeichnen sich gewisse Tendenzen ab. Zu den «Gejagten» in 7 Laghi, beim zweiten Lauf der autobau SKM, gehören Ben Iten (Super Mini), Aurelio Longhitano (OK Junior), Dan Allemann (X30) und Florian Esteve (KZ2).

Drei Wochen sind seit dem ersten Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft vergangenen. Am kommenden Wochenende steht die zweite Runde auf dem Programm – wieder in Italien, aber diesmal in Castelletto di Branduzzo; in Kartkreisen besser bekannt als 7 Laghi. Wie schon beim Auftakt in Franciacorta sind vier Kategorien am Start. Nicht dabei sind die OK Senioren. Aus Mangel an Teilnehmenden wurde diese Kategorie für 2026 ausgesetzt.   

Kein Teilnehmermangel herrscht in der X30 Challenge Switzerland. 29 Fahrer und Fahrerinnen haben sich für den zweiten Lauf in der Kategorie mit IAME-Einheitsmotoren angemeldet. Und an Spannung dürfte es nicht mangeln. Zwar hat Leader Dan Allemann (Spirit Racing) in Franciacorta das Punktemaximum geholt, doch sein Vorsprung in der Gesamtwertung beträgt nur 16 Punkte. Teamkollege Elias Lehmann ist ihm dicht auf den Fersen und wird dem international erfahrenen Allemann auch in 7 Laghi das Leben schwer machen. Ob es reicht, ihn zu schlagen, wird sich zeigen. Lehmann war im Vorjahr in 7 Laghi jedenfalls schon sehr schnell unterwegs. Schnell ist auch ein gutes Stichwort für den grossgewachsenen Michael Müller. Der 26-jährige Routinier im Dienste von Virtus Motorsport hat beim Auftakt in Franciacorta den jungen Nachwuchspiloten mehr als nur Paroli geboten. Gespannt sein darf man auch auf das Abschneiden von Neil Russell (UBIQ) und Alexis Genolet (LKM Racing). Beide sind in Franciacorta gut in die neue Saison gestartet, beide waren mit ihrem Abschneiden aber nicht zu 100 Prozent glücklich. Einen «Neuanfang» macht Nicola Matteo Frigg. Der junge Zürcher, 2024 Meister bei den Super Minis und im Vorjahr Zweiter bei den Junioren, hat als X30-Rookie von UBIQ zu MH Racing gewechselt.      

X30 Genolat Lehmann Allemann Mueller myrally ch Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Schnelle X30er: Genolet, Lehmann, Allemann und Müller © myrally.ch

Wie Allemann ist auch Aurelio Longhitano bei den OK Junioren mit dem Punktemaximum in die neue Saison gestartet. Und der Spirit-Pilot wird auch in 7 Laghi alles daran setzen, diesen Vorsprung weiter auszubauen. Einfach wird ihm diese Aufgabe aber nicht gemacht. Teamintern hat er mit Alejandro Campos, Aaron Buhofer und Zoltan Coigny gleich drei starke Konkurrenten. Vor allem Letzterer wird alles daran setzen, den Nuller, den er im Finale von Franciacorta kassierte, vergessen zu machen. Vom Speed her ist Coigny auf jeden Fall in der Lage, das Tempo von Longhitano mitzugehen. Aber Longhitano muss nicht nur auf die teaminterne Konkurrenz achten. Mit Dilan Roman Fricker aus dem Team Swiss Hutless ist ein Fahrer dabei, der in Franciacorta einen sehr starken Eindruck hinterliess und im Finale Platz 3 belegte. Und auch Jamie Ehrat (seit Franciacorta neu bei MH Racing) hat am ersten Rennwochenende einen soliden Job gemacht. Von den Top 8 vom ersten Rennen fehlt in 7 Laghi lediglich einer: Elia Nützi aus dem Team KartBox.ch.

Bei den 8- bis 12-Jährigen, den Super Minis, ist das Feld in 7 Laghi überschaubar. Nichtsdestotrotz dürfte der Kampf um die Top-Plätze wie schon in Franciacorta sehr spannend ausfallen. Leader Ben Iten aus dem Team Spirit Racing hat mit Lorik Shahinaj (11 Punkte hinter dem Führenden) und seinen beiden Teamkollegen Kimi Prost (14 Punkte zurück) und Joy Allemann (17 Punkte zurück) drei starke Gegner respektive Gegnerinnen. Die Rennen in Franciacorta haben das zumindest eindrucksvoll bewiesen. Iten gewann im Finale erst dank einem beherzten Überholmanöver in der letzten Kurve. Es wird also spannend werden – vor allem, weil die Strecke in 7 Laghi physisch sehr viel von diesen jungen Nachwuchstalenten abverlangt.

