Am vergangenen Wochenende hat Philip Egli den Slalom von Bière gewonnen. Es war sein erster Sieg am Genfersee. Aber bereits der dritte Triumph in der laufenden Saison. Egli ist bis jetzt also ungeschlagen. Und Bure, sagt der in Zürich wohnhafte Glarner, sei seine absolute Lieblingsstrecke. Wer also – ausser die Technik – soll ihn bei der 50. Ausgabe im Jura stoppen? «Es ist logisch, dass jeder von mir in Bure einen weiteren Sieg erwartet», erklärt Egli, «aber es ist erst vollbracht, wenn ich mit der Bestzeit über die Ziellinie fahre. Es kann immer etwas passieren. Das macht den Rennsport ja auch so spannend.»
Egli hat im Vorjahr eine neue Rekordmarke auf dem 5,25 Kilometer langen und mit 110 Toren gespickten Kurs aufgestellt. Seine 2:31,494 min bedeuteten einen Schnitt von 124,87 km/h. «Die Strecke ist sehr schnell», meint Egli. «Punkto Topspeed kommt sie nicht ganz an Interlaken vor dem Umbau heran. Aber die Durchschnittsgeschwindigkeit ist sehr hoch.» Erster Verfolger von Egli im Vorjahr war Jean-Marc Salomon. Der Lokalmatador büsste auf seiner schnellsten Runde jedoch mehr als vier Sekunden ein. Stellt sich also die Frage: Wer kann Egli in seinem Formel-3-Dallara stoppen?
Salomon wird es dieses Jahr wieder versuchen. Als einer von fünf Fahrern in der Formelklasse bis 2000 cm3 setzt der 57-Jährige aus der Nachbarsgemeinde Courtedoux auf einen Tatuus Master. Die weiteren direkten Konkurrenten von Egli sind Markus Brander aus Romanshorn, der französische Gaststarter Frédéric Boillot aus Dasle und Denis Wolf, der über sein neues Gefährt sagt: «Langsam gewöhne ich mich an meinen Formel Renault. Aber Bure ist für mich Neuland.» Nicht am Start ist Marcel Maurer. Der Berner, der in dieser Saison schon zwei Mal Zweiter und einmal Dritter wurde, pausiert im Jura. Und weil der übernächste Slalom in Romont (15./16. Juni) mit dem Saisonauftakt der Bergmeisterschaft in Hemberg kollidiert, wird Maurer auch diesen Lauf auslassen.
Bleibt Lukas Eugster. Der fährt zwar nicht in derselben Klasse wie Egli, doch der Herisauer kommt in seinem Ligier-Honda immer besser in Fahrt. «Es wird sehr, sehr schwierig werden, überhaupt in die Nähe von Egli zu kommen. Bei Philip passt im Moment alles. Währenddessen wir immer noch in der Phase sind, in der wir das Auto besser kennen lernen müssen. So ist zum Beispiel die Übersetzung immer noch zu lang. Aber ich gebe alles. Wenn es nass werden würde, hätte ich bessere Chancen. Aber so wie es ausschaut, bleibt es am Wochenende trocken.»
Neben Egli und Eugster gehen noch drei weitere Fahrer verlustpunktfrei in die vierte Runde. Zum einen natürlich der amtierende Schweizer Meister Martin Bürki (VW Polo), der zuletzt in Bière Schnellster in der Tourenwagenklasse war. Sowie Opel-Kadett-Pilot Christoph Zwahlen (IS bis 2500 cm3) und Hanspeter Thöni (N/ISN bis 1600 cm3), der seinen goldenen Peugeot 106 in seiner Klasse bisher auch bei jeder Veranstaltung zum Sieg getrieben hat.
Wie üblich finden am Samstag die Läufe zur lokalen Meisterschaft statt. Eingeschrieben sind 157 Piloten; inklusive den 35 Fahrern im Suzuki Swiss Racing Cup. Los geht es ab 7 Uhr mit den ersten Trainingssitzungen. Die Wertungsläufe finden am Nachmittag statt. Die 111 in den nationalen Kategorien eingeschriebenen Fahrer sorgen dann ab Sonntagmorgen 7 Uhr für Action. Die einzelnen Rennläufe stehen ab 13 Uhr auf dem Programm. Der Schluss der Veranstaltung bildet die Siegerehrung um 18.30 Uhr. Auf ein besonderes Programm zur Jubiläumsausgabe verzichtet der Veranstalter bewusst. «Unser Fokus liegt auf dem Sportlichen. Wir wollen, dass die Piloten und die Zuschauer zufrieden sind und hoffen, dass alles reibungslos klappt. Ein Fest können wir zu einem späteren Zeitpunkt abhalten», sagt Jean Bianchi, Vorsitzender des Slaloms in Bure.
Mehr über den Slalom in Bure erfahren Sie im Internet unter www.slalomdebure.ch
Neue Strecke, neues Glück – so das Motto für den zweiten Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft im französischen Château Gaillard; 50 Kilometer nordöstlich von Lyon. 78 Fahrer und Fahrerinnen hatten sich eingeschrieben. Wie schon beim Auftakt im italienischen 7 Laghi standen fünf Kategorien auf dem Programm. Los ging es am Sonntagmorgen auf teilweise noch nasser Fahrbahn. Doch der Wettergott meinte es gut mit der Schweizer Kartgemeinde. Ab dem ersten Lauf der OK-Senioren blieb die 1,6 Kilometer lange Strecke für den Rest des Tages trocken.
Überflieger des Tages war ganz klar Elia Sperandio. Noch keine 14 Jahre alt fuhr Sperandio in seiner Kategorie OK Junior in sämtlichen drei Läufen auf Platz 1. Am nächsten kam dem jungen Talent aus Mels im Kanton St.Gallen noch Sebastian Kraft, der im ersten Durchgang sowie im Finale Zweiter hinter Sperandio wurde. «Auf nasser Strecke war ich nicht ganz so schnell», meinte Elia, «dafür lief es im Trockenen umso besser. Dass ich gleich alle Rennen gewonnen habe, freut mich sehr. Aber ich bleibe schön auf dem Boden. Man weiss nie, was kommt.» Eine wahre Strafenflut setzte es im Finale. Gleich fünf Fahrern wurde eine 10-Sekunden-Strafe wegen Verlassen des Korridors aufgebrummt. Dadurch rückte Shannon Lugassy, im Vorjahr noch Meister bei den Super Minis, auf Rang 3 vor.
In eben dieser Kategorie machten Loris Achermann aus Schönenbuch im Kanton Baselland sowie der Walliser Roy Alan Shaw die Siege unter sich aus. Shaw hatte in beiden Vorläufen die Nase vorne. Im zweiten Heat allerdings nur aufgrund der Tatsache, weil sein direkter Konkurrent eine Strafe bekam. Im Finale liess Achermann dann nichts anbrennen und verhinderte den zweiten Finalsieg eines Praga-Piloten (nach Sperandio) um drei Zehntelsekunden. Dritter im Finallauf wurde Enea Frey, der beim Auftakt in Italien noch ganz oben stand.
Wie schon in 7 Laghi bot auch diesmal die Kategorie X30 Challenge Switzerland das grösste Teilnehmerfeld. 26 Fahrer und Fahrerinnen standen am Start, wobei Rafael Aguiar aus Lonay die Vorläufe souverän gewann. Im Finale musste sich der 25-jährige Lausanner seiner Westschweizer Kollegin Léna Bühler geschlagen geben. Diese rollte das Feld wie schon in 7 Laghi von hinten auf und verwaltete den Vorsprung – einmal an der Spitze – souverän bis ins Ziel. Zuvor wurde Bühler im zweiten Durchgang disqualifiziert. Die schnelle Lady aus Yverdon hatte nach der Zieldurchfahrt verbotenerweise die Einstellungen ihres Karts verändert.
In der OK Senior war schon vor dem Wochenende in Frankreich klar, dass es im Vergleich zum ersten Lauf in Italien neue Sieger geben wird. Jasin Ferati, Patrick Näscher und Miklas Born, in 7 Laghi noch gemeinsam auf dem Podium, fehlten in Château Gaillard. So entwickelte sich ein spannender Zwei-kampf zwischen Timo Moser und Pascal von Allmen, wobei Moser den ersten Lauf gewann, von Allmen im zweiten Heat sowie im Finale das bessere Ende für sich hatte.
Spannend und sehr ausgeglichen ist die Ausgangslage in der schnellsten Kategorie, der KZ2, wobei Mike Müller in Frankreich den stärksten Eindruck hinterliess. Der 16-Jährige aus Schwanden im Kanton Bern setzte sich im ersten Lauf bei den Schaltkarts durch und distanzierte Isabelle von Lerber um 0,8 Sekunden. Im zweiten Durchgang drehte von Lerber den Spiess um und gewann knapp vor Müller. Im Finale mussten sich beide dann dem französischen Gaststarter Nelson Bondier geschlagen geben. Für Müller, der trotz einer 5-Sekunden-Strafe Zweiter wurde, gibt es dennoch die volle Punktzahl, da Bondier nicht punkteberechtigt ist. Von Lerber wurde Vierte – knapp hinter Denis Tuia.
Weitere Infos zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft finden Sie auf: https://motorsport.ch/de/kart, die kompletten Ergebnisse auf www.savoiechrono.com
Fünf Mal stand Philip Egli in Bière schon auf dem Podest. Bis zur diesjährigen, der 54. Ausgabe, hatte es aber noch nie fürs oberste Treppchen gereicht. Nun hat der bald 35-jährige in Zürich wohnhafte Glarner auf seinem Formel-3-Dallara auch diese Bastion gestürmt. Mehr noch: Mit einer Zeit von 2:22,91 min war Egli auf dem 4,1 km langen und mit 63 Toren gespickten Kurs am Genfersee fast eine halbe Sekunde schneller als Joël Volluz bei seiner Rekordfahrt 2015. «Ich bin natürlich sehr zufrieden», sagt Egli, «Auch wenn ich wie schon in Interlaken und in Frauenfeld meinen ersten Lauf wiederholen musste. Aber es lief perfekt. Alles hat von A bis Z gepasst.»
Hinter Premierensieger Egli belegte Bière-Spezialist Marcel Maurer den zweiten Platz. Dem Berner unterlief auf seiner Lieblingsstrecke im ersten Durchgang ein Torfehler. Im zweiten Heat kam er bis auf 1,6 Sekunden an Egli heran – trotz Problemen. «Mit dem Fahrwerk stimmt etwas nicht», sagt Maurer. «Ich bin mit alten Pneus besser unterwegs als mit neuen.» Maurer, der 20106 und 2018 in Bière gewann, zeigte sich als fairer Verlierer. «Die Zeit von Philip hätte ich eh nicht geschlagen. Er hat im Vergleich zum Vorjahr nochmals einen Schritt nach vorne gemacht. Sein Paket ist im Moment einfach besser.» Weil Maurer auf die nächsten zwei Slaloms in Bure (26. Mai) und Romont (16. Juni) verzichtet, stehen Eglis Chancen noch besser, sein Punktekonto auch bei den nächsten zwei Läufen maximal aufzustocken.
Platz 3 in Bière ging an Thomas Zürcher. Der von Marcel Steiner gecoachte Thuner fuhr eigentlich nur die viertschnellste Zeit, doch weil Lukas Eugster auf seinem schnelleren Lauf in 2:25,03 min ein Torfehler unterlief, rutschte der Appenzeller auf Rang 4 ab. Kleiner Trost: Als Sieger bei den Sportwagen reiste Eugster dennoch mit der vollen Punktzahl ab. Für Zürcher war es der erste Podestplatz in dieser Saison. Noch immer wartet er auf den neunen Motor, der gegenüber dem Serien-Triebwerk von Abarth rund 140 bis 150 PS mehr leisten soll. «Wir haben das Set-Up für Bière verändert und damit ist Thomas sehr gut zurecht gekommen», lobt Schweizer Bergmeister Marcel Steiner seinen Schützling. «Jetzt warten wir auf den neuen Motor. Der ist noch in Italien. Es hat dort offenbar Schwierigkeiten mit den Pleueln gegeben. Ich hoffe, wir kriegen ihn bald.»
Bei den Tourenwagen war Schweizer Meister Martin Bürki in seinem VW Polo 1600 E1 das Mass aller Dinge. Der Thuner erwischte allerdings keinen idealen Start. Ein Regenschauer bremste ihn im ersten Durchgang ein. Doch Bürki liess sich davon nicht aus der Ruhe bringen und fuhr im zweiten Lauf in 2:37,95 min die absolute Bestzeit bei den Tourenwagen. «Das war eine Super-Zeit, wenngleich ich im vergangenen Jahr vier Zehntel schneller war.» Die leistungsstärkere Klasse bis 2000 cm3 ging an Christian Darani. Der Tessiner war in seinem Fiat X1/9 auf der schnelleren Runde 1,1 sec langsamer als Bürki und verwies Nicola Roberto (Peugeot 205) und Daniel Kammer (Honda Civic) auf die Plätze.
Meisterschaftsanwärter Manuel Santonastaso (BMW 320) liess in der Kategorie IS bis 2000 cm3 Federn. Der Thurgauer musste sich seinem RCU-Kollegen Jürg Ochsner (Opel Kadett) geschlagen geben. In der leistungsstärkeren Klasse bis 3000 cm3 sicherte sich Christoph Zwahlen den Tagessieg.
Nach drei von acht Slaloms sind noch fünf Fahrer verlustpunktfrei. Neben Egli, Eugster, Bürki und Zwahlen gehört auch Hanspeter Thöni zu diesem Quintett. Der Brienzer blieb auch in Bière in seiner Klasse N/ISN bis 1600 cm3 ungeschlagen.
Der Sieg im Suzuki Swiss Racing Cup ging wie in Frauenfeld an Marcel Muzzarelli. Sein Vorsprung auf den Zweitplatzierten Fabian Eggenberger fiel mit zwölf Hundertstelsekunden allerdings minimal aus. Platz 3 sicherte sich Interlaken-Sieger Sandro Fehr, der damit wie Muzzarelli bei allen drei bisherigen Läufen auf dem Podest stand.
Die Ergebnisse vom Slalom in Bière finden Sie im Internet unter www.slalom-de-biere.ch
Patric Niederhauser und sein Teamkollege Kelvin van der Linde schweben nach dem zweiten Rennwochenende der ADAC GT Masters im tschechischen Most auf Wolke 7. Das eidgenössisch-südafrikanische Duo, das bereits beim Saisonauftakt in Oschersleben einen starken Eindruck hinterliess, hat in Most zu einem wahren Höhenflug angesetzt und nach dem Sieg am Samstag mit Platz 4 am Sonntag die Führung in der Gesamtwertung übernommen. «Es ist unbeschreiblich», sagt Niederhauser, der es fast nicht fassen kann, dass er nach vier Läufen mit 71 Zählern von der Tabellenspitz grüsst. «Zuerst die erste Pole-Position, dann der erste GT-Masters-Sieg. Das ist unbeschreiblich. Ich hatte einen guten Start und konnte danach eine Lücke herausfahren. Alles lief alles problemlos. Auch in der zweiten Rennhälfte, als Kelvin das Auto übernahm. Ich bin einfach nur happy!»
Der Erfolg von Niederhauser kommt nicht überraschend. Er und van der Linde bilden ein starkes Duo. Dennoch hat niemand damit gerechnet, dass das Team HCB-Rutronik auf Anhieb gewinnen kann. «Als Neueinstiger weisst du nie genau, wo du stehst», sagt «Nidi». «Unser Gefühl war bei den Tests gut. Aber da die Konkurrenz im ADAC GT Masters sehr gross ist, dachten wir ganz ehrlich nicht daran, von Anfang vorne mitmischen zu können.»
Beinahe hätte es in Most auch am Sonntag einen Schweizer Sieger gegeben. Rolf Ineichen und sein Stallgefährte Franck Perera belegten im Grasser-Lamborghini Platz 2. Perera hatte am Morgen noch die Pole-Position herausgefahren, verlor die Führung aber auf den ersten Metern an den späteren Sieger Marvin Kirchhöfer. Kein Glück hatte Ricardo Feller. Der Aargauer, in Oschersleben noch auf dem Podest, belegte die Plätze 15 und 10.
Ein erstes Ausrufezeichen setzte in Most auch Julien Apothéloz. Der Gewinner der Young Driver Challenge qualifizierte sich für das erste Rennen in Startreihe 2, im zweiten Durchgang brauste er von P6 los. Leider musste der junge Zürcher im ersten Lauf nach einer Berührung das Rennen aufgeben. Lauf 2 beendete er als Neunter.
Ein «Auf und Ab» erlebte auch Nico Müller am zweiten Rennwochenende im belgischen Zolder. Im Qualifying «nur» Achter fuhr der Berner im Samstagsrennen als Dritter aufs Podest. Beinahe wäre sogar noch mehr möglich gewesen. «Aber in Zolder ist es richtig schwierig, zu überholen», so Müller. «Ich habe versucht, bis zum Ende Druck zu machen, hatte aber selbst mit abbauenden Reifen zu kämpfen. Wir können mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein. Mit dem Quali-Ergebnis auf dem Podium zu landen, ist super, auch wenn etwas Glück dabei war.» Am Sonntag lief es für Müller dann nicht mehr so rund. Mit acht Zehntelsekunden Rückstand startete er lediglich als Zwölfter. Am Ende belegte der Audi-Werksfahrer Platz 8. In der Gesamtwertung liegt Müller auf P5 mit 41 Zählern. Der Rückstand auf den Führenden Philipp Eng beträgt 18 Punkte.
Ein hervorragendes Wochenende erwischte auch Andreas Stucki im Rahmen des Renault Clio Cup Central Europe. Der 34-jährige aus St.Gallenkappel sicherte sich am Red Bull Ring seinen ersten Sieg seit zwei Jahren. Stucki preschte von Starplatz 2 los und überholte auf den ersten Metern Routinier Sebastiaan Bleekemolen.
Ebenfalls am Einsatz am Wochenende: Fabienne Wohlwend. Die Liechtensteinerin mit Schweizer Lizenz belegte beim zweiten Lauf der W-Series in Zolder Platz 7.
Wenn man heutzutage auf einer Kartstrecke eine Umfrage starten würde, wie die jungen Nachwuchstalente zum Kartsport gekommen sind, würde in vielen die Antwort gleich lauten: Der Papa ist schon gefahren. Auch im Falle von Miklas Born wäre das so. Der 17-jährige Basler ist längst in die Fussstapfen seines Vaters Christian getreten. Dieser wiederum begleitet seinen Sohn nicht nur an die Rennen, er ist auch sein Mechaniker. «Wir sind ein typisches Vater-Sohn-Duo», sagt Born sr. «So wie es im Kartsport eigentlich sein sollte. Oder wie es mal war. Wir sind ein kleines Team. Und ich versuche die Kosten überschaubar zu halten. Von den grossen Teams, bei denen man für einen deutschen Kartlauf ab 10`000 Euro aufwärts bezahlt, halte ich nicht viel.»
Obwohl Miklas Born beim Auftakt zur Schweizer Meisterschaft in 7 Laghi dabei war und in seiner Kategorie sogar Zweiter wurde, fährt er nur sporadisch in der Schweiz. Die Borns hat es nach Deutschland gezogen. Schon 2018 absolvierte Miklas die DKM (Deutsche Kart Meisterschaft) in der Kategorie OK Senior. Allerdings, so sein Vater, mit bescheidenem Erfolg. «Miklas hatte Probleme mit dem Grip. Die Felder sind grösser und die Rennstrecken, auf denen die Rennen ausgetragen werden, sind stärker frequentiert. Damit sind wir das ganze Jahr nicht so richtig klargekommen.» In der zweiten Saison ist der Knopf nun aufgegangen. Miklas habe seinen Fahrstil angepasst, meint der Vater. Und schon scheint es zu klappen.
