• Newscenter

News Filter



News

01.12.2023 Champions Week, Teil 3: Bruno Sawatzki
Sawatzki Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Bruno Sawatzki: Schweizer Berg-Meister 2023 bei den Tourenwagen

Champions-Week statt Champions League! Wir stellen Ihnen Woche für Woche einen Schweizer Champion nach dem anderen vor. Diese Woche ist Bruno Sawatzki an der Reihe, Schweizer Berg-Meister bei den Tourenwagen 2023.

Blut geleckt hat Bruno Sawatzki (53) im Vorjahr. Als Dritter der Schweizer Tourenwagen-Meisterschaft hinter Sieger Reto Meisel und dem Zweitplatzierten Roger Schnellmann wurde dem Rheintaler klar: Da geht noch mehr. Und es ging noch mehr. Ohne Meisel, der dieses Jahr auf die Titelverteidigung verzichtete, galt Sawatzki von Anfang an zu den Titelanwärtern. Erst recht, nachdem er sich bei den ersten beiden Rennen in Hemberg und La Roche gegen Frédéric Neff, Schweizer Tourenwagenmeister der Jahre 2018 sowie 2019, in seiner Klasse, der Spezialwagen Interswiss über 3500 cm3, durchgesetzt hatte. In beiden Fällen war es eine knappe Angelegenheit. In Hemberg drehte Sawatzki erst im dritten Lauf den Spiess um – mit einem Mini-Vorsprung von 0,21 Sekunden in der Addition der beiden besten Läufe. In La Roche lag der Gründer der Maschinenbaufirma Sawatec in Sax (SG) am Ende des Tages drei Zehntelsekunden vor Neff.

Zu weiteren Duellen zwischen den beiden schnellsten Schweizer Porsche-Fahrern am Berg kam es danach nicht mehr. Neffs Auto wurde aufgrund einer fehlenden Homologation in die Kategorie E1 umgeteilt. Von diesem Moment an war klar: Sawatzki könnte es schaffen – vorausgesetzt er tritt bei allen Rennen an. Und das tat er auch. Selbst in Massongex und Les Rangiers, wo er zuvor noch nie gefahren ist. «Natürlich hat es mir in die Karten gespielt, dass Frédéric nicht mehr in meiner Klasse antreten konnte», sagt Sawatzki. «Aber ich hatte seine Zeiten auch danach noch auf dem Radar. Und ich war immer schneller. Ich hätte ihn also auch so immer geschlagen. Darauf bin ich stolz.»

Weil Schnellmann auf Massongex verzichtetet («Mir sind dort schon drei Differenziale kaputt gegangen»), war der dritte Meisterschaftslauf im Rhonetal irgendwie richtungsweisend. Obwohl Sawatzki ganz klar sagt: «Diese Strecke ist eigentlich nichts für meinen Porsche. Ich habe mich mithilfe von Google auf das Rennen vorbereitet. Vor Ort bin ich erschrocken. Es war viel steiler als ich erwartet hatte. Und noch schlimmer waren die Bodenwellen.» Auch auf Les Rangiers bereitete sich Sawatzki akribisch vor. «Ich bin extra mal hingefahren, als es geregnet hat. Dann habe ich mir die Strecke anhand von Videos eingeprägt und bin sie am Freitag abgelaufen, was ich immer mache. Ja, sie ist schnell. Fast schon eine Autobahn. Aber perfekt für den Porsche. Und ich glaube, dass ich da noch rund drei bis vier Sekunden Luft nach oben habe.»

Dank weiteren Siegen in Anzère und Oberhallau hatte Sawatzki am Gurnigel seinen ersten Matchball. Den verwertete er. Allerdings nicht auf Anhieb. Im zweiten Lauf touchierte Sawatzki kurz vor dem Ziel mit seinem Porsche 991.1 Cup eine Leitplanke. «Das Problem war, dass ich im ersten Lauf 1:59,71 min gefahren bin und den Streckenrekord um fünf Hundertstelsekunden verpasst habe. Ich dachte, im zweiten Lauf kann ich eine neue Bestmarke aufstellen und hab dann einen Fehler gemacht.»

Sawatzki hatte Glück. Die Ölleitung im Heck blieb ganz. «Wäre die kaputt gewesen, hätte ich im dritten Lauf zuschauen müssen, weil wir dafür keine Ersatzteile hatten.» Den lädierten Auspuff richtete Sawatzkis Mentor Christoph Zwahlen direkt im Zielbereich. Apropos Zwahlen: Der Slalom-Meister von 2010 und 2012 hat auch sonst grossen Anteil am Erfolg Sawatzkis. «2016 habe ich meinen ersten Porsche, den 996er, bei ihm gekauft», erzählt Bruno. «Seither arbeiten wir eng zusammen und er bereitet mir ja auch die Autos vor. In diesem Jahr war er mir vor allem ab Anzère eine grosse Hilfe. Er weiss, wie man einen Titel gewinnt. Dieses Wissen hat mir sehr geholfen.»

2024 will Sawatzki den Titel verteidigen. «Das ist machbar», meint er. «Und ich stelle mich dieser Aufgabe gerne. Es gibt noch den einen oder anderen Rekord, den man verbessern kann.» Eines steht fest: «Einen ähnlich grossen Sprung, wie ich ihn dieses Jahr gemacht, wird es nächstes Jahr nicht mehr geben.»

Permalink

29.11.2023 Schweizer Erfolge bei der Ultimate Cup Series
Gnos Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Axel Gnos gewann die LMP3-Kategorie © www.pro-photos-sport.com

Das Saisonfinale der Ultimate Cup Series in Le Castellet war fest in Schweizer Händen. Zahlreiche Schweizer Piloten sicherten sich in Südfrankreich Rennsiege und sogar Titel.

Am Wochenende fand in Le Castellet das Saisonfinale der Ultimate Cup Series 2023 statt. Für einige Schweizer gab es – wie schon in der Vergangenheit – Grund zum Feiern. Christophe Hurni beispielsweise hat in dieser Saison bereits zwei Siege in der Formel Renault im Rahmen der Trophé-Tourisme-Endurance-Meisterschaft und zwei Podiumsplätze in der Formel 3 errungen. Am Wochenende beendete Christophe Hurni seine Saison mit drei Siegen im Rahmen der Ultimate Cup Series in der Kategorie U. «Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ergebnis», sagt der Neuenburger. «Die Rückkehr in die Formel 3 nach der letzten Saison in der Formel Renault war nicht ganz einfach. Aber ich wollte unbedingt wieder an die Spitze.» Für Gaspard Le Gallais endete die Saison mit den Rängen 2, 2 und 13, was ihm in der Endabrechnung Platz 2 hinter dem neuen Meister Paul Trojani einbrachte.

Auch in der Endurance Prototype Challenge, also in der LMP3-Klasse, gab es einen Schweizer Triumph. Axel Gnos war als Neuling beim Team Virage auf Anhieb erfolgreich und trug als Schlussfahrer wesentlich dazu bei, dass der Rennstall aus Spanien die Teamwertung gewinnen konnte.

Le Gallais 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Gaspard Le Gallais (r.) wurde zweiter hinter Paul Trojani (l.) © Archiv Le Gallais

In der Klasse NP02, einer Prototypen-Meisterschaft mit 400 PS starken Fahrzeugen des Herstellers Nova Proto, war es die beiden Waadtländer David Droux und Louis Sanjuan (zusammen mit dem Franzosen Eric Troulliet), die für das Team Graff Racing den grössten Pokal mit nach Hause nahmen. Den Titel sicherte sich der Genfer Nicolas Maulini, der das Rennen als Gesamtvierter (Zweiter in der NP02) für das Team Racing Spirit of Leman beendete. Platz 3 in dieser Kategorie ging an das Dimab-Duo Karen Gaillard und Grégory de Sybourg, das sich mit diesem Ergebnis den zweiten Platz in der Gesamtwertung sicherte. «Ich denke, wir können nach Startplatz 14 stolz auf unser Rennen in Le Castellet sein», sagt Gaillard. «Der zweite Platz in der Gesamtwertung zeigt, dass Grégory und ich uns während der Saison gut entwickelt haben.»

Und als wäre das nicht schon genug, gab es auch einen Schweizer Sieg bei den CN-Prototypen – mit Mike Fenzl, Ivan Ruggiero und Philippe Schlegel vom Team T2 Racing.

Gregory de Syburg Karen Gaillard Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Grégory de Sybourg und Karen Gaillard © www.pro-photos-sport.com

Permalink

28.11.2023 Sauter siegt in Japan
Sauter Michael Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Michael Sauter hat in Japan sein erstes Formel-3-Rennen gewonnen

Zwei Jahre ist Michael Sauter in der Formel 4 gefahren. Am Wochenende gewann er sein erstes Formel-3-Rennen in Japan.

Dass ein Schweizer in Japan ein Formel-3-Rennen gewinnt, kommt nicht alle Tage vor. Michael Sauter (19) aus Gempen ist das gelungen. Der Solothurner gewann das Saisonfinale der Formula 3 Regional in Sugo. Sauter startete bei seinem ersten F3-Rennen von der Pole-Position, musste sich nach dem Start auf Rang 2 einreihen, holte sich die Führung aber wieder zurück und gewann das Rennen, an dem u.a. auch Enzo Trulli, der Sohn von Ex-Formel-1-Pilot Jarno Trulli am Start gestanden hat, souverän.

Sauter hat in der abgelaufenen Saison den dritten Rang in der Formel 4 CEZ belegt – hinter seinem Landsmann Ethan Ischer, der die Meisterschaft gewann, und Reno Francot aus den Niederlanden. Sauter stand insgesamt neun Mal auf dem Podium. Beim letzten Rennen in Ungarn gelang dem VEGA-Meister von 2014 und 2016 im zweiten Lauf der erste Sieg.

Die Leidenschaft für den Rennsport ist bei Sauter Familiensache. Bereits Urgrossvater Kurt Sauter war Rennfahrer. Unter der Marke «Sauter Spezial» baute er in der Region Basel sogar eigene Rennautos. Der erste Sauter-Rennwagen entstand 1948 und war ein voll strassentauglicher Sportwagen mit einem Fiat 1100 Motor. Sauter baute aber auch Autos für die Formel Junior (damalige F3). Einer wurde 1960 Heini Walter und später Kurt Buess anvertraut, wobei vor allem Walter damit einige Siege erringen konnte, so zum Beispiel beim Flugplatzrennen Dübendorf 1960. Der letzte Sauter-Rennwagen, ein Formel V, entstand 1966.

Wer mehr über die Geschichte von Sauter-Rennwagen erfahren will, dem empfehlen wir den folgenden Link.

Michael Sauter Japan 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Michael Sauter (links) bei der Teampräsentation in Sugo

Permalink

27.11.2023 Marciello zu BMW, Hausmann zu Aston Martin
Raffaele Marciello BMW Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Raffaele Marciello fährt in der kommenden Saison für BMW © BMW

Für zwei Schweizer respektive Schweizerinnen hat sich vergangene Woche die Zukunft geklärt. Raffaele Marciello wechselt von Mercedes AMG zu BMW, Tina Hausmann fährt für Aston Martin in der F1 Academy.

Vor etwas mehr als einer Woche hat Raffaele Marciello (28) in Macau seinen letzten Sieg mit Mercedes AMG errungen. Es war ein emotionaler Triumph. Auch, weil «Lello» der erste Fahrer war, der den Titel beim offiziellem FIA-GT-Weltcup erfolgreich verteidigen konnte – wenn auch erst mit vier Jahren Verspätung, da das Rennen in den Jahren 2020 bis 2022 wegen Corona nicht ausgetragen werden konnte. Nun ist die Zukunft des Tessiners klar: Marciello wechselt auf die kommende Saison zu BMW.

«Ich freue mich sehr darüber, ab der kommenden Saison BMW-Werksfahrer zu sein», sagt Marciello. «Das ist ein grosser Schritt in meiner Karriere. Ich bin schon viele Jahre als Rennfahrer im Einsatz und sehr stolz, in Zukunft für BMW Motorsport an den Start gehen zu können.» Noch steht nicht zu 100 Prozent fest, wo Marciello eingesetzt wird. Der ehemalige Ferrari-F1-Testpilot wird aber mit hoher Wahrscheinlichkeit ins LMDh-Programm von BMW aufgenommen.

Ein grosser Karriereschritt ist auch Tina Hausmann gelungen. Die 17 Jahre junge Zürcherin wird für Aston Martin in der F1 Academy, einer reinen Damen-Meisterschaft im Rahmen der Formel 1, an den Start gehen. Einen ersten Eindruck bekam die ehemalige Kartfahrerin aus Küsnacht am Wochenende beim F1-GP in Abu Dhabi als Gast des Rennstalls von Aston Martin.

Für Hausmann, die zuletzt in der italienischen Formel 4 Erfahrungen gesammelt hat, geht die Saison Anfang März 2024 in Saudi-Arabien los. Ab dann muss jeder Formel-1-Rennstall eine Fahrerin in der Frauenserie unterstützen. Hausmann wird ihre Premierensaison in der F1 Academy für Prema absolvieren.

Tina Hausmann Aston Martin Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Tina Hausmann geht 2024 für Aston Martin an den Start © Aston Martin

Permalink

24.11.2023 „Zibelemärit“ – Geschäftsstelle am Nachmittag geschlossen: 27.11.2023
Zibelemaerit Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz

Am Montag, 27. November 2023 findet in Bern der traditionelle « Zibelemärit » statt.

Die Geschäftsstelle von Auto Sport Schweiz ist am Montag, 27.11.2023 daher von 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr geöffnet und bleibt am Nachmittag geschlossen.

Ab Dienstag, 28.11.2023 stehen wir Ihnen zu den gewohnten Büroöffnungszeiten gerne wieder zur Verfügung.

Auto Sport Schweiz

Permalink

21.11.2023 Zehn Sekunden schneller

Im gestrigen Artikel über Marcel Steiner war die Rede von einem Vergleich der Onboard-Aufnahmen beim Bergrennen Ayent-Anzère 2016 respektive 2023. Das passende Video dazu reichen wir Ihnen hiermit gerne nach. Vielen Dank an Marcel Steiner für die Zuverfügungstellung!

Permalink

20.11.2023 Marcel Steiner lässt sich feiern
Marcel Steiner Meilenstein 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Marcel Steiner (rechts) und sein Team bei der Meisterparty © myrally.ch

Am Samstag hat Marcel Steiner im Hotel Meilenstein in Langenthal seinen Schweizer Berg-Meistertitel mit Freunden und Wegbegleitern gefeiert.

Fünf Jahre sind seit dem letzten Schweizer Meistertitel vergangen. 2018 stand Marcel Steiner zuletzt ganz oben. Okay, zwei Jahre (2020 und 2021) wurde wegen Covid keine Meisterschaft ausgetragen. Trotzdem war es eine lange Durststrecke. Und als Steiner dieses Jahr am Hemberg beim Saisonauftakt seinen ersten Run absolvierte, wusste er nicht, wo er steht. Die Antwort auf diese Frage lieferte er aber postwendend. Im ersten Lauf im Toggenburgischen fuhr er in 51,7 sec auf Anhieb einen neuen Streckenrekord. Dessen war sich Marcel im ersten Moment gar nicht bewusst. «Als ich nach der Zieldurchfahrt durchs Dorf fuhr, jubelten die Leute», erzählte Steiner bei seiner Feier im Hotel Meilenstein in Langenthal. «Mir war gar nicht bewusst, warum die Leute klatschten. Ja, ich hatte kein schlechtes Gefühl. Aber dass es ein neuer Streckenrekord war, das hatte ich nicht erwartet.»

Dass Steiner diesen Rekord und letztendlich auch den überlegenen Tagessieg mit Synfuel herausgefahren ist, machte den Triumph für den Berner noch etwas süsser. Drei weitere Tagessiege sollten im Laufe der Saison noch folgen. Dazu ein weiterer Streckenrekord – beim Heimrennen am Gurnigel. Dort fiel auch die Entscheidung zugunsten von Marcel. Der sechste Titel, der erste mit dem Honda-Turbo, der bei Helftec in Hildisrieden auf Steiners Bedürfnisse getrimmt wurde, ist für Steiner besonders wertvoll. Wertvoll ist aber auch der Respekt, der Steiner seinem Gegner Eric Berguerand erweist. Was die beiden in den vergangenen Jahren, genau genommen seit 2010, geleistet haben, und wie sie sich zu immer neuen Bestleistungen treiben, ist bemerkenswert.

Um zu verdeutlichen, um wie viel schneller Steiner & Co. in den letzten Jahren wurden, hat Marcel am Samstagabend ein Video abgespielt. Auf diesem ist der direkte Vergleich aus der Onboard-Perspektive anhand des Bergrennens von Anzère 2016 und 2023 zu sehen. Der Unterschied ist frappierend. 2016 fuhr Steiner mit dem LobArt 1:34,8 min. Dieses Jahr lag seine Bestzeit bei 1:24,7 min. Selbst der ebenfalls eingeladene Tourenwagen-Champion Bruno Sawatzki staunte da nicht schlecht.

Ans Aufhören denkt Steiner noch nicht. «Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich mit 48 Jahren im Spätherbst meiner Karriere stehe. Aber solange ich Spass habe, werde ich alles daran setzen, weiterzumachen.»

Marcel Steiner Lob Art Meilenstein 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Fünf Jahre musste Steiner mit dem LobArt auf den nächsten Titel warten © myrally.ch

Permalink

19.11.2023 Schweizer Doppelsieg in Macau
Mortara Marciello Macau 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Marciello (1.) und Mortara (2.) auf dem Podium © Macau Grand Prix

Der 70. Grand Prix von Macau endete im GT3-Rennen mit einem sensationellen Schweizer Doppelsieg: Raffaele Marciello gewann das Rennen vor Edoardo Mortara.

Schon im Qualifying haben Raffaele Marciello (Mercedes) und Edoardo Mortara (Audi) mit den Plätzen 1 und 2 die Schweiz stolz gemacht. Marciello fuhr dabei sogar einen neuen Streckenrekord. Im Quali-Race am Samstag landeten die beiden Schweizer GT3-Spezialisten auf den Rängen 1 (Marciello) und 3 (Mortara). Auch im Rennen am Sonntag liessen sich die beiden Eilgenossen nicht einbremsen. Marciello fuhr einen souveränen Start-Ziel-Sieg hinaus. Und Mortara machte den Schweizer Doppelsieg in Macau klar, nachdem der zwischenzeitlich Zweitplatzierte Maro Engel beim Restart ein technisches Problem hatte und das Rennen aufgeben musste.

«Ich bin sehr glücklich, dass ich gewonnen habe», sagt Marciello. «Macau ist immer ein ganz besonderes Rennen. Und es kann immer etwas schief gehen. Ich hatte einen guten Start erwischt, wurde danach aber von Maro etwas unter Druck gesetzt. Beim Restart hatte ich Glück, dass Maro ein Problem hatte. Dadurch gab es eine grosse Lücke zum Rest des Feldes.»

Marciello Macau 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Marciello: Die gelbe Mamba hat nochmals zugebissen © Macau Grand Prix

Für Marciello war es nach sieben Jahren das letzte Rennen als Mercedes-AMG-Werksfahrer. Einen schöneren Abschied hätte sich «Lelo» nicht wünschen können. «Ich hatte mehr oder weniger die Crew, mit der ich schon 2019 hier gearbeitet habe. Das hat wieder sehr gut funktioniert. Aber es war gleichzeitig auch sehr emotional. Schon vor dem Start, wenn einem nochmal richtig bewusst wird, dass es das letzte gemeinsame Rennen ist. Das ist schon sehr speziell. Aber wir haben in diesen sieben Jahren fast alles zusammen gewonnen. Das war nochmal ein krönender Abschluss.»

«Maro hatte beim Restart ein Problem und wurde langsamer», sagt Mortara. «Ich konnte ihn nicht vor der Linie überholen, deshalb ist da eine grosse Lücke zu Raffaele aufgegangen. Es war nicht einfach, die ganze Meute runter bis zur ersten Kurve hinter mir aufzuhalten. Aber irgendwie hat’s geklappt.»

Auch im Formel-3-Rennen wäre ein Schweizer Top-Ergebnis möglich gewesen. Der Österreicher Charlie Wurz, Sohn von Ex-Formel-1-Pilot Alexander Wurz, lag für Jenzer Motorsport auf Rang 6, als er das Rennen aufgeben musste. Wurz jr. war nach etwas mehr als der Rennhälfte in eine Kollision verwickelt (Unfall von Paul Aron). Dabei ging nicht nur der Frontflügel kaputt, auch das Getriebe wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Mortara Macau 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Mr. Macau, Edo Mortara, machte den Schweizer Doppelsieg klar © Macau Grand Prix

Permalink

17.11.2023 Die neue Saison rückt näher – Lizenzformulare 2024
1000024335 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz

In den letzten Tagen wurden die Erneuerungsformulare 2024 an die Piloten versendet, welche im Jahr 2023 im Besitz einer Jahreslizenz (REG/NAT/INT) waren. Die Antragsformulare für Neu-Anträge können ab sofort per E-Mail oder Telefon auf der Geschäftsstelle bestellt werden: info@motorsport.ch oder 031 979 11 11.

Die Lizenzformulare für die Kollektivbewerber, LOC-Jahreslizenz, Trainingslizenz, SIM-Racing, REG-Gast oder IT-D1 Lizenz sowie für Kommissarslizenzen stehen ab dem 01. Dezember 2023 hier zum Download zur Verfügung: Lizenzen

Wer noch für die Saison 2023 eine Lizenz beantragen muss oder die aktuelle Lizenzstufe für die laufende Saison anpassen will, hat die Möglichkeit dies bis am 30.11.2023 zu tun.

Für sämtliche Fragen zu den Lizenzen 2024 stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Auto Sport Schweiz

Permalink

16.11.2023 Die Schweizer in Macau
Mortara Marciello 2018 Macau Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Mortara/Marciello 2018 in Macau – damals als Teamkollegen © Archiv Mortara

Zurzeit redet alles über den bevorstehenden Formel-1-Grand-Prix von Las Vegas. Es gibt aber noch ein anderes Rennen an diesem Wochenende, in einem anderen Spielerparadies, das garantiert für Spektakel sorgt und bei welchem zwei Schweizer gute Siegchancen haben.

