Das Bergrennen Saint-Ursanne – Les Rangiers zählt zu den absoluten Klassikern. Und begeistert jedes Jahr aufs Neue. Im Rahmen seiner Maturitätsarbeit hat Filmemacher Silas Furler einen Kurzfilm über «Les Rangiers» aus der Sicht der beiden Bergrennfahrer Alexander Hin und Danny Krieg gedreht, den wir Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten möchten. Also, zurücklehnen und geniessen!
Wenn ihm sein in die Jahre gekommener Lola F3000 nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht, gibt Eric Berguerand 2026 sein Comeback am Berg. Der siebenmalige Schweizer Berg-Meister warnt aber: «Wenn ich zurückkomme, dann nur zum Spass!»
Im Juni 2025 hat Eric Berguerand auf Instagram einen Post abgesondert. Darauf sieht und hört man vor allem seinen V8-Cosworth. Kaum war er online, ging es in der Gerüchteküche los. Sehr zur Freude von Eric. Denn der Post von 2025 war lediglich ein Jux. «Ich wollte sehen, wie die Szene reagiert», grinst Berguerand.
Etwas mehr als ein halbes Jahr später folgte nun ein weiterer Insta-Post. Diesmal steht dabei: «Black Mamba (damit ist sein schwarzer Lola F3000 gemeint), is back!» Und diesmal ist es kein Scherz. Auch wenn der Walliser auf Anfrage von Auto Sport Schweiz am Telefon wieder lacht – wie damals. Der 46-Jährige will es nochmals wissen. Allerdings betont er gleich zu Beginn des Gesprächs, dass der Spass im Vordergrund stünde. «Gegen die Turbo-Prototypen habe ich eh keine Chance mehr», meint «Bergus». «Und mein letztes Rennen war am Gurnigel 2023. Bis es wieder losgeht, bin ich mehr als zweieinhalb Jahre nicht mehr im Auto gesessen.» Soll heissen: Ball flach halten. Die Vorfreude auf das Comeback eines der populärsten Bergrennfahrers ist dennoch gross.
Berguerand hat noch nicht entschieden, wo er fahren wird. Und seine Lizenz muss er auch noch erneuern. «Aber zuerst muss ich das Auto wieder in Schuss kriegen. Dann sehen wir weiter.» Ob Hemberg, La Roche, Reitnau oder Anzère – das Bergrennen, bei dem die Rückkehr von Berguerand tatsächlich stattfinden wird, darf sich glücklich schätzen. Hoffnungen, er könne in die Meisterschaft eingreifen, will Berguerand keinem seiner Fans machen. «Ich fahre ausser Konkurrenz und will einfach schauen, ob ich noch Spass daran habe.» Dieser ist ihm in seinem letzten aktiven Jahr abhanden gekommen. «Das Wochenende ist ja eigentlich da, um sich zu vergnügen und von der Arbeit zu erholen», sagt Berguerand. «Wenn man sich vor lauter technischen Problemen und sonstigen Unannehmlichkeiten aber nur ärgern muss, ist das nicht sehr zielführend. Dann gehe ich lieber mit meinen Kindern Kart fahren oder unternehme sonst etwas mit meiner Familie oder Freunden.»
Auch die lange Pause macht Berguerand gewisse Sorgen. «Nach Covid musste ich jeweils die ersten beiden Trainings opfern, um überhaupt wieder in den Rhythmus zu kommen. Jetzt ist die Pause noch länger gewesen. Aber zum Glück muss ich ja niemandem mehr etwas beweisen.»
«Mister LMP2» Louis Déletraz hat seine eh schon stattliche Pokalsammlung am vergangenen Wochenende mit zwei weiteren Trophäen vergrössern können. Und auch der Rest der Schweizer war beim zweiten Lauf der Asian Le Mans Series erfolgreich unterwegs.
Das vergangene Wochenende war aus Schweizer schon allein aufgrund des Formel-E-Rennens in Miami ein Erfolg (siehe Extra-News). Aber das vermeintlich kleine Motorsportland Schweiz hatte noch mehr Grund zum Jubeln. Beim zweiten Lauf zur Asian Le Mans Series in Dubai gab es gleich mehrere Schweizer Erfolge zu feiern. Im ersten Rennen am Samstag sicherte sich Louis Delétraz mit seinen beiden Teamkollegen George Kurtz und Malthe Jakobsen den ersten Saisonsieg souverän mit knapp neun Sekunden Vorsprung. Im zweiten Durchgang setzte sich der Genfer abermals durch. Diesmal mit einem Vorsprung von 1,6 Sekunden – und das nach vier Stunden. Delétraz & Co. haben mit diesem Doppelsieg auch die Führung im Gesamtklassement übernommen, wenngleich man punktgleich mit dem Italo-französischen Trio Fuoco/Miles/Lacorte ist. Für Léna Bühler endete die LMP2-Premiere mit einem vierten Rang im zweiten Durchgang. Im ersten Renen schied sie mit einem Getriebeproblem aus.
Doch nicht nur in der Fahrerwertung der LMP2 liegt die Schweiz vorne. Auch in der LMP3 hat nach vier von sechs Läufen ein Schweizer die Nase vorne: Kevin Rabin. Der ehemalige Kart-Pilot aus Gingins im Kanton Waadt sicherte sich in Dubai die Ränge 5 und 3 mit dem Schweizer Team CLX, das obendrauf die Teamwertung anführt. Und auch in der GT3 war der Schweizer Psalm zu hören. Dort fuhr das Team Kessel Racing mit einem Ferrari 296 GT3 den Triumph am Samstag heraus. Am Sonntag verpassten die Tessiner mit Rang 4 knapp das Podium. Vor dem Finale in Abu Dhabi am kommenden Wochenende führt Kessel Racing die Teamwertung mit 21 Punkten Vorsprung an. Und das nicht etwa vor einem «Nobody». Auf Platz 2 folgt Manthey Racing – in GT3-Kreisen ein absoluter Hochkaräter. Wenn in Abu Dhabi alles rund läuft könnte die Schweiz dank Delétraz, Rabin, CLX und Kessel Racing also gleich vier Mal auf Platz 1 landen!
Nicht ganz so erfolgreich, aber auch auf dem Vormarsch waren die beiden Schweizer Formelpiloten in Dubai. Enea Frey verpasste zwar auch am dritten Rennwochenende der F3 Regional Middle East die Punkte, konnte aber mit Rang 12 im zweiten Lauf einen Achtungserfolg erzielen und in der Rookiewertung punkten. Florentin Hattemer belegte in der Formel 4 die Ränge 20, 24 und 16.
Nico Müller hat beim dritten Formel-E-Rennen der Saison 2025/2026 nicht nur die Pole-Position geholt, er hat sich auch seinen ersten Podestplatz als Porsche-Fahrer gesichert.
Miami scheint ein gutes Pflaster für Nico Müller zu sein. Im Vorjahr (damals noch bei Andretti) wurde er Vierter. Diesmal, im dritten Rennen als offizieller Porsche-Werksfahrer schaffte es der Berner zum zweiten Mal Formel-E-Karriere nach Valencia 2021 aufs Podium. Wobei das mit dem Podium so nicht ganz stimmt. Müller hat 2025 ein zusätzliches Mal auf dem Podium gestanden: in Jakarta. Dieser dritte Platz wurde ihm aber 13 Tage nach dem Rennen aberkannt, weil eine im Rennen ausgesprochene Strafe gegen Sébastien Buemi aufgehoben wurde…
Nun also hat’s mit Porsche-Power erstmals (richtig) geklappt. Und das nicht nur mit dem Podium. Müller sicherte sich in Miami auch seine erste Pole-Position. Dank Rang 3 von Teamkollege und Ex-Sauber-Pilot Pascal Wehrlein hat Porsche auch die Führung in der Team- und der Herstellerwertung übernommen. «Meine erste Pole-Position in der Formel E, mein zweiter Podestplatz und der erste mit Porsche – das fühlt sich ganz besonders an. Das Doppelpodium für das Team macht diesen Tag für uns grossartig. Ich freue mich sehr für alle und bin dankbar für das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird. Es hat heute richtig Spass gemacht. Ob im Trockenen oder im Nassen: Das Auto hat einfach funktioniert, und wir konnten sehr wichtige Punkte mitnehmen. Natürlich möchte man immer gewinnen, aber Mitch Evans war heute einen Tick stärker. Glückwunsch an ihn – und beim nächsten Mal werden wir es ihm schwerer machen. Das motiviert mich noch zusätzlich.»
Auch die beiden anderen Schweizer holten in Florida Punkte. Edoardo Mortara wurde Sechster, Sébastien Buemi Siebter. In der Gesamtwertung liegen alle drei Eidgenossen in den Top 10: Müller ist (mit sieben Punkten Rückstand auf die Spitze) Fünfter, Mortara Siebter, Buemi Neunter. Es führt Nick Cassidy aus Neuseeland.
Wer hätte das gedacht? Der erst 15-jährige Levi Arn fuhr bei seinem ersten Autorennen in Estoril (POR) auf Anhieb als Dritter aufs Podest. Nach dem ersten Rennwochenende ist er Meisterschaftsfünfter und Dritter bei den Rookies!
Die Karriere des Levi Arn ist bis jetzt nicht nur beeindruckend, sondern auch im Eiltempo verlaufen. 2023 absolvierte er seine erste Saison im Kart. Damals fuhr er noch bei den Junioren (P4 in der autobau SKM). Im Jahr darauf wechselte er als noch nicht 14-Jähriger zu den Senioren und wurde dort Dritter. 2025 folgte dann der Aufstieg in die Königsklasse: Bei den Schaltkarts kannte der junge Solothurner keine Gnade und gewann den Schweizer Meistertitel mit einem neuen Punkterekord. Auf die neue Saison hin stieg Arn vom Kart- in den Automobilrennsport um. Als Vorbereitung auf seine erste Formel-4-Saison bestreitet Levi dafür die Formula 4 Winterseries by Gedlich. Gleich im ersten Rennen stand er als Dritter auf dem Podium.
Du bist in deinem ersten Formel-4-Rennen aufs Podium gefahren. Das haben vor dir nur ganz wenige geschafft. Wie fühlt sich das an?
Levi Arn: Das Gefühl, beim ersten Rennen auf dem Podium zu stehen, war überwältigend. Ich wusste, dass ich schnell sein würde. Wenn alles passt. Aber dass es gleich im ersten Anlauf klappen würde, damit habe ich nicht gerechnet.
Hand aufs Herz: Wie sehr hast du mit einem solchen Ergebnis gerechnet?
Gerechnet habe ich nicht damit. Wie gesagt: Ich hatte vor dem Wochenende ein gutes Gefühl. Aber ich war dann doch etwas überrascht, dass ich ganz vorne mitmischen würde.
Wie viele Testtage hast du vor deinem ersten Rennen mit deinem Team Jenzer Motorsport abgespult?
Ich hatte 2025 vier Testtage mit Jenzer. Und noch vier Testtage mit Maffi Racing. Also insgesamt acht Tage.
Das ist verglichen mit anderen Fahrern ein Klacks…
Ja, ich habe von anderen Fahrern gehört, dass sie im vergangenen Jahr bis zu 80 Tage getestet haben. Wenn man dann gegen solche Konkurrenz nur drei Zehntelsekunden pro Runde verliert, ist das – so glaube ich wenigstens – nicht so schlecht.
Dass nicht alles am ersten Wochenende gelingen kann, ist auch klar. Du hast zwei Mal einen neuen Frontflügel gebraucht. Wo siehst du das grösste Verbesserungspotenzial?
Das mit den Flügeln war so eine Sache. Der erste ist kaputt gegangen, weil mir einer reingefahren ist. Da konnte ich nichts dafür. Beim zweiten ist in der Schikane der Platz ausgegangen. Das ist beides ärgerlich. Verbesserungspotenzial? Ich muss noch lernen, geduldiger zu sein. Manchmal muss man sich wahrscheinlich einfach sagen: «Nimm dir beim Überholen zwei Runden mehr Zeit.» Aber das hat natürlich auch mit der noch fehlenden Erfahrung zu tun. Und dann muss ich noch lernen, mich durchzusetzen.
Durchzusetzen?
Ja, innerhalb des Teams. Aber auch da spielt die Erfahrung eine Rolle. Im dritten Rennen beispielsweise hätte ich auf Regenreifen und mit Regen-Set-Up losfahren sollen – statt mit Slicks. Aber eben: Das sind Dinge, die ich noch lernen und wo ich mich als Fahrer durchsetzen muss. Und wo wir uns als Team auch noch finden müssen. Bis jetzt bin ich aber superglücklich bei Jenzer Motorsport.
Und wie steht es um deine Fitness?
Die hat mir am ersten Rennwochenende keine Probleme bereitet.
Wie gross ist oder war eigentlich die Umstellung vom Kart in den Einsitzer?
Das Feeling ist schon ganz anders. Die Basis ist zwar dieselbe wie im Kart. Aber die Technik ist komplexer, das Team grösser und das Feedback umfangreicher. Im Auto braucht es viel mehr Gefühl als im Kart. Was mich überrascht hat: das Überholen ist im Formel 4 einfacher. Im Kart musst du aggressiver sein.
Weisst du schon, was nach der Winterserie auf dem Programm steht?
Der Plan ist, die italienische Meisterschaft zusammen mit Jenzer Motorsport zu bestreiten. Aber jetzt gilt der Fokus der Winter-Meisterschaft. Dort geht es am 7./8. Februar in Portimão weiter.
Rallye Monte Carlo, 24h Daytona und Formel 4 in Estoril – das Wochenende war vollgepackt mit viel Rennaction und einigen Schweizer Erfolgen. Allen voran ein weiterer Klassensieg für Philip Ellis.
Felipe Nasr, Julien Andlauer und Laurin Heinrich heissen die Sieger der 24 Stunden von Daytona 2026. Porsche wurde seiner Favoritenrolle bei der 64. Ausgabe damit gerecht, wenngleich der Sieg knapper ausgefallen ist, als man es ursprünglich erwarten durfte. Bester Schweizer bei den Prototypen wurde Louis Delétraz. Der Genfer erreichte das Ziel in derselben Runde wie der siegreiche Porsche und wurde als zweitbester Cadillac-Pilot Sechster. Ebenfalls in derselben Runde lag der BMW von Raffaele Marciello, der Achter wurde. Knapp am Podium vorbei schrammte Grégoire Saucy. Der Jurassier wurde mit seinem Team United Autosports bei seiner ersten Daytona-Teilnahme Vierter in der LMP2, der zweiten Klasse also.
Für das spektakulärste Finish in diesem Rennen sorgte die GTD-Klasse. Philip Ellis im Winward-Mercedes #57 und der Däne Nicki Thiim im Aston-Martin #44 lieferten sich ein Duell am respektive über dem Limit. Höhepunkt war eine Berührung bei 280 km/h auf der Zielgeraden, bei der Ellis beinahe abgeflogen wäre. Der Zuger wurde für den Vorfall verwarnt, rettete den Klassensieg aber dennoch ins Ziel. Für Ellis war es nach 2021 und 2024 der dritte Sieg in Daytona. Für Ricky Feller endete das Rennen im Manthey-Porsche (in der GTD Pro) auf Rang 5.
Wild ging es auch bei der diesjährigen Rallye Monte Carlo zu. Extreme winterliche Bedingungen prägten den Klassiker und sorgten auf den 17 Wertungsprüfungen für schwierige, schnee- und eisbedeckte Strassen, was zu zahlreichen Abflügen führte. Davon nicht beirren liess sich Oliver Solberg. Der Sohn von Ex-Rallye-Weltmeister Petter Solberg wurde als 24-Jähriger zum jüngsten «Monte»-Sieger in der Geschichte der WRC. Auch aus Schweizer Sicht war es eine schwierige Rallye. Olivier Burri und Beifahrer Stéphane Fellay kamen mit ihrem Toyota Yaris auf Platz 27 ins Ziel. Gegenüber den Kollegen von sport-auto.ch meinte der Routinier: «Es war eine komplizierte Rallye, und wir sind nicht zufrieden. Wir sind dreimal gegen die Wand gefahren. Ich habe noch nie so viele Fehler gemacht.» Auch am letzten Tag lief es für Burri nicht nach Wunsch. «Wir haben am Col de Turini ein Rad beschädigt, das wir wechseln mussten, und hatten bis zum Ende eine verbogene Aufhängung.» Für den zweiten Schweizer im Feld, Stefano Mella, endete die Monte-Premiere im Skoda Fabia RS Rally2 auf Rang 37. «Wir sind froh, im Ziel angekommen zu sein. Auch wir hatten auf dem Col de Turini so unsere Probleme. Wir hatten Spikereifen, aber der Schnee war bereits geschmolzen – und dann kam der Regen...»
Einen vorzüglichen Start erwischten die neuen Schweizer Formel-4-Piloten beim Auftakt der Winterserie in Estoril (POR). Für das erste Highlight sorgte Levi Arn. In seinem allerersten Rennen wurde der Solothurner, 2025 Schweizer KZ2-Meister, sensationell Dritter im Gesamtklassement und Dritter bei den Rookies. Auch im dritten Rennen stand Arn als drittbester Rookie nochmals auf dem Podium. Zufrieden war auch Samul Ifrid mit seinem ersten Rennwochenende. Der ehemalige UBIQ-Pilot (im Vorjahr Zweiter in der X30 Challenge) steigerte sich von Rennen zu Rennen. Nach Platz 17 im ersten Lauf, war er im zweiten Durchgang schon Zehnter. Im dritten Rennen wurde er Sechster und war damit zweitbester Rookie. Für ein weiteres Podium sorgte Chiara Bättig. Die dreifache Schweizer Kart-Meisterin fuhr im dritten Lauf (nach den Rängen 16 und 17) als Zweite aufs Podium und war damit auch die schnellste Frau im Feld. Max Kammerlander (wie Ifrid bei Cram Motorsport unterwegs) beendete sein erstes Rennwochenende auf den Rängen 14, 22 und 12. Georgiy Zasov, Teamkollege von Arn bei Jenzer Motorsport, landete bei seiner Premiere auf den Rängen 19, 30 und 26.
Noch nicht auf Touren kamen die beiden Schweizer in den Emiraten: Enea Frey (Formula 3 REG Middle East) musste sich am zweiten Rennwochenenden mit den Plätzen 23, 29 und 28 zufrieden geben. Trident-Pilot Florentin Hattemer (F4 Middle East) gelang beim zweiten Rennen in Abu Dhabi mit den Plätzen 16, 11 und 21 eine leichte Steigerung gegenüber dem ersten Rennwochenende.
Einen gelungenen Einstand feierte dafür Dan Allemann. Der junge Schweizer Nachwuchsfahrer wurde beim ersten Lauf zur WSK Masters Series im italienischen La Conca Fünfter in der Kategorie OK. Im Pre-Finale war Allemann sogar Zweiter.
Wie schon bei den letzten Ausgaben veröffentlichen wir an dieser Stelle den einen oder anderen Artikel aus dem vierteljährlich erscheinenden Magazin von ASS. Wir fangen an mit: Was macht eigentlich Stefano Comini?
Wie viele Nachwuchstalente begann Stefano Comini im Kartsport und wechselte 2006 mit 16 in den Automobilsport. Aufgrund der Nähe zu Italien entschied sich der Südtessiner zunächst für die Formel Junior Monza, in der Comini 2007 den dritten Gesamtrang eroberte. Daneben erfolgten erste Einsätze in der Formel Renault, in der er 2008 beim SM-Finale in Monza seinen ersten Sieg feierte.
Richtig Schwung nahm die Karriere im Mégane V6 Eurocup, den er 2010 als Gesamtdritter und 2011 als überlegener Meister abschloss. Ein gut verlaufener GT1-Test mit Nissan in Japan gab ihm Hoffnung für die weitere Zukunft, doch zerschlug sie sich aus politischen Gründen. Nach dieser Enttäuschung verdingte sich Stefano im Renault Clio Cup Italia, den er gewann, und mit wenigen, ebenfalls erfolgreichen Einsätzen im Mégane V6, Lamborghini Super Trofeo und Porsche Cup Italia.
