Alexander Fach hat beim Finale des Porsche Sports Cup Suisse den Titel im GT3-Cup mit zwei souveränen Start-Ziel-Siegen in Misano erfolgreich verteidigt.
Die Würfel sind gefallen: Alexander Fach hat beim Finale des Porsche Sports Cup Suisse auf dem Misano World Circuit in Italien seinen Titel im GT3 Cup erfolgreich verteidigt. Der 18-Jährige aus Satteln liess mit zwei Pole-Positionen, zwei schnellsten Rennrunden und zwei Start-Ziel-Siegen an seinen Meisterschaftsambitionen keine Zweifel aufkommen. Mit einem Vorsprung von fast einer Minute entschied Fach auch das abschliessende 2-Stunden-Nachtrennen auf dem Kurs an der Adria souverän für sich.
«Was für ein Wochenende – ich muss noch immer verarbeiten, was alles geschehen ist», freute sich Alexander Fach. «Die Saison mit einem Doppelsieg abzuschliessen, ist besonders schön!»
Als jeweils Zweitplatzierter kam Luca Pastorelli ins Ziel, der bereits den neuen 911 GT3 Cup pilotierte. Spannend ging es im ersten Lauf im Kampf um Rang drei zu, den Gregor Burkard knapp gegen Dominik Fischli und Alexander Schwarzer für sich entscheiden konnte. Im zweiten Rennen des GT3 Cup konnte sich Fischli – der ebenso wie Fach das zweite Jahr der Nachwuchsförderung des Porsche Motorsport Club Suisse und der Porsche Schweiz AG genossen hat – vom vierten Startplatz auf Rang drei verbessern.
In der GT4 Clubsport-Gruppe hat sich Laurent Misbach mit zwei hart erkämpften Laufsiegen den Titel in der Klasse 10 für 718 Cayman GT4 Clubsport mit Manthey-Racing-Paket gesichert. Bei den Mittelmotor-Sportwagen ohne MR-Paket fuhr Patrick Schetty zweimal auf Platz 1 und darf sich damit ebenfalls über Titelehren freuen. Jörg Dreisow hat mit einem 911 GT3 R den ersten Lauf der GT Open-Kategorie gewonnen, im zweiten Rennen behielt Tazio Pieri mit einem 911 GT3 Cup die Oberhand. Und in der Porsche Drivers Competition hat Nicolas Garski die Saison mit einer makellosen Bilanz abgerundet: Er gewann auch den sechsten von sechs Läufen des Gleichmässigkeitswettbewerbs.
Für die Reifen-Lieferung der autobau Schweizer Kart Meisterschaft schreibt das Komitee Karting im Namen der NSK die Reifenvergabe für die Kategorien Super Mini, Iame X30 Challenge Switzerland, OK Senior/Junior und KZ2 für das Jahr 2022 neu aus.
Bitte entnehmen Sie alle nötigen Informationen den nachfolgenden Dokumenten.
Die NSK hat in ihrer letzten Sitzung den provisorischen Kalender abgesegnet. Stand heute sind acht Bergrennen, acht Slaloms und sechs Rallyes eingeschrieben.
Die NSK hat am vergangenen Mittwoch den provisorischen Nationalen Rennkalender für 2022 abgesegnet. Wobei die Betonung auf «provisorisch» liegt. Zeitlich weiträumige Planungen sind wegen der anhaltenden Pandemie obsolet. Es geht primär darum, positiv in die Zukunft zu blicken und zu versuchen, Normalität und eine gewisse Planungssicherheit in den Rennbetrieb zu bringen. Stand heute sind acht Bergrennen, acht Slaloms und sechs Rallyes vorgesehen.
Hier die Daten im Überblick:
Prov. Kalender Schweizer Berg-Meisterschaft 2022
12. Juni, Hemberg
19. Juni, La Roche – La Berra
10. Juli, Massongex
24. Juli, Ayent-Anzère
21. August, Les Rangiers
28. August, Oberhallau
11. September, Gurnigel
18. September, Les Paccots
Der Organisator des Bergrennens Reitnau hat die Durchführung für 2022 noch nicht bestätigt.
Prov. Kalender Schweizer Slalom-Meisterschaft 2022
10. April, Romont
1. Mai, Bière
15. Mai, Frauenfeld
21. Mai, Ambri 1
22. Mai, Ambri 2
19. Juni, Bure
26. Juni, Chamblon
25. September, Drognens
Der Veranstalter «Slalom de Bure» ist aktuell noch auf der Suche nach einem Ausweichdatum (Überschneidung mit dem Bergrennen La Roche – La Berra) und wird dieses raschmöglichst kommunizieren.
Prov. Kalender Schweizer Rallye-Meisterschaft 2022
8./9. April, Critérium Jurassien
2.-4. Juni, Rallye du Chablais
18./19. Juni, Rally di Alba (I)
8.-10. September, Rallye Mont-Blanc (F)
30. September-1. Oktober, Rally del Ticino
13.-15. Oktober, Rallye International du Valais
Bei den Austragungsdaten der Rally di Alba und der Rally del Ticino kann es noch zu Anpassungen kommen.
Ricardo Feller überglücklich, Neel Jani stinksauer: Die Gefühlslage der beiden Schweizer GT-Piloten hätte am Wochenende nicht unterschiedlicher ausfallen können.
Für Ricardo Feller ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Mit dem Gewinn des ADAC GT Masters hat der Aargauer seinen grössten Erfolg in seiner bisherigen Karriere gefeiert. Den Grundstein legten er und sein deutscher Teamkollege Christopher Mies schon am Samstag mit dem dritten Saisonsieg am Nürburgring. Somit gingen Feller/Mies am Sonntag mit 17 Punkten Vorsprung auf die Zweitplatzierten ins Rennen. Und diesen Vorsprung verwaltete man clever. Zwar hatte Feller mitten im Pulk zwischen Rang 10 und 12 stets beide Hände voll zu tun, doch der der Audi-Pilot vom Team Land Motorsport behielt die Übersicht und brachte den R8 LMS auf dem zehnten Platz nach Hause. Rang 14 hätte gereicht, um Meister zu werden.
«Es fühlt sich gerade alles ziemlich perfekt an», meinte Feller. «Ich habe schon vor einigen Jahren in der ADAC Formel 4 immer von diesem Moment geträumt. Heute den Fahrer-, Team- und Juniortitel zu holen ist einfach unfassbar. Im Rennen musste ich mich gegen meine Natur zurücknehmen, der Kampf um den Juniortitel wurde uns aber auch nicht geschenkt. Das Duell gegen Kim am Ende war hart, aber fair und hat natürlich Spass gemacht. Das ist wirklich ein grandioser Tag.»
Von den anderen Schweizer vermochten auch Lamborghini-Pilot Rolf Ineichen (Platz 3 am Sonntag) und Audi-Werksfahrer Patric Niederhauser (P5 am Sonntag) sowie Mercedes-Kutscher Raffaele Marciello (P5 am Samstag) zu überzeugen. Kein Kapital konnte Simona De Silvestro (Porsche) aus der ersten Pole-Position schlagen. Die Thunerin fiel im zweiten Lauf auf Platz 7 zurück.
Alles andere als grandios verlief dafür das Finale für Neel Jani im Rahmen der WEC in Bahrain. Der Berner Werks-Porschefahrer lag auf Titelkurs in der GTE Pro, als sein Teamkollege Michael Christensen im Kampf um Platz 1 vom Italiener Alessandro Pier Guidi im Ferrari 488 umgedreht wurde. «Was soll ich dazu sagen», postete Jani später auf Instagram. «Wir sind auf dem Weg zum WM-Titel. Noch sechs Runden waren zu fahren, als uns unser direkter Gegner im Kampf um den Sieg aus dem Rennen reisst. Und dann gibt es dafür nicht einmal eine Strafe! Um politisch korrekt zu bleiben, sage ich nur: Man trifft sich im Leben immer zwei Mal!»
Porsche hat noch vor Ort einen Protest eingelegt. Der wurde aber abgewiesen. Die Entscheidung der Sportkommissare fechtet das Team von Jani nun vor dem Internationalen Berufungsgericht der FIA an.
Auch Sébastien Buemi hat das angestrebte Ziel, seinen zweiten WM-Titel in der Langstrecken-WM, verpasst. Zwar gewann der Mann aus Aigle das abschliessende 8-Stunden-Rennen in Bahrain. Doch in der Endabrechnung hatte Buemi gegenüber dem Toyota-Schwesterauto von Mike Conway, Kamui Kobayashi und José-Maria Lopez wegen fünf Punkten Unterschied das Nachsehen.
Auch für Fabio Scherer endete die Saison mit einer Enttäuschung. Der Engelberger verpasste das Podium in der LMP2 um 4,4 Sekunden und wurde im Gesamtklassement Fünfter. Der Titel ging an das belgische Team WRT.
Zwei Podestplätze gab es dafür für Joshua Dufek beim Finale der deutsche Formel 4 am Nürburgring. In der Gesamtwertung wurde der in Genf wohnhafte österreichisch-schweizerische Doppelbürger Siebter. Der zweite Schweizer, Michael Sauter, wurde 15. In der Rookie-Wertung bedeutet dies Platz 2.
Die Nationale Sport-Kommission hat sich in ihrer Sitzung vom Mittwoch, 3. November, auch dem «Fall Toedtli» angenommen und dabei ein klares Urteil gefällt.
Die Rallye du Valais 2021 hatte ein Nachspiel. Und zwar für die #21, den Renault Clio RS5 von Jérémie Toedtli und Julie Faure. Bei der Nachkontrolle ihres Autos wurde eine technische Unregelmässigkeit festgestellt. Vor Ort wurde entschieden, dass das Duo Toedtli/Faure deshalb aus der Wertung genommen wird. Für den Neuenburger hatte der Ausschluss von der RIV im Gesamtklassement keine Auswirkung. Toedtli/Faure hatten den Schweizer Meistertitel bei den Junioren schon nach der Rally del Ticino sichergestellt. Auch in der Clio Trophy Swiss standen Toedtli/Faure schon vor der Rallye du Valais als Sieger fest.
Am 2. November schickte dann der Promoter der beiden Meisterschaften, die BZ Consult sàrl unter Leitung von Brice Zuffrey, einen Antrag an den Verband Auto Sport Schweiz sowie eine Mitteilung an die Medien. Daran stand, dass der Promoter entschieden habe, Toedtli/Faure nicht nur aus der Wertung der RIV zu streichen, sondern das Duo auch aus der Meisterschaft auszuschliessen. Im Weiteren stand in diesem Schreiben, dass es wegen des Ausschlusses der #21 in diesem Jahr keinen Schweizer Rallyemeister bei den Junioren und auch keinen Meister in der Clio Trophy Swiss geben wird. Die in der Gesamtwertung hinter Toedtli/Faure klassierten Fahrerduos sollten also nicht automatisch aufrücken.
Die Nationale Sport-Kommission (NSK) hat sich mit diesem Antrag am nächsten Tag (3. November) an ihrer Sitzung eingehend beschäftigt und diesen sehr ausführlich behandelt. Nach Kenntnisnahme aller Fakten und nach Beurteilung der Situation auf Grund der Reglemente sowie des Internationalen Sportgesetzes sah sich die NSK nicht in der Lage, den Entscheid des Promoters betreffend Schweizermeisterschaft Rallye Junior zu validieren.
Die NSK vertritt die Meinung, dass der Ausschluss aus der Rallye du Valais 2021 als Strafe dem Vergehen zu Genüge entspricht und sieht deshalb (genauso wie die Sportkommissare vor Ort) auch ihrerseits von einer Weiterleitung an die Disziplinarkommission ab.
Damit steht fest, dass Jérémie Toedtli und Beifahrerin Julie Faure die Schweizer Rallye-Meisterschaft bei den Junioren 2021 als Sieger beendet haben. Ob Toedtli/Faure den Titel in der Clio Trophy Swiss behalten dürfen, obliegt dem Promoter, da dies eine Serie und keine offizielle Schweizer Meisterschaft ist.
Die Preisverleihung zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft findet am Sonntag, 5. Dezember, im «Hotel Meilenstein» in Langenthal statt.
Im Vorjahr konnte wegen Covid-19 keine Preisverleihung durchgeführt werden. Deshalb ist die Freude bei Auto Sport Schweiz umso grösser, dass es in diesem Jahr wieder klappt.
Nachdem 2019 noch in der autobau Erlebniswelt in Romanshorn gefeiert werden konnte, findet die diesjährige Zeremonie am Sonntag, 5. Dezember, im «Hotel Meilenstein» in Langenthal statt. Die Einladung dazu wird in diesen Tagen verschickt.
Wir bei Auto Sport Schweiz freuen uns auf einen tollen Anlass in einem aussergewöhnlichen Ambiente.
Morgen Donnerstag öffnet die grösste Automobilmesse der Schweiz in diesem Jahr ihre Tore. Zahlreiche Schweizer Racer sind mit ihren Autos vor Ort.
Zum ersten Mal seit zwei Jahren findet die Auto Zürich wieder statt. Traditionell bietet die Neuwagenausstellung in den Ausstellungshallen in Zürich-Oerlikon auch für Motorsport-Fans den einen oder anderen Leckerbissen – und das in diesem Jahr fast ausschliesslich aus Schweizer Sicht. So sind u.a. die Fahrzeuge von Masters-Goldmedaillengewinner Reto Meisel (Mercedes SLK 340), Roger Schnellmann (Misubishi Evo VIII), Michel Zemp (Norma M20FC) und Andreas Helm (Tracking RC01) zu bestaunen. Ergänzt wird das motorsportliche Angebot mit Fahrzeugen von Sportec (KTM) sowie Köstli Racing (Radical). Ebenfalls vor Ort sind die international im Einsatz stehenden Teams von Emil Frey Racing und Kessel Racing
Nicht fehlen darf natürlich auch die RacingFuel Acadmey, der Ausrichter der offiziellen Schweizer Simracing-Meisterschaft. Der Stand mit mehreren Simulatoren befindet sich in Halle 2. Für die Besucher gibt es jeden Tag im Halbstundentakt ein 15-20-minütiges Qualifying. Donnerstag und Freitag um 19 Uhr sowie Samstag und Sonntag um 16.45 Uhr findet dann jeweils ein Rennen statt. Am Samstag ab 15 Uhr tummeln sich am Stand auch verschiedene Schweizer Rennfahrer – u.a Nico Müller, Lucas Mauron, Miklas Born und Grégoire Saucy.
Die Ausstellung dauert von Donnerstag, 4. November, bis Sonntag, 7. November. Sie ist von 10 bis 21 Uhr (Do und Fr) respektive 10 bis 19 Uhr (Sa und So) geöffnet. Zutritt zur Auto Zürich erhalten nur geimpfte, negativ getestete oder genesene Personen mit gültigem Schweizer oder EU Covid-Zertifikat. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 19.- Schweizer Franken.
Weitere Infos finden Sie im Internet unter www.auto-zuerich.ch
Es ist zwar schon ein paar Wochen her. Aber für all die, die nicht in Braga waren, gibt es einen Videoclip, den wir Ihnen nicht vorenthalten wollen.
Das FIA Hill Climb Masters in Braga/Portugal hat Eindruck hinterlassen. Bei den Teilnehmern, den Zuschauern vor Ort und all denen, die das Rennen Zuhause per Livestream verfolgt haben. Stellvertretend für die Schweizer Delegation steht das Zitat von Goldmedaillen-Gewinner Reto Meisel: «Das Wochenende vom 9./10. Oktober 2021 in Braga war das schönste Motorsporterlebnis im meinen 32 aktiven Jahren im Bergrennsport.»
Für all die, die nicht dabei waren, gibt es einen zweieinhalbminütigen Videoclip von www.planzerfilms.ch. Viel Spass beim Schauen!
Fredy Lienhard und seine autobau Erlebniswelt in Romanshorn geben weiter Gas – mit einer Regazzoni-Ausstellung, der autovirtuell, einem neuen Simracing-Center, sowie einem neuen Buch.
Fredy Lienhard ist nicht zu bremsen. Der ehemalige Rennfahrer, langjährige Lista-Chef, Gründer der autobau Erlebniswelt in Romanshorn und Namensgeber der Schweizer Kart-Meisterschaft hat in den letzten Wochen und Monaten mit seinem Team drei weitere Projekte verwirklicht.
Da ist zum einen der «Clay Regazzoni Honor Room», der vor Kurzem eingeweiht wurde. Die neue Dauer-Ausstellung in einem neu geschaffenen Gebäudeteil dreht sich ausschliesslich um den fünffachen GP-Sieger aus dem Tessin. Zu den Exponaten aus Regazzonis Karriere gehören ein Ferrari 312 B3 von 1974, der Tecno F2, mit dem der Tessiner den EM-Titel 1970 eroberte, und der March-BMW 782, mit dem Clay beim Bergrennen St. Peterzell–Hemberg 1979 den zweiten Platz belegte. Ausserdem sind weitere Fahrzeuge aus Clays privatem Fuhrpark (u.a. ein Ferrari F40 mit Handschaltung) sowie zahlreiche Trophäen und sonstige Regazzoni-Memorabilien ausgestellt.
Fast parallel zur Regazzoni-Gedenkausstellung eröffnete in Romanshorn auch die autovirtuell, ein Simracing-Center für Jung und Alt. An sechs vernetzten Simracing-Simulatoren können sich Simracing-Fans messen – ob bei offiziellen Meisterschaftsläufen der RacingFuel Academy oder bei privaten Anlässen. Infos zum neuen Center bietet die Webpage www.autovirtuell.ch
Das dritte Projekt ist ein umfassendes Buch zur autobau Erlebniswelt. Es ist das zweite seiner Art (mit dem passenden Titel: «autobau ist nie fertig») und es bietet Infos zur Geschichte, zur Sammlung und zu den Aktivitäten. Erhältlich ist das Buch im Shop auf www.autobau.ch für 35 Schweizer Franken.
Zu den Öffnungszeiten: Den «Regazzoni Honor Room» kann (wie auch der Rest des Museums) jeden Sonntag von 10-17 Uhr besichtigt werden. Für den Zutritt in die autobau Erlebniswelt ist ein gültiges Covid-Zertifikat notwendig.
Sébastien Buemi und Neel Jani haben in der Langstrecken-WM nach dem ersten von zwei Rennen in Bahrain intakte Chancen, Weltmeister zu werden.
Sébastien Buemis Chancen auf einen zweiten WM-Titel bei den Sportwagen (nach 2014) bleiben intakt. Der ehemalige Formel-1-Pilot hatte beim vorletzten Lauf in Bahrain zwar das Nachsehen gegenüber dem Toyota-Schwesterauto von Conway/Lopez/Kobayashi, doch Buemi und seine Teamkollegen Brendon Hartley und Kazuki Nakajima können am kommenden Samstag beim grossen Finale (wieder in Bahrain) den Spiess noch umdrehen. Der Rückstand auf den Toyota mit der #7 beträgt 15 Punkte. «Ich mag es nicht, Zweiter zu werden», sagte Buemi nach dem Rennen. «Aber ich freue mich für das Team. Wir haben den ersten Hypercar-Titel der Geschichte als Team ein Rennen vor Schluss im Trockenen.»
In der GT-Klasse setzten sich der Seeländer Neel Jani und der Franzose Kévin Estre mit ihrem Porsche 911 RSR nach sechs Stunden um sieben Zehntelsekunden gegen die Werksfahrerkollegen Gianmaria Bruni aus Italien und Richard Lietz aus Österreich durch. Mit dem dritten Saisonsieg und dem Zusatzpunkt für die Pole-Position hat Jani damit den Rückstand in der Fahrer-WM vor dem 8-Stunden-Rennen vom nächsten Samstag auf einen einzigen Zähler reduzieren können.
Fabio Scherer indes schrammte in der LMP2 wegen Handlingsproblemen und einer Zehn-Sekunden-Strafe für Scherers Teamkollege Filipe Albuquerque knapp am Podium vorbei. Die Chancen, den WM-Titel bei den Teams erfolgreich zu verteidigen, sind vor dem letzten Rennen nur noch theoretischer Natur.
