Dass Reto Meisel auf der internationale Bühne Berg-Erfolge feiert, kennen wir. Was aber Victor Darbellay am Wochenende in Vallecamonica schaffte, ist wahrlich eine Sensation!
Was für grossartige Auslanderfolge für Schweizer Bergrennfahrer! In Portugal errang Reto Meisel bei der Rampa da Falperra in Braga sieben Tage nach Spanien seinen zweiten Saisonsieg. In beiden Rennläufen verbesserte der Aargauer im Mercedes SLK340 seinen eigenen Tourenwagenrekord von 2019 deutlich von 2:04,715 auf nun 2:01,919 min.
Schneller als Meisel waren nur die fünf Sportwagenpiloten aus der Klasse P1. Der Tagessieg ging an den Spanier Joseba Iraola 0,26 sec vor Petr Trinka (im eiligst reparierten Nova nach dem unverschuldeten Unfall in Fito) und 0,32 sec vor Christian Merli. Alexander Hin musste sich mit Respektabstand von über sechs Sekunden nur knapp dem mit Problemen hadernden Kevin Petit geschlagen geben.
Den Vogel schoss jedoch ein anderer Schweizer in Italien ab. Beim Auftakt zur Super Salita in Vallecamonica auf der 8,5 km Strecke von Malegno nach Borno war nur Multichampion Simone Faggioli im Nova Proto V8 schneller als Victor Darbellay – und dies mit einem 1170er-Turbomotor inmitten einer Horde der stärksten Italiener. Man darf ruhig von einer Sensation sprechen. Den Grundstein legte er im ersten Lauf mit der zweitbesten Zeit. Obwohl im allgemein etwas langsameren zweiten Rennlauf vier Leute schneller waren als Darbellay, reichte es bei seinem vierten Start hier zum überraschenden zweiten Gesamtrang.
Keine Frage, dass ihm dies Bewunderung von allen Seiten eintrug. «Ich kann es kaum glauben», strahlte Darbellay. «In Italien Zweiter zu werden hinter Faggioli ist wie ein Sieg. Ja, dies ist mein bisher grösster Erfolg.» Kleine Randnotiz: 1989 war Papa Philippe Darbellay mit einem Lucchini-BMW der erste Nicht-Italiener überhaupt, der es in die Top 5 des seit 1964 zum 55. Mal ausgetragenen und mehrmals zur EM zählenden Rennens (zuletzt 2024) in die Top 5 geschafft hatte. Bravo! Die Jurassier Jean-Jacques Maitre (2. Klasse-2000 hinter Darbellay) und Fabien Bouduban belegten bei den Rennsportwagen die Ränge 23 und 24.
Text: Peter Wyss
In der Schweizer Slalom-Meisterschaft hat Christian Bralla in Bure mit seinem sechsten Klassensieg im sechsten Rennen einen grossen Schritt in Richtung Titelgewinn gemacht. Der Tagessieg ging zum ersten Mal überhaupt an Ursanne Salomon im Formel-3-Dallara.
Roland Bossy darf stolz sein. Vor den Augen des ehemaligen Besitzers hat Ursanne Salomon mit seinem frisch erworbenen Formel-3-Dallara bei seinem Heimrennen in Bure (JU) am gestrigen Sonntag seinen ersten Tagessieg erzielt. Und das in seinem erst achten Slalom. Salomon hat 2025 in Bière sein Debüt gegeben. Dieses Jahr hat er sich auf die Slaloms konzentriert, die auch zur Schweizer Junioren-Meisterschaft zählen. Soll heissen: Frauenfeld, Ambri 1 und 2 sowie eben Bure. Nach dem ersten Durchgang lag der Jurassier mit einer Zeit von 2:34,528 min in Führung. Im zweiten Lauf steigerte er sich um fast fünf Sekunden und stanzte mit 2:29,741 min die Tagesbestzeit in den holprigen Belag auf dem Armeegelände in Bure. «Ich wende seit Beginn dieses Jahres eine bestimmte Technik an: Im ersten Lauf fahre ich ruhig, um mir die Punkte in der Junioren-Meisterschaft zu sichern, und im zweiten Lauf lasse ich dann die Zügel schleifen, wenn ich nichts mehr zu verlieren habe.»
