In der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft hat Roman Dilan Fricker unlängst mit einem «Grand Slam» geglänzt. International hat er bei der Arrive&Drive-Worlcup-Ausscheidung in Polen wertvolle Erfahrungen gesammelt.
In der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft hat Roman Dilan Fricker (11) zuletzt in 7 Laghi einen «Grand Slam» (Pole-Position, drei Laufsiege und schnellste Rennrunde) eingefahren. Damit hat der Berner bis auf einen Punkt an den Führenden bei den Junioren, Alejandro Campos, aufgeschlossen. Bei noch zwei ausstehenden Rennen (Cremona und Wohlen) hat er also alle Trümpfe in der Hand, mit seinem Team Swiss Hutless Racing Schweizer OK-Junior-Meister 2026 zu werden.
Parallel zur Schweizer Meisterschaft und zur VEGA Trofeo, in der Fricker zurzeit auf Rang 3 liegt, hat der Nachwuchsfahrer aus Büren zum Hof an der Arrive&Drive-Worldcup-Ausscheidung in Slomczyn (POL) südlich von Warschau teilgenommen. Für Fricker, der 2025 bei den Super Minis in der Kart-SM debütierte, war es das erste internationale Kartrennen. Seine Bilanz: «Wir hatten beides – gute und schlechte Sessions. Aber unterm Strich darf ich zufrieden sein. Vor allem habe ich viel dazugelernt.»
Eine ihm unbekannte Strecke, wechselhafte Wetterbedingungen und ein neues Chassis (OTK statt Birel) machten die Aufgabe für Fricker nicht leicht. Trotzdem gewann er am Samstag von Startplatz 9 das Sprintrennen. Im Finale lief es Roman dann nicht nach Plan. Von Startplatz 13 aus wurde er 15. und verpasste somit die Qualifikation für das WM-Finale in Malaysia. «Der Motor ist nicht sauber gelaufen», sagt Fricker. «Ich habe noch versucht mit der Hand den Luftfilter zu beeinflussen, aber auch das nichts gebracht.»
Neben Fricker war mit Lorenzo Zucchetto ein weiterer Schweizer Nachwuchsfahrer am Start. Der junge Zürcher belegte im Finale Platz 8. Der Sieg ging an den Polen Maksymilian Piatek.
Zum Arrive&Drive-Konzept: Technische Gleichheit ist ein Eckpfeiler des FIA-Arrive&Drive-Konzepts. Zusätzlich zu der für jeden Fahrer bereitgestellten einheitlichen Ausrüstung wurde beim Rennen in Polen bei jedem Teilnehmenden der Motor im Laufe des Wochenendes mindestens einmal ausgetauscht, um Fairness und gleiche Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten. Das Weltfinale findet (wie im Vorjahr) in Malaysia statt. Ein Termin dafür steht noch nicht fest. Neben der europäischen Ausscheidung gibt es auch Quali-Rennen in Südamerika und Asien.
Der Porsche Sports Cup Suisse ist auf dem Red Bull Ring mit spannenden Rennen in die zweite Saisonhälfte gestartet. Im GT3 Cup freute sich Lokalmatador Felix Neuhofer über zwei Siege mit dem 911 GT3 Cup.
Tabellenführer Jack Sherwood erwischte auf dem 4,318 Kilometer langen Red Bull Ring ein gebrauchtes Wochenende: Der Brite hatte in der Steiermark gegen Felix Neuhofer klar das Nachsehen. Der Österreicher strich am Steuer des 510 PS starken Porsche 911 GT3 Cup mit zwei Pole-Positions, jeweils der schnellste Rennrunde und zwei Siegen die Maximalpunktzahl ein. Im ersten Lauf kam Sherwood zwar als Zweiter ins Ziel, kassierte aber zehn Strafsekunden, weil er zu oft die Streckenbegrenzung überschritten hatte. Dies warf ihn auf Rang 3 zurück. Das zweite Rennen musste er von der fünften statt von der zweiten Position aufnehmen, da er neue Reifen benötigte. Der 20-Jährige kämpfte sich zwar auf Platz 3 vor, haderte aber erneut mit den Track Limits. Er wurde als Vierter gewertet. Die Führung in der GT3 Cup-Meisterschaft konnte Sherwood dennoch verteidigen, während Neuhofer an Gregor Burkard vorbei auf Rang 2 vorrückte.