Beim Saisonauftakt in Lonato qualifizierte er sich fürs Finale, war dann aber mit einem falschen Luftdruck unterwegs. Beim zweiten Lauf am vergangenen Wochenende in Wackersdorf stand Born dann zum ersten Mal als Dritter auf dem Podest. Eine Leistung, die vor ihm in der OK Senior noch keinem Schweizer gelungen ist. «Mich freut es vor allem, weil dieser dritte Platz nicht irgendwelchen glücklichen Umständen zu verdanken ist», sagt Papa Born. «Miklas hat ihn sich erkämpft – auch dank einer ausgezeichneten Runde im Qualifying.»
Nach dem zweiten Event belegt Born den zwölften Gesamtrang. Noch stehen drei Rennwochenende auf dem Programm. Zuerst in Kerpen, dann im belgischen Genk und zuletzt in Ampfingen. Das Ziel ist klar. «Wir wollen gewinnen», sagen Vater und Sohn Born unisono. In der Meisterschaft will man sich unter den Top 10 etablieren. Beide wissen, dass der Weg nach oben steinig ist. Doch das Ziel ist der Automobilrennsport. Kommende Woche sitzt Born dank Markus Häfligers Swiss Rookies Academy zum ersten Mal in einem Formelauto. Auf dem Programm steht ein Test mit einem Formel BMW in Chamblais. Ob Born 2020 den Schritt in den Automobilrennsport wagt, hängt von seinen Leistungen und den finanziellen Möglichkeiten ab. Den ersten Schritt in diese Richtung hat er mit Platz 3 in Wackersdorf schon einmal gemacht.
Für alle Kartfahrer, die ebenfalls mit Rennen im Ausland liebäugeln, empfehlen wir den Artikel in der Juni-Ausgabe des Verbandsmagazins von Auto Sport Schweiz, das demnächst erscheint.
Die Nummer 1 hat Neel Jani in den vergangenen beiden Jahren kein Glück in Le Mans gebracht. 2018 schrammte Jani mit seinen beiden Rebellion-Teamkollegen André Lotterer und Bruno Senna als Vierter hinter dem Schwesterauto knapp am Podest vorbei. Im Jahr davor schied Janis Team, damals fuhr er noch für Porsche, in Führung liegend aus. «Wir hätten gerne eine andere Nummer gehabt», sagt Jani einen Monat vor dem Saisonhöhepunkt der WEC. «Aber leider haben wir wieder die 1 gekriegt.»
Für Jani ist es die elfte Teilnahme am berühmtesten Langstrecken-Rennen der Welt. Und zugleich die letzte. Zumindest vorerst. Der Seeländer wird sich danach als Porsche-Werksfahrer voll auf die Formel E konzentrieren. Zwei Gründe sprachen gegen eine Fortsetzung in der Sportwagen-WM. Zum einen der Zeitfaktor, zum anderen die Perspektive im Kampf gegen Toyota. Im Vorjahr betrug der Rückstand im Qualifying vier Sekunden. Im Rennen lag der drittplatzierte Rebellion zwölf Runden hinter den Japanern. «Du hast in der WEC keine Chance gegen ein Werksteam wie Toyota», sagt Jani mit einem leicht frustrierten Unterton. «Die müssten eigentlich dringend das Reglement ändern und wieder für mehr Chancengleichheit sorgen. Ähnlich wie in der Formel E. Dort sind verschiedene Teams auf demselben Level. Das ist spannend und gefällt den Zuschauern.»
Doch es ist nicht nur die Chancengleichheit, die Jani dazu bewogt hat, der WEC den Rücken zu drehen, es ist auch die Zeit, die ihm fehle, sagt er. «Die Formel E wird immer professioneller. Man ist jede Woche im Simulator. Dazu kommen im 14-Tage-Rhythmus die Rennen und vor der Saison noch Tests. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für anderes übrig. Ich frage mich manchmal, wie das Sébastien (Buemi) macht. Er hat ja nicht nur die Formel E und die WEC; er sitzt auch noch tagelang bei Red Bull im F1-Simulator.»
Natürlich hofft Jani, dass er im dritten Anlauf mit der Startnummer 1 noch ein Wunder vollbringen kann. «Ich würde mir ein würdiger Abschied aus der WEC wünschen», meint der stolze Papa des einjährigen Maverick. «Ich habe ihr viel zu verdanken. Dank der WEC habe ich es zum Porsche-Werksfahrer geschafft.» Der grösste Triumph seiner Karriere feierte Jani 2016 in Le Mans. Zusammen mit Romain Dumas und Marc Lieb sicherte sich der Berner den Gesamtsieg. Der kommt 2019 nur dann in Frage, wenn die beiden Toyotas auf der Strecke liegen bleiben.
Die am 13. Mai 2019 an verschiedene lizenzierte Piloten verschickte E-Mail in Sachen Fahrzeuge InterSwiss Bedarf einer Korrigenda resp. einer Ergänzung und wir möchten Sie dahingehend wie folgt informieren: Die Technischen Kommissare von Auto Sport Schweiz führen jeweils an den Veranstaltungen zur Schweizermeisterschaft Slalom und Berg sogenannte Sicherheitskontrollen durch. Anlässlich dieser Kontrollen werden die sicherheitsrelevanten Aspekte wie Sitze, Gurten, Feuerlöscher geprüft und es werden auf Sichtkontrolle weitere Elemente kontrolliert. Anhand dieser Kontrollen wurde an den ersten Veranstaltungen 2019 festgestellt, dass verschiedene InterSwiss Fahrzeuge nicht den Artikeln 3.6.1 und 3.6.2 des gültigen Reglementen entsprechen, insbesondere in folgenden Bereichen: Getriebetunnel (zu hoch oder zu breit, nicht Originalform), Reserveradmulde (entfernt, verändert) und Spritzwand (anderes Material, verändert).
Die Technischen Kommissare werden bei den kommenden Veranstaltungen/Kontrollen vermehrt ein Augenmerk auf diese Bereiche legen und wo immer möglich die Piloten auf die entsprechenden notwendigen Korrekturen hinweisen. Diese Korrekturen sind anschliessend vorzunehmen, will man zukünftig mit einem konformen Fahrzeug in der Gruppe InterSwiss fahren. Ansonsten muss man damit rechnen, dass Umteilungen (auch vor Ort) vorgenommen werden müssen oder Konkurrenten mit den Ihnen hierfür zustehenden Mitteln dagegen Vorgehen könnten.
Gemäss den gültigen Reglementen (Jahrbuch 2019, Gruppe InterSwiss, Anhang J für die Gruppe A) liegt es einzig und allein in der Verantwortung des Fahrers, dass sein Fahrzeug den gültigen reglementarischen Vorschriften entspricht und dass die notwendigen Dokumente gemäss Reglement Art. 1 (Homologationsblatt, Technischer Referenz-Wagenpass, usw.) bei den Kontrollen zur Verfügung stehen.
Es geht in keiner Art und Weise darum, dass Piloten für solche «Vergehen» ausgeschlossen werden sondern es geht darum, dass die Fahrzeuge der Gruppe InterSwiss reglementskonform aufgebaut und in Stand gestellt werden. Allerdings wird auch hier darauf hingewiesen, dass bei allfälligen bewussten Versäumnissen oder nicht vorgenommener Korrekturen eine Meldung an die jeweilige Jury der Veranstaltung vorgenommen werden kann.
Nebst den sicherheitsrelevanten Elementen bitten wir Sie, Ihr Fahrzeug so aufzubereiten, dass alle anderen reglementarischen Vorschriften sowie auch die vorgenannten drei Bereiche den gültigen Regularien entsprechend umgesetzt und eingehalten werden.
Für Ihr Verständnis und Ihre Mithilfe danken wir Ihnen im Voraus bestens. Für Fragen oder bei Unklarheiten stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.
Die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft geht am Sonntag, 19. Mai, in ihre zweite Runde. Nachdem der Saisonauftakt in Italien stattgefunden hat, ist die Reihe nun am französischen Château Gaillard. Die Strecke 50 Kilometer nordöstlich von Lyon ist neu im Kalender. Sie ersetzt den im Vorjahr noch ausgetragenen Meisterschaftslauf in Vesoul. Mit 1630 Metern ist Château Gaillard die längste Strecke im Kalender. Sie gilt unter den Fahrern als schnell und bietet durch ihre langen Geraden zahlreiche «Erholungsphasen». Der kurvige Bereich der Strecke ist anspruchsvoll. Selbst erfahrene Fahrer brauchen ein paar Runden mehr als üblich, um sich zu orientieren. In Sachen Grip verhält es sich wie mit den meisten Pisten, auf denen kaum internationale Rennen stattfinden: mässig bis sehr wenig.
In den fünf Kategorien, die in Château Gaillard ausgetragen werden, haben sich insgesamt 78 Fahrer und Fahrerinnen eingeschrieben. Wie schon beim Saisonauftakt in 7 Laghi weist die X30 Challenge Switzerland die meisten Teilnehmer aus. 26 Piloten stehen am Sonntag am Start, drei mehr als beim Saisonauftakt. Diesem drückten vor allem zwei Fahrer den Stempel auf: der Meisterschaftsführende Savio Moccia aus Lyss, der in Italien beide Vorläufe gewann; sowie Léna Bühler aus Yverdon, die im Finale ganz oben stand und in der Meisterschaft elf Punkte hinter Moccia auf dem zweiten Platz liegt.
Gleich drei Siege beim Auftakt verbuchte Enea Frey. Der Sohn von Ex-Sportwagen-Fahrer Michel Frey liegt bei den Super Minis mit 70 Zählern vor dem zweiten Lauf in Château Gaillard souverän in Führung und ist der Fahrer, den es in der Kategorie der 8 bis 12-Jährigen zu schlagen gilt.
Für Spannung gesorgt ist auch in der OK Junior. Dort liessen sich beim Auftakt gleich drei Fahrer in die Siegerliste eintragen: Hugo Giraud, Sébastian Kraft und Finalsieger Elia Sperandio. Alle drei werden in einem Feld von insgesamt zwölf Piloten auch in Château Gaillard um den Sieg fahren. Innerhalb der OK Junior wird seit diesem Jahr auch die OK Junior Academy ausgetragen – mit einheitlichen Motoren und Vergasern der Marke Rexon. Zwei Fahrer haben sich für den zweiten Lauf in dieser Sub-Wertung eingetragen: Mateo Lai und Florent Panès.
Bei den OK-Senioren (ab 14 Jahren) fehlt nicht nur der Auftaktsieger Jasin Ferati, der in Italien alle drei Läufe für sich entschieden hat und am Wochenende bei der Europameisterschaft im belgischen Genk antritt. Auch der amtierende Champion und Meisterschaftszweite Patrick Näscher sowie der Drittplatzierte Miklas Born werden in Frankreich nicht dabei sein. Gute Chancen auf den Sieg haben deshalb Pascal von Allmen, Timo Moser und Alain Bäriswyl.
Bei den Schaltkarts in der Klasse KZ2 führt nach dem ersten Lauf Mike Müller. Der Swiss-Hutless-Pilot aus Schwanden zählt deshalb auch in Frankreich zu den Favoriten. Allerdings ist ihm die Konkurrenz dicht auf den Fersen. Der in der Meisterschaft auf Platz 5 liegende Dominik Weibel möchte nach der Disqualifikation in 7 Laghi die Hackordnung wiederherstellen. Auch sein Bruder Samuel, beim Auftakt in Italien drei Mal auf dem Podium, wird in Château Gaillard bestimmt wieder vorne mitmischen. Nicht am Start: André Reinhard. Der amtierende KZ2-Meister pausiert bis auf Weiteres.
Los geht es am Sonntagmorgen um 8 Uhr mit den ersten Trainingsläufen. Das erste Rennen wird um 10 Uhr gestartet. Die Siegerehrung der Klasse Super Mini ist auf 16 Uhr angesetzt. Danach finden noch die Finalläufe der OK Senior und der KZ2 statt – anschliessend die restlichen Siegerehrungen. Die Probleme bei der Zeitnahme, die beim Auftakt in Italien bedauerlicherweise aufgetreten sind, sollten für Château Gaillard ausgemerzt sein, wird doch die Leitung der Zeitmessung vom letztjährigen Zeitnehmer savoie chrono sichergestellt.
Weitere Infos zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft finden Sie auf: motorsport.ch/de/kart sowie auf www.savoiechrono.com. Die Finalrennen können im Livestream auf www.swiss-sport.tv oder auf der Facebook-Seite der Schweizer Kart Meisterschaft verfolgt werden.
Philip Egli hat mit seinen Gesamtsiegen bei den ersten beiden Slaloms in Interlaken und Frauenfeld den Tarif durchgegeben. Logisch peilt der Zürcher am Wochenende beim dritten Aufeinandertreffen der Schweizer Slalom-Elite seinen dritten Sieg in Folge und den 31. insgesamt an. Doch ganz so einfach wird es der Mann im gelben Formel-3-Dallara nicht haben. Egli hat in Bière zwar schon fünf Mal auf dem Podest gestanden, doch gewonnen hat er auf dem Waffenplatz am Genfersee noch nie. Er verspricht: «Ich werde mich noch besser vorbereiten und auch ein neues Set-Up ausprobieren.»
Einer, der weiss, wie man in Bière gewinnt, ist Marcel Maurer. Der Berner, der in diesem Jahr in Interlaken Zweiter und in Frauenfeld Dritter geworden ist, hat 2016 und 2018 in Bière triumphiert. Ihm liegt der Kurs am Fusse des Col du Marchairuz, wo einst Bergrennen stattgefunden haben. «Die Strecke ist sehr flüssig und hat keine unnatürlichen Ecken drin. Das passt gut zu meinem Fahrstil.» Maurer sieht sich aber nicht alleine in der Favoritenrolle. «Philip Egli hat ein sehr gutes Paket. Mit ihm muss man rechnen, auch wenn er in Bière noch nie gewonnen hat. Wen wir aber unbedingt im Auge behalten müssen, ist Lukas Eugster. Er ist schon in Frauenfeld stark gefahren und ich glaube, dass diese Strecke seinem Auto noch mehr entgegen kommt.»
Neben Egli gehen noch fünf weitere Fahrer verlustpunktfrei in die dritte Runde. Einer davon ist eben dieser Lukas Eugster, der Egli in Frauenfeld schon bedrohlich nahe kam. Dem Shooting-Star aus Herisau in der Kategorie CN bis 2000 cm3 fehlten bei seinem Heimrennen nur 0,25 Sekunden zum Gesamtsieg. Und Eugster kommt mit seinem Ligier-Honda immer besser in Fahrt. Eine reine Weste hat auch noch Serienmeister Martin Bürki. Der Thuner Routinier ist in der Klasse E1 bis 1600 cm3 bisher ungeschlagen und möchte natürlich auch nach dem Slalom in Bière mit dem Punktemaximum von der Tabellenspitze grüssen. Das gilt auch für Manuel Santonastaso. Der Thurgauer führt in der Klasse IS bis 2000 cm3. Und das Ziel des Vorjahres-Gesamtzweiten ist klar: Er will Bürkis sechsten Titel in Folge verhindern. Doch die Konkurrenz in seiner Kategorie ist gross. Ebenfalls mit zwei Klassensiegen und dem Punktemaximum reisen Christoph Zwahlen (IS bis 3000 cm3) und Hanspeter Thöni (N/ISN bis 1600 cm3) an den Lac Leman. Alle anderen Fahrer haben in den ersten beiden Slaloms bereits Federn gelassen.
Den Auftakt zur 54. Ausgabe des Slaloms in Bière (mit mehr als 330 Teilnehmern) bilden am Samstag, 18. Mai, wie üblich die lokalen Kategorien. Los geht es um 7 Uhr mit den Trainingsläufen. Ab 13.15 Uhr finden dann die Wertungsdurchgänge statt. Wichtig zu wissen: Die LOC-Klassen werden samstags durch zwei zusätzliche Schikanen eingebremst. Das erhöht die Anzahl der Tore auf 69. Am Sonntag stehen dann NAT, REG und der Suzuki Swiss Racing Cup auf dem Programm. 63 Tore gilt es in diesen Kategorien möglichst schnell und fehlerfrei zu absolvieren. Die ersten Trainingsläufe beginnen um 7 Uhr. Ab 13.15 Uhr gilt es dann ernst. Die Siegerehrungen gehen ab 18 Uhr über die Bühne. Bleibt zu hoffen, dass das Wetter diesmal mit- und nicht wie in Frauenfeld verrückt spielt.
Fest steht jetzt schon, dass im Gegensatz zu Interlaken und Frauenfeld, wo Egli nun alleiniger Rekordsieger ist, es in Bière keine neue Bestmarke geben wird. Die fünf Siege von Jean-Daniel Murisier aus den Jahren 1990, 1992, 1998, 1999 und 2004 bleiben (vorerst) unerreicht.
Mehr über den Slalom in Bière erfahren Sie im Internet unter www.slalom-de-biere.ch
Die international tätigen Schweizer haben sich am vergangenen Motorsport-Wochenende schwer getan. Einen Siegerpokal holte nur einer: Lucas Mauron. Der bald 31-jährige Schweiz-Brasilianer sicherte sich mit seinen beiden Teamkollegen Arno Santamato und Gerhard Tweraser den Klassensieg bei der Blancpain Series in Silverstone – allerdings hauchdünn. Die Entscheidung im Silver Cup fiel um 0,013 Sekunden zugunsten von Mauron & Co. Der Grasser-Lamborghini des St.Gallers führte die meiste Zeit und war sogar in Schlagdistanz zu einem Podestplatz im Gesamtklassement. Doch der Audi von Attempto Racing holte in der Schlussphase auf und hätte Mauron beinahe noch um den sicher geglaubten Sieg gebracht. Mauron war als Achter im Gesamtklassement auch der beste Schweizer in Silverstone. Zweitbester Eidgenosse war Philipp Frommenwiler als 16. (P6 im Silver Cup). Der nächste Lauf findet Ende Mai/Anfang Juni in Le Castellet statt.
Für das beste Ergebnis aus Schweizer Sicht im Formelsport sorgte Sébastien Buemi. Der Romand wurde beim Formel-E-Rennen in Monaco Fünfter, stand aber im Schatten seines Nissan-Teamkollegen Oliver Rowland, der Zweiter wurde. Der in Monaco bisher ungeschlagene Buemi liegt vier Rennen vor Saisonende auf dem für ihn enttäuschenden 13. Gesamtrang. «Ich hatte einen guten Start. Und lag direkt hinter meinem Teamkollegen. Aber nach den Angriffen auf Massa musste ich mich nach hinten orientieren.» Der zweite Schweizer, Edoardo Mortara, schied nach einer Kollision aus. «Ich hatte in Kurve 1 eine Berührung mit Jérome d’Ambrosio. Dabei ging die vordere Radaufhängung kaputt.» Der Sieg in Monaco ging an Vorjahresmeister Jean-Eric Vergne, der neu auch die Führung im Gesamtklassement übernommen hat.
650 Kilometer südwestlicher gingen die Schweizer Formelsport-Akteure im Rahmen des Formel-1-GP von Spanien nahezu ganz leer aus. Ralph Boschung rettete in der Formel 2 mit zwei zehnten Plätzen die Ehre der Schweizer. Louis Delétraz belegte die Plätze 12 und 11. Fabio Scherer erlebte beim Auftakt zur Formel 3 ein rabenschwarzes Wochenende. Der in Engelberg wohnhafte Luzerner wurde auf der Installationsrunde von einem Konkurrenten abgeräumt. Scherer musste aus der Box starten. «Das Wochenende war gelaufen, ehe es richtig angefangen hatte», so der Sauber-Junior. Ein kleines Highlight konnte Jenzer Motorsport setzen. Die Plätze 10 und 9 des jungen Japaners Yuki Tsunoda lassen hoffen, dass wir im Laufe der Saison noch mehr von ihm hören werden.