Der bereits als Meister festgestandene Grégoire Saucy hat beim Finale der Formula 3 Regional by Alpine in Monza keine weiteren Podestplätze zu seiner sonst so eindrücklichen Saisonbilanz hinzufügen können. Im ersten Lauf wurde der Jurassier Vierter, im zweiten Durchgang Zehnter. Das Ziel, die Teamwertung zu gewinnen, verpasste Saucy und seine Teamkollegen im Duell mit R-Ace deutlich. Für Saucy geht es nach dem Titelgewinn in der regionalen F3 gleich weiter. Ab heute Montag absolviert der frischgebackene Champion in Valencia für sein Team ART erste Testfahrten in der FIA International Formula 3.
In Monza ging am Wochenende auch die Saison in der italienischen Formel 4 zu Ende. Bester Schweizer über die gesamte Saison gesehen war Joshua Dufek als Gesamtsiebter. Der österreichisch-schweizerische Doppelbürger gewann ein Rennen und stand insgesamt fünf Mal auf dem Podium. Samir Ben, der zweite Schweizer, der Punkte gesammelt hatte, beendete die Saison auf P27 respektive P14 bei den Rookies. Sein bestes Ergebnis war ein sechster Platz in Imola. In der Teamwertung belegte Jenzer Motorsport als einziges Schweizer Team Rang 6.
Wie schon bei den letzten Ausgaben veröffentlichen wir an dieser Stelle den einen oder anderen Artikel aus dem vierteljährlich erscheinenden Magazin von ASS. Teil 3: Das Klausenrennen geht virtuell.
Der berühmte Rennfahrer Hans Stuck sagte einst: «Ich liebe Berge über alles. Und unter diesen Riesen ist mir der Klausenpass einer der liebsten.» Stuck war bei weitem nicht der Einzige, der so dachte. Die Crème de la Crème des internationalen Rennsports – von Rudolf Caracciola über Louis Chiron bis Tazio Nuvolari – versammelte sich von 1922 bis 1934 insgesamt zehn Mal zum 21,5 Kilometer langen Klausenrennen. Mensch und Maschine waren von der Länge der Rennstrecke, der Beschaffenheit der Strasse, aber auch von den zum Teil klimatischen Bedingungen bis auf Äusserste gefordert.
Nach der Austragung von 1934 dauert es fast 60 Jahre, ehe am Klausenpass mit dem «Memorial» von 1993 wieder Motor dröhnten. Nach weiteren Austragungen 1998, 2002 und 2006 fand im Jahr 2013 das bis heute letzte «Internationale Klausenrennen» statt.
Nun steht eine Wiedergeburt bevor. Zum 100. Geburtstag wird das Klausenrennen am 27. August 2022 erneut stattfinden. Allerdings nicht in der Form, wie man es bisher erleben konnte. Sondern virtuell – mit modernen Rennsimulatoren, die einem das Gefühl vermitteln, als würde man wie damals beim grossen Kampf der Silberpfeile 1934 mit einem Mercedes oder Auto Union die Strecke zur Klausenpasshöhe hochjagen.
An vorderster Front für das erste virtuelle Klausenrennen steht die RacingFuel Academy AG, die sich als Ausrichter der Schweizer Simracing Meisterschaft einen Namen gemacht hat und die das Klausenrennen virtuell erst möglich macht. 1000 Arbeitsstunden habe es gebraucht, so Geschäftsführer Wani Finkbohner, um die Daten der Strecke zu erfassen. Dabei gingen Finkbohner und seine zehnköpfige Crew aus Horgen (ZH) akribisch vor. Die ersten Meter nach dem Start hat man wie im Original mit Kopfsteinpflaster imitiert. Der Rest ist – Stand heute – asphaltiert. «Bis zum eigentlichen Rennen im August 2022 werden wir die Strecke aber komplett im Originalzustand, also grösstenteils mit Schotter, versehen», sagt Finkbohner, der mit seinem Simulatorunternehmen auch schon die Strecken am Gurnigel und in Arosa nachzeichnete.
Dass die Imitation schon heute realitätsnah ist, hat Auto Sport Schweiz bei einem Selbsttest erfahren. Der Auto Union von Stuck lässt sich virtuell kaum zähmen. Die damals ultra schmalen Räder und der Schub des 16-Zylinder-Motors lassen den Autor dieser Zeilen im Simulator rasch verzweifeln. Da nützt auch der Tipp von Chefinstruktor und Oberhallau-Sieger Robin Faustini, der seit Januar bei der RacingFuel Acadmey arbeitet, nicht viel. «Du musst das Auto mit dem Gaspedal steuern!»
Etwas leichter zu bändigen ist die Strassenversion, die die RacingFuel Academy anbietet. Doch auch hier bleibt der ASS-Proband weit von der Bestzeit entfernt. Die hat 1934 Rudolf Caracciola auf dem 354 PS starken Mercedes W25 mit 15:22,2 Minuten aufgestellt. «Das Ziel ist, dass wir diese Zeit bei unserem virtuellen Event am 27. August 2022 schlagen», sagt Finkbohner.
Um sich auf das «1. Virtuelle Klausenrennen» am 27. August 2022 vorzubereiten, kann jeder Fan an der «Klausenrennen-Challenge» direkt in Horgen oder in den Partnercentern (www.racingfuel-academy.com) auf Zeitenjagd gehen. Auf die Sieger wartet u.a. ein Gutschein für ein Klausenpass-Weekend im neuen «Hotel Klausenpass».
Zurück zu Caracciolas Bestzeit von 1934: Die 15:22,2 Minuten für die 1237 Meter Höhendifferenz von Linthal zur Klausenpasshöhe sind heute noch Rekord. Stuck sr. verpasste die Marke damals um 3,2 Sekunden… Ein Blick auf die Durchschnittsgeschwindigkeit von 83,9 km/h lässt erahnen, welch unglaubliche fahrerische Leistung von «Caratsch» dahintersteckte. Auch der Vergleich mit der ersten Austragung ist bemerkenswert. Der erste Sieger von 1922, Josef Nieth aus Basel, benötigte für dieselben 136 Kurven noch 21:43,0 min. Sein Durchschnittstempo betrug 56,7 km/h – in etwa gleich viel wie der Autor in echt auf der Strasse.
Das Team Köstli Racing verfolgt den Plan, am Bergrennen Pikes Peak teilzunehmen, weiter hartnäckig. Fahrer Roger Schnellmann durfte erstmals im Radical SR03 Platz nehmen.
Anfang 2021 hat sich das Team Köstli Racing um einen Start am berühmtesten Bergrennen der Welt, dem Pikes Peak in Colorado, beworben. Prompt bekam man die Zusage. Doch die Zeit, um das ehrgeizige Projekt auf die Beine zu stellen, war zu kurz. Die Gebrüder Roman und Sebastian Köstli mussten auf den Start verzichten. Doch wie heisst es so schön: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. 2022 will das Team aus dem zürcherischen Wernetshausen einen zweiten Anlauf nehmen.
Als Fahrzeug dient erneut der Radical SR03. Und als Fahrer kommt für die Köstlis nur einer in Frage: Roger Schnellmann, der FIA Hill-Climb-Masters-Sieger von Gubio 2018. Letzterer hat diese Woche seine erste Testfahrt im Radical SR03 absolviert. «Ich habe noch nie in einem Auto ohne Dach gesessen», sagt Schnellmann nach ein paar «Runden» im Verkehrszentrum Tuggen (SZ). «Der Tiefpunkt ist deutlich niedriger als bei meinem Mitsubishi. Und die Lenkung ist sehr direkt. Ausserdem ist der Radical auf der Hinterachse sehr giftig. Es ist gar nicht so einfach, die richtige Dosierung zu finden.»
Noch ist der Radical von den Köstlis im Originalzustand. Ein aufwändiger Umbau für das Rennen am Pikes Peak am 26. Juni 2022 steht noch bevor. «Bis jetzt haben wir etwa einen Drittel des Budgets zusammen», sagt Sebastian Köstli. Und Bruder Roman ergänzt: «Wir hoffen, dass wir sehr bald noch weitere Sponsoren für unser Projekt finden, damit wir mit den Modifikationen beginnen können.»
Rund 100'000 Schweizer Franken soll das Abenteuer kosten. Dabei geht es dem Brüderpaar nicht nur ums Mitmachen. Sie wollen die Open-Klasse nicht nur gewinnen, sondern auch einen neuen Rekord auf der 19,99 Kilometer langen Strecke aufstellen. «Als mich die Jungs zum ersten Mal kontaktiert haben, kam ich ins Schwitzen», grinst der sonst abgebrühte Schnellmann. «An einem Rennen wie dem Pikes Peak teilzunehmen, ist schon nicht ganz alltäglich.»
Bleibt zu hoffen, dass der Traum in Erfüllung geht. An Gelegenheiten, schnell den Berg hochzufahren, soll es Schnellmann 2022 nicht fehlen. «Ich rechne damit, dass wir 2022 in der Schweiz wieder eine normale Bergsaison haben», sagt Schnellmann. «Und natürlich bin ich dann auch wieder mit dabei.» Seinen Mitsubishi Evo VIII hat er in der rennlosen Zeit nochmals modifiziert. Wer einen Blick auf das «Bergmonster» werfen will, kann dies bei der Auto Zürich (Do, 4. bis So, 7. November) tun.
Die Zürcherin Chiara Bättig (11) hat sich bei der zweitägigen FIA-Talentsuche «Girls on Track» im französischen Le Castellet für das Finale Ende November qualifiziert.
Die Freude ist gross. Gerade eben war Chiara Bättig in unserem vierteljährlich erscheinenden Magazin noch in der Rubrik «One to watch», nun hat sich die Elfjährige beim FIA-Förderprogramm «Girls on Track» für das Finale qualifiziert. Unter ursprünglich 70 Teilnehmerinnen schaffte es die junge Zürcherin, die 2021 bei den Super Minis den siebten Schlussrang belegte (ein Rennen weniger als die Konkurrenz), unter die Top 4 zu kommen.
Die Freude, sich für das Finale qualifiziert zu haben, ist gross. «Ich bin stolz», sagt Chiara. «Ich habe alles gegeben. Es war sehr streng. Wir hatten von morgens bis abends Programm.» Dabei ging es nicht nur um das reine Fahrkönnen. «Wir hatten Fitness-Einheiten und wurden im Umgang mit Medien getestet. Ausserdem wurde geschaut, wie wir mit Stress umgehen. Sogar die Ernährung war ein Thema.»
Für Bättig geht es nun vom 22. bis 26. November mit dem Finale in Lonato (I) weiter. Dort werden dann auch Verantwortliche der Ferrari Academy vor Ort sein. Setzt sich Bättig gegen ihre drei verbleibenden Konkurrentinnen durch, winkt der Juniorin ein Vertrag für 2022, mit dem sie bei Läufen zur WSK und Euroserie starten darf.
Die zweite Schweizerin, die bei «Girls on Track» im französischen Le Castellet eingeschrieben war, ist ausgeschieden. Obwohl enttäuscht wird Kiana Naudé natürlich im Kartsport weitermachen. «Ich hatte ein gutes Jahr. Ich bin im ROK Cup in Italien Zweite bei den Junioren geworden, obwohl ich nur fünf der sieben Rennen bestritten habe.»
Mike Coppens ist der neue Schweizer Rallye-Meister. Der Lokalmatador profitierte bei der Rallye International du Valais von einem Ausfall des bis zur neunten Prüfung souverän führenden Sébastien Carron.
Sébastien Carron hatte bei der 61. Ausgabe der Rallye International du Valais alle Trümpfe in der Hand. Bis zur neunten Wertungsprüfung lag der Mann aus Vétroz (VS) komfortabel in Führung. Derweil Mike Coppens (Skoda Fabia) und Michaël Burri (VW Polo GTI) mit einem Respektabstand von 50 Sekunden auf Carron um den zweiten Platz kämpften.
Doch in der zehnten Prüfung von Mollens nach Montana unterlief Carron, der in diesem Jahr schon bei drei Rallyes im Rahmen der Schweizer Meisterschaft siegreich war, ein Fehler. Dabei beschädigte er sich die vordere und hintere Felge auf der linken Seite seines Skoda Fabia. Für Carron war die Rallye und das Rennen um den Titel damit gelaufen. 20 Jahre nach seinem Debüt bei der RIV nahm er die Niederlage sportlich gelassen. «Die Moral im Team ist trotz des Ausfalls gut», meinte Carron. «Man kann nicht immer gewinnen. Gratulation an Mike und seinen Co-Piloten Christophe Roux.»
Spannend blieb die Rallye dennoch. Coppens und Burri lieferten sich bis zum Schluss einen sehenswerten Zweikampf. Vor der letzten Wertungsprüfung trennten die beiden Führenden nur 2,2 Sekunden. Am Ende siegte Coppens mit 4,4 Sekunden vor Burri. Auf Platz 3 kam Jonathan Michellod (Skoda Fabia) ins Ziel (1:24 min zurück). Rang 4 ging an Sergio Pinto auf einem Alpine A110 RGT – vor dem Belgier Pieter Tsjoen (Skoda Fabia).
Weil Burri mit französischer Lizenz fuhr, rückten Michellod und Pinto in der Schweizer Wertung auf die Plätze 2 respektive 3 vor. Das hatte vor allem für den jungen Walliser Michellod einen positiven Nebeneffekt. Mit den 35 Punkten, die er dafür erhielt, überholte er im Gesamtklassement noch den bei der Rallye du Valais abwesenden Ivan Ballinari und sicherte sich so den dritten Schlussrang in der Schweizer Rallye-Meisterschaft 2021.
Für den neuen Schweizer Rallye-Meister Mike Coppens gingen mit seinem ersten Sieg bei der «Valais» und dem gleichzeitig errungenen ersten SM-Titel zwei Träume in Erfüllung: «Ich habe früher Philippe Roux und Jean-Laurent Girolamo zugesehen, wie sie bei uns auf den Strassen gefahren sind. Und ich wollte es ihnen gleichtun. Dass ich jetzt das Double gewonnen habe, also die RIV und die Schweizer Rallye-Meisterschaft, ist unbeschreiblich. Ich glaube, es dauert noch ein paar Tage, bis ich das begreife.»
Bereits entschieden war die Schweizer Rallye-Meisterschaft der Junioren. Dort stand vor dem letzten Lauf im Wallis der Neuenburger Jérémie Toedtli als Meister fest. Ausgerechnet dieser Toedtli blieb bei der RIV jedoch mit seinem Renault Clio RSR in der Nachkontrolle wegen eines technischen Vergehens hängen und wurde aus der Wertung genommen. Ob diese Disqualifikation weitere Auswirkungen auf den Meisterschaftsendstand hat, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Der Sieg bei den Junioren sicherte sich Guillaume Girolamo. Platz 2 ging an Thibaut Maret. In der Clio Trophy Swiss setzte sich Ismaël Vuistiner durch. Zweiter wurde Girolamo, Dritter Maret.
Ein spannendes Duell trugen auch Aurélien Devanthéry und Nicolas Lathion um den Sieg in der Trophée Michelin Suisse aus, wobei Lathion das bessere Ende für sich behielt. Platz 3 in dieser Kategorie ging an den Franzosen Thomas Battaglia, der bereits vor der «Valais» als Meister feststand.
In der historischen Klasse sicherte sich Guy Trolliet (Porsche 911 Carrera) mit einem zweiten SM-Rang den Meistertitel vor Claude-Alain Cornuz (Ford Escort RS) und Jean-Romain Cretegny (Ford Escort MKII). Der Sieg bei der 4. Ausgabe der historischen Klasse im Wallis ging an Gratien Lovey (BMW M3 E30). In der im Wallis erstmals ausgetragenen internationalen Klasse (ERC Historic) setzte sich der Tscheche Vojtech Stajf auf seinem Opel Kadett GT/E gegen zwei Ford Escort aus England durch.
Eine Hiobsbotschaft gab es noch am Rande der RIV: Jean-Marc Salomon (59) wurde am Freitagmorgen im Krankenhaus von Sion ein Blutgerinnsel entfernt. Der Jurassier, der 2019 Vizemeister in der Schweizer Rallye-Meisterschaft wurde, ist nach eigenen Angaben auf dem Weg zur Besserung. «Ich habe keine Apparate mehr um mich herum», meinte Salomon gegenüber Auto Sport Schweiz heute Montag. «Ich kann wieder aufstehen und ich denke, es geht in die richtige Richtung.»
Wir von Auto Sport Schweiz wünschen Jean-Marc gute Besserung! Und dass er schon bald wieder in seinem Ford Fiesta R5 Platz nehmen kann!
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.riv.ch
Im ADAC GT Masters gab es am Wochenende einen weiteren Schweizer Sieg zu bejubeln. Allerdings nicht von Gesamtleader Ricardo Feller.
Ricardo Feller muss weiter um seinen ersten Titel im ADAC GT Masters zittern. Beim vorletzten Lauf in Hockenheim belegte der junge Aargauer mit seinem deutschen Teamkollegen Christopher Mies die Plätze 2 und 7. Weil die direkte Konkurrenz (Luca Stolz/Maro Engel) mit den Rängen 4 und 3 noch erfolgreicher war, beträgt der Vorsprung von Audi-Pilot Feller vor dem Finale am Nürburgring (6./7. November) nur noch vier winzige Zähler. An Spannung wird es bei den letzten beiden Läufen definitiv nicht mangeln: Noch 13 Fahrer (!) haben Chancen auf den Titel. Darunter auch Mercedes-Pilot Raffaele Marciello, der in Hockenheim die Ränge 5 und 2 belegte, sowie Lamborghini-Kutscher Rolf Ineichen, der nach Rang 7 im Samstagsrennen im zweiten Durchgang seinen ersten Saisonsieg bejubeln durfte.
Zwei weitere Schweizer haben es in Hockenheim in die Top 10 geschafft: Patric Niederhauser bestätigte die nach oben zeigende Formkurve und egalisierte sein bisher bestes Saisonergebnis mit Platz 6, Jeffrey Schmidt wurde im zweiten Lauf Neunter.
Nicht mehr zittern musste Louis Delétraz. Der Genfer konnte beim Saisonfinale der ELMS in Portimão (P) mit dem Titel im Sack befreit auffahren. Zu einem weiteren, dem vierten Saisonsieg reichte es aber knapp nicht. Platz 2 hinter dem siegreichen LMP2 von United Autosports war für Delétraz aber dennoch ein Top-Ergebnis nach einer ausgesprochen erfolgreichen Saison in der ELMS.
Das von der Pole-Position aus gestartete Schweizer Team Cool Racing (mit Alexandre Coigny) belegte Rang 6, verlor aber noch den Titel in der LMP3 wegen eines Reifenschadens am Auto von Nicolas Maulini.
Ein versöhnliches Saisonende gab es auch für Ferrari-Pilotin Rahel Frey. Die Solothurnerin fuhr wie schon beim vorletzten Lauf in Spa als Dritte in der LMGTE aufs Podium.
Eine weitere schnelle Dame, Fabienne Wohlwend, beendete die Saison in der W Series wie schon im Premierenjahr auf dem sechsten Schlussrang. Der Titel ging wie schon 2019 an die Engländerin Jamie Chadwick.
Heute vor 50 Jahren, am 24. Oktober 1971, kam Jo Siffert bei einem nicht zur WM zählenden Formel-1-Rennen in Brands Hatch ums Leben. Drei Zeitzeugen erinnern sich an den unvergessenen «Seppi».
Adriano Cimarosti (84), Heini Mader (85), Jacques Deschenaux (75) – sie alle haben Jo Siffert nicht nur über Jahre hinweg begleitet, sie haben mit ihm auch so manches Abenteuer erlebt. Schon vor zehn Jahren haben Sie mir Ihre Erinnerungen geschildert. Diese sind heute noch immer brandaktuell. Höchste Zeit also, das Notizbuch von damals nochmals zu konsultieren.
Cimarosti, Mader und Deschenaux haben Siffert in den Jahren 1961 respektive 1962 zum ersten Mal getroffen. Und bei allen drei hinterliess der umtriebige Fribourger einen bleibenden Eindruck. «Ich habe Jo 1961 in Monaco zum ersten Mal live erlebt», sagt Motorsport-Journalist Cimarosti. «Er fuhr damals in der Formel Junior und nächtigte mit seinen Jungs in einer Tiefgarage – zwischen Sardinenbüchsen und Luftmatratzen.»