Der Wechsel ins neue Team Target brachte im Clio Cup Bohemia 2013 zwar nicht den erhofften Erfolg, die Südtiroler machten ihm aber das Angebot, im Jahr darauf mit ihnen den Seat Leon Eurocup zu bestreiten. Mit drei Siegen und dem vierten Gesamtrang empfahl sich Comini, mit Target in die neu lancierte TCR International Series einzusteigen – ein Schritt mit ungeahnten Folgen. Am 28. März 2015 gewann der Schweizer im Rahmen des GP Malaysia in Sepang die Weltpremiere der neuen Tourenwagenformel und holte daraufhin auch den Meistertitel. «Ich war der Erste, der mit dem Seat Leon Cup Racer im Eurocup und dann mit demselben Auto ein TCR-Rennen und einen Titel gewann», blickt er mit Stolz auf jene Zeit zurück. Mit Leopard Racing gelang dem Tessiner 2016 auf einem VW Golf die erfolgreiche Titelverteidigung, und im dritten Jahr verpasste er den Vizemeistertitel im Audi RS3 von Comtoyou aus Belgien nur knapp.
Leider klappte es danach weder mit dem Wechsel in die neue FIA WTCR noch in den GT3-Sport. So gründete er sein eigenes Team Race Republic, das aus materiellen und finanziellen Gründen jedoch nur noch wenige Einsätze ohne Erfolge zuliess. Mit der neuen eigenen Struktur verfolgte Comini alsbald ein anderes Ziel. «Als Profi so aufhören zu müssen, war hart. Daher baute ich eine Akademie für junge Rennfahrer auf, denen ich meine Erfahrungen vermitteln konnte. Auch das, was man besser machen sollte, als ich es tat. Denn ich passte mit meiner kritischen und teils impulsiven Art offenbar nicht ins Raster eines Herstellers», gibt er heute zu. Die Pandemie durchkreuzte dann alle Pläne, bevor sie Stefano verwirklichen konnte. Seither arbeitet er primär im Familienbetrieb und bietet sich mit seinen modernen Rennsimulatoren sowie Karts für Events an. Den Helm hat er allerdings noch nicht an den Nagel gehängt. «Ich fahre noch, wenn ich dazu Lust habe oder engagiert werde. Ich bin offen für alles und habe ja bewiesen, dass ich mit jedem Auto sofort schnell sein kann.»
Text: Peter Wyss
Am Wochenende beginnt in Estoril die Formel-4-Winterserie by Gedlich. Gleich fünf Schweizer respektive Schweizerinnen stehen am Start – vier davon bestreiten ihr erstes Autorennen. Wir drücken die Daumen!
Das gab es noch nie! Wenn am Wochenende die Formel-4-Winterserie by Gedlich in Estoril (POR) beginnt, stehen fünf Fahrer respektive Fahrerinnen aus der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft am Start. Vier davon geben am Wochenende ihr Renndebüt. «Es ist toll, dass wir nach Jahren, in denen wir kaum Schweizer Nachwuchs im Formelsport hatten, dieses Jahr gleich so viele Schweizer in der Formel 4 sehen», sagt Andreas Jenzer, Teamchef von Jenzer Motorsport. «Das ist auch ein Zeichen, dass im Schweizer Kartsport erstens gute Arbeit gemacht wird und zweitens das Niveau sehr hoch ist.»
Zwei der fünf Fahrer werden am Wochenende für Jenzer Motorsport fahren: Levi Arn und Georgiy Zasov (beide 15). Der Solothurner Arn hat im vergangenen Jahr die Schweizer Schaltkart-Meisterschaft (KZ2) gewonnen. Der in Lugano wohnhafte Zasov setzte sich in einem spannenden Finale bei den OK Senioren durch. Stand heute wird Zasov nicht die komplette Winter-Meisterschaft bestreiten. Bei den Rennen in Portimão (POR) und Aragón (ESP) wird der Jenzer-Pilot, der in London zur Schule geht, fehlen. Für beide ist der Auftakt in Estoril der Sprung ins kalte Wasser.
Auch Max Kammerlander (19) und Samuel Ifrid (18) werden am Wochenende ihre ersten Autorennen bestreiten. Das Duo fuhr zuletzt im Team UBIQ Racing in der X30 Challenge Switzerland. Ifrid wurde dort Zweiter – zum dritten Mal in Serie! Kammerlander belegte den achten Schlussrang. Beide werden für das italienische Team Cram Motorsport an den Start gehen.
Die Fünfte im Bunde ist Chiara Bättig (15). Die dreimalige Schweizer Kart-Meisterin (bei den OK Junioren) ist, so unglaublich das es klingt, die erfahrenste aus diesem Quintett. Bättig hat im Herbst 2025 bereits die saudi-arabische Formel-4-Meisterschaft bestritten und belegte dort den zwölften Gesamtrang respektive den vierten bei den Rookies. Bättig bestreitet als Red-Bull-Juniorin das Rennen in Estoril im spanischen Team Campos Racing.
Wir wünschen allen Neulingen oder Fast-Neulingen einen guten Start in ein neues Abenteuer!
Die Termine der F4-Wintermeisterschaft:
24./25. Januar, Estoril (POR)
7./8. Februar, Portimão (POR)
14./15. Februar, Valencia (ESP)
7./8. März, Aragón (ESP)
14./15. März, Barcelona (ESP)
Auto Sport Schweiz führt auch dieses Jahr eine Junior-Meisterschaft Berg/Slalom durch. Wer dieses Jahr 25 wird oder jünger ist, kann sich ab sofort kostenlos anmelden.
Der Modus hat sich bewährt. Seit zwei Jahren trägt Auto Sport Schweiz im Rahmen der Schweizer Slalom- respektive Berg-Meisterschaft ein Junioren-Championat aus. Das Besondere daran: Die Fahrer und Fahrerinnen können mit ihren eigenen Autos teilnehmen. Gewertet werden vier Slaloms und vier Bergrennen. 2026 zählen folgende Rennen zur Junior-Meisterschaft:
19. April, Slalom Frauenfeld
2. Mai, Slalom Ambri 1
3. Mai, Slalom Ambri 2
17. Mai, Slalom Bure
7. Juni, Bergrennen Hemberg
14. Juni, Bergrennen La Roche
26. Juli, Bergrennen Anzère
30. August, Bergrennen Oberhallau
Teilnehmen können alle Fahrer und Fahrerinnen, die im Besitz einer NAT- oder INT-Lizenz von ASS sind und die sich mittels offiziellem Einschreibeformular (siehe Anhang) angemeldet haben. Die Teilnehmenden dürfen nicht älter als 25 Jahre sein (Jahr, in dem sie das 25. Altersjahr erreichen). Gefahren werden darf mit Tourenwagen bis 2,5 Liter und Rennwagen bis 2 Liter. Es gibt eine Wertung – mit zwei Streichresultaten: eines bei einem Slalom, eines bei einem Bergrennen. Meister oder Meisterin wird, wer disziplinenübergreifend die meisten Zähler holt.
Wie im Vorjahr werden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Junior-Meisterschaft Berg/Slalom mittels Extra-Aufklebern auf ihren Autos erkenntlich gemacht. Der Schweizer Meister Junior 2026 (oder die Meisterin) erhält für die Saison 2027 seine Rennlizenz gratis. Die Top 3 wird zum «Dîner des Champions» nach Bern eingeladen.
Die bisherigen Sieger der kombinierten Junioren-Meisterschaft heissen Jannis Jeremias (2024, VW Polo) und Lionel Ryter (2025, Formel Renault 2.0). Beide sind aufgrund ihres Alters 2026 nicht mehr startberechtigt. Das heisst: Es wird auch im dritten Jahr einen neuen Champion geben. Gute Chancen also für Alessandro Grispino? Der Vorjahreszweite wird im März 25 und könnte, sofern er wieder am Start steht, den Junioren-Titel ins Visier nehmen…
Anmeldeschluss ist der 31. März 2026.
Piloten und Pilotinnen, die 2026 mit Synfuel, also fossilfreiem Kraftstoff, fahren, werden erneut wieder von Auto Sport Schweiz unterstützt – mit einem Cashback von 500 Franken.
Auto Sport Schweiz wird auch 2026 gemeinsam mit seinem Gesellschafter «Swiss Motorsport Promotion» alle Piloten und Pilotinnen mit einem Fossil Free Fuels Cashback über 500.- Franken belohnen, welche mindestens vier Veranstaltungen der Schweizermeisterschaften Automobil (Slalom, Bergrennen, Rallye) mit fossilfreiem Treibstoff bestreiten.
Um an der Aktion von Auto Sport Schweiz teilnehmen zu können, müssen Fahrer und Fahrerinnen folgende Voraussetzungen erfüllen:
Der letztmögliche Termin für eine Einschreibung ist jeweils vier Rennen vor Schluss der entsprechenden Schweizermeisterschaft. Man kann auch vier Veranstaltungen meisterschafts-übergreifend bestreiten (z. Bsp. zwei Rallyes und zwei Slaloms oder zwei Slaloms und zwei Bergrennen). Es zählen nur Veranstaltungen, an welchen ein offizielles Resultat erzielt wird (DNP, DNF, etc. werden nicht berücksichtigt). Die Pilotin/der Pilot muss nachweislich mit fossilfreiem Kraftstoff fahren (die Technischen Kommissare können Stichproben machen). Die Eigenschaften des Treibstoffs müssen den gültigen Reglementen (u.a. RON 95 bis 102) und Vorschriften für fossilfreiem Kraftstoff entsprechen. Die Anschaffung des Kraftstoffs ist Sache der Pilotin/des Piloten. Die Original-Kaufquittung muss zwecks Überprüfung eingereicht werden (bei Sammelbestellungen sind die Namen der Piloten zu vermerken). Die Pilotin/der Pilot muss an den entsprechenden Veranstaltungen mit den grünen Startnummern gemäss den Bestimmungen der NSK fahren. Die Anschaffung dieser Startnummern ist Sache der Pilotin/des Piloten. Die Pilotin/der Pilot muss während den Veranstaltungen einen von Auto Sport Schweiz zur Verfügung gestellten Sticker (Ø20 cm) im Bereich des Tanks befestigen.
Der Fossil Free Fuels Cashback wird Ende November 2026 per Bank-/Postanweisung überwiesen. Die Kontoangaben inkl. Kopie der Original-Kaufquittung müssen unaufgefordert von der Pilotin/dem Piloten bis am 13. November 2026 eingereicht werden. Später eingehende Gesuche können nicht berücksichtigt werden. Es findet keine Barauszahlung statt.
Das Einschreibeformular für den Fossil Free Fuels Cashback 2026 ist angehängt.
Willkommen zum ersten Weekend-Report des Jahres mit einem kurzen Rückblick auf die 24 Stunden von Dubai sowie auf die am Samstag zu Ende gegangene Rallye Dakar.
Die Saison 2026 steckt noch in den Kinderschuhen. Mit den 24 Stunden von Dubai ist der erste grössere Klassiker aber bereits Geschichte. Die 21. Auflage der 24 Stunden von Dubai war ein klarer Fall für BMW: Das belgische Team WRT dominierte das Rennen nach Belieben und fuhr einen souveränen Doppelsieg ein. Den Gesamtsieg sicherte sich der BMW M4 GT3 Evo mit den Fahrern Anthony McIntosh, Ben Tuck, Jordan Pepper, Kelvin van der Linde und Fran Rueda.
Aus Schweizer Sicht war das Team Hofor Racing auf dem 12. Gesamtrang am erfolgreichsten. Der Mercedes mit u.a. Chantal Prinz und Manuel Metzger stand in der AM-Wertung als Zweiter gar auf dem Podium. Auf dem 14. Gesamtrang landete Alex Fontana mit seinem Team Tsunami (das Team heisst tatsächlich so…). Als Vierter in der ProAm verpasste der Tessiner das Klassenpodium knapp. Nicht ins Ziel kamen Jean-Luc d’Auria und Mauro Calamia. Einen Schweizer Klassensieg feierte Fach Auto Tech gemeinsam mit dem Team Tierra Outdoor Racing in der Kategorie 992. In der selbigen Klasse (nur bei den Amateuren) sicherte sich der Waadtländer Silvain Pastoris Platz 3. Auch Marco Grilli aus Meisterschwanden (AG) durfte einen Pokal als Dritter in der TCX mit nach Hause nehmen.
Weniger erfolgreich verlief der Start für die beiden Formel-Piloten Enea Frey (in der F3 REG) und Florentin Hattemer (in der Formel 4). Die beiden absolvieren die Middle East Series, hatten beim ersten Rennen in Abu Dhabi aber noch Anlaufschwierigkeiten. Frey belegte die Ränge 27 und 20 – im dritten Rennen schied er nach einer Kollision aus, Hattemer kam als 26., 20. und 13. ins Ziel.
Zu Ende ging am Samstag auch die 48. Ausgabe der Rallye Dakar. Der Gesamtsieg ging zum sechsten Mal an Nasser Al-Attiyah. Für Hersteller Dacia war es der erste Triumph bei der durch Saudi-Arabien führenden legendären Wüstenrallye. Das beste (und einzige) Schweizer Team, Alexandre Pesci/Rolf Kühnis, beendete die Dakar in der Kat. Challenger T3 als 19. Für den neunmaligen Rallye-Weltmeister Sébastien Loeb und damit auch für seinen Landsmann Sébastien Boulanger, der mit Schweizer Lizenz fährt, endete die Dakar auf dem undankbaren vierten Rang. Dass die Dakar bis heute die härteste Rallye und womöglich auch die strapaziöseste Motorveranstaltung schlechthin ist, zeigt das Beispiel von Loeb/Boulanger, bei denen im Laufe der Rallye 13 Reifenschäden gezählt wurden!
Kleiner Nachtrag: Die GT3-Meisterschaft der Winter Series by Gedlich hat am Wochenende ebenfalls schon angefangen. Bester Schweizer war Alain Valente mit einem vierten Platz. Dexter Müller wurde im Solo-Rennen Siebter.
Am Samstagabend hat die IG Interswiss beim traditionellen Saisonkehraus in Oberhallau die besten Trophy-Fahrer und -Fahrerinnen 2025 ausgezeichnet.
Am Samstagabend hat die IG Interswiss zum traditionellen Saisonabschluss nach Oberhallau geladen. Und wie jedes Jahr waren fast alle Interswiss-Fahrer respektive -Fahrerinnen anwesend. Egal ob einheimisch, aus dem Jura oder dem Wallis angereist – wenn es um die Interswiss Trophy geht, lassen sich die Teilnehmenden nicht lumpen. «Egal, ob man jetzt auf dem Podium steht oder 39. geworden ist», meint einer der Fahrer. «Für uns Interswiss-Piloten ist dieser Anlass Ehrensache. Da wird jeder gefeiert – und das ist schön so.»
Rund 150 Teilnehmende mit Anhang sowie weitere Gäste füllten die Turnhalle in Oberhallau bis auf den letzten Platz. Sehr zur Freude von Bruno Sawatzki, dem IS-Vorsitzenden, der im Rahmen der Feierlichkeiten auch ausrichten liess, dass er 2026 wieder mit seinem Cup-Porsche am Start stehen wird. Anders als den Vorjahren verbrachte Sawatzki einen eher ruhigen Abend… Das Mikrophon überliess er diesmal den beiden «Moderatoren» Porsche-Pilot Christoph Zwahlen und Formel-Renault-Kutscher Henri Schmidt. Zwahlen war für den deutschsprachigen Part verantwortlich, Schmidt übersetzte für die französisch-sprechende Fraktion. Für Lacher sorgten beide. Der gelungene Abschlussabend der Interswiss punktete aber nicht nur durch das Moderatoren-Duo, das Küchenteam rund um Heidi und Jürg «Sugi» Ochsner verköstigte die geladenen Gäste aufs Feinste.
Für Abwechslung sorgte auch das abschliessende Podium. Nachdem Stephan Burri vier Mal in Folge die IS Trophy gewann, gab es 2025 mit Arnaud Donzé einen neuen Gewinner. Der VW-Golf-Pilot aus dem Jura erhielt für seinen ersten Triumph in der IS dementsprechend auch grossen Applaus – und das nicht nur von seinen Kollegen aus der Romandie. Auf Platz 2 liess sich Dominic von Rotz (Audi A4 B5 Quattro) feiern. Besagter Burri (VW Scirocco) schaffte es trotz dem verfrühten Saisonende in Les Rangiers als Dritter aufs Podest. Die weiteren Platzierungen entnehmen Sie der angehängten Rangliste. Insgesamt wurden 49 Fahrer und Fahrerinnen gewertet und ausgezeichnet. Beste IS-Dame 2025 war Vanessa Zenklusen. Erfolgreichster «8-Ventiler» war Roman Marty (Opel Kadett) auf Rang 4.
Weitere Informationen zur IS Trophy (auch zum Reglement 2026) finden Sie unter diesem Link.
Michel Zemp (38) hat 2025 etwas vollbracht, woran zuvor niemand geglaubt hat: Der gebürtige Luzerner hat mit seinem 2-Liter-Norma die 3-Liter-Konkurrenz am Berg gehörig aufgemischt.
Sechs Mal ist Michel Zemp im vergangenen Jahr mit seinem 2-Liter-Norma auf dem Podium gestanden. Davon vier Mal auf dem zweiten Rang. Nur beim Rennen in Anzère musste sich der 38-jährige Automechaniker aus Escholzmatt (LU) als Sechster geschlagen geben.
Dein Auto hat eine Saison lang tadellos funktioniert. Was macht man da über den Winter?
Michel Zemp: Eigentlich nicht viel. Die gewöhnlichen Routinearbeiten. Und halt eine Motorrevision, obwohl sich das Triebwerk, als wir es auseinandergenommen haben, in einem Top-Zustand befand.
Gibts Änderungen für 2026?
Ja, wir haben im Bereich Getriebe ein paar Änderungen vorgenommen.
Und aerodynamisch?
Nein, da haben wir auf die vergangene Saison ein paar Updates gemacht.
Wie stufst du deine Chancen für 2026 ein?
Wenn Robin (Faustini) Schweizer Meisterschaft fährt und Marcel (Steiner) seine technischen Probleme in den Griff bekommt, dann ist der dritte Platz wohl das höchste der Gefühle. Besser als 2025 geht es nicht.
Eine solche Saison wie 2025 hast du nicht erwartet?
Nein, hätte mir jemand vor der Saison den zweiten Platz angeboten, hätte ich sofort unterschrieben. Natürlich haben wir bei dem einen oder anderen Rennen von den technischen Problemen der 3-Liter-Konkurrenz profitiert, aber unterm Strich waren wir (bis auf Anzère) immer vorne dabei.
Hattest du irgendwo eine realistische Chance, Faustini zu schlagen?
(Überlegt lange.) In Reitnau hat nicht viel gefehlt. Aber das war auch die Strecke, auf der wir im Vorfeld wussten, dass der Unterschied zwischen einem 3- und einem 2-Liter-Auto deutlich kleiner sein wird. Gleiches hatten wir eigentlich von Hemberg erwartet. Aber dort kamen wir nicht an die Zeiten von 2024 heran, was vermutlich zu einem Grossteil am Strassenbelag lag.
Wie sieht deine Saisonvorbereitung aus?
Wir planen vor Hemberg noch die Rennen in Eschdorf (LUX) und Rechberg (AUT). Aber das hängt in beiden Fällen davon ab, ob wir das Auto dem dort geltenden Reglement anpassen müssen oder nicht.
Am Wochenende findet in Dubai die 21. Auflage des 24-Stunden-Rennens statt. Mit dabei sind auch wieder zahlreiche Schweizer – allerdings keiner in der GT3 Pro.
Am Wochenende findet in Dubai zum 21. Mal das 24-Stunden-Rennen statt. Der inzwischen traditionelle Auftat zur GT3-Saison zieht jedes Jahr auch zahlreiche Schweizer an. Die Hoffnungen, auf einen Gesamtsieg mit Schweizer Beteiligung dürften dieses Jahr aber ziemlich klein sein. In der Pro-Wertung der GT3 stehen zwar 13 Autos am Start. Auf keinem davon ist aber ein Schweizer am Start. Erst in der gemischten Wertung (ProAM) trifft man auf Schweizer Piloten. So zum Beispiel auf das Duo Jean-Luc d’Auria/Mauro Calamia, das auf einem von einem österreichischen Team eingesetzten Mercedes AMG GT3 mit der Startnummer 67 ins Rennen geht. Auch Alex Fontana vertritt die Schweizer Farben in der ProAM – auf einem Porsche 911 GT3 R (#79). Ebenfalls am Start (bei den Amateuren) ist das Team Hofor Racing mit u.a. Chantal Prinz und Manuel Metzger mit einem Mercedes AMG GT3 (#11).
Zu den weiteren Schweizern zählen: Fabian Danz (992), Silvain Pastoris (992 AM), Marco Grilli sowie Thomas Alpiger und Michael Neuhauser (alle TCE/TCX).