Mit dieser Taktik bezwang er in Bure auch Lionel Ryter, der in dieser Saison schon drei Slaloms gewonnen hat. Dem Junioren-Meister von 2025 lief es nicht nach Plan. Schon vor dem Wochenende hatte er Ärger mit seinem Motor. Genauer gesagt mit den Einspritzdüsen seines Triebwerks. «Zum Glück hat das mein Motorentuner RPM unter der Woche lösen können», sagt Ryter. Im ersten Lauf erwischte der Walliser dann auf der langen Waldgeraden eine Pylone. «Ich hatte mitten auf dem Visier ein totes Insekt. Als ich es versuchte von Hand weg zu machen, wurde die Sicht noch schlimmer und ich erwischte ein Hütchen. Im zweiten Lauf hat man dann, gerade als ich angebraust kam, eine Pylone, die von jemandem vor mir umgefahren wurde, wieder aufgestellt. Logisch, dass ich in dem Moment verlangsamen musste.» Weil Ryter seinen Formel Renault danach nicht in den Parc fermé stellte, wurde er disqualifiziert.
Hinter Salomon sicherten sich gleich drei weitere Piloten aus der Ecurie des Ordons, dem Veranstalter des Slaloms in Bure, die Plätze 2 bis 4 – angefangen mit Jimmy Froidevaux auf seinem Norma M20. Platz 3 ging an Joffrey Salomon, den älteren Bruder von Ursanne. Vierter wurde mit nur zwei Zehntelsekunden Rückstand aufs Podium Anthony Gurba (beide auf einem Formel Renault 2.0). Auch die Plätze 5 und 6 gingen an zwei junge Formel-Piloten: Samuel Métroz liess es als Fünfter mit seinem kleinen Formel Arcobaleno wieder einmal gehörig fliegen. Sechster wurde Nolan Vuilleumier auf seinem ebenfalls frisch erworbenen Formel Renault.
Bester Tourenwagenpilot – und damit kommen wir zur Meisterschafts-Vorentscheidung – war in Bure Christian Bralla auf seinem Fiat X1/9. Der Tessiner lag nach dem ersten Durchgang in 2:50,541 min mehr als zwei Sekunden hinter Ludovic Monnier, seinem direkten Klassengegner in der E1 bis 2 Liter, zurück. Dass der 48-Jährige aus Vaglio aber ein verdienter Slalom-Meister wäre, bewies er im zweiten Lauf. In 2:46,660 min fuhr er nicht nur die schnellste Tourenwagenzeit am gestrigen Sonntag, Bralla war im Vergleich zu seinem ersten Durchgang auch fast vier (!) Sekunden schneller. «Ich hatte für den zweiten Lauf die Stossdämpfer verstellt und neue Reifen aufgezogen», meint Bralla. «Trotzdem war es ein hartes Stück Arbeit. Ludovic ist sehr gut gefahren und ich musste mein Bestes geben.» Für Bralla, der nach sechs Siegen mit dem Punktemaximum vom Leaderthron grüsst, steht nun auch definitiv fest: «Ja, ich werde nach Chamblon kommen – und auch dort versuchen, zu gewinnen.» Monnier unterstrich in seinem schneeweissen VW Golf mit Platz 2 insgesamt und in seiner Klasse seinen Aufwärtstrend. «Ich komme mit dem Ex-Auto von Danny Krieg immer besser zurecht. Leider habe ich im zweiten Lauf ein Tor ausgelassen.» Ohne dieses Malheur wäre es sicher sehr spannend geworden. Monniers Zeit, die wegen des Torfehlers gestrichen wurde, betrug 2:45,5 min…
Platz 3 bei den Tourenwagen und damit bester Interswiss-Pilot war Lokalmatador Arnaud Donzé. Auch für ihn war es kein leichtes Rennen. Vor dem Start zum ersten Lauf ist ihm an seinem VW Golf die Drosselklappenwelle kaputt gegangen. Donzé hatte also nur einen Lauf, um sich gegen Dauerrivale Stephan Burri im VW Scirocco zu behaupten. Doch auch dieser erwischte in Bure nicht sein bestes Wochenende. Auch er hatte nach dem ersten Lauf und dem Auslassen eines Tores einen Nuller stehen. Im zweiten Heat verpasste er Donzés Bestzeit um 1,2 Sekunden, war damit aber immer noch schneller als die beiden besten Porsches von Christoph Zwahlen (Gesamt-12.) und Pierre Mürner (13.). Für Porsche-Pilot Matthias Bischofberger war schon nach dem ersten Trainingslauf Feierabend. Der junge Thurgauer musste mit einem Schaden am Differenzial frühzeitig aufladen. Nicht gewertet wurde auch «Speedmaster». Bei seinem ersten Auftritt (in der Schweiz) mit dem von Romeo Nüssli erworbenen Ford Escort Cosworth stellte auch der Berner sein Fahrzeug am Ende nicht im Parc fermé ab. «Mir ging es darum, das Auto für die bevorstehende Bergsaison vorzubereiten», sagt «Speedmaster». «Bure war also quasi ein Funktionstest.» Die Zeit im ersten Lauf hätte sich sehen lassen können: 2:46,2 min. «Aber man hat mir eine Pylone aufgeschrieben. Wo ich diese getroffen habe, weiss ich nicht. Ist auch egal: Ich habe an der Übersetzung arbeiten können und hatte Spass mit dem neuen Auto, das sich im Vergleich mit dem Ianniello-Lancia sehr viel loyaler und agiler benimmt.»