Auch Motorenguru Mader traf Siffert zum ersten Mal ausserhalb der Schweiz: bei einem Rennen in Neapel. «Ich war damals mit der Scuderia Filipinetti vor Ort und habe das Auto von Heinz Schiller betreut. Seppi kam zu spät zum Rennen und qualifizierte sich deshalb nicht…»
Der damals 17-jährige Deschenaux lernte Siffert kennen, als er als Korrespondent für die «Tribune de Genève» arbeitete. «Wir fuhren gemeinsam zum Bergrennen Ollon-Villars. Er ist mit mir wie ein Verrückter die Strecke hochgefahren. Dabei wurde es mir fast schlecht.»
Allen drei ist Sifferts Improvisationskunst in bester Erinnerung. «Sifferts Motto lautete: Hindernisse sind da, um überwunden zu werden», sagt Cimarosti und fügt an: «Seppi hatte eine Begabung. Er redete so lange auf Leute ein, bis er von ihnen das bekam, was er wollte. Ausserdem war er sich für keine Arbeit zu schade. In jungen Jahren verdiente er sein Geld als Lumpensammler. Mit 16 fing er an, mit Autos zu handeln. Dass er diese ohne Führerausweis von A nach B verschob, ist eine andere Geschichte.»
Auch Mader kann von Sifferts Improvisationskunst ein Lied singen. Ab 1962 arbeitete er als Mechaniker an der Seite von Seppi. «Für mich war der Wechsel von der Scuderia Filipinetti zu Siffert wie von einer Grossbank in eine Wechselstube. Unter der Woche hat Siffert mit Autos gehandelt. Mit dem Geld, das er dort verdient hat, sind wir dann am Wochenende zu den Rennen gefahren. Gutes Material hatten wir selten. Uns sind die Getriebe reihenweise verreckt.»
Auch Deschenaux hat Sifferts Geschäftssinn und Überlebenskünste hautnah erlebt. «Wir haben einmal von Ollon zurück nach Mouret, wo er gewohnt hat, mehr als neun Stunden gebraucht. Seppi hielt überall an und hat Geschäfte erledigt. Ich sass im Auto und habe Däumchen gedreht…»
Trotz der bescheidenen Mittel schaffte es Siffert immer wieder, grossartige Erfolge zu feiern. 1964 beispielsweise schlug er in einem dramatischen Fotofinish beim Grand Prix von Sizilien Superstar Jim Clark mit einem hauchdünnen Vorsprung. Einen seiner grössten Erfolge feierte er dann 1968 im Team von Rob Walker Racing. Siffert gewann den Grand Prix von England auf einem Lotus 49B. Drei Jahre spätere feierte er seinen zweiten (und letzten) GP-Sieg in Österreich auf BRM. Parallel gewann Siffert im Dienste von Porsche zahlreiche Sportwagen-Rennen. So zum Beispiel 1968 das 12-Stunden-Rennen von Sebring mit Hans Herrmann. Oder die Targa Florio 1970 mit Brian Redman.
Am 24. Oktober 1971 startete Siffert bei einem Formel-1-Rennen ohne WM-Status in Brands Hatch. In der 15. Runde brach an seinem BRM die Radaufhängung. Sifferts Auto traf einen Erdwall, überschlug sich und begann zu brennen. Für Siffert kam jede Hilfe zu spät.
Mader sagt noch heute, er möchte nicht an diesen schwarzen Sonntag erinnert werden. «Das ist für mich eine höchst emotionale Angelegenheit.» Cimarosti bestätigt: «Das war für mich der schlimmste Augenblick in meiner Laufbahn als Motorsport-Journalist.» Erfahren hat es «Cima» erst am Tag danach. «Als Seppi verunglückte, war ich privat unterwegs. Ahnungslos war ich montags auf dem Weg in die Redaktion, als ich an einem Kiosk die Schlagzeile las: So starb Jo Siffert! Ich fiel aus allen Wolken.» Auch Deschenaux war fassungslos. «Ich war an diesem Sonntag in Bern. Auf dem Hauptbahnhof traf ich einen Bekannten. Er fragte: weisst du schon das neuste von Siffert? Ich sagte: Er hat vermutlich gewonnen. Er stand ja auf der Pole-Position. Da erwiderte der Bekannte: Nein, Siffert ist tot!»
Das kommende Wochenende steht ganz im Zeichen des vor 50 Jahren in Brands Hatch verstorbenen Jo Siffert.
Im Rahmen der Siffert-Feierlichkeiten können Fans des ehemaligen GP-Siegers am Wochenende Ihrem Idol gedenken. Am Samstag findet im Théâtre Equilibre in Fribourg eine Veranstaltung statt, bei der zahlreiche Wegbegleiter erwartet werden. Am Sonntag trifft sich die treue Fangemeinde des 1971 verstorbenen Rennfahrers auf dem Friedhof St-Léonard.
Weitere Details entnehmen Sie den angehängten Flyer. Oder der Internetseite www.josiffert21.ch
2019 wurde Eric Berguerand überlegen Schweizer Berg-Meister. Seither ist der Walliser wegen der Corona-Pandemie nicht mehr gefahren. Das könnte sich 2022 ändern.
Seit zwei Jahren steht der Lola FA99 von Eric Berguerand in der Garage. Wegen der Corona-Pandemie ist der sechsmalige Schweizer Berg-Meister in den vergangenen 24 Monaten kein einziges Rennen gefahren. 2022 könnte sich das ändern. «Wenn es eine normale Berg-Meisterschaft gibt, bin ich wieder dabei», sagt der 42-jährige Walliser. «Vorausgesetzt das Auto läuft…»
Viel hat er in den vergangenen zwei Jahren nicht am Auto gearbeitet. Auch hat Berguerand in diesem Jahr keine Lizenz gelöst. «Es war irgendwann absehbar, dass es auch 2021 keine Meisterschaft geben wird», meint der Formel-3000-Pilot. «Und für nur ein Rennen wollte ich keine Lizenz lösen.»
Trotzdem hat Berguerand die Szene weiter verfolgt – insbesondere das FIA Hill Climb Masters in Portugal und das Bergrennen in Oberhallau, das einzige Schweizer Bergrennen 2021. Bei Letzterem freute er sich besonders über den Tagessieg von Robin Faustini. «Der erste Sieg ist immer wichtig», sagt Berguerand. «Vor allem für einen jungen Fahrer wie Robin. Da fällt eine Last von den Schultern.»
Das «Comeback» von Berguerand hängt also in erster Linie vom Kalender 2022 ab. Dieser ist noch in Bearbeitung und steht auf der Traktandenliste der nächsten Sitzung der Nationalen Sport-Kommission (NSK) vom 3. November 2021. Doch so viel sei schon verraten: Bis jetzt haben sich die «üblichen Verdächtigen» plus Rückkehrer «La Roche – La Berra» eingeschrieben. Und weil es 2022 nach heutigem Stand keine Ausreden mehr geben darf (Stichwort 3G-Regel), geht auch Auto Sport Schweiz davon aus, im kommenden Jahr wieder einen Normalbetrieb zu haben.
Von Donnerstag bis Samstag findet mit der Rallye International du Valais das Finale der Schweizer Rallye-Meisterschaft statt. Fest steht jetzt schon: Der neue Meister kommt aus dem Wallis.
Der neue Schweizer Rallye-Meister 2021 heisst entweder Mike Coppens oder Sébastien Carron, fährt einen Skoda Fabia und kommt aus dem Wallis. So viel steht vor dem Finale, der Rallye International du Valais, fest. Die Entscheidung fällt von Donnerstag, 21. Oktober, bis Samstag, 23. Oktober, rund um das Kasernenareal von Sion im Rhonetal.
Auf den ersten Blick hat Mike Coppens die bessere Ausgangslage im Titelduell. Der 42-Jährige aus Verbier führt die Meisterschaft mit 130 Punkten an. Der auf Platz 2 liegende Sébastien Carron hat elf Zähler Rückstand. Doch die Situation täuscht. In der Endabrechnung zur Schweizer Rallye-Meisterschaft werden nur die besten vier Ergebnisse gewertet. Und Coppens hat schon vier Mal gepunktet. Ihm wird also nach der Rallye du Valais das schlechteste Ergebnis gestrichen. Anders die Situation bei Carron: Der ein Jahr ältere Titelrivale hat bisher drei Rallyes bestritten und kann damit bei der «Valais» voll punkten.
Im Klartext heisst das: Wenn Coppens gewinnt, reicht Carron ein dritter Platz. Fällt Coppens aus, muss der bisher dreimalige Champion Carron mindestens Achter werden.
«Ich freue mich, dass ich wieder einmal bei der Rallye du Valais dabei bin», sagt Carron, der zuletzt 2017 im Wallis am Start gestanden hatte. «Mein Co-Pilot Lucien Revaz und ich haben genau vor 20 Jahren bei der Rallye du Valais angefangen – auf einem Peugeot 106. Das weckt schöne Erinnerungen.» Zu viele Gedanken an den Titel will Carron nicht verschwenden. «Klar denke ich an den Titel. Aber im Moment denke ich mehr daran, was es für ein Gefühl ist, am Start zu stehen, Spass mit Lucien zu haben und im Ziel möglichst weit vorne zu landen.»
Für Coppens könnte es der erste Titel werden. Zur Ausgangslage meint er: «Es gibt auf beiden Seiten Vor- und Nachteile, was die Ausgangslage betrifft. Ich glaube, wir haben beide unser Schicksal selber in der Hand. Im Moment bin ich froh, dass ich vorne liege. Schliesslich ist es eine lange Rallye, und es kann immer etwas passieren. Ich gehe auf jeden Fall konzentriert an die Sache heran. Die Kommunikation mit meinem Co-Piloten Jérôme Degout passt, der Aufschrieb wird immer besser und ich habe dieses Jahr viel Erfahrung gesammelt.»
Zu den Podestkandidaten bei der 61. Ausgabe der Rallye du Valais zählen u.a. Jonathan Michellod (Skoda Fabia R5) und Michael Burri (VW Polo GTI), der mit Fabrice Gordon als Beifahrer einen Co-Piloten an seiner Seite hat, der weiss, wie man die Rallye du Valais gewinnt. 2019 navigierte der Franzose bei der vorerst letzten Ausgabe der RIV keinen Geringeren als Vater Olivier Burri zu dessen neuntem Sieg im Wallis. Nicht am Start ist Ivan Ballinari. Der Schweizer Rallye-Meister der Jahre 2018 und 2019 verzichtet aus budgetären Gründen auf einen Start im Wallis.
Nicht mehr gerechnet werden muss bei den Junioren. Dort hat Jérémie Toedtli den Sack bei der letzten Rallye, der Rally Ticino, zugemacht. Auf einen spannenden Zweikampf darf man sich dennoch freuen. Vizemeister David Erard kann in Sachen Saisonsiege noch an Toedtli vorbeiziehen. Nicht am Start ist für einmal Sacha Althaus, der in diesem Jahr die Rallye Mont Blanc Morzine gewann. Der Schaden an seinem Renault Clio war nach der Rally Ticino zu gross, als dass er ihn in der kurzen Zeit hätte reparieren können.
Auch der Titel in der Clio Trophy Swiss ist vergeben. Auch hier hat Toedtli bereits im Tessin Champagner verspritzen dürfen. Der Zweikampf um Platz 2 zwischen David Erard, Guillaume Girolamo und Ismaël Vuistiner ist noch offen.
Dasselbe gilt für die Trophée Michelin Suisse. Dort wird es – in Abwesenheit von Matthieu Walter, der die beiden Auftakt-Rallyes gewonnen hat – «nur» noch um Platz 2 zwischen Laurent Bérard und Didier Postizzi gehen. Der Franzose Thomas Battaglia steht als Meister fest, und hat im Kampf um den Sieg bei der «Valais» vor allem einen Gegner zu fürchten: Lokalmatador Aurélien Devanthéry.
Auch bei den historischen Fahrzeugen wird die Entscheidung bei der «Valais» fallen. Die Top 3 der bisherigen Saison ist geschlossen am Start: Guy Trolliet (Porsche 911), Claude-Alain Cornuz (Ford Escort RS) und Nicolas Jolidon (BMW 352i). Erstmals in der Geschichte der «Valais» zählt die Rallye auch zum FIA Historic European Championship. Sechs Teams haben sich dafür eingeschrieben. Favorit auf den Sieg ist der Spanier Daniel Alonso Villaron auf einem Ford Sierra RS Cosworth.
Insgesamt haben sich 59 Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit «modernen» Autos und 20 Teams mit historischen Fahrzeugen für das grosse Finale eingeschrieben. Los geht es ab Donnerstagmittag mit dem Shakedown in der Kaserne von Sion. Am späteren Nachmittag finden dann die ersten Wertungsprüfungen statt. Das genau Programm entnehmen Sie der Internetseite www.riv.ch
Termine Schweizer Rallye-Meisterschaft 2021
27.-29. Mai 2021, Rallye du Chablais
18./19. Juni 2021, Rallye des Bornes (F)
2.-4. September 2021, Rallye du Mont-Blanc Morzine (F)
24./25. September 2021, Rally del Ticino
21.-23. Oktober 2021, Rallye International du Valais
Patric Niederhauser hat am Wochenende die zweite Auflage der 8 Stunden von Indianapolis gewonnen. Platz 2 ging an einen weiteren Schweizer: Raffaele Marciello.
Für Audi-Werksfahrer Patric Niederhauser läuft es 2021 nicht besonders rund. Im ADAC GT Masters, das er vor zwei Jahren noch gewann, liegt der Berner zwei Rennen vor Saisonende auf einem enttäuschenden 17. Rang. Umso schöner deshalb der Erfolg in den USA. Zusammen mit seinen Teamkollegen Christopher Haase und Markus Winkelhock gewann Niederhauser auf einem Audi R8 LMS GT3 von Sainteloc Racing am Sonntag die zweite Auflage der 8 Stunden von Indianapolis, das zweite Rennen der Saison 2021 der Intercontinental-GT-Challenge (IGTC).
«Ich bin sprachlos», sagte Schlussfahrer Niederhauser. «Wir haben gegen Ende des Rennens einfach nicht aufgegeben. Als das Safety-Car nach dem Boxenstopp herauskam, dachte ich zuerst, das war’s, alles ist erledigt. Aber wir haben weitergekämpft und den Sieg geholt.»
Auf Platz 2, zwölf Sekunden hinter Niederhauser, kam der Mercedes AMG GT3 von Raffaele Marciello ins Ziel. Der Tessiner machte damit den Schweizer Doppelsieg klar.
Kein Glück hatte Nico Müller. Der Audi des Berner DTM-Piloten wurde schon in der ersten Stunde des Rennens von einem McLaren aus der Pro-Am-Klasse abgeräumt. Ein längerer Reparaturstopp warf Müller & Co. ans Ende des Feldes (P12) zurück.
In der Fahrerwertung liegen die Indy-Sieger Niederhauser, Haase und Winkelhock nun punktgleich mit dem Ferrari-Trio Ledogar, Nielsen und Pier Guidi an der Spitze. Die Saison geht am 4. Dezember mit den 9 Stunden von Kyalami nach nur drei von ursprünglich mal fünf geplanten Rennen zu Ende.
Auch im Silver-Cup jubelte ein Schweizer. Lucas Légeret (ebenfalls auf Audi) setzte sich mit seinen beiden Teamkollegen Aurelien Panis und Nicolas Baert durch. Am Ende fehlte dem Trio nur acht Sekunden auf das Gesamtpodium.
Die Vorbereitungen zur 61. Ausgabe der Rallye International du Valais laufen auf Hochtouren. Heute Freitag haben die Organisatoren an einer Medienkonferenz über Strecke und Teilnehmer informiert.
Die Katze ist aus dem Sack. Oder wie es die Macher der Rallye International du Valais in Anlehnung an ihr Maskottchen eher sagen würden: Der Panther ist los… Heute morgen hat der Organisator der RIV die Startliste für die Rallye vom 21.-23. Oktober veröffentlicht. Und diese lässt keine Fragen offen: Die 61. Ausgabe wird zu einer reinen Walliser Angelegenheit werden. Weil der amtierende Meister Ivan Ballinari aus budgetären Gründen nicht am Start stehen wird, kommen nur noch zwei Fahrer für den Titel in Frage: SM-Leader Mike Coppens oder der bereits dreimalige Champion Sébastien Carron.
Die Ausgangslage könnte spannender nicht sein. Coppens liegt mit 130 Punkten in Führung. Carron ist Zweiter mit 119. Doch aufgepasst! Coppens hat bereits vier Ergebnisse (Carron erst deren drei). Das heisst: Dem Mann aus Verbier wird das schlechteste Ergebnis gestrichen. Carron dagegen kann voll punkten. Das wiederum bedeutet: Gewinnt Carron, ist er zum vierten Mal Schweizer Rallye-Meister. Gewinnt Coppens, reicht dem 43-Jährigen aus Vétroz ein dritter Rang.
Insgesamt stehen 59 «moderne» Autos am Start. Dazu gesellen sich 20 historische Fahrzeuge, wobei die RIV zum ersten Mal einen Lauf zur historischen Europameisterschaft austrägt. «Wir haben uns beim EM-Feld mehr Teilnehmer versprochen», sagt RIV-Chef Cédric Borboën. «Aber die sich für internationale Teams ständig ändernden Covid-Bedingungen wegen haben dazu beigetragen, dass wir nur sechs EM-Teilnehmer begrüssen dürfen.»
Los geht die Rallye am Donnerstag, 21. Oktober. Zuschauer sind dank der 3G-Regel zugelassen. Vor Ort bietet der Veranstalter eine Testmöglichkeit (40.- pro Person) an.
Weitere Infos erfahren Sie im Internet unter www.riv.ch und natürlich nächste Woche bei uns auf der Homepage mit unserer ausführlicheren Vorschau auf die 61. Ausgabe der Rallye du Valais.
Der Jurassier Grégoire Saucy (21) hat in der Formel 3 Regional by Alpine überlegen den Titel geholt. Auto Sport Schweiz hat mit dem frischgebackenen Meister über Vergangenheit und Zukunft gesprochen.
In den letzten zehn Jahren haben nur drei Schweizer einen Titel im Nachwuchs-Formelsport geholt: Louis Delétraz 2015 in der Formel Renault NEC. Fabio Leimer 2013 in der GP2. Und Patric Niederhauser 2011 in der Formel Abarth in Italien. So gesehen kommt es nicht jeden Tag vor, dass ein Schweizer einen Titel im Formelsport holt. Wie fühlt sich das an?
Grégoire Saucy: Sehr gut, danke. Wir haben über den Winter hart gearbeitet. Und wir haben mit unseren Partnern und Sponsoren die Saison so aufgleisen können, dass wir ein konkurrenzfähiges Paket schnüren konnten.
Hast du im Vergleich mit den Jahren zuvor etwas an deiner Herangehensweise geändert?
Nein. Ich bin ja schon 2020 für ART im Renault Eurocup gefahren. Das Einzige, was wir geändert haben, war der Renningenieur. Diese Zusammenarbeit hat in diesem Jahr sehr gut funktioniert. Er hat 100 Prozent Vertrauen in mich – und ich in ihn. Das hat sehr gut harmoniert.
Du bist 2016 in den Automobilsport gewechselt. Erst auf diese Saison hin hat es mit Siegen geklappt. Wie erklärst du dir das?
Das stimmt. Der Sieg in Imola in diesem Jahr war mein erster im Automobilrennsport. Dass er im Rahmen eines Formel-1-GP zustande kam, war etwas Besonderes. Und klar habe ich mir in der Vergangenheit auch immer wieder Fragen gestellt. Ganz ohne Zweifel ist diese sieglose Zeit nicht an mir vorbeigegangen.
Dann gehe ich richtig in der Annahme, dass es für dich in der Vergangenheit nicht immer einfach war?