Los geht das Rennen am Samstag, 17. Januar, 13 Uhr Lokalzeit (10 Uhr bei uns).
Etwas mehr als eine Autostunde entfernt findet am Wochenende in Abu Dhabi auch der Auftakt zur Formel 3 REG resp. Formel 4 Middle East statt. In beiden Serien gibt es je einen Schweizer am Start: Enea Frey (F3) und Florentin Hattemer (F4).
Für all die, die es kaum erwarten können: Nach etwas längerem Anlauf ist «RENNSPORT SCHWEIZ» ab dem 6. Februar wie üblich nach der Buchvernissage (nur für geladene Gäste) erhältlich. Wer möchte, kann sein Exemplar unter diesem Link bereits vorbestellen.
«RENNSPORT SCHWEIZ» erscheint zum 30. Mal im AKTIV VERLAG. Insgesamt ist es die 42. Ausgabe seit 1984. Wer etwas über den Schweizer Rennsport erfahren will, erfährt es hier. In mehr als 20 Kapiteln werden die Leistungen der besten Schweizer Motorsportler auf vier Rädern in Wort und Bild beschrieben. Dazu gibt es wie im Vorjahr wieder zahlreiche Lesegeschichten rund um den Schweizer Rennsport – so zum Beispiel zum 50. Geburtstag von Marcel Steiner, zu 25 Jahren Auto-Renntage Frauenfeld oder ein Rückblick auf 75 Jahre Formel 1 aus Schweizer Sicht.
Im Mittelpunkt des Buches steht wie üblich der nationale Rennsport mit all seinen Meisterschaften und Cups – sei es am Berg, bei Slaloms, Rallyes oder auf der Rundstrecke. Doch nicht nur die nationale Szene wird beleuchtet, auch die internationalen Erfolge der Schweizer Racer werden thematisiert. Sei es in der Langstrecken-WM, in den diversen GT-Kategorien samt DTM, in der Formel E oder in anderen Formelsport-Serien. Auch der Abschied von Sauber aus der Formel 1 nach 617 Grands Prix ist selbstverständlich Bestandteil von «RENNSPORT SCHWEIZ». Zudem erfährt man Spannendes aus der Welt der Dragster, des Drift-und des historischen Motorsports. Und sogar von der Schweizer Simracing-Meisterschaft. Im Kapitel Karting stehen die Schweizer Meisterschaft, die Rotax Max Challenge und die VEGA Trofeo im Zentrum.
Für garantierten Lesespass sorgt das moderne Layout – mit mehr als 500 Bildern aus dem nationalen und internationalen Rennsport. Verantwortlich für den Inhalt ist der Autor dieser Zeilen. Unterstützt wurde er bei der diesjährigen Ausgabe von den Gastautoren Werner J. Haller, Peter Wyss und Elio Crestani.
Alle drei Schweizer standen beim Start zum zweiten Formel-E-Lauf in Mexiko-City in den ersten drei Reihen. Doch nur einer (Edoardo Mortara) konnte die Früchte seiner Arbeit auch ernten.
Edoardo Mortara ist beim zweiten Lauf zur Formel-E-Saison 2025/2026 in Mexiko-City sensationell Zweiter geworden. Der Genfer hat damit einen unglaubliche Erfolgsserie fortgesetzt. Nach seinen Siegen beim 50. E-Prix in Hongkong 2019 und dem 100. E-Prix in Seoul 2022 belegte der Mahindra-Pilot nun beim dritten Formel-E-Jubiläumsrennen (dem 150.) mit 0,651 Sekunden Rückstand den zweiten Platz. Auch wenn es in Mexiko-Stadt erstmals nicht zum Sieg reichte, ist dies eine beeindruckende Serie. Nach seinem Ausfall in São Paulo liegt Mortara nun auf dem fünften Platz in der Gesamtwertung. Schon vor der Saison war «Edo» zuversichtlich. «In der Saison 10 haben wir sozusagen beobachtet. In der abgelaufenen Saison 11 haben wir den Gen3-Evo so weiterentwickelt, dass wir gegen Ende der Saison konkurrenzfähig waren. Wenn wir diesen Lauf auch in die nächste Saison, die Saison 12, mitnehmen können, dann könnte das 2026 ein richtig gutes Jahr werden.»
Auch für Sébastien Buemi hätte das Rennen in Mexiko-City ein Höhepunkt werden können. Doch der von der Pole-Position gestartete Waadtländer verbremste sich auf dem Weg zu Kurve 1 im direkten Duell mit dem Briten Taylor Barnard und warf so sein Rennen weg (Schlussrang 17). Für Nico Müller (von Startplatz 5 gestartet) endete das Rennen auf Rang 9. Auch er konnte seine Enttäuschung nicht verbergen. «Nach dem Safety Car ging gar nichts mehr. Plötzlich habe ich allen Grip verloren und bin nur noch herumgerutscht. Wenn du rutschst, bist du auch nicht mehr effizient und kannst deinen Attack-Mode nicht so nutzen, wie du es musst. Aber auch von der Strategie her hatten wir alle Spielbälle in der Hand. Ich war in Führung und hatte noch keinen Attack-Mode benutzt. Eigentlich lief alles perfekt, bis eben plötzlich alles auseinandergefallen ist. Wir müssen verstehen, was da passiert ist, denn so extrem hatten wir das noch nie.»
Kleiner Trost für die beiden Letztgenannten: Müller liegt nach zwei Rennen auf Rang 7, Buemi auf 9 – beide also in den Top 10. Es führt der Mexiko-Sieger Nick Cassidy. Das nächste Rennen findet Ende Januar in Miami statt.
«Fredy Lienhard – Rennbericht eines Unternehmers» ist ein neues Buch, das die Geschichte eines erfolgreichen Geschäftsmannes und passionierten Rennfahrers auf inspirierende Art und Weise erzählt.
Ob als Unternehmer, Rennfahrer oder Mensch – Fredy Lienhard hat nicht nur Geschichte(n) geschrieben, er hat auch Bleibendes geschaffen. Das Anfang Januar im Verlag Ars Biographica erschienene Buch «Fredy Lienhard: Rennbericht eines Unternehmers» zeichnet den Werdegang des heute 78-Jährigen nach, beleuchtet Wendepunkte seines Lebens und will damit inspirieren – ganz nach dem Motto «lessons learned».
«Rennbericht eines Unternehmers» hat nicht den Anspruch, eine klassische Erfolgsgeschichte nachzuerzählen. Vielmehr soll das Buch auf erfrischend ehrliche Weise aufzeigen, wie Lienhard als Unternehmer tickt, welche Werte ihm wichtig sind und wie sie auch seine Karriere als Rennfahrer beeinflusst haben. Neben den wichtigsten Stationen seines Lebens (mit herrlichen Bildern aus dem Familienalbum) kommen auch die motorsportlichen Highlights aus Lienhards Karriere nicht zu kurz. Wer mehr über die Karriere des ehemaligen Daytona-Siegers erfahren will, wird mit diesem Werk definitiv nicht enttäuscht.
Fredy Lienhard – Rennbericht eines Unternehmers
Verlag: Ars Biographica (www.arsbiographica.ch/home/)
Autor: Bernhard Ruetz
144 Seiten, Hardcover
ISBN 978-3-9526166-1-1
Preis: 35 Franken
Unterschiedlicher könnte die Ausgangslage nicht sein: Während Olivier Burri zum 28. Mal bei der Rallye Monte Carlo antritt, gibt Stefano Mella vom 22.-25. Januar sein WRC-Debüt.
Der Automobilclub von Monaco hat diese Woche die offizielle Liste der 66 Teams veröffentlicht, die an der Rallye Monte Carlo 2026 teilnehmen werden. Darunter befinden sich auch zwei Schweizer Fahrer: Olivier Burri (62 Jahre) und Stefano Mella (51).
Für Burri ist es die 28. Teilnahme beim Klassiker an der Côte d’Azur. Damit bringt er – zumindest, was die «Monte» betrifft – die meiste Erfahrung mit. Kein anderer Teilnehmer, der 2026 eingeschrieben ist, stand so oft wie er beim Auftakt zur WRC am Start. Zum Vergleich: der amtierende Weltmeister Sébastien Ogier kommt auf 16 Teilnahmen. Okay – dafür hat er die Rallye auch schon zehn Mal gewonnen!
Burri wird zusammen mit seinem Beifahrer Stéphane Fellay aus dem Wallis am Steuer eines Toyota GR Yaris Rally2 sitzen. Mit ihm hat er 2025 zwei Rallyes bestritten: die Rallye de Bourgogne (im Rahmen der Schweizer Rallye-Meisterschaft/Unfall) und die Rally Colli del Monferrato in Italien (4. in der Gesamtwertung). Zusammen sind die beiden noch nie auf dem Toyota gefahren. Bei der Monte-Vorbereitung im Dezember 2025 in Frankreich, der Rallye Hivernal du Dévoluy, navigierte Gaëtan Aubry den Routinier aus dem Jura.
Ganz anders sieht die Ausgangslage für Stefano Mella aus. Für den Neunten der Schweizer Rallye-Meisterschaft 2025 ist die Rallye vom 22.-25. Januar eine Premiere. Der Chef des Swiss Racing Lab wird bei der «Monte» vom Italiener Francesco Pezzoli an Bord eines Skoda Fabia RS Rally2 unterstützt. Auch er ist kein ausgewiesener Monte-Carlo-Spezialist. Erst einmal stand er am Start – das ist aber schon ein paar Jahre her (2013). Mella verfügt sonst aber über reichlich Erfahrung. Der in Genf wohnhafte Tessiner hat 1997 seine erste Rallye absolviert und war neben Mike Coppens und Yoan Loeffler im Vorjahr der einzige Rally2-Pilot, der alle Läufe zur Schweizer Rallye-Meisterschaft bestritten hatte.
An Konkurrenz mangelt es den beiden Schweizern bei der «Monte» nicht. 25 andere Rally2-Bewerber werden Burri und Mella das Leben in ihrer Klasse sicher nicht einfach machen.
Am 24./25. Januar findet die 64. Auflage der 24 Stunden von Daytona/Florida statt. Am Start stehen auch sechs Schweizer – in jeder Kategorie mindestens einer.
Erst zwei Schweizer haben bei den 24 Stunden von Daytona triumphiert: Jo Siffert 1968 (bei der dritten Ausgabe) und Fredy Lienhard (2002). Ob am 24./25. Januar ein dritter Schweizer ganz oben steht, wird sich zeigen. Die besten Chancen dafür haben Raffaele Marciello und Louis Delétraz. Beide starten in der Prototypen-Klasse – der eine mit der #25 für BMW (Marciello), der andere mit der #40 für Cadillac (Delétraz).
Insgesamt stehen elf Autos aus der GTP-Klasse am Start. Als Favorit geht Porsche ins Rennen. Mit Partner Penske peilt man nach Siegen 2024 und 2025 den Hattrick an. 20 Mal hat der Hersteller aus Weissach (D) schon gewonnen. Das ist einsamer Rekord in Daytona!
In der LMP2 kämpfen 14 Teams um Ruhm und Ehre. Die Schweizer Flagge hält dort Grégoire Saucy hoch. Der Jurassier trägt bei United Autosports die #22. Auch in der GTDPro ist mit Ricardo Feller ein prominenter Schweizer vertreten. Der DTM-Pilot aus dem Aargau pilotiert den Manthey-Porsche mit der Porsche-typischen #911. Ebenfalls bei den Profis geht Marvin Kirchhöfer auf einer Corvette (#3) ins Rennen. Der Deutsche lebt seit Jahren in Luzern und fährt mit Schweizer Lizenz. Bestens bekannt ist auch einer der Favoriten auf den Klassensieg in der GTD: Philip Ellis. Der amtierende IMSA-Champion teilt sich mit Russell Ward, Indy Dontje und Lucas Auer einen Mercedes AMG GT3 von Winward Racing (#57) im am stärksten besetzten Feld mit 21 Fahrzeugen.
Los geht es in Daytona mit dem Qualifying am Donnerstag, 22. Januar. Das Rennen startet am Samstag, 24. Januar, traditionell um 13.40 Uhr.
Der Slalom von Romont hätte 2026 den Auftakt zur Schweizer Slalom-Meisterschaft bilden sollen. Das Organisations-Komitee musste nun aber das Comeback absagen.
2019 fand der letzte Slalom in Romont statt. Danach war die Strecke wegen Umbauarbeiten auf dem Kasernenareal nicht mehr verfügbar. 2026 hätte der Slalom als Auftakt zur Schweizer Meisterschaft am 4./5. April zum ersten Mal nach sieben Jahren wieder durchgeführt werden sollen. Der Termin wurde auch im offiziellen Kalender eingeschrieben. Nun hat das Organisations-Komitee aber schweren Herzens das Comeback absagen müssen.
In einer Stellungnahme des Romont Motor Racing Committee steht geschrieben: «Trotz der zahlreichen Bemühungen und Gespräche konnten wir die Zustimmung des Militärs nicht erhalten. Die umfangreichen, laufenden Arbeiten auf dem Truppenübungsplatz Drognens werden die Austragung des Rennens im Jahr 2026 letztendlich verhindern.»
Und weiter steht geschrieben: «Wir hoffen weiterhin, dass wir unsere 50. Auflage in naher Zukunft organisieren können, ein Ereignis, das uns sehr am Herzen liegt, und dass wir viele von Ihnen wieder in Drognens wiedersehen werden
Die Schweizer Slalom-Meisterschaft 2026 beginnt damit zwei Wochen später am 18./19. April mit den Auto-Renntagen in Frauenfeld. Zuvor finden in Ambri (27./28. März) noch die Testtage statt.
Der amtierende Tourenwagen-Meister Danny Krieg hat sich für 2026 ein neues Auto angelacht. Der Altendorfer wird in der kommenden Saison mit einem rund 550 PS starken Audi RS3 LMS TCR antreten.
Im Moment steht er noch im Showroom der Garage Bucher in Benken (SG). Aber noch in diesen Tagen soll der neue Super-Tourenwagen des amtierenden Meisters Danny Krieg zu Wolf Power Racing nach Wangen (SZ) gebracht werden. Dort wird er in den nächsten fünf Monaten so «veredelt», dass er zum Auftakt der Schweizer Berg-Meisterschaft am 6./7. Juni in Hemberg parat sein soll.
Vergangene Woche hat Ludovic Monnier deinen VW Golf Rallye bei dir abgeholt (motorsport.ch hat darüber berichtet). Wie sehr hat es weh getan, als du das Auto, mit dem du dieses Jahr Tourenwagen-Meister wurdest, auf seinem Transporter gesehen hast?
Danny Krieg: Es geht so. Erstens bin ich kein Sammler. Ich habe schon so manches Auto, das ich jahrelang fuhr, verkauft. Und zweitens steht ja bereits der Nachfolger da. (Lacht.) Also ist es zu verschmerzen.
Erzähl: Wo hast du deine neue Perle, den Audi RS3 LMS TCR, aufgetrieben?
Den hat Scherer Sport am Nürburgring ausgeschrieben. Ich hatte den schon länger im Auge. Und als Adrian (Wolf von Wolf Power Racing, d. Red.) am Nürburgring war, hat er ihn für mich gründlich inspiziert.
Das Auto sieht ziemlich neu aus.
Ja, es ist ein 2022er – ein Gen2-Auto. Laut den Papieren hat er zwei Renneinsätze auf dem Buckel. Einer der Fahrer war u.a. Mathias Schläppi. Er hat das NLS-Finale 2022 auf diesem Auto bestritten.
Wirst du ihn, so wie er dasteht, in der Schweizer Berg-Meisterschaft einsetzen?
Rein äusserlich wird er sich nicht grossartig unterschieden. Da kommt vielleicht noch die eine oder andere Folie dran, aber sonst bleibt er so, wie er ist. Unter der Haube werden wir allerdings schon Einiges verändern. So kriegt er u.a. einen neue Hinterachse, einen neuen Motor und ein neues Getriebe. Wir wollen diese Komponenten aber alle aus der Serientechnik übernehmen. Ausserdem werden wir ihn von 2WD auf 4WD umbauen.
Im Moment leistet er, so wie er dasteht, 340 PS bei 1145 Kilogramm. Was ist euer Ziel?
Vom Gewicht wollen wir etwa dort bleiben. In Sachen Leistung werden wir uns irgendwo bei 550 PS finden.
Es ginge aber noch mehr?
Ja, sicher, aber das will ich gar nicht. Mit allem, was darüber hinausgeht, läufst du Gefahr, dass du immer wieder technische Probleme hast. Und das kann dann richtig teuer werden.
Kannst du jetzt schon etwa abschätzen, um wieviel schneller du im neuen Audi bist? Der Klasse, E1 bleibst du ja treu – du bist aber neu in der Gruppe 3 bis 3,5 Liter eingeteilt.
Ja, das ist richtig. Um wie viel schneller? Sicher keine fünf Sekunden. Wir reden da, je nach Strecke, von einer bis zwei Sekunden.
Damit peilst du ganz klar die Titelverteidigung an?
Nein, eigentlich nicht. Ich habe auch 2025 nicht auf den Titel in der Tourenwagen-Meisterschaft geschielt. Erst nach dem Rennen in Les Rangiers und den Unfällen von Simi Wüthrich und Stephan Burri war mir klar, dass ich es schaffen könnte.
Aber den Schweizer Berg-Pokal hattest du im Visier?
Den schon eher – ja. Aber das Ziel ist es, Spass zu haben. Mit einem neuen Auto die Grenzen auszuloten. Wobei ich natürlich auch zugeben muss, dass ich mir ein solches Auto nicht gekauft habe, um hinterherzufahren.
Was erwartest du vom neuen Besitzer deines alten Golfs?
Da bin ich sehr gespannt. Natürlich braucht Ludovic seine Zeit. An ein solches Auto muss man sich zuerst gewöhnen. Das wird auch mir mit dem Audi so gehen. Aber ein Zeitenvergleich wird sicher interessant sein. Ich habe 2025 solide Zeiten mit dem Golf hingelegt. Auch wenn ich nicht überall von meiner Leistung überzeugt war. Am Gurnigel beispielsweise war ich mit dem Golf langsamer als einst mit meinem STW-Audi.
Wie sieht euer Fahrplan mit dem neuen TCR-Audi aus?
Wir werden noch dieses Jahr das neue Getriebe bestellen. Danach wird der Wagen sukzessive weiterentwickelt. Ziel ist es ganz klar, dass wir in Hemberg beim Auftakt zur Schweizer Berg-Meisterschaft am Start stehen. Der eine oder andere Slalom davor wäre natürlich eine gute Trainingsmöglichkeit. Aber das hängt alles davon ab, bis wann wir fertig werden.
2022 holte er als Spirit-Fahrer den VEGA-Titel und Platz 3 in der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft. Am Wochenende stand Kevin Rabin bei dem Auftakt zur Asian Le Mans Series zwei Mal sensationell auf dem Podest!
2022 wurde er Dritter in der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft hinter Chiara Bättig und Elia Epifanio bei den OK Junioren. Parallel sicherte er sich den Titel in der VEGA Trofeo in der X30 Junior. Vor zwei Jahren nahm er dann zum ersten Mal in einem Sportwagen Platz. Inzwischen ist Kevin Rabin in der LMP3 angekommen. Und das mit Erfolg! Beim Saisonauftakt der Asian Le Mans Series in Kuala Lumpur (MAL) am vergangenen Wochenende feierte der 18-jährige Waadtländer einen Einstieg nach Mass. Im ersten Rennen wurde der Fahrer aus dem Schweizer Rennstall CLX Dritter. Im zweiten Lauf – unter monsunartigen Verhältnissen – triumphierte er gar an der Seite seiner beiden Teamkollegen Alexander Jacoby (ein Schützling von Fernando Alonso) und dem amtierenden LMP3-Champion Paul Lanchere aus Frankreich.
Auch sonst war der Auftakt zur sechs Rennen umfassenden Asian Le Mans Series für die Schweizer ein voller Erfolg. ELMS-Champion und Le-Mans-Klassensieger Louis Delétraz belegte in beiden Rennen Platz 3. Der für United Autosports fahrende Grégoire Saucy wurde einmal Fünfter und einmal Sechster. Und auch in der GT3 musste sich die Schweiz nicht verstecken. Dort übernahm Kessel Racing mit den Plätzen 5 und 1 die vorläufige Meisterschaftsführung. Die Läufe 3 und 4 zur ALMS finden am 31. Januar/1. Februar 2026 in Dubai statt. Das Finale geht dann eine Woche später in Abu Dhabi über die Bühne.