Einen Dämpfer im Kampf um das Gesamtpodium erlitt in Bure Christophe Maréchal. Im ersten Lauf drehte sich der BMW-Kutscher nach der Zielkurve, im zweiten Durchgang erhielt er eine Strafe wegen einer umgeworfenen Pylone. Mit Blick auf das Saisonfinale in Chamblon am 21. Juni bedeutet das: Hinter Bralla können sich noch mehrere Fahrer Hoffnungen auf einen Platz auf dem Podium machen. Stand heute liegt Christophe Oulevay nach einem neuerlichen Klassensieg auf Platz 2, Vorjahres-Champion Alessandro Grispino ist Dritter, Maréchal Vierter und Samuel Weibel, Vorjahresdritter, ist Fünfter.
Im Suzuki Swiss Racing Cup, der am Samstag ausgetragen wurde, setzte sich Reto Steiner durch. Für einmal waren es nicht Hundertstel- oder Tausendstelsekunden, die über Sieg und Niederlage entschieden. Mit 0,8 Sekunden Vorsprung fuhr Steiner den bisher grössten Vorsprung in dieser Saison hinaus. Platz 2 ging an Vorjahresmeister Rico Thomann, Dritter wurde Michaël Béring. Schnellster LOC-Pilot war mit Abstand Pierre Mürner auf seinem Porsche GT3 992.2 – vor den beiden BMW-Piloten Julien Roulet und Roger Büeler, die ebenfalls Zeiten unter drei Minuten fuhren.
Alle Klassensieger von Bure im Überblick: Samuel Weibel (Subaru BRZ, SuperSérie bis 2000 cm3), Emeric Betticher (Toyota Yris GR, SuperSérie über 2000 cm3), Pierre Mürner (Porsche 992 GT3, SuperSérie Compétition bis 4000 cm3), Hanspeter Thöni (Peugeot 106, PSA Transition Trophy Gr. N), Max Langenegger (Peugeot 208, PSA Transition Trophy Gr. Rally4), Ramon Hänggi (PSA Transition Trophy Gr. A), Alain Terrier (Skoda Fabia, A/ISA/R2 bis 2000 cm3), Mathias Guélat (Citroën Saxo, E1 bis 1600 cm3), Christian Bralla (Fiat X1/9, E1 bis 2000 cm3), Steven Chiquita (BMW E30, E1 bis 2500 cm3), Mickaël Ducommun (Peugeot 308 Cup, E1 bis 3000 cm3), Vanessa Zenklusen (Subaru Impreza Type R, E1 bis 3500 cm3), Christoph Zwahlen (Porsche 911, E1 über 3500 cm3), Mario Schöpfer (VW Golf, IS bis 1400 cm3), Christophe Oulevay (VW Scirocco, IS bis 1600 cm3), Arnaud Donzé (VW Golf, IS bis 2000 cm3), Rolf Burri (Opel Kadett C, IS über 2000 cm3), Arnaud Biaggi (Opel Kadett C GT/E, Historic bis 2000 cm3), Michaël Rollat (Spire GT3, E2-SC bis 1400 cm3), Jimmy Froidevaux (Norma M20, E2-SC bis 2000 cm3), Samuel Métroz (Formel Arcobaleno, E2-SS bis 1400 cm3), Ursanne Salomon (Dallara F3, E2-SS bis 2000 cm3).
Und so geht es weiter:
20./21. Juni, Chamblon
Ein Update zur Junioren-Meisterschaft folgt im Laufe der Woche.
Zahlreiche Schweizer Rennfahrer und Rennfahrerinnen nehmen regelmässig auch an historischen Rennen im Ausland teil. So zum Beispiel bei den Legends of Le Mans oder dem Jim Clark Revival – beide Veranstaltungen fanden am vergangenen Wochenende statt.