Burkard musste im ersten Lauf eine Nullnummer hinnehmen: Das Rennen des Schweizers war in Runde 7 nach einer Kollision beendet. Bei seinem zweiten Start des Tages katapultierte er sich von der vierten auf die zweite Position und brachte diesen Platz auch sicher über die Ziellinie. Rang 3 fiel am Ende an Peter Hegglin, obwohl der Seegräbener wegen des Kontakts mit Burkard für Lauf 2 auf den zehnten Startplatz versetzt worden war. Rang 5 ging an Simon Mathys vor Jan Klingelnberg und Andreas Marti. Christian Caramuscia hatte den zweiten Lauf von der dritten Startposition aufgenommen, fiel aber in Runde 4 ans Ende des Feldes zurück. Im ersten Rennen hatte sich der Italiener noch als Zweiter feiern lassen.
Zwei Starts von der Pole-Position, zwei Mal die schnellste Rennrunde und zwei ungefährdete Siege: Kevin Lattion kehrt – wie schon beim Saisonauftakt in Portimão – im GT4 Clubsport mit maximaler Punktzahl aus der Steiermark in die Schweiz zurück. Direkt hinter ihm reihte sich jeweils David Dias ein. Anders als Lattion hat er alle bisherigen Wochenenden der Porsche Sprint Challenge Suisse mit dem 500 PS starken Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport bestritten und führt damit weiterhin in der Tabelle. In der Gruppe Open GT fuhr Dragos Buriu von der Pole-Position zum Gesamtsieg im ersten Durchgang. Den zweiten Lauf gewann Patrick Dinkeldein.
Am kommenden Wochenende steht mit dem Bergrennen Ayent-Anzère ein Klassiker auf dem Programm. Leider ohne den angemeldeten Eric Berguerand. Der Lokalmatador muss sein Comeback ein weiteres Mal verschieben.
Die grosse Frage vor der 48. Ausgabe des Bergrennens von Ayent nach Anzère war: Gibt Eric Berguerand (47) sein Comeback oder muss er es ein weiteres Mal verschieben? Die Antwort lautet: Das Rennen findet leider ohne Eric statt. «Der Motor läuft – das ist nicht das Problem. Aber ich konnte das geplante Roll-Out in Frankreich nicht absolvieren. Und ohne diesen Test macht es keinen Sinn. Ich bin seit dem Gurnigel 2023 nicht mehr gefahren. Das wäre zu riskant gewesen. Anzère ist keine Strecke, die man auf die leichte Schulter nehmen kann.» Auf die Frage, ob die Fans Berguerand noch dieses Jahr in Action sehen, meint der siebenmalige Schweizer Berg-Meister: «Ich denke eher nächstes Jahr!»
Einer, der die Absage von Berguerand bedauert, ist Robin Faustini. Der Leader im Gesamtklassement kann seine Entscheidung aber vollumfänglich nachvollziehen: «Ohne zu testen, ist das zu gefährlich. Der Entscheid, nicht zu fahren, ist vernünftig.» Der 28-jährige Aargauer und sein Nova-Empa NP01 sind in der Schweizer Berg-Meisterschaft zu einer schier unschlagbaren Kombination geworden. Faustini hat (saisonübergreifend) die letzten 18 Rennen gewonnen. Beim Auftakt in Hemberg hatte er in der Addition der beiden schnellsten Läufe 1,34 Sekunden Vorsprung auf Marcel Steiner. In La Roche waren es 4,285 sec auf Victor Darbellay. Und in Reitnau 1,605 sec auf Michel Zemp. Warum sollte seine Serie also ausgerechnet in Anzère reissen? Dort, wo er im Vorjahr den bestehenden Streckenrekord von Berguerand aus dem Jahr 2022 um sagenhafte 1,624 sec unterboten hatte und ihm keiner auch nur annähernd das Wasser reichen konnte.