In der Schweizer Berg-Meisterschaft hat sich ein spektakulärer Fahrzeugwechsel ergeben. 2026 tritt Ludovic Monnier (33) mit dem Meister-Golf von Danny Krieg an.
Bis zum ersten Slalom in Romont dauert es noch 113 Tage. Die Weichen für die nächste Saison werden aber jetzt schon gestellt. Besonders gespannt darf man 2026 auf einen Fahrer sein: Ludovic Monnier. Der 33-Jährige, der einen Steinwurf von der Startlinie des ehemaligen Bergrennens von Massongex entfernt wohnt, hat sich ein neues Auto geleistet. Und zwar nicht irgendeines – nein, den VW Golf Rally, mit dem Danny Krieg dieses Jahr die Schweizer Berg-Meisterschaft bei den Tourenwagen und den Schweizer Bergpokal gewann.
Monnier war schon seit längerer Zeit «scharf» auf den schneeweissen Golf. «Ich habe das Auto schon begutachtet, als es noch dem österreichischen Bergrennfahrer Franz Probst gehörte», sagt Monnier. Ende 2023 ging es dann in den Besitz von Danny Krieg über. Der ging erstmals beim Slalom in Frauenfeld 2024 damit an den Start. Der Rest ist Geschichte. In der abgelaufenen Saison waren Krieg und sein vierradgetriebener Golf-Turbo das Mass der Dinge. Seit Mittwoch steht der Wagen nun nicht mehr in der Garage von Krieg, sondern im Rhonetal bei Ludovic Monnier. «Ich hatte Danny gesagt, wenn er den Wagen mal verkaufen will, dann soll er sich bei mir melden.»
Nun also ist Monnier der stolze Besitzer des erfolgreichen VW-Turbo. Und wie es sich für einen neuen Besitzer gehört, hat er schon – kaum war der Wagen vom Transporter runter – seinen Namen auf die Windschutzscheibe geklebt. Was ihn genau erwartet, kann der in Montreux geborene und heute im Wallis wohnhafte Monnier noch nicht abschätzen. Ein erster Test auf dem Circuit de Vaison (F) ist für Anfang 2026 geplant. Danach will Ludovic mit seiner neuen Errungenschaft bei einigen Slaloms teilnehmen – u.a. beim Saisonauftakt in Romont am 4./5. April. «Ehe ich dann hoffentlich mit ein wenig Erfahrung die komplette Berg-Meisterschaft bestreiten kann.»
Wunderdinge soll man von ihm nicht gleich von Anfang an erwarten, meint Monnier. Das erste Jahr sei ein Testjahr. «Das Gute an diesem Auto ist: Man kann einsteigen und losfahren. Der Motor ist frisch revidiert. Und ich werde bis zum Saisonstart auch nichts am Auto ändern – ausser natürlich das Set-Up auf meine Bedürfnisse anpassen.» Spannend wird der Fahrzeugwechsel für neutrale Beobachter aber dennoch sein. Monnier zählt seit Jahren zu den schnellsten Schweizer Tourenwagenfahrern. Seinen VW Golf, den er bis vor Kurzem fuhr, hatte er 2015 von Benoît Farine übernommen und in den vergangenen Jahren immer weiter entwickelt. «Natürlich sind die Zeiten von Danny für mich die Referenz. Aber ich will einen Schritt nach dem anderen machen. Deshalb werde ich am Anfang bewusst nicht darauf schauen, sondern einfach versuchen, Spass zu haben und eins mit dem Auto zu werden.»
Zwischen seinem bisherigen und seinem neuen VW Golf lägen rund 100 PS, sagt der Sohn des ehemaligen Bergrennfahrers Gilles Monnier. «Die grössten Unterschiede zum bisherigen Auto sind aber definitiv der Turbo-Motor und der Vierradantrieb.» Auf die Frage, ob Monnier noch Tipps vom Vorgänger bekam, grinst der Mann mit dem auffallend gelben Sturzhelm. «Danny hat mir nur gesagt: Maximum Attack!»
Um vor der Weihnachtspause die Vorfreude auf die neue Saison noch mehr anzuheizen, berichten wir nächste Woche über Kriegs neue Errungenschaft. Der Altendorfer will 2026 seinen Tourenwagen-Titel mit einem bei Wolf Power Racing aufgebauten Audi RS3 LMS TCR. Bleiben Sie also dran – es wird spannend!
Wie schon bei den letzten Ausgaben veröffentlichen wir an dieser Stelle den einen oder anderen Artikel aus dem vierteljährlich erscheinenden Magazin von ASS. Wir fangen an mit: Was macht eigentlich Natacha Gachnang?
Eigentlich war alles für die grosse Karriere angerichtet. Im Windschatten des um ein Jahr jüngeren Cousins Sébastien Buemi betrat Natacha Gachnang 2003 nach einigen Jahren im Kart die internationale Bühne. Wie «Séb» setzte auch die damals 15-jährige Waadtländerin auf die ADAC Formel BMW, eine einst hochkarätige Nachwuchsserie, in der der Gesamtzweite 2003 ganz nebenbei Sebastian Vettel hiess. Und es kam noch besser: Förderer der jungen Dame aus Aigle (VD) war Willi Weber, seines Zeichens Manager und «Mister 20 Prozent» von Michael Schumacher – wenn auch nur für ein Jahr.
Gachnang machte ihre Aufgabe im ersten Jahr ordentlich. Mit Rang 4 am Norisring liess die Schweizerin aufhorchen. 2004 hielt sie sich bereits in den Top 12 auf. Und im dritten Jahr wurde sie Gesamtsechste mit drei Podestplätzen. Doch während ihr Cousin über die Formel-3-Euroserie seinen Aufstieg mit Hilfe von Red Bull erfolgreich vorantrieb, geriet Gachnangs Karriere ins Stocken. Weder im ATS Formel-3-Cup, der US-amerikanischen Formel Mazda, noch in der spanischen Formel 3 vermochte sie sich durchzusetzen. 2009 stieg sie in die von der FIA neu ausgeschriebenen Formel-2-Meisterschaft ein, die der heutigen Formel 2 in keinster Weise ebenbürtig war. Doch auch dort kam Gachnang auf keinen grünen Zweig. Nach Platz 23 in der Gesamtwertung verschob sich ihr Fokus in Richtung Sportwagen/Prototypen. Dort sorgte sie 2010 in einem Ford GT1 an der Seite von Rahel Frey und Cyndie Allemann mit einem schweren Unfall in Abu Dhabi (doppelter Beinbruch) für Schlagzeilen. 2012 sowie 2013 nahm Gachnang an den 24h von Le Mans teil, wobei im zweiten Anlauf ein fünfter Klassenrang in der LMP2 herausschaute.
Ende 2015 beendete Gachnang ihre Karriere. Den Rennsport hat sie weit hinter sich gelassen. Ab und zu kitzelt es noch im Gasfuss. Beim historischen Bergrennen in Ollon-Villars Ende August nahm Gachnang in einem von Grossvater Georges Gachnang (94) konstruierten Cegga-Ferrari Platz. Der Rest ihres Lebens dreht sich aber längst um ihre Familie (drei Kinder) und ihr Bauernhof. «Wer hätte das Gedacht», grinst Gachnang. «Statt von Rennautos bin ich heute von Kühen umgeben und produziere den eigenen Ziegenkäse.»
Trotz einer 180-Grad-Wende ist Gachnang mit ihrer Motorsportkarriere im Reinen. «Wenn ich daran zurückdenke, denke ich vor allem an die Zeit zurück, in der ich mit meinem Vater Olivier unterwegs war. Ihm habe ich sehr viel zu verdanken. Und mit ihm habe ich vieles erlebt. Der Rennsport war eine gute Schule, wenngleich nicht jede Entscheidung, die wir getroffen haben, sich hinterher als richtig herausstellte.» Besonders gern denkt sie an den Nürburgring zurück. «Mit dieser Rennstrecke sind viele Erinnerungen verbunden», sagt Natacha. Unter anderem ein zweiter Platz in der Formel BMW 2005; hinter – Sie haben’s erraten – Sébastien Buemi.
Der letzte Weekend-Report des Jahres befasst sich mit dem Formel-1-Abschied von Sauber, dem Auftakt zur zwölften Formel-E-Saison in Brasilien und dem starken Auftritt einiger Schweizer bei der Rallye Dévoluy.
Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen des Formel-1-Showdowns in Abu Dhabi. Wobei das fade Rennen einzig und allein von der Spannung lebte, ob Lando Norris Dritter werden und somit seinen ersten WM-Titel holen würde. Das ist dem McLaren-Piloten schliesslich auch gelungen. Eine herzliche Gratulation an dieser Stelle! Aus Schweizer Sicht war der Abschied von Sauber die bedeutend emotionalere Geschichte. Das Team aus Hinwil hat in Abu Dhabi unter den Augen von Teamgründer Peter Sauber und dem langjährigen Sportchef und ASS-Award-Gewinner Beat Zehnder sein letztes Rennen absolviert. 2026 verschwindet der Name Sauber und der Rennstall wird als «Revolut Audi F1Team» an den Start gehen. Nach 617 Grands Prix (inkl. den vier Jahren als BMW-Sauber) ist damit ein Kapitel Schweizer Motorsportgeschichte geschlossen. Mit Rang 9 von Nico Hülkenberg im letzten Rennen durfte sich das Team nochmals über zwei WM-Punkte freuen. In der Endabrechnung belegte Sauber den neunten Schlussrang mit 70 Punkten. Hülkenberg wurde WM-Elfter, Teamkollege Gabriel Bortoleto 19.
Parallel zur Formel 1 fand am Samstag in São Paulo der Auftakt zur zwölften Formel-E-Saison statt. Am Start standen mit Nico Müller, Sébastien Buemi und Edoardo Mortara auch drei Schweizer. Wobei Müller in seinem ersten Rennen als Porsche-Werksfahrer mit Platz 5 das beste Ergebnis aus Schweizer Sicht erzielte. «Wir hatten ein gutes Rennen, auch wenn es anspruchsvoll war und wir am Anfang vielleicht nicht in der besten Position waren», meinte Müller. «Aber wir haben uns gut nach vorne gearbeitet und konnten den Attack Mode richtig gut nutzen. Wir lagen sogar in Führung, und es sah nach einem Podium aus. Am Ende haben uns die Safety-Car-Phasen aber fast den gesamten zweiten Attack Mode genommen, was uns viel gekostet hat. Trotzdem haben wir ein gutes Ergebnis eingefahren. Ein solider Start.»
Für Mortara war schon der Beginn des Rennens problematisch. Vor der ersten Kurve kam es zur Berührung mit seinem Mahindra-Teamkollegen, wobei Mortara keine Schuld traf. Der Genfer konnte weiterfahren und hätte sicher auch Punkte geholt. Doch in Runde 23 drückte ihn Lucas di Grassi in die Mauer. Für Buemi endete der Saisonauftakt auf Platz 8. Das Rennen wurde nach einem Unfall von Pepe Marti kurz vor Schluss nochmals neu gestartet. Der Spanier blieb bei seinem Überschlag unverletzt. Der Sieg ging an den Briten Jake Dennis.
Auf der F1-Strecke in Jeddah ging am Wochenende die saudi-arabische Formel-4-Meisterschaft zu Ende. Für die Schweizerin Chiara Bättig endete diese (nach fünf Rennwochenenden) auf dem zwölften Schlussrang. Das beste Ergebnis für die Red-Bull-Juniorin war ein siebter Platz.
Zahlreiche Schweizer haben am Wochenende bei der Rallye Hivernal du Dévoluy in Frankreich teilgenommen. Der eine oder andere dürfte sich dabei auf die Rallye Monte Carlo (22.-25. Januar 2026) vorbereitet haben. Bester Schweizer war auf Rang 6 Jonathan Hirschi mit Beifahrerin Charlène Greppin (Citroën C3 Rally2). Auch Olivier Burri (mit Co-Pilot Gaëtan Aubry) fuhr mit seinem Toyota GR Yaris Rally2 als Achter in die Top 10. Stark auch die Leistung von Skoda-Pilot Stefano Mella, der als 15. gewertet wurde.
Kleiner Nachtrag in Sachen Rallye: Die Walliserin Marine Maye gewann vor Wochenfrist als Co-Pilotin die Rallye Régional Coeur des Vignobles. Und auch die schnellste Schweizer Pilotin, Mireille Vidueira, durfte sich bei der Rallye du Var, an der u.a. Sébastien Loeb teilgenommen hat, über Platz 2 in der RGT freuen.
Am kommenden Wochenende startet in São Paulo (BR) die 12. Saison der FIA Formel-E-WM. Mit dabei sind wie im Vorjahr auch wieder die drei Schweizer Nico Müller, Sébastien Buemi und Edoardo Mortara.
Das bevorstehende Wochenende steht ganz im Zeichen des Formel-1-Showdowns in Abu Dhabi. Drei Fahrer können noch Weltmeister werden: Lando Norris, Max Verstappen und Oscar Piastri. Doch nicht nur in Abu Dhabi ist Action angesagt. In São Paulo startet die Formel-E-WM in ihre zwölfte Saison. Mit dabei sind auch die Schweizer Nico Müller (Porsche), Sébastien Buemi (Envision Racing) und Edoardo Mortara (Mahindra Racing).
In der brasilianischen Metropole feiert Müller seine Rennpremiere im werksseitigen Porsche 99X Electric. Der Schweizer folgt auf Félix da Costa als neuer Teamkollege von Ex-Weltmeister Pascal Wehrlein. In der vergangenen Saison startete Müller für das Porsche-Kundenteam Andretti. «Der Start in eine neue Saison ist immer ein Highlight – und mein erstes Rennen für das Formel-E-Team von Porsche wird ein ganz besonderer Moment für mich. Tests sind das eine, aber im ersten Rennen spürt man zum ersten Mal die echte Zusammenarbeit mit dem Team unter Rennbedingungen. Ich möchte die Saison ruhig und fokussiert angehen und dabei das Maximum aus unserem Paket herausholen.»
Während für Müller am Wochenende seine sechste Saison in Angriff nimmt, geht Mortara in sein neuntes und Buemi schon in sein zwölftes Jahr. Beide hatten im Vorjahr ihre Höhen und Tiefen. Beide sind vor der neuen Saison aber zuversichtlich. «Wir haben in der vergangenen Saison grosse Fortschritte bei der Software gemacht», sagt Mortara. «Das hat sich auch bei den Ergebnissen in der zweiten Saisonhälfte gezeigt.» Auch Buemi hatte ein starkes Finish. «Das Saisonfinale in London war eines unserer besten Rennwochenenden. Wenn es uns gelingt, daran anzuknüpfen, dann könnte das eine gute Saison geben.»
Das neue Modell, der Gen4, wurde übrigens wenige Wochen vor dem Start der letzten Saison bereits offiziell vorgestellt: Das Gen4-Fahrzeug der Elektrorennserie verspricht grosse Sprünge nach vorne in Sachen Performance, Nachhaltigkeit und Innovation. So soll das Gen4-Auto über 600 kW Leistung und permanenten Allradantrieb verfügen. Dazu besteht das Fahrzeug zu 100 Prozent aus recyclebaren Materialien.
Das erste Saisonrennen startet am 6. Dezember um 14:05 Uhr Ortszeit (18:05 Uhr MEZ), das Qualifying beginnt um 9:40 Uhr Ortszeit (13:40 MEZ). Der Livestream zu allen Qualifyings und Rennen unter servustv.com steht auch in der Schweiz zur Verfügung. Haushalte des Telekommunikationsanbieters Swisscom können alle Rennen live auf dem Kanal blue Sport verfolgen. Ebenfalls live zeigen die Rennen auch der Bezahlsender Eurosport 2 und die kostenpflichtigen Streaming-Dienste discovery+ und DAZN.
Zahlreiche Schweizer haben auch dieses Jahr an historischen Motorsportanlässen teilgenommen. Einer unter ihnen ist besonders herausgestochen: Maxime Guenat.
Mit seinen 33 Jahren zählt Maxime Guenat im historischen Motorsport definitiv zu den jüngeren Teilnehmern. Allerdings, so der Hobby-Rennfahrer aus Montfaucon, sei er bei Weitem nicht mehr der Jüngste im Feld. «Es gibt immer mehr junge Piloten im historischen Rennsport.» Maxime hat 2016 seine ersten Rennen bestritten. Eine Vergangenheit im Automobilrennsport oder Karting hatte er nicht. «Mein Vater hat 2006 mit dem historischen Motorsport begonnen. Ich bin meistens mitgegangen. Irgendwann wollte ich auch selber fahren.»
2025 hat Guenat an zahlreichen Rennen und verschiedenen Meisterschaften teilgenommen. Und das sehr erfolgreich. Bei Peter Auto, der wohl bekanntesten Rennserie im historischen Motorsport, hat Guenat gleich zwei Titel abgeräumt. So gewann er nicht nur den «Heritage Touring Cup» auf einem Ford Capri RS 3100 von 1975, er sicherte sich auch den Titel in der «Sixties Endurance». Dort war der Jurassier auf einer Shelby Cobra erfolgreich. «Dieser Titel bedeutet mir besonders viel», sagt Guenat. «Ich war schon das eine oder andere Mal nah dran, ihn zu gewinnen. Aber immer ist etwas dazwischen gekommen. Jetzt hat es endlich geklappt.»
Was Guenat besonders auszeichnet, ist seine Vielseitigkeit. Die hat er auch bei der «Le Mans Classic» unter Beweis gestellt. Dort gewann er im Feld 6 (für Fahrzeuge von 1972-1981) auf einem Lola T286 aus dem Jahr 1979. Parallel war er auch der Schnellste in der «Gruppe C». Dort siegte er auf einem Peugeot 905 Evo. Ein baugleiches Auto hatte 1992/1993 die 24 Stunden von Le Mans gewonnen. «Ich mache mir nicht viel Gedanken darüber, wenn ich von einem Auto ins nächste steige. Vieles hat mit Erfahrung und den nötigen Reflexen zu tun. Bei einem Auto ohne viel Aerodynamik ist es eh einfacher. Da spürt man das Limit sehr schnell.» Für den Einsatz im Peugeot 905 hat Guenat etwas Übung gebraucht. «Mit diesem Auto sind wir im März in Dijon testen gegangen», erzählt Guenat. «Und dann bin ich das Auto auch in Spa gefahren. Allerdings nur im Training; da war es trocken.»
Neben seinen Siegen und Titel bei Peter Auto und in Le Mans war Guenat auch noch bei der «Tours d’Horloge» in Le Castellet erfolgreich. Zusammen mit Yves Scemama, Erwin France und Armand Mille siegte der Histo-Allrounder dort auf einem Chevron B21 – also wieder auf einem anderen Auto. «Die Tours d’Horloge zu gewinnen, ist auch sehr speziell», sagt Guenat. «Ganz einfach deshalb, weil es das einzige 24-Stunden-Rennen für klassische Rennfahrzeuge ist.»
Die diversen Autos, die von der Equipe Europe gewartet und eingesetzt werden, gehören übrigens nicht Maxime. «Sie sind im Besitz von meinem Vater. Wäre er nicht so grosszügig und hätte er nicht so viel Vertrauen in mich, könnte ich dieses Hobby nie ausüben.»
In den vergangenen Jahren gab es nur vereinzelt Schweizer Nachwuchspiloten, die es schafften, in den Formelsport zu wechseln. Für 2026 stehen gleich mehrere Fahrer respektive Fahrerinnen in den Startlöchern.
In den vergangenen Jahren hatte die Schweiz selten mehr als ein bis zwei Fahrer in den internationalen Formelsport-Einsteigerklassen. 2026 wird sich das ändern. Gleich mehrere Schweizer Rennfahrer und Rennfahrerinnen werden in der Formel 4 debütieren. Allen voran Chiara Bättig (15). Die Red-Bull-Juniorin sammelt zurzeit in der F4-Meisterschaft in Saudi Arabien erste Erfahrungen. Vier Rennwochenende hat sie bereits hinter sich. Ihr bisher bestes Ergebnis ist ein siebter Platz. 2026 wird sie für das britische Team Hitech in der Formula 4 UK an den Start gehen. Dort trifft sie u.a. wieder auf einen ihrer Red-Bull-Juniorkollegen: den Schweden Scott Lindblom. Dieser liegt in der Saudi-Meisterschaft ein Rennen vor Schluss auf Podestkurs.