Die Anzahl der historischen Rennen, die international von Bedeutung sind, nimmt – gefühlt – Jahr für Jahr zu. Da wir auf motorsport.ch nicht über jede «Meisterschaft» berichten können, picken wir an dieser Stelle das vergangene Wochenende heraus. Gleich an zwei geschichtsträchtigen Orten wurde historischer Motorsport der Extraklasse geboten. In Spa waren am Rahmen der Langstrecken-WM die Legens of Le Mans unterwegs. Mit Michel Frey, dem Vater von Enea Frey, und Marcel Aebi sind dort zwei Schweizer unterwegs. Und das erfolgreich. Frey hat im ersten der beiden Rennen auf einem Lola B07/18 von 2007 den zweiten Platz belegt. Im zweiten Rennen hatte Frey gar Chancen auf den Sieg, drehte sich jedoch. Nach einer grossartigen Aufholjagd belegte er noch den sechsten Platz in der Gesamtwertung sowie den dritten Platz in der LMP1-Wertung. Teamkollege Aebi, Vierter im ersten Lauf, war beim zweiten Durchgang nicht am Start. Die Legends of Le Mans tragen insgesamt vier Rennen aus. Spa war Durchgang 2; der Saisonhöhepunkt findet dann vom 2.-5. Juli bei der Le Mans Classic statt.
Auch in Hockenheim war am vergangenen Wochenende Action angesagt. Die «ADAC Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival» hielt auch bei ihrer 21. Auflage alles, was sich Rennsportfans von einer der bedeutendsten Classic-Veranstaltungen Europas versprochen haben. Bei bestem Frühlingswetter strömten rund 46’000 Besucher an den drei Veranstaltungstagen zum Hockenheimring Baden-Württemberg, um sich dem Zauber vergangener Rennsporttage hinzugeben. Mehr als 500 Teilnehmende boten Classic-Rennsport der Extraklasse. Darunter auch einige Schweizer. So zum Beispiel Thomas Zeltner, der in einem Rennen der BossGP Zweiter wurde. Oder Michael Kammermann, der auf seinem BMW M1 Procar im DRM Revival im ersten Rennen Platz 2 hinter Peter Mücke belegte und in der «Golden Ära» Platz 5 im BMW E36 STW erzielte. Im Golden Ära Classic Cup gab es im zweiten Rennen sogar ein rein schweizerisches Podest: mit Sieger Thomas Zellweger vor Marcel Müller und Sandro Morros (alle auf Porsche). Morrros’ Teamkollege Jannis Jeremias war tags zuvor in seinem Porsche 911 GT3 Cup bereits Zweiter geworden.
Am kommenden Wochenende (16./17. Mai) findet in der Bure (JU) der vorletzte Lauf zur Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026 statt. Die besten Karten mit Blick auf den Titel hat der Tessiner Christian Bralla. In trockenen Tüchern ist die Angelegenheit aber noch nicht.
Bei allen bisherigen Slaloms in dieser Saison war Christian Bralla (48) in der E1 bis 2 Liter Klassenbester. Zwei Mal (am Sonntag in Bière und am Samstag in Ambri) war er gar der schnellste Tourenwagenpilot. Holt er in Bure und in Chamblon nochmals je einen «Zwanziger», ist ihm sein erster Slalom-Titel zu 99,9 Prozent nicht mehr zu nehmen. Doch Bralla hat nicht nur gute Erinnerungen an die mit 5,3 Kilometer längste Slalom-Strecke im Schweizer Kalender. 2023 bei seinem ersten Rennen in Bure wurde Bralla nach Torfehlern in beiden Läufen nur Siebter. Besser lief es ihm 2024. In 2:45,7 min stellte Bralla die Tagesbestzeit bei den Tourenwagen auf. Im Vorjahr verzichtete der Fahrer des Fiat X1/9 auf das Rennen im Jura. Man darf also gespannt sein, wie es ihm diesmal läuft.
Ebenfalls mit dem Punktemaximum reist Vorjahresmeister Alessandro Grispino an. Allerdings fährt der 25-jährige Schwyzer nicht wie bisher in der Gruppe A/ISA/R2/R3, sondern in der Interswiss bis 2 Liter. «Ich fahre in Bure mit dem grauen Renault Clio, den ich im vergangenen Jahr in Hemberg und Oberhallau eingesetzt habe», erklärt Grispino. «Diese Entscheidung habe ich unabhängig von der Meisterschaft gefällt, weil ich noch ein paar Bergrennen fahren möchte. Und das geht nur, wenn ich das Auto vorher teste.» Da in Grispinos eigentlicher Gruppe für Bure nur drei Teilnehmende eingeschrieben sind, hätte der Slalom-Champion von 2025 am Sonntag eh nur halbe Punkte machen können. Schneidet er in der IS bis 2 Liter besser als Rang 4 ab, könnte er vielleicht sogar noch mehr Zähler holen. Aber das wird bei der dortigen Konkurrenz a) schwer und b) «habe ich immer betont, dass ich nicht auf die Meisterschaft schaue».