Bester Schweizer bei der European Le Mans Series in Monza war Jonathan Hirschi als Fünfter. Der Oreca-LMP2-Pilot wiederholte damit das Ergebnis vom Auftaktrennen in Le Castellet. Seinen nächsten Einsatz wird der 33-jährige Hirschi bei den 24 Stunden von Le Mans haben (15./16. Juni). Auf Platz 8 landete in Monza das Duo Alexandre Coignyund Antonin Borga.
Die besten Schweizer bei der 40. Ausgabe des Bergrennens in Falperra (P) waren Joël Volluz als Neunter und Reto Meisel als Elfter. Es siegte der Südtiroler Christian Merli.
Mathias Beche: Zum achten Mal in Le Mans
Sechs Jahre lang war Mathias Beche (32) fester Bestandteil von Rebellion Racing. Anfang dieses Jahres wurde er durch den Franzosen Nathanaël Berthon ersetzt. Beche hat die Hoffnung auf eine Rückkehr zu Rebellion nicht aufgegeben. Doch die Zukunft ist ungewiss, «und als Rennfahrer möchtest du möglichst immer Rennen fahren», so der Romand. Immerhin: Für den 24-Stunden-Klassiker in Le Mans am 15./16. Juni hat Beche Unterschlupf gefunden. Zusammen mit den Dänen Anders Fjordbach und Dennis Andersen wird Beche in der LMP2 einen Oreca 07 Gibson vom Team High Class Racing pilotieren. «Ich freue mich darauf», sagt Beche, «und bedanke mich bei Rebellion, dass sie mich dort fahren lassen.» Für Beche wird es der achte Start an der Sarthe. Seine besten Ergebnisse: Gesamtrang 3 im Vorjahr und der Klassensieg 2014 mit Nick Heidfeld und Nicolas Prost.
Ari Vatanen wieder bei der Rallye du Chablais
Vier Mal hat er die Dakar gewonnen. Bei zehn Rallye-WM-Läufen stand er ganz oben. Und 1981 sicherte er sich den WM-Titel. Die Rede ist von Ari Vatanen, einem der erfolgreichsten Rallye-Fahrer aller Zeiten. Wie im Vorjahr wird der Finne auch heuer bei der Rallye du Chablais ins Lenkrad greifen. Als Vorfahrer der historischen Klasse wird er einen BMW M3 E30 steuern. Los geht es am 31. Mai ab 10.15 Uhr mit der ersten Etappe ab dem Rathaus in Aigle. Mehr Infos unter: www.rdch.ch
TCR-Champion Comini wird Fahrercoach
Stefano Comini geht unter die Fahrercoaches. Der zweimalige Champion in der TCR International (2015 und 2016) hat mit der TCR Europe Academy ein Unternehmen gegründet, das potenziellen TCR-Piloten den Einstieg in den Tourenwagensport erleichtern soll. Comini bietet verschiedene Kurse auf europäischen Rennstrecken an. Mehr Infos gibt es auf der Facebook-Seite www.facebook.com/RaceRepublic/
Comeback von Carron
Wenige Tage nach seinem Unfall bei der Rallye Pays du Gier 2018 gab Sébastien Carron seinen Rücktritt bekannt. Nun kehrt der dreifache Schweizer Rallyemeister (2014, 2016 und 2017) wieder zurück. Bei der Rallye du Chablais wird der 41-jährige Walliser mit seinem Co-Piloten Lucien Revaz nach einer einjährigen Pause wieder an den Start gehen. Carron, der seine Titel auf Peugeot und zuletzt auf Ford Fiesta gewann, setzt einen VW Polo R5 ein. Ob Carron in dieser Saison noch weitere Rallyes bestreitet, ist unklar. Vieles hängt wahrscheinlich davon ab, wie er sich bei seinem Comeback aus der Affäre zieht. Mit Carron, Grégoire Hotz und Meisterschaftsleader Ivan Ballinari sind bei der Chablais die Schweizer Meister der vergangenen sechs Jahre am Start.
Am Wochenende geht in Barcelona das erste Formel-1-Rennen der Saison auf europäischem Boden über die Bühne. Mit dabei im Rahmenprogramm: die FIA Formel 2 und Formel 3. Während sich die Formel 2 in Bahrain und Aserbaidschan bereits warm gefahren hat, beginnt für die Formel 3 in Spanien ein neues Kapitel. Mit der Zusammenlegung der GP3 und der europäischen Formel 3, die im Vorjahr noch im Rahmen der DTM ausgetragen wurde, ist die FIA Formel 3 nicht nur die wichtigste Formel 3, sie wird mit 30 Autos auch die am härtesten umkämpfte Formelmeisterschaft 2019 sein.
Das Chassis in der neuen Formel 3 stammt wie bisher von Dallara. Die Reifen von Pirelli. Und der Motor von Mecachrome. Er leistet mit 3,4 Liter Hubraum rund 380 PS. Zehn Teams stehen am Start. Darunter auch der Rennstall von Jenzer Motorsport aus Lyss, der neben ART Grand Prix und Campos zu den drei Rennställen gehört, die seit der Gründung der GP3 2010 dabei sind.
Teamchef Andreas Jenzer setzt in diesem Jahr mit dem Deutschen Andreas Estner, dem Russen Artem Petrov und dem Japaner Yuki Tsunoda auf drei Neulinge. Lediglich Petrov weist von diesem Trio Formel-3-Erfahrung aus, allerdings blieb er 2018 in seiner Debütsaison für Van Amersfoort blass. Gespannt darf man dafür auf Tsunoda sein. Der amtierende Formel-4-Champion aus Japan wird von Honda und Red Bull unterstützt und hat bei Testfahrten seine Klasse aufblitzen lassen. Jenzer ist überzeugt, dass der kleine Japaner von Anfang an vorne mitmischen kann. «Er hat schon bei den Testfahrten in Abu Dhabi, als er zum ersten Mal in einem so leistungsstarken Auto sass, keinerlei Anstalten gemacht, dass diese Serie eine Nummer zu gross für ihn sei.»
Neben Jenzer hat auch das Sauber Junior Team by Charouz einen Schweizer Bezug. Zwar fährt das Team unter tschechischer Bewerbung (mit dem Support von Sauber Motorsport), mit Fabio Scherer sitzt dort aber ein echter Eidgenosse im Cockpit mit der Nummer 8. Scherer hat 2018 mit guten Leistungen in der Formel-3-EM auf sich aufmerksam gemacht. So beispielsweise mit Rang 2 in Spa-Francorchamps. Unterm Strich war die Saison des ehemaligen Schweizer Kartmeisters aber zu wenig konstant. Das soll sich laut dem Luzerner mit Wohnsitz Engelberg in diesem Jahr ändern. «In einem solch hart umkämpften Umfeld ist es wichtig, dass man von Anfang an regelmässig in die Top 10 fährt», sagt der 19-jährige Scherer. Teamkollegen von Fabio sind der Brite Raoul Hyman und der Deutsche Lirim Zendeli, ADAC Formel-4-Meister 2018.
Viel Zeit, um sich einzuschiessen, haben Scherer & Co. nicht. Einem 45-minütigen Training am Freitagmorgen folgt am Abend ein halbstündiges Qualifying. Beide Rennen finden jeweils um 10.15 Uhr statt, das erste am Samstag, das zweite am Sonntag, in welchem die Top 8 aus dem ersten Durchgang in umgekehrter Reihenfolge starten.
Im Nachgang zur ersten Veranstaltung der autobau Schweizer Kart Meisterschaft 2019 wurde gegen die Rangliste des Rennens OK Senior, Race 2, eine Revision eingereicht.
Dieses Revisionsgesuch wurde von der Jury behandelt und im Sinne der Revision wurde entschieden, die Rangliste (s. Anhang) anzupassen. Gegen diesen Entscheid wurde von Seiten der Teilnehmer der Kategorie OK Senior kein Rekurs eingelegt und in diesem Fall erwächst der getroffene Jury-Entscheid in Gültigkeit.
Die Anpassungen für die verschiedenen Klassemente (Race 2 plus Klassement SM) wurden gemacht und entsprechend publiziert.
Es ist definitiv nicht die Formel-E-Saison von Sébastien Buemi. In der Gesamtwertung liegt der 30-Jährige aus Aigle mit 51 Punkten Rückstand auf die Spitze abgeschlagen auf Rang 13. Sein bestes Ergebnis in dieser Saison ist ein fünfter Platz. Demgegenüber stehen in den acht bisherigen Rennen vier Nuller. Der letzte Sieg von Buemi geht auf den 11. Juni 2017 zurück. Damals gewann «Séb» das zweite Rennen in Berlin. Seither ist er in 22 Rennen sieglos geblieben.
Die Hoffnung auf den zweiten Titel nach 2016 hat Buemi aufgegeben. Nach dem letzten Rennen in Paris, als er in Führung liegend einen Reifenschaden erlitt, meinte er: «Ich kämpfe bis zum Schluss. Aber die Meisterschaft ist gelaufen.» Rein theoretisch ist das natürlich nicht korrekt. Bei fünf ausstehenden Rennen sind noch maximal 145 Punkte zu holen. Da könnten also selbst Fahrer noch Meister werden, die bisher gar nicht gepunktet haben. Doch Buemi hadert mit dem Schicksal. «Das Glück ist in dieser Saison nicht auf unserer Seite», so der Romand, der beim Rennen in Paris zu allem Überfluss in der Boxengasse geblitzt wurde, was eine Durchfahrstrafe und ein Lizenzpunkt zur Folge hatte.
Am Speed mangelt es nicht. Buemi und sein britischer Teamkollege Oliver Rowland haben in dieser Saison schon drei Pole-Positions herausgefahren. In Paris ging das Nissan-Duo sogar geschlossen aus Reihe 1 ins Rennen. Auch ist Buemi nie schlechter als von Startplatz 8 ins Rennen gegangen. Doch technische Gebrechen, Unzulänglichkeiten im Verkehr oder falsche Strategien werfen das Nissan-Duo regelmässig zurück. Immerhin: Rowland hat beim Rennen in China mit Platz 2 für etwas positive Stimmung im Team gesorgt. Das musste sich nach dem Wechsel von Renault zu Nissan erst finden. «Wir haben ein paar neue Leute gekriegt», erklärt Buemi. «Danach dauert es immer eine gewisse Zeit, bis man sich findet. Aber inzwischen sind wir eine eingespielte Mannschaft. Daran kann’s also nicht liegen.»
Was Buemi braucht, ist ein Erfolgserlebnis. Vielleicht gibt ihm der Sieg beim WEC-Rennen in Spa vom vergangenen Samstag Auftrieb. «Irgendwann muss es ja klappen», sagt Buemi und verweist im Hinblick auf das nächste Rennen vom Samstag in Monte Carlo auf die Statistik. Die kennt im Fürstentum nur einen Sieger: Sébastien Buemi. 2015 stand er ganz oben; 2017 siegte er ebenfalls. Und weil das Rennen nur in ungeraden Jahren stattfindet (in den geraden Jahren gastiert der Grand Prix Historique im Fürstentum) gilt das Motto: Aller guten Dinge sind drei. Ausserdem wäre Buemi der neunte Sieger im neunten Rennen. Wenn das keine guten Omen sind…
Falls es mit dem Sieg in Monaco nicht klappt, hat Buemi noch vier weitere Chancen. Zuerst in Berlin, dann beim Heimrennen in Bern (22. Juni) und zum Schluss zwei Mal in New York. Rund einen Monat nach dem Finale verzückt Buemi die Schweizer Fans ein zweites Mal. Beim «Red Bull Race Day» auf dem Flugplatz Grenchen am 10./11. August wird Buemi in einem Formel-1-Boliden von Red Bull Platz nehmen. Tickets dafür gibt es unter www.redbull.com/raceday
Das nächste Rennen der autobau Schweizer Kart Meisterschaft findet schon bald statt.
Die Veranstaltung findet am 18./19. Mai 2019 in Château Gaillard (FRA) statt und die Einschreibung ist über register.gvi-timing.net offen.
Nennschluss für den zweiten Lauf ist am 09.05.2019 um 24.00 Uhr.
Bezüglich Zeitmessung konnte für diesen Lauf eine Lösung mit Savoie Chrono gefunden werden.
Sei mit dabei und fahre mit vielen anderen Piloten um Siege und Punkte!
Wir freuen uns auf deine Einschreibung für die autobau Schweizer Kart Meisterschaft und stehen dir für allfällige Fragen gerne zur Verfügung.
Mitte Juni beginnt in Hemberg die Schweizer Bergmeisterschaft. Schon jetzt in Form: Marcel Steiner. Der amtierende Schweizer Bergemeister bei den Rennsportwagen hat beim Bergrennen im luxemburgischen Eschdorf souverän gewonnen. Steiner fuhr dabei in allen drei Läufen Bestzeit. «Ich bin selber etwas überrascht, wie gut es gelaufen ist», sagt Steiner, der vor Eschdorf noch auf dem Circuit de Bresse ein paar Testrunden mit seinem LobArt-Mugen LA01 absolviert hatte. «Eigentlich zählt Eschdorf nicht zu meinen Lieblingsstrecken. Ich hatte dort in der Vergangenheit immer etwas Mühe. Aber diesmal lief alles wie am Schnürchen. Das Set-Up hat von Anfang an gepasst.»
Weil in Luxemburg aufgrund des Begräbnisses von Altgrossherzog Jean am Samstag ein nationaler Trauertag angesagt war, wurde die Trainingszeit verkürzt. Erst ab 18 Uhr durfte getestet werden. «Als wir an der Reihe waren, war es finster», lacht Steiner. «Ausserdem fing es an zu schneien.»
Sonntags waren die Bedingungen dann besser. Und Steiner verbesserte sich von Lauf zu Lauf. Dem ersten Durchgang (51,020 sec) liess er eine zweite Bestzeit von 50,039 sec folgen. Im dritten Heat fuhr Steiner dann in 49,833 sec als Einziger sogar unter 50 Sekunden. Damit verwies er den Franzosen Sébastien Petit und den Einheimischen Guy Demuth auf die Plätze 2 und 3; und das, obwohl Steiner nebenbei noch die beiden Schweizer Thomas Zürcher und Michel Zemp coachte.
Den undankbaren vierten Platz sicherte sich Joël Volluz auf seinem Osella-Judd FA30. Der Walliser hatte im Training noch die Bestzeit gefahren, verlor in den drei Läufen aber jeweils deutlich auf Steiner. Im ersten Durchgang zwei Sekunden, danach 1,7 und im letzten Run nochmals 2,3 Sekunden. «Ich hatte ihn nach dem Trainingslauf stärker eingeschätzt», sagte Steiner. Ein Grund dafür könnte der Wechsel von Avon- auf Pirelli-Reifen sein.
Ob Steiner vor dem Saisonauftakt im Thurgau nochmals einen Testlauf absolviert, ist noch offen. Dem Berg-EM-Lauf in Tschechien Anfang Juni wird Steiner nicht beiwohnen. «Mal schauen, ob es sonst noch eine Gelegenheit gibt. Mit dem Sieg in Eschdorf hat die Saison ja mal nicht schlecht angefangen.»
Auch für Ronnie Bratschi lief es in Eschdorf ordentlich. Der Urner gewann auf seinem Mitsubishi Lancer Evo8 die Klasse E1 ab 3000 cm3. Im Gesamtklassement erreichte Bratschi den 21. Rang. Thomas Zürcher wurde 26. Frédéric Neff, alleiniger Starter in der GT-Klasse, belegte Rang 30. Ebenfalls am Start: Robin Faustini. Der Reynard-Pilot fuhr im zweiten Durchgang seine persönliche Bestzeit in 54,258 und belegte Rang 8 im Gesamtklassement.
Das vergangene Wochenende war für einige international tätige Schweizer Rennfahrer ziemlich erfolgreich. Beim Auftakt zur DTM in Hockenheim beispielsweise überquerte Nico Müller im zweiten Rennen am Sonntag als Zweiter die Ziellinie. Nur Audi-Teamkollege René Rast war schneller. Müller hatte das Wochenende mit einer Bestzeit im freien Training begonnen, musste sich dann aber im ersten, verregneten Durchgang am Samstag (Sieger Marco Wittmann auf BMW) mit Rang 8 begnügen. Das trübte die Stimmung beim Berner. «Ich hatte absolut keinen Grip. Ich bin schon in der Einführungsrunde hoffnungslos hinterhergerutscht. Immerhin habe ich als Achter noch vier Punkte geholt. Aber nach der Bestzeit am Freitag hatte ich mir natürlich mehr erhofft.»
Am Sonntag hellte sich die Miene des Audi-Blondschopfs schlagartig auf. Mit einem Raketenstart katapultierte sich Müller auf Rang 2. Diese Position behielt er bis zum Schluss, auch wenn er nach der Zieldurchfahrt meinte: «Ich weiss nicht, wie lange ich Robin (Frijns) noch hätte hinter mir halten können. Es gibt also immer noch Einiges zu tun bis zum nächsten Rennen.»
Müller liegt nach dem ersten Rennwochenende auf dem vierten Zwischenrang mit 22 Punkten. Es führt: Wittman (34), Frijns (31) und Rast (24). Das nächste Rennen findet vom 17.-19. Mai in Zolder statt.
Grund zur Freude hatte auch Sébastien Buemi. Der Allrounder aus der Romandie sicherte sich in Spa-Francorchamps seinen vierten Saisonsieg in der WEC. Das sechsstündige Rennen, das 15 Minuten vor Schluss wegen Schneetreibens (!) abgebrochen werden musste, wurde bis Halbzeit von Buemis Schwesterauto angeführt. Dieses erlitt jedoch ein Sensorproblem, wodurch der Weg für Buemi und seine beiden Teamkollegen Fernando Alonso und Kazuki Nakajima frei war.
Buemi/Alonso/Nakajima liegen in der Meisterschaft mit 31 Zählern Vorsprung komfortabel auf Platz 1. Der zweite Sportwagen-WM-Titel nach 2014 ist für Buemi aber noch nicht im Trockenen. Beim Saisonabschluss in Le Mans (15./16. Juni) gibt es für einen Sieg 38 Punkte. Dazu noch einen Extrazähler für die Pole-Position. Für das Verfolgertrio Conway/Lopez/Kobayashi bedeutet das jedoch, dass es auf jeden Fall in Le Mans gewinnen muss, um Buemi den Titel noch wegschnappen zu können. Der muss mit seinen beiden Teamkollegen im Falle eines Sieges des Schwesterautos mindestens Siebter an der Sarthe werden.
Stark auch der Auftritt von Patric Niederhauser in Brands Hatch. Der Berner, der in Monza schon prophezeite, dass seine Strecken noch kommen, hat beim zweiten Lauf der GT4-Europameisterschaft mit seinem Teamkollegen Reinhard Kofler (A) seinen ersten Sieg gefeiert. «Wir wussten, dass wir beim Boxenstopp eine andere Strategie wählen müssen als die Konkurrenz. Das und die starke Outlap meines Teamkollegen haben uns zum Sieg verholfen», sagte Niederhauser.
Im zweiten Durchgang stand Niederhauser erneut auf dem Podium – diesmal als Dritter. Direkt hinter einem anderen Schweizer: Cédric Freiburghaus, der damit nach Platz 3 in Monza bereits seinen zweiten Podestplatz in dieser Saison feierte.