«Ich freue mich sehr, 2026 zu Hitech zu kommen», sagt Bättig. «Der Kartsport hat mir eine hervorragende Grundlage gegeben, und dank meiner Erfahrungen in der saudischen F4-Meisterschaft fühle ich mich bereit für den nächsten Schritt. Die britische Formel 4 ist dafür genau der richtige Ort, und ich freue mich auf den Wettbewerb und die legendären britischen Rennstrecken.»
Bättig ist nicht das einzige Schweizer Talent, das 2026 in der Formel 4 durchstarten will. Auch der ein paar Monate jüngere Levi Arn steht in den Startblöcken. Der Solothurner hat in diesem Jahr in der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft die Kategorie KZ2 gewonnen. Und das auf sehr beeindruckende Art und Weise. Von den 375 Punkten, die ein Fahrer an fünf Rennwochenenden einfahren kann, hat Arn 361 erzielt. Ganze 14 Punkte sind ihm also während der Saison durch die Lappen gegangen. Auch an der WM in Franciacorta (ITA) war Arn der beste Schweizer. Levi wird für Jenzer Motorsport als Vorbereitung die Formel-4-Winterserie auf der iberischen Halbinsel bestreiten. Sechs Rennen stehen dort auf dem Programm. Los geht es vom 15.-18. Januar in Portimão (POR). Arn hat schon fleissig in Italien getestet. Das von Neel Jani unterstützte Nachwuchstalent hat die Kartstufen im Eiltempo durchlaufen. 2023 fuhr Levi noch bei den Junioren…
Auch Samuel Ifrid (18) und Max Kammerlander (19) werden in der Formel-4-Winterserie starten. Die beiden ehemaligen UBIQ-Piloten fahren gemeinsam für das Team Cram Motorsport aus Italien. Erste Erfahrungen im Automobilrennsport haben die beiden bei GT4-Tests in Le Castellet gesammelt. Inzwischen laufen auch für sie die Vorbereitungen auf die Formel-4-Meisterschaft auf der iberischen Halbinsel auf Hochtouren. Beide haben schon rund fünf Tage im Formel-4-Tatuus verbracht – zuletzt bei Testfahrten in Valencia.
Mit Florentin Hattemer (15) ist ein weiterer Schweizer in der Formel 4 angekommen. Der gebürtige Basler hat schon in diesem Jahr zwei Rennen für Jenzer Motorsport absolviert – eines in der FIA F4 CEZ, das andere in der italienischen Meisterschaft. Der junge Nachwuchsfahrer, der 2025 auch Teil des Young Drivers Projekts von Auto Sport Schweiz war, wird sein Programm in Kürze bekanntgeben.
Auch OK-Senior-Meister Georgyi Zasov (14) würde 2026 gerne in die Formel 4 aufsteigen. Auch er hat schon Formel-4-Luft (bei Testfahrten) geschnuppert. Damit käme die Schweiz 2026 auf sechs neue Formel-4-Fahrer respektive -Fahrerinnen. So viele hat es, wenn überhaupt, schon sehr lange nicht mehr gegeben. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass noch der eine oder andere Fahrer dazukommt.
Am Freitagabend wurden im Rahmen des «Dîner des Champions» vom Verband Auto Sport Schweiz die Schweizer Meister und Pokalsieger ausgezeichnet. Ausserdem wurde auch der Auto Sport Schweiz Award verliehen (an Beat Zehnder und Heinz Waeny) und der Gewinner des Young Drivers Projekt 2025 (Timéo Ruppen) bekanntgegeben.
Am Freitagabend fand im ehrwürdigen Hotel Bellevue in Bern das «Dîner des Champions» vom Verband Auto Sport Schweiz statt. In sechs verschiedenen Kategorien wurden die Meister 2025 ausgezeichnet. In weiteren fünf Kategorien wurden die Pokalsieger respektive -siegerinnen geehrt. Mehr als 130 geladene Gäste nahmen an der diesjährigen Meisterfeier teil. Für die Moderation war wie in den vergangenen Jahren Werner Augsburger, ehemaliger «Chef de Mission» bei Swiss Olympic, zuständig. Für ein unterhaltsames Rahmenprogramm sorgten die «Styleacrobats». Die eingespielten Videos der vergangenen Rennsport-Saison stammten von «Freunde des Schweizer Motorsports».
Vier Teilnehmende erhielten an diesem Abend gleich zwei Auszeichnungen. Allen voran Danny Krieg. Der Schwyzer wurde nicht nur als Schweizer Tourenwagen-Meister 2025 geehrt, Krieg gewann in der vergangenen Saison auch den Schweizer Berg-Pokal für hubraumschwächere Autos bis 2 Liter. Neben Krieg durfte auch Alessandro Grispino zwei Mal auf die Bühne. Der Renault-Clio-Pilot gewann die Schweizer Slalom-Meisterschaft und wurde bei den Junioren Zweiter. Auch der Fribourger Mathieu Zurkinden und sein Beifahrer Stéphane Pury erhielten zwei Pokale: für Platz 3 in der Schweizer Rallye-Meisterschaft und für den Sieg im Schweizer Rallye-Pokal.
Zu den weiteren Schweizer Meister zählten 2025 der haushoch überlegene Robin Faustini (Berg-Meister Rennwagen), das Walliser Duo Mike Coppens/Christophe Roux (Rallye-Meister) sowie die beiden Junioren-Champions Lionel Ryter (Junioren-Meister Slalom/Berg) und Josué Galeuchet/Lea Crelier (Junioren-Meister Rallye). Im Coupe Suisse des Rallyes Historiques (VHC) durften sich Eddy und Marion Tapparel über den Sieg freuen. Der Coupe Rallye Historique de Régularité sportif (VHRS) ging an Dominique und Marylaure Udriot.
Neben den Auszeichnungen für die Meister und Pokalsieger wurde im Rahmen des «Dîner des Champions» auch der ASS-Award vergeben. Und das gleich zwei Mal. Beat Zehnder (ehemaliger Sauber-Sportchef) und Heinz Waeny (mehr als 50 Jahre Technischer Kommissar) wurden für ihre Leistungen und Verdienste für den Schweizer Automobilrennsport mit dem Auto Sport Schweiz Award 2025 ausgezeichnet. Mehr dazu unter diesem Link.
Ausgezeichnet wurde im Rahmen der offiziellen Meisterfeier auch der «Young Driver» des Jahres. Dieser Titel ging 2025 an den Fribourger Kart-Piloten Timéo Ruppen. Dieser freute sich über den Gewinn des Young Drivers Projekt 2025 und das damit verbundene Preisgeld von 30'000 Franken. Auf den Plätzen 2 und 3 landeten Alexis Genolet und Dylan Stebler. Ein ausführliches Porträt über Timéo Ruppen finden Sie unter diesem Link.
Sämtliche Top 3 in den Schweizer Meisterschaften wurden zusätzlich beschenkt. Jedem Schweizer Meister wurde ein Jahresabo von update Fitness offeriert. Die Top 3 im Berg-Pokal sowie die drei schnellsten Ladies des Damenpokals (Franziska Maissen, Jessica Roth und Tamara Schöpfer) bekamen ausserdem Sachpreise von Reifenhersteller Yokohama offeriert.
Der glückliche Gewinner der Tombola hiess Ethan Ischer. Der Porsche-Sports-Cup-Sieger 2025 hat ein exklusives Fahrtraining auf Schnee und Eis in Schweden gewonnen. Dieser Preis wurde von www.puredriving.at zur Verfügung gestellt. Der Erlös aus der Tombola geht wie schon bei der Kart-Meisterfeier an die Sepsis-Forschung des Kinderspitals Zürich.
Verabschiedet wurden auch diverse Offizielle. NSK-Präsident Andreas Michel überreichte den zurückgetretenen Kommissaren Paulo Domingues, Thomas Eicholzer, Jean-Maurice Gabus, Thierry Mathez, Kaspar Stähli, Heinz Waeny und Yannick Braun einen Zinnteller als Erinnerung an ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit.
Top 3 Schweizer Meister 2025
Schweizer Slalom-Meisterschaft
1. Alessandro Grispino, A/ISA/R2/R3/Renault Clio
2. Yves Hängärtner, E2-SS/Dallara GP3
3. Samuel Weibel, SS/Subaru BRZ
Schweizer Rallye-Meisterschaft
1. Mike Coppens/Christophe Roux, Rally2/Skoda Fabia
2. Yoan Loeffler/Aurélien Chiapello (F), Rally2/Skoda Fabia
3. Mathieu Zurkinden/Stéphane Pury, Rally4/Peugeot 208
Schweizer Meisterschaft Rallye Junior
1. Josué Galeuchet/Lea Crelier, ISN/ Peugeot 206
Schweizer Bergmeisterschaft der Rennsportwagen
1. Robin Faustini, E2-SC/Nova NP01
2. Michel Zemp, E2-SC/Norma M20 FC
3. Victor Darbellay, E2-SC/Nova NP01
Schweizer Bergmeisterschaft der Tourenwagen
1. Danny Krieg, E1/VW Golf Rally
2. João Paulo Chiquita, IS/Porsche GT3
3. Arnaud Donzé, IS/VW Golf
Schweizer Meisterschaft Junior
1. Lionel Ryter, E2-SS, Formel Renault
2. Alessandro Grispino, A/ISA/R2/R3/Renault Clio
3. Steven Chiquita, E1/BMW E30
Top 3 Schweizer Pokalsieger 2025
Schweizer Berg-Pokal
1. Danny Krieg, E1/VW Golf Rally
2. Thomas Zürcher, RCC/Renault Clio
3. Jean-François Chariatte, E1/Fiat X1/9
Schweizer Rallye-Pokal
1. Mathieu Zurkinden/Stéphane Pury, Rally4/Peugeot 208
2. Alphonse Kilchenmann/Aline Crausaz, ISA/Suzuki Swift
3. Claude Aebi/Justin Vuffray, ISN/Renault Clio
Coupe Suisse des Rallyes Historiques (VHC)
1. Eddy Tapparel/Marion Tapparel, I/Porsche 911 SC
2. Aurélien Bouchet, Maxime Guillaume (F), I/Ford Escort
3. Clovy Brosy/Frédéric Erismann, J2/BMW M3
Coupe Rallye Historique de Régularité sportif (VHRS)
1. Dominique Udriot/Marylaure Udriot, Toyota Celica
2. Yann Dupertuis/Yanis Durussel, VW Golf
3. René Winz/Didier Barthe, MG B GT
Damenpokal
1. Franziska Maissen, E1/Citroën Saxo
2. Jessica Roth, A/ISA/R2/R3/Toyota GT86
3. Tamara Schöpfer, IS/VW Golf
Franziska Maissen hat die zweite Ausgabe des Damenpokals von Auto Sport Schweiz gewonnen – vor Jessica Roth und Tamara Schöpfer.
Auto Sport Schweiz hat auch in diesem Jahr einen wettbewerbsübergreifenden Damenpokal im Automobilrennsport durchgeführt. Dieser richtete sich an alle Ladies (mit Schweizer Rennlizenz), die national oder international am Automobilrennsport teilnehmen. Um der grossen Anzahl von Co-Pilotinnen im Rallyesport Rechnung zu tragen, wurden auch die Beifahrerinnen bei der Punktevergabe berücksichtigt. Wie im Vorjahr haben sich auch diesmal 20 Damen für den Pokal eingeschrieben. Bis Ende Oktober hatten die Teilnehmerinnen Zeit, ihre Ergebnisse einzureichen. Die Ergebnisse der Fahrerinnen (oder Beifahrerinnen), die an einer Schweizer Meisterschaft (Slalom, Berg, Rallye) teilgenommen haben, wurden automatisch erfasst und gutgeschrieben.
Das bei Halbzeit erstellte Zwischenklassement hatte auf den ersten drei Plätzen auch nach Ablauf der Saison (31. Oktober) Gültigkeit. Das heisst: Der Damenpokal 2025 ging an Franziska Maissen (273 Punkte) vor Jessica Roth (208) und Tamara Schöpfer (198). Maissen war mit 14 Rennteilnahmen die fleissigste Fahrerin. Mit Ausnahme von Les Paccots stand die 53-Jährige bei jedem SM-Slalom respektive -Bergrennen in der Kategorie IS bis 1600 cm3 am Start. Selbstverständlich war das nicht. Maissen hatte beim Bergrennen in Les Rangiers einen Getriebeschaden. «Meine letzten drei Rennen konnte ich nur fahren, weil mir Rami Hänggi sein Auto zur Verfügung gestellt hatte», sagt Maissen.
Die Zweitplatzierte Jessica Roth nahm 2025 zum ersten Mal am Damenpokal teil und wurde auf Anhieb Zweite. Die 27-jährige Bernerin war mit ihrem Toyota GT86 in der Kat. A/ISA/R2/R3 bis 2 Liter bei insgesamt neun Veranstaltungen eingeschrieben. Im direkten Vergleich war sie (unter den eingeschriebenen Ladies) jeweils die Beste im SCRATCH. Nur beim Slalom Frauenfeld war Maissen schneller. Weil die SCRATCH-Ergebnisse in der Berechnung des Damenpokals aber nicht allein ausschlaggebend sind, reichte es für Roth nicht ganz nach vorne. Tamara Schöpfer wurde wie im Vorjahr mit ihrem VW Golf Dritte. Die Interswiss-Fahrerin (bis 1,4 Liter) nahm an insgesamt neun Rennen teil. «Das war mehr, als ich ursprünglich geplant hatte.»
Die weiteren Top-10-Platzierungen: 4. Sabrina Fankhauser (Slalom/Berg), 159 Punkte; 5. Linda Frey (Sim/Twingo Cup), 157; 6. Marion Tapparel (Rallye), 135; 7. Marylaure Udriot (Rallye), 123; 8. Celimène Lachenal (Rallye), 92; 9. Morgane Apothéloz (Rallye), 91; 10. Léa Magnin (Rallye), 78. Nicht zum diesjährigen Damenpokal eingeschrieben war Vanessa Zenklusen. Die gebürtige Walliserin gewann 2024 noch vor Marine Maye (Rallye) und Tamara Schöpfer.
Zur Info: In der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft wird seit sechs Jahren eine separate Damenwertung geführt. 2025 gewann diese die Spirit-Fahrerin Emilia Pauli.
Ab sofort erhalten alle Piloten (REG/NAT/INT), die im Jahr 2025 eine aktive Lizenz hatten, das vorausgefüllte Lizenzgesuch für 2026 per Post. Die Antragsformulare können ab sofort auch per E-Mail oder telefonisch auf der Geschäftsstelle bestellt werden: info@motorsport.ch oder 031 979 11 11.
Die Lizenzformulare für die Kollektivbewerber, LOC-Jahreslizenz, Trainingslizenz, SIM-Racing oder IT-D1 Lizenz sowie für Kommissarlizenzen stehen ab dem 01. Dezember 2025 hier zum Download zur Verfügung: https://motorsport.ch/de/autosport/lizenzen-reglemente-formulare .
Wer noch für die Saison 2025 eine Lizenz beantragen muss oder die aktuelle Lizenzstufe für die laufende Saison anpassen will, hat die Möglichkeit, dies bis am 30.11.2025 zu tun.
Die Lizenzen für 2026 werden frühestens ab Anfangs/Mitte Dezember ausgestellt.
Für sämtliche Fragen zu den Lizenzen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Auto Sport Schweiz
Rechtzeitig zum heute in Bern stattfindenden «Dîner des Champions» gibt es die Rennkalender 2026. Fangen wir an bei den Bergrennen. Dort sind acht Rennen geplant. Der Auftakt findet (diesmal wieder solo!) in Hemberg statt.
6./7. Juni, Hemberg
13./14. Juni, La Roche – La Berra
28. Juni, Reitnau
25./26. Juli, Ayent – Anzère
14.-16. August, St.Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau
12./13. September, Gurnigel
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots
In der Schweizer Slalom-Meisterschaft stehen dank der Rückkehr von Romont erstmals seit längerer Zeit wieder acht Rennen auf dem Programm. Bière und Ambri werden wieder als Doppelveranstaltungen ausgetragen. Die Testtage in Ambri finden am 27./28. März statt.
4./5. April, Romont
18./19. April, Frauenfeld
25. April, Bière 1
26. April, Bière 2
2. Mai, Ambri 1
3. Mai, Ambri 2
16./17. Mai, Bure
20./21. Juni, Chamblon
Der Rallye-Kalender 2026 ist gegenüber diesem Jahr unverändert. Wieder stehen fünf Rallyes auf der Agenda (ohne Streichresultat!) – mit einem Gastauftritt im Burgund.
27./28. März, Critérium Jurassien
28.-30. Mai, Rallye du Chablais
10.-11. Juli, Rallye de Bourgogne-Côte Chalonnaise (FRA)
18./19. September, Rally del Ticino
29.-31. Oktober, Rallye International du Valais
Auch die Termine für die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft stehen fest. Statt wie bisher fünf Rennen, werden 2026 sechs Rennen ausgetragen. Zurück im Kalender ist Levier (FRA). Und Wohlen bildet 2026 wieder das Saisonfinale.
29. März, Franciacorta (ITA)
19. April, 7 Laghi (ITA)
31. Mai, Levier (FRA)
12. Juli, Lonato (ITA)
23. August, Cremona (ITA)
10. Oktober, Wohlen
Macau ist ein spezieller Ort und ein spezielles Rennen. Viel hätte nicht gefehlt und es hätte am vergangenen Wochenende wieder einen Schweizer Sieg gegeben.
Macau ist das vielleicht speziellste Rennen, das es gibt. Die 6,12 km lange Rennstrecke führt quer durch eine Stadt, in der es von Casinos nur so wimmelt. Enge Strassen, ein einziger Leiplanken-Dschungel und Tempis von 300 km/h kennzeichnen den wohl verrücktesten «Grand Prix» der Welt, der 1954 zum ersten Mal ausgetragen wurde (damals noch als reines Sportwagenrennen). Wer einmal Formelautos, Tourenwagen und Motorräder auf ein und derselben Strecke sehen will, der sollte sich dieses Rennen, eine Fährstunde von Hong Kong entfernt, unbedingt einmal ansehen.
Schweizer Siege gab es in Macau schon zahlreiche. Und auch am vergangenen Wochenende hätte es fast den nächsten Triumph gegeben. «Doch der Ferrari von Antonio Fuoco war zu stark», meinte ein knapp geschlagener Raffaele Marciello nach Platz 2. Der Tessiner hat das Rennen in der GT3-Klasse schon zwei Mal gewonnen: 2019 und 2023. Diesmal startete Marciello von Position 4. Ein «Hammer-Start» katapultierte ihn auf Rang 2. Dort blieb der BMW-Pilot auch dank der starken Geradeaus-Pace des BMW M4 GT3 Evo bis zum Ende des Rennens. Vier Sekunden fehlten im Ziel auf den Ferrari 296 GT3 des Italieners.
Für den zweiten Schweizer, Edoardo Mortara (schon vier Mal Sieger in der GT3-Klasse), endete das Rennen in Runde 10. Der Genfer schlug infolge eines Spannungszusammenbruchs an Bord seines Lamborghinis in die Reifenstapel ein.
In den anderen Klassen standen keine Schweizer am Start. Der Sieg im prestigeträchtigen Formel-3-Rennen ging an den Franzosen Théophile Naël. Und auch wenn wir an dieser Stelle eigentlich keine Newsmeldungen über Motorräder absondern, sei erwähnt, dass Lukas Randy Maurer, der Bruder von Berg- und Slalomrennfahrer Marcel Maurer, im gefürchteten Motorrad-GP sensationell Fünfter wurde.
Es gibt es auch dieses Jahr wieder: das Jahrbuch «RENNSPORT SCHWEIZ». Im Unterschied zu den vorangegangenen Jahren wird der Klassiker unter den Rennsport-Jahrbüchern diesmal aber erst im Januar erscheinen.
Die Rennsport-Saison 2025 neigt sich dem Ende entgegen. International sind noch einige Rennen ausstehend. Und national werden in den kommenden Tagen noch die Schweizer Meister und Meisterinnen sowie zahlreiche Pokal-Sieger und -Siegerinnen geehrt. Zeit also für das nächste Jahrbuch «RENNSPORT SCHWEIZ»? Ja, aber weil der Herausgeber, der AKTIV VERLAG in Stans, aufgrund der sich von Jahr zu Jahr ändernden Grosswetterlage auf dem Anzeigenmarkt etwas mehr Zeit braucht, wird der Klassiker unter den Rennsport-Jahrbüchern diesmal erst im Januar 2026 erscheinen.