Während in Las Vegas mit allen Mitteln versucht wird, eine Rennstrecke zu bauen, die hoffentlich ein wenig Spannung verspricht, muss man sich am anderen Ende der Welt keine Sorgen um fehlendes Spektakel machen. Die 70. Ausgabe des Grand Prix von Macau am Wochenende ist garantiert ein Knüller. Wer schon einmal in Macau war, weiss, dass auf dieser Strecke immer Action herrscht. Ganz egal, ob bei der Formel 3, den GT3-Tourenwagen oder bei den Motorrädern. Dort sind übrigens, ganz nebenbei, mit Oliver Lupberger und Lukas Maurer, dem Bruder von Marcel Maurer, ebenfalls zwei Schweizer am Start (beide auf Kawasaki).

Bei den GT3-Tourenwagen sind es Raffaele Marciello und Edoardo Mortara, die die Schweizer Flagge hochhalten. Wie gewohnt gehen Marciello (mit Mercedes) und Mortara (mit Audi) ins Rennen. Mortara hat den Klassiker in der ehemaligen portugiesischen Kolonie, die seit 1999 zu einer so genannten Sonderverwaltungszone Chinas gehört, schon zwei Mal in der Formel 3 (2009 und 2010) und drei Mal im Tourenwagen (2011-2013) gewonnen. Marciello wartet noch auf seinen ersten grossen Triumph im Spielerparadies.

Auch in der Formel 3 ist mit Jenzer Motorsport ein Schweizer Team am Start. Im eben erst zu Ende gegangenen ersten freien Training war Charlie Wurz als 17. der beste der drei Jenzer-Fahrer.

Weitere Informationen (auch zu den Zeitplänen) erhalten Sie unter diesem Link.

Neben Mortara haben auch schon zwei andere Schweizer in Macau gewonnen: Alain Menu 2007, 2008 und 2021 in der WTCC. Stefano Comini 2015 und 2016 in der TCR.

Fahrer Macau 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Das Macau-Startfeld 2023 mit Mortara und Marciello © Macau Grand Prix

Permalink

15.11.2023 Champions Week, Teil 1: Jonathan Hirschi
Hirschi Lattion Champions 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Jonathan Hirschi/Sarah Lattion: Schweizer Rallye-Meister 2023

Champions-Week statt Champions League! Wir stellen Ihnen Woche für Woche einen Schweizer Champion nach dem anderen vor. Los geht es mit Jonathan Hirschi, Schweizer Rallye-Meister 2023.

Bei fünf Rallyes am Start – bei fünf Rallyes auf dem obersten Treppchen! Jonathan Hirschi hat die Schweizer Rallye-Meisterschaft 2023 dominiert. Und doch hat er erst bei der letzten Rallye, der Rallye du Valais, seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigt. Grund dafür war die Regel mit dem Streichergebnis. Hirschi hatte bei der Rallye du Bourgogne gefehlt. Dadurch war er in der Meisterschaft hinter Jonathan Michellod zurückgefallen. Am Ende war es dann aber doch eine klare Angelegenheit: Mit einem Sieg bei der RIV sicherten sich Hirschi und Beifahrerin/Lebenspartnerin Sarah Lattion mit 196:166 Punkten gegenüber Michellod/Fellay seinen zweiten Schweizer Rallye-Meistertitel nach 2022.

Fast noch wichtiger als der Titel war dem 37-Jährigen aus Saint-Imier im Berner Jura der Sieg bei der «Valais». Diese prestigeträchtige Rallye hatte Hirschi zwar schon einmal gewonnen – 2014. «Aber damals war ich als bester Schweizer im Gesamtklassement nur Vierter. Das ist nicht dasselbe», so der neue und zugleich alte Champion.

Hirschis Leistung in dieser Saison ist deshalb besonders, weil er die fünf Siege auf drei verschiedenen Autos und für drei verschiedene Teams geholt hat. Zum Saisonauftakt musste er sich kurzfristig mit einem Citroën C3 von Sainteloc anfreunden, weil sein Vorjahres-VW-Polo bei der Rallye Monte Carlo komplett niederbrannte. Mit diesem Auto gewann er auch die «Chablais», ehe er für die Rallye Mont-Blanc Morzine auf einen Hyundai i20 von 2C Compétition wechselte. Im Tessin und im Wallis rückte er dann mit einem Skoda Fabia Rally2 evo von H-Sport aus.

Das «Bäumchen-wechsel-dich»-Verhalten von Hirschi kommt nicht von ungefähr. Zwar sei es nicht der Plan gewesen, von Anfang an aus ihm einen Allrounder zu machen, meint der amtierende Schweizer Rallye-Meister. «Ich war kein besonders guter Kartfahrer. Aber zu Beginn meiner Karriere haben wir natürlich alles auf den Formelsport gesetzt.» Hirschi schaffte es 2007 bis in die Deutsche Formel 3. Danach geriet die Monoposto-Karriere ins Stocken. «Der Sprung in die Formel 3.5 war zu gross für uns», sagt Hirschi rückblickend. «Deshalb wechselte ich in die Renault Mégane Trophy, wo ich 2009 Gesamtzweiter wurde»

Hirschis Reise ging danach über die FIA-GT-WM und den französischen Porsche Carrera Cup weiter, ehe er 2011 zum ersten Mal bei den 24 Stunden von Le Mans am Start gestanden ist. Zwei Monate zuvor hatte Hirschi bereits seine erste Rallye, das Critérium Jurassien, auf einem Renault Clio absolviert. Und als wäre das nicht genug, driftete er im selben Jahr bei der Trophée Andros erfolgreich gegen Alain Prost & Co. Der Allrounder war geboren.

«Ich hatte nicht die Mittel, es bis ganz nach oben zu schaffen», meint Hirschi. «Deshalb habe ich mir ein anderes Ziel gesetzt: ein möglichst kompletter Rennfahrer zu werden. Ich bewundere Allrounder wie Romain Dumas oder Stéphane Sarrazin. Klar haben die auf einem anderen Niveau Meisterschaften und Rennen gewonnen. Aber solchen Fahrern nachzueifern und in unterschiedlichen Disziplinen Erfolg zu haben, ist eine Genugtuung.»

Ob er 2024 den Hattrick in der Rallye-SM anpeilt, ist noch offen. Nur sechs Fahrer haben vor ihm drei oder mehr Rallye-SM-Titel geholt: Grégoire Hotz (8), Christian Jacquillard (5), Eric Ferreux, Olivier Burri (je 4), Sébastien Carron und der kürzlich verstorbene Jean-Pierre Balmer (je 3). «Ich weiss noch nicht, was ich mache», sagt Hirschi. «Vielleicht fahre ich ein paar Rallyes in Frankreich – und dazu den einen oder anderen Klassiker in der Schweiz. Die Hauptsache ist, dass ich Spass habe.» Druck, den Titel in diesem Jahr wieder zu holen, hat er keinen verspürt. Und ohne Druck war er 2023 noch besser als im Jahr zuvor. Ist er 2024 wieder am Start, muss sich die Konkurrenz sehr, sehr warm anziehen…

Permalink

15.11.2023 Suspendierung der Lizenz aufgehoben
Hero NSK white b6f8b1d50533f53bc9fcb15061621846 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz

Die mit Schreiben vom 17. Oktober 2023 gegen Martin Bürki, Liz. Nr. 2034, ausgesprochene Suspendierung seiner Lizenz ist per sofort aufgehoben.

Im Nachgang zum Verfahren vor dem Nationalen Berufungsgericht (NBG) musste Martin Bürki eine Restschuld von CHF 4'500.00 begleichen (Busse, Kosten Disziplinarkommission). Dieser Aufforderung ist er per 15. November 2023 nachgekommen und somit wird die gegen ihn ausgesprochene Suspendierung der Lizenz Nr. 2034, NATional wie INTernational per sofort aufgehoben.

Martin Bürki ist ab sofort wieder bei allen Lizenzveranstaltungen zum Start zugelassen.

Permalink

06.11.2023 Buemi und Delétraz holen WEC-Titel
Sebastien Buemi Bahrain 2023 vierter Titel Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Buemi (Bildmitte) freut sich über seinen vierten WEC-Titel © Toyota

Sébastien Buemi hat es geschafft! Der ehemalige Formel-1-Pilot ist mit Toyota zum vierten Mal Weltmeister geworden. Auch Louis Delétraz liess sich den Titel in der LMP2 nicht mehr nehmen. Dazu gab es einen sensationellen Sieg für Rahel Frey in der GTE.

Alt-Bundesrat Adolf Ogi hätte es mit seinem Standard-Spruch «Freude herrscht!» auf den Punkt gebracht. Was die Schweizer und Schweizerinnen beim Finale der Langstrecken-WM in Bahrain zustande gebracht haben, verdient Respekt. Der vierte WM-Titel für Sébastien Buemi war nie in Gefahr. Buemi startete von der Pole-Position, gewann den Start und übergab den Toyota mit der #8 in Führung liegend. Seine beiden Teamkollegen Brendon Hartley und Ryo Hirakawa erledigten den Rest. Nach acht Stunden respektive 249 Runden stand der Waadtländer als Weltmeister 2023 fest.

«Es ist ein grossartiges Gefühl, erneut die Weltmeisterschaft zu gewinnen, und ich bin dem Team wirklich dankbar. Ich denke, wir haben es dieses Jahr verdient. Natürlich war es schwierig, Le Mans nicht zu gewinnen, aber wir haben unsere Stärke bewiesen und die Meisterschaft vor einer so starken Konkurrenz gewonnen. Es ist immer etwas Besonderes, zu gewinnen, aber dieser Titel wurde mit Beständigkeit gewonnen. Auch wenn wir nicht immer das schnellste Auto waren, haben wir überall gepunktet, auch bei den schwierigen Rennen.»

Louis Deletraz Bahrain 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Louis Delétraz (links): WEC-Champion in der LMP2 © WRT

Buemi war in Bahrain aber nicht der einzige Schweizer, der jubeln durfte. Auch sein Westschweizer Kollege Louis Delétraz liess die Korken in der LMP2 knallen. Delétraz feierte wie Buemi einen weiteren Klassensieg und sicherte sich so die Endurance-Trophy. Es war das letzte reguläre Rennen der LMP2-Klasse im Rahmen der Langstrecken-Weltmeisterschaft. Künftig wird die Klasse innerhalb der WEC nur noch in Le Mans an den Start gehen.

Und damit nicht genug an Schweizer Erfolgsmeldungen! Zwar reichte es Rahel Frey in der LMGTE nicht ganz zum Titel (der war schon vor dem Finale vergeben), dafür endete die LMGTE-Ära mit einer Premiere: Die «Iron Dames» mit Frey, Michelle Gatting und Sarah Bovy feierten im letzten Rennen ihren ersten WEC-Sieg überhaupt. Der Iron-Lynx-Porsche mit der #85 setzte sich in einem spannenden Duell gegen den Aston Martin #777 durch. In der Gesamtwertung verteidigte Frey so den zweiten Schlussrang erfolgreich.

Für die restlichen Schweizer endete das WEC-Saisonfinale wie folgt: Nico Müller wurde bei seinem Comeback mit Peugeot Achter, Neel Jani belegte auf dem Proton-Porsche Platz 10. Le-Mans-Klassensieger Fabio Scherer beendete die Saison mit einem sechsten Platz, womit er den zweiten Gesamtplatz (hinter Delétraz) in der Endabrechnung erreichte. Thomas Flohr verpasste im Ferrari von AF Corse knapp das Podest in Bahrain. In der Meisterschaft schaffte aber auch er mit Rang 3 den Sprung aufs Podium.

Rahel Frey Bahrain 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Ein Sieg zum Saisonabschluss gab es auch für Rahel Frey (Mitte) © Iron Dames

Permalink

03.11.2023 Lizenz von Martin Bürki suspendiert
Martin Buerki Chamblon 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Martin Bürkis Lizenz ist bis auf Weiteres suspendiert © Eichenberger

Update zum Fall «Bürki»: Weil eine Restschuld nach wie vor offen ist, wird die Lizenz (ausgestellt auf Martin Bürki) per sofort NATional wie INTernational suspendiert und bis auf Weiteres für ungültig erklärt.

Mit rechtsgültigem Urteil des Nationalen Berufungsgerichtes (NBG) vom 29. August 2023 wurde dem Piloten Martin Bürki, Sigriswil/BE, eine Busse in der Höhe von CHF 5‘000.00 auferlegt. Im Weiteren wurden DK-Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 1‘000.00 festgelegt. Nach Berücksichtigung der verfügten Teilrückerstattung über CHF 1‘500.00 bleibt eine Restschuld über CHF 4‘500.00 (exkl. MwSt).

Diese Restschuld wurde mittels einer entsprechenden Rechnung mit einer 10-tägigen Zahlungsfrist fakturiert. Gemäss dem gültigen Internationalen Sportgesetz (ISG) resp. dem Nationalen Sportreglement (NSR) gilt für die Begleichung von Geldstrafen folgender Artikel:

Artikel 12.8 - Bezahlung der Geldstrafen

12.8.1 Die Geldstrafen müssen innerhalb von 48 Stunden nach der Zustellung der Entscheidung mittels jeglicher Zahlungsart, inkl. elektronisch, bezahlt werden.

Obwohl Auto Sport Schweiz in diesem Fall bei Rechnungsstellung grosszügigerweise eine Frist von 10 Tagen gewährt hat, ist bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Nachricht, keine Zahlung eingegangen. Demnach und in Anwendung des folgenden Artikels:

12.8.2 Jede Verzögerung in der Bezahlung der Geldstrafen kann eine Suspendierung wenigstens bis zum Zeitpunkt der Zahlung der Geldstrafe nach sich ziehen.

wird Lizenz die Nr. 2034 INT-C, ausgestellt auf Martin Bürki, Sigriswil/BE, per sofort NATional wie INTernational suspendiert und bis auf Weiteres für ungültig erklärt. Es wird auch kein Duplikat oder eine Startgenehmigung/Nationenfreigabe erteilt und die Ausstellung einer anderen/neuen Lizenz wird bis zur Begleichung der offenen Rechnung ebenfalls verweigert.

Permalink

02.11.2023 Zwei Schweizer vor Titelgewinn
Sebastien Buemi Toyota 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Hat den vierten WM-Titel im Visier: Sébastien Buemi © Toyota

Am Wochenende fallen beim 8-Stunden-Rennen in Bahrain die Entscheidungen in der Langstrecken-WM. Mit Sébastien Buemi und Louis Delétraz stehen zwei Schweizer vor dem Titelgewinn.

Drei Mal ist Sébastien Buemi schon Langstrecken-Weltmeister geworden: 2014, 2018 sowie 2022. Am Wochenende könnte der Toyota-Werksfahrer beim Finale in Bahrain seinen vierten WM-Titel holen. Und dafür muss der Westschweizer noch nicht einmal das Rennen gewinnen. Wenn das Schwesterauto von Conway/Kobayashi/Lopez das Rennen gewinnt, reicht Buemi/Hartley/Hirakawa ein Platz auf dem Podium, um den Titel sicherzustellen. Geht die Pole-Position am Freitag an Conway/Kobayashi/Lopez und tags darauf zudem der Rennsieg, dann müssen Buemi/Hartley/Hirakawa Zweiter im Rennen werden, um den WM-Titel unter Dach und Fach zu bringen.

Dass Toyota, das den Konstrukteurstitel bereits in trockenen Tüchern hat, die Fahrermeisterschaft noch an Ferrari verliert, ist möglich. Allerdings müssten die in Köln ansässigen Japaner bei einem Ferrari-Sieg miserabel abschneiden, was angesichts der Dominanz und Zuverlässigkeit der vergangenen Jahre kaum denkbar ist.

Mit Louis Delétraz hat ein zweiter Westschweizer Chancen auf den Titel. Im Unterschied zu Buemi würde der Genfer aber keinen WM-Titel bekommen. Denn in der LMP2 wird (wie in der GTE-Klasse) lediglich eine Endurance-Trophy verliehen. Nichtsdestotrotz wäre der Gewinn dieser Meisterschaft für Delétraz eine grosse Genugtuung. Und nach zwei gewonnenen Meisterschaften in der ELMS (2021 und 2022) die logische Folgerung. Vor dem letzten Rennen liegen Delétraz/Kubica/Andrade 33 Punkte vor dem Interpol-Team mit Fabio Scherer. Bei noch maximal 38 zu vergebenen Punkten (plus ein Bonuspunkt für die Pole-Position) wird es für den Engelberger sehr schwierig, diesen Rückstand noch wett zu machen.

Bereits entscheiden ist die GTE-Klasse. Aber auch dort dürfen sich zwei Schweizer respektive Schweizerinnen Hoffnungen auf einen Podestplatz machen: Rahel Frey liegt vor dem Finale auf Gesamtrang 2, Thomas Flohr ist Dritter. Die beiden trennen nur sechs Punkte voneinander.

Ein Comeback gibt Nico Müller. Der Peugeot-Werksfahrer kehrt nach seiner Schlüsselbein-Verletzung zurück ins Cockpit.

Los geht das Rennen am Samstag um 14 Uhr Ortszeit (12 Uhr bei uns). Laut motorsport-total kann man das Rennen bei Eurosport verfolgen. Allerdings ist das Programm nicht frei empfangbar. Das komplette Rennen wird auf dem kostenpflichtigen Sender Eurosport 2 ausgestrahlt, der auch für DAZN-Kunden zu sehen ist. Wie immer bietet sport.de einen Livestream in voller Länge an. Der RTL-Ableger Nitro überträgt die Schlussphase live. In Österreich zeigt ORF Sport+ insgesamt 4:20 Stunden live, aufgeteilt auf die Start- und Schlussphase.

Louis De Letraz WEC 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Hat gut lachen: Delétraz mit seinen Teamkollegen Andrade und Kubica © WRT

Permalink

01.11.2023 PSCS: Neuer Meister mit makellosem Finalwochenende
Johannes Kapfinger Misano 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Der neue Porsche-Sports-Cup-Meister kommt aus Deutschland © Porsche

Johannes Kapfinger hat beim Saisonfinale des Porsche Sports Cup Suisse in Misano (I) nichts anbrennen lassen. Der Porsche-Förderpilot ist damit der neue Meister seiner Klasse und beerbt Vorgänger Jasin Ferati.

Johannes Kapfinger feierte seinen Titelgewinn im GT3 Cup nach Mass: Im rund 510 PS starken Porsche 911 GT3 Cup sicherte sich der Passauer die Pole-Position, gewann beide Läufe und drehte dabei jedes Mal auch die schnellste Rennrunde. In Summe erzielte er so 59 Meisterschaftspunkte – das Maximum. Damit hat das 20 Jahre junge Nachwuchstalent in seiner Debütsaison alle Erwartungen übertroffen.

Im ersten Rennen musste Kapfinger nur in der Startrunde dem Italiener William Mezzetti kurz den Vortritt lassen. Alexander Schwarzer sah die Zielflagge als Dritter. Der Doppelsieger von Mugello erhielt jedoch zehn Strafsekunden und fiel damit auf den fünften Rang hinter Marc Arn und Peter Hegglin zurück. Platz 6 ging an Gregor Burkard.

Auch im zweiten Lauf hiess Kapfingers direkter Verfolger William Mezetti, dem im Ziel jedoch 7,4 Sekunden auf den Deutschen fehlten. Hinter dem Italiener brachte Hegglin den dritten Rang über die 14 Rennrunden nach Hause, gefolgt von Burkard. Erneut Fünfter wurde Schwarzer. Der ehemalige Absolvent der Porsche Track Experience sicherte sich in Misano die Vizemeisterschaft im GT3 Cup.

In der Gruppe Open GT machte es Kapfingers Zwillingsbruder Michael mit der Pole-Position und zwei Laufsiegen nach. Zusammen mit Michael Joos entschieden sie darüber hinaus auch das zweistündige Langstrecken-Nachtrennen auf dem 4,226 Kilometer langen Kurs an der Adria. Die besten Schweizer waren Burkard/Fässler auf Rang 6. Als beste Cayman-Piloten sahen Patrick Hofmann und Alex Fontana mit dem RS-Modell die Zielflagge auf dem 19. Gesamtrang. Dicht dahinter lagen Remo Stebler und Yannick Mettler im 718 Cayman GT4 Clubsport MR. Ebenfalls am Start: Ekaterina Lüscher. Auch sie fuhr für das Team AMAG First Rennsport. In der GT4-Gruppe für Fahrzeuge mit MR-Paket kürte sich Patrick Schetty mit dem Klassensieg im zweiten Lauf zum neuen Champion. In der Porsche Drivers Competition Suisse konnte Nicolas Garski seinen Titel verteidigen.

Marc Arn und Peter Hegglin Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Freuten sich über Platz 3: Marc Arn (l.) und Peter Hegglin © Porsche

Permalink

31.10.2023 Nachruf Jean-Pierre Balmer
Jean Pierre Balmer quer Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Jean-Piere Balmer, 1952–2023

Sechs Fahrer haben in der Geschichte der Schweizer Rallye-Meisterschaft den Titel drei Mal oder öfter geholt. Einer von ihnen war Jean-Pierre Balmer. Am Vorabend der diesjährigen Rallye du Valais ist der gebürtige Waadtländer im Alter von 71 Jahren nach kurzer Krankheit verstorben.

Balmer debütierte 1977 auf einer Alpine A110 bei der Rallye des Neiges. 1979 wechselte er auf Porsche 911, mit dem er im Jahr darauf seinen ersten Schweizer Meistertitel holte. Zwar blieb Balmer in dieser Saison sieglos, doch die Konstanz gab am Ende den Ausschlag. Obwohl Balmer mit André Savary punktgleich war, ging der Titel an den damals 28-jährigen Schlosser aus La-Chaux-de-Fonds.