Nicht auf dem Podest, aber durchaus zufrieden kann auch Fabienne Wohlwend sein. Die mit einer Schweizer Lizenz startende Liechtensteinerin stand beim Auftakt der W-Series in Hockenheim in der ersten Startreihe und beendete das Rennen als Sechste. Es gewann die Engländerin Jamie Chadwick.
Einen weiteren Triumph feierte auch Alex Fontana. Nach seinem Auftaktsieg in Sepang im Rahmen der chinesischen GT-Meisterschaft siegte der Tessiner auch beim zweiten Lauf in Ningbo.
Das nächste Rennen der autobau Schweizer Kart Meisterschaft findet schon in wenigen Wochen statt.
Die Veranstaltung findet am 18./19. Mai 2019 in Château Gaillard (FRA) statt und die Einschreibung ist über register.gvi-timing.net offen.
Nennschluss für den zweiten Lauf ist am 09.05.2019 um 24.00 Uhr.
Bezüglich Zeitmessung konnte für diesen Lauf eine Lösung mit Savoie Chrono gefunden werden.
Sei mit dabei und fahre mit vielen anderen Piloten um Siege und Punkte!
Wir freuen uns auf deine Einschreibung für die autobau Schweizer Kart Meisterschaft und stehen dir für allfällige Fragen gerne zur Verfügung.
Ab heute Freitag dröhnen im Hockenheimer Motodrom wieder die DTM-Motoren. Mittendrin der Schweizer Audi-Pilot Nico Müller. Müller geht in seine sechste Saison in der DTM. In 84 Rennen hat er einen Sieg errungen – 2016 am Norisring. Im Vorjahr hätte er am Red Bull Ring seinen zweiten Erfolg feiern können, hätte er nicht freiwillig für den in der Meisterschaft besser positionierten René Rast Platz gemacht.
Der starke Saisonendspurt von 2018 mit den Platzierungen 3 und 2 (am Red Bull Ring) sowie 7 und 4 (in Hockenheim) macht Müller Mut, dass er in der neuen Saison dort anknüpfen kann, wo er im Vorjahr aufgehört hat. «Ich hoffe, dass wir einen Saisonstart, wie wir ihn 2018 hatten, verhindern können. Und wir dort weitermachen, wo wir Ende 2018 standen. Grundsätzlich habe ich ein gutes Gefühl. Ich bin gut vorbereitet und das Auto liegt mir. Wo man aber als Team steht, kann man so kurz vor der Saison schwer sagen. Die Tests sind nur gering aussagekräftig. Aber ich glaube, wir haben alles gemacht, was in unserer Macht lag. Ich freue mich auf jeden Fall, dass es losgeht.»
Müller hat allen Grund zur Vorfreude. Bei den abschliessenden Testfahrten am Lausitzring fuhr er an seinem zweiten Testtag Bestzeit in 1:35,681 min, am ersten Einsatztag war er als Drittschnellster in 1:35,569 min sogar noch etwas schneller unterwegs. Schnellster Fahrer des Tests, und auch das wird Müller freuen, war sein Teamkollege Robin Frijns. Der Niederländer setzte in 1:35,169 min die Bestmarke. Damit war er mehr als zwei Sekunden schneller als der Trainingsschnellste beim DTM-Event 2018 an gleicher Stelle. Die Zeit gibt einen Eindruck vom Potenzial der DTM-Autos 2019, die dank der neuen Vierzylinder-Turbomotoren rund 100 PS mehr leisten als die Vorgänger mit V8-Saugmotor. Gleichzeitig sank das Fahrzeug-Mindestgewicht um 45 Kilogramm auf 986 Kilogramm. Fans dürfen sich auf die schnellste DTM aller Zeiten freuen.
«Es würde mich nicht überraschen, wenn wir in Hockenheim sogar drei Sekunden schneller fahren als 2018», sagt Müller. «Ich bin ziemlich beeindruckt, dass ein Auto mit Dach so schnell sein kann. Und das nicht nur geradeaus, sondern auch in den Kurven.»
Neben Audi und BMW, die der DTM erhalten geblieben sind, greift Aston Martin mit dem Schweizer Team R-Motorsport (als Ersatz für Mercedes) ins Geschehen ein. Das freut Müller. Gleichzeitig war er bei den Tests beeindruckt von deren Darbietung. «Mit Aston Martin steigt ein grosser Name in die DTM ein und mit R-Motorsport gibt es mehr Swissness», sagt Müller. «Das ist cool. Ich bin überzeugt, die werden besser sein, als sich das viele vorstellen. Mit HWA im Hintergrund haben sie genug Knowhow, um von Anfang an vorne mitzumischen.»
Florian Kamelger, Teamchef von R-Motorsport/Aston Martin hält den Ball flach. «Wir konnten an den vier Testtagen auf dem Lausitzring auf den vielen Long Runs mit insgesamt 3610 zurückgelegten Testkilometern wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung unseres Aston Martin Vantage DTM sammeln. Dabei haben wir, wie bei solchen Tests üblich, ein paar Fehlerquellen identifizieren und abstellen können. Mit der Konstanz bei den erzielten Rundenzeiten sind wir sehr zufrieden, wenn man bedenkt, dass wir nie auf schnelle Rundenzeiten aus waren.»
Während man bei R-Motorsport in Sachen Meisterschafts-Prognosen vorsichtig ist, weiss Müller genau, was er will: «Ich möchte um den Sieg fahren. Und das möglichst an jedem Wochenende.» Spass an der neuen DTM wird Müller auf jeden Fall haben. Auf die höheren Tempis angesprochen meint Müller nur: «Das Grinsen unterm Helm ist dieses Jahr noch breiter als im vergangenen Jahr.»
Emil Frey Racing startet mit zwei Siegen
Nach einem Jahr Pause hat die Mannschaft von Emil Frey Racing im GT Open dort angeknüpft, wo man 2017 aufgehört hat: ganz oben. Damals, Ende Oktober, siegte die Crew um Lorenz Frey noch auf einem Lexus RCF GT3. Inzwischen setzt das Team aus Safenwil zwei Lamborghini Huracán GT3 EVO ein. Und diese bewiesen bei ihrem Debüt am Wochenende in Le Castellet, wozu sie in der Lage sind. Das erste Rennen gewann die Startnummer 63 mit Albert Costa Balboa (E) und Giacomo Altoè (I). Im zweiten Rennen triumphierte Freys zweiter Lambo mit der #14 mit Norbert Siedler (A) und Mikaël Grenier (CDN) am Lenkrad. In der Meisterschaft führen Costa/Altoè. Das nächste Rennwochenende zum International GT Open findet am 25./26. Mai in Hockenheim statt.
Midland neuer Hauptsponsor beim Bergrennen Oberhallau
Der Aargauer Schmiermittelhersteller Midland ist neuer Hauptsponsor des Bergrennens in Oberhallau. «Uns ist die lokale Verankerung sehr wichtig», erklärt Sascha Schlatter, Präsident des Vereins pro Bergrennen Oberhallau (VBO). «Mit Midland haben wir nicht nur ein einen der grössten Hersteller von Schmiermitteln der Schweiz als Partner gewonnen, sondern wohl auch derjenige mit der längsten Tradition.» Hinter Midland steht das traditionsreiche Familienunternehmen Oel-Brack AG, das seit 1880 im Schmierstoffgeschäft tätig ist. Die Marke Midland selbst wurde 2004 gegründet und hat schon zahlreiche Fahrer in der Schweizer Meisterschaft zum Sieg geführt.
Steiner-Herausforderer Volluz bereits in Form
Joël Volluz hat den französischen Bergmeisterschaftslauf Abreschviller-Saint Quirin als Vorbereitung für die Schweizer Bergmeisterschaft genutzt und sich dabei bei teils widrigen Verhältnissen sehr gut in Szene gesetzt. In der eigens geschaffenen Kategorie für «Ausländer» kannte Volluz auf seinem Osella FA30 keine Gegner und siegte souverän. Platz 2 in der Spezialwertung ging an Ronnie Bratschi, der etwas mehr als drei Sekunden auf Volluz verlor. Der in der französischen Meisterschaft eingeschriebene CH-Tourenwagenbergmeister Frédéric Neff verpasste in der Klasse GTTS mit dem vierten Platz das Podium knapp.
74 Teilnehmer beim Porsche-Auftakt am Red Bull Ring
Der erfolgreichste Fahrer der Porsche GT3 Cup Challenge Suisse (GT3 CC) beim Saisonauftakt-Rennwochenende heisst Kusiri Kantadhee: Der Thailänder fuhr auf dem Red Bull Ring im österreichischen Spielberg mit seinem rund 485 PS starken Porsche 911 GT3 Cup einen souveränen Sieg und einen zweiten Platz ein. Mikkel Pedersen aus Dänemark, überlegener Gewinner des ersten Laufs und ebenso Gaststarter wie Kantadhee, liess das zweite Rennen aus. Antonio Teixeira stellte sein Talent mit einem dritten und einem zweiten Platz bei seinem Debüt in der GT3 CupKlasse unter Beweis und übernimmt die Meisterschaftsführung. Die Klasse der Cayman GT4 Clubsport, die im Rahmen des Porsche Sports Cup Suisse (PSCS) fährt, dominierte ebenfalls ein Neueinsteiger: Am Steuer seines 718 Cayman GT4 Clubsport sicherte sich Linus Diener auf dem 4,318 Kilometer langen Grand Prix-Kurs zweimal Rang eins. In der Porsche Driver’s Challenge Suisse (PDC) stand am Ende ein Rückkehrer ganz oben auf dem Podium: Massimo Salamanca absolvierte den Gleichmässigkeitswettbewerb mit den konstantesten Rundenzeiten. Insgesamt gingen 74 Teilnehmer bei perfekten äusseren Bedingungen in der Steiermark auf die Strecke. Das zweite von insgesamt sechs Rennwochenenden der GT3 CC und des PSCS findet vom 6. bis 8. Juni auf dem Circuit Paul Ricard im südfranzösischen Le Castellet statt.
Philip Egli avanciert zum neuen Rekordmann der Schweizer Slalom-Meisterschaft. Beim Saisonauftakt in Interlaken hat er mit seinem vierten Gesamtsieg eine neue Bestmarke aufgestellt. Nun ist ihm dieses Kunststück auch in Frauenfeld gelungen, wo er zum insgesamt fünften Mal in Serie gewinnen konnte. Bei der 20. Ausgabe der Auto-Renntage fuhr Egli in 1:50,68 min Bestzeit. Damit verpasste er seinen eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr um lediglich neun Hundertstelsekunden. «Es war sehr spannend», sagt Egli, der in Frauenfeld seinen 30.Tagessieg feierte. «Leider wurde ich im ersten Lauf kurz vor dem Ziel angehalten, weil sich Marcel Maurer vor mir drehte. Ich bekam eine Laufwiederholung und ging auf Nummer sicher. Im zweiten, respektive meinem dritten Lauf konnte ich die Zeit nicht mehr verbessern, weil es bereits an einigen Stellen wieder feucht war.»
Zweiter hinter Egli wurde Lokalmatador Lukas Eugster auf Ligier-Honda. Der Herisauer musste seinen ersten Lauf ebenfalls wiederholen und verpasste den Gesamtsieg um 0,25 Sekunden. «Auch ich wurde auf meiner ersten Runde aufgehalten», sagt Eugster. «Danach war es schon wieder feucht. Aber ich bin zufrieden. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich auf dieser Strecke so konkurrenz-fähig bin.» Dritter wurde Marcel Maurer, der im morgigen Trainingslauf in 1:49,86 min noch Bestzeit fuhr, im zweiten Lauf aufgrund der Wetterbedingungen aber nicht mehr nachlegen konnte.
Von den übrigen Favoriten gab sich kaum einer eine Blösse. Manuel Santonastaso sicherte sich auf seinem BMW 320 in der Gruppe Interswiss bis 2000 cm3 den Tagessieg. Der Thurgauer brannte bei seinem Heimspiel eine Zeit von 2:00,20 min in den Asphalt und distanzierte Jürg Ochsner (Opel Kadett) um fast eine Sekunde. Auch Christoph Zwahlen hatte seine Klasse im Griff. Zwahlen verwies in seinem giftgrünen Opel Kadett C Urs Banz und Harry Eberle deutlich auf die Ehrenplätze.
Auch Schweizer Meister Martin Bürki sorgte trotz gebrochener Antriebswelle im ersten Durchgang in der Kategorie E1 bis 1600 cm3 für klare Verhältnisse. Eng ging es in der Klasse bis 2000 cm3 zu und her. Am Ende reichte es Ford-Escort-Pilot Reto Steiner sich mit einer guten ersten Laufzeit gegen Titelanwärter Christian Darani (Fiat XI/9) und Danny Krieg (Audi A4) durchzusetzen. Die Rückstände fielen mit 0,07 respektive 0,15 Sekunden jedoch denkbar knapp aus. Der Sieg in der Klasse bis 3000 cm3 ging klar an Hermann Bollhalder auf Opel Speedster. Etwas knapper war die Entscheidung in der Kategorie über 3000 cm3. Hier setzte sich Simon Wüthrich auf seinem VW Golf II gegen Interlaken-Sieger Patrick Drack auf Porsche 997 Cup durch. Platz 3 ging an Daniel Koch.
Und wie sieht es in der Meisterschaft aus? Zusammen mit fünf weiteren Klassensiegern – Egli (E2-SS bis 2000 cm3), Eugster (CN bis 2000 cm3), Santonastaso (IS bis 2000 cm3), Hanspeter Thöni (Peugeot 106, N/ISN bis 1600 cm3) und Zwahlen (IS bis 3000 cm3) – führt Titelverteidiger Martin Bürki die Tabelle nach zwei der acht Saisonrennen noch verlustpunktfrei an.
Schon am Samstag gaben die Piloten aus den Kategorien LOC und den Markenpokalen kräftig Gas. Der Sieg im Suzuki Swiss Racing Cup sicherte sich mit Marcel Muzzarelli ein weiterer Lokalmatador. Der mehrfache Markenpokal-Sieger war in beiden Läufen Schnellster und eroberte mit seinem Sieg die Tabellenführung. Platz 2 ging an Simeon Schneider, Rang 3 an Patrick Flammer. Interlaken-Sieger Sandro Fehr musste sich mit dem sechsten Rang begnügen.
Die Ergebnisse der 20. Ausgabe der Auto-Renntage in Frauenfeld finden Sie im Internet unter http://www.acs-thurgau.ch/ch-de/sektionen/thurgau/motorsport/auto-renntage_frauenfeld.asp
Zum Gesamtsieg hat es nicht gereicht. Aber die Schweizer Vertreter im ADAC GT Masters haben beim Auftakt in Oschersleben kräftig abgeräumt. Einen starken Eindruck hinterliessen vor allem Patric Niederhauser und Ricardo Feller. Der Wechsel von Niederhauser zu HCB-Rutronik Racing hat im Winter noch für ein paar hochgezogene Augenbrauen gesorgt. «Nicht jeder hat verstanden, warum ich diesem Neueinsteiger mein Vertrauen schenke», sagt Niederhauser. In Oschersleben strafte der Berner jedoch alle Kritiker Lügen. Mit einem sensationellen zweiten Platz am Samstag und Platz 4 am Sonntag (trotz 20 kg Zusatzgewicht) bewiesen Niederhauser und sein neues Team, dass man über den Winter vieles richtig gemacht hat.
Den Grundstein zur Podiumsplatzierung am Samstag hatte «Nidi» im Qualifying mit der drittschnellsten Zeit gelegt. Zwar konnte ehemalige GP3-Laufsieger im Renntrimm den Speed der beiden vor ihm liegenden Konkurrenten nicht ganz mitgehen, trotzdem übergab er seinen Audi R8 LMS an Teamkollege Kevin van der Linde an dritter Stelle. Der liess sich nicht zwei Mal bitten und kämpfte sich in der zweiten Rennhälfte auf Platz 2 vor. «Ich bin überglücklich», meinte Niederhauser. «Ich habe gehofft, dass wir nach den Tests gut dastehen. Aber mit einem solchen Ergebnis habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Es freut mich sehr für dieses junge Team. Die Arbeit im Winter hat sich gelohnt.»
Einen Teil des Erfolges schiebt Niederhauser auf den sportlichen Leiter ab, den ehemaligen DTM/ITC-Champion Manuel Reuter. Der meinte in Oschersleben zu Platz 2 im ersten Rennen: «Natürlich freue ich mich. Insbesondere für die Jungs, die hart gearbeitet haben. Aber wir wissen auch, dass es nicht immer so weitergeht. Es werden noch andere Rennen auf uns zukommen.»
Auch Ricardo Feller hat in Oschersleben gross aufgetrumpft. Am Samstag verpasste er und sein belgischer Teamkollege Dries Vanthoor das Podium als Vierte knapp. Am Sonntag lag er im Ziel als Zweiter nur 1,5 Sekunden hinter dem siegreichen Fahrzeug. «Das war ein gelungener Auftakt», meinte der mit 18 Jahren jüngste Fahrer im Feld. «Das war mein erster richtiger Podestplatz. Ausserdem sind wir Zweite im Gesamtklassement. Und dazu noch der Sieg in der Juniorwertung – was will man mehr?»
Einen gelungenen Einstand feierte auch Jeffrey Schmidt. Der Liestaler wurde mit seinem routinierten Teamkollegen Christopher Haase im ersten Rennen Dritter hinter Niederhauser und durfte sich im selbigen Durchgang auch als bester Junior feiern lassen. «Wir sind ja schon 2017 zusammen gefahren», sagt Schmidt. «Und haben das ganze Wochenende harmoniert. Da ist dieses Ergebnis jetzt ein schöner Lohn.»
Doch es gab noch mehr Pokale. Rolf Ineichen sicherte sich nach einem enttäuschenden 22. Rang im ersten Durchgang den dritten Platz im Sonntagsrennen. «Der Regen im Qualifying hat uns in die Karten gespielt», meinte Ineichen, für den es gleichzeitig der 26. Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung war. «Bei trockenen Bedingungen wäre eine solche Platzierung nicht möglich gewesen.»
Auch die Sauber-Junioren im Formel-4-Team von US Racing by Charouz waren in Oschersleben mit fünf Podestplatzierungen erfolgreich. Der Beste aus dem Quartett war Roman Stanek. Der Tscheche gewann den dritten Lauf und führt die Meisterschaft als Rookie überraschend an.
Heute Freitag steigt in Oschersleben der Auftakt zum ADAC GT Masters-Wochenende. Am Start sind auch zahlreiche Schweizer. Einige davon mit Ambitionen auf Top-Platzierungen. Einer der weiss, wie man in der Börde gewinnt, ist Philip Ellis. Der Zuger mit britisch-deutschen Wurzeln wechselte von Phoenix (Audi) zu HTP-Motorsport (Mercedes) und hat im Vorjahr das Auftaktrennen in Oschersleben gewonnen. Die Aufmerksamkeit ist ihm in diesem Jahr gewiss. Teamkollege von Ellis ist kein geringerer als Fabian Vettel, der jüngere Bruder des viermaligen Formel-1-Weltmeisters.
Gute Chancen auf einen Sieg hat neben Rolf Ineichen, der auf einem Lamborghini Huracan von Grasser Racing schon drei Rennen gewinnen konnte, auch Ricardo Feller. Der 18-jährige Aargauer hat von Mücke zu Land Motorsport gewechselt und bildet dort mit dem Belgier Dries Vanthoor ein sehr schlagkräftiges Duo. Wie Feller setzen auch Jeffrey Schmidt und Nikolaj Rogivue auf Audi. Schmidt teilt sich seinen R8 bei Mücke Motosport mit Christopher Haase, Rogivue fährt an der Seite von Stefan Mücke.