Super Mini Prost Allemann Iten Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Kampf der Super Minis: Prost, Allemann und Iten © Eichenberger

Ein gutes Dutzend Fahrer hat sich bei den Schaltkarts, der Kategorie KZ2, eingeschrieben. Nimmt man den Zwischenstand nach Franciacorta als Gradmesser gilt Florian Esteve (DEL motorsports) als Favorit. Ganz so eindeutig dürfte die Angelegenheit aber nicht sein. Privatbewerber Bastien Liénard hat beim Auftakt mit zwei zweiten Plätzen eine sehr solide Darbietung geboten. Und selbstverständlich muss man auch Kilian Boss (SWIZZ EVENZZ) auf der Agenda haben. Der ehemalige ASS-Young-Driver war in Franciacorta im Finale der Schnellste, bekam wegen eines Frühstarts aber eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt. Auch Paolo Castagnetti hat in Franciacorta noch nicht sein ganzes Potenzial ausgeschöpft. Der Neo-Papa gehört in 7 Laghi ebenfalls zu den Sieganwärtern – genauso wie der Berner Kai Perner, im Vorjahr Meisterschaftszweiter bei den Schaltkarts.      

Zur Strecke: 7 Laghi ist bei Fahrern und Teams als Renn- und Teststrecke beliebt, liegt sie doch nur knapp 100 Kilometer südlich von Chiasso. Ganz so schnell und ganz so lang wie Franciacorta ist die Strecke in 7 Laghi nicht. 1256 Meter misst der Rundkurs, der an einem künstlich angelegten See liegt. Die besten Überholmöglichkeiten bieten sich im Infield in den engen Haarnadelkurven 9 und 10. Eine besondere Herausforderung sind die schnellen Rechtskurven im Anschluss an die Zielgerade. Dort kommt es vor allem nach dem Start oft zu harten Positionskämpfen. 7 Laghi ist das Rennen in Italien, das schon am längsten zur Kart-SM zählt. Seit 2015 wird in der Nähe von Pavia gefahren.

Weitere Informationen zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft finden Sie auf https://motorsport.ch/de/kartsport. Um Zeitnahme und Livetiming kümmert sich in 7 Laghi www.savoiechrono.com

Zeitplan
Samstag, 18. April
09.00-17.30 Uhr, Freies Training gemäss Zeitplan Streckenbetreiber

Sonntag, 19. April
09.04-09.56 Uhr, Offizielles Training (10 min pro Kategorie)
10.00-10.36 Uhr, Zeittraining à 6 Minuten pro Kategorie
10.45-12.05 Uhr, Rennen 1
12.05-13.15 Uhr, Mittagspause
13.25-14.45 Uhr, Rennen 2
14.45-16.25 Uhr, Finalläufe
ca. 17.00 Uhr, Siegerehrung (alle Kategorien)

Termine autobau Schweizer Kart-Meisterschaft 2026
29. März, Franciacorta (ITA)
19. April, 7 Laghi (ITA)
31. Mai, Levier (FRA)
12. Juli, Lonato (ITA)
23. August, Cremona (ITA)
10. Oktober, Wohlen

KZ2 Lienard Esteve Castagnetti myrally ch Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Auch in 7 Laghi wieder vorne? Liénard, Esteve und Castagnetti (KZ2) © myrally.ch

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14.04.2026 Guter Start für die Schweizer Bergrennfahrer
Reto Meisel Alicante Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Reto Meisel (links) eröffnete die Saison in Alicante © Archiv Meisel

Schweizer Bergrennfahrer müssen sich auch 2026 international nicht verstecken. Das haben die ersten Bergrennen in Spanien, Frankreich und Italien bewiesen. 