Thomas Amweg, der dieses Jahr eine Pause einlegt, kam Faustini im Vorjahr mit einem Rückstand von 2,9 Sekunden (in der Addition der beiden schnellsten Läufe) am nächsten. Joël Volluz, der in Anzère mit seinem Norma M20 FC ein Comeback feiert, verlor bereits 3,2 sec. Und dem Vierplatzierten Steiner brummte Faustini bereits mehr als vier Sekunden auf. Von den Zwei-Liter-Piloten Darbellay und Zemp ganz zu schweigen. Die waren bei der letzten Ausgabe in Anzère chancenlos, sollten aber dieses Jahr deutlich näher an der Drei-Liter-Konkurrenz sein. «Damit rechne ich auch», sagt Faustini. «Michel und Victor haben in den vergangenen Rennen immer wieder gezeigt, dass man auch mit einem 2-Liter-Motor vorne mitfahren kann. Das sollte eigentlich auch in Anzère möglich sein.»
Die Ausgangslage bei den Tourenwagen ist auf dem Papier eindeutiger. Ohne «Speedmaster», der am Wochenende beim Bergrennen Hauenstein in Deutschland im Einsatz steht, ist Roger Schnellmann mit seinem Mitsubishi Evo 8 mit Helftec-Power klarer Favorit auf den Tourenwagen-Tagessieg. Wenn ihn sein «Bergmonster» nicht wie zuletzt in Reitnau respektive La Roche im Stich lässt. Denn dann werden die Karten neu gemischt und ein anderer Fahrer mit Dach überm Kopf kommt zum Zug. Einer von ihnen könnte Bruno Sawatzki sein. Der Porsche-Pilot aus dem Rheintal führt die Tourenwagen-Wertung nach drei von acht Rennen an und ist 2023 bei seiner letzten Teilnahme (2024 gab es in Anzère kein Rennen) eine 1:40er-Zeit gefahren. Auch Hermann Bollhalder und sein Opel Speedster gehören zu den Kandidaten auf ein Spitzenergebnis. Der Wattwiler war im Vorjahr zweitschnellster Tourenwagenfahrer hinter dem nach wie vor abwesenden Simon Wüthrich: auch er liess sich eine 1:40er-Zeit notieren.
Und dann ist da noch Ludovic Monnier. Der gebürtige Waadtländer, der in Monthey (VS) lebt, kommt mit seinem von Danny Krieg übernommenen VW Golf Rally immer besser in Fahrt. Krieg fuhr im Vorjahr eine persönliche Bestzeit von 1:41,2 min. Diese Zeit würde Monnier gerne unterbieten. Gelingt ihm das, ist auch er ein heisser Anwärter auf einen Spitzenplatz. Ob’s ganz nach vorne reicht, wird sich zeigen. Vieles hängt von der Zuverlässigkeit des Mitsubishis von Schnellmann ab.
Spannend ist auch die Ausgangslage im Schweizer Berg-Pokal. Auch dort liegt Monnier vorne – allerdings punktgleich mit Stephan Burri (VW Scirocco), Andreas Helm (VW Polo) und Thomas Zürcher (Renault Clio). Auch bei den Junioren ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Beim vorletzten Lauf (nach Anzère zählt nur noch Oberhallau zur Junioren-Meisterschaft) führt Alessandro Grispino (Renault Clio) fünf respektive 20 Punkte vor den beiden BMW-E30-Piloten Steven Chiquita und Hugo Mascaro. Bester Formelpilot ist zurzeit Anthony Gurba – dicht gefolgt von Ursanne Salomon, der in Anzère (unabhängig vom Junioren-Championat) nicht nur Lokalmatador Lionel Ryter im Formel Renault, sondern auch seinen Mentor Roland Bossy im Formel-3-Tatuus herausfordern möchte.
Zur Strecke: Die Strecke von Ayent nach Anzère misst 3,5 Kilometer und ist damit gleich lang wie die von La Roche nach La Berra. Nur die Strecken am Gurnigel und in Les Rangiers sind im aktuellen Kalender länger. Insgesamt müssen 319 Höhenmeter zurückgelegt werden, die durchschnittliche Steigung beträgt 9,1 Prozent. Die Bestmarke in Anzère stammt aus dem Vorjahr und wurde von Robin Faustini in 1:22,61 min (= 152,524 km/h) mit seinem Nova-Emap NP01 aufgestellt. Die schnellste je gefahrene Tourenwagenzeit geht auf das Konto von Reto Meisel mit seinem Mercedes SLK 340 in 1:34,86 min.