Ja, es gab schwierige Phasen. Vor allem am Anfang. Da waren auch die finanziellen Mittel beschränkt. Und wenn das so ist, hat man nicht eine grosse Auswahl. Und dann trifft man auch hin und wieder falsche Entscheidungen. In den letzten vier Jahren, also der Zeit, in der ich mit Richard Mille zusammenarbeite, hat sich vieles verändert. Wir sind eine gute Equipe und mit ART als Team habe ich eine sehr gute Wahl getroffen.
Du wirst im Dezember 22 Jahre alt. Wie sehen deine Zukunftspläne aus?
Der logische Schritt für 2022 ist die internationale FIA Formel 3. Wir sind da in Gesprächen und ich möchte auch gerne diesen Weg weiter beschreiten, zumindest solange ich im Formelsport vorne mitfahren kann. Wenn sich daran etwas ändert, müsste man den Fokus auf andere Rennserie legen. Ich denke da an Sportwagen- sprich Langstreckenrennen. Aber im Moment ist die internationale Formel 3 unser Ziel.
Was darf man von dir beim Finale in Monza Ende Oktober erwarten? Würdest du nochmals zwei Mal gewinnen, hättest du die Hälfte aller Rennen in diesem Jahr gewonnen.
Eigentlich habe ich ja schon neun Rennen gewonnen. In Le Castellet wurde mir der Sieg im ersten Rennen aberkannt, weil es am Auto einen technischen Fehler gab. So gesehen müsste ich nur noch ein Rennen in Monza gewinnen, um die Hälfte aller Rennen gewonnen zu haben. Aber ich werde natürlich versuchen, alles daran zu setzen, die Saison mit zwei Highlights zu beenden.
Der Druck der Meisterschaft ist für dich jetzt weg. Du kannst befreit fahren.
Jein. Wir wollen natürlich auch noch die Teamwertung gewinnen. Und da liegen wir nur einen Punkt vor dem direkten Verfolger. Also zählt jeder Punkt.
Wie schon bei den letzten Ausgaben veröffentlichen wir an dieser Stelle den einen oder anderen Artikel aus dem vierteljährlich erscheinenden Magazin von ASS. Teil 2: One to watch – Chiara Bättig.
Chiara Bättig fährt nicht wegen Lewis Hamilton oder Max Verstappen Kart. Klar, würde auch sie gerne einmal in der Formel 1 landen. Daraus macht sie kein Geheimnis. Aber der wahre Grund, warum sie einen Sport ausübt, der grösstenteils immer noch von Männern betrieben wird, ist eine andere junge Dame: Ekaterina Lüscher. Die nur drei Jahre ältere Kart-Kollegin, die im Vorjahr bei den Junioren Rang 2 belegte, war für Bättig die Initialzündung. «Ich habe sie in Wohlen kennengelernt», sagt Bättig. «Von da an wollte ich auch Kart fahren.»
Mit vier Jahren sass Chiara, die von Zuhause weder von Mutter Natascha, noch von Vater Cyrill motorsportlich vorbelastet ist, im Kart. «Das war auf einer Thailand-Reise», erinnert sich Bättig. «Und mir sind die Karts schon damals viel zu langsam gewesen…»
2021 bestreitet Bättig ihre zweite komplette SM-Saison. Seit ihrem ersten Rennen 2019 in Mirecourt vertraut sie auf die Dienste von Ken Allemann und ihren Mechaniker Vater Cyrill und Grossvater Roman. Im Vorjahr belegte die Elfjährige aus Wettswil am Albis Rang 6. In den Spitzenkampf vermochte sie damals noch nicht einzugreifen. Das ist in dieser Saison anders. Schon beim ersten Lauf 2021 stand die junge Zürcherin als Dritte des Finallaufs auf dem Podium. Auch beim zweiten Rennen der Saison in Pavia mischte Bättig mit zwei dritten Plätzen in den Vorläufen munter mit.
Zu ihren besten Leistungen 2021 zählt sie neben dem dritten Platz in 7 Laghi das Rennen in Franciacorta. «Dort habe ich nach einem schlechten Quali in einem Rennen zehn Positionen gut gemacht», sagt Chiara, die 2019 in der Vega Trofeo Gesamtzweite wurde.
Das Energiebündel Bättig steht auch abseits der Kartstrecke unter Strom. Wakeboard, Snowboard, Skifahren und Trampolin sind nur ein paar Sportarten, die Bättig in ihrer Freizeit ausübt. Dennoch gilt die grosse Liebe dem Kartsport. Dort hat sich Bättig nun für das FIA-Programm «Girls on Track» für Mädchen von 12 bis 16 Jahren registrieren lassen. Neben ihr hat es auch eine zweite Schweizerin in den Shoot-Out am 22./23. Oktober geschafft: Kiana Naude. Beide wollen unter die Top 12 kommen.
Unabhängig vom FIA-Programm stellt Bättig schon jetzt die Weichen für 2022. Vom Alter her könnte sie noch ein Jahr bei den Jüngsten fahren. Doch aufgrund ihrer Grösse (1,60 Meter!) wird sie zu den Junioren wechseln. «Ich habe schon jetzt kaum mehr Platz im Kart», sagt Bättig.
Die Schweiz hat beim FIA Hill Climb Masters in Braga/Portugal nach 2014 und 2018 dank Reto Meisel wieder eine Goldmedaille gewonnen. In der Teamwertung belegte man Rang 6.
Thomas Amweg brachte es auf den Punkt. Der Aargauer, einer von vier Schweizern im Team der Bergrennfahrer in Braga, war begeistert vom FIA Hill Climb Masters in Portugal. «Es war eine Mega-Erfahrung. Die Stimmung war sensationell und der Teamgeist unter uns Schweizern einfach nur vorbildlich. Auch wenn es sportlich für mich nicht so super gelaufen ist, bin ich beim nächsten Mal sicher wieder dabei.»
Für Formel-3000-Pilot Amweg war es die erste Teilnahme am Masters. Dementsprechend vorsichtig ging der Gurnigel-Sieger von 2019 die Sache an. «Ich wollte das Auto wieder so einladen, wie ich es ausgeladen hatte. Leider hatten wir ein paar Getriebeprobleme, weshalb ich den einen Trainingslauf verpasst habe. Und überhaupt war die Übersetzung zu lange.» Amweg beendete seine Masters-Taufe auf dem 31. Gesamtrang.
Für Michel Zemp war es bereits die zweite Teilnahme. 2018 fuhr der Langenthaler noch mit eine Seat-TCR, diesmal mit seinem 2-Liter-Norma M20 FC Honda. Da Zemp in derselben Kategorie eingeteilt war, wie die hubraumstärkeren Sportwagen, war von Anfang klar, dass der Berner nicht für eine Topplatzierung in Frage kommt. Doch Zemp überzeugte dennoch. Hätte es ein Feld für 2-Liter-Sportwagen gegeben, er wäre locker unter die Top 3 gekommen. «Ich bin sehr zufrieden mit meinem Abschneiden», meinte Zemp als Gesamt-28. «Wir hatten ein paar Probleme mit der Schaltung, aber sonst lief es recht gut.»
Gute Chancen auf eine Medaille hatte Ronnie Bratschi. Der Urner, der in diesem Jahr bereits einige Läufe im Rahmen der Europameisterschaft bestritten hatte, liess in den Trainings am Samstag keine Zweifel aufkommen, dass er ganz vorne mitfahren kann. Leider wurde der Mitsubishi-Pilot am Renntag durch Getriebeprobleme eingebremst. «Ich war im zweiten Run mit einem zu hohen Gang in eine lange Linkskurve gefahren, weil es ein Problem beim Runterschalten gab. Ich musste dann am Ausgang der Kurve an den Leitschienen anlehnen. Daraufhin habe ich entschieden, nicht mehr zu fahren, weil das Problem nicht auf Platz hätte behoben werden können.» Immerhin: Bratschis Bestzeit aus dem ersten Lauf reichte zum dritten Rang in der Gruppe 1.
Der Schweizer Goldjunge in Portugal war Reto Meisel. Schon 2019 war der Aargauer beim EM-Lauf auf der Original-Strecke in Braga der schnellste Tourenwagenfahrer. Und auch diesmal war Meisel in blendender Verfassung. Weil ihn die FIA vor Ort in die Open-Klasse umteilte, kam Meisel diesmal aber nicht für den Tourenwagen-Sieg in Frage. Für diese Umteilung hatte der Mercedes-Fahrer wenig Verständnis. «Ich hätte lieber die Silbermedaille in der Kategorie 1 geholt als die Goldmedaille in der Kategorie 3», meinte Meisel, der im Fernduell mit den Tourenwagen-Assen nur zwei Tausendstelsekunden langsamer war als der Pole Szymon Lukaszczyk. Dass Meisel an der Siegerehrung (aus Versehen) eine silberne und keine goldene Medaille umgehängt bekam, ist reiner Zufall. Meisel ist sicher, dass die FIA diesen Fauxpas noch korrigieren wird… Zur Veranstaltung an sich meinte der 51-Jährige aus Leuggern: « Das war eine Top-Veranstaltung. Und die FIA hat weder Kosten noch Mühen gescheut. Die Stimmung war gigantisch.»
In der Teamwertung belegte die Schweiz den sechsten Rang – noch vor den starken Italienern. Nach zwei zweiten Plätzen (2014 und 2016) ist das ebenfalls eine sehr solide Leistung. Der Sieg ging an Frankreich.
Im Kampf um den Gesamtsieg hatte wie vor drei Jahren in Gubbio der Südtiroler Christian Merli die Nase vorn. Platz 2 ging an Geoffrey Schatz. Dritter wurde Simone Faggioli.
Die Schweizer Renn-Fans durften am Wochenende zwei weitere Titel bejubeln. Neben dem Erfolg von Emil Frey Racing in der GT World Challenge ist vor allem der Triumph von Grégoire Saucy hervorzuheben.
Grégoire Saucy hat es geschafft! Der Jurassier hat am Wochenende beim vorletzten Lauf zur Formula 3 Regional by Alpine im italienischen Mugello den Titel gewonnen. Saucy, der in dieser Saison schon acht Rennen gewonnen hat, reichte im Samstagrennen ein fünfter Platz zum vorzeitigen Titelgewinn. Am Sonntag stand er zur Krönung als Dritter sogar auf dem Podium. Saucys Vorsprung auf den Zweitplatzierten Paul Aron beträgt vor dem Finale in Monza 93 Punkte – deutlicher kann man eine Meisterschaft kaum gewinnen. Auto Sport Schweiz gratuliert dem ART-Fahrer aus Bassecourt herzlich zu seinem ersten Titelgewinn im Automobilrennsport.
Einen weiteren Titel gab es auch für Emil Frey Racing. Die Safenwiller Lamborghini-Truppe verteidigte beim Finale der GT World Challenge in Barcelona nicht nur den dritten Schlussrang im Endurance Cup erfolgreich, der Huracan GT3 Evo mit der #14 und den drei Schweizern Ricardo Feller, Alex Fontana und Rolf Ineichen sicherten sich den Titel in der Silber-Wertung. «Wir haben unsere Ziele erreicht», sagt Teamchef Lorenz Frey-Hilti. «Wir haben den dritten Gesamtrang in der Meisterschaft verteidigt und konnten mit drei Schweizer Fahrern den Silvercup gewinnen. In den Trainings waren wir mit unserer Performance noch nicht zufrieden. Aber wir konnten uns Schritt für Schritt verbessern.»
Der Sieg in Barcelona ging an einen anderen Schweizer: Raffaele Marciello. Der Tessiner Mercedes-Fahrer verteidigte damit den zweiten Rang im Schlussklassement. Der Titel ging nach Belgien an Dries Vanthoor und Charles Weerts. Die weiteren Schweizer Klassierungen: Miklas Born und Yannick Mettler (P8 im Silver Cup) sowie Adrian Amstutz (P3 im Pro AM Cup).
Keine Podestplätze gab es für die Schweizer beim DTM-Wochenende am Norisring. Nico Müller belegte beim Finale die Ränge 8 und 15 und schloss die Saison auf einem für ihn enttäuschenden zehnten Rang ab. Philip Ellis befand sich in beiden Rennen auf Podestkurs respektive sogar in Führung, wurde aber im ersten Lauf umgedreht und musste im zweiten Durchgang für Mercedes respektive Maxi Götz, dem neuen DTM-Champion, Wasserträger spielen, sodass am Ende nur zwei zehnte Plätze rausschauten. Auch in der DTM Trophy reichte es nicht zu Podestplatzierungen. Lucas Mauron beendete die Saison mit einem fünften und einem sechsten Platz. Yann Zimmer belegte beim Finale die Ränge 7 und 4. Mauron schaffte damit noch den Sprung im Gesamtklassement auf Rang 4, Zimmer blieb Siebter.
Zwei Klassensiege gab es auch noch am Nürburgring bei der NLS. Manuel Amweg gewann auf KTM X-Bow die Klasse CupX. Manuel Metzger siegte in der SPPRO. Frédéric Yerly musste sich in der SP3T mit seinem VW Golf TCR mit Rang 2 begnügen.
Und last but not least: Beim Rennen zur italienischen Formel 4 in Mugello gab es endlich wieder einmal einen Schweizer Sieg. Der mit Schweizer Lizenz fahrende Joshua Dufek drei Pole-Positions hintereinander jubeln, er sicherte sich im zweiten Rennen auch seinen ersten Laufsieg. In der Meisterschaft liegt Dufekt auf Rang 6. Ein Platz unter den Top 3 der Meisterschaft ist beim letzten Rennen in Monza (30./31. Oktober) durchaus noch realistisch.
Wie schon bei den letzten Ausgaben veröffentlichen wir an dieser Stelle den einen oder anderen Artikel aus dem vierteljährlich erscheinenden Magazin von ASS. Teil 1: Was macht eigentlich Joël Camathias?
Es gibt kleine Rennfahrer. Und es gibt grosse Rennfahrer. Und dann gibt es da noch Joël Camathias. Wenn der 1,94 Meter lange Tessiner vor einem steht, glaubt man zuletzt daran, dass er sich in ein Cockpit eines Rennwagens falten kann.
Doch der inzwischen 40-jährige Camathias ist seit mehr als 25 Jahren im Rennbusiness. Noch heute zählt er zu den schnellsten GT-Piloten der Schweiz. Auch wenn er von sich sagt: «Ich fahre nur noch zum Spass. Und mit den Jungen kann ich heute längst nicht mehr mithalten.»
Mit 40 steht Camathias heute voll im Geschäftsleben. Gemeinsam mit seiner Schwester führt er das Finanz- und Versicherungsunternehmen seines 2017 mit 69 Jahren verstorbenen Vaters Romeo Camathias.
Obwohl in der Familie Camathias Motorsport allgegenwärtig war, ist es nicht Papa Romeo, der einst eine Superlizenz besass, der Joël Mitte der Neunzigerjahre zum Rennfahrer macht. Und auch Grossonkel Florian Camathias, ein begnadeter Gespannfahrer, der 1965 im englischen Brands Hatch ums Leben kam, ist nicht der Grund, weshalb Camathias jr. sich hinters Lenkrad klemmt. Ein Freund hat ihn einst zum Kartfahren nach Locarno mitgenommen. «Von diesem Moment an wollte ich auch Rennfahrer werden», sagt Camathias. «Doch mein Vater war dagegen. Erst als ich mich bereit erklärte, mir das erste Kart selber zu kaufen, willigte er ein. Die Quittung meines ersten gekauften Karts habe ich bis heute aufgehoben.»
Nach vier Jahren im Kart schnuppert Camathias 1997 in der italienischen Formel Campus erste Automobilrennluft. 1999/2000 fährt er in der Formel Euro Open Nissan, die Vorläuferserie der Worldseries by Renault. Einer seiner Konkurrenten auf der Strecke ist Fernando Alonso. «Den habe ich beim Rennen in Barcelona hinter mir gelassen», erinnert sich Camathias und grinst dabei.
2001 steigt Camathias in die FIA International Formel 3000 auf. Der Saisonstart ist verheissungsvoll. Joël wird in Brasilien Fünfter. Zu mehr reicht es jedoch nicht. Nach einem Abstecher in die Euro 3000 ist er 2003 international gesehen auf dem Höhepunkt. Camathias vertritt die Schweiz in der IndyCar-Serie. Wieder beginnt er stark. Doch die Mittel des kleinen Dale-Coyne-Rennstalls, für den heute Romain Grosjean fährt, sind bescheiden. Camathias wechselt in den GT-Sport und gewinnt dort unter anderem mit Richard Lietz (2007) sowie Marcel Fässler (2009) die GT Open. Der Sieg mit Marcel ist sein schönstes Rennsporterlebnis. «Ich weiss noch, wie ich meinen Vater damals aus Portimão angerufen habe», sagt Joël. «Wir haben am Telefon nur geweint…»
Heute ist Joël Vater zweier Kinder: Ella Sky (1/2-jährig) und Romeo León (1 ½). Ob sie eines Tages auch im Motorsport Fuss fassen? «Wenn die Kinder mit dem Wunsch kommen, Rennfahrer zu werden, rate ich ihnen, eine andere Sportart auszuüben. Der Motorsport ist zwar eine gute Schule fürs Leben, aber du erlebst viele Enttäuschungen.»
In Portugal treffen sich an diesem Wochenende (9./10. Oktober) die besten Bergrennfahrer Europas zum FIA Hill Climb Masters. Mit dabei ist auch eine Schweizer Delegation mit Reto Meisel, Ronnie Bratschi, Michel Zemp und Thomas Amweg.
165 Fahrer und Fahrerinnen aus 19 verschiedenen europäischen Nationen haben sich für die vierte Ausgabe des FIA Hill Climb Masters im portugiesischen Braga (60 km nördlich von der Hafenstadt Porto entfernt) am kommenden Wochenende eingeschrieben. In vier Kategorien werden die schnellsten Bergrennfahrer Europas ermittelt. Und das auf der berühmten Strecke Rampa del Falperra. Diese wird beim Masters allerdings nicht über die volle Länge von 5,2 Kilometer befahren. Sondern auf einer verkürzten Version von 2,97 km. Der Grund: Die Fahrzeuge der britischen Teilnehmer haben sehr kleine Tanks. Damit sie für das Masters nicht umrüsten müssen, hat man die Streckenlänge ihrer Tankkapazität angepasst…
Aus Schweizer Sicht steht das Abschneiden von Reto Meisel, Ronnie Bratschi, Michel Zemp und Thomas Amweg im Vordergrund. Für Meisel (#75) ist es die zweite Teilnahme am Masters nach 2018. Damals belegte der Aargauer mit seinem Mercedes SLK 340 Judd den 32. Schlussrang. Auch in Portugal wird Meisel mit seinem Mercedes bei den Tourenwagen (Kat. 1) antreten. Die Vorbereitung dazu lief vielversprechend. Beim Bergrennen St. Agatha Ende September war nur der Österreicher Karl Schagerl schneller. Und der steht in Braga nicht am Start. Ausserdem hat Meisel gute Erinnerungen an Braga. 2019 gewann er beim EM-Lauf auf der Original-Strecke die Tourenwagenklasse.
Auch Ronnie Bratschi (#78) hat bereits Masters-Erfahrung. Bei der Erstausgabe in Eschdorf (LUX) 2014 trat der Urner mit einem Mitsubishi Lancer Evo VIII an. Platz 47 im Gesamtklassement bedeutete damals Platz 4 in der Kat. E1 über 3000 cm3. In Portugal zählt der 35-Jährige zum engen Favoritenkreis auf den Tourenwagensieg (Kat. 1). Bratschi gewann mit seinem Mitsubishi in diesem Jahr die nach Performancefactor berechnete Topkategorie Pf1 und die Performance-Gesamtwertung. Nur mangels Gegner in seiner Klasse verpasste er den EM-Titel.
Michel Zemp (#20) zählte wie Meisel 2018 im italienischen Gubbio zur Schweizer Delegation. Allerdings fuhr der Langnauer damals noch einen Seat Cupra TCR. Diesmal setzt Zemp auf seinen Norma M20 FC Honda und tritt damit in der Kat. 2, die Prototypen und Einsitzern vorbehalten ist, an. Zemp hat in diesem Jahr an drei Bergrennen teilgenommen: Marchampt en Beujolais (F), Oberhallau und Turckheim (F). Bei Letzterem glänzte er als Gesamt-12. und gewann die Klasse der E2-Sportscar bis zwei Liter Hubraum.