Auch Rückkehrer Patric Niederhauser (ebenfalls Audi R8) will ein Wörtchen um Podestplätze mitreden. Der Berner geht mit Ex-Meister Kevin van der Linde aus Südafrika für HCB-Rutronik Racing auf Punktejagd. Neu dabei ist Hugo de Sadeleer. Der Romand sitzt in einem Aston Martin Vantage von PROpeak Performance. Um den Gewinn der Pirelli Trophy geht es Remo Lips. Der Zürcher hat diese Wertung als bester Privatier bereits 2016 und 2018 gewonnen.
Auch in der neugeschaffenen GT4 sind drei Schweizer am Start: Florian Thoma (Aston Martin Vantage), Alain Valente (McLaren 570S) und Nico Rindlisbacher (Audi R8 LMS). In der TCR, die im Rahmenprogramm fährt, greifen mit Julien Apothéloz und Joshua C. Reynolds zwei weitere Eidgenossen nach Lorbeeren. Und last but not least: Grégoire Saucy. Der ehemalige Jenzer-Pilot fährt in diesem Jahr für R-ace GP in der deutschen Formel 4. Bei Testfahrten glänzte er mit Bestzeiten. Ob er diese umsetzen und sich u.a. auch gegen die vier Sauber-Junioren von US Racing by Charouz durchsetzen kann, wird sich zeigen.
Die zweite Runde der Simracing-Meisterschaft in Lausanne hat einen klaren Sieger hervorgebracht: Benoît Chauche. Der 21-Jährige war im Simulator von Simulpro eine halbe Sekunde schneller als die Konkurrenz und qualifizierte sich so locker für das Finale in Bern am 22. Juni.
Neben Simracer Chauche, der bei Simulpro schon vor dieser Ausscheidung ein Förderprogramm gewann, setzten sich auch Sylvain Villet, Nathanaël Mahler und Romain Maffina durch. Mit den vier Schnellsten aus Horgen stehen damit die ersten acht Finalisten fest. Insgesamt nahmen in Lausanne 36 Teilnehmer an der zweiten Ausscheidung teil.
Gefahren wurde erneut auf einem Porsche 911 GT3 Cup. Diesmal allerdings nicht auf der ehemaligen GP-Rennstrecke am Nürburgring, sondern auf dem berühmt-berüchtigten Rundkurs von Laguna Seca in Kalifornien.
Die nächste Runde findet im Porsche Motorsport Lounge in Frenkendorf/BL am 25. Mai statt. Fahrer, die die Qualifikation bisher verpasst haben, sollten die Gelegenheit nutzen, es nochmals zu versuchen. Bestes Beispiel dafür ist Nathanaël Mahler. In Horgen war der 15-Jährige als 13. noch gescheitert. In Lausanne gelang ihm als Dritter souverän die Qualifikation.
Weitere Infos sowie Anmeldeformulare zur ersten Simracing-Meisterschaft der Schweiz gibt es unter http://simracingseries.ch
Das nächste Rennen der autobau Schweizer Kart Meisterschaft findet schon in wenigen Wochen statt.
Die Veranstaltung findet am 18./19. Mai 2019 in Château Gaillard (FRA) statt und ab sofort die Einschreibung ist über register.gvi-timing.net offen.
Nennschluss für den zweiten Lauf ist am 09.05.2019 um 24.00 Uhr.
Bezüglich Zeitmessung konnte für diesen Lauf eine Lösung mit Savoie Chrono gefunden werden.
Sei mit dabei und fahre mit vielen anderen Piloten um Siege und Punkte!
Wir freuen uns auf deine Einschreibung für die autobau Schweizer Kart Meisterschaft und stehen dir für allfällige Fragen gerne zur Verfügung.
ASS TCR Hill Climb Series wird auf 2020 verschoben aber die Markenrechte für eine TCR-Klasse bei Bergrennen wird 2019 allen 6 Teilnehmer-Ländern bei Interesse zugesprochen.
Nur gerade zwei Wochen vor Saisonstart muss die ASS TCR Hill Climb Series um ein Jahr verschoben werden. Die TCR Hill Climb Series, welche die TCR-Piloten an die Berge bringen soll, muss um ein Jahr auf 2020 verschoben werden. Aber es gibt nicht nur vermeintlich schlechte Nachrichten sondern auch ein Gute für alle TCR-Piloten und Fans. Anlässlich eines kurzfristig einberufenen Meetings mit der WSC Gruppe (Rechteinhaber der TCR) konnte sich Auto Sport Schweiz mit dem Inhaber Marcello Lotti darauf einigen, die TCR Klasse im kommenden Jahr 2019 in sämtlichen 6 vorgesehenen TCR Hill Climb Series Austragungsnationen zuzulassen. Somit kann jeder Veranstalter von Bergrennen in den Ländern Luxemburg, Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und der Schweiz (hatte diese Rechte bereits in der Vergangenheit) eine offizielle TCR-Klasse bereits 2019 anbieten und den Fahrern so eine Startmöglichkeit bieten.
Die Veranstalter resp. die Landesverbände werden in den kommenden Tagen bezüglich der Zulassung von TCR-Klassen 2019 kontaktiert.
Bezüglich der ASS TCR Hill Climb Series 2020 wird sich Auto Sport Schweiz zeitnah mit den sechs geplanten Veranstaltungen in Verbindung setzen und das weitere Vorgehen klären. Gerne würde man die selben sechs Veranstalter für 2020 berücksichtigen, sind diese doch zu jedem Zeitpunkt sehr kooperativ gewesen und haben die TCR Hill Climb Series mit bestem Wissen und Gewissen unterstützt. Mit genügend Vorlaufzeit und einer gezielten Promotion soll es gelingen, für 2020 genügend Piloten zur Teilnahme bewegen zu können.
Ebenfalls verschoben auf 2020 wird die Durchführung der TCR Swiss Trophy im Rahmen der TCR Germany. Nur gerade zwei Schweizer Piloten fungieren auf der Meldeliste der 20 eingeschriebenen Piloten zur TCR Germany und sowohl der organisatorische wie auch der finanzielle Aufwand würden hier den Rahmen ebenfalls sprengen.
Die Geschäftsführung von Auto Sport Schweiz und Marcello Lotti (WSC Gruppe) bedauern die Verschiebung auf 2020 sehr, sind aber überzeugt, mit getroffenen Lösung 2019 einen erfolgreichen Schritt gemacht zu haben.
Die Schweizer Slalom-Cracks gehen in die zweite Runde. Am 27./28. April finden zum 20. Mal die Frauenfelder Auto-Renntage statt. 360 Fahrer haben sich eingeschrieben – mehr geht nicht. Damit dürfen sich die Fans im Thurgau auf volle Startfelder und viel Rennaction freuen. Allein in der Kategorie Interswiss stehen 49 Fahrzeuge am Start. Und auch in der Kategorie E1 haben sich 48 Teilnehmer angemeldet. Insgesamt werden 140 Fahrer um Schweizer Meisterschaftspunkte fahren. Der Rest tritt in den LOC- und Cup-Klassen an.
Der Samstag ist für die LOC-Klassen und die Markenpokale von Porsche, Abarth und Suzuki reserviert. Los geht es ab 8.30 Uhr bis ca. 18 Uhr. Am Sonntag stehen die ersten Trainingsläufe ab 9 Uhr auf dem Programm. Bis 18 Uhr sollten alle Kategorien ihre Finalläufe ausgetragen haben. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 10 Franken (am Samstag) und 15 (am Sonntag). Wochenendkarten gibt es für 20 Franken. Kinder bis 16 Jahre haben freien Zutritt.
Der Kampf um den Tagessieg auf der mit 47 Toren gespickten, 2,7 km langen Strecke werden wohl wie in Interlaken Philip Egli (auf Dallara F393 EPR-2) und Marcel Maurer (Tatuus-Renault) unter sich ausmachen. Es sei denn, Lukas Eugster gelingt bei seinem Heimrennen auf seinem Ligier-Honda die Überraschung. Der Lokalmatador ist nach dem Auftakt in Interlaken jedenfalls hochmotiviert. «Der Ligier ist zwar 40 Zentimeter breiter als der Renault, den ich bisher hatte», sagt Eugster, «aber er lenkt gut ein und so lag ich in Interlaken nur 1,36 Sekunden hinter der Spitze.» Neben Eugster zählt auch Daniel Mauerhofer zu den Podestkandidaten. Letzterer hatte in Interlaken noch auf den Start verzichtet und will sich nun in Frauenfeld an seinen neuen Dallara-Nissan V6 gewöhnen. Nicht am Start ist Tom Zürcher. Zum Zeitpunkt des Nennschlusses war noch nicht klar, wann der neue Motor für seinen F4-Tatuus fertig wird und in welcher Hubraumklasse er antreten soll.
In den Spezialwagengruppen Interswiss und E1 geht es zum ersten Mal in dieser Saison um Punkte in der IS-Trophy. Favorit auf den Tagessieg ist Lokalamatador Manuel Santonastaso. Doch der Slalom-Gesamtzweite des Vorjahres wird keine leichte Aufgabe haben. Jürg Ochsner im Opel Kadett 16V wird den Thurgauer bestimmt herausfordern. Auch Christian Darani (Fiat X1/9) wird sich nach dem Auftaktsieg in Interlaken in der E1 strecken müssen. Mit Rückkehrer Danny Krieg (Audi A4 STW), Reto Steiner (Ford Escort RS) und Daniel Kammer (Honda Civic) muss Darani sich gleich gegen drei hochkarätige Herausforderer behaupten. Auch Schweizer Meister Martin Bürki (Klasse E1 1401-1600 cm3) peilt in Frauenfeld das Punktemaximum an, nachdem er in Interlaken bewiesen hat, dass er mit seinen 51 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Übrigens: Bürki hat in Frauenfeld bereits einmal den Tagessieg errungen: 2014 – schon damals im giftgrünen VW Polo.
Eng wird es auch bei den Tourenwagen. Vorjahressieger Simon Wüthrich (VW Golf Turbo) trifft hier unter anderem auf Interlaken-Gewinner Patrick Drack auf Porsche GT3, Jürg Beiner auf BMW M3 GTR, Bruno Ianniello auf Lancia Delta S4 und Hermann Bollhalder auf Opel Speedster.
Wie schon in Interlaken kann Philip Egli auch in Frauenfeld eine neue Rekordmarke aufstellen. Der Zürcher ist bei seinem «Heimrennen» in Frauenfeld seit 2015 ungeschlagen. Doch Egli ist nicht der Einzige mit vier Gesamtsiegen im Thurgau. Jean-Jacques Dufaux hat zwischen 2007 und 2010 ebenfalls vier Mal in Serie gewonnen. Ein fünfter Sieg von Egli und er wäre alleiniger Rekordhalter.
Mehr über den Slalom in Frauenfeld erfahren Sie im Internet unter www.acs-thurgau.ch/ch-de/sektionen/thurgau/motorsport/auto-renntage_frauenfeld.asp
Lilian Bryner hat Geschichte geschrieben. Als erste und bisher einzige Frau hat sie 2004 bei den 24h von Spa-Francorchamps den Gesamtsieg errungen. Zuvor hatte erst eine Frau bei einem 24-Stunden-Rennen ganz oben gestanden: Sabine Reck (heute Schmitz). Die Deutsche gewann 1996 und 1997 das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring.
Bryners Erfolg in Spa war das Highlight einer Karriere, die Anfang der Neunzigerjahre begann. «Ich bin eigentlich nur durch Zufall zum Rennsport gekommen», sagt Lilian, die heute Sonntag ihren 60. Geburtstag feiert, gegenüber Auto Sport Schweiz. «1990 ging ich mit ein paar Freunden nach Monza, um einige Runden mit einen Porsche zu drehen. Das hat mich so fasziniert, dass ich im folgenden Jahr angefangen habe Rennen zu fahren.»
Bryner nimmt anfangs am italienischen Porsche Cup sowie der deutschen Carrera Trophy teil. Dabei lernt sie ihren späteren Lebenspartner Enzo Calderari kennen, mit dem sie 1993 ihr Debüt bei den 24 Stunden von Le Mans gibt. Angst kennt die zierliche Tessinerin nicht. Schon vor ihrer Rennkarriere hat sie mit nicht ganz alltäglichen Hobbies wie Fallschirmspringen und Tiefseetauchen den Adrenalinkick gesucht. 1980 wäre sie ausserdem bei den Olympischen Spielen in Moskau im Springreiten dabei gewesen, hätte sich die Schweiz damals nicht dem Boykott angeschlossen. Auch Fliegen zählt schon früh zu ihren Leidenschaften. Das Flugbrevet erwirbt Bryner noch bevor sie beim ACS ihre Rennlizenz löst.
1994 folgt ein weiterer Höhepunkt in der Karriere der in Mailand geborenen Tochter eines Schweizer Textilfabrikanten. In Le Mans wird sie auf einem Porsche Carrera Zweite in der GT2-Klasse. «Das war nach Spa und den Klassensiegen in Daytona mein grösster Erfolg», sagt Bryner stolz. Doch die schnelle Lady hat noch nicht genug. Es folgen weitere Siege auf Porsche, ehe Bryner 1998 auf den Ferrari 333SP umsteigt. Mit diesem Prototypen-Geschoss schrammt Bryner 1999 in Daytona am Podest vorbei. Rang 4 sollte das beste Ergebnis beim 24-Stunden-Klassiker in Florida bleiben.
Doch der Hunger nach mehr motorsportlichen Erfolgen ist noch nicht gestillt. Ab 2002 bestreitet Bryner auf Ferrari 550 die FIA-GT-Meisterschaft. 2003 schafft sie es bei den 24-Stunden von Spa als Zweite aufs Podest. Acht Runden fehlen zum Gesamtsieg. Partner Calderari ist überzeugt, dass man dem Sieg nie mehr so nahe kommen wird. Doch da täuscht er sich. Ausgerechnet am 1. August 2004, am Schweizer Nationalfeiertag, gewinnt Bryner zusammen mit Calderari sowie den beiden Italienern Fabrizio Gollin und Luca Cappellari in Spa das legendäre 24-Stunden-Rennen. «Dieser Sieg», lässt sie sich damals zitieren, «ist nicht nur der grösste Triumph für uns als Team. Er zeigt auch, wozu eine Frau fähig ist.»
Nach ein paar Rennen für Aston Martin 2006 hängt Lilian den Helm an den Nagel. Der Rücktritt vom Rennsport ist unabdingbar. «Ich habe vor zwölf Jahren komplett aufgehört. Ich begleite Enzo hin und wieder zu Rennen. Aber selber fahre ich nicht mehr.» Das Interesse ist im Allgemeinen zurückgegangen. Zwischendurch schaue sie sich den Start eines Formel-1-Rennens an, meint Bryner. Mehr aber nicht.
Den schnellen Sportwagen von damals hat sie gegen einen Hubschrauber eingetauscht. Als Fluginstruktorin in Ambri bei der Heli Rezia bildet Bryner zukünftige Piloten aus. «Ich war ja schon vor meiner Zeit im Rennsport Flugzeuginstruktorin. Als ich mit dem Rennsport aufgehört habe, bin ich zur Fliegerei zurückgekehrt. Statt Passagier- und Frachtmaschinen fliege ich heute Hubschrauber.» Ihre Vergangenheit als Rennfahrerin hilft ihr dabei. «Feingefühl und Konzentration auf höchstem Niveau gehören in beiden Fällen zum Grundrüstzeug», meint Bryner.
Und wie verbringt sie ihren 60. Geburtstag? Lilian lacht: «Ich bin Zuhause mit meiner Familie und suche mit meinen Enkelkindern Ostereier im Garten.»
Auto Sport Schweiz gratuliert und wünscht zum 60. Wiegenfest alles Gute.
Das nächste Rennen der autobau Schweizer Kart Meisterschaft findet schon in wenigen Wochen statt.
Die Veranstaltung findet am 18./19. Mai 2019 in Château Gaillard (FRA) statt und ab sofort ist die Einschreibung über register.gvi-timing.net offen.
Nennschluss für den zweiten Lauf ist am 09.05.2019 um 24.00 Uhr.
Bezüglich Zeitmessung konnte für diesen Lauf eine Lösung mit Savoie Chrono gefunden werden.
Sei mit dabei und fahre mit vielen anderen Piloten um Siege und Punkte!
Wir freuen uns auf deine Einschreibung für die autobau Schweizer Kart Meisterschaft und stehen dir für allfällige Fragen gerne zur Verfügung.
Die oberste Automobilbehörde FIA hat neue Sicherheitsrichtlinien veröffentlicht, mit denen Zuschauer bei Rallyes über Gefahren aufgeklärt und zu sicherem Verhalten angeleitet werden sollen. Die Richtlinien enthalten laut FIA die besten Praktiken, die derzeit in der Rallye-Weltmeisterschaft angewendet werden. Und die von Rallye-Organisatoren auf regionaler und nationaler Ebene ebenfalls verwendet werden können.
Die Nähe zu den Autos ist Teil des aufregenden Zuschauererlebnisses einer Rallye. Um Unfälle zu vermeiden, will die FIA mit den veröffentlichten Richtlinien den Veranstaltern helfen, den Schutz der Zuschauer weiter zu erhöhen. Die nun erarbeiteten Sicherheitsrichtlinien sind das Ergebnis von zwei Jahren Forschung und Beratung. Das Ergebnis: ein 100-seitiges Handbuch für bewährte Sicherheitsmassnahmen.
Darin fordert die FIA alle nationalen Sportbehörden auf, bei jeder von ihnen genehmigten Veranstaltung ihre eigenen Sicherheitsdelegierten einzusetzen. Diese Massnahme wird durch ein Schulungsprogramm für Sicherheitsbeauftragte mit einem Pilot-Seminar in diesem Jahr unterstützt. Ab 2020 werden regionale Schulungsseminare für diese Sicherheitsdelegierten aus allen Ländern der Welt durchgeführt.
Weitere wichtige Punkte in den Leitlinien betreffen u.a. die Rolle und die Zuständigkeiten der Offiziellen, die Verwendung von Safety-Cars, die Kommunikation mit Marshalls und Fans sowie das richtige Vorgehen bei Zwischenfällen. Viele dieser Initiativen sind so konzipiert, dass sie mit geringen bis keinen Kosten umgesetzt werden können. Die FIA wird mit den einzelnen Verbänden zusammenarbeiten, um dies sicherzustellen.
Yves Matton, Direktor der FIA-Rallye, sagt: «Sicherheit ist der Schlüssel für die Nachhaltigkeit des Rallyesports in der Zukunft. Das sehen wir weltweit. Diese Richtlinien werden dazu beitragen, die richtigen Verhaltensweisen und Abläufe im Rallyesport beizubringen.»
Mehr Informationen zum Thema sowie sämtliche Richtlinien sind online bei der FIA abrufbar: www.fia.com/news/fia-launches-rally-safety-guidelines
Er galt nach Fabio Leimer und Nico Müller als das grosse Schweizer Talent. Und als GP3-Laufsieger zählte er zwischen 2012 und 2014 stets zum engeren Favoritenkreis. Doch der Durchbruch wollte Patric Niederhauser nicht gelingen. Auch nicht 2015, als er in Monza bei Lazarus für ein Wochenende GP2 fahren durfte. Mit dem Wechsel zu Lamborghini in die Super Trofeo kehrte «Nidi» dem Formelsport den Rücken. Doch richtig Fahrt nahm seine Karriere im GT-Sport erstmals nicht auf.