Zurücklehnen kann sich Bralla aber dennoch nicht. Mit Christophe Maréchal lauert ein schneller BMW-Fahrer auf seine Chance. Der 33-Jährige Waadtländer hat nur fünf Punkte Rückstand auf das Führungsduo. Vier Mal war Maréchal in der E1 bis 3 Liter schon schnellster. Nur in Frauenfeld musste er sich mit Platz 2 hinter Hermann Bollhalder im Opel Speedster begnügen. Seinen stärksten Klassengegner Tom Huwiler hat Maréchal bisher im Griff. Dieser wird in Bure und in Chamblon auch fehlen. Gefahr droht aber von den etwas leistungsschwächeren BMW’s – allen voran von Steven Chiquita und Hugo Mascaro, die, wenn es um die Punkte geht, in derselben Division erfasst werden. Damit die beiden Junioren Maréchal ein Bein stellen könnten, müssten sie am Sonntag aber über sich hinauswachsen. Denn ausgerechnet in Bure ist Leistung gefragt. Und davon hat Maréchal zwischen 80 und 100 PS mehr. Im Gegenzug ist der BMW von ihm auch etwa um 80 bis 100 Kilogramm schwerer. Es wird also eine spannende Angelegenheit werden.
Zurück ins Rennen um einen Platz auf dem Gesamtpodium könnte sich am Wochenende auch Lionel Ryter bringen. In Abwesenheit von Rekordtagessieger Philip Egli ist er in Ambri zu zwei weiteren Tagessiegen gefahren. Und weil Egli auch in Bure fehlt, gilt Ryter als Favorit auf Platz 1 im SCRATCH. Wie man in Bure gewinnt – das weiss Ryter. Im Vorjahr siegte er dank einem sensationell starken zweiten Rennlauf. Die grösste Konkurrenz für Ryter dürfte wie schon in Ambri der Jurassier Ursanne Salomon sein. Für ihn ist die Strecke nicht neu. Und dennoch wird es für ihn nicht einfach werden, denn im Vorjahr war Salomon noch mit einem Formel Renault unterwegs. Diesmal fährt er mit seinem von Roland Bossy erworbenen Formel-3-Dallara.
Nochmals zurück zu den Tourenwagen: Da könnte es um den «Tagessieg» knapper werden. Neben Christian Bralla stehen mit Christoph Zwahlen (Porsche 911), Matthias Bischofberger (Porsche 997 GT3 Cup), Dino Wintsch (Porsche 911) und Martin Bürki alias «Speedmaster» im Ex-Nüssli-Ford-Escort-Cosworth vier weitere heisse Eisen am Start.
Der Trainingsbetrieb in Bure wird am Samstag ab 7.15 Uhr aufgenommen, wobei der erste Tag für die LOCalen Teilnehmenden (inkl. Suzuki Swiss Racing Cup) reserviert ist. Am Sonntag stehen dann ab 7.30 Uhr mehrheitlich die NATionalen Wettbewerbe an. Der erste Rennlauf beginnt um 13.30 Uhr. Die Siegerehrung ist um 19.00 Uhr geplant. Der Eintritt ist frei. Verpflegungsmöglichkeiten gibt es auf Platz.
Termine Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026
18./19. April, Frauenfeld
25. April, Bière 1
26. April, Bière 2
2. Mai, Ambri 1
3. Mai, Ambri 2
16./17. Mai, Bure
20./21. Juni, Chamblon
Nach jahrelangen Diskussionen ist es endlich soweit: Gemäss Bundesrat sind Rundstreckenrennen in der Schweiz ab dem 1. Juli 2026 unter bestimmten Auflagen wieder zugelassen.
2022 hat der Ständerat nach jahrelangem Hin und Her die Vorlage zur Überarbeitung des Strassenverkehrsgesetztes mit 27:15 Stimmen gutgeheissen. Nun, fast vier Jahre später, wurden auch die Detailregelungen in der Verkehrsregelverordnung angepasst. Das bedeutet: Gemäss Bundesrat sind Rundstreckenrennen in der Schweiz ab dem 1. Juli 2026 unter bestimmten Auflagen wieder zugelassen. Die entsprechende Bewilligungen liegen bei den Kantonen, welche insbesondere die Sicherheitsstandards sowie die Anforderungen des Umweltschutzes zu berücksichtigen haben.