1981 wechselte Balmer von Porsche zu Opel. Weiter sieglos belegte er am Ende der Saison den dritten Schlussrang. 1982 war Balmer dann der viel gefeierte Star der Schweizer Rallye-Szene. Mit fünf Siegen sicherte er sich überlegen seinen zweiten Titel. Bis 1984 (Gesamtzweiter) fuhr Balmer mit dem Opel Ascona resp. Manta 400 weiter. Ab 1985 fuhr er für das Lancia-Team des Importeurs einen Lancia 037. Allerdings fehlte ihm dort die nötige Nestwärme, sodass er 1986 mit Sponsor «Jean-Jacques Benson» und dem italienischen Tuner Volta in Eigenregie an den Start ging. Und das mit Erfolg! Mit vier Siegen setzte er sich gegen Freddy Oguey und Marcel Gall erfolgreich durch und feierte seinen dritten SM-Titel.

Mit insgesamt 14 Siegen in der Schweizer Meisterschaft hat Jean-Pierre Balmer die Geschichte des Schweizer Rallyesports der 80er-Jahre geprägt. Ein Triumph bei der prestigeträchtigen Rallye du Valais, die bei seinen ersten Teilnahmen noch Rallye du Vin hiess, blieb ihm leider verwehrt.

Auto Sport Schweiz spricht seiner Familie, insbesondere seiner Frau Quezia und seinen beiden Kindern Aurélie und Alexandre, sowie Angehörigen ihr tief empfundenes Beileid aus. Die Abdankung fand am Montag auf dem Friedhof in La-Chaux-de-Fonds statt.

Jean Pierre Balmer Lancia 1986 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Balmer auf dem Weg zu seinem dritten SM-Titel 1986 © Kaufmann

Permalink

30.10.2023 Rallye du Valais: Hirschi siegt und verteidigt Titel
Hirschi Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Neuer und alter Meister: Hirschi war auch im Wallis unschlagbar © Eichenberger

Jonathan Hirschi/Sarah Lattion haben beim Saisonfinale im Wallis nichts anbrennen lassen. Das Duo siegte abermals und sicherte sich so ohne «wenn und aber» den Schweizer Rallye-Meistertitel 2023.

Ein vierter Platz bei einem Sieg von Jonathan Michellod hätte für Namensvetter Jonathan Hirschi bei der 63. Ausgabe der Rallye International du Valais gereicht, um den Titel erfolgreich zu verteidigen. Doch soweit kam es gar nicht. Hirschi mit Beifahrerin Sarah Lattion war schon am ersten Tag der Chef im Ring. Zwar gab er die Führung im Gesamtklassement kurzfristig in WP3 und 4 an seinen Titelkonkurrenten Michellod ab. Doch ab der fünften Prüfung war Hirschi nicht mehr zu bremsen. Als Michellod dann am zweiten Tag in der ersten Prüfung «Les Cols 1» von Le Guercet nach Sembrancher auf einen Schlag mehr als 50 Sekunden auf Hirschi einbüsste, weil ein Reifen Luft verlor, war der Drops gelutscht. Am Ende hatte Hirschi neun von 14 Prüfungen gewonnen – und lag im Ziel 51,2 Sekunden vor Mike Coppens/Christophe Roux und 1:12,1 Minuten vor Michaël Burri/Gaëtan Aubry (alle auf Skoda Fabia Rally2 evo). Weil Letzterer mit französischer Rennlizenz fährt, wurde Michellod als Dritter im SM-Championnat gewertet. Ein Trost war das für den 29-jährigen Walliser, der sich so viel vorgenommen hatte, nicht. «Ob ich enttäuscht bin? Ja und nein», sagt Michellod. «Wir hatten eine gute Saison und haben viel Fortschritte gemacht. Am Ende hat uns etwas die Erfahrung gefehlt. Ausserdem muss ich sagen, dass Hirschi wirklich ein ausserordentlich schneller Pilot ist. Er ist stark gefahren, sehr regelmässig und hat fast keine Fehler gemacht.»

Für Sieger Hirschi war der zweite SM-Triumph bei der Rallye du Valais nach 2014 der insgesamte fünfte Saisonsieg. Damit fuhr Hirschi bei jeder Rallye, die er 2023 im Rahmen der SM absolviert hat, die volle Punktzahl ein und gewann die Meisterschaft souverän mit 196:166 Punkten gegenüber Michellod. «Natürlich freue ich mich über diesen Titel», sagt Hirschi. «Die Saison war aussergewöhnlich. Fünf Rallyes – fünf Siege: besser geht es nicht. Aber ich freue mich auch über diesen Sieg bei der RIV. Das ist halt schon eine sehr spezielle Rallye. Ich habe sie zwar 2014 schon einmal gewonnen. Aber damals war ich als bester Schweizer im Gesamtklassement Vierter. Das ist nicht dasselbe.» Und wie ist Hirschi mit dem Druck umgegangen? Schliesslich musste er ins Ziel kommen und ein paar Punkte holen, um den Titel zu verteidigen. «Das stimmt. Ich habe schon Druck verspürt, weil man mich vor der Rallye zum Favoriten gemacht hatte. Aber ich habe mich gefragt, was ist wichtiger: Die RIV zu gewinnen oder nochmals Meister zu werden. Ich habe mich für Ersteres entschieden. Dass beides aufgegangen ist, freut mich umso mehr.»

Jonathan und Jeremy Micehllod Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Jonathan und Jérémy: Am Ende gab's nur einen Titel für die Familie Michellod © Eichenberger

Für den Zweitplatzierten Coppens endete eine durchzogene Saison mit einem Highlight. Zwar hätte der Walliser gerne seinen dritten Valais-Sieg hintereinander eingefahren, aber gegen Hirschi war er diesmal machtlos. Im Kampf um Platz 3 in der Meisterschaft setzte sich Sacha Althaus mit Beifahrerin Lisiane Zbinden gegen Sergio Pinto (Gesamt-13.) klar durch. Der 27-jährige Jurassier musste sich bei der Valais zwar mit dem sechsten Gesamtrang – hinter Markenkollege Nicolas Lathion/Marine Maye – begnügen, hätte ihn vor der Saison aber jemand gefragt, ob er mit Platz 3 zufrieden wäre, Althaus hätte sofort unterschrieben.

Die Top 10 bei der «Valais» komplettierten Ismaël Vuistiner/Florine Kummer, die bei ihrem Debüt auf dem Renault Clio Rally3 einen sehr starken Eindruck hinterliessen, vor David Erard/Sarah Junod (Platz 8 auf VW Polo), Thibault Maret/Kévin Bronner (9. auf Skoda Fabia) und dem zweiten Clio-Rally3-Fahrer aus Frankreich Thomas Battaglia.

Bei den Junioren stand Jérémy Michellod schon längst als neuer Champion fest. Der jüngere Bruder von Jonathan hätte jedoch bei seiner Heim-Rallye gerne einen weiteren Triumph gefeiert. Doch ein Problem mit dem Getriebe machten die Hoffnungen schon früh zunichte. Weil auch Damien Lovey auf der vorletzten Prüfung die Segel streichen musste, gewannen Quentin Claire/Gabriel Claire (Peugeot 106) bei den «Kleinen».

Aebi Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Claude Aebi: Nach zwei Ehrenplätzen nun Rallye-Pokal-Sieger © Eichenberger

Der Sieg im Rallye-Pokal ging an Laurent Bérard mit Beifahrerin Audrey Zwahlen. Der Honda-Civic-Fahrer lieferte sich ein spannendes Duell mit Philippe Broussoux und ging in der elften Prüfung in Führung. Platz 3 im Rallye-Pokal sicherte sich Steve Gaspardi (wie Broussoux auf einem Clio unterwegs). Den Titel holte sich ein anderer: Claude Aebi (mit Sohnemann Justin Vuffray als Co-Pilot) wurde zwar nur Sechster, hielt seine Verfolger Kilchenmann, Rossi und Ramel aber in Schach. «Das ist mein erster Titel», sagt Aebi. «Ich war 2021 Dritter, 2022 Zweiter und nun Erster. Das beweist, dass ich mich stetig gesteigert habe und wir uns in diesem Jahr nochmals verbessert haben.»

In der Michelin Trophy Alps ging der Sieg an Bérard – vor Broussoux und Didier Soguel (Renault Clio 3). In der Alps Open setzte sich Vuistiner gegen Battaglia und Pinto durch. Die Meister 2023 heissen: Sergio Pinto (Open) und Alexandre Bastard. Bester Schweizer hinter dem Franzosen war Jérémy Michellod.

In der historischen Klasse, der VHC, freuten sich die Fans auf einen Zweikampf zwischen dem bereits als Meister feststehenden Pascal Perroud (auf BMW M3) und Florian Gonon (Ford Escort RS1600). Doch dieses Duell war rasch entschieden. Auf dem rutschigen Untergrund in der ersten Prüfung am frühen Morgen beschädigte sich Perroud das rechte Vorderrad. Zwar humpelte er so noch als Schnellster ins Ziel, ab der zweiten Prüfung musste er jedoch zuschauen. «Zum Glück hatte ich den Titel schon in der Tasche», sagt Perroud. «Dennoch hätte ich natürlich gerne diese Rallye zum Saisonabschluss auch noch gewonnen. Aber es war wie auf Glatteis. Ich bin in der letzten Kurve der ersten Prüfung einfach geradeaus gefahren.» So gewann Gonon souverän vor Eddy Bérard (BMW M3) und Laurent Metral (Ford Sierra RS Cosworth).

In der VHRS, bei der es um Gleichmässigkeit geht, siegte Laurent Pernet auf BMW 325 ix. Der Neuenburger stand schon vor der «Valais» als erster Meister dieser 2023 ins Leben gerufenen Kategorie fest.

Perroud Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Perrouds BMW musste nach der ersten WP repariert werden © Eichenberger

Permalink

27.10.2023 Was macht eigentlich Levin Amweg?
Levin Amweg Heute Kopie Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Levin Amweg inmitten seiner Cannabis-Plantage © Archiv Amweg

Wie schon bei den letzten Ausgaben veröffentlichen wir an dieser Stelle den einen oder anderen Artikel aus dem vierteljährlich erscheinenden Magazin von ASS. Teil 2: Was macht eigentlich Levin Amweg?

Cannabis und Rennsport passen irgendwie nicht zusammen. Mit einer Ausnahme: Die heisst Levin Amweg. Der 29-Jährige aus Bremgarten bei Bern ist nicht nur Ex-Rennfahrer, er ist (wie sein Bruder Severin) auch Mitbegründer von Cannerald, ein Unternehmen, das sich der Produktion und der Forschung für medizinisch ausgerichtetes Cannabis verschrieben hat. «Seit unserer Gründung im Jahr 2017 ist es unsere Mission, hochwertiges Premium-Cannabis sowie Cannabis-Produkte in einzigartiger Qualität in der Schweiz, dem deutschsprachigen Raum und ganz Europa salonfähig zu machen», sagt Amweg.

Zum Cannabis ist Amweg – so abwegig es klingt – durch den Rennsport gekommen. Auslöser war ein schwerer Unfall im Audi TT Cup 2015, bei dem sich Amweg zwei Wirbel gebrochen hatte. «Weil Tabletten nichts nutzen, riet mir mein Bruder zu CBD-Öl. Das hat geholfen. Und so sind wir mit Cannabis in Kontakt gekommen.»

Mit Erfolg! Amweg sitzt heute im Vorstand der Emerald Group AG, des Mutterkonzerns, zu welcher neben Cannerald noch sieben andere Firmen gehören – u.a. auch eine Sicherheitsfirma mit zwölf Niederlassungen in Deutschland und der Schweiz. «Meine Ausbildung habe ich quasi im Motorsport genossen», sagt Amweg. «Dort habe ich gelernt, dass du nie aufgeben darfst und nach einer Niederlage immer wieder aufstehen musst. Das erlebe ich heute auch im Beruf.»

Seine Karriere beginnt Amweg 2004 im Kart. 2007 wird er Schweizer Meister bei den Minis. 2010 gewinnt er die Kategorie Sport 125 cm3. Bei den ROK Cup Weltmeisterschaften 2009 liegt er bis zur letzten Runde in Führung. Dann fällt er aufgrund einer SC-Phase noch auf Platz 3 zurück. 2011 wechselt Amweg in den Formelsport und tritt als Rookie in der Formel BMW Junior an. Dort gewinnt er auf Anhieb sein erstes Rennen. Am Ende des Jahres belegt er Rang 4. 2012 geht er als Gesamtsieger der Serie hervor und wechselt im Folgejahr zu Jenzer Motorsport in den Formel Renault 2.0 Eurocup. 2014 bestreitet er die nordeuropäische Meisterschaft für ART. Dort steht er in Silverstone im ersten von drei Läufen zuoberst auf dem Podest. Es folgen weitere Podestplätze.

Doch die Formelkarriere Amwegs gerät ins Stocken. Bruder Severin hängt 2013 den Helm an den Nagel und auch bei Levin fehlt das letzte Bisschen. «Ich habe gemerkt, dass ich mit stumpfen Waffen kämpfe. Deshalb und weil ein Teil vom Budget fehlte, habe ich mich entschlossen, in den Tourenwagensport zu wechseln.» 2015 fährt Amweg im Audi TT Cup. In Spielberg endet seine Karriere nach einem Massencrash. Im strömenden Regen fährt er ungebremst in drei Konkurrenten, die sich mitten auf der Strasse verkeilt haben.

Einen Groll verspürt Amweg nicht. «Ich hatte eine gute Zeit im Rennsport. Aber aus heutiger Sicht bin ich froh, dass ich diesen Unfall hatte. So ist für mich ein neuer Weg aufgegangen, den ich sonst wahrscheinlich nie bestritten hätte.»

Levin Amweg Formel Renault Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Levin Amweg 2014 in der Formel Renault 2.0 © Archiv Amweg

Permalink

25.10.2023 Vorschau Rallye du Valais: Showdown im Wallis
Hirschi Kaufmann Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Hirschi reicht ein vierter Platz zum neuerlichen Titelgewinn © Kaufmann

Am Wochenende findet das mit Spannung erwartete Finale der Schweizer Rallye-Meisterschaft statt. Zwei Teams können noch Meister werden: Jonathan Michellod/Stéphane Fellay und Jonathan Hirschi/Sarah Lattion.

In der Schweizer Berg-, Slalom- und Kart-Meisterschaft stehen die Champions 2023 fest. Am Wochenende fallen die Würfel nun auch in der Schweizer Rallye-Meisterschaft. Beim Saisonfinale im Wallis geht es zwischen Jonathan Michellod/Stéphane Fellay und Jonathan Hirschi/Sarah Lattion um den Titel. Die Ausgangslage vor der 63. Ausgabe der Rallye International du Valais ist wie folgt: Hirschi liegt mit 154:161 Punkten zurück und muss punkten, wenn er seinen Titel verteidigen will. Gewinnt Michellod würde Hirschi im Wallis aber ein vierter Platz aufgrund der Streichresultat-Regel reichen. Michellod käme in diesem Fall auf 178 Zähler, Hirschi auf 179.

Auf wessen Seite der Vorteil liegt, ist schwer zu sagen. Hirschi weiss, dass er sich keinen Nuller leisten darf. Und Michellod ist auch bei einem Sieg auf Schützenhilfe angewiesen. Fakt ist: Nimmt man die bisherige Saison als Massstab, steht es punkto Siege 4:1 für Hirschi. Oder anders formuliert: Wenn Hirschi am Start gestanden hat, hat er auch gewonnen.

Gewinnen ist auch das Stichwort für Mike Coppens (mit Beifahrer Christophe Roux). Der Schweizer Meister von 2021 liegt in der Gesamtwertung lediglich auf Rang 6. Bei der Rallye du Chablais schied er nach einem Reifenschaden mit defekter Bremsanlage aus. Bei der Rallye de Bourgogne führte ein Fahrfehler zu einem Unfall. Zum Zeitpunkt der Aufgabe lag Coppens in beiden Fällen in Führung. Weil er zuletzt auch auf die Rally del Ticino verzichtete, hat Coppens keine Chance mehr, unter die Top 3 zu kommen. Das wiederum lässt ihn befreit fahren und eröffnet ihm die Chance auf einen dritten Heimsieg hintereinander. 2021 und 2022 setzte er sich bei der RIV jeweils knapp gegen Michaël Burri durch. Der Jurassier, der auch in diesem Jahr wieder mit französischer Lizenz fährt und daher keine Punkte für die Schweizer Meisterschaft kassiert, sitzt wie Hirschi, Michellod und Coppens in einem Skoda Fabia.

Jonathan Michellod Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Jonathan Michellod kann zum ersten Mal Meister werden © Eichenberger

Spannend wird sicher auch der Kampf um Platz 3 in der Meisterschaft zwischen Sacha Althaus (ebenfalls Skoda Fabia) und Sergio Pinto (Alpine A110 RGT). Althaus liegt mit 19 Punkten vor Pinto. Beiden wird, vorausgesetzt sie kommen ins Ziel, noch ein Ergebnis gestrichen. Keine Chance mehr, unter die Top 3 vorzustossen, hat Thibault Maret. Der junge Walliser, den wir kürzlich im Magazin von Auto Sport Schweiz vorgestellt haben, kann im Idealfall nur noch Vierter werden. Dass er die Mittel hat, die erfahrenen Piloten zu ärgern, hat er 2023 bei der Rallye du Chablais (als 4.) und bei der Rallye Bourgogne (3.) unter Beweis gestellt.

Unter den 67 Fahrern auf modernen Autos sollte man bei der RIV auch ein Auge auf Yoan Loeffler (Citroën C3 Rally2), David Erard (VW Polo) und Cédric Althaus (Porsche 991 Cup), der gegen Pinto in der RGT antritt, haben. Ebenfalls am Start ist der frischgebackene Junior-Meister Jérémy Michellod. Der jüngere Bruder von Jonathan Michellod hat bereits bei der Rally del Ticino den Sack zugemacht.

Noch offen ist die Entscheidung im Schweizer Rallye-Pokal. Vier Fahrer sind noch im Titelrennen. Es führt Claude Aebi (Renault Clio) mit 74 Punkten vor Alphonse Kilchenmann (Suzuki Swift, 71 Punkte), Laurent Rossi (Peugeot 206 XS, 64) und Olivier Ramel (Renault Clio, 57).

In der Trophée Michelin Alps Open sind die Würfel ebenfalls schon gefallen. Meister Sergio Pinto wird bei seiner Heimrallye aber dennoch alles versuchen, sich gegen die beiden Renault-Clio-3-Piloten Thomas Battaglia (F) und Ismaël Vuistiner durchzusetzen. In der Trophée Michelin Alps 2WD fehlt der Führende Alexandre Bastard aus Frankreich. Jérémy Michellod und Olivier Ramel können ihm, je nach Ausgang der Rallye, den Titel noch streitig machen.

Pinto Cornevaux Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Sergio Pinto auf seiner Alpine A110 RGT © Cornevaux

In der VHC, der historischen Klasse, ist die Entscheidung um die Titelvergabe bereits gefallen. BMW-Pilot Pascal Perroud liegt vor dem Finale im Wallis mit 173 Punkten uneinholbar an der Spitze. Auch der Zweitplatzierte Eddy Tapparel (Porsche 911) ist praktisch durch. Sein Vorsprung auf den Drittplatzierten Florian Gonon (Ford Escort) beträgt 45 Punkte. So viele Zähler kann Gonon, Schweizer Rallye-Meister von 2009, bei seiner Heimrallye maximal holen. Insgesamt sind 19 historische Autos am Start. Dazu kommt ein Dutzend Fahrzeuge in der VHRS, bei der es um Gleichmässigkeit geht. Auch dort ist die Entscheidung bereits gefallen: Laurent Pernet (BMW 325 ix) liegt mit dem Punktemaximum uneinholbar an der Spitze des Klassements.

Nach einem Übergangsjahr im Bains des Saillon kehrt die Rallye du Valais am Wochenende (26.-28. Oktober) ins Ausstellungszentrum CERM nach Martigny zurück. Dort befindet sich der fürs Publikum kostenlos zugängliche Servicepark sowie das «Rallye Village» mit zahlreichen Ständen und Attraktionen. Los geht die Rallye am Donnerstag mit dem Shakedown nur wenige Kilometer entfernt vom Rallyezentrum. Am Freitag stehen acht Prüfungen in der Region Sion und am Samstag sechs rund um Martigny auf dem Programm. Insgesamt müssen 181,55 Wertungsprüfungskilometer zurückgelegt werden.

Weitere Informationen zum sechsten Lauf der Schweizer Rallye-Meisterschaft 2023 gibt es unter diesem Link.

Termine Schweizer Rallye-Meisterschaft 2023
31. März – 1. April, Critérium Jurassien
1.–3. Juni, Rallye du Chablais
8.–9. Juli, Rallye de Bourgogne – Côte Chalonnaise (F)
31. August – 2. September, Rallye Mont-Blanc Morzine (F)
29.–30. September, Rally del Ticino
26.–28. Oktober, Rallye International du Valais

Perroud Cornevaux Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Pascal Perroud steht bereits als Gewinner der VHC fest © Cornevaux

Permalink

23.10.2023 Weekend-Report 30/2023
Feller Ricardo Hockenheim 2023 Interview Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Ricardo Feller konnte das Blatt in Hockenheim nicht mehr wenden © Audi

Ricardo Feller hatte am Wochenende beim DTM-Finale in Hockenheim gegen den neuen Meister Thomas Preining keine Chance. Auf den dritten Gesamtrang kann Feller aber dennoch stolz sein. Auch geht seine DTM-Kampagne 2024 weiter – mit ABT und Red Bull.

Es hat nicht sollen sein. Die Titelchancen für Ricardo Feller in der DTM haben sich beim Finale in Hockenheim schon nach dem ersten Rennen in Luft aufgelöst. Zu stark war Thomas Preining, der Leader des Gesamtklassements. Der Österreicher gewann im Manthey-Porsche nicht nur beide Rennen im Badischen, er stand auch in beiden Rennen auf Pole-Position und sicherte sich so souverän seinen ersten DTM-Titel vor Mirko Bortolotti.