In diesem Jahr sieht die Motorsport-Welt für den inzwischen 27-jährigen Kirchdorfer wieder rosiger aus. In Monza startete er am Wochenende zu seinem ersten GT4-Rennen im Rahmen der «European Series». Zusammen mit dem Österreicher Reinhard Kofler greift Niederhauser dort für das KTM-Werksteam True Racing ins Lenkrad. Parallel teilt er sich im ADAC GT Masters einen Audi R8 LMS im Team HCB-Rutronik Racing mit Kelvin van der Linde, dem GT-Masters-Champion von 2014. «Ich bin sehr glücklich, dass ich dieses Jahr ein Doppelprogramm fahren darf», sagt Niederhauser. «Die letzten Jahre waren motorsportlich betrachtet nicht immer einfach für mich.»
Vor dem Auftakt in Monza war Niederhauser noch skeptisch. Seinem KTM X-Bow GT4 fehle es an Topspeed, meinte er. «Was in Monza mit den langen Geraden ein Handicap ist.» Davon war im Qualifying nicht sehr viel zu spüren. Niederhauser stellte seinen KTM-Boliden auf Startplatz 9 fürs erste Rennen, Koffler qualifizierte sich gar als Sechster für Durchgang 2. Im ersten Rennen übergab Niederhauser das Auto als Achter. «Leider hatte mein Teamkollege gleich zu Beginn seines Stints einen Schaden am Ladeluftschlauch. Und wir mussten das Rennen aufgeben.» Doch in Lauf 2 revanchierte sich das KTM-Duo mit Rang 4. Bei widerlichen Verhältnissen. «Ich konnte aufgrund der Gischt kaum etwas sehen», sagt Niederhauser. «Ich habe mich an den Aufstellern seitlich neben der Strecke orientiert, um meinen Bremspunkt zu finden. Leider waren die ersten drei schon zu weit weg, sodass das Podium für uns ausser Reichweite war.»
Ein solches peilt Niederhauser für den zweiten Lauf in Brands Hatch an (4./5. Mai). «Unsere Strecken kommen erst noch», meint der ehemalige Jenzer-Pilot. «Ich bin guter Dinge, dass wir dieses Jahr noch das eine oder andere Erfolgserlebnis haben werden.»
Davon träumt «Nidi» auch in zehn Tagen, wenn in Oschersleben der Saisonauftakt der GT Masters steigt (26.-28. April). «Wo wir dort genau stehen, werden wir erst im Qualifying sehen», sagt Niederhauser. «Aber die letzten Tests verliefen sehr gut.» Eines steht fest: Niederhauser ist nach motorsportlich mageren Jahren definitiv zurück. Und er hat im GT-Sport gleich eine doppelte Heimat gefunden.
Die erste Runde in der Simracing Series ist durch. Und damit stehen die ersten vier Finalisten fest. Es sind dies: Fredy Eugster, Manuel Waibel, Manuel Sudau und Reto Hartmann. «Gefahren» wurde auf der ehemaligen GP-Rennstrecke am Nürburgring. Mit einem Porsche 911 GT3 Cup. Die Bestzeit markierte Eugster in 1:58,417 min – klar vor Waibel (1:59,008) und Sudau (1:59,147 min).
Für all die, die sich nicht qualifiziert haben, bietet sich schon diese Woche (am Samstag) die nächste Gelegenheit, einen der 16 Finalplätze zu ergattern. Und zwar im SimulPro in Lausanne. Diesmal wird nicht auf dem Nürburgring gefahren, sondern auf der spektakulären Berg- und Talstrecke von Laguna Seca/Kalifornien. Anmeldungen und weitere Infos gibt es unter http://simracingseries.ch. Eine Alterslimit gibt es übrigens bei der Simracing Series keine. Der älteste Teilnehmer bei der ersten Quali-Runde in Horgen war Peter Wiederkehr mit 78 Jahren!
Nach dem Event in Lausanne stehen noch zwei weitere Qualifikationsrunden auf dem Programm: am 25. Mai im Porsche-Zentrum in Frenkendorf/BL und am 22. Juni bei der Racing Fuel Academy in Bern. Am selben Tag findet im Rahmen des e-Prix in Bern dann auch das Finale statt.
Beim Saisonauftakt in Frankreich waren es 3,6 Sekunden, die über Sieg und Niederlage entschieden haben. Beim zweiten Lauf im Jura betrug der Vorsprung des Siegers 4,5 Sekunden. In beiden Fällen hatte der amtierende Meister Ivan Ballinari das bessere Ende für sich. Während der Tessiner bei der Pays du Gier seinen fünften Gesamtsieg bejubeln durfte, feierte «Bally» bei der Critérium Jurassien Premiere. Dementsprechend gross war die Freude über den ersten Sieg. «Ich bin die vergangenen drei Jahre jeweils Zweiter geworden», sagt Ballinari, «dass es nun endlich geklappt hat, ist grossartig. Ich freue mich vor allem für meinen Co-Piloten Pagani Giusva. Es ist seine Lieblingsrallye. Und nun haben wir sie endlich gewonnen.»
Ballinari lieferte sich zwei Tage lang einen spannenden Schlagabtausch mit Lokalmatador Michaël Burri. Der Vorjahressieger erwischte den besseren Start und ging in der ersten Prüfung in Führung. Doch Ballinari konterte in SP2 und nahm Skoda-Markenkollege Burri 12,9 Sekunden ab. «Ich bin in der zweiten Prüfung schlecht gefahren», erklärt Burri. «Das hat mich den Sieg gekostet.» Zu diesem Zeitpunkt war aus dem erwarteten Drei- bereits ein Zweikampf geworden. Der achtfache Schweizer Meister Grégoire Hotz, beim Saisonauftakt noch starker Zweiter hinter Ballinari, musste die Segel nach einem Unfall in der zweiten Prüfung streichen.
Am Samstag baute Ballinari seine Führung zuerst um weitere 2,5 Sekunden aus, ehe Burri mit fünf Bestzeiten den Rückstand auf 4,5 Sekunden verringerte. Zum grossen Finale kam es danach nicht mehr. Die Zuschauerprüfung am Rande des Fahrerlagers in Saignelégier musste wegen Problemen mit der Zeitnahme abgebrochen wurde. «Es ist schwer zu sagen, wo wir die 4,5 Sekunden auf Michaël herausgeholt haben», sagt Ballinari. «Für mich war entscheidend, dass wir auf der Prüfung von St. Brais nach La Combe, auf der wir 2014 abgeflogen sind, nur eine Sekunde verloren haben.»
Nach zwei Läufen liegt Ballinari mit dem Punktemaximum von 77 Zählern an der Spitze. Zweiter ist Burri mit 60 Punkten – gefolgt von Jean-Marc Salomon (46), der im Kampf um Platz 3 im Jura gegen Steeves Schneeberger (beide auf Ford Fiesta R5) den Kürzeren zog. Grégoire Hotz liegt nach zwei Läufen auf Rang 8 (29 Punkte). In Sachen Titelverteidigung sagt Ballinari: «Es ist klar, dass wir nach zwei Siegen nun sehr bestrebt sind, für den Rest der Saison das Budget zusammenzukriegen.»
Der Sieg in der Junior-Kategorie sicherte sich wie schon bei der Pays du Gier Jonathan Michellod auf Peugeot 208 R2. Allerdings profitierte der Walliser vom Pech des Sacha Althaus. Der erlitt auf der vierten Prüfung einen Reifenschaden, was ihn rund zweieinhalb Minuten kostete. Im Ziel lag der Sohn von Nicolas Althaus, der auf den Start im Jura verzichten musste, nur noch 1:06 min hinter dem siegreichen Duo Michellod/Fellay.
Den zweiten Saisonsieg feierte auch der Franzose Styve Juif in der Clio R3T Alps Trophy. Bester Schweizer: Ismaël Vuistiner. In der Trophée Michelin setzte sich Sébastien Berner aus Vétroz durch. In der historischen Klasse, der VHC, ging der Sieg an den Walliser Marc Valliccioni auf BMW M3.
Die kompletten Ergebnisse finden Sie auf www.criterium-jurassien.ch
Ein Schweizer in der ADAC Formel 4
Knapp zweieinhalb Wochen vor dem Start der fünften Saison der ADAC Formel 4 probte der Nachwuchs in Oschersleben schon einmal den Ernstfall. Aus Schweizer Sicht verlief der letzte offizielle Test vor dem Saisonstart besonders erfolgreich. Gregoire Saucy, der für das Team R-ace GP an den Start geht, war an beiden Tagen Schnellster. «Es hat super funktioniert», meinte der Jurassier. «Ich habe mich im Auto sehr gut gefühlt. Aber wir haben auch noch viel Arbeit vor uns. Dass ich ganz vorne war, freut mich natürlich und lässt mich positiv und zuversichtlich in die neue Saison gehen. Wo wir stehen, werden wir aber erst beim ersten Rennwochenende sehen.»
Yannick Mettler: Nordschleife und Le Mans
Im März hat Yannick Mettler einen Teil seines Motorsportprogramms für 2019 veröffentlicht (24-Stunden-Rennen und einzelne VLN-Läufe auf Mercedes-AMG). Nun hat der 29-jährige Luzerner den Rest seiner motorsportlichen Aktivitäten verraten. Mettler wird mit «Jeffrey» alias Dexter Müller den Le Mans Cup auf einem Mercedes AMG GT3 bestreiten. «Mein Ziel für dieses Jahr war es, erste Rennen in der GT3 zu bestreiten. Ich freue mich sehr, dass ich nun die Chance dazu bekomme und sogar eine komplette Saison auf einigen der besten Rennstrecken Europas bestreiten darf. In Kombination mit den Nordschleifen-Highlights ist es für mich das perfekte Programm», so Mettler. Das erste Rennen zum Le Mans Cup findet dieses Wochenende in Le Castellet statt.
Sandro Zeller gewinnt in Monza
Sandro Zeller hat im Drexler Automotive Formel Cup dort weitergemacht, wo er 2018 aufgehört hat: ganz oben auf dem Podest. Der Oetwiler gewann beim Saisonauftakt der österreichischen F3-Rennserie beide Läufe. Eigentlich hätte der Sohn von Schweizer Rekordmeister Jo Zeller in dieser Saison im European Masters fahren sollen. Doch die bis vor einem Jahr im Rahmen der DTM ausgetragene Formel-3-Meisterschaft wurde aus Mangel an Teilnehmern abgesagt.
Auftakt zur Blancpain Series in Monza
An diesem Wochenende steigt in Monza der Auftakt zur Blancpain Series. Mit dabei sind zahlreiche Schweizer. Allen voran Kris Richard, der als R-Motorsport-Junior im Team von Lazarus einen Lamborghini Huracan GT3 steuert. Dasselbe Auto fährt auch Rolf Ineichen, der mit Siegen in Daytona und Sebring nicht erfolgreicher hätte in die Saison starten können. Ebenfalls in der GT3 am Start: Lucas Mauron (wie Ineichen bei Grasser Racing unter Vertrag) und Philipp Frommenwiler, der in einem NSX GT3 Evo ein Wörtchen um Siege mitreden will. Auch in der GT4 mischen mehrere Schweizer mit. Unter anderem: Cédric Freiburghaus (Audi R8 LMS), Pascal Bachmann, Florian Thoma (beide Aston Martin Vantage), Patric Niederhauser (KTM X-Bow) und Niki Leutwiler (Porsche 718 Cayman CS). Mehr Infos sowie die Zeitpläne von Monza finden Sie auf: www.blancpain-gt-series.com
Bergrennen, ob lokal, national oder international, erfreuen sich grosser Beliebtheit. Gleichzeitig hat die FIA in den vergangenen Jahren festgestellt, dass die oftmals fehlende Transparenz der Fahrzeugeinteilungen für Gesprächsstoff sorgt. Und dem möchte die oberste Automobilbehörde nun entgegenwirken.
Das Zauberwort dafür heisst «Performance factor», kurz «Pf». Damit will die FIA für alle Hill Climb-Wettbewerbe eine möglichst grosse Auswahl an Serienfahrzeugen klassifizieren. Wie das funktioniert, demonstriert die oberste Automobilbehörde auf einer eigens geschaffenen Webpage: www.fia.com/performance-factor. Auf dieser Seite kann jeder für sein Auto seinen «Performance factor» selber errechnen. Ziel ist es, die technischen Eigenschaften, die in einem Auto leicht messbar sind, so zusammenzutragen, um einen Pf-Wert zu generieren, der dann die Klasse bestimmt, in der das Fahrzeug antreten kann.
Die Formel, die den Pf-Wert generiert, ist eine Gleichung zwischen dem Renngewicht des Fahrzeugs (inkl. Fahrer) und der Zuordnung von Parametern in Bezug auf Motor, Getriebe, Aerodynamik und Fahrwerk. Sinn und Zweck der Einstufung ist die Reduzierung der Anzahl Klassen. Dadurch, so erhofft sich die FIA, sollen die Ergebnisse klarer und das Wettbewerbsniveau bei den Veranstaltungen gesteigert werden.
Um auf die Webpage zuzugreifen, gibt es zwei Möglichkeiten. Ein «öffentlicher» Zugang, der jedem User offen steht und keine Registrierung erfordert. Sowie ein «Wettbewerber»-Zugriff, bei der eine kostenlose Registrierung erforderlich ist. Im ersten Fall kann man den «Pf» für jedes beliebige Auto berechnen und lernt so die Funktionalitäten und Möglichkeiten der Plattform kennen. Im Falle einer Registrierung bietet einem die Webpage zusätzliche Funktionen. So können zum Beispiel mehrere Fahrzeuge zugleich erfasst werden, wodurch verschiedene technische Konfigurationen simuliert, verglichen und gespeichert werden können.
Für Teilnehmer der Schweizer Bergmeisterschaft ist in diesem Zusammenhang wichtig zu wissen: Der «Performance factor» wird 2019 NUR im Rahmen des FIA European Hill Climb Championship an ausgewählten Veranstaltungen getestet. Wenn er verspricht, was er hält, soll er dort 2020 zum Einsatz kommen. Insofern die Erfahrungen im internationalen Bereich erfolgreich sind, wird die Technische Kommission von Auto Sport Schweiz prüfen, ab wann der «PF» auch in der Schweiz eingeführt werden kann.
Remo Käser ist 108 Kilogramm schwer und 1,89 m gross. Nicht unbedingt Gardemasse für einen Rennfahrer. Doch der Schwinger, Dritter beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2016 in Estavayer, liess sich davon nicht abhalten. Bei der Premiere des Suzuki Swiss Racing Cup in Interlaken nahm der «Alpengladiator» im VIP-Auto Platz. Sein Résumé nach dem ersten Einsatz: «Ich habe noch viel Luft nach oben…»
Du hast als Markenbotschafter von Suzuki den Slalom Interlaken bestritten. Wie war’s?
Booaahhh…, es hat super Spass gemacht. Schon cool, wenn man sich mit 38 Fahrern und mit identischen Autos messen kann. Eine tolle Erfahrung. Ich würde am Liebsten gleich wieder auf die Strecke.
Hattest du schon Erfahrung im Rennsport?
Nein, nicht wirklich. Denke, das hat man am Resultat (15 Sekunden Rückstand auf den Sieger) gesehen… (lacht). Aber ich probiere gerne neue Dinge aus. Und Racing hat mich schon immer sehr gereizt. Mal auf die Rennstrecke und sich messen lassen, ist doch irgendwie ein Kindheitstraum von uns Jungs. Ich kann es allen nur empfehlen, am Suzuki Racing Cup teilzunehmen.
Hast du dir vor deinem Einsatz Tipps bei erfahrenen Rennfahrern geholt?
Ich habe mich kurz vor dem Rennen mit Patrick Flammer vom Flammer Team Glarus ausgetauscht. Ihn kenne ich von seiner Arbeit bei Suzuki Schweiz. Aber auch alle anderen im Fahrerlager waren sehr hilfsbereit und offen für Ratschläge.
An der Kraft mangelt es bei dir nicht. Was hat dich im Rennauto vor die grösste Herausforderung gestellt?
Da aufgrund des Zeitmangels keine Trainingsrunden möglich waren, hatte ich Mühe mir die Slalom-Führung zu merken. Grundsätzlich habe ich im Vergleich zu meinen Racing-Kollegen überall noch viel Luft nach oben.
Wie gross ist das Gewichts-Handicap?
Mit 108 Kilogramm geht das ja noch, wenn nicht der Tank auch noch voll gewesen wäre…
Bietet der Rennsport Parallelen zum Schwingen?
Wenn du gewinnen willst, musst du ans Limit gehen und Risiken eingehen, ohne dabei leichtsinnig zu werden. Nur so kannst du im Racing wie auch im Schwingen gewinnen. Aber jedes Risiko kann auch mal mit einer Niederlage enden. Aber auch die gute Kameradschaft unter den Fahrern ist mir aufgefallen. Ähnlich wie in unserer «Schwingerfamilie».
Sind weitere Einsätze geplant?
Geplant ist aktuell noch nichts, denn im Mai startet meine Kranzfestsaison mit dem Saisonhöhepunkt dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Zug. Aber ich hoffe, es klappt dann bald wieder mal. Ich habe mein Interesse bei Stefan Gass (Geschäftsführer Suzuki Automobile Schweiz) schon mal deponiert.
Ein Umstieg ist also kein Thema? Du bleibst dem Schwingen treu?
Vorerst nicht. Denn Schwingen ist meine grosse Leidenschaft und ich habe noch grosse Ziele vor mir. Aber wer weiss, was die Zukunft bringt. Ich habe mich beispielsweise mit Rolf Tremp aus Ebnat-Kappel (9. Rang) ausgetauscht. Er ist bekanntlich im Rentenalter. Von daher habe ich ja noch ein bisschen Zeit.
Am kommenden Freitag steigt mit der Critérium Jurassien der zweite Lauf zur Schweizer Rallye-meisterschaft, der erste in diesem Jahr auf Schweizer Boden. Nach der knappen Entscheidung beim Saisonauftakt bei der Rallye Pays du Gier darf man auf den Ausgang beim Klassiker im Jura gespannt sein. Vorjahresmeister Ivan Ballinari wird als Leader nach Saignelégier kommen. Der Tessiner, der wie seine Hauptkonkurrenten Grégoire Hotz und Michaël Burri einen Skoda Fabia R5 fährt, ist besonders motiviert, hat er doch in den vergangenen drei Jahren im Jura stets den zweiten Platz belegt. «Ich habe noch nie im Jura gewonnen», meint der Meisterschaftsführende. «Es wird höchste Zeit, dass sich daran etwas ändert.» Während Ballinari bei der Rallye Pays du Gier noch von Marco Menchini navigiert wurde, sitzt bei der Critérium Jurassien wieder Pagani Giusva auf dem Beifahrersitz.
Auch Michaël Burri ist bis in die Haarspitzen motiviert. Schliesslich hat der Sohn von Rallye-Legende Olivier Burri im Vorjahr auf heimischem Geläuf seinen ersten Gesamtsieg in der Schweizer Rallye-meisterschaft gefeiert. Und diesen möchte der 31-Jährige gerne wiederholen. «Ich erwarte einen harten Dreikampf. Aber unser Ziel ist klar: Wir möchten den Sieg aus dem Vorjahr wiederholen. Wir haben uns bei der Pays du Gier gut vorbereitet und viel Vertrauen ins Auto gewonnen.»
Lachender Dritter könnte Altmeister Grégoire Hotz werden. Vier Jahre nach seiner letzten kompletten Saison hatte Hotz bei der Pays du Gier gegenüber Ballinari um lediglich 3,6 Sekunden das Nachsehen. Und der Neuenburger weiss, wie man im Jura gewinnt. Hotz gewann die Rallye 1999 zum ersten Mal (auf Renault Mégane). Es folgten drei weitere Siege: 2007 (Renault Clio), 2008 und 2015 (jeweils auf Peugeot 207). Damit liegt Hotz in der ewigen Bestenliste auf Rang 2. Nur Olivier Burri war mit sechs Siegen erfolgreicher.