Zum ersten Mal dabei ist Thomas Amweg (#14). Der Sohn von Bergkönig Fredy Amweg tritt wie Zemp in der Kategorie 2 an und hat mit seinem Lola B99/50 Cosworth in diesem Jahr nur am Bergrennen in Oberhallau teilgenommen.
Nicht am Start ist Robin Faustini. Der Sieger von Oberhallau 2021 hat kurzfristig Forfait gegeben.
Trotz der starken Konkurrenz hat die Schweiz bei den bisherigen Masters’ eine sehr gute Figur abgegeben. Goldmedaillen in der Einzelwertung gingen bisher an Eric Berguerand (2014 in Eschdorf) und 2018 (in Gubbio) an Roger Schnellmann bei den Tourenwagen. Auch im Nationencup steht für die Schweiz viel auf dem Spiel. 2014 und 2016 wurde man jeweils Zweiter. 2018 belegte man Rang 8.
Wer die Rennen (und Trainings) am Wochenende live mitverfolgen will, kann dies unter dem folgenden Link machen: https://chronomoto.hu/fiahillclimb/masters.php
Weitere Informationen rund um das Masters findet man auch auf der Internetseite www.hcmasters2021.com
Die Schweizer Rallye-Szene trauert um Aurore Maeder-Brand. Die Waadtländerin, die an der Seite von Cyril Henny 1997 und 1998 Schweizer Rallye-Meisterin geworden ist, starb an den Folgen einer Krebserkrankung im Alter von 52 Jahren am 1. Oktober.
Ende Mai haben Aurore Maeder-Brand und Cyril Henny bei der Rallye du Chablais auf einem Renault Clio S1600 nach 20 Jahren ihr Comeback gegeben. Mit einem siebten Platz im Gesamtklassement deutete das Duo an, das man auch nach langer Absenz noch schnell fahren und im Falle von Aurore Maeder-Brand perfekt navigieren kann. Gegenüber Auto Sport Schweiz verriet Henny damals, dass man auch einen gemeinsamen Einsatz bei der Rallye International du Valais plane. Zu diesem wird es nun nicht mehr kommen.
Henny und Maeder-Brand waren jahrelang ein eingespieltes Team. 1992 begann das Abenteuer auf einem Opel Manta GT/E. Den ersten Podestplatz auf Schweizer Boden (Rang 3) feierte man 1995 bei der Rallye Ronde d’Ajoie auf einem Mazda 323 GT-R. Schon im Jahr darauf gewann das Duo dieselbe Rallye auf einem Peugeot 306 S16. 1997 und 1998 folgte dann die erfolgreichste Zeit. Mit insgesamt zwölf Siegen im Rahmen der Schweizer Meisterschaft sicherte sich das Duo den Schweizer Meister-Titel zwei Mal in Folge.
Henny und seine Beifahrerin starteten auch bei internationalen Rallyes. 1996 und 1998 bei der Rallye Monte Carlo (bestes Ergebnis: P17). Und 2001 bei der Rallye Akropolis und der Rallye Catalunya. Allerdings schied man dort mit technischen Defekten aus.
Aurore Maeder-Brand hinterlässt ihren Mann Joël, ihren Sohn Grégoire sowie ihre Eltern. Auto Sport Schweiz spricht der Familie sowie den Verwandten und Freunden der Verstorbenen sein aufrichtiges Beileid aus. Die Trauerfeierlichkeiten finden am Donnerstag, 7. Oktober, in Gressy (VD) statt.
Für die Schweizer, die international für Furore sorgen, geht es langsam ums Eingemachte. Spannend wird es vor allem im ADAC GT Masters. Dort hegen zwei Schweizer Titelhoffnungen.
Die Hoffnungen, dass ein Schweizer Fahrer in der neuen DTM bei der Titelvergabe ein Wörtchen mitreden kann, sind nach diesem Wochenende vom Tisch. Auch rein rechnerisch. Zwar hat Philip Ellis (Mercedes AMG) auch in Hockenheim beim vorletzten Lauf mit den Plätzen 7 und 4 fleissig Punkte gesammelt, im Kampf um den Titel ist der Zug aber abgefahren. Ellis liegt aktuell auf dem sechsten Platz. Zwei Punkte vor dem Österreicher Lucas Auer, der in Hockenheim das zweite Rennen gewann. Nico Müller derweil ist gedanklich wohl schon im nächsten Jahr. Der zweite Nuller (nach dem Rennen auf dem Red Bull Ring) ist für den Berner Audi-Piloten nur schwer zu akzeptieren, startete er doch immerhin aus Reihe 4. «Doch dann ging im ersten Lauf die Antriebswelle kaputt, im zweiten hatte ich einen Platten.»
Ganz anders die Ausgangslage für zwei Schweizer im ADAC GT Masters. Hier stehen mit Hockenheim (23./24. Oktober) und Nürburgring (6./7. November) noch zwei Rennen auf dem Programm. Und es führt nach dem Rennen am Sachsenring weiterhin Ricardo Feller mit Teamkollege Christopher Mies (Audi R8). Dank einem dritten Platz im ersten Rennen und einem fünften Rang im zweiten Durchgang behauptete Feller nicht nur die Meisterschaftsführung, man baute diese sogar noch leicht aus. Erster Verfolger von Feller ist Mercedes-Pilot Raffaele Marciello. Der Tessiner fuhr im ersten Rennen auf Platz 4, schied im zweiten Rennen jedoch aus und verpasst so die Gelegenheit, Boden auf Feller gutzumachen.
Einen Podestplatz vor Augen hatte Rolf Ineichen. Der Lamborghini-Fahrer lag im zweiten Durchgang bis zur letzten Kurve noch auf Platz 2, wurde dann aber noch auf Rang 4 zurückgereicht. Sein beste Saisonergebnis erzielte Patric Niederhauser (Audi R8). Der Berner führte rundenlang einen Zweikampf mit Feller und landete am Ende auf Rang 6.
Top-10-Ergebnisse gab es auch in der DTM Trophy in Hockenheim. Yann Zimmer (BMW) holte im ersten Lauf mit Rang 4 wertvolle Punkte. Lucas Mauron (Audi) wurde zwei Mal Sechster. In der Gesamtwertung die beiden Eidgenossen direkt hintereinander auf den Rängen 6 (Mauron) und 7 (Zimmer).
Einen weiteren Sieg landete auch Daniel Allemann im Rahmen der 24H Series beim 12-Stunden-Rennen auf dem Hungaroring im Porsche 911 von Herberth Motorsport. Den vierten Saisonsieg gab es für Autorama Motorsport in der TCR-Klasse. Der Wagen mit #112 (u.a. mit Jasmin Preisig und Christoph Lenz) eine Runde vor dem Zweitplatzierten Audi. Die Nummer 1 von Autorama (mit Fabian Danz) belegte Rang 3.
Die Schweizer Slalom-Meisterschaft bestand 2021 wegen Corona nur aus drei Rennen. An Spannung fehlte es deswegen beim Finale in Ambri nicht, auch wenn der Titel am Ende einmal mehr an Serienmeister Martin Bürki ging.
Am vergangenen Wochenende ging die wegen zahlreichen Corona bedingten Absagen kürzeste Saison in der Geschichte der Schweizer Slalom-Meisterschaft zu Ende. Auf dem Flugplatz in Ambri wurden die Läufe 2 und 3 ausgetragen, wobei die Entscheidungen am Sonntag, dem zweiten Renntag, bei nasskalten Bedingungen fielen. Als besondere Herausforderung wurde der 2,73 Kilometer lange Parcours am Samstag im Gegenuhrzeigersinn, am Sonntag im Uhrzeigersinn befahren.
Als grosser Sieger ging einmal mehr Martin Bürki vom Platz. Der Berner VW-Polo-Pilot sicherte sich dank zwei sauberen Rennläufen am Samstag respektive Sonntag seinen achten Slalom-Titel, den siebten in Folge. Ausschlaggebend war einmal mehr die Anzahl der geschlagenen Klassenkonkurrenten. Dort hatte der Routinier vorgesorgt und das Startfeld in seiner Klasse, der E1 bis 1600 cm3, mit zahlreichen Stallgefährten aus seinem Team MB Motorsport von 13 Teilnehmern in Frauenfeld auf 23 in Ambri anwachsen lassen. «Natürlich bin ich happy, dass ich den Titel zum achten Mal geholt habe», sagt Bürki. «Sicher hätte ich gerne eine längere Saison gefahren. Aber es ist halt nun mal so. Und es war für alle dieselbe Ausgangslage.» Besonders stolz ist Bürki auf die sieben Titel «en suite». «Das hat vor mir noch keiner geschafft», freut sich der 53-jährige Garagist aus Uetendorf.
Ebenfalls auf das Punktemaximum kam Christian Darani. Der Lokalmatador aus dem nur zehn Kilometer entfernten Mairengo war in Ambri der schnellste Fahrer mit Dach überm Kopf und freute sich dementsprechend über zwei souverän herausgefahrene Tourenwagensiege. Dass der Fahrer des Fiat X1/9 in der Meisterschaft Platz 2 hinter Bürki belegte und sich diesem geschlagenen geben musste, weil er in seiner Klasse, der E1 bis 2000 cm3, nur elf Konkurrenten hatte, nahm der Tessiner sportlich. «Ich bin mit Platz 2 sehr zufrieden. Martin hatte halt mehr Gegner in seiner Klasse. So ist das Reglement. Und deshalb hat er den Titel auch verdient. Aber ich darf stolz auf die beiden Bestzeiten in Ambri sein. Das waren zwei starke Läufe.»
Rang 3 in der «Mini-Saison» 2021 ging an Philip Egli. Der Glarner Formel-3-Pilot, der seit Jahren in Zürich lebt, hat damit zum fünften Mal nach 2014, 2015, 2016 und 2018 den Sprung unter die Top 3 geschafft. Die Grundlage dazu waren die Tagessiege 37 und 38. Wobei der Sieg am Samstag unter glücklichen Umständen zustande kam. Eigentlich war Eglis Herausforderer Marcel Maurer im zweiten Lauf der schnellste Pilot. Das hatte Egli im Ziel auch neidlos anerkennen müssen. Doch Maurer wurde wegen eines angeblichen Torfehlers die Bestzeit gestrichen. Zwar legte der Formel-Renault-Fahrer am Samstagabend noch ein Beweisvideo vor, dass er die Tore korrekt passiert habe. Doch weil die Protestfrist abgelaufen war, wurde am Ergebnis nichts mehr geändert. So gewann Egli 1,14 Sekunden vor Maurer und Tiziano Riva, der in seinem Reynard Formel 3000 acht Sekunden auf die Spitze verlor.
Auf eine Revision des Ambri-Ergebnisses von Samstag verzichtet Maurer auf Nachfrage von Auto Sport Schweiz übrigens. Es sei zwar ärgerlich, meinte der Längenbühler, «aber ich habe es akzeptiert, auch wenn man auf dem Video sieht, dass ich die Tore 37 und 38 richtig passiert habe».
Zweitbester Tourenwagenpilot hinter Darani wurde am Samstag Reto Steiner auf Ford Escort RS und am Sonntag Christoph Zwahlen auf Porsche 911 GT3. In der Interswiss gingen die Siege an Marco Geering auf Opel Kadett C GT/E. Über Platz 2 freute sich am Samstag Frauenfeld-Sieger und Markenkollege Jürg Ochsner, am Sonntag Manuel Santonastaso auf BMW WTCC.
Auch im Renault Classic Cup fiel die Entscheidung erst am Sonntag. Der beliebte Markenpokal, der im kommenden Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert, blickt als eine der wenigen Ausnahmen auf einen nahezu «normalen» Saisonverlauf zurück, weil bei den Clios zu den drei Slaloms auch das Bergrennen in Oberhallau sowie die Rundstreckenrennen in Hockenheim und am Nürburgring zählten. Sieger dieser aus acht Rennen bestehenden Meisterschaft wurde Thomas Zürcher. Dem Berner reichten zwei zweite Plätze hinter Denis Wolf, der sich am Samstag und am Sonntag jeweils die Bestzeit notieren liess.
Auch im Suzuki Swiss Racing Cup war bis zum Schluss Spannung angesagt. Wie schon 2019, als die Meisterschaft noch aus acht Rennen bestand, setzte sich auch diesmal Marcel Muzzarelli durch. Dem Ostschweizer reichten nach seinem Sieg beim Auftakt in Frauenfeld ein zweiter Platz am Samstag und ein dritter Platz am Sonntag zur erfolgreichen Titelverteidigung. Der Vizetitel ging wie vor zwei Jahren an Fabian Eggenberger, dem schnellsten Suzuki-Fahrer bei nassen Bedingungen am Sonntag. Der dritte Schlussrang sicherte sich Reto Steiner. Ein Novum in der Geschichte der Schweizer Slalom-Meisterschaft war der Sieg von Patrick Flammer am Samstag. Der Glarner triumphierte erstmals am Steuer eines Hybridmodells.
Mehr über den Slalom in Ambri erfahren Sie im Internet unter dem folgenden Link: www.equipebernoise.ch
Die Titelentscheidung im Porsche Sports Cup Suisse ist vertagt. Alexander Fach war zwar in Mugello überlegen, doch der Meisterschaftsführende bekam im zweiten Rennen eine Strafe aufgebrummt.
Fast hätte Alexander Fach bereits beim vorletzten Rennwochenende des Porsche Sports Cup Suisse die Titelverteidigung im GT3 Cup bejubeln können. Im Autodromo Internazionale del Mugello nahe Florenz gelang dem amtierenden Champion ein überzeugender Start-Ziel-Sieg im Sprintrennen. Auch beim Langstreckenlauf sah er mit dem 485 PS starken Porsche 911 GT3 Cup bereits wie der sichere Gewinner aus, eine Zweiminutenstrafe, weil er nach einem Reifenproblem unerlaubterweise eine Abkürzung in die Boxengasse genommen hatte, vereitelte jedoch die vorzeitige Meisterschaftsfeier. Damit bleiben seinem Hauptrivalen Dominik Fischli zumindest rechnerisch noch Chancen, den Sattelner beim Saisonfinale in Misano abzufangen.
«Das Mugello-Wochenende war für mich geprägt von Höhen und Tiefen», so Alexander Fach. «Wir haben sehr viel an der Abstimmung gearbeitet und ein super Set-Up gefunden. Ich konnte in beiden Qualifyings die Pole holen und im Sprintrennen mit der schnellsten Runde überlegen gewinnen. Auch den Endurance-Lauf habe ich mit grossem Vorsprung angeführt, dann musste ich wegen eines Reifenschadens nochmal die Box ansteuern. Ich konnte zwar trotzdem die Führung verteidigen, doch weil ich einen Shortcut genutzt habe, gab es eine Zeitstrafe. Dies hat mich am Ende auf Platz 9 zurückgeworfen. Eigentlich wollte ich in Mugello bereits den Titel sichern, das hat leider nicht geklappt. Jetzt bin ich voll auf Misano fokussiert und werde alles geben, dort die Meisterschaft zu holen.»
In der GT4 Clubsport-Kategorie hat Laurent Misbach seine Tabellenführung in der Klasse 10 für 718 Cayman GT4 Clubsport mit Manthey-Racing-Paket weiter ausgebaut. Bei den Mittelmotor-Sportwagen ohne MR-Paket konnte Philipp Hagnauer mit ersten Plätzen im Sprint- und Langstreckenrennen die Titelentscheidung noch einmal spannend machen. Als Gesamtsieger des 100-Meilen-Wettbewerbs ging das Duo Jörg Dreisow und Manuel Lauck am Steuer eines 911 GT3 R hervor, nachdem Jürg Aeberhard mit einem 911 GT2 der Modellgeneration 993 den Sprint der GT Open-Klasse für sich entschieden hatte. In der Porsche Drivers Competition Suisse hiess der Sieger auch beim fünften Saisonlauf Nicolas Garski.
Am Wochenende finden in Ambri im Rahmen der Schweizer Slalom-Meisterschaft zwei unabhängig gewertete Rennen statt. Dass die Meisterschaftsläufe 2 und 3 zugleich das Finale bilden, ist ein Novum in der SM-Geschichte.
Es ist eine sehr spezielle Situation. Und mit Blick auf 2022 hoffen nicht nur wir von Auto Sport Schweiz, sondern ganz bestimmt auch alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen, dass wir im kommenden Jahr wieder eine «normale» Saison austragen können. Nichtsdestotrotz steht am Wochenende mit dem Slalom von Ambri eine ganz besondere Veranstaltung auf dem Programm. Mit einem Doppelevent endet die Schweizer Slalom-Meisterschaft nach nur drei Rennen. Oder anders formuliert: Am Samstag, 2. Oktober, ist quasi Halbzeit in der Schweizer Slalom-Meisterschaft. Am Sonntag, 3. Oktober, ist diese dann bereits Geschichte… Umso mehr wird in Ambri vieles davon abhängen, wer den 3,15 km langen Parcours nicht nur möglichst schnell und fehlerfrei zurücklegt, sondern auch, wer keine technischen Probleme hat. Als besondere Herausforderung wird der Parcours am Samstag im Gegenuhrzeigersinn, am Sonntag im Uhrzeigersinn befahren.
Im Vergleich mit dem Slalom von Frauenfeld ist das Teilnehmerfeld etwas kleiner. Laut dem Veranstalter, der Equipe Bernoise, haben sich für Samstag ca. 215, für Sonntag 160 Fahrer und Fahrerinnen eingeschrieben.
In der Interswiss (bis 2000 cm3) stehen die Top 4 aus Frauenfeld in den Startlöchern. Wenn es keine technischen Pannen gibt, dürfen sich die Zuschauer erneut auf ein Duell zwischen Frauenfeld-Sieger Jürg Ochsner (Opel Kadett) und Manuel Santonastaso (BMW) freuen. Wobei der Dritte von Frauenfeld, Marco Geering, sicher auch ein Wörtchen um den Klassensieg mitreden wird.
Mehr Teilnehmer als noch in Frauenfeld, nämlich 23 (gegenüber 13), stehen in der Kategorie E1 (bis 1600 cm3) im Tessin am Start. Favorit auf die beiden Tagessiege ist natürlich der mehrfache Schweizer Meister Martin Bürki in seinem VW Polo. Ihm am nächsten kam beim letzten Rennen in Frauenfeld Joël Werthmüller (Peugeot 106). Zwölf Fahrer starten in der Hubraumklasse 1601-2000 cm3, wobei der Sieg dort nur über einen Fahrer gehen kann: Lokalmatador Christian Darani (Fiat X1/9) aus dem zehn Kilometer entfernten Mairengo.
Einen neuen Sieger wird es definitiv in der Kategorie E1 über 3000 cm3 geben. Die Top 2 von Frauenfeld, Simon Wüthrich und Bruno Ianniello, sind in Ambri nicht am Start. Einer wie Koni Tarnutzer (Porsche GT3 Cup) oder Christoph Zwahlen (Porsche 911 GT3) wird aber sicher in die Bresche springen.
Im Kampf um den Tagessieg kommen unter normalen Umständen nur Philip Egli und Marcel Maurer in Frage. Die beiden Formel-Piloten sind seit Bière 2017 ungeschlagen. Zuletzt hatte Egli in Frauenfeld das bessere Ende für sich behalten. Ebenfalls am Start ist Ambri-Rekordsieger Tiziano Riva in seinem Reynard 92D F3000; ein Auto, das aber nicht unbedingt für Slaloms geeignet ist.
Das grösste Feld bei den Markenpokalen bietet mit 27 Fahrzeugen der Suzuki Swiss Racing Cup. An Spannung mangelt es dort bestimmt nicht. Marcel Muzzarelli hat nach seinem Auftaktsieg in Frauenfeld die besten Karten. Doch die Konkurrenz sitzt ihm im Nacken. Sandro Fehr, Patrick Flammer, Fabian Eggenberger und Reto Steiner hatten beim letzten Rennen weniger als eine Sekunde auf Muzzarelli verloren.