Gut starteten die Schweizer Bergrennpiloten in die Saison 2026. Am letzten März-Wochenende nutzte das Meisel Racing Team das Bergrennen La Villa Joiosa nahe der spanischen Stadt Alicante zu einem intensiven Testeinsatz mit dem Mercedes SLK340. Auch wenn die 6,3 Kilometer lange Strecke mit ihren 58 (!) Kurven charakterlich nicht ganz auf den schnellsten Saugmotor-Bergtourenwagen Europas zugeschnitten war, brannte Meisel im dritten und letzten Rennlauf einen neuen Streckenrekord in die Bahn. In der Addition der zwei schnellsten Zeiten sicherte sich der Aargauer den dritten Gesamtrang hinter einem Sportwagen und nur 0,1 Sekunden hinter dem BRC-Alpine A110 Turbo des spanischen Top-Piloten Javier Villa. «In den ersten beiden Läufen steckte mir der Winterschlaf wohl noch etwas in den Knochen», gab Meisel zu. Anders als 2025 wird Meisel nicht mehr sämtliche Rennen zur Europa-Bergmeisterschaft bestreiten. Am 25./26. April wird er sich aber beim Rechbergrennen in Österreich der EBM-Konkurrenz stellen, zu der auch der mit tschechischer Lizenz startende Urner Ronnie Bratschi mit seinem Mitsubishi gehören wird.

Victor Darbellay 2026 Col Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Victor Darbellay war Klassenbester am Col Saint Pierre © LP Rallye13

Am Col Saint Pierre in Saint-Jean-du-Gard trugen die Franzosen am vergangenen Wochenende bereits ihren zweiten diesjährigen Meisterschaftslauf aus. Der EBM-gestählte Kevin Petit errang beim ersten Einsatz mit einem neuen Nova Proto Turbo mit dem ab 2026 in der Division 2 vorgeschriebenen Überrollkäfig den Tagessieg. Als Gesamtsiebter entschied Victor Darbellay im Nova Proto mit Hartley-Emap-Turbomotor seine Klasse klar für sich. Der Walliser hatte insofern Glück, als der neue Streckenrekordhalter Marc Pernot am ersten Renntag Probleme mit seinem neuen Nova NP01 hatte und am Sonntag nur einen Lauf im Trockenen absolvieren konnte, den dieser in neuer Streckenrekordzeit und somit schneller als sämtliche Dreiliterpiloten zurücklegte. In der VHC-Bergmeisterschaft der Historischen feierte Guillaume Mathez im Peugeot 309 GTI 16V bereits den dritten Saisonsieg in seiner Klasse. Bei apokalyptischen Wetterbedingungen war Mathez am 8. Mai in Lodève sogar VHC-Gesamtsieger geworden und vor zwei Wochen in Bagnols-Sabran der zweitschnellste TW/GT-Pilot hinter einem Porsche 996 GT3 Cup gewesen.

Am vergangenen Wochenende begann auch die italienische Bergmeisterschaft. Bei der Salita del Costo nahe Vicenza waren die besten nationalen Rennsportwagenpiloten Italiens mit Ausnahme von Faggioli und Merli nahezu vollständig versammelt. Das Rennen auf der 9,91 km langen Strecke wurde am Sonntag in nur einem Lauf ausgetragen. Als Tagessieger ging Luigi Fazzino auf einem Osella PA30 Evo hervor. Manuel Santonastaso, ein bekannt schneller Thurgauer mit italienischen Wurzeln, entschied mit seinem BMW 320 E21 die Gruppe E1 Italia für sich. In der E2-SH war Aramis Cereghetti mit seinem BMW M5 E34 der Zweitschnellste. Schnellster Schweizer war der Jurassier Fabien Boudaban mit seinem Norma M20 FC aus der Gruppe E2-SS/SC auf Gesamtrang 22.

Text: Peter Wyss 

Santonastaso Manuel 2025 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Manuel Santonastaso war bei der Salita del Costo Klassenbester © Eichenberger

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13.04.2026 Weekend-Report 09/2026
Gregoire Saucy Podium Barcelona 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Dritter beim ELMS-Auftakt: Grégoire Saucy (links) © ELMS

Am Wochenende startete die ELMS in Barcelona, die GTWC in Le Castellet und die F4 CET am Red Bull Ring. Natürlich auch mit Schweizer Beteiligung. Wer Erfolg hatte und wer nicht, lesen Sie im Weekend-Report.  