Los geht es am Freitagabend mit den ersten beiden Wertungsprüfungen ab 19 Uhr. Die erste Etappe führt dabei von Vendlincourt nach Alle (10,25 km), die zweite von Courtemautruy nach Les Enfers (29,12 km). Am Samstag stehen dann neun weitere Prüfungen auf dem Programm. Der Start zur ersten Etappe findet um 7.35 Uhr statt (ab Vendlincourt). Das Finale in Saignelégier über 5,45 km ist ab 19.40 Uhr geplant. Insgesamt müssen 166,14 Wertungskilometer zurückgelegt werden.
Für den zweiten Lauf zur Schweizer Rallyemeisterschaft im Jura haben sich 66 Teams gemeldet. Darunter auch sechs Teams, die den Sieg in der Junioren-Kategorie untereinander ausfechten – allen voran Jonathan Michellod, der beim Auftakt in Frankreich die Nase vorn hatte. Auch Fans historischer Rallye-Fahrzeuge kommen bei der «Crité» auf ihre Rechnung. Neben 15 Autos, die in der historischen Klasse eingeschrieben sind, nehmen rund 40 Fahrzeuge der Slowlysideways im Rahmenprogramm der 42. Ausgabe der Critérium Jurassien teil.
Mehr über den Klassiker im Jura erfahren Sie im Internet unter www.criterium-jurassien.ch
Philip Egli hat die Schweizer Slalom-Meisterschaft 2019 so begonnen wie 2018: mit einem Sieg. Der Zürcher im Dallara F393 liess bei der 23. Ausgabe des Slaloms in Interlaken in beiden Läufen nichts anbrennen und verwies seinen ärgsten Konkurrenten Marcel Maurer im Tatuus-Renault auf den zweiten Platz. «Das war ein solider Einstieg in die neue Saison», meinte Egli nach seinem vierten Gesamtsieg in Interlaken. «Beide Läufe waren fehlerlos. Aber ich glaube, Fahrerisch geht noch mehr. Dass ich nun Rekordsieger in Interlaken bin, ist schön. Aber die Statistik interessiert mich nicht besonders. Viel wichtiger sind die einzelnen Events. Und da freue ich mich jetzt schon auf den Slalom in Frauenfeld. Das ist quasi mein Heimrennen.»
Hinter Maurer, dem nur 85 Hundertstelsekunden auf Gesamtsieger Egli fehlten, wurde Christian Balmer auf Tatuus-Honda Dritter. Der Lokalmatador musste sich nach den Trainingsläufen noch mit Platz 4 zufrieden geben, steigerte sich dann aber und verdrängte Lukas Eugster bei dessen Premiere im Ligier-Honda um drei Zehntelsekunden vom dritten Podestplatz.
Ein gutes Debüt gelang auch Tom Zürcher im von Schweizer Bergmeister Marcel Steiner vorbereiteten Tatuus Formel 4, den der Berner auf diese Saison hin neu bei Jenzer Motorsport erworben hat. Platz 5 mit dem noch alten Motor liess sich sehen. «Wenn wir erstmal den neuen 1,2-Liter-Turbo von Abarth einbauen, wird da nach vorne noch mehr möglich sein», ist Steiner überzeugt.
Schnellster Fahrer mit einem Dach überm Kopf war in Interlaken Patrick Drack im Porsche 997 GT3 Cup als Achter – zeitgleich mit Andreas Helm im neuerworbenen TracKing-Suzuki. Direkt dahinter klassierte sich Christian Darani in seinem schneeweissen Fiat X1/9. Der Tessiner musste im ersten Durchgang wegen eines defekten Getriebes einen Nuller hinnehmen, bewies aber im zweiten Heat Nervenstärke und verwies den bis dato führenden Reto Steiner in der Klasse E1-2000 noch auf Platz 2.
Volle Punktzahl holten auch Manuel Santonastaso und Christoph Zwahlen. Der Gesamtzweite des Vorjahres war in der Gruppe Interswiss mit seinem BMW 320 der schnellste Fahrer im Feld. Opel-Kadett-Pilot Zwahlen sicherte sich den Sieg in der Klasse bis 2,5 Liter – trotz eines Torfehlers im zweiten Lauf. Auch Schweizer Meister Martin Bürki gewann seine Klasse souverän. Der Thuner sicherte sich am Ende den 12. Gesamtrang – direkt hinter TCR-Solist Patrick Flammer.
Mit viel Spannung wurde auch die Premiere des Suzuki Swiss Racing Cup erwartet. 40 Fahrer waren eingeschrieben. Doch das dicht gedrängte Programm in Interlaken machte den Suzuki-Piloten einen Strich durch die Rechnung. Weil sie als Letzte an der Reihe waren, wurden ihre Trainingsläufe gestrichen. So trugen die Cup-Piloten direkt nach der Besichtigung ihre beiden Wertungsläufe aus, was für unerfahrenere Fahrer ein Nachteil war. Nach dem ersten Durchgang lag Simeon Schneider noch vor Fabian Eggenberger. Doch beide rutschten ab. Schneider konnte sich nicht mehr verbessern und fiel auf Rang 3 zurück, Routinier Eggenberger unterlief im zweiten Heat ein Torfehler, was am Ende Platz 5 bedeutete. Den Sieg sicherte sich Sandro Fehr, 18 Hundertstelsekunden vor Marcel Muzzarelli. Die schnellste Frau im Feld war Alexandra Mühletaler auf Rang 30. Noch Luft nach oben hat Schwinger Remo Käser, der als Markenbotschafter von Suzuki das VIP-Auto mit 15 Sekunden Rückstand auf den Sieger auf Platz 38 steuerte.
Die kompletten Ergebnislisten finden Sie unter http://www.acs.ch/ch-de/sektionen/bern/motorsport/2_slalom-interlaken.asp
In exakt einem Monat steigt in Hockenheim der Saisonauftakt der neuen DTM (3.-5. Mai). Mit dabei auch Nico Müller. Der 27-Jährige aus Blumenstein geht in seine sechste Saison. Die Vorfreude darauf ist gross. «Das neue DTM-Auto hat mächtig Bums und geht richtig vorwärts», schwärmt Müller, der bisher zwei Tage in Jerez und einen Tag in Estoril getestet hat. «Der Turbomotor schiebt ganz gewaltig an. Wir werden Geschwindigkeiten erleben, wie es sie in der DTM noch nie gegeben hat. Die Mehrleistung ist wirklich spürbar. Die Anforderungen an uns Fahrer werden noch höher. Das Auto sieht auch richtig schnell aus, wenn man an der Strecke steht. Der Sound ist ebenfalls faszinierend. Ich möchte den Turbo auf keinen Fall mehr gegen den alten V8-Sauger eintauschen.»
Müller schätzt, dass die neue DTM je nach Strecke 2,5 bis 3 Sekunden schneller sein wird als bisher. «Und das obschon wir dieselben Reifen und das gleiche Downforcelevel wie 2018 fahren.» Viel Zeit, um sich an sein neues Arbeitsgerät zu gewöhnen, hat der Schweizer Audi-Werksfahrer nicht mehr. Am Lausitzring stehen noch vier Testtage an. «Allerdings müssen wir uns die teamintern teilen», sagt Müller. Das heisst zwei Tage für Müller und zwei Tage für Teamkollege Robin Frijns. «Fünf Tage sind nicht viel», sagt Müller, «aber das sind mehr als im Vorjahr.»
Mit dem neuen Class-1-Reglement, das ab 2020 auch in der Japanischen Super-GT-Meisterschaft gilt, beginnt in der DTM 2019 vor allem technisch eine neue Ära. Die bisherigen V8-Saugmotoren werden von neu konstruierten Rennmotoren mit vier Zylindern, zwei Liter Hubraum plus Turbolader abgelöst, die eine gute Mischung aus Performance und Effizienz bieten.
Komplett neu ist auch die Aerodynamik: Heckflügel, Unterboden, Front- und Heckdiffusor wurden für die Saison 2019 per Reglement neu definiert. Gleichzeitig haben die Techniker den Vorderwagen an den kompakteren Turbomotor und dessen Kühlbedarf angepasst. Die deutlich geänderte Luftführung im Bereich der Frontpartie lässt den Audi RS 5 DTM vor allem von vorn noch aggressiver wirken als das erfolgreiche Vorgängermodell.
Müller freut sich jetzt schon auf das «Weltfinale» am 23./24. November in Fuji. Dort trifft die DTM auf die japanische Super-GT. Schon Anfang Oktober wird jeder japanischer Hersteller (Toyota, Nissan und Honda) je ein Fahrzeug zum DTM-Finale nach Hockenheim bringen. «Ich freue mich sehr auf die neue Saison. Mit den neuen Autos, Aston Martin als dritter Hersteller und den Japanern kommt frischer Wind in die Serie», sagt Müller.
Halbzeit bei der Qualifikation zur «AutoScout24 und Cupra Young Driver Challenge». Noch bis Ende April können sich Jugendliche im Alter von 16 bis 21 Jahre (Jahrgang 2002 bis 1998) mit Wohnsitz Schweiz für die dritte Auflage der YDC qualifizieren. Alles, was es dazu braucht, ist eine schnelle Rundenzeit auf einer von sieben Schweizer Kartbahnen (Spreitenbach, Fimmelsberg, Roggwil, Feldkirch, Payerne, Villeneuve und Locarno-Magadino).
Die fünf schnellsten Piloten (pro Kartbahn) erhalten anschliessend die Chance, an der nationalen Kartausscheidung in Wohlen teilzunehmen. Danach steigen die zehn besten Fahrer vom Kart auf den Cupra TCR um. Den drei besten «Young Drivers» winkt als Highlight eine Teilnahme an einem Rennen der ADAC TCR Germany Tourenwagenserie und mit etwas Glück der Start in eine erfolgreiche Rennfahrerkarriere. Betreut wird das Nachwuchsprojekt von den Profirennfahrern und AutoScout24-Markenbotschaftern Fredy Barth und Nico Müller.
Der aktuelle Stand von jeder Kartbahn kann unter https://youngdriverchallenge.ch/1-phase-2019-top-38/ abgerufen werden. Wer sich zur Teilnahme entschliesst, kann sich unter folgendem Link anmelden: https://youngdriverchallenge.ch/jetzt-registrieren/Weitere Informationen zur YDC gibt es unter https://youngdriverchallenge.ch/ueber/
Mitmachen lohnt sich auf jeden Fall. Auch wer es nicht in die Top 5 schafft, kann einer von fünf attraktiven Preisen gewinnen. Als da wären: 1x2 Tickets für das Hockenheim TCR Germany Rennen inkl. Übernachtung, ein 10er-Abo für die Kartbahn Ihrer Wahl und drei GoPro Hero7-Kameras.
Neu können schnelle Runden übrigens auch am Simulator gedreht werden. Infos dazu findet man auf www.race-sims.com
Auto Sport Schweiz als Partner der YDC wünscht allen Teilnehmern viel Erfolg!
Am kommenden Samstag beginnt für die Schweizer Slalom-Elite die Saison auf dem Flugplatz Interlaken. Mehr als 290 Fahrer haben sich für den Auftakt eingeschrieben. Rund 120 werden um Schweizer Meisterschaftspunkte fahren. Der Rest tritt in den LOC- und Cup-Klassen an. Allein der neu ins Leben gerufene Suzuki Swiss Racing Cup zählt 40 Teilnehmer.
Los geht es am Samstagmorgen ab 6.45 Uhr mit den Tourenwagen-Kategorien L1, L2 und L3. Ab 9.15 Uhr geht es dann um SM-Punkte. Den Anfang machen die Kategorie E1 und der Renault Classic Cup. Am Nachmittag geht es um 12.45 Uhr weiter. Zuerst mit dem Abarth Trofeo Slalom und dem Porsche Slalom Cup. Von 14.05 bis 16.05 Uhr sind dann wieder die SM-Klassen an der Reihe. Ab 16.05 Uhr steht die L4 auf dem Programm. Ehe zum Schluss der Suzuki Swiss Racing Cup nochmals für Action sorgt. Das Ende der Veranstaltung ist um 17.35 Uhr geplant.
Zu den Favoriten auf den Gesamtsieg auf der 2,5 Kilometer langen und mit 45 Toren versehenen Strecke in Interlaken zählen Vorjahressieger Philip Egli (auf Dallara F393 EPR-2) und Marcel Maurer (Tatuus-Renault). Ob Daniel Mauerhofer in seinem frisch erworbenen Dallara-Nissan V6 bei seinem Comeback ein Wörtchen um den Gesamtsieg mitreden kann, wird sich zeigen. Für den Jubilar (40 Jahre Schweizer Rennsport) steht der Spass am Automobilsport an erster Stelle. Gespannt darf man auch auf das Abschneiden von Thomas Zürcher sein, der in Interlaken mit einem bei Jenzer gekauften Tatuus Formel 4 an den Start gehen wird. Ebenfalls bei den Rennsportwagen am Start: Lukas Eugster. Der Junioren-Bergvizemeister von 2017 fährt einen Ligier-Honda und hat bei Testfahrten einen so starken Eindruck hinterlassen, dass er laut Serienmeister Martin Bürki ein Geheimfavorit auf den Schweizer Meistertitel sei. «Dieser Junge ist wirklich gut», sagt Bürki, «Ich glaube, er könnte uns 2019 alle überraschen.»
Bürki selber macht Jagd auf den sechsten Schweizer Slalom-Titel in Serie. Allerdings versucht der Thuner den Ball flach zu halten. «Ich muss zuerst einmal schauen, ob ich bei der starken Konkurrenz noch mitkomme.» Bürki tritt in der Klasse E1 wie gewohnt in seinem giftgrünen MB Polo an. Einer seiner grössten Gegner im Kampf um den Titel wird neben Egli der Vorjahres-Gesamtzweite Manuel Santonastaso sein. Der Thurgauer vertraut auch in dieser Saison auf seinen BMW 320.
Für Gesamtsieganwärter Egli ist der Auftakt in Interlaken auch aus einem anderen Grund besonders. Der Triumphator der Jahre 2014, 2016 und 2018 könnte mit einem weiteren Erfolg zum Rekordsieger in Interlaken werden. Drei Siege haben in der bisher 22-jährigen Geschichte des Slaloms im Berner Oberland auch Heinz Steiner (1998-2000), Martin Kindler (2007-2009) und Julien Ducommun (2010-2012) errungen.
Eine spannende Ausgangslage bietet auch der neu gegründete Suzuki Swiss Racing Cup. 40 Teil-nehmer werden in baugleichen Modellen des Suzuki Swift 1,4 Liter Turbo um den Sieg kämpfen. Einer der potenziellen Titelkandidaten ist Fabian Eggenberger. Der Zürcher fährt seit Jahren Suzuki und rechnet mit starker Konkurrenz. «Wenn du diese Meisterschaft gewinnen willst, darfst du dir keinen Fehler erlauben.»
Mehr über den Slalom in Interlaken erfahren Sie im Internet unter
www.acs.ch/ch-de/sektionen/bern/motorsport/2_slalom-interlaken.asp
Das mit viel Spannung erwartete Auftaktrennen der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft auf der Rennstrecke 7 Laghi in Castelletto di Branduzzo hat gehalten, was man sich davon versprochen hat. Spannende Positionskämpfe, neue Siegertypen und ein paar Favoriten, die nach dem ersten Rennen unter Zugzwang stehen, steigern die Vorfreude auf den zweiten Lauf in Château Gaillard am 19. Mai. Einziger Wermutstropfen: Probleme bei der Zeitnahme führten zu Verzögerungen im Zeitplan. Auto Sport Schweiz und das für die Zeitnahme verantwortliche Unternehmen GVI Timing werden sich bis zur nächsten Veranstaltung intensiv um das Problem kümmern.
Bei den Jüngsten in der Klasse der Super-Minis setzte sich der erst 10-jährige Enea Frey aus Auenstein im Finallauf gegen Cédric Malk aus Siebnen und Elia Pappacena aus Rudolfstetten knapp durch. Die Freude bei Enea Frey war dementsprechend gross. «Das war mein erster Sieg in der Schweizer Meisterschaft. Ein tolles Gefühl. Ich bin von der Pole-Position gestartet und habe das Rennen souverän nach Hause gefahren.»
In der OK Junior, die dank der Absetzung der X30 Junior aufgewertet wurde und in Italien mit 13 Fahrern ein attraktives Startfeld bot, setzte sich der letztjährige X30-Meister Elia Sperandio durch. Der talentierte Kartfahrer aus Mels hatte im Finallauf knapp acht Zehntel Vorsprung auf Sebastian Kraft aus Aeschlen ob Gunten herausgefahren. Dritter wurde Alessio Strollo aus Bösingen. «Ich glaube, ich war nicht der Schnellste», meinte Elia nach seinem ersten Sieg in der OK Junior. «Aber dafür war ich sehr konstant und fuhr fehlerfrei durch.» Ekatarina Lüscher, die schnellste Dame im Feld, belegte bei ihrem OK-Junior-Debüt den sechsten Platz - knapp vor Lynn Neuhaus. Vorjahresmeister Shannon Lugassy hatte im Finale wenig Grund zur Freude. Zuerst bekam er wegen eines Spoilervergehens eine 5-Sekunden-Strafe aufgebrummt, danach war für den Romand nach 13 von 19 Runden vorzeitig Feierabend.
Anders die Gefühlslage bei Lena Bühler. Die schnelle Dame aus Yverdon mit der Startnummer 304 setzte sich im Feld der 22 Fahrer in der am stärksten besetzten X30 Challenge Switzerland durch und verwies Savio Moccia aus Lyss und Rafael Aguiar aus Lonay auf die Plätze. Und das nach einer Disqualifikation in den Qualifikationsläufen, weil die Airbox von 2018 stammte. «Ich musste das Feld von hinten aufrollen», sagte Bühler. «Aber ich bin natürlich über diesen Sieg überglücklich.»
In der OK Senior deutete nach der Überlegenheit von Patrick Näscher 2018 alles auf einen erneuten Sieg des Liechtensteiners hin. Doch der Bauingenieurs-Student aus Nendeln musste sich im Finallauf mit Platz 3 begnügen. Der Sieg ging an den Winterthurer Jasin Ferati, der mit einem deutlichen Vorsprung auf den Basler Miklas Born die Ziellinie überquerte. «Drei Siege aus der Pole-Position beim Comeback in der Schweizer Kart-Meisterschaft lassen sich sehen», sagte Ferati und fügte hinzu: «Es ist ein gutes Gefühl, wieder ganz oben auf dem Podest zu sein.»
Auch in der KZ2, der schnellsten Kategorie mit den Schaltkarts, musste sich der amtierende Meister geschlagen geben. Zuerst wurde André Reinhard durch ein technisches Gebrechen eingebremst, im Finallauf wurde er dann von einem Gegner unsanft weggeräumt. Der Sieg ging an Dominik Weibel aus Frauenfeld. Doch dessen Freude wurde getrübt. Wegen Untergewichts wurde Weibel disqualifiziert. So kam Mike Müller aus Schwanden zu seinem verdienten Finalerfolg in der KZ2. Kleiner Trost für die Familie Weibel: Dominiks jüngerer Bruder Samuel rückte nach der Disqualifikation auf Platz 2 vor. Dritter wurde Quentin Voria. Kein Glück hatte die einzige Dame im Feld. Isabelle von Lerber schied im Finallauf mit einem Motorschaden aus.