Für Feller, der in den beiden letzten Rennen auf den Rängen 4 und 9 landete, ging eine erfolgreiche Saison in der DTM mit Rang 3 zu Ende. Als einziger Fahrer neben dem neuen Meister Preining fuhr der Aargauer in jedem Rennen in die Punkte. Feller wird auch 2024 für das Team ABT Sportsline in der DTM an den Start gehen. Am Freitag vor dem Finale präsentierten die «Äbte» ihre beiden neuen Audis in Red-Bull-Lackierung für die kommende Saison.

Valente Alain Hockenheim 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Alain Valente gewann sein erstes Rennen beim ADAC GT Masters © ADAC

Einen Schweizer Sieg gab es im Badischen dennoch. Alain Valente sicherte sich im ADAC GT Masters im letzten Rennen der Saison seinen ersten Sieg an der Seite von Ralf Aron. Im ersten Lauf wurde der Berner Zweiter. Mit den beiden Top-Ergebnissen schaffte der Mercedes-Fahrer noch den Sprung auf Rang 2 im Gesamtklassement. Der Titel ging an das Duo Seppänen/Owega.

Über Platz 2 im Gesamtklassement durfte sich auch Léna Bühler freuen. Die Waadtländerin beendet ihre erste Saison in der Formula 1 Academy, einer F4-Rennserie für Frauen, als Vize-Meisterin. Beim Saisonfinale auf dem Circuit oft he Americas in Austin belegte Bühler die Ränge 3, 2 und 4. Die Fahrerin aus der Sauber Academy sicherte sich im Laufe der Saison zwei Siege und insgesamt 13 Podestplatzierungen.

Auch eine andere Schweizerin feierte am Wochenende auf dem Podium. Tina Hausmann sicherte sich nach dem Gewinn der Ladies Trophy in der italienischen Formel 4 denselben Titel auch in der Euro 4.

Einen Saisonabschluss nach Mass feierte auch Jasin Ferati im Porsche Carrera Cup: Der 20-jährige Winterthurer ist im letzten Rennen auf dem Hockenheimring auf Platz 10 vorgefahren und hat bei den Rookies zwei weitere Podestplätze erobert.

Auch beim Finale der ELMS in Portimão gab waren Schweizer Fahrer und Teams am Start. Allerdings mit unterschiedlichem Erfolg. Louis Delétraz (am Ende 3.) verpasste den Titel in der ProAM genauso wie Alexandre Coigny mit Cool Racing (2.). Auch Neel Jani kam beim Finale nicht über die Plätze 5 und 10 hinaus. «Die zweite Saisonhälfte hat es nicht gut mit uns gemeint», sagt Jani. «Wir lagen die meiste der Saison in Führung, aber gegen Ende waren die Renngötter nicht auf unserer Seite.» Bereits in trockenen Tüchern war der LMP3-Titel der Schweizer Mannschaft Cool Racing.

Einen weiteren internationalen Achtungserfolg erzielte auch Albert Tamm. Der Schweizer Kart-Meister bei den Super Minis hat bei der 51. Ausgabe der Trofeo delle Industrie in Lonato (I) den dritten Platz belegt. Tamm hat in diesem Jahr bereits bei der Trofeo Margutti als Zweiter und bei der WSK in Sarno (als Erster) auf dem Podium gestanden.

Buehler Lena Austin 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Léna Bühler wurde Gesamtzweite in der F1 Academy © F1 Acadmey

Permalink

19.10.2023 Daumen drücken für Ricky Feller
Preining Bortolotti Feller Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Feller neben Thomas Preining (l.) und Mirko Bortolotti (Mitte) © ADAC

Am Wochenende findet in Hockenheim das DTM-Finale statt. Mittendrin Ricardo Feller, der als gegenwärtig Meisterschaftsdritter intakte Titelchancen hat. Wir drücken «Ricky» also ganz fest die Daumen.

Ricardo Feller hat am vergangenen Sonntag den Titel im Sprint Cup der GT World Challenge gewonnen. Am Wochenende könnte er seine erfolgreiche Saison gar mit dem DTM-Titel krönen. 31 Punkte hat Feller Rückstand auf den gegenwärtig in Führung liegenden Thomas Preining, 21 sind es auf den Zweitplatzierten Mirko Bortolotti. Ob Feller den Spiess in den verbleibenden zwei Rennläufen noch umdrehen kann, ist offen. 50 Punkte sind in den beiden Rennen maximal noch zu holen. Dazu gibt es Bonuspunkte (3 für die Pole-Position und einen für die schnellste Rennrunde).

Gegenüber «motorsport-total» meinte Feller, der bisher in jedem Rennen gepunktet hat: «Im Titelkampf wird es auf mehrere Aspekte ankommen, etwas Glück ist sicher einer davon. Fehler sind nicht mehr zu tolerieren, alle drei Titelanwärter müssen konstant in beiden Qualifyings und Rennen vorne dabei sein. Es wird nicht einfach sein, dem Druck standzuhalten.»

Der Tabellendritte hat sich diese Saison mehrfach als Mann für spezielle Momente erwiesen und darf sich trotz der Aussenseiterrolle berechtigte Hoffnungen auf den Titel machen. Eine wichtige Rolle spielt dabei sein Team: Mit je fünf Gesamtsiegen in der Mannschafts- und Fahrerwertung ist Abt Sportsline der erfolgreichste aktive Rennstall in der DTM.

Zwei Aspekte könnten bei der Titelvergabe eine wichtige Rolle spielen. Da ist zum einen die BoP, die Balance of Performance. Beim Audi werden im Vergleich zum Rennen in Spielberg 15 Kilogramm Ballast eingeladen, was vermutlich dadurch zu erklären ist, dass vor allem das winkelige Motodrom dem Audi deutlich mehr entgegenkommt als der Red-Bull-Ring. Beim Lamborghini von Bortolotti werden zehn Kilogramm Gewicht ausgeladen, wodurch der Huracán GT3 Evo2 statt 1340 nun 1330 Kilogramm wiegt – und immer noch das schwerste Auto im Feld ist. Und beim Porsche von Preining kommen fünf Kilogramm ins Auto, womit der Porsche und der Auto mit 1310 kg gleich schwer sind.

Zweiter Aspekt, der für Feller spricht: Preining und Bortolotti dürfen sich keine Verwarnungen leisten. Beide haben vor Hockenheim je zwei auf ihrem Konto. Bei der dritten setzt es per Reglement eine Strafversetzung um fünf Plätze in der Startaufstellung für das nächstfolgende Rennen.

Die Fans können sich also auf einen hochspannenden Saisonabschluss freuen. Die beiden entscheidenden Meisterschaftsrennen starten Samstag und Sonntag jeweils um 13:30 Uhr. Auto Sport Schweiz ist mit einer Reisegruppe ebenfalls vor Ort.

Feller Ricardo 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Ricardo Feller auf seinem himmelblauen Audi R8 LMS GT3 © Audi

Permalink

18.10.2023 Steiner, Faustini & Schnellmann: Auch im Ausland top
Faustini 02 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Schneller als der Europameister: Robin Faustini gewann in Skradin vor Christian Merli (links) und Alexander Hin (rechts) © myrally.ch

Die Schweizer Bergrennfahrer müssen sich international nicht verstecken. Das haben auch die Rennen in St. Agatha (A), Skradin (HR) und am Puig Major (E) gezeigt, an denen Schweizer Top-Bergrennfahrer teilgenommen haben.

Die Schweizer Bergelite hat zum Saisonabschluss noch einmal eine Duftmarke gesetzt. Allen voran der frischgebackene Berg-Champion Marcel Steiner beim Bergrennen im österreichischen St. Agatha. Der Oberdiessbacher sicherte sich mit seinem LobArt-Helftec/Honda souverän den Klassensieg (in der E2-SC) und rundete eine von A bis Z positive Saison mit dem zweiten Gesamtrang hinter Christian Merli ab. Steiner, der dieses Jahr mit synthetisch hergestelltem Treibstoff fuhr, war auf der 3,2 Kilometer langen Piste pro Lauf nur rund sechs Zehntelsekunden langsamer als Christian Merli. «Für mein Team und mich war dies ein gebührender Saisonabschluss einer erfolgreichen Saison», sagt Steiner. «Wir kamen am Samstagabend zwar nochmals etwas ins Schwitzen, weil der Ladeluftkühler abermals undicht war. Aber wir konnten das Problem beheben. Und die beiden Rennläufe am Sonntag haben einmal mehr gezeigt, dass wir mit der Entwicklung des LobArt-Helftec/Honda auf dem richtigen Weg sind.»

Marcel Steiner Agatha 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Synfuel-Fahrer Marcel Steiner wurde beim Saisonabschluss im österreichischen St. Agatha Gesamtzweiter © Sportmediapics

Dass Berg-Europameister Merli gar schlagbar ist, bewies Robin Faustini am vergangenen Wochenende bei seinem persönlichen Saisonfinale im kroatischen Skradin. Der bald 26-jährige Aargauer, 2023 zum dritten Mal hintereinander Gesamtdritter in der Schweizer Bergmeisterschaft, fuhr beim 3. Bongo Hill Climb Monsters, einem Memorialrennen für den 2020 verstorbenen Istvan «Bongo» Kavecz, zwei Mal deutlich unter 1:24 min und sicherte sich so den Tagessieg. Den Streckenrekord von Simone Faggioli verpasste Faustini um lediglich 1,2 Sekunden. «Nach dem Sieg in Les Paccots hatte ich das Gefühl, dass wir das Potenzial des Autos einfach nicht richtig ausgenutzt haben», erzählt Faustini. «Also haben wir für das Rennen in Skradin ein neues Set-Up ausprobiert – und das hat super funktioniert.» Dass der Veranstalter spontan einen vierten Trainingslauf ins Programm einbaute, war für Faustini ein Segen. «Es gab einen Schaden an der Antriebswelle. Hätte es diesen vierten Trainingslauf nicht gegeben, wäre mir das wohl im ersten Rennlauf passiert…»

Auch Roger Schnellmann war zum Saisonabschluss im Ausland unterwegs. Zum dritten Mal nahm der Schwyzer beim Bergrennen am Puig Major auf Mallorca statt. «Ich hatte da noch eine Rechnung offen», sagt der Gesamtzweite der Schweizer Tourenwagenwertung 2023. «Bei meiner ersten Teilnahme ist mir bei 193 km/h die Nockenwelle gebrochen. Und im Vorjahr hat mir Lopez-Fombona im DTM-Audi gründlich eins auf den Deckel gegeben.» Beim dritten Versuch hat es nun endlich geklappt. Schnellmann sicherte sich auf der neu 6,15 Kilometer langen Strecke hinauf zum höchsten Berg Mallorcas den Sieg bei den Tourenwagen auf seinem Mitsubishi Evo 8. In der Gesamtwertung belegte der schnellste Fahrlehrer der Schweiz den sechsten Schlussrang. «Wir hätten noch etwas schneller sein können», sagt der 38-Jährige. «Aber wir wollten nichts riskieren und haben lieber wie schon in Les Paccots noch ein paar Reifentests im Hinblick auf die nächste Saison gemacht.»

Schnellmann Mallorca 2023 02 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Roger Schnellmann hat seine offene Rechnung am Puig Major in Mallorca erfolgreich beglichen © Archiv Schnellmann

Permalink

16.10.2023 Weekend-Report 29/2023
Ricardo Feller Zandvoort 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Ricardo Feller sicherte sich in Zandvoort den Sprint-Titel © Audi/Kräling

Ricardo Feller hat sich beim Finale der GT World Challenge im Kampf um den Titel im Sprint Cup gegen Raffaele Marciello mit zwei sensationellen Laufsiegen durchgesetzt! Für weitere Schweizer Top-Ergebnisse sorgten am vergangenen Wochenende Neel Jani, Kevin Gilardoni und Sébastien Carron.

Die GT World Challenge 2023 bleibt fest in Schweizer Händen. Nach dem Titel von Raffaele Marciello im Endurance Cup und in der serienübergreifenden Gesamtwertung (Endurance und Sprint) sicherte sich mit Ricardo Feller beim Saisonfinale in Zandvoort (NL) ein weiterer Schweizer die Krone im Sprint Cup. Feller und sein italienischer Teamkollege Mattia Drudi übernahmen die Führung im Gesamtklassement schon nach dem ersten Rennen am Samstag mit einem Sieg vor dem Ferrari von Emil Frey Racing. Das Duo Marciello/Boguslavskiy musste sich nach einem Ausrutscher ins Kiesbett von Marciello mit Rang 4 begnügen.

Am Sonntag, im zweiten Rennen, fiel die Entscheidung um die Titelvergabe schon früh. Nach einer Kollision in der Startrunde mit Lorenzo Patrese musste Marciellos Teamkollege Boguslavskiy den Mercedes in der Box mit einer krummen Radaufhängung abstellen. Das Audi-Duo Drudi/Feller indes nutzte die Gunst der Stunde und fuhr auf nasser Fahrbahn zu einem weiteren Sieg. Mit 109,5 zu 90,5 Punkten feierte Feller überlegen den Meistertitel vor Marciello. Letzterer zeigte in der Niederlage wahre Grösse. «Es tut weh, wenn dich ausgerechnet das Schwesterauto jener Mannschaft, gegen die du den Titelkampf austrägst, aus dem Rennen bugsiert. Aber ich freue mich dennoch für Ricky und Mattia. Sie waren oft die Schnellsten und haben diesen Titel verdient!»

Die weiteren Platzierungen der anderen Schweizer: 6. Lucas Légeret, 10. Patric Niederhauser. Für Alain Valente endete die Saison im Silver Cup auf Rang 7.

Jani Neel Petitle Mans 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Neel Jani (rechts) feierte seinen ersten Podestplatz mit dem Porsche 963 © IMSA

Auch beim Saisonfinale der IMSA in Road Atlanta gab es aus Schweizer Sicht Grund zum Jubeln. Neel Jani stand beim «Petit Le Mans» mit dem Porsche 963 von Proton Racing zum ersten Mal in diesem Jahr als Dritter auf dem Podium. Der Genfer Louis Delétraz, der im Acura von Wayne Taylor Racing die Pole-Position erobert hatte, musste im letzten Teil des Rennens aufgeben, weil sein Teamkollege nach einer Berührung in den Reifenstapeln landete.

Einen weiteren Schweizer Erfolg feierte Kevin Gilardoni. Vor zwei Wochen gewann er noch die Rally del Ticino; nun stand er im Lamborghini Huracán GT3 beim Saisonfinale der italienischen GT-Meisterschaft in Vallelunga ganz oben! Der Allrounder aus dem Misox (GR) gewann das Rennen vor dem neuen Meister Giancarlo Fisichella. Im selben Rennen feierte Nicolas Leutwiler mit Ivan Jacoma den Klassensieg in der AM-Wertung.

Weitere Schweizer Podestplätze gab es bei der Rallylegend in Italien. Sébastien Carron belegte dort (mit Beifahrer Romain Lambiel) den zweiten, Mirko Puricelli (mit Nicola Medici) den dritten Schlussrang.

Ein Platz unter den Top 3 war auch das Ziel von Mike Müller in seiner ersten Saison im ADAC Junior Cup. Der dreimalige Schweizer Kart-Meister verpasste dieses Ziel beim Saisonfinale am Nürburgring knapp und musste sich am Ende mit dem undankbaren vierten Schlussrang zufrieden geben. Für den Zürcher Julien Apothéloz endete die Saison im Prototype Cup Germany mit einem weiteren Triumph im letzten Rennen. Apothéloz und sein Teamkollege, der Kolumbianer Oscar Tunjo, beendeten die Saison auf dem zweiten Gesamtrang.

Carron Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Sébastien Carron wurde bei der Rallylegend Zweiter auf Skoda Fabia © ACI

Permalink

11.10.2023 Öffnungszeiten Geschäftsstelle: 12.10.2023

Die Geschäftsstelle von Auto Sport Schweiz bleibt am

Donnerstag, 12. Oktober 2023

aufgrund eines internen Geschäftsanlasses geschlossen.

Ab Freitag, 13. Oktober 2023 stehen wir Ihnen zu den üblichen Büroöffnungszeiten jederzeit gerne wieder zur Verfügung.

Permalink

11.10.2023 One to watch – Thibault Maret
Maret Thibault Christophe Cler Cornevaux Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Thibault Maret (rechts) mit Beifahrer Christophe Cler © Cornevaux

Wie schon bei den letzten Ausgaben veröffentlichen wir an dieser Stelle den einen oder anderen Artikel aus dem vierteljährlich erscheinenden Magazin von ASS. Teil 1: One to watch – Thibault Maret.

Das Whatsapp-Profil von Thibault Maret sagt alles: «The goal is to drive cars, FAST!», zu Deutsch: «Das Ziel ist es, Autos zu fahren, und zwar SCHNELL!»

Maret ist 23-jährig und hat 2019 seine erste Rallye bestritten. Der junge Walliser, aufgewachsen in Vollèges am Eingang zum Val de Bagnes, ist eine der grossen Schweizer Nachwuchshoffnungen. Sein Aufstieg ist beinahe kometenhaft. Beim Critérium Jurassien 2023, der ersten Rallye, die Maret mit einem Skoda Fabia R5 bestritten hat, wurde er Elfter. Bei der «Chablais» schnupperte er als Vierter bereits am Podium. Und bei der Rallye de Bourgogne, dem dritten Lauf zur diesjährigen Schweizer Meisterschaft, stand er als Dritter zum ersten Mal auf dem SM-Stockerl.

Protegiert wird Maret gleich von mehreren bekannten Rallye-Grössen. Allen voran von Mike Coppens, dem Schweizer Rallye-Meister von 2021. Die beiden kennen sich schon lange. Coppens unterrichtete Maret als Siebenjähriger beim Golfen. Als Coppens mit dem Rallyesport anfing, nahm er den Jungen immer wieder mit. «So entwickelte sich meine Leidenschaft», erklärt Maret. Kaum hatte er den Führerschein, machte er die Lizenz. Heute ist er der jüngste Schweizer Rallye-Pilot in der Topklasse. Thibaults Kumpel Jonathan Michellod, der die Rallye-SM anführt, wirkt mit seinen 29 Jahren dagegen schon wie ein alter Hase.

Auch Olivier Burri, Stéphane Lefebvre und Philippe Roux stehen hinter der Karriere von Maret. Sei es finanziell oder mit wertvollen Tipps. «Ohne die Unterstützung von Philippe sässe ich nicht im Skoda», sagt Maret und bedankt sich artig. Auch auf Marets Beifahrersitz ist schon der eine oder andere Routinier gesessen. Bei den ersten zwei Rallyes 2023 sowie am Mt. Blanc übernahm Christophe Cler, normalerweise Beifahrer von Olivier Burri, die Rolle des Navigators. Im Burgund sass Florian Barral an seiner Seite. «Wenn ich es mir leisten kann, nehme ich gerne erfahrene Beifahrer», sagt Maret. «Von ihnen kann ich am meisten profitieren.»

Auch abseits der Rallyepisten dreht sich bei Maret (fast) alles um Rennsport. An der Ecole de Management et de Communication in Genf macht er im nächsten Jahr seinen Bachelor-Abschluss. Das dafür notwendige Praktikum absolviert er bei Maffi Racing, dem Formel-4-Rennstall aus der Calvin-Stadt. «Für Maffi spüre ich unter anderem neue Talente auf», sagt Maret.

Sportlich hat Thibault klare Ziele vor Augen. «Wenn es das Budget zulässt, will ich 2024 in der Rallye-SM vorne mitfahren. Ausserdem würden mich Läufe zur TER oder der EM reizen.» Ein grosses Ziel verschiebt er noch nach hinten: die Teilnahme an der berüchtigten «Dakar». Aber dafür hat Maret noch Zeit – er ist ja erst 23!

Thibault Maret 2023 Cornevaux Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Thibault Maret bei der Rallye Mont-Blanc Morzine © Cornevaux

Permalink

09.10.2023 Der Countdown läuft - Bist du mit dabei am DTM-Finale?
A232555 large Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz

Sichere dir jetzt deinen Platz für das DTM-Finale in Hockenheim (DE) und fiebere mit wenn die letzten Punkte der Saison am 21.&22.10.2023 vergeben werden. Triff direkt vor Ort auf unsere CH-Fahrer Patric Niederhauser und Ricardo Feller und freue dich auf Marcel Steiner, aktueller Schweizermeister Berg (Rennsportwagen), der dich auf dem Gelände herumführen und einiges über den Hockenheimring erzählen wird.

Du kannst dich noch bis am Sonntag, 15.10.2023 anmelden. Hier geht's zu den weiteren Infos und zum Anmeldeportal: DTM-Finale

Permalink

09.10.2023 Weekend-Report 28/2023
I Scher Ethan Meister 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Ethan Ischer sicherte sich den Titel in der F4 CEZ © Jenzer Motorsport

Kart-WM in Franciacorta, 8h-GT3-Rennen in Indianapolis, Saisonfinale auf der Nordschleife und mittendrin ein Schweizer Titel in der Formel 4: das vergangene Wochenende hatte aus Schweizer Sicht wieder Einiges zu bieten.

Für einmal stand Raffaele Marciello in einem GT3-Rennen nicht ganz oben auf dem Podium. Bei den 8 Stunden von Indianapolis, dem vierten und vorletzten Saisonrennen der Intercontinental GT Challenge, belegte der frischgebackene GT-World-Challenge-Meister mit seinen beiden Teamkollegen Maxi Götz und Jules Gounon den zweiten Platz. Der Sieg auf der ehemaligen GP-Rennstrecke ging an das das BMW-WRT-Team mit Philipp Eng, Sheldon van der Linde und Dries Vanthoor.

Nach dem vorletzten IGTC-Saisonlauf führt Gounon die Fahrerwertung weiterhin souverän an. Sein Vorsprung auf den Zweitplatzierten beträgt vor den abschliessenden Gulf 12 Hours am 9./10 Dezember in Abu Dhabi acht Punkte. Auch Marciello hat noch rechnerische Chancen auf die Meisterschaft.

Ein anderer Schweizer GT3-Pilot hat ebenfalls auf dem Podium gestanden: Patric Niederhauser. Der Berner, in der DTM-Saison 2023 bisher unter Wert geschlagen, hat beim Finale der Nürburgring-Langstrecken-Serie Platz 3 erzielt.