Gleich zum Auftakt der European Le Mans Series in Barcelona gab es einen Schweizer Podestplatz zu feiern. Für einmal war es aber nicht Louis Delétraz, der die Kohlen aus dem Feuer holte. «Mister LMP2» wurde beim Auftakt in der Kat. ProAM «nur» Zehnter. Dafür fuhr Grégoire Saucy beim 4-Stunden-Rennen auf dem Circuit de Catalunya als Dritter aufs Podium. Für den 26-jährigen Jurassier war es das erste Podium mit United Autosports im Rahmen der ELMS. 2024 durfte er schon vier Mal aufs Podest steigen – damals aber noch in der ProAM mit TDS Racing. Einen guten Start erwischte in Barcelona auch Léna Bühler. Die Westschweizerin fuhr im Rahmen des ersten Rennens des Michelin Le Mans Cup auf Rang 3. Ebenfalls in den Top 10 landete das CLX-Duo Cédric Oltramare/David Droux (auf P9).  

Keine Erfolgsmeldung gibt es dafür vom Auftakt der GT World Challenge in Le Castellet zu berichten. Raffaele Marciello (BMW) war als Sechster der beste Schweizer, sieht man einmal von Marvin Kirchhöfer ab, der mit Schweizer Lizenz Fünfter wurde. Fabio Scherer musste sich mit Rang 25 begnügen, Patric Niederhauser schied bei seinem Comeback für Lamborghini aus. Und auch Ricardo Feller sah die Zielflagge für einmal nicht. Trotzdem gab es in Le Castellet noch einen Schweizer Triumph zu bejubeln. Der Bündner Kevin Gilardoni siegte (nach Platz 2 im ersten Lauf) im Sonntagsrennen der Super Trofeo Lamborghini.  

Lena Buehler Podium Barcelona 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Léna Bühler wurde Dritte im Michelin Le Mans Cup © Archiv Bühler

Auch am Nürburgring wurde am Wochenende gefahren. Im dritten Lauf zur NLS war Miklas Born auf dem KTM X-Bow von Reiter Engineering als Gesamtneunter der beste Schweizer. Klassensiege gab es für Manuel Metzger (AT2) und das Team Hofor Racing mit dem amtierenden NLS-Meister Ranko Mijatovic (BMW M2). «Wir mussten uns in diesem Lauf wirklich strecken», sagte Mijatovic. «Schon am Start hatten wir ein kleines technisches Problem. Das hatte sich danach aber von selbst behoben. Gut positioniert übergab ich das Auto dann an meinen Teamkollegen, der uns mit einer starken Aufholjagd Platz 1 und damit wichtige Punkte in der BMW-M2-Klasse sicherte.»

Beim Saisonauftakt der Formel 4 CEZ auf dem Red Bull Ring (AUT) teilten sich die Schweizer Teams sämtliche Laufsiege. Jenzer Motorsport gewann alle drei Vorläufe – mit Teo Borenstein, Elia Weiss und nochmals Borenstein. Im Finale (der Top 32) stand dann David Walther aus dem Team Maffi Racing ganz oben auf dem Podium. Bester Schweizer war der Tessiner Georgiy Zasov (Jenzer Motorsport) als Fünfter. Jenzers Neuzugang Ella Häkkinen, die Tochter von Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen, wurde im Finale Zwölfte.

Ein ausführlicher Bericht zu den Einsätzen der Schweizer Bergrennfahrer im Ausland folgt morgen Dienstag.

David Walther Maffi RBR 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Maffi Racing gewann bei der F4 CEZ in Spielberg © F4 CEZ

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13.04.2026 Nachruf Marco Miniscalco
Marco Miniscalco Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz

Am vergangenen Donnerstag ist der langjährige Sportkommissar REG und Rennleiter Marco Miniscalco nach langer Krankheit im Alter von 59 Jahren verstorben.

Der gebürtige Tessiner (wohnhaft in Cadenazzo) arbeitete zuerst als Broker, später als Web-Designer und hatte 2010 die Ausbildung zum Sportkommissar/Rennleiter absolviert. Bis 2023 war Miniscalco aktiv im Einsatz. Bereits 2023 musste er aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten und auch seinen Austritt aus dem Komitee LOC-Sport geben.

Miniscalco hat aber nicht nur hinter den Kulissen gewirkt, so u.a. in der Organisationszentrale bei seiner Heimrallye, der Rallye del Ticino, als stellvertretender Direktor, er ist in den Neunzigerjahren auch selber gefahren. Ausserdem war er auch als Co-Pilot unterwegs – u.a. für Max Beltrami. «Wir sind mit dem Lancia Delta bei einigen Rallyes in Italien gefahren», erinnert sich der Organisator der Rally del Ticino. «Ich habe schöne Erinnerungen an diese Zeit. Er war ein grossartiger Freund!» 