Spannend ist auch die Ausgangslage im Renault Clio Cup. Dort sind nicht nur die Top 5 aus Frauenfeld – allen voran Thomas Zürcher – wieder am Start, auch Denis Wolf greift diesmal bei den 3er Clios ins Geschehen ein.
Zum Zeitplan: Der Slalom in Ambri ist nichts für Langschläfer. Los geht es am Samstag schon ab 8.00 Uhr mit den ersten Besichtigungsläufen. Ab ca. 16 Uhr steht die Siegerehrung für die LOC-Klassen auf dem Programm. Ab 18.30 Uhr werden die restlichen Fahrer geehrt. Auch sonntags ist von 8 bis 18 Uhr Action angesagt.
Mehr über den Slalom in Ambri erfahren Sie im Internet unter dem folgenden Link: www.equipebernoise.ch
Kalender Schweizer Slalom-Meisterschaft
17./18. Juli, Frauenfeld
2./3. Oktober, Ambri
Alex Fontana ist nach Louis Delétraz (ELMS) der zweite Schweizer Rundstreckenpilot, der 2021 einen internationalen Titel holen konnte. Was sonst noch am vergangenen Wochenende aus Schweizer Sicht Schlagzeilen machte, finden Sie wie üblich in unserem Weekend-Report.
Alex Fontana ist nach Louis Delétraz (ELMS) der zweite Schweizer Rundstreckenpilot, der 2021 einen internationalen Titel sicherstellen konnte. Der Tessiner hat am Sprint-Wochenende der GT World Challenge in Valencia die Silberwertung gewonnen. Gleichzeitig feierte sein Team Emil Frey Racing den Titelgewinn in der Teamwertung. Für Fontana und seinen Teamkollegen Ricardo Feller lief das Wochenende auf dem Circuit Ricardo Tormo zwar nicht ideal, doch die Ränge 17 und 13 reichten, um die Leaderposition im Silvercup erfolgreich zu verteidigen. Für Feller reichte es am Ende «nur» zum fünften Schlussrang. Der Grund: Der Aargauer hat das erste Rennen in Magny-Cours nicht an der Seite Fontanas absolvieren können, weil das Team damals nach einem Unfall die Fahrerbesetzung kurzfristig umstrukturieren musste.
Weiter auf Titelkurs befindet sich auch Grégoire Saucy. Der Jurassier verspürt in der Formula 3 Regional by Alpine zwar mehr Druck als zu Beginn der Saison, mit einem weiteren Podestplatz hat der ART-Pilot aber die Führungsposition behaupten können. Zwei Rennwochenenden vor Schluss beträgt sein Vorsprung 78 Punkte. Damit kann Saucy bereits beim nächsten Rennen in Mugello den Sack zumachen. 22 Punkte fehlen ihm noch. Die weiteren Schweizer (Axel Gnos, Léna Bühler und Jasin Ferati) warten weiter auf ihre ersten Punkte…
Knapp am Podest vorbei schrammten Nico Müller und Patric Niederhauser bei ihrem ersten gemeinsamen Einsatz auf der Nordschleife. Die beiden Audi-Werksfahrer belegten beim vorletzten Lauf zur NLS (ehemals VLN) Platz 4. Zur Rennmitte lag das Team mit den beiden Berner noch an der Spitze. Klassensiege gab es für Simona de Silvestro und Marco Timbal auf einem Porsche Cayman GT4 in der Klasse der alternativen Antriebe sowie für das Team Hofor Racing by Bonk Motorsport mit einem BMW M240i Racing Cup in der für diese Fahrzeuge reservierten Klasse.
Einen Lichtblick gab es auch für Giorgio Maggi. Der Nidwaldner, der in der NASCAR-Serie (in den USA und Europa) zuletzt unten durch musste, sicherte sich beim 24-Stunden-Rennen von Zolder nach Platz 1 2019 nun Rang 3 auf einem Norma-Sportwagen.
Auch Ralph Boschung hatte nach einer längeren Durststrecke endlich wieder einmal ein Erfolgserlebnis – mit Rang 6 im Sprintrennen der Formel 2 in Sotschi. Gleiches gilt für Jenzer Motorsport. Dank P6 des Briten Jonathan Hoggard konnte das Team aus Lyss die rote Laterne in der Formel 3 abgeben.
Sébastien Carron setzt seine Siegesserie in der Schweizer Rallye-Meisterschaft fort. Auch bei der 23. Rally Ronde Internazionale del Ticino führte kein Weg am schnellen Walliser vorbei.
Sébastien Carron und Beifahrer Lucien Revaz sind nicht zu bremsen. Der 43-jährige Walliser und sein französischer Co-Pilot triumphierten auch beim vierten Lauf zur Schweizer Rallye-Meisterschaft im Tessin. Mit mehr als 40 Sekunden Vorsprung sicherte sich das eingespielte Duo seinen dritten Saisonsieg. Oder anders formuliert: Seit der Rallye du Chablais 2019 hat Carron alle Rallyes gewonnen, an denen er teilgenommen hat.
Den Grundstein zu seinem 22. Sieg im Rahmen der Schweizer Meisterschaft legte Carron schon auf der ersten Wertungsprüfung über 24,46 Kilometer. Dort nahm er dem aktuellen SM-Leader Mike Coppens 16,8 Sekunden, Lokalmatador Ivan Ballinari 17 Sekunden ab. Dasselbe Bild bot sich beim zweiten Abfahren der Wertungsprüfung «Nara». Wieder knöpfte Carron der Konkurrenz 17 und mehr Sekunden ab. Bei Halbzeit der Rallye lag der dreimalige Schweizer schon 34 Sekunden vor Coppens und 36 vor Ballinari.
Auch auf der dritten WP über 14,47 Kilometer war Carron schneller als alle anderen. Diesmal trennten ihn aber nur 2,5 Sekunden von Ballinari, der mit diesem Zwischenspurt an Coppens vorbei auf den zweiten Gesamtrang vorstossen konnte. Diese Reihenfolge hatte auch nach der letzten Prüfung Bestand. Obwohl diese nicht von Carron, sondern hauchdünn mit 0,4 Sekunden Vorsprung von Kevin Gilardoni gewonnen wurde. «Das war ein gutes Wochenende für uns», meinte Carron nach seinem dritten Saisonsieg. «Besonders stolz bin ich auf unsere Leistung auf der Wertungsprüfung Nara. Das ist eine WP, die man mit viel Herz fahren muss.»
Für den Zweitplatzierten Ballinari war es nach der Rallye des Bornes, bei der er ebenfalls Zweiter wurde, das beste Saisonergebnis. «Ich bin zufrieden mit meiner Leistung. Wir haben das Maximum herausgeholt. Der Zweikampf mit Mike war sehr knapp. Aber wir konnten ihn am Nachmittag auf der Prüfung 3 und 4 auf Distanz halten.»
Trotz seines bisher schlechtesten Saisonergebnis bleibt Coppens in der Meisterschaft vorne. 130 Punkte hat der Mann aus Verbier nach vier Läufen auf dem Konto – elf mehr als Carron, der einen Lauf weniger vorzuweisen hat, und 27 mehr als der amtierende Meister Ballinari. Was das für das grosse Finale im Wallis vom 21.-23. Oktober zu bedeuten hat, steht noch in den Sternen und hängt in erster Linie davon ab, ob Carron und Ballinari bei der RIV am Start stehen. Fakt ist: Es gibt maximal noch 42 Punkte zu holen. Und Coppens und Ballinari hätten bei fünf Starts ein Streichresultat.
Hinter den Top 3 platzierten sich Kevin Gilardoni (ebenfalls Skoda Fabia), Alt-Meister Grégoire Hotz (Citroën C3), Jonathan Michellod (Skoda Fabia) sowie der schnellste RGT-Pilot Sergio Pinto (Alpine A110).
Bei den Junioren setzte sich wie schon bei der Rallye des Bornes Jérémie Toedtli durch. Der Neuenburger hatte im Ziel einen Vorsprung von 32,5 Sekunden auf Guillaume Girolamo und mehr als 2:50 min auf Yoan Loeffler. Weil Toedtlis direkte Gegner Sacha Althaus und David Erard schon früh ausschieden, steht Toedtli bereits vor der Rallye du Valais als neuer Junioren-Meister fest. Auch der Titel in der Clio Trophy Swiss ist ihm und seiner Beifahrerin Julie Faure nach der Rally del Ticino nicht mehr zu nehmen.
Der Sieg in der Trophée Michelin Suisse ging an den Franzosen Thomas Battaglia (Renault Clio R3 Maxi), der sich klar gegen Laurent Bérard (Honda Civic) durchsetzte.
In der historischen Klasse triumphierte Guy Trolliet (Porsche 911 Carrera) vor Nicolas Jolidon (BMW 325i E30) und Pietro Galfetti (Opel Monza). Der bisherige SM-Leader Claude Alain Cornuz schied in der dritten WP auf Rang 3 liegend aus.
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.rallyticino.com
Weiter geht es mit der Schweizer Rallye-Meisterschaft in drei Wochen mit dem grossen Finale, der Rallye International du Valais vom 21.-23. Oktober.
Termine Schweizer Rallye-Meisterschaft 2021
27.-29. Mai 2021, Rallye du Chablais
18./19. Juni 2021, Rallye des Bornes (F)
2.-4. September 2021, Rallye du Mont-Blanc Morzine (F)
24./25. September 2021, Rally del Ticino
21.-23. Oktober 2021, Rallye International du Valais
Am Samstag endete in Wohlen die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft 2021 mit einem Finale wie im Bilderbuch: Herrliches Herbstwetter, spannende Rennen und endlich wieder Zuschauer vor Ort.
Die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft 2021 hat am vergangenen Samstag in Wohlen ein würdiges Finale ausgetragen. Bei herrlichem Herbstwetter wurden in vier von fünf Kategorien die neuen Schweizer Meister erkoren. Und die 75 Fahrer und Fahrerinnen boten den erstmals wieder zugelassenen Zuschauern spannende und actiongeladene Rennen. Dass es dabei auf dem altehrwürdigen 825 Meter langen Rundkurs im aargauischen Wohlen zum einen oder anderen Zwischenfall kam, ist unvermeidlich. Doch alle Zwischenfälle verliefen glimpflich.
Besonders spannend war die Ausgangslage in der Kategorie OK Junior. Dort gingen die beiden Titelspiranten Elia Pappacena und Jérôme Huber punktgleich ins Rennen. Huber hatte sich mit der zweitschnellsten Zeit im Qualifying die bessere Ausgangslage geschaffen. Doch für den jungen Zürcher lief es am Samstag gar nicht nach Plan. Kaum war der erste Vorlauf gestartet, war Huber in eine Kollision verwickelt und fiel zurück. Nutzniesser war Pappacena, der sich in der Spitzengruppe absetzen konnte und sich mit dem zweiten Schlussrang 17 wertvolle Punkte sicherte, während Huber tapfer dem Feld hinterherjagte und als Fünfter elf Punkte sammelte. Noch war also nichts entschieden. Doch Hubers Pechsträhne ging weiter. Im zweiten Vorlauf blieb er schon nach weniger als einer halben Runde stehen. Der Gaszug klemmte. «Ich hatte nur noch Vollgas und musste das Kart abstellen», erklärte ein bitter enttäuschter Huber, der mit ansehen musste, wie Pappacena den zweiten Lauf gewann. Und als wäre das noch nicht genug. Im Finale fiel Huber abermals zurück. Diesmal wegen einer defekten Membran am Vergaser. Pappacena derweil liess sich vom Pech seines Kontrahenten nicht aus der Ruhe bringen und feierte (vor Ekaterina Lüscher) seinen insgesamt fünften Laufsieg in dieser Saison. Hinterher meinte der neue Schweizer OK-Junior-Meister: «Natürlich freue ich mich über diesen Titel. Aber ich hätte ihn lieber mit einem spannenden Zweikampf auf der Strecke gegen Jérôme gewonnen.» Hinter Pappacena und Huber, der ausgerechnet in Wohlen das schlechteste Wochenende eingezogen hatte, wurde Ethan Ischer Dritter. Beinahe hätte der Waadtländer im Gesamtklassement Huber noch eingeholt. Mit 227:226 sicherte sich Huber als winziger Trost aber dennoch den Vize-Titel.
Ungewollt spannend machte es Patrick Näscher in der Kategorie OK Senior. Der Liechtensteiner gilt eigentlich als Zuverlässigkeit in Person. Doch im ersten Vorlauf übertrieb er es. Beim Angriff auf den Führenden Fabio Scherer verschätzte sich Näscher und machte nicht nur das Rennen von Scherer, der immerhin noch Siebter wurde, sondern auch sein eigenes Rennen zunichte. Doch es kam noch dicker für Näscher. Ausgerechnet Lyon Mathur, sein einzig verbliebener Konkurrent im Kampf um den Titel, sicherte sich den Sieg im ersten Vorlauf. Und auch im zweiten landete der Sarmenstorfer ganz vorne. Immerhin: Als Dritter konnte Näscher den Schaden punktemässig im zweiten Vorlauf in Grenzen halten. Die Entscheidung fiel im Finale. Dort kam es nach wenigen Runden zu einer Kollision, die Mathur aus dem Rennen riss. Nach dem Restart übernahm Scherer das Kommando und siegte überlegen vor Näscher, der sich damit nach 2018 zum zweiten Mal den Titel bei den Senioren sicherte. «Ich hätte es mir etwas einfacher machen können», meinte Näscher nach dem Finale augenzwinkernd. «Fabio war im ersten Lauf langsamer als ich. Aber ich war zu ungeduldig. Ich hätte etwas länger warten müssen, dann hätte ich mir diesen Stress ersparen können…» Hinter Näscher und Mathur kam Lukas Muth auf Platz 3 in der Gesamtwertung. Auch der Luzerner musste noch zittern. Antonio Lagrotteria rückte mit einem starken Schlussspurt noch bis auf zwei Punkte an Muth heran.
Bei den Jüngsten in der Kategorie Super Mini war die Kuh schon nach dem ersten Vorlauf vom Eis. Leader Tiziano Kuzhnini hätte in Wohlen nur drei Punkte gebraucht, um seinen ersten Titel sicherzustellen. Doch der junge Spirit-Fahrer vom Sempachersee liess erst gar nichts anbrennen. Mit seinem zehnten Laufsieg 2021 stand er schon nach dem ersten Rennen als neuer Meister fest. Im zweiten und dritten Durchgang musste sich der neue Champion mit dem Ehrenplatz zufrieden geben – hinter Elia Epifanio, der nach 65 Punkten in Levier diesmal sogar 67 Punkte abstaubte und damit in den letzten beiden Rennen der erfolgreichste Fahrer bei den Super Minis war. Platz 3 im Gesamtklassement ging an Dan Allemann, der sich gegen Janik Brechbühl durchzusetzen vermochte. Kuzhnini, der seinen ersten Titel ausgelassen feierte, meinte hinterher: «Ich habe in diesem Jahr wenig Fehler gemacht. Und ich habe jedes Rennen in den Top 3 beendet. Das hat kein anderer Fahrer geschafft. Ich glaube, ich kann also mit meiner Leistung sehr zufrieden sein.»
Das kann auch Savio Moccia. Der Mann aus Lyss im Kanton Bern hat zum dritten Mal in Serie den Titel in der X30 Challenge Switzerland eingefahren. Insgesamt war es sein fünfter Schweizer Meistertitel. In Wohlen räumte Moccia wieder einmal im grossen Stil ab – mit der Pole-Position und drei Laufsiegen. Nur die drei Zusatzpunkte für die schnellste Rennrunde im Finale fehlten. Diese verpasste Moccia um 18 Tausendstel. Sonst wäre Wohlen nach den beiden Auftaktrennen in 7 Laghi das dritte Rennen gewesen, an dem Moccia 2021 das Punktemaximum geholt hätte. Mit zwölf Laufsiegen hat er sich 2021 aber dennoch wieder deutlich von der Konkurrenz abgehoben. «Es lief wirklich sehr gut für mich», bestätigt Moccia. «Ich hatte am Freitag nach den Trainings zwar ein Problem am Kart. Aber das konnten wir lösen und am Renntag lief alles wie geschmiert.» Platz 2 hinter Moccia sicherte sich Kilian Streit. Dritter wurde Nicolas Mühlebach. Einen tollen Saisonabschluss feierte auch kartbox.ch-Pilot Luca Luongo, der in allen drei Läufen aufs Podest fuhr.
Bereits vor Wohlen war die Titelentscheidung in der Kategorie KZ2 gefallen. Routinier Nicolas Rohrbasser hatte sich seinen dritten Titel bei den Schaltkarts schon in Levier gesichert. Nichtsdestotrotz drückte er auch beim einzigen Rennen auf Schweizer Boden kräftig auf die Tube. Mit einem perfekten Rennwochenende (drei Siege, Pole-Position und schnellste Rennrunde) vergrösserte er seinen ohnehin schon komfortablen Vorsprung auf den Zweitplatzierten Ivan Rechsteiner in der Endabrechnung auf 128 Punkte! Trotz dieser Überlegenheit musste sich Rohrbasser in Wohlen strecken. «Denn die Jungen hinter mir geben immer mehr Gas», sagt der neue und alte Champion. Besonders positiv ist in Wohlen Sebastian Kraft aufgefallen. Der Berner, der erst auf diese Saison zu den Schaltkarts wechselte und vor drei Jahren noch bei den Super Minis fuhr, setzte Rohrbasser immer wieder unter Druck. «Mit drei zweiten Plätzen zum Saisonende bin ich sehr zufrieden», sagt Kraft. «Was mir noch fehlt, ist das richtige Reifenmanagement.» Im Gesamtklassement wurde Kraft Vierter – knapp hinter Tobias Widmer.
Weitere Informationen zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft finden Sie auf www.motorsport.ch/de/kartsport oder auf Facebook-Seite www.facebook.com/SchweizerKartMeisterschaft
Auto Sport Schweiz bedankt sich an dieser Stelle für eine abwechslungsreiche Saison bei allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen sowie allen Helfern und Helferinnen. Gleichzeitig freuen wir uns schon jetzt auf die neue Saison 2022. Wir wünschen uns, dass wir dort anknüpfen können, wo wir 2021 aufgehört haben: mit spannenden Rennen bei herrlichem Wetter und einer tollen Atmosphäre! Bis bald bei der offiziellen Siegerehrung 2021! Details folgen…
Es wieder soweit! Das neue Magazin von Auto Sport Schweiz ist auf dem Weg zu Ihnen. Diesmal widmen wir uns einem ganz besonderen Duell – dem Slalom-Zweikampf zwischen Philip Egli und Marcel Maurer.
Wussten Sie, dass es in der Schweizer Slalom-Meisterschaft seit Bière 2017 mit Philip Egli und Marcel Maurer nur zwei unterschiedliche Tagessieger gab? Wir haben bei den beiden nachgefragt, worum dem so ist. Und sie gleichzeitig für die Herbst-Ausgabe des ASS-Magazins gebeten, uns in die Geheimnisse des Slaloms einzuweihen.
Doch nicht nur der Slalom ist Thema in unserer jüngsten Ausgabe. Wir waren beim einzigen Schweizer Bergrennen 2021 in Oberhallau vor Ort und haben für Sie hinter die Kulissen der Zeitnahme geschaut. Und dann ist da noch das Klausenrennen. Zum 100. Geburtstag 2022 wird es eine virtuelle Renaissance geben. Doch zu viel wollen wir nicht verraten. Wir hoffen, dass wir auch diesmal Ihren Geschmack getroffen haben und wünschen Ihnen schon jetzt viel Spass bei der Lektüre.
Übrigens das nächste Magazin erscheint am 11. Dezember 2021!
Live-Timing der fünften Rennläufe der SKM in Wohlen gibt es hier: www.savoiechrono.com
Ab Oktober veranstaltet flanc.ch nach dem internationalen Sportgesetz und unter Schirmherrschaft von Auto Sport Schweiz virtuelle Schweizer Meisterschaften für Formel-3- und GT3-Renner.