Der Auftakt in Anzère erfolgt am Samstag, 25. Juli, ab 7.15 Uhr mit den ersten Trainings. Insgesamt stehen drei Trainingsläufe auf der Agenda; der letzte startet um 17 Uhr. Auch am Sonntag stehen drei Läufe (ab 7.15 Uhr) auf dem Programm. Die beiden besten Laufzeiten werden am Ende addiert.
Mehr über das Bergrennen in Anzère, das auch Teil zur Schweizer Junior-Meisterschaft ist, erfahren Sie unter https://www.ayent-anzere.ch/
Termine Schweizer Berg-Meisterschaft 2026
6./7. Juni, Hemberg*
13./14. Juni, La Roche – La Berra*
28. Juni, Reitnau
25./26. Juli, Ayent – Anzère*
14.-16. August, St.Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau*
12./13. September, Gurnigel
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots
Anm.: Die mit Sternen versehenen Rennen zählen zur Schweizer Junior-Meisterschaft.
Die Schweizer Rallye-Meisterschaft wird 2026 aus nur vier Veranstaltungen bestehen. Die abgesagte Rallye Bourgogne Côte Chalonnaise wird nicht ersetzt.
Nach der Absage der Rallye Bourgogne Côte Chalonnaise (ursprünglich für den 10./11. Juli 2026 geplant, siehe Link) hat sich das Komitee Rallye umgehend daran gemacht, einen Ersatzlauf zu finden. Es wurden mehrere Optionen geprüft, die jedoch alle aus Gründen des Termins, der Entfernungen und/oder der Art der Rallye verworfen werden mussten.
Das Komitee schlug der Nationalen Sport-Kommission (NSK) deshalb vor, den folgenden Kalender 2026 für die Schweizer Rallye-Meisterschaft, den Schweizer Rallye-Pokal und den Coupe Suisse des Rallyes Historiques VHC (ohne Streichergebnis) zu genehmigen:
27./28. März, Critérium Jurassien
28.–30. Mai, Rallye du Chablais
18./19. September, Rally del Ticino (ohne VHRS)
29.–31. Oktober, Rallye du Valais
Was den Schweizer Cup für historische Rallyes mit sportlicher Gleichmäßigkeitsprüfung (VHRS) betrifft, werden derzeit mehrere Optionen geprüft, und das Komitee Rallye wird der NSK zu gegebener Zeit einen Vorschlag unterbreiten.
Beim siebten Lauf zur Berg-EM in Polen konnte Reto Meisel seine Tabellenführung erfolgreich verteidigen, obwohl seine langanhaltende Siegesserie abriss. Um seine Chancen zu wahren, lieh er sich einen Mitsubishi Evo aus.
Die 5493 Meter lange Strecke von Limanowa ist für seinen rutschigen Belag bekannt. Aus diesem Grund wechselte Reto Meisel vom gewohnten Mercedes SLK 340 auf einen von einem polnischen Team geliehenen Mitsubishi Lancer Evo mit Allradantrieb und um die 1000 Turbo-PS unter der Haube. Keine Frage, dass auch ein erfahrener schneller Mann wie Meisel gewisse Zeit benötigte, um sich an dieses Flügelmonster zu gewöhnen. Zudem war die Strecke an beiden Renntagen feucht und erst im zweiten Rennlauf wirklich trocken. Mit der zweitbesten Zeit aller Tourenwagen verbesserte sich der Aargauer so noch auf den dritten Gesamtrang hinter zwei Polen und den zweiten Platz in der Gruppe 1.