Die Zahl der Simracer nimmt von Tag zu Tag zu. Höchste Zeit also für die erste Simracing-Meisterschaft der Schweiz. Geplant sind vier Veranstaltungen. Los geht es am 13. April in Horgen/ZH bei der RacingFuel Academy, dem Veranstalter der ersten Simracing-Meisterschaft. Bereits eine Woche später geht es für die E-Sportler in Lausanne weiter – bei SimulPro. Die restlichen Events finden in Frenkendorf/BL in der Porsche Basel Motorsport Lounge (25. Mai) und bei der RacingFuel Academy in Bern (22. Juni) statt. Alle unter dem Patronat des dreimaligen Le-Mans-Siegers Marcel Fässler.
Um das Finale zu erreichen, muss man an einem der vier Qualifikationstage unter die Top 4 kommen. Wem das gelingt, der darf am 22. Juni in Bern am grossen Finale teilnehmen. Der Sieger wird noch am gleichen Tag im Rahmen des Formel-E-Rennens in Bern gekürt. Ihm winkt ein Preisgeld, das er in Zusammenhang mit einer motorsportlichen Aktivität ausbezahlt bekommt. Doch auch die anderen Finalisten gehen nicht leer aus. Zu gewinnen gibt es Kart-Testtage, Rennlizenz-Kurse, Tankkarten, Uhren und andere Sachpreise.
Für die Teilnahme an der ersten Schweizer Simracing-Meisterschaft muss man 15 Jahre alt und mindestens 1,60 Meter gross sein. Das Nenngeld beträgt 50 Franken inklusive eines 30-minütigen Qualifyings. Anmeldungen für den Qualifikationsstandort werden ab heute, 29. März 2019, unter http://simracingseries.ch angenommen.
Achtung: Die Teilnehmerzahl ist beschränkt!
Die Liechtensteinerin Fabienne Wohlwend ist eine von 18 Pilotinnen der neuen W-Serie, einer Formel-3-Meisterschaft nur für Frauen. Die 21-jährige aus Schellenberg hat sich bei der Endausscheidung im spanischen Almeria erfolgreich durchgesetzt.
Vier Tage lang mussten sich die 30 Bewerberinnen, die das Finale erreicht haben, am Lenkrad des in der W Series eingesetzten Tatuus F-318 beweisen. Parallel wurden auch Fitness, technisches Verständnis und das allgemeine Auftreten unter die Lupe genommen. Eine Jury, in der u.a. Ex-Formel-1-Pilot David Coulthard sitzt, hat sich dann für die 18 Teilnehmerinnen entschieden.
Neben Wohlwend, die sich als einzige Deutschsprachige durchgesetzt hat, haben es u.a auch die Niederländerin Beitske Visser oder die Engländerin Jamie Chadwick ins Feld der 18 Fahrerinnen geschafft. Los geht es mit der W-Serie am ersten Mai-Wochenende im Rahmen der DTM in Hockenheim. Zuvor steht Mitte April noch ein Test am Lausitzring auf dem Programm.
Für Wohlwend ging es nach dem viertägigen Test gleich weiter nach Valencia. Dort steht die Liechtensteinerin in der Ferrari Challenge Europe am Wochenende im Einsatz.
Unter folgendem Link: de/kart/schweizermeisterschaft/ oder hier im Anhang finden Sie die Mitteilung 03/2019 betreffend SKJ: Art.21.1.4 Regelung zur Frontspoiler-Befestigung sowie die Mitteilung 04/2019 Präzisierung SKJ: Art 20.4.11 Reifen.
Für Louis Delétraz und Ralph Boschung (beide 21) beginnt an diesem Wochenende die Formel-2-Saison in Bahrain. Beide gehen in ihr drittes Jahr. Delétraz beim englischen Team Carlin, Boschung bei der Mailänder Mannschaft von Trident. Und beide müssen in dieser Saison liefern.
Delétraz ist, was die Erfolge betrifft, einen Schritt weiter als sein Kollege aus dem Wallis. Der Sohn von Ex-Formel-1-Pilot Jean-Denis Delétraz hat im vergangenen Jahr bei Charouz mit zwei zweiten Plätzen für Aufsehen gesorgt. Der erste Sieg scheint nur eine Frage der Zeit. «Die Tests in Spanien sind sehr gut gelaufen», sagt Delétraz. «Jetzt wollen wir wissen, wo wir stehen. Ich kann es kaum erwarten, dass es endlich losgeht.»
Delétraz und Carlin – das gab es doch schon einmal, oder? Richtig. Ende 2016, als die Formel 2 noch GP2 hiess, gab der Genfer im Team von Trevor Carlin sein Debüt in der zweithöchsten Formelklasse. Danach wechselte Louis zu Racing Engineering, wurde dort aber nicht glücklich und gab noch im selben Jahr seinen Einstand bei Rapax. 2018 wechselte Delétraz dann erneut – zu Charouz, das in diesem Jahr das Sauber-Junior-Team an den Start bringt.
Auch Boschung lernt in diesem Jahr schon sein drittes Team in der Formel 2 kennen. Nach Campos und MP Motorsport hat er bei Trident Unterschlupf gefunden. Eigentlich hätte Boschung für Arden fahren sollen. Der Deal war bei den Testfahrten in Abu Dhabi im vergangenen Dezember schon fast abgewickelt, als Sauber-Testfahrerin Tatiana Calderon dem Mann aus Monthey das Cockpit vor der Nase wegschnappte. «Zum Glück hat es dann noch bei Trident geklappt», sagt Boschung. Dort trifft der ehemalige GP3-Laufsieger übrigens auf einen bekannten Namen: Giuliano Alesi, der Sohn des ehemaligen Grand-Prix-Piloten und heutigen Pirelli-Botschafter Jean Alesi.
Los geht es am Freitag, 11.30 Uhr Ortszeit mit dem freien Training (Zeitverschiebung drei Stunden). Das erste Rennen geht am Samstag, 13.10 Uhr (Ortszeit) über die Bühne. Lauf 2 findet am Sonntag 13.15 Uhr (ebenfalls Ortszeit) statt. RTL überträgt die Highlights der Rennen – wegen Mick Schumacher, der bei Prema fährt und im Anschluss an den F2-Saisonauftakt erstmals bei Sauber, pardon Alfa Romeo Racing, und Ferrari Formel 1 testen wird.
Sitzung DK vom 29.11. 2018 (Erläuterung zum Urteil)
Vorgeschichte:
Stein des Anstosses waren die Vorkommnisse beim Finallauf der Kategorie X30 Challenge anlässlich der Rennen zur Schweizer Kartmeisterschaft in Levier (F) vom 20. August 2017. Der Sieger Steven Planchamp wurde zuerst auf den letzten Platz zurückversetzt, anschliessend machte die Jury diesen Entscheid jedoch wieder rückgängig.
Als Bewerber der Exprit Kart GmbH legte Alfred Weibel in der folgenden Woche gegen dieses Ergebnis ein Revisionsgesuch ein, die Jury lehnte jedoch ab, weil aus ihrer Sicht keine neuen Tatsachen vorlagen. Alfred Weibel ging anschliessend in Berufung, wobei das NBG am 31.10. aus formellen Gründen folgenden Entscheid fällte: Da weder im Revisionsgesuch noch in der Berufungsbegründung neue Tatsachen (im juristischen Sinn) vorgelegt wurden, wird die Berufung abgewiesen. Dieser Entscheid wurde im ASS Magazin 4 2017 publiziert.
Alfred Weibel zeigte sich unbefriedigt, dass die Handlungen der Jury nicht beurteilt worden waren, und so leitete er am 16. Januar 2018 bei der DK ein Disziplinarverfahren gegen die Mitglieder der Jury ein. Nach längeren Verhandlungen verzichtete Weibel auf die gleichzeitig angekündigte Zivilklage gegen ASS und war schliesslich sogar bereit für einen Vergleich. Nachdem die drei Jurymitglieder die Offerte zuerst akzeptiert hatten, widerrief eines von ihnen später seine Unterschrift, wodurch die einstimmige Vereinbarung hinfällig wurde.
So kam es schliesslich am 29.11. zur Hauptverhandlung vor der nationalen Disziplinarkommission von ASS. Nach einer ausführlichen Rekapitulation der Vorfälle beim Kartrennen von August 2017 kam die NDK zum Schluss, dass die Zusammenarbeit zwischen der angeschuldigten Jury und der Rennleitung nicht geklappt habe und auch die Kommunikation ungenügend gewesen sei. Die Jury habe ihre Pflichten, für die Einhaltung der Reglemente und die ordnungsgemässe Durchführung der Veranstaltung besorgt zu sein, nicht wahrgenommen. Als Konsequenz sei der X30-Finallauf ohne rechtsgültige Rangliste abgeschlossen worden.
Die NDK beurteilt das Verschulden der drei Angeschuldigten als «mittelschweren Verstoss» gegen die Reglemente, womit sie den Interessen Sports geschadet haben. Pierre Schenk habe die Führungsfunktion als Jury-Präsident ungenügend wahrgenommen und zudem auch breit kommuniziert, die Fehler seien nicht von der Jury, sondern an anderer Stelle begangen worden. Alain Tissot als amtsältester Sportkommissar, insbesondere im Kartsport-Bereich, habe wenig Einsicht zu begangenen Fehlern gezeigt, jedoch zugestanden, künftig Lehren aus diesem Fall zu ziehen. Maurizio Galli als versierter Kenner der Kart-Szene habe eingestanden, dass auch die Jury in Levier Fehler gemacht habe. Strafmildernd berücksichtigt wurde die lange Dauer des Verfahrens bis zum Urteil.
Pierre Schenk wird in Anwendung der Art. 12.2.1 sowie 12.3.1a und b ISG verurteilt zu einer Verwarnung und einer Busse von CHF 200.-, Alain Tissot zu einer Verwarnung und einer Busse von CHF 100, und Maurizio Galli zu einer Verwarnung ohne Ausfällung einer Geldstrafe. Die Verfahrenskosten von CHF 1200.- werden zu gleichen Teilen auf die drei Verurteilten verteilt.
Der Auftakt zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft findet am 31. März auf der Kartpiste 7 Laghi bei Castelletto di Branduzzo, eine Autostunde südlich von Mailand, statt. Zum fünften Mal in Serie ist die 1256 Meter lange Rennstrecke Austragungsort des ersten Rennens. Fünf weitere Veranstaltungen stehen im Verlaufe der Saison auf dem Programm (siehe Termine). Gegenüber dem Vorjahr gibt es eine Änderung: Château Gaillard, 50 Kilometer nordöstlich von Lyon, ersetzt das Rennen in Vesoul.
Insgesamt stehen beim Saisonauftakt in Italien fünf Kategorien und nicht weniger als 88 eingeschriebene Piloten und Pilotinnen in den Startlöchern. Neu dazugekommen ist die Klasse OK Junior Academy. Teilnahmeberechtigt sind dort Piloten und Pilotinnen der Jahrgänge 2004 bis 2007. Sie starten in einem Feld mit der bisherigen OK Junior. Sinn und Zweck der Academy ist eine möglichst grosse Chancengleichheit. Diese wird durch einheitliche Motoren und Vergaser der Marke Rexon gewährleistet. Nicht mehr ausgetragen wird die X30 Junior. Das Gros der 2018 dort teilnehmenden Fahrer nimmt in dieser Saison an der OK Junior teil.
Die teilnehmerstärkste Kategorie wird auch in dieser Saison die X30 Challenge Switzerland sein. Mit 25 registrierten Fahrern verzeichnet die Klasse gegenüber dem Vorjahr sogar einen leichten Zuwachs. In Abwesenheit von Vorjahresmeister Danny Buntschu gilt Savio Moccia als heissester Anwärter auf den Titel. Spannend wird es auch in der KZ2, wo die schnellen Schaltkarts aufeinandertreffen. Dort ist neben dem amtierenden Meister André Reinhard auch mit Isabelle von Lerber, Quentin Voria, Samuel Weibel und Mike Müller zu rechnen. In der Kategorie OK Senior ist der Liechtensteiner Patrick Näscher, der im Vorjahr 17 von 18 Rennen gewann, der Mann, den es zu schlagen gibt.
Für interessante Rennen ist auch in den beiden jüngsten Kategorien gesorgt. Elia Sperandio hat als Meister der X30 Junior den Sprung in die OK Junior gemacht. Er wird sich in dieser Saison in der OK Junior u.a. gegen Mini-Champion Shannon Lugassy beweisen müssen. Auch Ekatarina Lüscher steigt von den Minis zu den Junioren auf. Die 12-jährige Aarauerin gewann vor einem Jahr alle drei Rennen beim Saisonauftakt in Italien und beendete die Saison als herausragende Gesamtzweite.
Zur Strecke: Der Rundkurs in Castelletto di Branduzzo gilt in Fahrerkreisen als sehr beliebt. Er ist schnell, abwechslungsreich, bietet zahlreiche Überholmöglichkeiten und ist vor allem im Infield technisch anspruchsvoll. Weil die Strecke viel genutzt wird, zählt sie zu den Pisten in der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft mit verhältnismässig viel Grip. Im Gegensatz zu früheren Jahren werden sämtliche Rennen aus Kostengründen als Eintagesveranstaltung abgehalten. Nur beim Finale in Lignières wird offiziell an zwei Tagen gefahren.
Weitere Informationen zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft finden Sie auf: motorsport.ch/de/kart sowie auf www.gvi-timing.ch (Livetiming)
Buemi und Mortara bestraft
Für die beiden Schweizer Formel-E-Piloten Sébastien Buemi und Edoardo Mortara ist der sechste Lauf im chinesischen Sanya nicht nach Wunsch gelaufen. Buemi verunfallte im Kampf um die Pole-Position und musste das Rennen aus der Boxengasse in Angriff nehmen. Von dort gelang ihm eine tolle Aufholjagd bis Platz 6. Weil er aber eine Kollision mit Robin Frijns verursachte, wurde der Ex-Formel-1-Pilot bestraft, wodurch er zwei Plätze und vier Meisterschaftspunkte verlor. Auch Mortara, vor zwei Wochen noch glücklicher Sieger in Hong Kong, kam nicht ungeschoren davon. Weil er den Attack-Modus nur einmal, statt wie vorgeschrieben zwei Mal aktivierte, wurde er nach dem Rennen von Platz 10 auf Platz 13 strafversetzt. Das Rennen gewann der amtierende Champion Jean-Eric Vergne. Zweiter wurde Oliver Rowland, Nissan-Teamkollege von Buemi, was zeigt, was unter normalen Umständen für den Mann aus Aigle möglich gewesen wäre.
Formel 3 im Rahmen der DTM abgesagt
2018 war die Formel-3-Europameisterschaft im Rahmen der DTM noch «The place to be» für alle Nachwuchsfahrer. Mit der neuen FIA Formel 3, die die GP3 ablöst, ist innerhalb von kurzer Zeit alles anders gekommen. Weil sich zum ersten Test in Misano nur drei Teams à zwei Fahrer gemeldet haben, hat sich die Organisation um Walter Mertes, Geschäftsführer der Formel-3-Vermarktungs-GmbH, entschlossen, die Serie einzustellen. An der Meisterschaft, die als Formula European Masters hätte ausgetragen werden sollen, hätte auch das Schweizer Team von Jo Zeller teilnehmen sollen, obschon das Team laut Sohn Sandro Zeller nie offiziell eingeschrieben war. Statt in der European Masters werden die Zellers 2019 erneut den Drexler Automotive Formel Pokal bestreiten. Den hat Sandro 2018 souverän gewonnen.
Beche wechselt nach Asien in die dortige Blancpain-Serie
Mathias Beche wechselt von Rebellion zu Modena Motorsports in die Blancpain GT World Challenge Asia. Dort wird der Genfer im Team von John Shen einen Porsche 911 GT3-R an der Seite des Teambesitzers pilotieren. Beche gehörte seit 2013 bei Rebellion zur festen Grösse. Durch die Verpflichtung des Franzosen Nathanaël Berthon musste er jedoch nach dem Rennen in Sebring sein LMP1-Cockpit räumen.
Sieg für Yerly beim Saisonauftakt
Frédéric Yerly ist mit einem Sieg in die neue Saison der VLN auf der Nordschleife gestartet. Yerly und sein Teamkollege Matthias Wasel gewannen die TCR-Klasse auf einem privat eingesetzten Cupra und überzeugten als 32. im Gesamtklassement auch als das beste Tourenwagenteam. Ebenfalls auf dem Podest: Jasmin Preisig als Zweite in der Klasse SP3T (auf einem VW Golf TCR) und Rahel Frey als Dritte in der Kategorie SP( (Audi R8 LMS).
Isabelle von Lerber (25) ist die schnellste Kartfahrerin der Schweiz. 2019 möchte sie in der Schaltkart-Klasse KZ2 mehr als nur einen Tagessieg holen. Wie sie das anstellen will und was die schnelle Bernerin von der W-Series hält, verrät Sie uns in Folge 13 von «Fünf Fragen an…»!
Du bist die schnellste Schweizer Kartfahrerin. Parallel arbeitest du in einer Kindertagesstätte. Wie sind zwei solch unterschiedliche Interessen entstanden?
Als Kind wollte ich Automechanikerin werden. Doch das war mir dann zu männerlastig. Also habe ich mich irgendwann für das Gegenteil entschieden und arbeite heute als gelernte Fachfrau für Kinderbetreuung in einer 24-Stunden-Kita. Zum Karting bin ich über einen Schnupperkurs auf der Kartbahn in Lyss gekommen. Mein Vater hat mich da an einem Mittwochnachmittag mitgenommen.
Du hast beim Saisonfinale in Lignières ganz oben gestanden. Ist das auch dein Ziel für die diesjährige KZ2-Meisterschaft?
Ja, sicher. Aber ich konzentriere mich vorerst lieber auf einzelne Rennen. Wenn ich von Anfang an die Meisterschaft ins Visier nehme, baue ich mir zu viel Druck auf. Und das ist nicht gut.
Es gibt zwei Philosophien im Kart: Alles selber machen oder sich einem Team anschliessen. Welche Variante ist für dich die zielführendere?
Wenn man in den Kartsport einsteigt, ist es hilfreich, wenn man sich auf ein Team verlassen kann. Aber auch der andere Weg kann funktionieren. Vorausgesetzt man bringt das technische Wissen mit. Wichtig ist, dass man ein Ziel vor Augen hat. Auch Abwechslung tut gut. Ich habe allein aufgrund meines Jobs einen ganz anderen Alltag als der an der Rennstrecke. Ausserdem spielt natürlich auch das Geld immer eine entscheidende Rolle. Und wie man damit umgeht. Ich überlege mir immer gut, wie, wo und wann ich es einsetzen will. Das ist sicherlich auch ein Grund, weshalb ich es umso mehr schätze und geniesse, wenn ich Zeit auf dem Rennplatz verbringen kann. Vielleicht sogar mehr, als jemand, der alles finanziert bekommt.
Im Kalender der diesjährigen Kart-Meisterschaft hat es eine Änderung gegeben: Ihr fahrt in Château Gaillard statt in Vesoul. Was kannst du über diese Strecke sagen?
Ich freue mich auf diese Strecke. Ich kenne sie von der Vega Trophy. Allerdings wurde ich dort im Finale abgeschossen. Ich habe also noch eine Rechnung offen. Vesoul war als Strecke auch okay. Aber das Fahrerlager am Hang ist sicher nicht ideal.
Es wird zurzeit viel über die W-Serie diskutiert, die erste reine Frauen-Formelsport-Meisterschaft. Welche Meinung hast du dazu?
Für mich ist und war das kein Thema. Wenn man weiterkommen will, muss man die Besten bezwingen. Und das sind nun mal in der Regel Männer. Ich glaube, dass die Leute einen Sieg einer Frau in einer reinen Frauen-Meisterschaft weniger hoch einstufen. Ausserdem: Wer es bis ganz nach oben schaffen will, muss früher oder später sowieso wieder gegen Männer antreten. Also macht für mich diese Geschichte nicht besonders viel Sinn.