«Racing is life, everything else is just waiting!» Mit dieser legendären Aussage von Steve McQueen begrüssen die Gründer von flanc.ch die User auf ihrer Homepage. Damit ist eigentlich schon vieles gesagt. Denn das Warten hat bald ein Ende. Die virtuellen Formel-3- und GT3-Meisterschaften von flanc.ch beginnen im Oktober 2021 und dauern bis Mai 2022. Im Unterschied zur offiziellen Schweizer Simracing-Meisterschaft, die von der RacingFuel Academy in ihren Renncentern und (ganz wichtig) auf Rennsimulatoren ausgetragen wird, ist die Schweizer Meisterschaft von flanc.ch eine Serie, bei der die Teilnehmer und Teilnehmerinnen Zuhause am PC sitzen.
In einer offiziellen Pressemitteilung hat flanc.ch nun den Austragungsmodus vorgestellt. Pro Serie gibt es ein Starterfeld von maximal 40 Fahrern, welche über je zwölf Wertungstermine den Schweizer Meistertitel 2022 für ihre Klasse ausfahren werden. Während in der Formel 3 pro Termin jeweils ein 20-Minuten-Heat- und ein 30-Minuten-Feature-Race gefahren werden, wird in der GT3 Klasse ein Rennen über 50 Minuten mit obligatorischem Boxenstopp ausgetragen.
Mit zwölf Wertungsterminen und den fordernden Formaten müssen die beiden Titel hart erkämpft werden. Die offizielle Jury von Auto Sport Schweiz mit Sportkommissaren aus dem realen und dem virtuellen Automobilsport wird für die Einhaltung des Reglements und die nötige Fairness sorgen. Die von flanc.ch ausgerichtete Meisterschaft richtet sich nach dem Internationalen Sportgesetz (ISG) der FIA, dem Nationalen Sportreglement (NSR) von Auto Sport Schweiz (ASS) und den Bestimmungen der Nationalen Sportkommission (NSK).
Bei den Schweizer Meisterschafts-Serien von flanc.ch können ambitionierte Simracer mit Erfahrung und entsprechend professionellem Equipment im Simulationsbereich teilnehmen. Gefahren werden die virtuellen Rennen mit iRacing, einer führenden Simulation für Online-Motorsport. Sämtliche Rennen der virtuellen Formel 3 und GT3 Schweizer Meisterschaften werden live durch SRA TV auf Twitch übertragen. Neben Ruhm und Ehre gibt es bei flanc.ch Preise im Wert von insgesamt CHF 5'000 zu gewinnen.
Weitere Infos zu den Meisterschaften und dem Serienorganisator gibt es unter www.flanc.ch
Beim Finale der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft wird nicht Joël Blanc, sondern sein Landsmann Eric Lhermitte die Rolle des Rennleiters übernehmen.
Am Samstag, 25. September, findet in Wohlen das grosse Finale der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft statt. Auto Sport Schweiz hat darüber bereits ausführlich auf seiner Homepage informiert. Eine wichtige Information möchten wir aber dennoch den Teilnehmern und Teilnehmerinnen nicht vorenthalten. Statt Joël Blanc, der bei einem Rennen in seiner Heimat in Frankreich im Einsatz steht, wird an diesem Wochenende Eric Lhermitte die Rolle des Rennleiters übernehmen.
Lhermitte verfügt wie Blanc über fundierte Erfahrungen als Rennleiter und leitete in der Vergangenheit zahlreiche Rennen in Frankreich (FFSA). Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit in Wohlen und wünschen Eric Lhermitte ein erfolgreiches Wochenende als Ersatz von Joël Blanc.
Die Schweizer Rallye-Meisterschaft geht in die finale Phase. Freitag/Samstag findet der vierte Lauf, die Rally del Ticino, statt. Favorit auf den Sieg ist wie zuletzt bei der Rallye Mont-Blanc der Walliser Sébastien Carron.
Am Freitag/Samstag, 24./25. September, findet im Tessin der vierte Lauf zur Schweizer Rallye-Meisterschaft statt. 77 Teilnehmer und Teilnehmerinnen stehen am Start. Darunter vier WRC und 17 Autos vom Typ Rally2. Wie zuletzt bei der Rallye Mont-Blanc Morzine ist auch diesmal alles dabei, was in der Schweiz Rang und Namen hat.
Favorit auf den Gesamtsieg ist wie zuletzt in Frankreich (oder bei der Chablais) der Walliser Sébastien Carron. Für den Fahrer mit der #2 ist es bereits die zwölfte Teilnahme im Tessin. Vier Mal sicherte sich Carron den Gesamtsieg – zuletzt 2019. Und mit seinem Co-Pilot Lucien Revaz dürfte er auch bei der 23. Ausgabe nur schwer zu schlagen sein. Allerdings wird Carron diesmal zusätzlich Gegenwehr von einem altbekannten Konkurrenten kriegen: Rekord-Meister Grégoire Hotz bestreitet zum ersten Mal seit dem Critérium Jurassien 2019 wieder einen Lauf zur Schweizer Meisterschaft. Und der inzwischen 47-jährige Neuenburger ist gar nicht mal so schlecht vorbereitet. Vier Rallyes hat er in diesem Jahr bereits in Italien bestritten – zwei Mal stand er dabei mit seinem Citroën C3 auf dem Podium.
Noch öfters am Start bei der «Ticino» als Carron war Ivan Ballinari. Der Lokalmatador bestreitet dieses Jahr schon seine 19. Heim-Rallye. Zwei Mal (2017 und 2018) gewann «Bally» die Rallye vor den Toren Luganos. Auch dieses Jahr möchte er wieder aufs Podium fahren. «Wir sind topmotiviert», sagt Ballinari. «Und wir können befreit fahren, weil die Meisterschaft für uns sekundär ist.»
Der Leader der Schweizer Rallye-Meisterschaft, Mike Coppens, ist gegenüber Carron und Ballinari ein Grünschnabel. Erst drei Mal stand der Mann aus Verbier im Tessin am Start. Bei seiner letzten Teilnahme 2015 fuhr er noch einen Citroën DS3. Für ihn sind die 77,86 Kilometer Wertungsprüfung daher so etwas wie Neuland. Trotzdem könnte Coppens, der mit Blick auf die Meisterschaft fährt, im Tessin den Sack zumachen. Mit einem Sieg käme er auf 140 Zähler. Zum vorzeitigen Titelgewinn würde das aber nur reichen, wenn Carron höchstens 13 Punkte holen würde. Ausserdem ist in dieser Kalkulation noch offen, ob Carron am Finale der Schweizer Meisterschaft, der Rallye du Valais vom 21.-23. Oktober, teilnimmt oder nicht. Lässt Carron das Finale vor seiner Haustüre sausen, könnte Coppens schon mit einem zweiten oder dritten Platz im Tessin den Titel sicherstellen – vorausgesetzt er lässt Ballinari hinter sich.
Gespannt darf man auch auf das Abschneiden von Jonathan Michellod sein. Wie Carron, Ballinari und Coppens vertraut der ehemalige Junior-Champion auf Skoda Fabia. Zwei dritte Plätze hat er dieses Jahr bereits eingefahren: bei der Rallye des Bornes und am Mont-Blanc. In der Gesamtwertung liegt Michellod auf Rang 5 – gleichauf mit dem schnellsten RGT-Fahrer Sergio Pinto und sechs Punkte hinter Joël Rappaz, einem weiteren Skoda-Fahrer, der wie Ballinari und Coppens für das Team Lugano Racing fährt.
Abwechslung ist auch bei den Junioren angesagt. Drei verschiedene Sieger (bei bisher drei Rallyes) spiegeln die Ausgeglichenheit wider. Vor dem vierten Lauf im Tessin wird die Junior-Wertung von Jérémie Toedtli (75 Punkte) vor David Erard (73) und Sacha Althaus (54) angeführt. In der Clio Trophy Swiss liegen die gleichen drei Piloten vorne – dicht gefolgt von Ismaël Vuistiner, der zuletzt bei der Rallye Mont-Blanc schnellster Clio-Fahrer war.
In der Trophée Michelin Suisse wird es im Tessin auf einen Zweikampf zwischen dem Franzosen Thomas Battaglia, der im Moment an zweiter Stelle liegt, und Laurent Bérard hinauslaufen. Der nach wie vor Führende Mathieu Walter verzichtet nach der Rallye Mont-Blanc Morzine auch auf die Rally del Ticino.
In der historischen Klasse, der VHC, stehen sieben Autos am Start. Darunter der Gesamtleader Claude Alain Cornuz auf Ford Escort, sowie dessen direkte Verfolger Guy Trolliet (Porsche 911) und Nicolas Jolidon (BMW 325).
Die diesjährige Rally del Ticino besteht aus vier Wertungsprüfungen (über total 77,86 km) und gilt laut NSK-Beschluss vom 11. August als eine Rallye vom Typ 2, obwohl sie von der Anzahl Kilometer her diese Vorgaben nicht erfüllt. Los geht die Zeitenjagd am Samstagmorgen ab ca. 9.45 Uhr. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.rallyticino.com
Termine Schweizer Rallye-Meisterschaft 2021
27.-29. Mai 2021, Rallye du Chablais
18./19. Juni 2021, Rallye des Bornes (F)
2.-4. September 2021, Rallye du Mont-Blanc Morzine (F)
24./25. September 2021, Rally del Ticino
21.-23. Oktober 2021, Rallye International du Valais
Am Samstag findet in Wohlen das grosse Finale zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft mit 75 Fahrern und Fahrerinnen statt. In vier von fünf Kategorien werden noch die Meister gesucht. Besonders spannend wird es bei den OK Junioren.
Am Samstag geht es in der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft in Wohlen um alles oder nichts. In vier von fünf Kategorien ist die Entscheidung, wer Schweizer Meister 2021 wird, noch nicht gefallen. Besonders spannend ist die Ausgangslage in der Kategorie OK Junior. Dort liegen der Aargauer Elia Pappacena und der Zürcher Jérôme Huber mit je 216 Punkten punktgleich an der Spitze. Zwei weitere Fahrer haben noch theoretische Chancen: Ethan Ischer mit 39 Zählern Rückstand auf das Spitzenduo und Gaspard Le Gallais (73 Punkte zurück). Wobei Letzterer kaum mehr in Frage kommt. Denn mehr als 75 Punkte kann ein Fahrer an einem Rennwochenende zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft nicht holen.
Die besten Aussichten auf den Titel haben also Pappacena und Huber. Wobei die Situation für beide neu ist. Keiner der beiden hat bisher einen Titel gewonnen. Umso grösser die Anspannung. «Ich bin parat», sagt Pappacena, «und ich gebe das Maximum, so wie ich das schon seit dem Saisonauftakt jeweils tue.» Auch Huber fühlt sich bereit: «Der Titel wäre eine Erleichterung, weil es in den vergangenen Jahren nicht immer rund lief. Ich und das Team hatten öfter Pech.» Dass das Pendel auf beide Seiten ausschlagen kann, zeigt ein Blick auf den bisherigen Saisonverlauf. Dort hatte Pappacena den besseren Anfang. Doch in Franciacorta und zuletzt in Levier lief es für den Spirit-Piloten nicht immer rund. Bei Huber ist es genau umgekehrt. Er hatte einen schwierigen Saisonstart. Dafür lief es dem Fahrer aus dem Team kartbox.ch in den vergangenen zwei Rennen deutlich besser.
Etwas mehr Luft im Kampf um den Titel hat Patrick Näscher bei den OK Senioren. 47 Punkte liegt der Liechtensteiner aus dem Kartteam Meier vor dem Zweitplatzierten Lyon Mathur. Auf Platz 3 folgt Lukas Muth mit weiteren 20 Zählern Rückstand. Seine Chancen sind also nur theoretischer Natur. Und auch Mathur aus dem kartbox.ch-Team muss sich strecken, wenn er den Meister von 2018 noch abfangen möchte. «Mit 47 Punkten Vorsprung sieht es zwar gut aus, aber es kann immer noch viel passieren», sagt Näscher. «Ich versuche das Wochenende gleich anzugehen wie alle anderen, so hat es immer gut funktioniert.» Zu den weiteren Siegkandidaten bei den Senioren zählt in Wohlen auch Fabio Scherer. Der LMP2- und Porsche-Supercup-Pilot nutzt das rennfreie Wochenende, um auf seiner Hausstrecke an den Saisonauftakt in 7 Laghi (drei Siege, Pole-Position und schnellste Rennrunde) anzuknüpfen. «Ich habe ja nur ein Rennen bisher bestritten», sagt Scherer. «Und fahre so natürlich nicht um die Meisterschaft. Deshalb steht bei mir der Spass im Vordergrund.»
Noch mehr Vorsprung als Näscher hat Savio Moccia in der X30 Challenge Switzerland. 54 Punkte liegt der Mann aus Lyss in Führung. Nur Spirit-Fahrer Kilian Streit kann dem bisher viermaligen Schweizer Meister noch in die Suppe spucken. Allerdings müsste Moccia, der in dieser Saison neun von zwölf Läufen gewann, dafür schon den einen oder anderen Nuller schreiben – oder wie im Vorjahr das Qualifying verhauen. «Es kann immer etwas passieren», warnt Moccia. «Aber ich hoffe, dass alles reibungslos läuft. Mein Ziel ist es, den Titel zu verteidigen. Dafür muss ich nicht unbedingt in jedem Rennen ganz oben stehen.» Streit selber gibt sich noch nicht geschlagen. «Es ist noch alles möglich», sagt der Herausforderer. «Ich werde auf jeden Fall alles für einen Sieg geben. Die Chancen zu gewinnen, betrachte ich nicht als klein. Wie es am Ende herauskommt, werden wir aber vor Ort sehen.»
Die vierte Entscheidung fällt bei den Jüngsten, den Super Minis, vermutlich schon im ersten Vorlauf. Bei den 8- bis 12-Jährigen liegt Tiziano Kuzhnini mit 72 Zählern voraus. Drei Punkte braucht der junge Spirit-Fahrer aus Eich am Sempachersee noch, dann ist auch er zum ersten Mal Schweizer Meister. Wie Moccia in der X30 hat auch Kuzhnini in dieser Saison bereits neun Läufe gewonnen. Bei den restlichen wurde er jeweils Zweiter. Mit 277 Punkten hat er von allen Fahrern bisher am meisten Zähler gesammelt. «Ich freue mich auf das Finale», sagt Kuzhnini. «Und ich werde wie immer Vollgas geben. Ich habe dieses Jahr schon viele gute Rennen gefahren. Und ich möchte auch in Wohlen wieder auf dem Podium stehen.» Erster (und einziger) Verfolger ist Elia Epifanio. Der Exprit-Pilot hat zuletzt in Levier einen Vorlauf und das Finale gewonnen. Seine Chancen auf den zweiten Gesamtrang stehen gut. Streitig machen können ihm diese Position allerdings noch ein paar andere Fahrer: allen voran Dan Alleman, Matt Corbi und Janik Brechbühl.
Bereits entschieden ist die Kategorie KZ2. Nicolas Rohrbasser hat nach 2017 und 2020 den dritten SM-Titel beim letzten Rennen in Levier sichergestellt. Ganz gelassen kann er dem Finale entgegenblicken. «Ich freue mich auf die Rennen in Wohlen», sagt Rohrbasser. «Es macht Spass, mich mit der jüngeren Generation zu messen.» Im Kampf um Platz 2 hat Ivan Rechsteiner vor Wohlen die besten Karten. Allerdings liegen Tobias Widmer (14 Punkte) und Ethan Frigomosca (17 Punkte) nur knapp dahinter.
Zur Strecke: Der Rundkurs von Wohlen ist mit 825 Metern der kürzeste im Kalender der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft. Mit seinen zahlreichen Kurven bietet die Strecke kaum Ruhephasen und ist mit ihren Bodenwellen und den bescheidenen Auslaufzonen noch ein Relikt aus der «guten, alten Zeit». Eine besondere Herausforderung stellt in Wohlen der Grip dar. Die Strecke ist aufgrund der Sandhügel entlang der Piste oft sehr schmutzig.
Weitere Informationen zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft finden Sie auf https://motorsport.ch/de/kartsport. Um Zeitnahme und Livetiming kümmert sich in Wohlen www.savoiechrono.com
WICHTIGER HINWEIS: Jede Person (ab 16 Jahren) muss bei der Eingangskontrolle ein gültiges COVID-Zertifikat vorlegen und erhält ein Armband. Ohne dieses Armband ist es nicht möglich, die Rennstrecke
während des Wochenendes zu betreten. Die Anzahl der Begleitpersonen pro Piloten ist nicht begrenzt. Die Kontaktdaten aller Teilnehmer und Begleitpersonen (Mechaniker, Unterstützer usw.) müssen
bei der Einlasskontrolle erfasst werden. Es kann vor Ort auch ein COVID-Test gemacht werden. In diesem Fall bitte die ID und die Krankenkassenkarte bereithalten.
Zeitplan
Samstag, 25. September
08.00-09.02 Uhr, Offizielles Training
09.10-09.52 Uhr, Zeittraining à 6 Minuten pro Kategorie
10.20-12.00 Uhr, Rennen 1
12.00-13.00 Uhr, Mittagspause
13.00-14.40 Uhr, Rennen 2
14.40-16.45 Uhr, Finalläufe (Siegerehrungen jeweils im Anschluss an die Finalläufe)
Termine Schweizer Kart-Meisterschaft 2021
11. April, 7 Laghi (I)
9. Mai, 7 Laghi (I)
27. Juni, Franciacorta (I)
22. August, Levier (F)
25. September, Wohlen
Am Wochenende durfte aus Schweizer Sicht bei der DTM Trophy in Assen und der European Le Mans Series in Spa-Francorchamps gejubelt werden.
Für Louis Delétraz ist es eine Wiedergutmachung. Wir erinnern uns: Vor knapp einem Monat ist der Genfer bei den 24 Stunden von Le Mans in der letzten Runde in Führung liegend stehengeblieben. Fassungslos musste er aus der Box mitanschauen, wie der Traum vom LMP2-Sieg an der Sarthe platzte. Nun hatte der ehemalige Formel-1-Testfahrer mehr Glück. Beim fünften Lauf zur European Le Mans Series in Spa-Francorchamps hatte Delétraz mit seinen beiden Teamkollegen Robert Kubica und Yifei Ye die Nase nicht nur zum dritten Mal in dieser Saison vorne, Delétraz sicherte sich mit dem Sieg auch vorzeitig den ELMS-Titel bei den Fahrern, vorausgesetzt er bestreitet auch das letzte Rennen in Portugal. «Ich freue mich sehr über diesen Titel», meint der WRT-Pilot. «Dass wir ihn mit einem weiteren Sieg besiegeln konnte, ist eine besondere Genugtuung.»
Knapp am Podium vorbei fuhr das Schweizer Team Cool Racing. Mit Platz 4 feierte die von der Pole-Position gestartete Mannschaft mit Alexandre Coigny, Nicolas Lapierre und Charles Milesi das beste Saisonergebnis in der LMP2. Eine Klasse tiefer hat Cool Racing mit Pilot Nicolas Maulini weiter das Sagen. Mit Rang 2 hinter dem siegreichen DKR-Team aus den Niederlanden hat man die Gesamtführung verteidigt. Am 24. Oktober geht es beim Finale in Portimão dann um die Wurst. Den ersten Podestplatz im Rahmend der ELMS 2021 feierte auch Rahel Frey. Die Solothurnerin wurde im Ferrari 488 GTE Evo aus dem Team Iron Lynx als Dritte der LMGTE abgewunken.
Keine Podestplätze gab es dafür in der DTM. Nico Müller holte nach einem Ausfall im ersten Rennen im zweiten Durchgang als Achter immerhin ein paar Punkte, kann aber mit dem zehnten Meisterschaftsrang zwei Rennen vor Saisonende alles andere als zufrieden sein. Philip Ellis belegte in Assen die Ränge 7 und 12 und hat seinen fünften Zwischenrang verteidigt. Die Siege gingen an Marco Wittmann (D) und Lucas Auer (A).
Gejubelt wurde dafür in der DTM Trophy. Dem Ostschweizer Lucas Mauron gelang in Assen der erste Saisonsieg. Auch im zweiten Rennen fuhr der Audi-Pilot stark und sicherte sich Platz 2. Damit verbesserte sich Mauron in der Gesamtwertung auf Platz 5 und liegt dort nun direkt vor BMW-Pilot Yann Zimmer, der mit zwei achten Plätzen erneut Punkte sammelte.