Wie im Vorjahr liegt das Schwergewicht wieder auf den nationalen Rennsport-Meisterschaften – mit Bergrennen, Slalom, Rallye und Kart. Aber auch die Erfolge der Schweizer Rennfahrer und Rennfahrerinnen auf der internationalen Bühne kommen in Wort und Bild vor. Dazu gibt es wieder eine Vielzahl von spannenden Lesegeschichten rund um den Schweizer Motorsport.
Die redaktionelle Leitung hat wie im Vorjahr der Autor dieser Zeilen. Mehr sei an dieser Stelle noch nicht verraten. Der Termin für die Vernissage (für geladene Gäste) wird in Kürze bekanntgegeben. Im Anschluss daran kann man das Buch beim Verlag beziehen.
Yohan Surroca ist bei seiner ersten Rallye in einem Rally2-Auto nicht nur auf Anhieb unter die Top 10 gefahren, er hat auch gleich eine Bestzeit aufgestellt. Wir haben uns mit dem schnellen Walliser über ein echt beeindruckendes Debüt unterhalten.
Yohan Surroca (23 aus Uvrier/VS) hat bei der Rallye du Valais zum ersten Mal in einem Rally2-Auto Platz genommen. Ohne nahezu jegliche Erfahrung landete er mit dem Hyundai i20 N auf dem neunten Schlussrang. Und es hätte noch besser laufen können. Ein platter Reifen am Samstag kostete ihn wertvolle Zeit. Ein sechster Platz wäre möglich gewesen. Doch auch so war Surrocas Leistung beeindruckend.
Du hast bei der Rallye du Valais zum ersten Mal ein Rally2-Auto gefahren. Wie war’s?
Yohan Surroca: Es war eine tolle Erfahrung. Wenngleich nicht ganz einfach. Ich kannte das Auto nicht wirklich gut. Und die Wetterverhältnisse waren auch nicht berauschend. Ich bin mit diesem Auto zuvor weder im Nassen noch im Trockenen gefahren. Mein einziger Test fand bei Mischverhältnissen statt.
Wie viele Kilometer hast du mit dem Hyundai zuvor abgespult?
Direkt vor der Valais waren’s 30 Kilometer. Davor noch sechs Kilometer. Viel Erfahrung hatte ich also nicht.
Wenn man dir am Streckenrand zuschaute, bekam man den Eindruck, dass der Umstieg von einem Rally4- auf ein Rally2-Fahrzeug gar nicht so schwierig sein kann…
Es ist in der Tat so, dass du in einem Rally4-Auto sehr viel lernst, was dir auch in einem Rally2-Fahrzeug hilft. Auch wenn es im Vergleich zum Rally2-Auto nur ein 2WD ist, ist es ein Auto mit vernünftiger Power und anständigen Bremsen. Auch lernt man im Rally4 Einiges über das Set-Up. Aber es ist natürlich dann schon nochmal eine andere Liga, wenn du plötzlich hinterm Lenkrad eines Rally2-Autos sitzt.
Wo ist der grösste Unterschied?
Beim Bremsen. Die sind beim Rally2 dermassen effektiv, dass es viel Zeit braucht, um sich daran zu gewöhnen. Ich glaube, ich habe keine einzige Kurve bei der Rallye du Valais perfekt angebremst.
Wie steht’s um die Geschwindigkeit?
Der pure Speed macht einem keine Sorgen. Aber in den Kurven merkt man schon, dass man mehr Power hat.
Du warst wie die beiden Top-Piloten Mike Coppens und Thibault Maret mit Pirellis unterwegs. Im Unterschied zu ihnen hast am zweiten Tag nicht auf Michelin gewechselt. Aber du warst mit den Pirellis sicher auch nicht ganz glücklich, oder?
Nein, die RIV ist eine Rallye, bei der es eh an Grip mangelt. Und unter 5 Grad waren die Pirellis wirklich schwer zu fahren. Ich würde behaupten, dass wir pro Kilometer eine Sekunde verloren haben.
Und trotzdem hast du eine Bestzeit aufgestellt. Am zweiten Tag in der vorletzten WP.
Das stimmt. Und wir waren darüber auch etwas überrascht. Wir sind nicht auf «Teufel komm raus» eine Bestzeit gefahren. Aber es hat einfach alles gepasst.
Wie war es für dein Co-Pilot?
Er hat schon öfter in einem Rally2-Auto Platz genommen. Er hatte also schon Erfahrung.
Dann hat er dir sicher auch ein paar Mal gesagt: Fahr schneller…
(Lacht.) Ja, ein paar Mal schon.
War die Rallye du Valais mit dem R2-Hyundai der Anfang eines neuen Kapitels für dich oder sieht man dich in Zukunft eher wieder im R4?
Wir haben uns tapfer geschlagen, sind gute Zeiten gefahren. Und natürlich weckt das die Lust auf mehr. Aber man muss da realistisch bleiben. Eine Rallye in einem R4 kostet die Hälfte von dem, was man in der R2 bezahlt. Da müsste schon ein grosser Sponsor einsteigen, damit ich in Zukunft nur noch Rally2 fahre.
Am Ende resultierte der neunte Schlussrang. Angesichts des einen oder anderen Problems muss man sich fragen: Hast du dich über dieses Ergebnis gefreut oder geärgert?
Wir hatten am Samstag einen Platten. Der hat uns rund 3 Minuten gekostet. Ausserdem habe ich mich noch einmal gedreht. Wenn man es so betrachtet, dann kann man sich natürlich ärgern. Aber mehr als Platz 6 wäre nicht möglich gewesen. Und das hätte keinen grossen Unterschied gemacht. Ich habe bewiesen, dass ich mit einem Rally2 ordentliche Zeiten fahren kann. Insofern kann ich mit dem Ergebnis sehr gut leben.
Hans-Peter Thöni hat auch in diesem Jahr die PSA Transition Trophy gewonnen. Der Brienzer, 2019 Zweiter in der Schweizer Slalom-Meisterschaft, profitierte von der Regel mit den Streichergebnissen.
Neun Rennen hat die PSA Transition Trophy dieses Jahr ausgetragen. Die sechs besten Ergebnisse kamen in die Wertung. Und dadurch hiess der Sieger am Ende der Saison Hans-Peter Thöni und nicht etwa Adrian Gerber. Letzterer war zwar bei jedem Rennen dabei und punktete auch immer, am Ende der Saison musste er sich aber mit 123:140 Punkten geschlagen geben, weil ihm 33 Punkte gestrichen wurden. Anders Thöni: Der Brienzer fehlte in Bure und musste nach einem Schaden an der Antriebswelle auch beim Doppellauf in Chamblon einen Nuller schreiben. Trotzdem hat Thöni gewonnen – dank Siegen in Frauenfeld, Bière, Ambri und beim Saisonfinale, dem Bergslalom «Bas Monsieur».
Hinter dem Zweitplatzierten Gerber sicherte sich Serienbetreiber Tom Gàl (auf Peugeot 106 GTI) wie im Vorjahr den dritten Schlussrang. Dahinter reihte sich das Citroën-Saxo-Trio Dan Goudron (Sieger in Bure), Tomas Martinez und Marc-Henry Mingard ein. In der PSA Transition Trophy der Gruppe-A-Autos setzte sich der langjährige Rallyepilot Max Langenegger auf seinem Citroën C2 gegen Rami Hänggi durch.
Wie schon 2024 stand die PSA Transition Trophy auch dieses Jahr Fahrzeugen der Marken Citroën und Peugeot der Gruppen N und A in den Hubraumklassen ≤1400 cm3 und 1401-1600 cm3 offen, deren Homologation abgelaufen ist. Und wie im Vorjahr fuhren auch dieses Jahr alle Teilnehmenden mit synthetisch hergestelltem Sprit. «Wir wollen damit ein Zeichen setzen», sagt Gàl. «Der Ausdruck ‹Transition› (engl. für Wandel) im Seriennamen ist nicht zufällig gewählt. Er soll auf die der Trophy zugrunde liegenden Idee hinweisen und verpflichten. Wir versuchen, die Kluft zwischen der Vergangenheit und der Zukunft zu überbrücken und den Fahrzeugen ‹vergangener› Tage eine Daseinsberechtigung im Rennsport von Morgen zu geben.»
Sébastien Buemi (37) ist der wohl am meisten beschäftigte Schweizer Rennfahrer im internationalem Geschäft. In Bahrain hat er beim WEC-Finale eine alles andere als gut verlaufene Saison mit Toyota gerade noch so gerettet.
Seit 2013 steht Sébastien Buemi für Toyota Gazoo Racing in der Langstrecken-WM im Einsatz. In bisher jedem Jahr ist der Waadtländer mindestens einmal auf dem Podium gestanden. In den meisten Fällen (bis auf 2015 und 2016) hat der ehemalige Toro-Rosso-Pilot auch mindestens ein Rennen gewonnen. In dieser Saison wollte es für ihn und Toyota nicht so richtig klappen. Vor dem Finale in Bahrain war ein vierter Platz in Spa-Francorchamps das bisher beste Ergebnis.
Beim Finale am vergangenen Wochenende sah die Welt für die Japaner wieder sehr viel rosiger aus. Aus der ersten Startreihe gestartet bestimmten die beiden Toyotas das Tempo und sicherten der erfolgsverwöhnten Mannschaft einen Doppelsieg. Für Buemi endete das Rennen auf dem zweiten Rang. Der Toyota mit der #8 lag lange Zeit in Führung, verlor diese dann aber sein Schwesterauto nach einer Durchfahrstrafe wegen Überholen unter Gelber Flagge.
«Herzlichen Glückwunsch an die Crew der #7 und das gesamte Team», meinte Buemi nach dem achtstündigen Rennen. «Der erste und zweite Platz sind ein fantastisches Ergebnis, und ich denke, jeder hat es verdient, diesen Moment zu geniessen, denn wir haben alle sehr hart gearbeitet, um wieder an die Spitze zu kommen. Ich hoffe, dass wir 2026 stärker zurückkommen und um den Titel kämpfen können.»
In der WM hat Buemis Team im letzten Rennen noch Aussteiger Porsche vom zweiten Platz verdrängt. Der Titel bei den Konstrukteuren ging an Ferrari. Fahrer-Weltmeister wurde das Ferrari-Trio James Calado, Antonio Giovinazzi und Alessandro Pier Guidi. Bester Schweizer in der LMGT3 2025 war Thomas Flohr mit zwei Podestplätzen (Spa und Austin). In Bahrain endete die Saison für den AF-Corse-Pilot mit einem Crash, nachdem er ins Sandwich zweier Hypercars geraten war. Der Titel ging an den Manthey-Porsche mit Lietz/Pera/Hardwick.
Das Saisonende bedeutet für Buemi noch lange nicht, dass er in den wohlverdienten Urlaub fahren kann. Für Red Bull wird er (mehr denn je) im WM-Endspurt noch ein paar Mal im Simulator sitzen. Und am 6. Dezember, am Wochenende des Formel-1-WM-Finals in Abu Dhabi, werden Buemi, Nico Müller und Edoardo Mortara bereits ihr erstes Formel-E-Rennen der neuen Saison in São Paulo absolvieren.
Um den Fortbestand des Bergrennens Saint-Ursanne – Les Rangiers zu sichern, hat das OK einen neuen Verein gegründet. Dieser hat das Ziel, das Rennen im Jura nicht nur finanziell zu unterstützen.
2026 wird das Bergrennen Saint-Ursanne – Les Rangiers 100 Jahre alt. Um den Fortbestand dieser Traditionsveranstaltung zu gewähren, haben die Organisatoren einen Verein gegründet. Der A.S.C.R. (Association de soutien à la course des Rangiers) hat zum Ziel, das Bergrennen Saint-Ursanne – Les Rangiers finanziell, in der Öffentlichkeitsarbeit und bei der Verwaltung der nicht sportlichen Aspekte zu unterstützen.
Auf der neu eingerichteten Webpage (A.S.C.R - Association de Soutien à la Course des Rangiers) umreisst der Verein seine Aufgabe wie folgt: «Wir wollen möglichst viele ‹Fördermitglieder› gewinnen und Veranstaltungen organisieren, um dem Organisationskomitee einen attraktiven Betrag zukommen zu lassen und ihm so zu helfen, das immer grösser werdende Budget zu decken. Aber auch, um gegenüber den politischen und sportlichen Behörden sowie den Anwohnern die Unterstützung zahlreicher Fans dieses legendären Rennens zum Ausdruck zu bringen. Je mehr Mitglieder wir haben, desto besser kann unser Verein das grosse Interesse an dieser unverzichtbaren Veranstaltung demonstrieren.
Der Verein wird sich auch dafür einsetzen, dass das Bergrennen Saint-Ursanne – Les Rangiers in das Kulturerbe des Jura aufgenommen wird. Ziel des Komitees ist es, 1'000 Mitglieder zu erreichen. Der Mindestbeitrag beträgt 20.- CHF/Euro.
Das österreichische Unternehmen PureDriving setzt seine Zusammenarbeit mit Auto Sport Schweiz fort und bietet auch in diesem Winter wieder spannende Trainings im hohen Norden an.
Auch in diesem Winter setzt Auto Sport Schweiz die erfolgreiche Kooperation mit PureDriving Motorsport fort. Das österreichische Unternehmen mit Sitz in Graz ist auf Motorsporttrainings und individuelle Fahrerlebnisse spezialisiert und bietet seit über zehn Jahren professionell organisierte Fahrprogramme für ambitionierte Fahrerinnen und Fahrer an. Ein besonderes Highlight sind die Wintertrainings auf Eis im schwedischen Malå, rund 800 Kilometer nördlich von Stockholm. Dort erwarten die Teilnehmenden vier exklusive Handlingparcours, eine 600 auf 100 Meter grosse Dynamikfläche und eine Flotte von acht Toyota GR Yaris, ausgerüstet mit 3 mm Spikereifen – ideale Voraussetzungen für echtes Fahren am Limit.
Die Programme kombinieren präzises Coaching, intensive Fahrzeit und ein durchdachtes Gesamtpaket inklusive Transfers, Unterkunft und kulinarischer Begleitung. Zur Auswahl stehen verschiedene Formate – von kompakten Fahrtrainings bis hin zu individuellen Personal Coachings, die auch für angehende Motorsportler ohne Führerausweis (ab 14 Jahren, mit etwas Fahrerfahrung) offen sind. Ob ambitionierter Einsteiger oder erfahrener Racer – bei PureDriving steht eines im Mittelpunkt: Fahren mit Substanz. Die Trainings sind fahrerisch anspruchsvoll, methodisch aufgebaut und bieten aussergewöhnlich viel effektive Zeit am Steuer.
Alle Informationen und Termine finden Sie unter: www.puredriving.at/schweden
Der ehemalige ADAC-GT-Masters-Pilot Felix Hirsiger hat sich in Mugello den Titel in der Ferrari Trofeo Pirelli Europe gesichert. Allerdings nicht ganz ohne Nebengeräusche.
Zwei Schweizer machten beim Finale der Trofeo Pirelli Europe in Mugello den Titel unter sich aus: Der 27-jährige gebürtige Zürcher Felix Hirsiger wohnhaft in Walchwil (ZG) und der 22-jährige Jasin Ferati aus Winterthur (ZH). Acht Punkte Vorsprung hatte Hirsiger vor dem letzten Rennwochenende, an welchem sich die Lage für die beiden Titelkontrahenten schon im Qualifying zuspitze. Der für Mugello ins Team geholte Stallgefährte von Hirsiger wurde nach einem Zusammenstoss mit Ferati disqualifiziert.
Für das erste Rennen hatte Emil-Frey-Pilot Ferati dadurch schlechte Karten. Von ganz hinten gestartet schaffte er es aber dennoch, auf Platz 4 vorzufahren, während Hirsiger Zweiter wurde und die Meisterschaftsführung so ausbauen konnte. Zwei Stunden nach dem Rennen war diese Führung aber bereits wieder futsch. Hirsiger wurde aus technischen Gründen an seinem Ferrari 296 GT3 disqualifiziert. Statt den Titel schon fast im Sack zu haben, lag Hirsiger vor dem letzten Rennen plötzlich wieder ein Punkt hinter Ferati, der durch die Disqualifikation auf P3 aufrückte. «Ich bin 1,92 Meter gross», sagt Hirsiger. «Deshalb hat mein Team die Lenksäulenabdeckung entfernt. Bis zum Rennen in Mugello wurde das bei keiner technischen Kontrolle beanstandet.»
Nichtsdestotrotz: Im anschliessenden Finale liess der Porsche-Sports-Cup-Suisse-Meister von 2024 (mit der Lenksäulenabdeckung!) nichts mehr anbrennen. Mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg und der schnellsten Rennrunde sicherte sich Hirsiger den Titel sieben Punkte vor Ferati, der im finalen Rennlauf Vierter wurde, mit 9:2 Siegen.
Im anschliessenden «Finale Mondiale» lag Hirsiger auf Platz 2. Im letzten Umlauf (nach einer Safety-Car-Phase) versuchte er noch, den Führenden zu überholen. «Leider hat das nicht geklappt», sagt Hirsiger. «Ich bin ins Kiesbett gerutscht. Aber ich muss mir nicht vorwerfen, dass ich es wenigstens versucht habe. Und der Zweikampf mit dem späteren Sieger (dem Italiener Vincenzo Scarpetta, d. Red.) hat Spass gemacht. Wir haben uns sechs Kurven lang bekämpft.» Ferati beendete das «Finale Mondiale» auf Platz 4. Im Qualifying streikte die Benzinzufuhr an seinem Ferrari. Statt von Startplatz 4 musste Ferati von Position 12 starten.
Beim Finale des Porsche Sports Cup Suisse in Misano wurden die letzten Meisterschaftsfragen geklärt. In der GT3 konnte sich Ethan Ischer den Titel sichern, obwohl sein Konkurrent Matteo Franco Segre beide Läufe mit dem Porsche 911 GT3 Cup gewann.
Der Kampf um den Titel in der Gruppe GT3 entwickelte sich auf dem 4,226 Kilometer langen Kurs nahe Rimini unverhofft zum Krimi. Tabellenführer Ethan Ischer war mit einem beruhigenden 45-Punkte-Vorsprung in die Emilia Romagna gereist und galt damit als klarer Favorit. Doch der Auszubildende aus Morges stiess auf harte Gegenwehr durch Matteo Segre. Der Italiener holte sich die Pole-Position für das erste Rennen und fuhr mit 4,512 Sekunden einen Start-Ziel-Sieg heraus, schnellste Runde inklusive. Damit hatte er zwar neun Zähler aufgeholt, die Meisterschaft aber trotzdem verloren. Obwohl Segre auch den zweiten Lauf gewann, während sein Kontrahent in der letzten Runde wegen eines Getriebeproblems aufgeben musste, stand bereits fest: Der diesjährige GT3 Cup-Champion des Porsche Sports Cup Suisse heisst Ethan Ischer.
Einen starken Eindruck hinterliess Lorenzo Cheli bei seinen ersten Auftritten in der schweizerischen Sprint Challenge. Der 17-Jährige aus San Marino fuhr trotz eines mässigen Starts mit dem 375 kW (510 PS) starken 911 GT3 Cup in Lauf eins noch auf den dritten Rang und kämpfte sich dabei zuerst an Peter Hegglin, dann auch an Matteo Beretta vorbei. Beide belegten im Ziel die vierte und fünfte Position vor Gregor Burkard und Ermanno Quintieri, der sich vom 16. Platz nach vorne gearbeitet hatte. Auch im zweiten Rennen kam Cheli zunächst schlecht in Gang, holte den verlorenen Boden aber zügig wieder auf und liess sich am Ende als Zweiter feiern. Ihm folgten Beretta und Quintieri – der erneut von ganz hinten kam – sowie Ilario Introna, Christian Caramuscia und Peter Hegglin.
«Aus Budgetgründen musste ich einige Trainingssitzungen auslassen, zugleich stand mir nur ein neuer Satz Rennreifen für das Qualifying zur Verfügung – dennoch bin ich für beide Rennen in die erste Startreihe gefahren», erläutert Ethan Ischer. «Da mir nur 14 Punkte zum Titel fehlten, konnte ich im ersten Lauf vor allem die Reifen schonen. Der Plan ging auf: Platz 2 hat mir die Meisterschaft gesichert. Das zweite Rennen begann mit einem schönen Duell gegen Matteo Segre, doch dann stellten sich Getriebeprobleme ein, die mich am Ende zur Aufgabe zwangen. Jetzt bin ich Champion und möchte mich bei allen bedanken, die mich in dieser Saison konstant unterstützt haben.»