Zwei weitere Siege und den Titel sicherte sich Ethan Ischer in der F4 CEZ, der osteuropäischen Formel-4-Meisterschaft. Der Waadtländer, vor zwei Jahren noch in der Schweizer Kart-Meisterschaft unterwegs, fuhr ein strategisch cleveres Rennen und holte sich den Titel beim letzten Rennen auf dem Balaton Park Circuit mit lediglich zwei Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten Reno Francot, der wie Ischer für Jenzer Motorsport fährt. Gesamtdritter wurde Michael Sauter. Der Solothurner feierte beim Finale gleichzeitig seinen ersten Saisonsieg. Der Team-Titel ging ebenfalls souverän in die Schweiz: an Jenzer Motorsport.

Apropos Kart: Beim FIA WM-Finale in Franciacorta (I) erzielte Enea Frey mit Rang 14 in der Kategorie OK das beste Ergebnis für die Schweiz. Der frischgebackene Schweizer OK-Senior-Meister Pascal von Allmen war nach einem Top-10-Ergebnis im freien Training und einer guten Pace in den Qulai-Läufen in den einen oder anderen Crash verwickelt und mit einem krummen Chassis am Ende chancenlos. Auch Calvin Kunz verpasste das Finale bei den Senioren. Bester Junior war Matt Corbi, der am Sonntag im Vorlauf zum Finale (im Super Heat B) 16. wurde.

Dafür gab es zwei Podestplätze bei der ROK Trophy in Lonato: Tiziano Kuzhnini wurde Dritter bei den Junioren, Sergio Koch Zweiter in der Kat. Super ROK.

Marciello Indy 8h Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Marciello (l.) wurde beim 8h-Rennen in Indianapolis Zweiter © Archiv Marciello

Permalink

06.10.2023 Siebter Titel für Zürcher
11 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Thomas Zürcher gewann zum siebten Mal den Titel im RCC © Archiv Zürcher

Thomas Zürcher hat am Wochenende zum siebten Mal den Renault Classic Cup gewonnen. Gleichzeitig ist der Rekordmeister in diesem Jahr auch Dritter im Schweizer Berg-Pokal geworden.

Ist die Rede von Rennsport und sieben Titeln, denkt man unweigerlich an Michael Schumacher und Lewis Hamilton. Ganz eingefleischten Motorsport-Fans kommen vielleicht noch die sieben Motorrad-WM-Titel von John Surtees oder Phil Read in den Sinn. Oder als Schweizer Racing-Fan denkt man an Eric Berguerand und dessen sieben Titel am Berg. Die wenigsten bringen sieben Titel mit Thomas «Tom» Zürcher und dem Renault Classic Cup in Verbindung. Auch er selber muss grinsen, als er die Namen Schumacher und Hamilton hört. Der Vergleich schmeichelt – das ist klar. Aber sieben Titel hat in dem Markenpokal, der 1993, also vor 30 Jahren seine Premiere feierte, noch keiner geholt.

Zürcher hat den siebten Titel am vergangenen Wochenende auf dem Nürburgring sichergestellt. In Abwesenheit von Michael Schläpfer, der die Meisterschaft lange angeführt hat, auf einen Start in der Eifel aber verzichtete. Dabei begann die Saison für Zürcher nicht besonders gut. Beim Saisonauftakt in Bière konnte der 52-Jährige aus Thierachern bei Thun schon nach dem Training zusammenpacken. «Ich hatte im ersten Trainingslauf vorne links touchiert und mir den Achsschenkel beschädigt», sagt Zürcher.

Beim ersten Rundstreckenrennen auf dem Hockenheimring feierte Zürcher dann seine ersten beiden Saisonsiege. Doch es dauerte noch ein Weilchen, ehe der Routinier die Führung im Gesamtklassement übernahm. Trotz Siegen in Hemberg (in neuer Rekordzeit) und La Roche stand Schläpfer dem RCC-Meister aus den Jahren 2012-2016 sowie 2021 vor der Sonne. Nach dem Bergrennen Anzère wuchs der Rückstand sogar nochmals an, weil Zürcher bei diesem Rennen in den Ferien war. Doch seither ist «Tom» ungeschlagen. In Les Rangiers, Oberhallau und bei seinem Heimrennen am Gurnigel liess er nichts anbrennen. Und auch beim Saisonfinale am Nürburgring war der Renault-Clio-3-Pilot mit zwei Laufsiegen unantastbar. «Ich habe bis auf Anzère alle Bergrennen gewonnen», sagt Zürcher. «Besonders stolz bin ich auf das Ergebnis am Gurnigel. Dort wurde ich mit ziemlich grossem Vorsprung Erster.» Stolz ist Zürcher auch auf Platz 3 im Schweizer Berg-Pokal – hinter Sieger Stephan Burri und dem Zweitplatzierten Sébastien Coquoz. Für Zürcher ist es der zweite Podestplatz im Pokal für Autos bis 2 Liter Hubraum. 2016 wurde er Zweiter.

Tom Zuercher Oberhallau 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Thomas Zürcher beim Bergrennen in Oberhallau © Eichenberger

Auch die Rennen auf der Rundstrecke seien für Zürcher immer wieder ein Highlight. Zuletzt am Nürburgring waren acht Schweizer aus dem Renault Classic Cup am Start. «Die Rennen finden in der Regel im Rahmen der CTT, der Cup- und Tourenwagen-Trophy, statt», erklärt Zürcher. «Die Stimmung ist immer gut und wir Schweizer sind dort auch gern gesehene Gäste.»

Ob Zürcher 2024 seinen achten Titel jagt, ist noch offen, aber sehr wahrscheinlich. Die Freude am Rennsport ist ungebrochen. Und eine Rückkehr in sein Formel-4-Tatuus zurzeit kein Thema. «Wenn ich das Auto in meiner Garage stehen sehe, juckt es mich zwar schon. Aber ich müsste zwei, drei Tage intensiv testen, um wieder Gefühl dafür zu kriegen. Denn zwischen dem Clio und dem Formel 4 sind Welten. Mal schauen, wie es mit diesem Auto weitergeht. Vielleicht verkaufe ich es auch.» Den einen oder anderen Interessenten gibt es laut Zürcher.

Mehr Infos zum Renault Classic Cup gibt es unter diesem Link.

Die Top 5 der diesjährigen Meisterschaft lauten: 1. Thomas Zürcher 234 Punkte, 2. Michael Schläpfer 202, 3. Dario Zutter 128, 4. Philipp Krebs 107, 5. Patrick Gerber 96.

Zuercher Thomas Formel4 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Der Formel 4 von Zürcher bleibt vorerst in der Garage © Eichenberger

Permalink

03.10.2023 Marciello verteidigt Titel erfolgreich
Marciello Barcelona 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Marciello und sein Team dürfen einmal mehr jubeln © Archiv Marciello

Raffaele Marciello ist «Mister GT3» schlechthin. Am Wochenende sicherte er sich in Barcelona nicht nur den Endurance-Titel in der GT World Challenge, der Tessiner gewann auch die Gesamtwertung aus Sprint und Endurance Cup.

Raffaele Marciello hat zusammen mit Timur Boguslawski (RUS) und Jules Gounin (F) den Titel im Endurance Cup der GT World Challenge 2023 gewonnen. Damit gelang Marciello und Gounon das, was bisher nur Alessandro Pier Guidi in den Jahren 2020 und 2021 geschafft hatte: eine erfolgreiche Titelverteidigung in Europas GT3-Vorzeigeserie. Beim Saisonfinale in Barcelona reichten Marciello & Co. ein fünfter Platz.

Doch damit nicht genug: Marciello und Boguslawski stehen auch als Meister der GTWC-Gesamtwertung aus Sprint und Endurance Cup fest. Noch offen ist die Titelentscheidung im Sprint Cup. Diese fällt am 14./15. Oktober mit zwei Sprintrennen in Zandvoort. Und auch hier liegen Marciello und Boguslawski in Führung.

Doch nicht nur Marciello hatte in Barcelona Grund zur Freude. Auch Miklas Born zeigte erneut eine starke Leistung und beendete das Rennen auf Rang 2 im Gold-Cup. Dieses dritte Podium im fünften Rennen sicherte Born und seinen beiden Teamkollegen David Schumacher und Marius Zug nicht nur Rang 3 in der Meisterschaft, sondern gemeinsam mit dem Schwesterfahrzeug auch den Titelgewinn für Winward Racing in der Teamwertung.

Permalink

02.10.2023 Rally del Ticino: Gilardoni siegt, Hirschi gewinnt SM-Wertung
Hirschi Gilardino Coppens Kaufmann Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Die Gewinner der Rally del Ticino: Hirschi (links) und Gilardino © Kaufmann

Der Zweikampf um den Titel in der Schweizer Rallye-Meisterschaft zwischen Jonathan Michellod und Jonathan Hirschi Ende Oktober bei der Rallye du Valais spitzt sich zu. Mit seinem vierten Saisonsieg im Tessin hat sich Hirschi eine gute Ausgangslage für eine erfolgreiche Titelverteidigung geschaffen.

Kevin Gilardoni ist «Mister Rally del Ticino». Der 31-Jährige aus dem Misox hat 2016, 2017 und 2018 die Rally del Ticino gewonnen. Damals noch unter italienischer Flagge. Im Vorjahr setzte sich der Mann, der auch im Langstreckensport auf einem Lamborghini Huracán GT3 beachtliche Leistungen zeigt, zum ersten Mal als «Schweizer» durch. Nun, bei der 25. Ausgabe der Rally del Ticino, ist ihm sein fünfter Gesamtsieg geglückt. Gilardoni (mit Beifahrer Corrado Bonato) rückte dabei zum ersten Mal mit einem Citroën C3 WRC Plus aus und lag von der ersten bis zur letzten Prüfung souverän in Führung. «Dieser Citroën ist ein Superauto», meinte Gilardoni im Ziel. «Mangels Erfahrung konnte ich noch nicht das Letzte aus ihm rausholen, aber natürlich bin ich sehr zufrieden, wie die Rallye gelaufen ist.»

Mit 38,7 Sekunden Rückstand belegten Jonathan Hirschi/Michaël Volluz hinter Gilardoni Platz 2. Weil Gilardoni im WRC für die SM-Wertung nicht punkteberechtigt ist, wurde der Neuenburger damit seiner Favoritenrolle in der Schweizer Meisterschaft gerecht und sahnte zum vierten Mal in dieser Saison die Maximalpunktzahl ab. Wie Gilardoni hat auch Hirschi in einem neuen Auto Platz genommen. Nach dem VW Polo, der bei der Rallye Monte Carlo in Flammen aufging, dem Citroën C3, den er im Jura und bei der «Chablais» einsetzte und dem Hyundai i20, mit dem er am Mont-Blanc zum dritten Saisonsieg fuhr, nahm Hirschi im Tessin in einem Skoda Fabia Rally2 evo Platz. «Ein solcher Wechsel ist nie einfach», sagt Hirschi. «Auch weil der Skoda von der Leistung her sehr stark ist. Schade, dass Kevin nicht auch ein Rally2-Auto hatte. Das hätte sonst einen tollen Kampf gegeben. Aber ich verstehe, dass er sich eine solche Gelegenheit natürlich nicht entgehen liess.»

Gilardino Kaufmann Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Gesamtsieger Gilardino fuhr im Tessin einen Citroën C3 WRC Plus © Kaufmann

Rang 3 (respektive Rang 2 in der SM-Wertung) hinter Hirschi ging an den achtmaligen Schweizer Rallye-Meister Grégoire Hotz (mit Beifahrer Pietro Ravasi). Wie Gilardoni war auch Hotz im Tessin «nur» Gaststarter. Im selben italienischen Team wie Hirschi fuhr auch er einen Skoda Fabia, wobei Hotz im Gegensatz zum amtierenden Meister Hirschi die jüngste Generation (2023) des Skoda, die auf einer neuen Bodengruppe basiert, bewegte und damit sehr gut zurecht kam. Auch wenn er im Ziel meinte, dass das Auto aufgrund des etwas längeren Radstands auf diesem Parcours weniger handlich sei als Hirschis Exemplar.

Vierter Im Gesamtklassement wurde der Italiener Simone Miele. Weil er für die Schweizer Meisterschaft ebenfalls nicht punkteberechtigt ist, ging Platz 3 in der SM an Jonathan Michellod (mit Co-Pilot Stéphane Fellay). Mit 1:43,8 min Rückstand auf Sieger Gilardoni und mehr als einer Minute Zeitverlust auf Titelkonkurrent Hirschi war Michellod mit seinem Abschneiden natürlich nicht zufrieden. Der Walliser hatte im Ziel nur ein kleines Polster von rund zwölf Sekunden auf die hinter ihm liegenden Sacha Althaus (Gesamt-6., Vierter in der SM) und Kim Daldini (7., resp. Fünfter in der SM), beide auch auf Skoda Fabia.

In der Meisterschaft führt Michellod nun mit 161 zu 154 Punkten gegenüber Hirschi. Letzterer muss beim Finale im Wallis also noch unbedingt punkten, will er seinen Titel verteidigen. Gewinnt Michellod würde Hirschi im Wallis aber ein vierter Platz aufgrund der Streichresultat-Regel reichen.

Die Top 7 im CH-Klassement rundeten die beiden Citroën-Piloten Yoan Loeffler und Mirko Puricelli ab. Der schnellste (und einzige) Junior im Feld war Jérémy Michellod (mit Beifahrer Grégory Maître). Der jüngere Bruder von SM-Leader Jonathan belegte in der SM-Wertung den 22. Schlussrang und stand mangels Konkurrenz schon vor der Rally del Ticino als Schweizer Junioren-Meister fest. Ein Titel, der schon einmal an die Familie Michellod ging: 2019 an den grossen Bruder Jonathan.

Jeremy Michellod Kaufmann Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Jérémy Michellod stand schon vor dem Finale als neuer Junior-Meister fest © Kaufmann

In der historischen Klasse, der VHC, setzte sich Lokalmatador Ivan Rusca in seinem Opel Ascona B durch. Eddy Tapparel auf Porsche 911 SC wurde Zweiter. Pietro Galfetti Dritter auf einem Opel Monza 3.0 E. Durch den Sieg von Rusca ist auch diese Meisterschaft vorzeitig entschieden. Der Führende, Pascal Perroud (BMW M3 E30) war zwar im Tessin nicht am Start. Sein Vorsprung in der Meisterschaft ist aber so gross, dass er beim Finale im Wallis Ende Oktober nicht mehr eingeholt werden kann.

Weitere Informationen zur Rally del Ticino gibt es auf der Internetseite http://www.rallyticino.com/it/

Und so geht es weiter:
26.–28. Oktober, Rallye International du Valais

Rusca Kaufmann Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Ivan Rusca gewann die Historische Klasse auf einem Opel Ascona B © Kaufmann

Permalink

28.09.2023 Marcel Steiner und seine Geschichten vom Hockenheimring

Sei mit dabei wenn der aktuelle Schweizer Meister Berg der Rennsportwagen Marcel Steiner dich durch die Welt des Hockenheimrings führt und aus dem Nähkästchen plaudert.

Newsbild Steiner Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz

Während unserer Reise am DTM-Finale vom 21.-22.10.2023 in Hockenheim wird er uns mit seinem Insiderwissen, Geschichten und Infos begleiten und als Reiseleiter für deine Fragen, rund um und zur Rennstrecke, zur Verfügung stehen.

Willst du zudem hautnah bei den Piloten sein, Autogramme erhalten und hinter die Kulissen schauen? Auch unsere beiden CH-Fahrer Riccardo Feller und Patric Niederhauser sind bereit fürs Finale und freuen sich schon jetzt auf unseren Besuch und den persönlichen Kontakt.

Newsbild Feller Niederhauser Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz

Lass dich mitreissen vom Racing-Spirit, fiebere mit um die Titelchancen von Riccardo Feller und reise mit uns an den Hockenheimring. Wir freuen uns auf dich!

Weitere Infos zur Reise findest du unter folgendem Link: DTM-Finale

Permalink

27.09.2023 Vorschau Rally del Ticino: Wer stört das Duell der Jonathans?
Hirschi Cornevaux Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Jonathan HIrschi fährt im Tessin erneut mit einem anderen Auto © Cornevaux

Parallel zur Schweizer Kart-Meisterschaft findet am Freitag/Samstag auch der fünfte und vorletzte Lauf zur Schweizer Rallye-Meisterschaft im Tessin statt. Kann Kevin Gilardoni seinen Vorjahressieg wiederholen?

5,7 Sekunden fehlten Grégoire Hotz im Vorjahr bei der Rally del Ticino auf Sieger Kevin Gilardoni. Und der Altmeister weiss genau, wo er die verloren hat. «Auf der WP Valcolla 2 war ich ein paar Sekunden langsamer als Kevin», so der inzwischen 49-jährige Hotz. Gelegenheit, Revanche zu nehmen, kriegt Hotz am kommenden Freitag/Samstag. Bei der 25. Ausgabe der Rally del Ticino greift der achtfache Schweizer Rallye-Champion aus Boveresse (NE) nochmals an. Mit Co-Pilot Pietro Ravasi geht Hotz auf einem Skoda Fabia RS Rally2 an den Start. Vorjahressieger Gilardoni (mit Beifahrer Corrado Bonato) setzt auf einen Citroën C3 WRC+.

Da die beiden «nur» Gaststarter sind, dreht sich, was die Meisterschaft betrifft, alles um das Duell der beiden Jonathans: Jonathan Michellod gegen Jonathan Hirschi. 17 Punkte trennen die beiden Fahrer, die die bisherigen Rallyes unter sich ausgemacht haben. Wobei Hirschi 2023 drei Rallyes, Michellod bisher deren eine Rallye gewann. Ein komfortables Polster sind die 17 Punkte für Michellod keineswegs. Der Walliser hat bisher an allen Rallyes teilgenommen. Das heisst: Ihm wird am Ende der Saison noch das schlechteste Ergebnis gestrichen. Hirschi dagegen hat die Rallye de Bourgogne ausgelassen. Er hat also bereits ein Streichresultat und kann im Tessin und Ende Oktober beim Finale im Wallis «voll» punkten.

Den Rechenschieber schon vor der Rallye du Valais hervorzunehmen, wäre etwas voreilig. Fest steht jedoch: Siegt Hirschi (mit Co-Pilot Michaël Volluz) im Tessin, so reicht dem Neuenburger (bei einem Michellod-Heimsieg im Wallis) ein vierter Platz beim Finale zur erfolgreichen Titelverteidigung. Spannend wird es auf jeden Fall: Auch weil Hirschi im Tessin erneut einen Fahrzeugwechsel vornimmt – den dritten in diesem Jahr. Nach dem VW Polo, der bei der Rallye Monte Carlo in Flammen aufging, stand Hirschi in dieser Saison bereits mit Citroën und zuletzt mit Hyundai am Start. Im Tessin wird er wie Titelkonkurrent Michellod auf einem Skoda Fabia Rally2 evo ausrücken.

Michellod Cornevaux Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Noch liegt Jonathan Michellod in der Gesamtwertung vorne © Cornevaux

Hinter dem Quartett Gilardoni-Hotz-Michellod-Hirschi macht sich Sacha Althaus (mit Lisiane Zbinden als Beifahrerin) sowie Yoan Loeffler (mit Marine Maye) Hoffnungen auf ein Spitzenergebnis. Althaus liegt mit 105 Punkten auf dem dritten Zwischenrang. Den würde er gerne bis zum Saisonende erfolgreich verteidigen. Die Chancen dazu stehen gut. Erstens, weil Althaus dieses Jahr seine bisher stärkste Saison fährt. Und zweitens, weil die Konkurrenz pausiert. Der Fünftplatzierte Thibault Maret fehlt im Tessin genauso wie der Sechstplatzierte Mike Coppens. Beide haben angekündigt, dass sie bei ihrer Heimrallye, der Rallye du Valais, vom 26.-28. Oktober wieder am Start stehen.

Auf einen Fahrer muss Althaus im Tessin aber dennoch aufpassen: Sergio Pinto. Der schnelle Walliser holt mit seiner Alpine A110 RGT regelmässig Punkte und liegt in der Meisterschaft nur zehn Zähler hinter Althaus.

Unter den 53 Teilnehmern und Teilnehmerinnen im Tessin ist auch ein Junior am Start: Jérémy Michellod. Der jüngere Bruder von Jonathan Michellod hat damit die Meisterschaft bereits in der Tasche. Die Verfolger Quentin Claire und Damien Lovey können ihn, unabhängig vom Ergebnis beim Finale im Wallis, nicht mehr ein- respektive überholen.

Michellod jr Cornevaux Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Jérémy Michellod steht bei den Junioren schon als Meister fest © Cornevaux

Für den Schweizer Rallye-Pokal sind fünf Teams gemeldet. Dort wird es auf ein Duell zwischen dem Führenden Alphonse Kilchenmann (Suzuki Swift Sport) und Claude Aebi (Renault Clio RS) geben.

In der VHC, der historischen Klasse, stehen sechs Teams am Start. Zu den Favoriten gehören Eddy Tapparel (Porsche 911 SC) und Steve Gaspardi (Opel Corsa GSI). Der klar Führende im Gesamtklassement Pascal Perroud (BMW M3) ist nicht am Start.

Los geht die Rallye am Freitagabend, 29. September, mit der ersten WP ab ca. 21 Uhr. Auf dem Programm stehen insgesamt 6 Wertungsprüfungen (eine am Freitag, fünf am Samstag). Insgesamt werden 305,96 km zurückgelegt, wovon exakt 80 km gewertet werden. Weitere Informationen zum fünften Lauf der Schweizer Rallye-Meisterschaft 2023 gibt es unter diesem Link. http://www.rallyticino.com/it/

Termine Schweizer Rallye-Meisterschaft 2023
31. März – 1. April, Critérium Jurassien
1.–3. Juni, Rallye du Chablais
8.–9. Juli, Rallye de Bourgogne – Côte Chalonnaise (F)
31. August – 2. September, Rallye Mont-Blanc Morzine (F)
29.–30. September, Rally del Ticino

26.–28. Oktober, Rallye International du Valais

Gilardoni Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Vorjahressieger Gilardoni fährt diesmal einen Citroën C3 © Eichenberger

Permalink

26.09.2023 PSCS: Erste Siege für Schwarzer
PSCS Mugello 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Der PSCS trug In Mugello den fünften Saisonlauf aus © Porsche

Die beiden GT3-Cup-Wertungsläufe des fünften Saison-Wochenendes der Porsche Sprint Challenge Suisse in Mugello endeten mit Überraschungssiegen für Alexander Schwarzer.