«Das war schon komplett etwas anderes», gab Meisel zu. «Nach 21 Jahren mit V8-Motoren und Heckantrieb war diese Umstellung alles andere als einfach. Schon geil, vor allem der Start mit Launch Control. Ich denke nicht, dass ich unter diesen Bedingungen mit dem SLK den zweiten Platz erreicht hätte. Diese Erfahrung war es wert, und ich sehe schon 1000 Dinge, die man an dem Monster noch verbessern kann.» Für das Heimrennen im Jura wird Meisel in seinen bewährten Eigenbau zurückkehren, danach schaue er weiter. In der Gruppe 1, der Königsklasse der Kategorie 1, führt Meisel das Zwischenklassement praktisch uneinholbar an, auch in der Performancewertung nach SCRATCH liegt der Schweizer klar voraus. Nur in der EM-Gesamtwertung über alle Gruppen ist ihm der Kroate Matija Jurisic nach dessen vierten Saisonsieg auf einem Peugeot 308 TCR bis auf vier Punkte nahegekommen.
Den Gesamtsieg holte der Spanier Joseba Iraola Lanzacortavor dem Tschechen Petr Trnka und dem Franzosen Kevin Petit (alle Nova Proto NP01 Emap Turbo). Der zunächst überraschend führende Deutsche Alexander Hin (Nova ProtoNP01 Mader-Cosworth V8) schied im zweiten Rennlauf nach Leitplankenkontakt aus. Sein Teamchef und EM-Leader Christian Merli blieb dem Rennen aus privaten Gründen fern.
Eine Schweizer Erfolgsmeldung gibt es auch aus Frankreich. Beim französischen Bergmeisterschaftslauf in Dunières feierte Guillaume Mathez einen weiteren Klassensieg in der Gruppe VHC. Mit seinem Peugeot 309 GTI liess er vier Klassengegner in der Gruppe A klar hinter sich und war dabei sechstbester VHC-Tourenwagenpilot überhaupt.
Text: Peter Wyss
Podestplätze und Siege von Schweizer Piloten im GT3-Rennsport sind an der Tagesordnung. Am Wochenende feierten Ricardo Feller in Misano und Alex Fontana in Le Castellet weitere Erfolge.
Ricardo Feller bleibt im Rennen um die GT-World-Challenge-Krone 2026. Beim zweiten Sprint-Wochenende in Misano (ITA) sicherte sich der gebürtige Aargauer, der inzwischen am Bodensee lebt, mit Rang 2 im ersten Rennen einen weiteren Podestplatz. Im zweiten Durchgang belegte der Porsche-Pilot mit seinem dänischen Teamkollegen Bastian Buus Rang 20. In der Meisterschaft liegt Feller auf Rang 3. Die neuen Spitzenreiter heissen Kelvin van der Linde/Charles Weerts, die in Misano gleich beide Rennen gewannen. Für Patric Niederhauser (Lamborghini) endeten die Rennen in Italien auf den Plätzen 11 und 26. Das Duo Ben Green/Thierry Vermeulen landete als bestes Emil-Frey-Duo auf den Rängen 4 und 5. Felix Hirsiger (Ferrari) belegte im Silber-Cup die Plätze 8 und 6.
Grund zum Jubeln gab es auch für Alex Fontana. Der Tessiner sicherte sich beim fünften Lauf zur GT Open in Le Castellet (FRA) bereits seinen dritten Saisonsieg. Auch im zweiten Lauf stand Fontana als Dritter auf dem Podium. Mit einem Rennen weniger liegt der Porsche-Pilot aus dem Team ZRS Motorsport auf dem dritten Zwischenrang. Der Rückstand auf die Spitze beträgt 22 Punkte – Fontanas Chancen auf den Titel sind also absolut intakt. Auch das Mercedes-Duo Yannick Mettler/Dexter Müller stand einmal mehr auf dem Podium – diesmal auf Platz 3 im zweiten Rennen der ProAM-Wertung. In derselben Klasse belegte Alexander Fach jr. beim Rennen in Südfrankreich die Plätze 4 und 6.
Das aus drei Rennwochenenden bestehende Euro-4-Championship hat am Wochenende sein zweites Rennen in Le Castellet absolviert. Mit dabei auch die beiden Schweizer Florentin Hattemer (Trident) und Georgiy Zasov (Prema). Hattemer belegte die Plätze 18, 10 und 15 und sicherte sich so seine ersten Punkte. Zasov blieb auf seinen zwei Punkten, die er beim ersten Rennen in Vallelunga holte sitzen und musste sich mit den Rängen 24, 26 und 22 zufrieden geben.