Den ersten Versuch, das Rundstreckenverbot in der Schweiz aufzuheben, nahm im Jahr 2003 Alt-Nationalrat Ulrich Giezendanner. Seine parlamentarische Initiative scheiterte aber am Veto des Ständerats. Das Thema beschäftigte aber weiter. 2010 war es dann Alt-Nationalrat Walter Wobmann, der einen zweiten Anlauf. In der parlamentarischen Initiative «Aufhebung des Verbots von Rundstreckenrennen in der Schweiz» verlangte er, das Strassenverkehrsgesetz so anzupassen, dass das Verbot öffentlicher Rundstreckenrennen mit Motorfahrzeugen wieder erlaubt sei.
In seiner Begründung hielt Wobmann damals fest, dass sich sowohl die Sicherheitsmassnahmen im Allgemeinen wie auch die Technologie der Fahrzeuge massiv verbessert habe. Ausserdem fügte er an, dass das Verbot zur Folge habe, dass Schweizer Motorsportler für Trainings- und Rennzwecke jährlich Tausende Kilometer zurücklegen müssen, weil die Schweiz keine eigene Rundstrecke besitzt. Aber auch Kurse zur Förderung der Fahrzeugbeherrschung oder Testfahrten mit speziellen Auto- bzw. Motorradmodellen, welche sich nur auf einer vollwertigen Rennstrecke durchführen lassen, müssen im umliegenden Ausland durchgeführt werden. Dies sei, so Wobmann damals, neben der Diskriminierung einer Sportart und ihrer Zehntausenden von einheimischen Fans sowohl ökologisch wie auch volkwirtschaftlich ein Unsinn.
Zum geschichtlichen Hintergrund: Das Verbot für Rundstreckenrennen in der Schweiz ist nach dem schweren Le-Mans-Unfall 1955, bei dem 84 Menschen starben, in Kraft getreten. Für die Rennen der Formel E in Zürich 2018 und Bern 2019 wurden Sondergenehmigungen gesprochen. Auch andere Staaten hatten schon ähnliche Verbote in ihrer Verfassung. In Norwegen beispielsweise galt nach einem Unfall bei einer Rallye ein Verbot für selbige von 1972 bis 1984. Auch Israel kannte ein Verbot von Rundstreckenrennen. Allerdings erst in den 1990er-Jahren. Dieses ist 2011 gefallen. Und auch der Freistaat Preussen hatte 1929 nach schweren Unfällen ein Verbot eingeführt. Dieses wurde aber schon im Jahr darauf wieder gelockert.
Wie immer informieren wir Sie an dieser Stelle auch über die Schweizer Bergrennfahrer, die international im Einsatz standen: So zum Beispiel dieses Wochenende mit einem weitern Sieg von Reto Meisel in Spanien.
Reto Meisel errang mit seinem Mercedes SLK340 Judd beim zweiten Lauf zur Berg-EM in Spanien, der Subida al Fito, den Sieg in der Gruppe 1. EM-Auftaktsieger Ronnie Bratschi (er startet mit tschechischer Lizenz) schied im ersten Rennlauf auf stellenweise feuchter Bahn durch einen Unfall mit seinem Mitsubishi aus. Somit führt Meisel nach zwei EM-Läufen das Klassement in der EM-Gruppe 1 an, er ist auch am nächsten Sonntag auf seiner Lieblingsstrecke in Falperra in Portugal der Favorit auf den Sieg.
Schnellster Tourenwagenpilot in Spanien war der Einheimische Javier Villa auf einem BRC 110T, einer spanischen Konstruktion mit Alpine-Silhouette und Honda-Turbomotor, mit der er in der Gruppe 2 eingeteilt ist. Der Tagessieg ging wie in Österreich an Titelverteidiger Christian Merli auf einem Nova Proto NP01 mit Cosworth-V8-Saugmotor von Heini Mader aus Gland (VD). Der gleich motorisierte Deutsche Alexander Hin sorgte mit beherzter Fahrt im ersten Rennlauf für einen Doppelsieg des Südtiroler Teams. Wegen eines Unwetters am späteren Nachmittag wurde kein dritter Rennlauf mehr ausgetragen.
Text: Peter Wyss
Das vergangene Weekend stand ganz im Zeichen vom zweiten Podestplatz Raffaele Marciellos in der WEC. Aber es gab noch einen anderen grossen Schweizer Triumph zu feiern: im Kartsport – dank Alexis Genolet.