Jérémy Siffert, der ebenfalls vom Porsche Motorsport Club Suisse und der Porsche Schweiz AG gefördert wird, beendete den ersten GT3 Cup-Lauf auf dem neunten Rang und das zweite Rennen auf der achten Position.
Der bereits seit Monza als Meister feststehende Elia Pappacena hatte auch in Misano leichtes Spiel: Mit seinem 368 kW (500 PS) starken Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport dominierte der 18-jährige Schüler beide Läufe. Der Rudolfstettener fuhr jeweils von der Pole-Position einen Start-Ziel-Sieg heraus und drehte dabei auch stets die schnellste Rennrunde. Platz 2 ging beide Male mit rund zehn Sekunden Rückstand an David von Rosen. Alexander Walker durfte sich nur im ersten Rennen über die dritte Position freuen – im zweiten musste er nach drei Runden aufgeben. An seine Stelle trat Eric Chatelain.
In der Gesamtwertung der Gruppe Open GT wechselten sich die beiden 911 GT3 R-Piloten Roderick Christie und Patrick Dinkeldein auf der obersten Stufe des Podests ab. In der Klasse 21, in der die 911 GT3 Cup mit Renn-ABS an den Start gehen, sicherte sich Max Mutschlechner trotz eines schwachen ersten Laufs die Meisterschaft vor Sebastian Schmitt. Aus den beiden Rennen mit dem Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport ging jeweils Elia Pappacena als Gewinner hervor. Der Förderfahrer stand bereits zuvor als Champion dieser Klasse fest. Ivan Reggiani fuhr bei den historischen Rennwagen zwei Siege mit dem 911 Cup der Generation 964 ein, während sich Sebastian Glaser mit dem Nachfolgemodell 993 jeweils gegen Albert Weinzierl durchsetzen konnte. Das zweistündige Nachtrennen zum Abschluss der Saison gewann Stephan Heim gemeinsam mit Michael Joos vor Roderick Christie/Matteo Malucelli und Patrick Dinkeldein/Marco Seefried.
Jonathan Hirschi feierte bei der Rallye International du Valais einen Hattrick. Nach 2023 und 2024 war der Neuenburger auch diesmal nicht zu bezwingen. Der Kampf um den Titel war bereits zugunsten von Mike Coppens entschieden. Die Plätze 2 und 3 gingen an Yoan Loeffler und Sensationsmann Mathieu Zurkinden.
Es war ein würdiger Abschluss der Schweizer Motorsport-Saison 2025. Wenngleich das Wetter im Wallis bei der 65. Ausgabe der Rallye du Valais sich für einmal nicht von der besten Seite zeigte. Regen und ein Kälteeinbruch auf Samstag machten den Organisatoren am dritten Tag gar einen Strich durch die Rechnung. Die längste Prüfung über den Col des Planches (29,22 km) musste wegen der weissen Pracht auf 18,04 km verkürzt werden und führte diesmal nur bis zum Col du Lein.
Einer, der sich vom Wetter nicht aus dem Konzept bringen liess, war Jonathan Hirschi. Für den Schweizer Rallye-Meister der Jahre 2022 und 2023 war die Rallye du Valais erst die vierte Rallye in diesem Jahr. «Ich musste dieses Jahr etwas kürzer treten», meinte Hirschi. Nichtsdestotrotz hat er die RIV von der vierten Prüfung bis ins Ziel angeführt. Mit drei Bestzeiten am Freitag und vier am Samstag liess der Fahrer des Citroën C3 Rally2 nie etwas anbrennen und feiert seinen dritten Gesamtsieg in Serie. Zählt man den Triumph von 2014 dazu, als Hirschi als Gesamtvierter bester Schweizer war, war die RIV 2025 sein vierter SM-Sieg im Wallis. Für Beifahrerin Charlène Greppin, die Freundin von Bergrennfahrer Joël Volluz, war es eine Premiere.
Hirschis grösster Gegner war Markenkollege Jos Verstappen. Der Niederländer führte die RIV nach der ersten Prüfung am Donnerstagabend noch an. Auch am Freitagmorgen lag er und sein belgischer Beifahrer Renaud Jamoul noch bis zur dritten Prüfung in Führung. «Dafür, dass das erst meine zweite Teilnahme an der Rallye du Valais ist, und ich erst seit drei Jahren Rallyes bestreite, bin ich sehr zufrieden», meinte der Vater des viermaligen F1-Weltmeisters Max Verstappen, der erst kürzlich in Belgien die nationale Rallye-Meisterschaft gewann. Hinter Verstappen sicherten sich Jonathan Michellod/Stéphane Fellay auf einem Skoda Fabia RS Rally2 den dritten Gesamtplatz. Michellod verblüffte als bester Einheimischer mit einer starken Leistung, bedenkt man, dass der junge Familienvater in diesem Jahr bisher nur eine Rallye bestritten hatte: die Rallye Monte Carlo. Die meiste Zeit verlor Michellod auf den verkürzten Pass-Prüfungen. Sonst fuhr er regelmässig unter die Top 5.
Klammert man Verstappen aus, der als Nicht-Schweizer keine SM-Punkte bekommt, hat Thibault Maret mit seinem französischen Beifahrer Kévin Bronner das Schweizer Podium vervollständigt. Der junge Skoda-Pilot lag vor der letzten Prüfung noch auf Rang 5, sicherte sich das SM-Podium aber mit einer beherzten Schlussfahrt und einem Minivorsprung von 0,4 Sekunden auf seine Teamkollegen Mike Coppens/Christophe Roux. Das Walliser Duo stand schon vor ihrer Heimrallye als Schweizer Rallye-Meister 2025 fest, kam aber am Freitag nicht mit den Pirelli-Reifen zurecht. «Unter fünf Grad ist der Grip gleich Null», meinte Coppens. Und auch Maret rutschte auf den Pirellis herum. «Es fühlt sich teilweise so an, als würde man mit Sommerreifen auf Schnee fahren.» Am Samstag besserte sich die Situation etwas, nachdem die beiden Balbosca-Fahrer auf Michelin-Reifen gewechselt hatten.
Hinter dem Schweizer Meister sicherten sich Nicolas Lathion/Michaël Volluz (Skoda Fabia Rally2 evo) den sechsten Schlussrang vor Jérémie Toedtli/Alexandre Chioso (Skoda Fabia RS Rally2). Platz 8 ging an Yoan Loeffler mit seinem französischen Beifahrer Aurélien Chiapello. Für Loeffler ging es im Wallis um den zweiten Platz in der Gesamtwertung. Diesen holte er sich souverän. Dementsprechend gross war die Freude über die Vize-Meisterschaft. «Es war nicht einfach, die richtige Dosierung zu finden», meinte der Waadtländer. «Auf der einen Seite musste ich angreifen, auf der anderen Seite auch sicher ins Ziel kommen. Dazu kamen die schwierigen Bedingungen. Das hat es nicht einfacher gemacht. Umso mehr freue ich mich, dass wir es geschafft haben.» Hinter Loeffler rundeten der gewohnt angriffslustige Yohan Surroca mit seinem französischen Co-Piloten Pierre Blot (Hyundai i20 N Rally2) und der Jurassier David Erard (mit Beifahrer Quentin Marchand) auf einem Skoda Fabia RS Rally2 die Top 10 ab. Für Surroca wäre womöglich mehr drin gelegen. Ein schleichender Plattfuss auf WP8 und ein Dreher in WP13 kosteten Zeit.
Die Geschichte der Schweizer Rallye-Meisterschaft 2025 schrieb aber eindeutig ein anderer: Mathieu Zurkinden. Der 27-jährige Fribourger war mit seinem Peugeot 208 Rally4 (!) als Gesamtdritter der Schweizer Meisterschaft angereist. Dass er diesen Platz bis zum Schluss verteidigen konnte, obwohl er diesmal in der RC4 nur Vierter wurde (der Sieg ging an Aurélien Devanthéry), grenzt an eine Sensation und beweist, dass man mit Konstanz und Herzblut auch mit einem «kleinen» Auto Grosses vollbringen kann. «Eigentlich bin ich kein Fan der RIV», meinte Zurkinden am Freitagabend. «Es gibt hier einige Einheimische, die die Strecken einfach besser kennen. Aber ich werde mein Bestes geben. Wer weiss, vielleicht reicht es ja doch noch.» Und wie es reichte! Zurkinden sicherte sich nicht nur den dritten Gesamtplatz in der Schweizer Rallye-Meisterschaft, er sicherte sich zusammen mit seinem Co-Piloten Stéphane Pury auch den Sieg im Schweizer Rallye-Pokal für hubraumschwächere Fahrzeuge. «Ich kann es noch gar nicht fassen», meinte der Peugeot-Kutscher. «Wir sind ein kleines Familienteam. Ich hätte nie gedacht, dass wir es schaffen können. Ein grosses Dankeschön an alle, die mir zu diesem Erfolg verholfen haben.» Den dritten Platz in der Meisterschaft sicherte sich Zurkinden trotz Punktegleichheit mit Maret. In einem solchen Fall wird zugunsten des «kleineren» Autos entschieden. Die Plätze 2 und 3 im Rallye-Pokal gingen an Alphonse Kilchenmann/Aline Crausaz (Suzuki Swift) respektive Claude Aebi/Justine Vuffray (Renault Clio).
Schweizer Rallye-Junioren-Meister wurden trotz eines Ausfalls im Wallis Josué Galeuchet/Lea Crelier auf einem Peugeot 206.
In der historischen Klasse, der VHC, war es BMW-Pilot Clovis Brosy (mit Frédéric Erismann), der nach dem Tessin und der Chablais auch den Sieg bei der «Valais» feiern durfte. Dahinter kamen zwei Porsches ins Ziel: Nach drei aufeinanderfolgenden Ausfällen belegten Guy Trolliet und Sébastien Moulin den zweiten Platz auf dem Podium. Eddy und Marion Tapparel durften mit ihrem dritten Platz über den Sieg im Schweizer Cup für historische Rallyes 2025 jubeln. Hinter Tapparel belegen Aurélien Bouchet und Clovis Brosy die Ränge 2 und 3 im Gesamtklassement.
In der Gleichmässigkeitswertung VHRS (für historische Fahrzeuge) sicherten sich die Seriensieger Dominique und Marylaure Udriot auf ihrem Toyota Celica einen weiteren Triumph und den Titel.
Weitere Infos zur Rallye International du Valais finden sie unter diesem Link.
Stephan Burri gewann vier Mal hintereinander die IS Trophy. Dieses Jahr löste ihn mit Arnaud Donzé ein würdiger Nachfolger ab. Es ist der erste Sieger aus der Westschweiz seit Maurice Girard 1996!
Abwechslung in der Interswiss Trophy! Nachdem seit 2019 vier Mal in Folge der Sieger Stephan Burri hiess (2020 und 2021 gab es keine IS Trophy), hat sich dieses Jahr mit Arnaud Donzé ein neuer Gewinner in die Siegerliste eingetragen. Der 34-jährige Jurassier war einer der wenigen Fahrer, der bei allen Rennen (Slalom und Berg) gestartet ist. Mit 140 Punkten erreichte der VW-Golf-Pilot zwar bei Weitem nicht die Marke von Burri aus dem Vorjahr (165), trotzdem setzte sich der Drittplatzierte der Schweizer Tourenwagen-Meisterschaft erfolgreich gegen Dominic von Rotz durch. Der Audi-Quattro-Pilot, im Vorjahr noch Siebter, steht (wie Donzé) zum ersten Mal auf dem Podium der Interswiss Trophy. Der 39-jährige aus Sachseln hat mit 135 Punkten nahezu das Maximum aus den sieben Bergrennen, die er bestritten hat, geholt. Nur in Anzère musste er sich mit einem «15er» zufrieden geben.
Platz 3 in der diesjährigen IS Trophy ging an Vorjahressieger Burri. Der VW-Scirocco-Pilot lag nach den ersten sechs Slaloms knapp hinter Donzé, hatte aber trotz der «Lärm-Geschichte» in Bière mehr «Zwanziger» auf seinem Konto. Die Unfälle bei den Bergrennen in Anzère und Les Rangiers machten eine erfolgreiche Titelverteidigung dann aber zunichte. Hätte Burri seinen lädierten Scirocco bis zum Finale in Les Paccots noch flott gekriegt, hätte er das Blatt womöglich in extremis noch wenden können.
Die weiteren Platzierungen (Top 10): 4. Roman Marty, 5. Stephan Moser, 6. Armin Banz, 7. Urs Banz, 8. Rolf Jungi, 9. Beat Oertig, 10. Christian Knaus. Die beste Rennfahrerin war Vanessa Zenklusen auf Rang 12. Ausgezeichnet werden die IS-Fahrer am Abschlussabend der IS Trophy am 17. Januar 2026 in Oberhallau.
Die IS-Sieger von 1986-2025
1986 (Spezialwagen Trophy), Françis Monnier, Toyota Corolla
1987 (SAR Interswiss Cup), Alain Pfefferlé, Porsche Carrera
1988 (Interswiss Trophy), Urs Tschanz, BMW 320
1989, Peter Gschwind, Audi 80
1990, Christoph Mattmüller, VW Scirocco
1991, Peter Erdin, Renault 5 Turbo
1992, Philippe Buhler, BMW 320
1993 (Spezialwagen Trophy), Maurice Girard, BMW 320
1994, Heinz Ruchti, Renault 5 Turbo
1995, Albert Brugger, Opel Ascona 400
1996, Maurice Girard, BMW 320
1997, Martin Schenk, Opel Commodore/Kadett
1998, Reto Meisel, Opel Kadett
1999, Alfred Rüfenacht, Opel Kadett
2000, Edi Kamm, VW Golf
2001, Edi Kamm, VW Golf
2002, Alfred Rüfenacht, Opel Kadett
2003, Marc Roth, Toyota Corolla
2004, Marc Roth, Toyota Corolla
2005, Marc Roth, Toyota Corolla
2006, Rolf Ehrbar, Opel Kadett
2007 (D2-Berg-Cup), Peter Steck, BMW M3
2008 (Interswiss Trophy), Werner Rohr, Toyota Corolla
2009, Roman Marty, Opel Kadett
2010, Werner Rohr, Toyota Corolla
2011, Josef Koch, Opel Kadett
2012, Danny Krieg, Opel Kadett
2013, Danny Krieg, Opel Kadett/Audi 80
2014, Werner Rohr, Toyota Corolla
2015, Stefan Schöpfer, Audi 50
2016, Stephan Burri, VW Polo
2017, Roman Marty, Opel Kadett
2018, Rolf Burri, Opel Kadett
2019, Stephan Burri, VW Polo
2020/2021, keine Meisterschaft
2022, Stephan Burri, VW Polo
2023, Stephan Burri, VW Scirocco
2024, Stephan Burri, VW Scirocco
2025, Arnaud Donzé, VW Golf
Ganz nach dem Motto «das Beste zum Schluss» findet von Donnerstag bis Samstag (23.-25. Oktober) im Rahmen der Schweizer Rallye-Meisterschaft die Rallye International du Valais statt. Am Start: 128 Teams.
Das Beste zum Schluss! Die Rallye International du Valais bildet wie üblich den Schlusspunkt der Schweizer Automobil-Meisterschaft. Von Donnerstag bis Samstag steht das Wallis zum 65. Mal ganz im Zeichen der RIV. 128 Teams haben sich für die diesjährige Ausgabe eingeschrieben. Das ist ein Dutzend mehr als im Vorjahr. Zu den 88 modernen Fahrzeugen gesellen sich 28 historische Autos der Kategorie VHC und zwölf Teams der VHRS/VMRS (Gleichmässigkeit).
Ein Blick auf das Teilnehmerfeld lässt die Rallye-Herzen höher schlagen. Mit wenigen Ausnahmen ist alles dabei, was in der Schweiz Rang und Namen hat. Dazu sind auch wieder einige Gastfahrer dabei, deren Bekanntheitsgrad die RIV gleich nochmals aufwerten. So unter anderem Jos Verstappen (Citroën C3 Rally2), der Vater von Formel-1-Weltmeister Max Verstappen, Fürst Albert von Thurn und Taxis (Skoda Fabia RS Rally2) sowie der ehemalige deutsche Rallye-Meister Hermann Gassner jr. (Hyundai i20).
Zurück zu den Schweizer Rallye-Assen. Dort stehen mit der #1 Mike Coppens/Christophe Roux auf ihrem Skoda Fabia Rally2 evo am Start. Das Duo kann die Rallye du Valais diesmal in vollen Zügen geniessen. Coppens/Roux stehen mit einem Vorsprung von 39 Punkten bereits vor ihrer Heimrallye als Schweizer Rallye-Meister fest. «Das mit der Teilnahme an der diesjährigen Rallye du Valais hat erst auf den letzten Drücker geklappt», sagt Coppens. «Umso mehr werden wir diese Rallye geniessen, aber gleichwohl natürlich unser Bestes geben.» Coppens hat die RIV bereits zwei Mal gewonnen: 2021 und 2022.
Auf zwei Gesamtsiege kommt auch Jonathan Hirschi. Der Schweizer Rallye-Meister von 2022 und 2023, hat die RIV in den vergangenen zwei Jahren gewonnen und peilt dieses Jahr den Hattrick an. 2014 war Hirschi Gesamtvierter und Sieger des Schweizer Klassements. Für Hirschi ist es erst die vierte Rallye in diesem Jahr. Bei der «Chablais» schied er nach einem Unfall aus, die restlichen beiden Rallyes bestritt er auf französischem Boden. Beifahrerin des schnellen Neuenburgers im Citroën C3 Rally2 ist Charlène Greppin. Der Zweikampf mit Coppens/Roux wird mit Sicherheit sehr spannend.
Im Kampf um Platz 2 in der Meisterschaft hat vor der RIV Yoan Loeffler mit seinem französischen Beifahrer Aurélien Chiapello auf ihrem Skoda Fabia Rally2 evo die besten Karten. Mit 57 Punkten liegt der 28-Jährige aus Bex (VD) auf dem zweiten Platz vor Mathieu Zurkinden (48) mit Co-Pilot Stéphane Pury. Hätte man den beiden vor dieser Saison eine solche Platzierung in Aussicht gestellt, beide hätten ohne zu Zögern unterschrieben. «Natürlich möchte ich diesen zweiten Platz verteidigen», sagt Loeffler. «Aber eine einfache Geschichte wird das nicht werden.» Wichtig wird sein, dass Loeffler die richtige Mischung aus Angriff und Ankommen findet. Für den Freiburger Zurkinden wäre ein dritter Platz im Gesamtklassement eine absolute Sensation. Mit seinem Peugeot 208 Rally4 (!) hat er eine Hand am Rallye-Pokal 2025. Ob er parallel auch den dritten Platz in der Gesamtwertung nach Hause fahren kann, hängt in erster Linie vom Abschneiden seiner Verfolger ab. Und von denen gibt es reichlich: Gwen Lagrue (Citroën C3 Rally2) hat acht Punkte Rückstand auf Zurkinden, Joël Rappaz (Alpine A110 GT+) liegt 14,5 Punkte zurück, Stefano Mella (Skoda Fabia RS Rally2) 15 Punkte, Nicolas Lathion (Skoda Fabia Rally2 evo) 16 Punkte und Thibault Maret (Skoda Fabia RS Rally2) sowie Jonathan Scheidegger (Peugeot 208 T16) je 19 Punkte.
Ein Comeback gibt auch Jonathan Michellod. Der Gesamtzweite der Schweizer Rallye-Meisterschaft 2022 und 2023 tritt mit Beifahrer Stéphane Fellay auf einem Skoda Fabia RS Rally2 an. Für Michellod ist es die erste Rallye seit der «Monte Carlo» Anfang dieses Jahres. Seine Premiere feiert Joël Volluz - an der Seite von Sergio Pinto, der diesmal nicht auf seiner Alpine startet, sondern auf einem Suzuki Ignis S1600. «Wir werden uns abwechseln», sagt Volluz, der in der diesjährigen Schweizer Berg-Meisterschaft nach Motorproblemen frühzeitig die Saison beenden musste, sich neben Robin Faustini aber als Einziger in die Siegerliste eintragen durfte (La Roche – La Berra). «Eine Prüfung fährt Sergio und ich navigiere. Danach wechseln wir die Seiten…»
In der historischen Klasse, der VHC, haben noch drei Teams die Chance auf den Titel. Führende in der Meisterschaft sind Eddy Tapparel/Marion Tapparel. Das Porsche-Duo hat vor der RIV 13 Punkte Vorsprung auf Aurélien Bouchet (Ford Escort MK2). 29 Zähler hinter den Führenden liegen Clovis Brosy/Frédéric Erismann auf einem BMW M3. Vorjahressieger und Markenkollegen Eddy und Florence Bérard werden diesmal nicht in die Titel-Entscheidung eingreifen können. Ein Platz auf dem Gesamtpodium ist aber immer noch möglich.