LKM zählt in der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft zu den Teams, die ganz vorne mitfahren. An Erfahrung mangelt es Teamchef Michaël Hyvernaud nicht. Seit 40 Jahren ist er im Kartsport daheim.
Wer sein eigenes Kart-Team gründet und im zweiten Jahr schon die französische Kart-Meisterschaft gewinnt, der hat definitiv etwas auf dem Kasten. Michaël Hyvernaud (48) ist das mit seiner Mannschaft LKM Racing 2018 gelungen. Der gebürtige Franzose, der seit 16 Jahren in der Schweiz lebt, hatte 2017 bei Null angefangen. Erfahrung hatte er zuvor schon reichlich gesammelt – sei es als Fahrer (Hyvernaud schaffte es in Frankreich sogar zum Werksfahrer), Mechaniker oder Coach. «Ursprünglich wollte ich Motocross-Fahrer werden», sagt der LKM-Chef. «Aber meine Eltern machten sich Sorgen um meine Gesundheit – vor allem um Verletzungen an der Wirbelsäule. Also haben sie mir ein Kart gekauft.»
Nicht nur in Frankreich, auch in der Schweiz war Hyvernaud auf Anhieb erfolgreich. Mit Kilian Streit, der 2022 Schweizer Kart-Meister wurde, gewann LKM im ersten Jahr die VEGA Trofeo in der X30. Einen Erfolg, den man 2022 mit Valentin Senes, 2024 mit Nathan Jolliet und 2025 mit Alexis Genolet wiederholen konnte. Genolet fährt auch dieses Jahr für LKM. Neben der Schweizer Meisterschaft bestreitet der Genfer zahlreiche internationale Rennen als LKM-Pilot. Mitunter vertritt er die Schweiz auch in der FIA Academy Trophy. Hyvernaud hält grosse Stücke auf ihn. «Alexis ist nicht nur einer der besten Nachwuchsfahrer der Schweiz, er ist auch Teil der Familie.»
Bis vor Kurzem hat Hyvernaud neben seinem Kart-Team noch 80 Prozent gearbeitet, um den Rennstall überhaupt finanzieren zu können. Inzwischen ist er vollzeit-beschäftigt. Der Zwei-Mann-Betrieb (mit Mechaniker Romain) operiert aus dem Fribourgischen Saint-Auby. Dort werden nicht nur die Chassis vorbereitet, «ich kümmre mich auch selber um die Motoren», so Hyvernaud. Wobei er betont, dass er sich alles selber beigebracht hat. «Der Kartsport ist ein Self-Made-Business. Du testest etwas, es geht kaputt, du machst es nochmal, beim zweiten Mal etwas anders – und dabei lernst du, warum Dinge funktionieren oder eben nicht.»
Dem Zufall überlässt Hyvernaud nichts. Der drahtige Franzose, der von seiner Figur her problemlos auch Marathonläufer sein könnte, gilt als akribischer Arbeiter. Nur einmal, als er den Firmennamen ins Handelsregister eintragen liess, kam er ins Grübeln. «Ich hatte keine Ahnung, wie meine Firma heissen sollte», lacht Hyvernaud. «Ganz spontan fiel mir die Abkürzung LKM ein – für Li Karting Motors, dem Vorname meines Sohnes…»
Zur Info: Dieser Text wurde bereits im Programmheft der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft in 7 Laghi veröffentlicht.
Es könnte das Comeback des Jahres werden! Wenn alles klappt, wird Eric Berguerand (47) am 25./26. Juli beim Bergrennen von Ayent nach Anzère mit seinem schwarzen Lola FA99 endlich wieder am Start stehen.
Eric Berguerand kommt wie angekündigt zurück. Bei seinem Heimrennen von Ayent nach Anzère will der 47-jährige Walliser am letzten Juli-Wochenende sein Comeback in der Schweizer Berg-Meisterschaft geben. Nach 1049 Tagen kehrt damit der schwarze Lola FA99 zurück – sehr zur Freude der Fans. Berguerand hat schon mehr als einen Anlauf genommen, um nochmals am Berg Gas geben zu können. Doch sein Cosworth-Motor hat ihn immer wieder im Stich gelassen. «Ich habe ihn eingebaut, wieder ausgebaut, zum Tuner gebracht – immer dasselbe Spiel. Beim letzten Versuch hat er endlich funktioniert.» Noch ist Berguerands Start nicht zu 100% in Stein gemeisselt. «Ich werde Anfang nächster Woche noch ein Roll-Out machen», sagt Berguerand. «Dann wird sich zeigen, ob ich in Anzère tatsächlich am Start stehe oder nicht.»