Für einmal fangen wir beim Weekend-Report mit dem Kartsport an. Und das hat seinen guten Grund. Der Genfer Alexis Genolet hat beim Saisonauftakt der FIA Academy Trophy in Valencia (ESP) bei den Senioren nicht nur sensationell die Pole-Position geholt und zwei der drei Vorläufe gewonnen, der Zweitplatzierte des Young Drivers Projekts von 2025 hat auch im Finale souverän mit einem Start-Ziel-Sieg triumphiert. Und das mit mehr als sechs Sekunden Vorsprung! «Ein fantastisches Wochenende, an dem einfach alles perfekt gepasst hat», meinte Genolet. «Ein riesiges Dankeschön an meine Familie, mein Team und alle, die mich unterstützen.» Um die Chancengleichheit zu wahren werden bei der FIA Academy Trophy die Motoren an einem Wochenende immer wieder unter den Fahrern getauscht. Vier Mal hat Genolet einen anderen Motor bekommen – am Speed und der Konstanz des jungen Genfers, der auch dieses Jahr Teil des YDP von Auto Sport Schweiz ist, hat das aber nichts geändert.
Parallel zur Academy wurde in Valencia auch ein Lauf zur FIA-Europameisterschaft ausgetragen. Bester Schweizer war in der Kat. OK Dan Allemann als Fünfter im Finale. Leider erhielt er nachträglich eine Strafe wegen Nichtbeachten der Tracklimits, was ihn auf Rang 15 zurückwarf. Bei den Junioren hielt Albert Tamm die Schweizer Flagge hoch. Leider bekam auch er eine Fünf-Sekunden-Strafe und wurde 18.
Kommen wir zu den Profis: Beim 6-Stunden-Klassiker der WEC in Spa-Francorchamps (BEL) haben nicht die starken Alpine und auch nicht Polesetter Peugeot gewonnen. Bei der Generalprobe zu den 24 Stunden von Le Mans sicherte sich BMW beim Heimspiel für das Einsatzteam WRT einen Doppelsieg – mit Raffaele Marciello auf Rang 2. Für Sébastien Buemi endete das Rennen nach dem Sieg in Imola auf einem enttäuschenden zehnten Rang, nachdem der Toyota mit der #8 eine Stunde vor Schluss zurückgefallen, weil sie kurz zuvor gestoppt hatte und alle anderen unter VSC reinkamen. Auch Louis Delétraz kämpfte im Cadillac gegen Rennende mit stumpfen Waffen und wurde Neunter. In der LMGT3 ging der Sieg an den mit Schweizer Lizenz fahrenden Marvin Kirchhöfer aus Luzern. Thomas Flohr wurde in derselben Klasse 15.
Auch beim Auftakt der italienischen Formel-4-Meisterschaft in Misano (ITA) gab es Schweizer Podestplätze. Zumindest bei den Rookies. Florentin Hattemer (Trident Racing) wurde in den Vorläufen zwei Mal Zweiter. Levi Arn (Jenzer Motorsport) war im zweiten Pre-Heat Dritter und im Finale Vierter. Der dritte Schweizer im Bunde, Georgiy Zasov, verpasste die Finalqualifikation. Einen super Job machte auch der Däne David Walther. Er fuhr im Finale für Maffi Racing auf Platz 3 im Gesamtklassement.
In der britischen Formel 4 gab es für Chiara Bättig beim zweiten Rennen in Brands Hatch (GBR) die Plätze 17, 20 und 6. Das erste Rennen musste Bättig nach einem technischen Defekt im Qualifying von ganz hinten in Angriff nehmen.
Zwei Podestplätze gab es auch für Kevin Gilardoni. Der vielen von der Rally del Ticino bekannte Bünder erzielte bei der Super Trofeo Lamborghini in Imola (ITA) die Plätze 2 und 3.
Die Geschäftsstelle von Auto Sport Schweiz wird in den kommenden Tagen wie folgt zu erreichen sein:
Mittwoch, 13.05.2026, bis 15.00 Uhr
Donnerstag, 14.05.2026, geschlossen
Freitag, 15.05.2026, geschlossen
Ab Montag, 18.05.2026 stehen wir Ihnen zu den üblichen Büroöffnungszeiten jederzeit gerne wieder zur Verfügung.
Auto Sport Schweiz
Die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft ist um einen im Motorsport sehr berühmten Namen reicher. Gestatten – Kimi Prost, Sohn von Nicolas Prost und Enkel von Formel-1-Legende Alain Prost.
Ob Fittipaldi, Schumacher, Räikkönen oder Prost – viele berühmte Namen im Motorsport leben weiter. Im letztgenannten Beispiel ist mit Kimi Prost bereits die dritte Generation am Fahren. Gerade mal zehn Jahre jung ist der Sohn von Nicolas Prost (44) respektive der Enkel des viermaligen Formel-1-Weltmeisters Alain Prost (71). Im Vorjahr verdiente er sich seine ersten Sporen in der VEGA Trofeo. In diesem Jahr bestreitet er erneut die VEGA und parallel dazu absolviert er die komplette Saison der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft. Und das bereits sehr erfolgreich: Nach den ersten beiden Rennen liegt Prost jr. bei den Super Minis auf dem dritten Zwischenrang.