Heute in einer Woche fällt der Startschuss zur Rally del Ticino. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen auf das grosse Finale der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft in Wohlen. An beiden Orten ist für Spannung gesorgt.
In den Schweizer Meisterschaften, die 2021 aufgrund der Corona-Pandemie stattfinden können, geht es ab heute in einer Woche ums Eingemachte. Bei der Rally del Ticino, dem vierten Lauf zur Schweizer Rallye-Meisterschaft, ist das «who is who» des Schweizer Rallye-Sports bestens vertreten. Zum SM-Leader Mike Coppens (bisher ein Sieg), dem zweimaligen Laufsieger 2021 Sébastien Carron, dem amtierenden Meister Ivan Ballinari und dem vielversprechenden Nachwuchstalent Jonathan Michellod gesellt sich im Tessin auch Rekord-Meister Grégoire Hotz und sein langjähriger Co-Pilot Pietro Ravasi.
Die Ausgangslage verspricht Hochspannung. Coppens liegt mit 105 Punkten in Führung. Mit einem Sieg im Tessin könnte er auf 140 Zähler kommen. Zum vorzeitigen Titelgewinn würde das aber nur reichen, wenn Carron höchstens 13 Punkte holen würde. Allerdings ist in dieser Kalkulation noch offen, ob Carron beim Finale der Schweizer Meisterschaft, der Rallye du Valais vom 21.-23. Oktober, überhaupt am Start steht. Gewinnt er die Ticino zum fünften Mal (nach 2014, 2015, 2016 und 2019), käme er Coppens in der Gesamtwertung bedrohlich nahe. Und weil Letzterer bei am Ende fünf gefahrenen Rallyes ein Streichresultat hat (Carron wird sicher keines haben!), könnte es für den Mann aus Verbier mit dem ersten SM-Titel nochmals eng werden. Aber eben: Nur dann, wenn Carron auch im Wallis antritt – und das steht noch in den Sternen. «Ich weiss es noch nicht», sagt der dreimalige Schweizer Meister, der eigentlich nur noch zum Spass fährt und keine Titelambitionen mehr hegt. «Schliesslich bin ich seit 2017 nicht mehr bei der Valais gefahren. Und damals bin ich mit einem Elektrikdefekt ausgeschieden.»
Rechenspiele gibt es auch beim Finale der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft. Beim fünften und letzten Lauf 2021 wird noch in vier von fünf Klassen um den Titel gekämpft. Den grössten Vorsprung hat Tiziano Kuzhnini bei den Super Minis. Er muss noch drei (von möglichen 75) Punkten machen, um erstmals Schweizer Meister zu sein. In der X30 Challenge Switzerland liegt Savio Moccia 54 Punkte vor Kilian Streit, seinem nächsten Verfolger. Bei den Senioren liegen Ex-Schweizer-Meister Patrick Näscher und der Zweitplatzierte Lyon Mathur 47 Punkte auseinander.
Kein Rechenschieber braucht es bei den Junioren. Dort liegen Elia Pappacena und Jérôme Huber punktgleich (!) in Führung. Auf Platz 3 (39 Punkte zurück) lauert Ethan Ischer.
Spannung ist also garantiert – im Tessin, wie im Aargau. Auto Sport Schweiz wird nächste Woche noch näher auf die beiden Veranstaltungen eingehen. Wie immer auf www.motorsport.ch, Facebook und Instagram.
Die Schweizer Slalom-Meisterschaft wird ihr Finale am 2./3. Oktober mit einer Doppelveranstaltung in Ambri austragen. Der auf Ende Oktober verschobene Lauf in Bière findet nun doch nicht statt.
Schlechte Nachrichten aus Bière. Der auf Ende Oktober verschobene zur Schweizer Slalom-Meisterschaft zählende Lauf muss abgesagt werden. Das hat der Veranstalter heute in einer Medienmitteilung bekanntgegeben. Darin heisst es: «Aus Mangel an Anmeldungen von nicht lizenzierten (LOC), lizenzierten (NAT) oder Fahrern aus Markenpokalen müssen wir unsere Veranstaltung absagen. Das Ziel des Organisationskomitees, eine Mindestteilnehmerzahl zu erreichen, wurde nicht erreicht.»
Die Schweizer Slalom-Meisterschaft reduziert sich damit auf die Veranstaltungen von Frauenfeld (Tagessieger Philip Egli) und Ambri am 2./3. Oktober. Wobei bei Letzterer zwei Rennen geplant sind. Damit käme man auf drei gewertete Ergebnisse. Dies würde (laut NSK-Beschluss, siehe News vom 6. Juli 2021) reichen, um einen Schweizer Meistertitel zu vergeben.
Der Veranstalter hat in derselben Pressemitteilung das Datum für die nächstjährige Ausgabe des 55. Slalom von Bière bekanntgegeben: Es ist der 30.April/1. Mai 2022.
Marcel Steiner und Joël Burgermeister müssen aufgrund technischer Probleme auf die Teilnahme am FIA Hill Climb Masters in Portugal verzichten. Damit reduziert sich die Zahl der Schweizer Delegation auf sechs Vertreter.
Es war irgendwie absehbar! Marcel Steiner, fünfmaliger Berg-Schweizermeister in der Kategorie Rennsportwagen, muss auf einen Start an den FIA Hill Climb Masters 2021 verzichten. Der Honda-Turbomotor seines LobArt ist bis zum Masters nicht wieder hergestellt und somit verzichtet der Oberdiessbacher schweren Herzens auf einen Start in Braga (P). Steiner hatte seit dem Umbau seines LobArt immer wieder mal Schwierigkeiten mit dem neuen Turbo-Aggregat. Beim Bergrennen in Osnabrück erlitt er zuletzt einen Kolbenschaden. Deshlab musste er auch in Oberhallau auf sein altes Modell, den Martini-BMW, zurückgreifen.
Auch Joël Burgermeister hat seine geplante Teilnahme abgesagt. Der Turbomotor seine Tatuus F4 hat in Oberhallau Vibrationen verursacht und diese lassen sich materiell vor dem Masters in Braga nicht beheben. Da es wenig Sinn macht, einen Motorschaden zu riskieren, bleibt der F4 von Burgermeister in der Garage und wird nicht in Portugal eingesetzt.
Damit verblieben (für den Moment) noch sechs Schweizer Fahrer für das FIA Hill Climb Masters vom 8.-10. Oktober: Thomas Amweg, Ronnie Bratschi, Robin Faustini, Reto Meisel, Michel Zemp und Thomas Zürcher.
Fans historischer Fahrzeuge dürfen sich freuen! Am Wochenende findet die achte Ausgabe der Bernina Gran Turismo statt. 80 TeilnehmerInnen werden erwartet. Hoffentlich spielt das Wetter mit.
Am Wochenende ist es wieder soweit. Zum achten Mal findet die Bernina Gran Turismo statt. 5,7 km Streckenlänge, 80 Teilnehmer und Teilnehmerinnen, mehr als 50 Kurven und eine Höhendifferenz von 448 Metern – das sind die Eckdaten der diesjährigen Ausgabe. Am Start sind erneut zwei Felder: Competitve und Regularity. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um historische Autos von 1920 bis ca. 1980.
Los geht es am Samstag, 18. September, um 7.40 Uhr mit den freien Trainings. Ab 13.40 Uhr stehen dann die Rennläufe 1 und 2 auf dem Programm. Am Sonntag geht der Rennbetrieb um 7.40 Uhr weiter. Entweder mit einem freien Training (falls von der Rennleitung gewünscht) oder mit den Rennläufen 3 und 4. Die Siegerehrung findet um 12.15 Uhr auf dem Bernina Hospiz statt.
Schaulustige können schon ab Freitagmorgen 9.15 Uhr die teilnehmenden Fahrzeuge in St. Moritz bestaunen. Treffpunkt ist der Park des Kempinski Grand Hotel des Bains.
Bleibt den Veranstaltern nur zu wünschen, dass das Wetter auch bei der achten Ausgabe mitspielt. Weitere Infos bietet der folgende Link: www.bernina-granturismo.com
Die Schweiz will beim FIA Hill Climb Masters in Portugal ein weiteres Erfolgskapitel schreiben. Bisher sind sieben Fahrer gemeldet. Nicht dabei ist der ehemalige Tourenwagen-Champion Frédéric Neff.
Die Schweizer Delegation für das FIA Hill Climb Masters 2021 im portugiesischen Braga (60 km nördlich von Porto) nimmt Gestalt an. Zu den bereits gesetzten Fahrern wie Ronnie Bratschi, Joël Burgermeister, Reto Meisel, Marcel Steiner, Michel Zemp und Robin Faustini gesellt sich nun auch Thomas Zürcher.
Der Thuner Tatuus-Formel-4-Pilot hat eine Wild Card für die Teilnahme an den FIA Hill Climb Masters vom 8.-10. Oktober 2021 beantragt. Diese wurde von den Verantwortlichen der FIA genehmigt und Zürcher wurde mit seinem optimierten F4 mit Turbomotor für die Veranstaltung zugelassen.
Nicht dabei ist dafür Frédéric Neff (Porsche). Der Schweizer Berg-Meister bei den Tourenwagen von 2017/2018 muss auf eine Teilnahme via Wild Card für 2021 verzichten. Es ist dem 48-jährigen Jurassier leider nicht gelungen das vorgesehene Fahrzeug rechtzeitig bereitstellen zu können.
Nennschluss für das FIA Hill Climb Masters ist der 15. September 2021 – 24.00 Uhr. Weitere Infos gibt es auf: www.fia.com/events/hill-climb-masters/season-2021/fia-hill-climb-masters resp. https://registrations.fia.com/ehcm
Ricardo Feller hat mit seinem zweiten Saisonsieg die Gesamtführung im ADAC GT Masters übernommen. Noch klarer in Führung liegt ein anderer Schweizer: Grégoire Saucy in der Formula 3 Regional.
Für Ricardo Feller entwickelt sich die Saison 2021 immer mehr zu einem wahren Höhenflug. In der GT World Challenge hat der junge Aargauer schon vier Siege für Emil Frey Racing in der Silberwertung eingefahren. Am Wochenende feierte er nun seinen zweiten Saisonsieg im ADAC GT Masters für das Team Montaplast am Lausitzring. Damit (und mit Rang 6 im zweiten Durchgang) übernimmt Audi-Pilot Feller sogar die Gesamtführung im GT Masters. «Ich bin sehr glücklich über dieses Ergebnis», sagt Feller. «Mit der Pole-Position sind wir schon grossartig in den Tag gestartet, im Rennen konnten wir dann die Führung gut verteidigen. Ich konnte in meinem Stint eine gute Pace fahren, ohne die Reifen zu stark zu beanspruchen.»
Nur drei Punkte hinter Feller liegt Raffaele Marciello. Der Tessiner, der den Auftakt in Oschersleben gewann, musste sich in der Lausitz mit den Rängen 4 und 3 begnügen, war aber dennoch zufrieden. «In den ersten Runden hat das Auto gut funktioniert, zum Ende hin ist aber ein Dämpfer gebrochen, weswegen wir froh sein können, es ins Ziel geschafft zu haben. Ich konnte trotzdem mein Tempo gut halten und bin froh über das Ergebnis. Wir haben noch drei Rennwochenenden vor uns und es ist noch immer sehr spannend.»
Zu den weiteren Schweizern, die es in die Top 10 geschafft haben, zählt Rolf Ineichen. Der Luzerner belegte die Ränge 8 und 7 und gewann damit zwei Mal die Trophy-Wertung.
Neben Feller liegt ein weiterer Schweizer auf Titelkurs: Grégoire Saucy hat beim Rennen am Red Bull Ring zwar seinen achten Saisonsieg in der Formula 3 Regional verpasst, mit den Rängen 5 und 2 hat er seinen Vorsprung auf den Zweitplatzierten dennoch vergrössern können. Saucys Vorsprung beträgt bei noch drei ausstehenden Rennen 70 Punkte.
Souverän war auch die Leistung von Frédéric Yerly beim siebten Lauf zur NLS am Nürburgring. Der Fribourger feierte auf seinem VW Golf GTI TCR bereits seinen sechsten Klassensieg in Folge. Weitere Schweizer Sieger beim 6-Stunden-Rennen in der Eifel waren Ranko Mijatovic und Yann Zimmer auf BMW 330i (Klasse VT23) sowie Marco Timbal, Ivan Reggiani und Nicola Bravetti auf Porsche Cayman GT4 (AT-G). Auch das schweizerisch-deutsche Team Hofor Racing by Bonk Motorsport verbuchte mit Schrey, Piana und Fischer im BMW M240i Racing Cup einen Klassensieg. Platz 4 ging dort an Julien Apothéloz.
Nico Müller läuft es in der DTM nicht nach Plan. Nach fünf von acht Rennen liegt der Berner nur auf dem neunten Zwischenrang. Zuletzt am Red Bull Ring gab es sogar den ersten Nuller in der laufenden Saison.
Du fährst nach zwei Vize-Titeln in der DTM dieses Jahr hinterher. Das hast du dir sicher anders vorgestellt.
Nico Müller: Definitiv. Klar gab es schon vor der Saison das eine oder andere Fragezeichen. Denn das erste Rennen in Monza war für alle ein Neustart. Mit Rang 7 und Platz 2 schien mir die Umstellung auf die GT3-Autos jedoch gelungen zu sein. Doch da haben wir uns leider getäuscht.
Woran liegt es, dass du mit dem Meisterteam Rosberg nicht in die Gänge kommst?
Monza hat ein Problem, das wir am Auto hatten, aufgrund der Streckencharakteristik nicht aufgedeckt. Erst in der Lausitz wurde uns das bewusst. Ich kann nicht genauer darauf eingehen. Es ist kein Konstruktionsfehler und man kann auch niemanden im Team dafür verantwortlich machen. Es war etwas Verstecktes. Deshalb haben wir dann beim dritten Rennen in Zolder eigentlich wieder bei Null beginnen müssen.
Hat es mit der Balance of Performance zu tun?
Nein, obwohl uns die natürlich auch nicht in die Karten spielt. Das hat man vor allem zuletzt am Red Bull Ring gesehen.
Da hast du sogar deinen ersten Nuller in dieser Saison kassiert.
Ja, obwohl das aufgrund der BoP zu erwarten war. Der Audi R8 liegt auf technischen Strecken besser. Langsame und mittelschnelle Kurven sind besser für ihn. Auch ist er gewöhnlich stark auf der Bremse. Am Red Bull Ring gibt es viele Beschleunigungspassagen. Wir wussten von Anfang an, dass das schwierig wird. Und wir sahen tatsächlich noch schlechter aus, als wir im Moment sind.
Gibt es Anlass auf Hoffnung für die verbleibenden drei Rennen?
Ich habe wenig Zweifel, dass ich einen R8 schnell bewegen kann. Aber wir haben noch viel Arbeit vor uns. Assen und Hockenheim sollte es entgegenkommen, obwohl auch Hockenheim im zweiten Sektor mit der langen Gerade problematisch werden könnte. Wenn du in einem Auto sitzt, das geradeaus nicht geht, ist es schwierig, nach vorne zu kommen.
Und wie sieht es mit dem Finale am Norisring aus?
Das könnte problematisch werden. Da geht es eigentlich ja auch nur geradeaus…
Wie gross wiegt der Nachteil, dass dir dein amerikanischer Teamkollege Dev Gore keine Hilfe ist?
Das ist so. Und ich will da auch kein Blatt vor den Mund nehmen. Die Situation ist ein Nachteil gegenüber anderen Teams, in denen sich die Fahrer gegenseitig pushen. Wir können auch nicht ein Auto mit einem Basis-Set-Up ins Training schicken und mit dem anderen etwas ausprobieren. Ich bin da ziemlich auf mich alleine gestellt.
Einer, der’s besser macht, ist dein Landsmann Philip Ellis. Wie beurteilst du seine Leistung? Immerhin hat er schon ein Rennen gewonnen, bei zwei weiteren stand er auf dem Podium und in der Zwischenwertung liegt er auf Platz 5.
Ich befasse mich nicht so sehr mit den anderen. Aber natürlich sehe ich auch, dass er einen guten Job macht. Überrascht bin ich davon nicht. Er hat viel GT3-Erfahrung und ist bei Mercedes gut aufgestellt. Trotzdem ist es nicht selbstverständlich, dass er mit so routinierten Fahrern wie Götz oder Auer mithält. Sagen wir mal so: Würde ich um die Meisterschaft fahren, hätte ich ihn gerne hinter mir. Aber so, wie es im Moment läuft, kann ich mich für ihn freuen. Es ist mir lieber, er gewinnt als irgendein anderer…
GT3 Cup-Champion Alexander Fach ist perfekt in die zweite Saisonhälfte des Porsche Sports Cup Suisse gestartet: Der 19-Jährige sicherte sich auf der ehemaligen Formel-1-Strecke in Hockenheim in beiden Läufen den Sieg.
Für Titelkandidat Dominik Fischli war das Rennwochenende bereits im ersten GT3 Cup-Lauf und in der ersten von 15 Runden auf dem badischen Grand-Prix-Kurs kompromittiert: Beim Anbremsen der Spitzkehre wurde der Porsche 911 GT3 Cup des Zweitplatzierten von Gregor Burkard getroffen. Burkard, im Qualifying Fünftschnellster, hatte einen neuen Reifen montieren lassen und war deswegen nur von Rang acht gestartet. In der schnellen Parabolika vor der Haarnadelkurve kämpfte er aber schon wieder mit seinem Bruder Ricardo und Peter Hegglin um die dritte Position. «Wir sind zu dritt nebeneinander auf die Kehre zugeflogen», entschuldigt sich Burkard. «Ich fuhr ganz rechts und habe sehr spät gebremst, bin dort aber auf die schmutzige Spur geraten und habe das Auto aus der Kontrolle verloren.»
Als grösster Nutzniesser der unglücklichen Situation ging Alexander Fach hervor, neben Fischli der zweite vom Porsche Motorsport Club Suisse und der Porsche Schweiz AG geförderte Nachwuchsfahrer. Der amtierende Meister hatte von der Pole-Position aus die Führung übernommen, konnte sich aus dem Schlamassel hinter ihm heraushalten und einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg einfahren.
Auch im zweiten Hockenheim-Sprintlauf des GT3 Cups machte Fach Beute: Er fuhr einen klaren Start-Ziel-Sieg heraus und verwies Alexander Schwarzer mit 6,8 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Rang. Damit ist dem Sattelner ein weiterer Schritt in Richtung Titelverteidigung gelungen. Die Geschichte des Rennens schrieb jedoch Dominik Fischli: Der amtierende Vizemeister konnte dank tatkräftiger Teile-Unterstützung durch andere Teams wieder an den Start gehen und zettelte eine spektakuläre Aufholjagd an. Nach fünf von 15 Umläufen lag er bereits wieder auf einem Podiumsplatz und drehte die schnellste Rennrunde, bevor er den nächsten Rückschlag hinnehmen musste und wieder auf Rang 6 zurückfiel – um sich erneut nach vorne zu kämpfen. Am Ende fehlten dem Remetschwiler lediglich 0,9 Sekunden auf Peter Hegglin und Platz 3.
In der 718 Clubsport-Kategorie für Fahrzeuge mit Manthey-Racing-Paket hat Laurent Misbach nach dem vierten von sechs Rennwochenenden seine Tabellenführung mit einem ersten und einem zweiten Platz manifestiert. Bei den Mittelmotor-Sportwagen ohne MR-Paket hiessen die Sieger Fabio Grosse und Patrik Grütter. Die Open GT-Wertung sah Axel Blom mit seinem Porsche 911 GT3 Cup als Gewinner des ersten Laufs, der zweite ging Jörg Dreisow am Steuer eines 911 GT3 R. Im Gleichmässigkeitswettbewerb der Porsche Drivers Competition Suisse hat Nicolas Garski seine Siegesserie fortgesetzt.
Die weiteren Termine des Porsche Sports Cup Suisse:
24./25. September, Mugello (I)
5./6. November, Misano (I)
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