Berguerands letzter Einsatz in der Schweizer Berg-Meisterschaft geht auf das Bergrennen am Gurnigel von 2023 zurück. Damals hatte ihn der erst gerade frisch revidierte V8 nach den beiden ersten Läufen im Stich gelassen. «Der Motor hatte damals schon im Training komische Geräusche von sich gegeben», erzählt Berguerand. Bei einer genaueren Analyse stellte sich heraus, dass es ein Problem an den Kolben gab. «Ich verlor Öl und hatte kaum mehr Leistung.»
Nachdem er Marcel Steiner zu dessen sechstem Berg-Titel gratuliert hatte, packte Berguerand damals seine sieben Sachen zusammen. Seither ist die «Black Mamba» nicht mehr zum Einsatz gekommen. Am 25./26. Juli soll das mit zahlreichen Formel-1-Teilen aufgemotzte Formel-3000-Auto endlich wieder am Start stehen. «Ich bin da, um Spass zu haben», betont der siebenmalige Schweizer Berg-Meister Berguerand. «Wenn ich sehe, was die Konkurrenz mit den Turbo-Motoren für Zeiten fährt, will ich mir gar keinen Druck machen.»
Dass Berguerand niemandem mehr etwas beweisen muss, ist klar. Trotzdem (und immer vorausgesetzt das Roll-Out verläuft positiv) sind wir wohl alle gespannt wie ein Flitzebogen, welche Zeiten der Routinier fahren kann. 2023 hat er bei seinem letzten Anzère-Ritt eine 1:24,876 min in den Asphalt gestanzt. Im Vorjahr fuhr Robin Faustini mit seinem Nova Proto in 1:22,616 min einen neuen Streckenrekord bei der Walliser Traditionsveranstaltung. Diese freut sich jetzt schon über den prominenten Rückkehrer. Aber eben: Noch ist nicht aller Tage Abend.
Mehr zum Bergrennen von Ayent nach Anzère erfahren Sie nächste Woche auf motorsport.ch.
Victor Darbellay hat beim Bergrennen La Broque (FRA) erneut seine Klasse unter Beweis gestellt. Nur Lokalmatador Kevin Petit war schneller als der Walliser.
Die kurze Sommerpause bis zum nächsten SM-Lauf am 25./26. Juli in Anzère nutzten ein paar Schweizer mit der Teilnahme am Bergrennen La Broque westlich zwischen Colmar und Strassburg im grenznahen Elsass. Das zum Championnat de France de la Montagne 2ème Division zählende Rennen dominierte Lokalmatador Kevin Petit mit seinem Nova Proto NP01 Emap Turbo, mit dem er ansonsten in der Berg-EM an den Start geht.
Zweitschnellster Mann an den beiden Renntagen, an denen die beste Zeit aus drei Läufen zählte, war Victor Darbellay mit seinem Nova Proto NP01 mit Hartley-Turbomotor. Mit Bestzeiten von knapp unter einer Minute verlor der Walliser in seinem besten Lauf am Samstag nur 1,34 und am Sonntag 1,69 Sekunden auf Petit. Gesamtdritter wurde der oft beim Schweizer EM-Lauf in Saint-Ursanne startende Samy Guth im Nova Proto NP01 Mugen V8. Der Jurassier Roland Bossy startete mit seinem Tatuus F318 T nur am Samstag und belegte als Klassenzweiter den zehnten Gesamtrang unter 74 Teilnehmern.
In der separaten Trophée des Nations (17 Fahrer) holte Hervé Villoz im Dallara F302 hinter drei Sportwagen den vierten Platz, Alain Mathey war als Zehnter im Opel Kadett der Viertschnellste in der Gruppe E1.
Text: Peter Wyss
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