Noch erfolgreicher war Kimi eine Woche nach dem Rennen der SM beim ersten Lauf zur IAME Series Italy wieder in Franciacorta. Dort hat der Spirit-Pilot seinen ersten internationalen Sieg errungen – ganz zum Stolz seines Vaters respektive Grossvaters. «Mein Vater ist zwar immer noch ziemlich distanziert», sagt Nico Prost, «aber er verfolgt das Geschehen aufmerksam, gibt Ratschläge und hat sich sehr gefreut, dass Kimi gewonnen hat.»
Angefangen hat Kimi Prost mit ca. vier Jahren auf der Kartbahn in Vuiteboeuf (VD). Damit hat er schon jetzt um ein Vielfaches mehr Erfahrung im Kartsport als sein Vater. Der ist nämlich – abgesehen von ein paar Rennen zur SM 1994 – kaum Kart gefahren, dafür aber als Spätzünder (mit 21 Jahren) nahezu direkt in den Formelsport eingestiegen. Dort hat Nico u.a. an der Seite von Sébastien Buemi in der Formel E gewonnen, war Klassensieger in Le Mans und hat es sogar zum Formel-1-Testfahrer geschafft.
Übrigens: Der Name Kimi ist nicht ganz zufällig gewählt. «Ich mochte den Vornamen Kimi schon immer», erklärt der Vater, «aber Räikkönen fand ich halt auch schon immer sympathisch.» Nimmt man den Bruder von Kimi dazu, steht einer Karriere der beiden Brüder eigentlich nichts mehr im Weg. Der Zweitgeborene ist fünf Jahre jünger, sass auch schon im Kart und heisst Mika…
Zwei verschiedene Sieger im GT3 Cup, ein weiterhin ungeschlagener Dragos Buriu in der Open GT und ein unerwarteter Ausgang des Langstrecken-Wettbewerbs: Das zweite Rennwochenende des Porsche Sports Cup Suisse in Monza bot einmal mehr spannenden Motorsport.
Nach seinen beiden souveränen Siegen in Portimão im Rahmen des ersten Rennwochenendes des Porsche Sports Cup Suisse traf Jack Sherwood in Monza auf harte Konkurrenz: Felix Neuhofer wollte einen weiteren Durchmarsch des Briten verhindern. Gleich im ersten Rennen mit den 510 PS starken Porsche 911 GT3 Cup der Generation 992.1, konnte der Österreicher die Führung in der Startrunde an sich reissen. Dies wollte Pole-Position-Mann Sherwood so nicht gelten lassen und kämpfte sich in der zwölften Runde wieder an die Spitze. Sechs weitere Umläufe später überquerte er die Ziellinie mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,9 Sekunden. Auch im zweiten Lauf sah es für den aus Lancashire stammenden Engländer gut aus: Neuhofer musste von der fünften statt der zweiten Position starten, da er Reifen getauscht hatte. Dies schien den Porsche-Routinier jedoch besonders zu beflügeln. Aus der ersten Runde kehrte er als Dritter zurück, in Umlauf zwei tauchte er bereits in Sherwoods Rückspiegel auf und in der vierten Runde lag er vorn. Am Ende betrug sein Abstand mehr als drei Sekunden.
Über Platz 3 durfte sich in beiden Rennen Gregor Burkard freuen – obwohl der Schweizer jeweils von der siebten Position gestartet war. Im ersten Lauf musste der Sportec-Chef zunächst Christian Caramuscia und Moritz Weber überholen, bevor auch Peter Hegglin an der Reihe war. Das zweite Rennen beendete Burkard mit einem satten Vorsprung von über 18 Sekunden vor Caramuscia.
In der Klasse 10, reserviert für Teilnehmer mit dem 500 PS starken Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport, konzentrierte sich das Renngeschehen auf das Duell zwischen David Dias aus der Schweiz und dem Deutschen Marcel Clausen. Es endete in beiden Fällen mit dem ersten Platz für Dias. Den Gesamtsieg in den beiden Rennen der Gruppe Open GT sicherte sich wie zuvor beim Saisonauftakt im portugiesischen Portimão Dragos Buriu. Das zweistündige Langstreckenrennen, das auch im Königlichen Park von Monza wieder das Wochenende des Porsche Sports Cup Suisse abrundete, ging an Levin Gelf und Jannes Fittje.
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