Vom Einsteiger zum Doppelsieger: Alexander Schwarzer hat seine Ausbildung zum Rennfahrer mit zwei ersten Plätzen im GT3 Cup gekrönt. In Mugello konnte der Absolvent der Porsche Racing Experience zunächst den Sprint über 13 Runden für sich entscheiden, bevor er auch beim Endurance-Lauf über die 100-Meilen-Distanz die Klasse 1 gewann. In beiden Wettbewerben unterstrich der Deutsche sein Talent am Steuer des rund 375 kW (510 PS) starken Porsche 911 GT3 Cup der aktuellen Generation 992, der in dieser Klasse ohne elektronische Fahrhilfen zum Einsatz kommt, jeweils mit der schnellsten Rennrunde.

Johannes Kapfinger, Förderfahrer des Porsche Motorsport Club Suisse und der Porsche Schweiz AG, war von der Pole-Position in den Sprint gestartet. Nach mehreren Fremdkontakten kehrte der Passauer jedoch nur als Vierter aus der ersten Runde zurück. An Peter Hegglin ging er im dritten Umlauf wieder vorbei, in Runde 8 konnte er auch den Italiener William Mezzetti passieren und die Jagd auf Schwarzer aufnehmen. Im Ziel fehlten ihm jedoch 3,2 Sekunden auf den Sieger. Mezzetti wurde Dritter vor Gregor Burkard und Marc Arn. Hegglin, auf Rang 6 gewertet, hatte zehn Strafsekunden für das Verursachen einer Kollision kassiert. Er blieb damit noch vor Jan Klingelnberg, der sich nach einem schwachen Qualifying von Startplatz 11 bis auf Rang 7 verbessern konnte.

Seine Klassen-Pole für den Endurance-Lauf liess Johannes Kapfinger ungenutzt: Aufgrund von Bremsproblemen verzichtete er auf den Start. An seine Stelle trat Alexander Schwarzer, der die Klassenführung über die gesamte Renndistanz behaupten konnte und am Ende in der Gesamtwertung auf Rang 4 fuhr. Dabei kam ihm auf den letzten Metern noch Gregor Burkard gefährlich nah, der sich bis auf 3,2 Sekunden herankämpfen konnte. Auf den weiteren Positionen: William Mezzetti, Peter Hegglin, Marc Arn und Christof Langer.

Im Endurance-Wettbewerb der Klasse 1 für den Porsche 911 GT3 Cup behielt Schwarzer gegen Gregor Burkard und William Mezzetti die Oberhand. Bei den Porsche 718 Cayman GT4 Clubsport MR fuhr Alexandre Mottet im Sprintrennen zum Sieg, Remo Stebler sicherte sich beim Endurance-Lauf die Maximalpunktzahl. Michael Kapfinger, der Zwillingsbruder von Johannes, gewann auf der 5,245 Kilometer langen Formel-1-Strecke nahe der Toskana-Metropole Florenz die besonders teilnehmerstarke Gruppe Open GT vor dem US-Amerikaner Dustin Blattner. Beide pilotierten einen aktuellen 911 GT3 Cup mit Renn-ABS. Platz drei ging an Ashish Patel im 911 GT3 R der Generation 992. Gemeinsam mit Dieter Svepes musste Michael Kapfinger im Endurance-Lauf Sebastian Schmitt und Dominik Schraml den Vortritt lassen. In der Classic-Wertung der Porsche Drivers Competition Suisse führte in Mugello an Xavier Penalba kein Weg vorbei, während in der Chrono-Klasse Nicolas Garski zwei Erfolge feierte.

Schwarzer Alexander Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Erstmals ganz oben: Alex Schwarzer gewann beide GT3-Rennen © Porsche

Permalink

25.09.2023 Weekend-Report 27/2023
A234279 medium 1 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Ricardo Feller hat weiter Titelchancen in der DTM © Audi

Auch an diesem Wochenende gab es wieder Schweizer Podestplätze an internationalen Schauplätzen zu bejubeln. Besonders wertvoll ist der dritte Platz von Ricardo Feller bei der DTM am Red Bull Ring. Damit bleibt der Aargauer im Titelrennen.

Ricardo Feller ist auch nach dem vorletzten Lauf der DTM am Red Bull Ring im Titelrennen. Der junge Aargauer hat mit Plätzen 3 und 15 in Spielberg seine Titelchancen aufrecht erhalten. Sein Rückstand auf den Führenden Thomas Preining beträgt vor dem grossen Finale in Hockenheim 31 Punkte. Auf den Zweitplatzierten Mirko Bortolotti fehlen Feller 21 Zähler. Bei noch maximal 56 zu holenden Punkten ist für Feller also noch nichts verloren.

Besonders bemerkenswert war Fellers Leistung im ersten Rennen. Dort zeigte «Ricky» von Startplatz 26 eine sensationelle Aufholjagd und verteidigte in der Schlussphase den dritten Rang entschlossen gegen Rene Rast. «Das war schon hart, vor allem am Ende mit Rene», sagte der ABT-Pilot. «Der BMW ist auf den Geraden so brutal schnell, das ist Wahnsinn. Es war nicht einfach, ihn hinter mir zu lassen.»

Auch in der European Le Mans Series in Spa-Francorchamps gab es Schweizer Podestplätze zu bejubeln. Fast schon Tradition habe diese bei Louis Delétraz. Der Genfer belegte mit seinem Racing Team Turkey Platz 3. Noch besser machte es Alexandre Coigny und das Team Cool Racing. Der 48-Jährige aus Dully wurde Zweiter im Gesamtklassement und Sieger in der LMP2-ProAm-Wertung (vor Delétraz). Darüberhinaus gewann das Team Cool Racing auch die LMP3-Klasse mit dem Trio Chila/Sibert/Garcia.

Eine Erfolgsmeldung gibt es auch von Dario Cabanelas. Der Waadtländer, der im Vorjahr die Schweiz bei den FIA Motorsport Games in der Kategorie Formel 4 vertrat, hat bei seinem Debüt im Eurocup-3 gleich an seinem ersten Rennwochenende in Jerez den ersten Punkt geholt.

Einen schönen Schlusspunkt unter eine erfolgreiche Saison setzte Marcel Steiner. Der Schweizer Berg-Champion 2023 wurde beim Rennen im österreichischen St.Agatha hinter Christian Merli Zweiter. Steiner verlor in der Addition der beiden Rennläufe 1,1 Sekunden auf den Südtiroler.

Dario Cabanelas Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Erstes Rennwochenende, erster Punkt für Dario Cabanelas © Eurocup 3

Permalink

21.09.2023 Weekend-Tipp: Memorial-Bergrennen Steckborn
Kurt Hasler Maserati 8 CM 22 1937 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Auch dabei: Kurt Hasler und sein Maserati 8CM von 1937 © Memorial Steckborn

Die 5. Ausgabe des Memorial-Bergrennens Steckborn wird am Wochenende vom 23. und 24. September Treffpunkt für alle Autofans. Insgesamt sind 345 Fahrzeuge gemeldet.

Steckborn am Bodensee wird am kommenden Wochenende, 23. und 24. September, zum Treffpunkt für alle Autofans. Das 5. Memorial-Bergrennen lockt mit einer Rekordteilnehmerzahl von 345 Fahrzeugen. Los geht es am Samstagmorgen ab 9 Uhr. Das letzte Feld startet um 16 Uhr zu seinem zweiten Lauf. Am Sonntag gelten dieselben Zeiten. Die Tageskarte kostet 20.- Franken. Parkplätze gibt es für 5.- Franken. Kinder von 8 bis 16 Jahre bezahlen 8.- Franken.

Die Strecke misst 2,8 Kilometer und führt auf der Frauenfelderstrasse von der Untersee-Gemeinde Steckborn über den Seerücken in Richtung Hörhausen. Als besondere Attraktion sind anlässlich des 75-Jahre-Porsche-Jubiläums etliche Sportwagen des gleichnamigen Traditionsunternehmens am Start – darunter auch der dreifache Le-Mans-Sieger Marco Werner auf einem Porsche 918 Spyder.

Das Bergrennen in Steckborn fand erstmals 1955 statt. 2007 wurde das erste Memorial organisiert. 2010 folgte die zweite Austragung, 2015 und 2018 die Ausgaben 3 und 4. Um den ökologischen Gegebenheiten Rechnung zu tragen, sind zahlreiche Fahrer mit Synfuel am Start. Im Nachgang zum Memorial-Bergrennen wird ausserdem für jeden Teilnehmenden ein Baum in der Region Untersee gepflanzt.

Alle weiteren Informationen finden Sie unter: www.bergrennen-steckborn.ch

Permalink

20.09.2023 So geht es Guillaume Girolamo
Girolamo Guillaume Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Guillaume Girolamo 2022 bei der Rallye du Valais © Eichenberger

Anfang Juni ist Guillaume Girolamo bei der Rallye du Chablais schwer verunglückt. Im Paraplegiker-Zentrum in Nottwil (LU) kämpft er sich zurück ins Leben. Auto Sport Schweiz hat den 26-jährigen Walliser besucht.

Dreieinhalb Monate sind seit dem schweren Unfall von Guillaume Girolamo bei der Rallye du Chablais vergangen. Vieles im Leben von Guillaume und seiner Familie hat sich seither dramatisch verändert. Girolamo ist von der Brust an abwärts gelähmt. Und trotzdem sind zwei Sachen geblieben: die Herzlichkeit und der Humor. Als ihn Auto Sport Schweiz besucht, sitzt Guillaume mit seiner Freundin, seinen Eltern und Freunden am Tisch in einem Strandcafé am Sempachersee. Er lächelt. So wie er es meistens auch bei den Rallyes gemacht hat. «Ab und zu muss ich raus aus der Klinik», sagt Guillaume. «Vor allem am Wochenende. Und jetzt kann ich hier noch das schöne Wetter geniessen. Mir wurde gesagt, dass die Gegend um Nottwil in den kommenden Monaten sehr neblig sei. Das stinkt mir jetzt schon.»

Bis Februar/März wird Girolamo sicher noch in Nottwil sein. Danach, so hofft er, kann er nach Hause. «Mir geht es den Umständen entsprechend gut», sagt er. «Ich bin in den besten Händen und ich habe schon Fortschritte erzielt. Am Anfang konnte ich meine Arme fast nicht bewegen. Jetzt funktioniert das schon viel besser. Nur mit dem Greifen klappt es noch nicht. Das Gefühl in den Fingern ist noch nicht zurückgekommen. Es fühlt sich an wie Ameisen. Aber ich werde die Hoffnung noch lange nicht aufgeben. Ich habe sogar gelernt mit dem Ansatz des Daumens SMS zu schreiben. Es ist zwar anstrengend, aber es geht. Auch mit dem iPad kann ich umgehen. Die Whatsapp-Messages habe ich inzwischen fast alle beantwortet. Bei den Mails bin ich noch im Rückstand…»

An den Unfall mag sich Girolamo haargenau erinnern. Und er hat auch kein Problem darüber zu sprechen. Am Anfang habe er jedem davon erzählt. Auch denen, die sich gar nicht dafür interessiert haben. «Ich war immer bei Bewusstsein», sagt Girolamo. «Es war auf einem Waldstück zwischen Collombey und Muraz passiert. Das Auto hat auf einer leichten Unebenheit versetzt. Wir haben links angehängt und sind dann kopfüber rechts in einen Baum geprallt.» Durch die Wucht des Aufpralls hat Girolamo einen Schlag auf den Kopf bekommen, der so stark war, dass das Rückenmark auf Höhe von Halswirbel C6 beschädigt wurde. Co-Pilot Bénjamin Bétrisey hatte Glück im Unglück. «Er konnte selber aussteigen», sagt Guillaume. «Sein Knöchel war verstaucht, aber sonst war er okay. Darüber bin ich heute sehr froh. Auch dass er als gelernter Samariter richtig reagierte und mich aus meiner misslichen Lage kopfüber im Auto nicht befreite, sondern auf Hilfe wartete.»

Zwei Stunden haben die Rettungskräfte den Verunfallten sorgfältig geborgen. Nach einer ersten OP im Lausanner CHUV hat man ihn direkt nach Nottwil verlegt. Guillaumes Alltag besteht heute aus Therapien. «Das ist ein sehr anstrengendes Programm», meint der Rallye-Junior-Meister von 2022. «Meistens bin ich danach abends erschöpft.»

Über Besuch freut er sich. Auch wenn er sagt: «Es ist nicht jeder Tag ein guter Tag.» Noch mehr freuen wird er sich, wenn er eines Tages nach Hause darf.

Gute Besserung, Guillaume – von Auto Sport Schweiz und – das darf man sicher so schreiben – von der ganzen Schweizer Motorsport-Gemeinde!

Permalink

19.09.2023 Soviel kostet die Teilnahme bei den FIA Motorsport Games
IMG 0044 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Auch bei den FIA Motorsport Games 2024 wird wieder gedriftet © Eichenberger

In etwas mehr als einem Jahr finden die FIA Motorsport Games in Valencia statt. Für Interessierte hat die FIA eine Liste mit den Teilnahmegebühren und den Lizenzanforderungen erstellt.

Vom 23. bis 27. Oktober 2024, also nächstes Jahr, findet die dritte Ausgabe der FIA Motorsport Games in Valencia (E) statt. Auf dem Programm stehen wie bei der Ausgabe 2022 in Le Castellet dieselben 16 Disziplinen – plus zehn weitere! Diese haben wir Ihnen bereits vorgestellt. Siehe:

https://motorsport.ch/de/newscenter/fia-motorsport-games-2024-zehn-neue-disziplinen

Nun hat die oberste Automobilsportbehörde auch Details zu den Teilnahmegebühren, den Lizenzanforderungen sowie Infos zur Art der Bereitstellung von Autos oder Karts veröffentlicht. Diese Liste finden Sie unten angehängt.

Des Weiteren gilt, was wir schon Anfang August kommuniziert haben: Wer Interesse hat, kann sich bei Auto Sport Schweiz unter der E-Mail eichenberger@motorsport.ch melden. Die offiziellen Anmeldungen für die FIA Motorsport Games 2024 werden laut FIA Anfang nächsten Jahres geöffnet werden. Auto Sport Schweiz wird Sie auf dem Laufenden halten.

Permalink

19.09.2023 Weekend-Report 26/2023
Marciello Raffaele Valencia 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Raffaele Marciello (rechts) gewann bereits sein viertes Sprintrennen

Die Schweizer Erfolgsserie in der GT World Challenge ging auch am vergangenen Wochenende weiter. Gesamtleader Raffaele Marciello gewann in Valencia bereits sein viertes Sprintrennen in dieser Saison.

Am Wochenende wurde in Valencia (E) im Rahmen der GT World Challenge der vierte Lauf des diesjährigen Sprint-Cups ausgetragen. Und die Schweizer Siegesserie geht munter weiter. Zum bereits vierten Mal in dieser Saison stand Raffaele Marciello zuoberst auf dem Podium. Der Tessiner, der sich sein Mercedes-Cockpit mit dem Russen Timur Boguslavskiy teilt, hat damit auch die Führung im Gesamtklassement verteidigt, obschon das Duo im zweiten Rennen «nur» Siebter wurde. Den Schweizer Erfolg komplettierte im ersten Rennen das Team Emil Frey Racing mit Platz 2 (Vermeulen/Costa) und Ricardo Feller auf Rang 3. Im zweiten Durchgang (Sieger Weerts/Vanthoor) wurde Feller Zweiter, Vermeulen/Costa Dritte. Für Audi-Pilot Lucas Légeret endeten die beiden Rennen auf dem Circuit Ricardo Tormo auf dem undankbaren vierten Platz. Alain Valente sicherte sich in der Silber-Wertung zwei Mal Platz 2.

Beim Finale in Zandvoort am 14./15. Oktober haben die Schweizer alle Trümpfe in der Hand. Falls Marciello den Titel nicht holt, könnte Feller als zurzeit Gesamtzweiter in die Bresche springen.

Einen Sieg und einen zweiten Platz gab es für die Schweiz auch in Übersee. Beim IMSA-Rennen in Indianapolis sicherte sich Louis Delétraz in der LMP2 den zweiten Klassenrang. In der GTD feierte Mercedes-Pilot Philip Ellis seinen ersten Saisonsieg.

Schweizer Erfolge gab es auch beim 24-Stunden-Rennen in Barcelona zu bejubeln. Daniel Allemann (Porsche) wurde mit zwei Runden Rückstand Gesamtdritter (P2 in der ProAM). Alex Fontana, Yannick Mettler und Ivan Jacoma (ebenfalls auf Porsche) belegten Rang 5 (P4 in der ProAM). In der TCR standen Jasmin Preisig und Miklas Born für das Team Wolf Power Racing nach 662 Runden ganz oben auf dem Podest.

Born Preisig Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Preisig/Born siegten in der TCR beim 24h-Rennen in Barcelona im Wolf-Audi

Permalink

18.09.2023 Les Paccots: Auch ohne Champions spannend
Faustini myrally ch Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Faustini gewann in Les Paccots seinen ersten SM-Lauf © myrally.ch

Am Wochenende trug die Schweizer Berg-Meisterschaft ihr Finale in Les Paccots aus. In Abwesenheit der neuen Meister sicherte sich Robin Faustini seinen ersten «echten» Tagessieg im Rahmen der SM.

Marcel Steiner und Eric Berguerand haben die Schweizer Berg-Meisterschaft in den vergangenen Jahren dominiert. Seit 2010 haben die beiden den Titel unter sich ausgemacht. Die letzte Niederlage im Kampf um einen Tagessieg musste das Duo beim Regenrennen am Gurnigel 2019 einstecken. Damals gewann Thomas Amweg. Am Wochenende fehlten die beiden Dominatoren beim Finale zur Schweizer Berg-Meisterschaft in Les Paccots. Dadurch war schon von vornherein klar, dass es einen neuen Tagessieger geben muss. Und dieser konnte unter normalen Umständen nur aus der «Ecurie 13 Etoiles» stammen – dem Team der beiden Osella-Fahrer Robin Faustini und Joël Volluz.

Nach dem ersten Lauf sah alles danach aus, als ob Volluz, der bereits 2015 das Rennen von Châtel-Saint-Denis nach Les Paccots gewann, auch diesmal die Oberhand behalten würde. Der Walliser war 0,4 Sekunden schneller als sein Widersacher aus Suhr im Kanton Aargau. Faustini war deshalb nach dem ersten Durchgang etwas nachdenklich. «Auf einer so kurzen Strecke, auf welcher es eigentlich fast nur geradeaus geht, wird es schwierig sein, diesen Rückstand aufzuholen.» Doch Faustini fand ein Rezept. «Wir hatten im ersten Lauf eine zu lange Übersetzung. Das änderten wir für Lauf 2.» Und siehe da: Es hat funktioniert! Der 25-Jährige unterbot im zweiten Lauf seine persönliche Bestzeit um zwei Zehntelsekunden. Im dritten Heat fuhr er eine fast identische Zeit wie im ersten Lauf, während sich Volluz in beiden Durchgängen nicht mehr verbessern konnte.

Ryter Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Starke Leistung bei den 2-Liter-Rennwagen: Lionel Ryter © Eichenberger

«Natürlich freue ich mich über diesen Sieg», meint Faustini, der bereits einmal ganz oben stand: in Oberhallau 2021. Dieses Rennen – während der Corona-Pandemie – zählte aber nicht zur Schweizer Meisterschaft. «Vor allem freut es mich, dass wir den Spiess nach dem ersten Lauf noch umdrehen konnten.» Ziemlich beeindruckend ist die Durchschnittsgeschwindigkeit der beiden Osella-Kutscher. Volluz’ Bestzeit entspricht einem Schnitt von 170,45 km/h. Schneller wird im Rahmen der Berg-SM nur in Les Rangiers gefahren. Dort betrug der Schnitt des Siegers 181,04 km/h.

Hinter Faustini und Volluz sicherte sich Roger Schnellmann im Mitsubishi Evo 8 den dritten Platz im SCRATCH mit zwei Läufen in 55,7 respektive 55,6 Sekunden. Damit war er in der Endabrechnung eine Sekunde schneller als Baptiste Tognet-Bruchet auf seinen Norma M20F. Platz 5 ging an den schnellsten 2-Liter-Formelfahrer Lionel Ryter, der in Les Paccots einmal mehr unter Beweis stellte, dass da ein Nachwuchsfahrer heranreift, der in den nächsten Jahren für Schlagzeilen sorgen kann. Hauchdünn war die Entscheidung um Platz 2 und 3 bei den «kleinen» Monopostos hinter Ryter. Victor Darbellay setzte sich in der Addition der beiden schnelleren Läufen um knappe 78 Hundertstelsekunden gegen Frédéric Fleury durch.

Wuethrich Ianniello Schnellmann Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Starkes Tourenwagentrio: Wüthrich, Ianniello und Schnellmann © Eichenberger

Zu den schnellsten Tourenwagen hinter E1-Sieger Schnellmann gehörten in Abwesenheit des neuen Meisters Bruno Sawatzki der Jurassier Frédéric Neff auf seinem Porsche und der Langnauer Simon Wüthrich auf seinem VW Golf Turbiene (Sieger E1 bis 3000 cm3). Für Martin Bürki endete die erste Ausfahrt auf dem BMW M3 GT3 des 2019 verstorbenen Jürg Beiner auf dem dritten Rang der E1 plus 3500 cm3 – hinter Schnellmann und Neff. «Ich muss mich zuerst noch an dieses Auto gewöhnen», sagt Bürki, der bis vor Kurzem mit seinem VW Polo die Berge hochgefahren ist.