In der Gleichmässigkeitswertung VHRS (für historische Fahrzeuge) liegen alle Trümpfe beim dieses Jahr bereits drei Mal erfolgreichen Toyota-Celica-Duo Dominique und Marylaure Udriot. 20 Punkte Vorsprung auf Yann Dupertuis/Yanis Durussel (VW Golf GTI) sollten unter normalen Umständen reichen, um die Meisterschaft sicher nach Hause zu fahren. Aber eben: Bei einer Rallye über drei Tage, 13 Prüfungen und 183,28 km kann vieles passieren.
Los geht die RIV am Donnerstagabend (23. Oktober) um 20 Uhr mit einer ersten Prüfung in Martigny. Am Freitag geht es dann in Anzère weiter (ab 8.30 Uhr). Samstags fällt der Startschuss um 9 Uhr (wieder in Martigny).
Mehr Infos zur Rallye International du Valais finden sie unter diesem Link.
Termine Schweizer Rallye-Meisterschaft 2025
4./5. April, Critérium Jurassien
5. –7 Juni, Rallye du Chablais
4./5. Juli, Rallye de Bourgogne – Côte Chalonnaise (F)
26./27. September, Rally del Ticino
23.–25. Oktober, Rallye International du Valais
Reto Meisel, Fabien Houlmann und «Speedmaster» nahmen am diesjährigen «Bongo Skradin» in Kroatien teil. Nicht dabei war leider der Schweizer Bergmeister Robin Faustini.
Beim 5. Bongo Hillclimb Monsters Skradin in Kroatien, einem seit 2021 jeweils Mitte Oktober ausgetragenen Bergrennen mit PS-starken Touren- und Rennsportwagen im Mittelpunkt, galt Robin Faustini mit seinem Nova Proto NP02 EMAP Turbo als der grosse Favorit und Herausforderer des sechsfachen Europameisters Christian Merli. Leider musste der zweifache Schweizer Bergmeister und Skradin-Sieger von 2023 aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen. So errang Merli im Nova Proto NP01 mit Cosworth-V8-Motor von Tuner Heini Mader praktisch unangefochten den Tagessieg und riss dabei auch ohne Druck von Faustini im dritten Rennlauf den neuen Streckenrekord an sich, für den es 1000 Euro Prämie gab. Die Deutschen Benjamin Noll und Alexander Hin machten mit ihren Osella den zweiten Rang unter sich aus, wobei der Junior im PA30 in der Addition der zwei schnellsten Laufzeiten erstmals seinen erfahrenen Papa Alexander im FA30 von Merli hinter sich liess.
Erstmals waren andere Schweizer als Faustini in Skradin am Start und zeigten dabei ihre Klasse, allen voran Reto Meisel. Der Vize-Europameister aus der Gruppe 1 der FIA-Kategorie 1 schlug mit seinem Mercedes SLK340 Judd sämtliche Turbo-Monster mit bis zu 1200 PS, obwohl er keine neuen Reifen montierte. Gewurmt hat ihn einzig, dass er den von Österreichs Staatsmeister Karl Schagerl in einem VW Golf Turbo 4WD gehaltenen Kategorienrekord und damit 1000 Euro Prämie um nur 13 Hundertstel verpasste.
Wie Meisel starteten auch Fabien Houlmann und «Speedmaster» erstmals auf dieser 3,2 km langen und zweimal pro Jahre für Bergrennen genutzte Strecke im idyllischen Ort am Fluss Krka. Mit seinem schwergewichtigen BMW M3 GT3 hatte «Speedmaster» in der von Meisel gewonnenen Gruppe der Monster ohne Allradantrieb keine Chance und belegte den siebten Platz, genoss die Atmosphäre in Kroatien aber dennoch. Der unter der Bewerbung der Ecurie des Ordons fahrende Belgier Stéphane Emond kam mit seinem Audi R8 GT3 hinter Meisel und zwei Lamborghinis auf den undankbaren vierten Rang.
Spannend machte es Fabien Houlmann, der sich in der Gruppe der Tourenwagen bis zwei Liter als Trainingszweiter hinter dem unschlagbaren Österreicher Tobias Santer auf einem optimalen VW Golf 16V Chancen aufs Podium ausrechnen durfte. Im ersten Lauf drehte sich der joviale Jurassier mit seinem Peugeot 205 aber ausgerechnet vor den Augen seiner Berner Frau Nelly, zum Glück jedoch ohne Folgen. Danach fuhr er jeweils die zweitbesten Zeiten und liess sich als Zweiter feiern. Eine Horde von lautstarken Honda Civic von Osteuropäern liess Houlmann damit hinter sich.
Laut dem Wunsch der kroatischen Organisatoren soll das Bongo Hillclimb Monsters weiter wachsen und künftig den Stellenwert eines FIA Hillclimb Masters einnehmen, das es letztmals 2021 gab. Gerne wären dann noch mehr Schweizer mit ihren attraktiven Autos am Start gesehen.
Text: Peter Wyss
Und noch zwei Titel für Schweizer Rennfahrer! Louis Delétraz sicherte sich in Portimão seine vierte ELMS-Krone in fünf Jahren! Gino Forgione gewann die Amateur-Wertung im GT Open.
Louis Delétraz (28) ist Mister ELMS! Der Genfer Rennfahrer, der im Juni bereits den Klassensieg bei den 24h von Le Mans feiern durfte, hat am Wochenende seinen vierten Titel in der European Le Mans Series gewonnen. Den ersten gewann er 2021. Es folgten die Titel 2022 und 2024 (alle in der Pro-Klasse der LMP2). Nun hat er seinen vierten Titel in fünf Jahren sichergestellt: diesmal in der ProAM-Wertung. Zusammen mit den beiden Amerikanern Dane Cameron und P.J. Hyett. Delétraz & Co. reichten ein zweiter Platz beim Finale in Portugal, um das bis Portimão führende Trio noch abzufangen. «Das war ein unglaubliches Jahr», meinte Delétraz. «Zuerst die 24 Stunden von Le Mans, nun der vierte Titel in der ELMS, nachdem wir vor dem Rennen noch neun Punkte hinter den Führenden lagen. Eine wirklich tolle Saison. Ein grosses Dankeschön an mein Team und natürlich an meine beiden Teamkollegen!»
Auch in der LMP3 stand mit CLX ein Schweizer Team ganz oben. Den Titel hatte das Team von Alexandre Coigny bereits beim vorletzten Rennen eingefahren. Der fünfte Sieg im sechsten Rennen war die Bestätigung einer erstklassigen Leistung in dieser Saison. Nur einmal (in Spa) stand das ehemalige Cool-Racing-Team nicht auf Rang 1.
Zu Ende ging am Wochenende in Portimão auch der Michelin Le Mans Cup mit zahlreichen Schweizern am Start. Dank einem siebten Platz im letzten Rennen überholten David Droux und Cédric Oltramare in der Gesamtwertung die bis dato beste Schweizerin Léna Bühler, die Neunte wurde, noch knapp im Kampf um Platz 6. Miklas Born schied in Portugal aufgrund eines technischen Defekts auf Podestkurs aus und musste sich in der Endabrechnung mit Platz 8 zufrieden geben. Samir Ben verpasste als Elfter die Punkteränge knapp. Das Highlight aus Schweizer Sicht war in der diesjährigen Saison ganz klar der Sieg von Bühler im Rahmen der 24h von Le Mans.
Auch im International GT Open durfte ein Schweizer jubeln. Gino Forgione (Ferrari 296 GT3) reichte ein zweiter Platz beim Finale in Monza, um den Titel bei den Amateuren zu gewinnen. In der ProAM-Wertung schloss Porsche-Pilot Alex Fontana die Saison mit einem zweiten Saisonsieg ab.
Beim zur Intercontinental GT Challenge zählenden 8-Stunden-Rennen in Indianapolis standen zwei Schweizer auf dem Podium. Raffaele Marciello wurde im BMW von WRT Racing Dritter. Patric Niederhauser landete in der ProAM-Wertung auf Rang 2. Titel und Sieg ging an Kevin van der Linde. Für Marciello, der sich noch Hoffnungen auf den Titel machte, war der dritte Platz eine Enttäuschung. Kurz nach Rennhalbzeit musste das Rennen mit der Roten Flagge unterbrochen werden. Blitze in der Region zwangen die Organisation nach US-Gesetzen, das Rennen aus Sicherheitsgründen zu unterbrechen. Zudem setzte starker Regen ein. Als es endlich weiter ging, wurde das Rennen fast eine Stunde hinter dem Safety-Car fortgesetzt. Ein weiter Zwischenfall beendete das Rennen kurz darauf dann endgültig. Für Marciello blieb keine Zeit mehr, eine Schlussattacke zu starten.
Nicht zum ersehnten Titel reichte es für Mike Müller im ADAC Junior Cup. Der mit fünf Punkten Rückstand zum Finale am Nürburgring angereiste Berner kam im ersten Lauf nach einem Ausritt in die Botanik nicht über Rang 13 hinaus und blieb so ohne Punkte. Sein Kontrahent, der Deutsche Julian Konrad, nutzte die Gelegenheit und krönte sich schon im Samstagrennen zum neuen Meister. Müller blieb am Ende (wie schon 2024) nur der zweite Schlussrang.
Einen sensationellen Sieg feierte auch Dan Allemann beim IAME Eurocup in Le Mans. Allemann machte sich das Leben im letzten Lauf vor dem Finale unnötig schwer. In der Formationsrunde kam er von der Strecke ab und musste als Letzter starten. Im Ziel war Allemann Erster, doch eine Spoilerstrafe warf ihn auf Rang 8 zurück. Im Finale fuhr er souverän auf Platz 1 vor.
Zum zweiten Mal nach 2024 hat Auto Sport Schweiz auch dieses Jahr einen Damenpokal ausgeschrieben. 20 Rennfahrerinnen und Co-Pilotinnen haben sich angemeldet. Noch fehlen ein paar Ergebnisse. Deshalb an dieser Stelle nochmals ein letzter Aufruf:
Die an REGionalen oder ausländischen Veranstaltungen (INT) erzielten Resultate müssen bis zum 1. November des laufenden Jahres (mit Kopie der offiziellen Ranglisten) mitgeteilt werden, ansonsten können die betreffenden Punkte nicht gutgeschrieben werden. Resultate aus den Schweizermeisterschaften (Slalom, Berg, Rallye) werden automatisch gutgeschrieben. Der Damenpokal wird mit Resultaten ausgewertet, welche vom 1. Januar bis zum 1. November 2025 erzielt werden. Später eingereichte Ergebnisse (oder Rennen) werden nicht berücksichtigt.
Nico Müller wechselt innerhalb der Formel E von Andretti zum Porsche-Werksteam und wird dort neuer Teamkollege des ehemaligen Sauber-Formel-1-Piloten Pascal Wehrlein.
Pascal Wehrlein und Nico Müller bilden die neue Fahrerpaarung für Porsche in der ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft. Der 33-jährige Schweizer Müller wechselt vom Porsche-Kundenteam Andretti ins Formel-E-Werksteam des Stuttgarter Sportwagenbauers. Er folgt auf António Félix da Costa, der drei Jahre lang wesentlich zum Erfolg des Porsche Formel-E-Teams beigetragen hatte.
Wehrlein, Fahrerweltmeister der Saison 2023/2024, gehört seit August 2020 zum Formel-E-Team von Porsche. Müller stiess im August 2024 zum Werksfahrerkader hinzu und startete in der abgelaufenen Saison als Stammfahrer im Porsche 99X Electric von Andretti Formula E. Beide Fahrer leisteten in den vergangenen Wochen bereits Entwicklungsarbeit im Simulator für die übernächste Saison: Dann debütiert die vierte Formel-E-Fahrzeuggeneration (GEN4) mit über 600 kW Leistung.
«Ich bin superstolz auf diesen Schritt und danke Porsche Motorsport für das Vertrauen», meint Nico Müller. «Meine letzte Saison war keine einfache, dafür umso lehrreicher – das motiviert mich sehr, das Vertrauen der Mannschaft auf der Strecke zurückzuzahlen. Ich freue mich darauf, das Team noch besser kennenzulernen, und bin überzeugt, mit Pascal ein starkes Duo zu bilden. Ich will möglichst schnell dazu beitragen, dass das Team an die jüngsten Erfolge anknüpfen kann.»
Schweizer Rennsport-Fans durften sich am vergangenen Wochenende gleich drei Mal freuen: In der NLS hat Ranko Mijatovic seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigt. Gleiches gelang Philip Ellis in der IMSA. Und in Barcelona sicherte sich Patric Niederhauser den Titel in der GT World Challenge Endurance. Wir gratulieren!!!
Im Vorjahr hat Ranko Mijatovic als erster Schweizer den Titel in der NLS (Nürburgring Langstrecken Serie) gewonnen. Dieses Jahr ist ihm dieses Kunststück erneut gelungen. Für den Solothurner Garagisten hat dieser zweite Titel einen besonderen Stellenwert: Er ist der erste Fahrer seit Johannes Scheid, der seinen Titel trotz eines Fahrzeugwechsels verteidigen konnte, nämlich vom BMW M240i zum BMW M4 GT4. Auch wenn der Titel schon vor dem Rennen zu 99 Prozent in trockenen Tüchern war, war die Freude über das Erreichte gross. «Natürlich hätten wir gerne noch den zehnten Sieg im zehnten Rennen geholt», sagte Mijatovic, nachdem es im letzten Rennen zum zweiten Platz in seiner Klasse reichte. «Aber wir gingen auf Nummer sicher. Auch weil es wieder zu nieseln begann. Wir mussten ja nicht gewinnen. Wir wollten einfach sicher ins Ziel kommen.» Für Rankos Team FK Performance Motorsport, das seit 13 Jahren in der NLS unterwegs ist, ist es der erste Titel in der populären Langstrecken-Serie. Ein starke Leistung zeigte auch Ford-Mustang-Pilot Fabio Scherer. Bei seinem zweiten NLS-Einsatz in der GT3 wurde er Vierter. Und das mit einer neuen Runden-Rekordzeit in 7:48,717 min.
Mijatovic war an diesem für die Schweiz so erfolgreichen Wochenende aber nicht der einzige Schweizer, der seinen Titel erfolgreich verteidigen konnte. Auch der Zuger Philip Ellis sicherte sich nach 2024 seinen zweiten Titel in der GTD-Klasse der IMSA. Der Kampf um die Meisterschaft beim letzten Rennen, dem Petit Le Mans in Road Atlanta war schnell entschieden: Ellis und seinem Teamkollegen Russell Ward reichten ein fünfter Platz. Damit sicherten sie Winward Racing und Mercedes-AMG von Beginn die zweite GTD-Krone innert Jahresfrist. Der Titel bei den Prototypen ging an das Porsche-Duo Mathieu Jaminet/Matt Campbell. Cadillac-Pilot Louis Delétraz beendete die Saison mit einem achten Platz. Edoardo Mortara (Lamborghini) wurde in Road Atlanta Vierter.
Und es gab noch mehr Grund zum Jubeln: Porsche hat am Sonntag auch das Saisonfinale der GT-World-Challenge (GTWC) Europe in Barcelona gewonnen und damit seinen ersten Titel in der Geschichte der Meisterschaft gefeiert. Das deutsche Team Rutronik sicherte sich mit dem Porsche 911 GT3 R mit Startnummer 96 und den Fahrern Patric Niederhauser, Sven Müller und Alessio Picariello den Sieg im Endurance Cup. Niederhauser übernahm den Porsche als Schlussfahrer auf Platz 10 – im Wissen, dass er drei Positionen gut machen musste. Acht Minuten vor Rennende gelang «Nidi» das entscheidende Manöver. Der siebte Rang reichte, um mit einem Punkt Vorsprung die Meisterschaft zu gewinnen! Mit Raffaele Marciello (BMW) stand ausserdem ein Schweizer als Dritter auf dem Podium. Auch Kessel Racing durfte sich feiern lassen. Die Tessiner gewannen die Gesamtwertung in der Bronze-Kategorie.
Zu Ende ging am Wochenende auch die italienische Formel 4 in Misano. Das beste Ergebnis aus Schweizer Sicht gelang dem Russen Kirill Kutskov, der für Maffi Racing einen vierten Platz im zweiten Rennen herausfuhr. Bester Fahrer im Team von Jenzer Motorsport war der Brite Bart Harrison als Siebter im dritten Rennen. Der Schweizer Florentin Hattemer belegte bei seinem Debüt für Jenzer die Plätze 18 und 24. Im zweiten Lauf war Hattemer in eine Kollision verwickelt.
Auch Chiara Bättig gab ihr Renndebüt in der saudiarabischen Formel 4 beim ersten Rennen in Bahrain. Die dreimalige Schweizer Kart-Meisterin belegte in Durchgang 1 Rang 8. Im zweiten Rennen landete die Red-Bull-Pilotin nach einer Kollision mit einer Mitkonkurrentin im Kiesbett.
Mit zwei Podestplätzen schloss Thomas Toffel die Saison in der Euronascar im belgischen Zolder ab. Damit schaffte er in der Open-Wertung noch den Sprung in die Top 10.
Bester Schweizer bei der Kart-WM in Franciacorta (ITA) (Kat. KZ2) war Levi Arn. Der Schweizer Meister kam auf Rang 22 ins Ziel. Ausgeschieden ist Ethan Frigomosca. In der Kat. Master war André Filipe Sousa der beste Schweizer als 17.
Beim Bergrennen Mickhausen in Südbayern standen am Wochenende auch zahlreiche Schweizer am Start. Schnellster war «Speedmaster» mit seinem BMW M3 GT3.
Unter schwierigen Bedingungen mit unterschiedlich starkem Regen am Renntag ging das 42. ADAC-Bergrennen Mickhausen südlich von Augsburg in Südbayern über die Bühne, das den Finallauf zur Deutschen Bergmeisterschaft 2025 bildete. Aufgrund der Nähe zur Landesgrenze nahmen wie jedes Jahr mehrere Schweizer daran teil. Schnellster der helvetischen Abordnung war «Speedmaster», der seinen PS-starken, aber auch schweren BMW M3 GT3 auf den sechsten Gesamtrang hievte. Mit zusätzlichen 50 Kilo Ballast im Kofferraum zwecks Verbesserung der Traktion auf der Hinterachse gewann der Berner damit auch die Gruppe E2-SH, in der zwölf weitere Schweizer eingeteilt waren, deren Tourenwagen nicht über den vom DMSB vorgeschriebenen Katalysator verfügten.
Wohl verdiente Siege feierten auch Martin Bächler im VW Lupo 16V in der Klasse Pf5b und Manuel Santonastaso im BMW E21 in der Klasse 3b. In der Klasse E2-SH bis zwei Liter musste sich Marcel Spiess im VW Golf 1 16V nur dem SilverCar-Sportwagen des Deutschen Marco Farrenkopf geschlagen geben. Stefan Moser (Toyota Yaris), Markus Hollenstein (VW Golf) und Markus Zaugg (Opel Kadett) belegten die nächsten Ränge dahinter. In der E2-SH über zwei Liter wurde Vanessa Zenklusen im Subaru Impreza Zweite hinter «Speedmaster» und vor Armin Banz im Opel Kadett. Ebenfalls guter Zweiter hinter einem Porsche GT3 wurde Michael Widmer im Hyundai i30 TCR in der Klasse Pf3a, während sich Jürg Ochsner (Opel Kadett) und Stephan Burri (VW Scirocco) in der Pf3b hinter «Santi» und einem deutschen Subaru Impreza die Plätze 3 und 4 holten. Der überlegene Gesamtsieg ging an den Deutsch-Slowenen Patrik Zajelsnik im Nova Proto NP01.
Noch ist die Bergrennsaison 2025 für einige Schweizer nicht beendet, die am 18./19, Oktober beim 5. Bongo Hillclimb Monsters in Skradin (Kroatien) am Start erwartet werden. Allen voran Schweizer Meister Robin Faustini (im Vorjahr Gesamtzweiter in Papa Simon Hugentoblers Osella-PA30-Sportwagen) und Reto Meisel im Mercedes SLK340 sowie «Speedmaster» und Fabien Houlmann im Peugeot 205.
Text: Peter Wyss
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