Auto Sport Schweiz spricht Familienangehörigen und Freunden von Marco Miniscalco sein tief empfundenes Beileid aus. 

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10.04.2026 Steven Chiquita: Schon im Kinderwagen an der Rennstrecke
Steven Chiquita 01 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Steven Chiquita: Der grimmige Eindruck täuscht... © Eichenberger

Für Lionel Ryter ist er der Favorit auf den Titel in der diesjährigen Junioren-Meisterschaft. Grund genug, Steven Chiquita vor dem ersten Slalom in Frauenfeld etwas genauer vorzustellen.

Er schaut meistens ein wenig grimmig. Vor allem dann, wenn man ihn fotografiert. Aber der finstere Eindruck täuscht. Steven Chiquita ist, wenn man sich mit ihm unterhält, ein topanständiger junger Mann mit guten Manieren und einem sehr zuvorkommenden Auftreten.

Ach ja! Und Gas geben kann er auch. Das hat er in der Schweizer Slalom- und Berg-Meisterschaft in jüngster Vergangenheit unter Beweis gestellt. Ganz überraschend kommt das nicht. Der 22-Jährige aus Orbe im Kanton Waadt ist quasi im Fahrerlager gross geworden. «Mein Vater Jean-Paul fährt seit 26 Jahren Rennen. Ich war erst ein paar Monate alt, als man mich im Kinderwagen zum ersten Mal mitgenommen hatte», erzählt Chiquita jr.

Und «Mini-Chik» hat seither kein Rennen seines Vaters verpasst. Je älter er wurde, desto mehr kam in ihm der Wunsch auf, selber zu fahren. Schon früh war klar, dass er diesem Wunsch nur mit einem bestimmten Auto nachgehen würde: einem BMW E30. Um mit 18 Jahren parat zu sein, übte Chiquita regelmässig. Schon mit sieben Jahren setzte ihn sein Vater ins Kart – «einmal pro Woche haben wir getestet», erzählt Steven. Mit 19, so erinnert sich Chiquita jr., hat ihm der beste Freund seines Vaters seinen BMW E30 angeboten. Zeit zum Überlegen brauchte Steven nicht. «Ich habe keine Sekunde gezögert – und den Wagen gekauft.» 

Der erste Slalom, an dem Chiquita teilgenommen hatte, war Chamblon 2023. «Wir hatten das Auto eine Woche zuvor fertiggestellt. Ich hatte also keine Zeit, den Wagen zu testen.» Prompt blieb «Mini-Chik» im dritten Training stehen. Ein Getriebedefekt trübte die Freude beim ersten Einsatz. Viel Zeit für die Reparatur blieb nicht. Beim Finale in Les Paccots griff Chiquita jr. bei den REGionalen ins Lenkrad – und das bei einem Bergrennen, das – man mag uns den Ausdruck verzeihen – Eier braucht.

2024 griff Chiquita dann im NATionalen Championat an. Und zählte in seiner Kategorie, der E1 bis 3 Liter schon bald zu den Schnellsten. Bei den Junioren schloss er die Saison als Dritter ab. Und im Vorjahr war dann in Ambri beim Slalom mit seinem originell lackierten BMW erstmals Klassenbester. Am Ende wurde er erneut Dritter in der Junioren-Meisterschaft. Dieses Jahr möchte Chiquita nach dem Titel greifen. Irgendwann will er aber nicht nur bei den Junioren ganz vorne mitfahren. Ziel und Traum zugleich ist es, im Slalom und am Berg Top-Ergebnisse zu liefern. «Und vielleicht auch mal europäisch zu fahren.»

Um dorthin zu kommen, hängt sich der Heizungsinstallateur der Vivatec AG in jeder freien Minute voll ins Zeug. Bei der Garage RPM Racing in Villars-sur-Champvent in der Nähe von Yverdon arbeitet er mit seinem Vater nicht nur an den eigenen Autos, sondern auch an Kundenfahrzeugen und dazugehörigen Lastwagen. Hauptsache ist, dass sich im Leben von «Mini-Chik» vieles, wenn nicht gar alles um den Rennsport dreht.

Steven Chiquita 2025 Frauenfeld Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Steven Chiquita vor einem Jahr beim Slalom Frauenfeld © Eichenberger

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