Zu den weiteren Klassensiegern in Les Paccots gehörten: Stefan Schöpfer (Audi 50, IS bis 1400 cm3), Jannis Jeremias (VW Polo, IS bis 1600 cm3), der sich mit diesem Triumph Platz 2 in der IS-Trophy (hinter Burri und vor Sawatzki) sicherte, der als Berg-Pokal-Sieger bereits festgestandene Stephan Burri (VW Scirocco, IS bis 2000 cm3), der diesmal Jürg Ochsner (Opel Kadett) und Manuel Santonastaso (BMW E21) auf die Plätze 2 und 3 verwies, Ferdi Waldvogel (BMW M3, IS bis 2500 cm3), Martin Oliver Bürki (BMW E33, IS bis 3000 cm3), Jean-Paul Chiquita (Porsche 997 GT3, IS plus 3000 cm3), Roger Savoy (Suzuki Swift GTi, E1 bis 1600 cm3), Sébastien Cocquoz (Opel Kadett GTE, E1 bis 2000 cm3), Benoit Farine (Honda CRX, E1 bis 2500 cm3), Jérôme Nicolet (Peugeot 308, E1 bis 3000 cm3) sowie Pirmin Scheidegger (Cupra, TCR).

Mehr über das Bergrennen von Les Paccots erfahren Sie unter https://paccots.ecuriedeslions.ch/

Schoepfer myrally ch Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Stefan Schöpfer gewann auf Audi 50 die IS-Klasse bis 1400 cm3 © myrally.ch

Permalink

15.09.2023 Reise mit uns ans grosse DTM-Finale in Hockenheim

Reise mit uns an den Hockenheimring (DE) und fiebere am grossen Saisonfinale mit unseren CH-Piloten mit am

Samstag, 21.10.2023 & Sonntag, 22.10.2023

Melde dich hier an: DTM-Finale

Permalink

14.09.2023 Les Paccots ohne Meister
Volluz Faustini 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
In Les Paccots läuft alles auf ein Duell Volluz vs. Faustini hinaus © Eichenberger

Am Wochenende geht die Schweizer Berg-Meisterschaft mit dem letzten Rennen von Châtel-Saint-Denis nach Les Paccots zu Ende. Leider nicht am Start sind die beiden neuen Schweizer Meister Marcel Steiner (Rennsportwagen) und Bruno Sawatzki (Tourenwagen).

Das Finale einer Meisterschaft auszutragen, birgt immer ein gewisses Risiko. Wer als Veranstalter Glück hat, darf sich auf einen grossen Showdown freuen. Wenn beim Anlass zuvor jedoch schon die Entscheidung gefallen sind, ist die Luft draussen. Nichtsdestotrotz kann ein Finale, bei dem die Titel schon vergeben sind, spannend sein. Auch im Falle von Les Paccots, dem letzten Bergrennen zur Schweizer Meisterschaft 2023, dürfte das so sein.

Trotzdem muss das letzte Bergrennen der Saison mit einigen Absagen leben. Gleich beide Schweizer Meister, Marcel Steiner (Rennsportwagen) und Bruno Sawatzki (Tourenwagen), werden im Freiburgischen fehlen. Auch Vorjahresmeister Eric Berguerand ist in Les Paccots nicht am Start. Der Walliser, der am Gurnigel vor dem dritten Lauf zusammenpacken musste, hat diese Woche mit der Schadensanalyse seines Motors begonnen. «Ich glaube, dass die Kolben das Problem sind», sagt Berguerand nach einer ersten Bestandesaufnahme. «Ich hatte schon beim Start im unteren Drehzahlbereich Probleme. Ich bin fast nicht weggekommen.»

Gurnigel23 schnellman Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Roger Schnellmann könnte den Sprung unter die Top 3 schaffen © Cornevaux

Neben Steiner, Berguerand und Sawatzki fehlen bei der 40. Ausgabe noch drei weitere Top-Piloten in Les Paccots: Da ist zum einen Thomas Amweg, an dessen Reynard 95D sich am Gurnigel ein Getriebeproblem bemerkbar machte. Ebenfalls abwesend ist Joël Burgermeister, der in dieser Saison sechs der bisherigen sieben Rennen bei den einsitzigen Rennwagen bis 2000 cm3 gewann. Der Thurgauer ist am Wochenende auf der Nordschleife beim 1000-Kilometer-Rennen auf einem Porsche 944 Cup im Einsatz. Ebenfalls nicht am Start ist Joël Grand. Der Walliser, der zuletzt in Les Rangiers mit seinem Wolf Thunder GB8 einen Klassensieg verbuchte, legt seinen Fokus auf 2024.

Spannend wird es um den Taggessieg dennoch. Das Duell zwischen Robin Faustini gegen Joël Volluz ist deshalb brisant, weil beide in einem Osella FA30 sitzen. 2019, bei der letzten Austragung, war Faustini schon einmal Zweiter. 2018 stand Volluz hinter Berguerand auf der zweithöchsten Stufe. 2015 sicherte sich Volluz sogar den Tagessieg.

Für Platz 3 im SCRATCH drängt sich der Tourenwagen-Gesamtzweite Roger Schnellmann in seinem Mitsubishi Evo 8 auf. Allerdings muss der Schwyzer dafür den einen oder anderen Gegner aus der 2-Liter-Formelrennwagen-Kategorie bügeln.

Spannend wird auch das Abschneiden von Martin Bürki sein. Der neunmalige Schweizer Slalom-Meister feiert eine Schweizer Premiere. Zum ersten Mal tritt Bürki, der am Gurnigel in einem McLaren 765 einen neuen Rekord für Superserienwagen bis 3000 cm3 aufgestellt hatte, im Ex-Beiner-BMW M3 in der E1 plus 3500 cm3 an.

Mehr zum letzten Rennen der Schweizer Berg-Meisterschaft 2023 finden Sie im Internet unter diesem Link.

Martin Buerki BMW M3 myrally ch Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Premiere bei der Berg-SM: Bürki fährt im Ex-Beiner-BMW © myrally.ch

Permalink

14.09.2023 Weekend-Tipp: Auf zur Bernina Gran Turismo!
Bernina Gran Turismo Vorschau 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Das Startfeld 2022 auf der Bernina-Passhöhe © Bernina Gran Turismo

Von heute Donnerstag bis Sonntag (17. September) findet auf dem Berninapass die Bernina Gran Turismo statt. In drei verschiedenen Kategorien treten mehr als 50 historische Rennfahrzeuge an.

Die Bernina Gran Turismo im Rahmen der «International St.Moritz Automobile Week» lockt seit Jahren zahlreiche Zuschauer ins Engadin. Und auch bei der diesjährigen Ausgabe steht ein interessantes Feld am Start. Mehr als 50 Fahrzeuge treten in drei verschiedenen Kategorien an: Competition, Demonstration und Regularity.

Die BGT wurde 2014 von Kurt Engelhorn und Florian Seidl, mit dem Team um Luca Moiso und Claus Müller, professionell ins Leben gerufen. Ziel war und ist es, die Erinnerung an das legendäre Bernina-Rennen von 1929 und 1930 wach zu halten und mit neuen Impulsen langfristig zu sichern.

Die feine Mischung aus historischer Mobilität, Automobilsport, Wettbewerb und modernem Luxus bietet den Teilnehmern ein einzigartiges und unvergessliches Erlebnis. Die Bernina Gran Turismo findet auf einem eigens für das Bergrennen gesperrten Teilstück der Originalstrecke auf dem Berninapass statt. Auf den 5,7 km von La Rösa bis zur Passhöhe gibt es mehr als 50 Kurven zurückzulegen. Dabei werden insgesamt rund 450 Höhenmeter überwunden. Die Bernina Gran Turismo ist für klassische Renn- und Sportwagen aus der Vor- und Nachkriegszeit bis zum Modelljahr 1990 ausgelegt, wobei ein potenzielles Teilnehmerfahrzeug umso exotischer sein muss, je moderner es ist.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter diesem Link. Das Programm und die Teilnehmerlisten sind unten angehängt.

Lancia Stratos BGT Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Immer wieder eine Augenweide: Auch bei der diesjährigen BGT fährt ein Lancia Stratos mit © Bernina Gran Turismo

Permalink

13.09.2023 Nachruf Felix Dente
Felix Dente Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Felix Dente, 1965 – 2023

Es gibt nicht viele Fotografen, die in den vergangenen vier, fünf Jahren so viele Automobilanlässe in der Schweiz hautnah miterlebten wie Felix Dente. Am vergangenen Freitag, 8. September, ist der passionierte Motorsport-Fan, dessen Bilder mit dem Kürzel rallye-fotos.ch viele kannten, im Alter von 57 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben.

Dente hat sich schon immer für Autos und den Automobilsport interessiert. Vor allem Rallyes hatten es ihm angetan. Zuletzt war er bei der Rallye du Mont-Blanc Morzine, dem vierten Lauf zur Schweizer Rallye-Meisterschaft, vor Ort. Von 1985 bis 1995 nahm Dente selber an nicht-lizenzierten Slaloms teil. Eine zeitlang war er auch als Streckenkommissar tätig. Die Freude an der Fotografie beschränkte sich aber nicht nur auf motorsportliche Motive. Dente bot auf seiner Homepage auch Bilder aus dem Alltag an.

Als Selbstständiger unterhielt Dente seit 2021 einen Kurierdienst namens «Butler Service Felix» in der Region Zürich. Die vergangenen zwei Jahre war der italienisch-stämmige Lebemann auch Mitglied des Racing Club Airbag. Bei den Rennen und Rallyes zur Schweizer Meisterschaft fiel Dente immer wieder durch seine eigenwillige Platzwahl auf. Er fotografierte gerne dort, wo sonst niemand stand. Typisch Felix halt!

Auto Sport Schweiz spricht der Familie sowie Dentes Verwandten und Freunden sein aufrichtiges Beileid aus. Beim Bergrennen in Les Paccots am kommenden Wochenende wird eine Kondolenzkarte in der Kantine im Parc Ex-Luxit in Châtel-Saint-Denis aufgelegt. Wer möchte, darf sich gerne eintragen.

Permalink

12.09.2023 Weekend-Report 25/2023
Louis Deltraz Fuji 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Louis Delétraz: Jubelt er bald als LMP2-Weltmeister? © WEC

Auch am vergangenen Wochenende gab es für die international im Einsatz stehenden Schweizer Podestplatzierungen zu feiern. Einen grossen Schritt in Richtung WM-Titel machten dabei Sébastien Buemi bei den Hypercars und Louis Delétraz in der LMP2.

Ricardo Feller bleibt auch nach dem sechsten von acht Rennen zur diesjährigen DTM-Saison in Tuchfühlung mit der Spitze. Am Sachsenring, der sechsten Station 2023, hat der 23-jährige Aargauer mit den Rängen 4 und 6 weitere wichtige Punkte gesammelt. Im zweiten Rennen am Sonntag hat der Audi-Werksfahrer die Ziellinie als Dritter überquert. Weil er bei einer Berührung einen Reifen von Jack Aitken (Emil Frey Racing) aufgeschlitzt hatte, bekam Feller aber eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt. Dadurch belegte er am Ende nur Rang 6 – hinter dem zweiten EFR-Ferrari von Thierry Vermeulen. In der Meisterschaft liegt Feller weiter auf Platz 3 mit 142 Zählern. Es führt Mirko Bortolotti (173) vor Thomas Preining. Die letzten beiden Läufe finden in Spielberg (23./24. September) und Hockenheim (21./22. Oktober) statt. Für Patric Niederhauser gab es am Sachsenring mit Rang 9 zwei Punkte.

Toyota feierte am Sonntag beim 6-Stunden-Rennen von Fuji, dem vorletzten Rennen der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC), einen Doppelsieg. Der Toyota GR010 Hybrid mit der Startnummer 7 von Mike Conway, Kamui Kobayashi und José Maria Lopez gewann mit 39 Sekunden Vorsprung auf das Schwesterauto mit der Startnummer 8, das sich der Waadtländer Sébastien Buemi mit Brendon Hartley und Ryo Hirakawa teilte. «Das ist ein perfektes Ergebnis für Toyota, das damit einen weiteren Weltmeistertitel bei den Konstrukteuren feiern konnte», freute sich Buemi. Zufrieden waren auch der Genfer Louis Delétraz, der die LMP2-Klasse gewann, und der Bündner Thomas Flohr, der in der LMGTE-AM-Klasse triumphierte. Delétraz und Buemi liegen in der LMP2 respektive bei den Hypercars vor dem letzten Rennen in Bahrain (4. November) in Führung.

04 Buemi devant la Porsche numero 6 Photo FIA WEC Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Sébastien Buemi: Schon bald viermaliger WEC-Weltmeister? © WEC

Im stark ausgedünnten Feld des ADAC GT Masters sicherte sich Alain Valente mit Platz 3 im zweiten Durchgang am Sachsenring einen weiteren Podestplatz. Der Krauchtahler liegt in der Gesamtwertung auf Rang 6.

Zwei weitere Podestplätze gab es für die Schweiz beim GT Open am Red Bull Ring. Diesmal allerdings nicht durch Dexter Müller und Yannick Mettler. Das Mercedes-Duo musste sich in der ProAm mit den Rängen 6 und 4 begnügen. Zwei Mal Zweiter wurde dafür der Tessiner Nicolò Rosi im Kessel-Ferrari.

Auch das Team Fach Auto Tech hatte am Wochenende Grund zum Jubeln. Beim Rennen am Sachsenring sicherte sich der Rennstall aus Sattel (SZ) dank dem Niederländer Morris Schuring den ersten Saisonsieg im Porsche Carrera Cup. Schuring ist damit der jüngste Sieger in der Historie des seit 1990 ausgetragenen Porsche Carrera Cup Deutschland.

Nicolo Rosi Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Nicolò Rosi wurde im Kessel-Ferrari zwei Mal Zweiter © GT Open

Permalink

11.09.2023 Gurnigel: Die Entscheidungen sind gefallen
Burri Steiner Sawatzki Kaufmann Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Die Champions 2023: Burri, Steiner und Sawatzki © Kaufmann

Beim vorletzten Rennen der Schweizer Berg-Meisterschaft 2023, am Gurnigel, sind die Würfel gefallen. Die neuen Meister Marcel Steiner und Bruno Sawatzki sowie Berg-Pokal-Sieger Stephan Burri lachten im Ziel um die Wette.

Marcel Steiner, Bruno Sawatzki und Stephan Burri hatten im Ziel allen Grund zur Freude. Das Trio machte bei der 52. Ausgabe des Bergrennens am Gurniegl (fast) alles richtig und durfte sich am Ende als die grossen Sieger feiern lassen. Steiner gewann zum sechsten Mal den Titel bei den Rennsportwagen, Sawatzki sicherte sich seinen ersten Titel bei den Tourenwagen und Burri gewann zum ersten Mal den Schweizer Berg-Pokal für hubraumschwächere Fahrzeuge bis 2 Liter.

Dass Burri auf seinem VW Scirocco den Titel einfahren würde, war zu erwarten. Der im Thurgau beheimatete Berner brauchte am Gurnigel einen einzigen Punkt, um den Titel sicher zu stellen. Am Ende wurden es deren 20 – wie bei allen bisherigen Rennen auch. Burri ist und bleibt damit in der aktuellen Berg-Pokal-Wertung 2023 ungeschlagen. Zum sechsten Mal im siebten Rennen fuhr einen Klassenrekord und verwies in der IS bis 2000 cm3 Jürg Ochsner und Ludovic Monnier auf die Plätze 2 und 3. Auch in der Interswiss-Wertung ist Burri uneinholbar an der Spitze. «Jetzt würde ich gerne noch in Les Paccots einen Klassensieg von Janis Jeremias feiern können», sagt Burri. «Dann hätte ich meine beiden Autos in der IS-Trophy auf den Plätzen 1 und 2.»

Etwas spannender als Burri machte es Sawatzki bei den Tourenwagen. Auch er ging mit einer guten Ausgangslage ins vorletzte Rennen. Doch der siebte Klassensieg im siebten Rennen stand nach dem zweiten Lauf plötzlich auf der Kippe. Nach einem Unfall in der Zielkurve war zuerst unklar, ob der Rheintaler im dritten Lauf überhaupt starten konnte. Doch Sawatzki brachte seinen Porsche 991.1 Cup wieder in Schuss und sicherte sich mit einem soliden dritten Lauf den Klassensieg in der IS plus 3500 cm3. «Es war ein Fahrfehler», gab Sawatzki offen zu. «Ich hatte im ersten Lauf den Klassenrekord um fünf Hundertstelsekunden verpasst und wollte im zweiten Durchgang vielleicht schon alles klar machen. Schon steckte ich rückwärts im Reifenstapel. Zum Glück war aber nur der Auspuff krumm. Die Ölleitungen und alles andere hatten keinen Schaden erlitten und ich konnte zum dritten Lauf starten.»

Sawatzki Kaufmann Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Der lädierte Porsche von Sawatzki hielt im dritten Lauf © Kaufmann

Zwar blieb Roger Schnellmann mit seinem rund 800 PS starken Mitsubishi Lancer Evo 8 als schnellster Fahrer sämtlicher geschlossener Fahrzeuge in seiner Kategorie (E1 über 3500 cm3) ebenfalls ungeschlagen. Weil der Schwyzer jedoch auf die Teilnahme beim Bergrennen Massongex im Juli verzichtet hatte und im Gegensatz zu Sawatzki in der laufenden Saison noch keine Zusatzzähler für einen neuen Gruppenrekord verbuchen konnte, kann er ihn beim letzten Bergrennen vom nächsten Wochenende in Les Paccots am kommenden Wochenende nicht mehr von der Tabellenspitze verdrängen. «Es war trotzdem ein tolles Rennwochenende», sagt Schnellmann. «Und wir konnten im Hinblick auf die nächste Saison noch ein paar Sachen, wie Reifen und Fahrwerkseinstellungen, testen. Gratulation an Bruno zu seinem Titel. Es war toll, gegen ihn zu fahren. Wir haben beide grossen Respekt voreinander.»

Bei den Rennsportwagen verwertete Marcel Steiner seinen Matchball beim Heimrennen am Gurnigel. Er ist damit auch gleichzeitig der erste Fahrer, der seinen Titel mit Synfuel gewann. Steiner musste, um den Titel zu holen, schneller sein als Eric Berguerand. Und das schaffte er schon im ersten Heat mit einem neuen Streckenrekord. Der Garagist aus Oberdiessbach legte die 3734 Meter lange Strecke von Dürrbach ins Gurnigelbad im ersten Rennlauf am Sonntagmorgen in der neuen Rekordzeit von 1:39,420 zurück, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 135,2 km/h entspricht. Berguerand war im ersten Durchgang 0,212 sec langsamer. Im zweiten Lauf war Steiner erneut Schnellster – diesmal lag er fast eine halbe Sekunde vor Berguerand. Zu einem dritten Kräftemessen kam es nicht. «Bergus» musste nach dem zweiten Rennlauf zusammenpacken. «Der Motor hat schon bei den Trainings komische Geräusche gemacht», sagt der Vorjahresmeister. «Was genau kaputt ist, müssen wir noch analysieren. Aber der Motor verliert Öl. Deshalb muss ich verzichten. Gratulation an Marcel! Er hat eine tolle Saison gefahren.»

Steiner Cornevaux Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Steiner feierte seinen Triumph vor heimischer Kulisse © Cornevaux

Für Steiner war es der sechste Triumph am Hausberg nach den Jahren 2008 bis 2012. Die Freude über den Titel war dementsprechend gross. «Es war keine einfache Saison», sagt Steiner. «Eric hat mich richtig herausgefordert. Und ich ihn hoffentlich auch. Einmal war er schneller, dann wieder ich. Für mich und mein Team ist der Titel eine Genugtuung. Wir haben lange gebraucht, um mit dem LobArt-Honda/Helftec dorthin zu gelangen, wo wir heute stehen.» Auf den Plätzen 3 und 4 landeten Osella-Fahrer Robin Faustini mit drei sehr ausgeglichenen Läufen respektive Thomas Amweg auf seinem Reynard 95D.

Zu den weiteren Klassensiegern am Gurnigel gehörten: Daniel Kammer (Toyota Yaris, Super S bis 3000 cm3), Martin Bürki (McLaren 765, Super S über 3000 cm3), Anton Büeler (Mitsubishi Evo RSC, N/ISN bis 3500 cm3), Beat Rohr (Audi 50, E1 bis 1400 cm3), Mike Bürki (VW Polo, E1 bis 1600 cm3), Christian Bralla (Fiat X1/9), der sich in der E1 bis 2000 cm3 gegen Reto Steiner (Ford Escort RS) und Sébastien Cocquoz (Opel Kadett GTE) behauptete, Benoit Farine (Honda CRX, E1 bis 2500 cm3), Hermann Bollhalder (Opel Speedster, E1 bis 3000 cm3), Simon Wüthrich (VW Golf Turbiene), der Bruno Ianniello (Lancia Delta S4) und Mario Bertocchi (BMW E36) bin der E1 bis 3500 cm3 bezwang, Stefan Schöpfer (Audi 50, IS bis 1400 cm3), Rolf Jungi (Citroën Saxo RS, IS bis 1600 cm3), René Aeberhardt (Opel Kadett GTE, IS bis 2500 cm3), Martin Oliver Bürki (BMW E33, IS bis 3000 cm3).

Bralla Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Christian Bralla setzte sich in der E1 bis 2000 cm3 durch © Eichenberger

Der Sieg in der TCR-Klasse, die erneut geschlossen mit Synfuel am Start gestanden hat, gewann Mathias Schläppi im Hyundai i30. Im Renault Classic Cup sicherte sich Thomas Zürcher vor Dario Zutter und Philipp Krebs den Klassensieg. Bei den 2-Liter-Formelrennwagen war Joël Burgermeister im Tatuus F4 trotz eines Ausrutschers im zweiten Rennlauf der Schnellste. Platz 2 ging an Marcel Maurer, Dritter wurde Roland Bossy.

Mehr über das Bergrennen am Gurnigel erfahren Sie unter www.gurnigelrennen.ch

Und so geht es weiter:
16./17. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots

Schlaeppi Cornevaux Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Matthias Schläppi war wie in Oberhallau schnellster TCR-Pilot © Cornevaux

Permalink

07.09.2023 Vorschau Gurnigel: Steiner gegen Berguerand, Sawatzki gegen Schnellmann
Gurnigel 2022 Start Steiner Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Marcel Steiner hat am Gurnigel einen Matchball © Eichenberger

Die Schweizer Berg-Meisterschaft 2023 geht in die alles entscheidende Phase. Am Wochenende, beim Bergrennen am Gurnigel, könnten sogar schon die ersten Würfel fallen.

Die Spannung steigt! Die Schweizer Berg-Meisterschaft trägt am kommenden Wochenende, 9./10. September, im malerischen Gantrischgebiet den zweitletzten Lauf zur diesjährigen Berg-Saison aus. 220 Fahrer respektive Fahrerinnen werden am Start in Rüti bei Riggisberg erwartet. Noch ist die Meisterschaft nicht entschieden. Weder bei den Renn-, noch bei den Tourenwagen. Doch jeder noch so kleine Fehler eines Titelaspiranten könnte eine Entscheidung herbeiführen.

Im Mittelpunkt steht der Kampf um den Tagessieg, der dieses Jahr besonders viel Spannung verspricht. Mit seinem Triumph über Vorjahressieger Eric Berguerand auf Lola-Cosworth beim vergangenen Bergrennen in Oberhallau hat sich Lokalmatador Marcel Steiner in der Bergmeisterschaft der Rennsportwagen in eine gute Ausgangsposition gebracht. Zwar führt er sie nach sechs Rennen mit zwanzig Punkten Vorsprung an. Nach Abzug des obligaten Streichresultats, das Berguerand mit dem Startverzicht beim EM-Lauf im Jura bereits bezogen hat, liegen beide Fahrer jedoch gleichauf an der Tabellenspitze.

Gewinnt Steiner am Gurnigel, hat er den Titel 2023 gewonnen. Egal, ob mit oder ohne neuen Streckenrekord. Denn beim Finale in Les Paccots wird es für niemanden Extrapunkte geben. Dort wurde die Strecke aufgrund einer Änderung im Zielbereich um 350 Meter auf 2230 Meter verkürzt. Zusatzpunkte gibt es in Les Paccots erst wieder 2024, wenn die Zeiten von 2023 geschlagen werden. Gewinnt Berguerand (in neuer Rekordzeit) am Gurnigel, steht Steiner mit dem Rücken zur Wand und braucht in Les Paccots Schützenhilfe.

Berguerand Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Eric Berguerand gewann im Vorjahr am Gurnigel in Rekordzeit © Eichenberger

«Eine Prognose, wer von uns beiden am Gurnigel gewinnen wird, ist schwierig», sagt Steiner, der den Klassiker von 2008 bis 2012 fünf Mal in Serie gewonnen hat. «Ich gebe einfach mein Bestes und hoffe, dass die Technik unseres selbst entwickelten LobArt-Honda/Helftec weiterhin so gut funktioniert wie bisher, dann sehen wir, was dabei herauskommt.» Auch Berguerand lässt sich auf die Frage, wer die besseren Chancen hat, nicht auf die Äste hinaus. «Wir haben beide drei Rennen gewonnen», so der Walliser, der schon acht Mal am Gurnigel siegreich war. «Und Marcel ist ein Top-Pilot, der sein Auto in diesem Jahr nochmals deutlich schneller gemacht hat. Es wird schwierig sein, ihn zu schlagen. Lassen wir uns überraschen. Spätestens am Sonntagabend wissen wir, wer gewonnen hat.»

Auch bei den Tourenwagen läuft es auf ein Duell hinaus. Bruno Sawatzki auf Porsche 991 GT3 Cup aus der Gruppe Interswiss und Roger Schnellmann im gut 800 PS starken Mitsubishi Evo 8 aus der Gruppe E1 haben ihre Kategorien bei allen Starts gewonnen. Weil Schnellmann im Juli das fürs Material strapaziöse Bergrennen von Massongex bewusst ausliess, liegt der Vorteil bei Sawatzki. Sichert sich dieser einen weitern Gruppensieg, kann auch er sich als neuer Meister feiern lassen.

Anders verhält es sich im Schweizer Berg-Pokal. Dort dürfte die Entscheidung am Wochenende zugunsten von Stephan Burri (VW Scirocco) fallen. Der im Thurgau wohnhafte Berner ist bisher ungeschlagen und könnte in Sachen Siege (bei zwei Streichergebnissen) im besten Fall noch von Thomas Zürcher (Renault Clio) eingeholt werden. Bei Punktegleichheit würde dann das beste Streichergebnis zählen. Um da die Nase vorne zu haben, reicht Burri am Gurnigel ein einziger Zähler, da Zürcher schon jetzt zwei Nuller auf seinem Konto hat. Die beiden anderen Gegner, die gegenwärtig noch vor Zürcher liegen, sind aus dem Rennen. Sébastien Coquoz (Opel Kadett) kann maximal noch auf fünf Klassensiege kommen. Vorjahresmeister Martin Bürki lässt seinen Polo am Gurnigel von Sohn Mike pilotieren. Auch er kann, falls er in Les Paccots am Start steht, bestenfalls auf fünf «Zwanziger» kommen. Bürki selber pilotiert bei den Serientourenwagen (über 3000 cm3) einen McLaren 765.

Sawatzki myrally ch Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Bruno Sawatzki kann den Sack am Gurnigel zumachen © Eichenberger

Zur Strecke: Die kurvenreiche, mittelschnelle Bergrennstrecke am Gurnigel misst 3734 Meter und gilt als technisch anspruchsvoll. Im Vorjahr hat Eric Berguerand einen neuen Streckenrekord beim Berner Traditionsrennen in 1:39,49 min (= 135,113 km/h) aufgestellt. Das Rennen am Gurnigel geht auf 1910 zurück. Der erste Sieger, der Berner Edmond von Ernst, brauchte für die Strecke von Dürrbach zum Hotel Gurnigelbad 7,27 min. Ab 1920 wurde das Rennen in unregelmässigen Abständen durchgeführt. 1970 wurde «der Gurnigel» dann in den Kalender der Schweizer Meisterschaft aufgenommen und seither (bis auf die Corona-Jahre 2020 und 2021) Jahr für Jahr ausgetragen.

Zum Programm: Am Samstag stehen ab 7 Uhr bis ca. 17.30 Uhr drei Trainingsläufe für alle Kategorien auf dem Programm. Am Sonntagmorgen beginnt um die gleiche Zeit der erste Rennlauf. Das Klassement erfolgt nach Addition der zwei schnellsten Zeiten aus drei Läufen. Tickets sind am einfachsten und schnellsten im Vorverkauf über die Homepage respektive diesen Link zu beziehen.

Mehr über das Bergrennen am Gurnigel erfahren Sie unter www.gurnigelrennen.ch

Termine Schweizer Berg-Meisterschaft 2023
10./11. Juni, Hemberg
17./18. Juni, La Roche – La Berra
8./9. Juli, Massongex
22/23. Juli, Ayent – Anzère
18.-20. August, St.Ursanne – Les Rangiers
25.-27. August, Oberhallau
9./10. September, Gurnigel

16./17. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots

Burri Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Stephan Burri braucht im Berg-Pokal noch einen Zähler © Eichenberger

Permalink

05.09.2023 Weekend-Report 24/2023
Feller Ricardo Hockenheim 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Feller/Drudi gewannen in Hockenheim den ersten Lauf © Audi SRO

Die Schweiz ist ein Land von überdurchschnittlich begabten GT3-Piloten. Das haben die Sprintrennen im GT Worldcup am vergangenen Wochenende einmal mehr unter Beweis gestellt!

Die Schweizer GT3-Piloten sind auf internationalem Parkett eine Macht. Der dritte Lauf zum GT Sprint Cup in Hockenheim am vergangenen Wochenende war der beste Beweis dafür. Im ersten Rennen feierte das Audi-Duo Ricardo Feller und Teamkollege Mattia Drudi (I) seinen zweiten Saisonsieg. Platz 3 sicherte sich das Team Emil Frey Racing mit der Fahrerpaarung Vermeulen/Costa. Im zweiten Durchgang fand man gleich vier Schweizer auf den ersten vier Positionen! Gesamtleader Raffaele Marciello (Mercedes) stand nach den Siegen in Brands Hatch und Misano bereits zum dritten Mal in dieser Saison ganz oben auf dem Podium des Sprint Cups. Sieben Sekunden dahinter kreuzte Lucas Légeret als Zweiter die Ziellinie. Gefolgt von Audi-Markenkollege Patric Niederhauser, der im ersten Rennen noch ausfiel, und Ricardo Feller, der als Vierter wertvolle Punkte sammelte, die ihn in der Gesamtwertung auf Platz 2 (hinter Marciello) spülten.

Auch in der Silber-Wertung gab es einen Schweizer Sieg zu bejubeln: Verantwortlich dafür war Alain Valente als Gesamt-Zwölfter im ersten Durchgang. Im zweiten Rennen verpasste der Mercedes-Fahrer den Sieg als Zweiter im Silver Cup haarscharf.

Erneut auf dem Podest stand am Wochenende auch das Team Jenzer Motorsport in der FIA Formel 3. Der Brite Taylor Barnard schenkte der Mannschaft aus Lyss zum Saisonabschluss in Monza einen dritten Platz im zweiten Rennen, nachdem er im ersten Durchgang schon mit Platz 4 aufhorchen liess. In der Meisterschaft schaffte Barnard im letzten Rennen so noch den Sprung in die Top 10. Grégoire Saucy (ART) ging leer aus und belegte Rang 14 in der Endabrechnung. FIA-F3-Neuling Joshua Dufek (Campos Racing) erzielte bei seinem Debüt die Ränge 15 und 14.

Apotheloz Julien Assen 2023 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Julien Apothéloz hat keine Titelchancen mehr © ADAC

Einen Podestplatz feierte auch Julien Apothéloz beim fünften Lauf zum Prototype Cup Germany in Assen (NL). Weil der Zürcher mit seinem Teamkollegen Oscar Tunjo im zweiten Rennen jedoch nach einer Kollision einen Nuller verbuchte, haben sich die Hoffnungen auf den Titel leider in Luft aufgelöst. Noch vor dem Finale am 14./15. Oktober stehen Gary Hauser und Markus Pommer als Champions fest. Apothéloz liegt auf Rang 2 in der Gesamtwertung.

Ebenfalls in Assen am Start war Mike Müller. Der Berner, drei Mal Schweizer Kart-Meister, belegte im ADAC Junior Cup nach einem Überschlag im Qualifying die Plätze 3 und 2. Vor dem letzten Rennen auf dem Nürburgring liegt er auf Platz 4 in der Gesamtwertung. «Das Ziel ist die Top 3», sagt VW-Lupo-Pilot Müller kämpferisch.

Apropos Müller: Peugeot-Werkspilot Nico Müller wird beim nächsten Lauf zur Sportwagen-Weltmeisterschaft in Fuji (J) am kommenden Wochenende fehlen. Müller zog sich beim Sommertraining eine Fraktur am linken Schlüsselbein zu. Er wird durch den Belgier Stoffel Vandoorne ersetzt.

Sein erstes Rennen im Automobilrennsport absolvierte am Wochenende Sebastian Kraft. Der Schweizer KZ2-Champion von 2022 nahm am Nürburgring an der Porsche Sprint Challenge im Rahmen des Porsche Sports Cup Germany teil und belegte die Ränge 8 und 10.

Sebastian Kraft Porsche Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Absolvierte sein erstes Autorennen: KZ2-Meister Sebastian Kraft © Archiv Kraft

Permalink

05.09.2023 Arosa ClassicCar: Siebter Gesamtsieg für Thomas Amweg
Thomas amweg gewinnt den grossen preis von arosa 2023 15045902 quer Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Zum siebten mal erfolgreich: Thomas Amweg © Arosa Tourismus/Petr Večeřa

Traumhaftes Wetter, erstklassige Fahrzeuge und ein strahlender Tagessieger: Die 19. Ausgabe der Arosa ClassicCar hat die Herzen von Fans historischer Rennveranstaltungen einmal mehr höher schlagen lassen.

Vier Tage Sonnenschein und angenehm sommerliche Temperaturen – unter diesen idealen Wetterbedingungen fand die 19. Ausgabe der Arosa ClassicCar statt. Glückliche Gesichter waren über die vier Tage Motorsport immer wieder zu sehen. Besonders auch bei der Preisverleihung am Sonntagabend. Für Gesamtsieger Thomas Amweg (Ralt RT1) war es der siebte Erfolg bei der ACC. Den eigenen Streckenrekord von 4:06,160 min verpasste er um lediglich 2,1 Sekunden. Damit klassierte er sich auch direkt auf dem ersten Rang in der Kategorie Competition Formula. In den weiteren Kategorien siegreich waren Florian Feustel (Competition, Porsche 911 2,3 SR), André Frank (Arosa Classic Trophy, VW Käfer) sowie Daniel Uebelhard (Arosa Sport Trophy, Audi UrQuattro). Le-Mans-Klassensieger Fabio Scherer, der zum ersten Mal in Arosa am Start gestanden hatte, belegte in einem Porsche 911 RSR von Urs Erbacher Platz 3 in der Kategorie Competition.

Grund zur Freude hatte auch Rennleiter Alex Maag, der die Arosa ClassicCar in diesem Jahr, nach den letztjährigen Einsätzen als Vize-Rennleiter, erstmals in der Funktion als Rennleiter begleitete: «Die Trainings- und Rennläufe konnten unter idealen Bedingungen stattfinden und es gab keine gravierenden Zwischenfälle. Dies verdanken wir auch den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern sowie den gut ausgebildeten Streckenposten. Wir freuen uns bereits jetzt auf die Jubiläumsausgabe im nächsten Jahr.»

Die 20. Arosa ClassicCar findet vom 29. August bis 1. September 2024 statt. Anmeldungen sind voraussichtlich ab Frühling 2024 möglich. Wer die Rennstrecke im Porsche-Renntaxi erleben möchte, kann sich ab sofort online in die Warteliste für die Austragung im August 2024 eintragen. Siehe: https://www.arosaclassiccar.ch...

Sieger Sport Trophy Uebelhard Daniel Audi Ur Quattro 10 V 1981 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Daniel Uebelhard gewann im Audi UrQuattro die Sport Trophy © myrally.ch

Permalink

04.09.2023 Rallye Mont-Blanc Morzine: Hirschi bleibt auch auf Hyundai ungeschlagen
Hirschi Cornevaux Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Jonathan Hirschi gewinnt auch auf Hyundai © Cornevaux

Dritte Rallye, dritter Sieg: Jonathan Hirschi bleibt 2023 ungeschlagen. Dennoch führt auch nach der Rallye Mont-Blanc Morzine weiterhin Jonathan Michellod das Gesamtklassement der Schweizer Rallye-Meisterschaft an.

Jonathan Hirschi ist nicht zu bremsen. Der amtierende Schweizer Rallye-Meister hat bei der Rallye Mont-Blanc Morzine seinen dritten Saisonsieg gefeiert und ist damit 2023 weiter ungeschlagen. In der Meisterschaft liegt Hirschi nun wieder auf Platz 2. Hätte er die Rallye du Bourgogne, den dritten Lauf im SM-Kalender nicht ausgelassen, wer weiss, ob er in Führung läge. Doch Hirschi hat schon vor der Saison betont: «Ich habe den Titel im letzten Jahr gewonnen. Dieser Druck ist nun weg. In diesem Jahr setze ich meine Präferenzen anders und deshalb bin ich nicht bei jeder Rallye am Start.»

Dass Hirschi am Fusse des Mont-Blanc gewann, ist nicht selbstverständlich. Der Neuenburger musste für den vierten SM-Lauf erneut mit einem neuen Auto vorlieb nehmen. Vor dem Critérium Jurassien wechselte er von dem VW Polo, der bei der Rallye Monte Carlo in Flammen aufging, auf einen Citroën C3 Rally2. Weil er nun abermals das Team wechselte, nahm Hirschi (mit seinem neuen und alten Beifahrer Michaël Volluz) die Rallye Mont-Blanc mit einem Hyundai i20 N Rally2 unter die Räder. Das scheint den Vorjahres-Champion aber offenbar nicht gestört zu haben. Hirschi lag von der ersten Wertungsprüfung an in Führung, fuhr am ersten Tag sechs von sieben Bestzeiten und verwaltete den Vorsprung am zweiten Tag (mit einer weiteren Bestzeit) souverän. «An ein neues Auto muss man sich anpassen. Das ist mir relativ gut und schnell gelungen», sagt Hirschi. «Der Hyundai ist jetzt nicht unbedingt das leistungsstärkste Auto, das ich bei Rallyes gefahren bin. Aber wir waren ab der ersten Prüfung in einem guten Rhythmus.»

Weil Hirschi aufgrund der Nicht-Teilnahme bei der Rallye du Bourgogne bereits ein Streichresultat hat, könnte er bei den beiden noch ausstehenden Rallyes im Tessin und im Wallis voll punkten. Ob er allerdings bei der Rally del Ticino Ende September überhaupt teilnimmt, ist noch offen. Fest steht: Hirschi kann dem Gesamtleader der Schweizer Meisterschaft, Jonathan Michellod, auch mit einer Rallye weniger gefährlich werden. Aktuell steht es zwar 136:119 zugunsten von Michellod. Dessen schlechtestes Ergebnis wird aber noch gestrichen. Weil die «Ticino» eine Rallye vom Typ 2 ist, gibt es dort maximal 35 Zähler für den Sieger. Es ist also durchaus denkbar, dass Michellod im Tessin wenig oder gar keine Punkte holt. «Der Rest der Saison wird sicher nicht zum Spaziergang», sagt Michellod.

Fellay Michellod Cornevaux Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Immer noch Gesamtleader: Michellod (r.) mit Beifahrer Fellay © Cornevaux

Den zweiten Platz bei der Rallye Mont-Blanc Morzine verloren Michellod und Beifahrer Stéphane Fellay auf der zehnten Prüfung. «Mich hat es in einer Kurve zu weit nach aussen getragen und ich habe einen Stein touchiert. Weil wir nach der Prüfung das Rad wechseln mussten, kamen wir zu spät zum nächsten Kontrollpunkt und erhielten eine Zehn-Sekunden-Strafe.» Im Ziel fehlten Michellod als Dritter 49,7 Sekunden auf Hirschi. Der Zweitplatzierte Mike Coppens lag zwölf Sekunden vor Michellod. Letzterer wurde am Mont-Blanc zum dritten Mal in Serie Zweiter der SM-Wertung. «Ich bin seit meinem Unfall bei der Rallye du Bourgogne nicht mehr im Auto gesessen», sagt Coppens. «So gesehen lief es eigentlich ganz gut. Leider hatten wir in der Nachtprüfung am ersten Tag einen Dreher. Der hat uns rund 30 Sekunden gekostet. Am zweiten Tag waren wir die Schnellsten.»

Hinter den Top 3 sicherte sich Sergio Pinto auf seiner Alpine A110 RGT sensationell Platz 4. Noch vor den «jungen Wilden» Thibault Maret (Skoda Fabia R5), Yoan Loeffler (Citroën C3 Rally2) und Sacha Althaus (Skoda Fabia Rally2), der seinen zweiten Zwischenrang im Gesamtklassement an Hirschi abtreten musste, weiter aber auf Podestkurs liegt. Althaus absolvierte die Rallye mit seiner Schwester Coline, die zum ersten Mal in einem Rally2-Auto Platz genommen hatte. «Coline hat sehr schnell gelernt und einen super Job gemacht», sagt Althaus. «Leider hatten wir zu Beginn der achten Prüfung einen Reifenschaden. Dieser war der Grund, warum wir nur Siebter wurden.»

Die Top 10 im Schweizer Championat wurde von Yohan Surroca (Peugeot 208), Simone Tettamani (Skoda Fabia R5) und Ismaël Vuistiner (Renault Clio Rally5) abgerundet. Der Sieg in der Michelin Trophy Alps Open ging an besagten Sergio Pinto. Der Walliser distanzierte seine beiden französischen Konkurrenten Thomas Battaglia und Emeric Rey deutlich. In der Michelin Trophy Alps 2WD setzte sich sich der Einheimische Alexandre Bastard gegen Olivier Ramel (Renault Clio RS) und Laurent Rossi (Peugeot 206 XS) durch. Ramel war es auch, der sich das Punktemaximum im Rallye-Pokal sicherte – vor Rossi und Philippe Broussoux (Renault Clio RS).

Maret Cornevaux Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Nachwuchshoffnung Thibault Maret wurde Fünfter © Cornevaux

Der Gesamtsieg bei der 75. Ausgabe der Rallye Mont-Blanc Morzine machten die Franzosen unter sich aus. Einmal mehr ging der Sieg an den seit 2020 ungeschlagenen Yoann Bonato. Den dreifachen Citroën-Erfolg komplettierten Léo Rossel (2.) vor Hugo Margaillan (3.). Hirschi als bester Schweizer wurde im Gesamtklassement aller Teilnehmer als Zwölfter mit 4:28 min Rückstand aufgeführt.

In der historischen Klasse, der VHC, stand der mit französischer Lizenz startende Marc Valliccioni zuoberst auf dem Podium. Platz 2 ging an BMW-Markenkollege Pascal Perroud, der für die SM-Wertung damit erneut die volle Punktzahl kassierte und im Gesamtklassement mit grossem Vorsprung führt. Dritter wurde Eddy Tapparel auf Porsche 911 SC, Vierter Danny Bender (Opel Kadett).

Weitere Informationen zur Rallye Mont-Blanc Morzine gibt es auf dieser Internetseite.

Und so geht es weiter:
29.–30. September, Rally del Ticino
26.–28. Oktober, Rallye International du Valais

Tapparel Cornevaux Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
VHC-Pilot Eddy Tapparel auf seinem Porsche 911 SC © Cornevaux

Permalink

Gesellschafter

Mitglied von

Ausrüster